„A Gentleman about 30 Years of Age…“

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“A Gentleman about 30 Years of Age, that says he had a Very Good Estate, would willingly Match himself to some Good Young Gentlewomen that has a Fortune of £3,000”

So war die offiziell erste Kontaktanzeige der Mediengeschichte am 16. Juli 1695 in der Londoner Zeitschrift “A Collection for Improvement of Husbandry and Trade” zu lesen. Da fragt man sich doch nur, was den Gentleman  dazu bewegt hat den sehr ungewöhnlichen Schritt zu gehen und seine eigene Person zu inserieren? So sollte es doch gerade zu dieser Zeit für einen wohlhabenden Herrn aus der Metropole London kaum ein Problem dargestellt haben, eine passende Lady zur Familiengründung zu finden. Man kann natürlich spekulieren, dass er wenig Zeit hatte sich um eine solch banale Sache wie die Suche nach einem Lebenspartner zu kümmern. Oder er war schlicht weg ein nicht sehr ansehnlicher Mensch. Über Reaktionen oder Antworten auf die Anzeige ist wenig überliefert, doch es muss wohl funktioniert haben, denn sonst würde die Kontaktanzeige als „Gattung“ über 300 Jahre nach Erfindung wohl nicht mehr existieren.

Das Meinungsforschungsinstitut Emnid hat im Auftrag von Readers Digest im Jahr 2003 eine repräsentative Umfrage durchgeführt. Demnach lebten ca. 1,6 Millionen Menschen in einer Partnerschaft die sich auf eine Annonce begründet. 6 Millionen Kontaktanzeigen werden jährlich in Zeitungen abgedruckt. Die Erfolgschancen stehen demnach nicht schlecht. Für 45 % der Männer und 37 % der Frauen geht durch eine Anzeige der Wunsch einer Beziehung in Erfüllung.

Kontaktanzeigen zu lesen kann recht unterhaltsam sein, doch wer gibt eine Annonce auf? Wer antwortet auf eine? Wer erhofft sich dadurch wirklich die große Liebe?

Laut Emnid ist der Durchschnittsinserierende zwischen 40-49 Jahre alt, männlich, berufstätig und wohnhaft in einem Ort mit 5.000-20.000 Einwohnern.

Vielleicht braucht es ja noch 20-30 Jahre bis wir realisieren, dass es auf dem „natürlichen“ Weg doch nicht klappt, bzw. geklappt hat – und wir inserieren:

attraktiver, vermögender  Unternehmer, 40j., NR/NT  mit einem schönen Haus in einem ruhigen Vorort sucht nette Dame (29-40) für gemeinsame Unternehmungen, gerne mehr. (Anfragen nur mit Bild!)

 

 

Quellen:

http://www.rd-presse.de/pressemitteilungen/magazin-readers-digest/pressrelease.2009-11-26.9571805960/?searchterm=kontaktanzeigen%20deutschland (Veröffentlicht: 25.09.2003 Aufgerufen 14.05.2011)

http://www.economist.com/node/18111584?fsrc=rss (Veröffentlicht: 10.02.2011 Aufgerufen: 14.05.2011)

http://www.local24.de/kontaktanzeigen/

Facebook Verknüpfung bei spiegel.de

geschrieben von in Internet, Kommunikationsformen, Medienwandel, Seminarlinks, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert für Facebook Verknüpfung bei spiegel.de

Heute morgen war es noch Thema im Seminar Userbeteiligung im Journalismus: Gelebte Demokratie oder Gemotze? und jetzt sehe ich es bei Spiegel online. Facebook Verknüpfung zur Einbindung der Leser. Meine These, dass die Kommentatoren sich auch kritisch mit dem Medium selbst befassen sehe ich dadurch bestätigt. ^^

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Bei Metropolis muss man ganz genau hinschauen

geschrieben von in Fernsehen, Medienwandel, SeminarlinksKommentare deaktiviert für Bei Metropolis muss man ganz genau hinschauen

Zwar nicht, um die neu eingefügten Teile zu entdecken, die die gestern ?neu-uraufgeführte Form? erstmals wieder zum Director´s Cut machte (Auf diese war ja dankenswerterweise vorher hingewiesen worden: Man erkenne sie am kleinen schwarzen Balken am oberen Bildrand … nicht etwa an der ? verständlicherweise – schlechteren Bildqualität …), aber man konnte doch feststellen, wie sehr der Fernseher zum Begleitmedium für uns alle geworden ist. Beim Stummfilm ist dies allerdings ein Problem: Widmen wir uns studiumstechnisch den Stummfilmen meist an der Uni, wo wir ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit schenken, ist der Stummfilm zuhause im eigenen Fernseher äußerst ungeeignet, um dabei abzuwaschen oder währenddessen noch einen kleinen Bourdieu-Text zu überfliegen … Man bekommt vom Film NICHTS mit. Erstaunlich, wie oft wir anscheinend lediglich ?fernhören?.

Wo ist eigentlich die Schweinegrippe hin?

geschrieben von in Medienkritik, Seminarlinks3 Kommentare »

Wurden wir im letzten Frühjahr bis Herbst überhäuft mit Meldungen zur Schweinegrippe, so verschwanden die Berichterstattungen klammheimlich und keiner hat es gemerkt. Verschwand hier die Krankheit mit den ausbleibenden Nachrichten darüber oder ließen die fehlenden Meldungen diese Grippe aussterben?

Nachdem im April 2009 von der WHO eine Pandemiewarnung aufgrund der in Mexiko entdeckten Variante des Influenza-A-Virus H1N1 verkündet wurde, wurde detailliert über jeden einzelnen Fall und dessen Ausgang berichtet. Im Juni gab die WHO die höchste Alarmstufe (also laut Sechs-Phasen-Plan eine 6 ? zum Vergleich: Vogelgrippe kam nur bis zur 3 ?) bekannt. Fortan durfte sich jeder Urlauber oder Geschäftsmann auf seiner Reise auch mal im Wärmebild betrachten und allzu hitzige Gemüter wurden aussortiert.

(Worunter übrigens nicht eine meiner Bekannten fiel, die die ?swine influenza? aus der Türkei mit in die Heimat brachte und mir nach drei Tagen Bettruhe erzählte, dass dies die angenehmste Form der Grippe war, die sie je heimgesucht hatte.)

Nachdem endlich ein passender Impfstoff gefunden war, wurde dieser wie wild in vier verschiedenen Präparaten hergestellt und es wurde dazu aufgerufen, sich dringend impfen zu lassen. Doch dann die nächste Schreckensnachricht: Es war dennoch nicht genug Impfstoff für alle da! Also sollten zunächst die wichtigen, lebenserhaltenden Menschen wie Ärzte, Krankenhauspersonal, Feuerwehrmänner und Polizisten geimpft werden und dann die Risikogruppen (Alte, Kinder, chronisch Kranke und Schwangere). Und das ist der Punkt, an dem die neuesten Nachrichten ins Spiel kommen: Die Produktion von Pandemrix &co führte dazu, dass die sonst so nötigen Impfstoffe (Röteln, Masern, Keuchhusten, etc.) vernachlässigt wurden und uns nun vor ein scheinbar neues Problem stellen soll. Schade eigentlich. Hab ich mich doch noch letzte Woche mit einem Freund darüber unterhalten, dass man von der Schweinegrippe so gar nichts mehr hört. Und jetzt das!

Und dabei hätte ich doch ganz gerne etwas über den Ausgang dieser Pandemie an sich erfahren. Aber das scheint ja kein Schwein mehr zu interessieren.

(Natürlich liegt es mir fern, mit dieser Aussage diese Krankheit herunterzuspielen. Das sollte nie getan werden, wo Menschen zu schaden kommen.)

Big Brother beschert RTL II Traumquoten

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RTL II hat wieder einen Hit gelandet. Die nun 10 Staffel von Big Brother beschwert RTL II Traumquoten, nachdem es in den letzten Jahren nicht so gut für den Sender lief. Aber das neue Format der Show scheint aufzugehen. Mehr als 1,72 Millionen Zuschauer verfolgen täglich die Sendung. Vor allem die 14- bis 29 Jährigen scheinen die Sendung zu lieben. Aber was macht den Erfolg von Big Brother aus? Ist es die Voyeuristische Ader in uns die uns dazu bewegt diese Sendung zuschauen, frei nach dem Motto Sex Sales, oder der Unterhaltungsfaktor der uns dazu bewegt die Bewohner bei sogenannten Matches zu beobachten. Oder führt das Programm zu Entspannung weil man Sie anschauen kann ohne dabei zudenken?  Was meint ihr dazu. Warum laufen solche Reality Shows besser als unsere Altbewerte gute deutsche Tagesschau, die um jeden Zuschauer kämpft?

Durch ein neues Wochenend-Magazin zu mehr Profil

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Mit einem neuen Magazin zum Wochenende will die Neue Westfälische, eine regionale Tageszeitung aus Ostwestfalen-Lippe, ihre Leser begeistern und neue Leser hinzugewinnen. Das NW Magazin, das vergangenen Samstag zum ersten Mal erschien, umfasst sechs Seiten und tritt an die Stelle des Wochenendmagazins, das die NW bislang in Kooperation mit den Westfälischen Nachrichten und der Neuen Osnabrücker Zeitung herausgegeben hat.

Dem Onlinedienst Kress zufolge gliedert sich der Aufbau des Magazins wie folgt:

  • Seite 1: Porträt eines Menschen mit Bezug zum Erscheinungsgebiet
  • Seite 2: die Rubrik ?Schwarz-Weiß?, in der Journalisten in Pro-und-Contra-Form ein aktuelles Thema präsentieren; die Kolumne ?Chefsache?, in der Chefredakteur Thomas Seim das Wochengeschehen aufarbeitet; sowie Platz für Korrespondenten, interessante Ereignisse von ihrer jeweiligen Wirkungsstätte vorzustellen
  • Seite 3: ?Made in OWL?, eine Rubrik, in der Orte aus dem Erscheinungsgebiet porträtiert werden
  • Seite 4: unter dem Titel ?Blickpunkt? finden sich hier das so genannte ?Foto der Woche? sowie Rätsel
  • Seite 5: der Kulturteil ?Kulturarena?
  • Seite 6: ?Unter 14?, eine Kinder- und Jugendseite

Das Magazin soll eng mit dem Internetauftritt der Zeitung verbunden werden. Ziel der NW ist es, das Profil der Zeitung zu stärken.

Man darf gespannt sein, wie das Angebot angenommen wird.

Die Ewig anhaltende Diskussion rund um die Gebühreneinahnen!

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Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat auf die Anfrage von ARD und ZDF höhere Gebühreneinnahmen zu erhalten ein Veto eingelegt. Die KEF argumentierte anstatt höhere Gebühreneinnahmen zuerhalten sollten die Öffentlich- Rechtlichen mal sparen. Derzeit ist die Rundfunkgebühr auf ? 17, 98 festgesetzt.  ARD und ZDF sprechen von einem dreistelligem Millionenbeitrag der Ihnen bis 2012 fehlen würde. Besonders Interessant ist diese Entwicklung wenn man bedenkt das momentan Diskussionen über ein reformiertes Gebührenmodell das ab 2012 gelten soll geführt werden.  Momentan sind mehrere Modelle im Gespräch.

1) je nach Art des Geräts bezahlt werden soll, zudem soll Nichtzahler der GEZ beweisen das sie kein Fernseher haben.

2) jeder Haushalt wird einmalig zur Kasse gebeten, unerheblich welches Gerät er hat. Hier wäre festzuhalten das ein deutlich höherer Beitrag zubezahlen wäre.

Als 3 Möglichkeit steht momentan die „Kopfpauschale“ im Raum. Die FDP fordert hier das jeder Mensch ab einer gesetzten Einkommensgrenze zu zahlen hätte. Nach der FDP wären das so ca. ? 10. Hier läge der Vorteil das viel mehr Menschen mitbezahlen müssten. Zudem  würde dann die GEZ abgeschafft werden und die dann entstandene Rundfunkgebühr dann von den Finanzämtern einbezogen werden.

Fraglich bleibt ob eins der Modelle sich durchsetzten kann. Was meint ihr welches Modell hätte Zukunft bzw. was würdet ihr sonst vorschlagen????

Neuer Reporterpool im Hause DuMont

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DuMont Redaktionsgemeinschaft GmbH. So lautet der Name der des neuen Reporterpools, den die Mediengruppe M. DuMont Schauberg Anfang April diesen Jahres einrichten möchte. Etwa 25 Journalisten sollen hier arbeiten und die vier großen Abo-Zeitungen des Konzerns, die „Berliner Zeitung“, die „Frankfurter Rundschau“, den „Kölner Stadt-Anzeiger“ und die „Mitteldeutsche Zeitung“ mit Inhalten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft versorgen.

Ziel des Verlages ist es einerseits, die Qualität der Berichterstattung durch Bündelung von Kompetenzen zu steigern, und andererseits, Geld dadurch einzusparen, dass Artikel nicht mehr doppelt oder dreifach besetzt werden, sondern von einem Journalisten (bzw. Journalistenteam) bearbeitet werden. Kritiker befürchten hingegen, dass es infolge der Gründung einer zentralen Redaktionsstelle zu betriebsbedingten Kündigungen bei den einzelnen Zeitungen kommen wird und dass die Qualität der Berichterstattung sich nicht verbessern, sondern unter den Umstrukturierungsmaßnahmen leiden werde.

Die Zukunft wird zeigen, inwiefern welche Seite Recht behalten soll.

Quellen und weiter Informationen:

Kress ? Der Mediendienst

ad-hoc-news.de

Hamburger Abendblatt

Genug ist Genug- Google hat genug von der Chinesischen Zensur

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Google war in der Vergangenheit ständig in der Schusslinie der Kritik. Selbst wie man hier im Blog sieht ist Google ein beliebtes Thema. Nicht zu letzt stand Google besonders unter Kritik seit Google die staatliche Zensur in China mitträgt. Man warf ihnen vor ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren und gierig nach Erfolg zu sein. Denn China hat nun mal den größte Internet- Markt. Doch nun haben selbst die Verantwortlichen von Google genug. Der Internetriese wurde das Opfer eines Hacker- Angriffs aus China.  Google erklärte: ? es habe Mitte Dezember einen gezielten Angriff auf die Server- Infrastruktur gegeben.?  Unbekannte, haben versucht die Google Mail Accounts chinesischer Menschenrechtler auszuspionieren. Google akzeptiert diesen massiven Eingriff der Chinesischen Zensur nicht mehr und überlegt nun sich aus dem chinesischen Markt zurückzuziehen. Währenddessen beharrt China weiterhin auf der Internetzensur und fordert das US- Medienunternehmen auf mit dem Staat zusammenzuarbeiten.

Was ist mit euch, haltet ihr das für einen klugen Schachzug oder findet ihr das sich Google den Chinesischen Regeln/ Zensur unterwerfen müsse? Und was bedeutet dies für die Beziehung zwischen China und den USA?

Nachrichtenpflicht für N24 (und andere)?

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Der Plan der Verantwortlichen der ProSiebenSat1 Media AG, die Nachrichtenproduktion von N24 aus Kostengründen einzuschränken, hat in den letzten Wochen für einige Unruhe gesorgt. Insbesondere die Angst, dass andere private Sendergruppen einen ähnlichen Schritt wagen könnten, was erhebliche Einschnitte für die deutsche Nachrichtenvielfalt bedeuten würde, hat Bedenken hervorgerufen. Nun sieht es ganz so aus, als hätte die Politik eine Lösung gefunden, wie man mit dem Problem umgehen kann.

Der Mediendienst Kress berichtet unter Berufung auf die FAZ, dass die Landesmedienanstalten eine Vorlage erarbeitet hätten, ?nach der Privatsender mit Vollprogramm dazu verpflichtet würden, „eigenständig“ Nachrichten zu produzieren?. Auch die Menge an Geld, die eine Sendergruppe für die Nachrichtenproduktion zur Verfügung stellen muss, soll festgelegt werden, heißt es weiter. Betroffen von dieser Regelung seien diejenigen Unternehmen, ?deren Zuschauermarktanteil fünfzehn Prozent erreicht und übersteigt?, wie es bei Horizont.net heißt. Ein endgültiger Beschluss zu der Vorlage steht noch aus; dieser soll am 19. Januar ergehen.

Man darf gespannt sein, inwiefern und in welchem Ausmaß die genannten Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.

Der Streit um das Ausmaß der Nachrichtenproduktion in deutschen Sendern findet mittlerweile übrigens auch im Ausland Gehör. So berichtet etwa das österreichische Medienmagazin Horizont.at über den Fall.

Realty Soaps anstatt Nachrichten

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Das Jahr 2009 war voll von Ereignissen die berichtenswert waren. Deutschland wählte seine neue Regierung, die Schweinegrippe trieb ihr Unheil, Obama wurde als Präsident der USA vereidigt und Michael Schuhmacher verkündete sein Comeback. Doch trotz solcher wichtigen und interessanten Ereignisse werden lieber Reality Dokus geschaut als Nachrichtensendungen. Entertainment steht heut zutage an erster Stelle. Dies wird allein dadurch schon gekrönt das am 10. Januar die 10 Staffel von Big Brother ausgestrahlt wird. Somit stehen nun 10 Jahre nach der ersten Big Brother Staffel,  Reality Shows auf der Beliebtheitsskala ganz oben und konkurrieren auf ihrem Sendeplatz mit Nachrichtensendungen wie der Tagesschau. Ich bin schon sehr gespannt welcher Unsinn als nächstes als Reality Show ausgestrahlt wird.

Widerstand auf allen Ebenen

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Die Sparpläne der ProSiebenSat1 Media AG sorgen auf verschiedensten Ebenen für Aufregung. Die Ankündigung Thomas Eberlings, dass beim Nachrichtensender N 24 ein Millionenbetrag eingespart werden müsse, hat einigen Unmut nach sich gezogen.

Zunächst einmal sind da die Unmutsbekundungen der Sendermitarbeiter zu nennen, die ihrem Ärger in einem offenen Brief Luft gemacht haben. In diesem, so Spiegel Online, warnen sie davor, dass das Nachrichtenangebot der Privatsender enorm unter den geplanten Einsparungsmaßnahmen zu leiden hätte, insbesondere dann, wenn andere Private dem (schlechten) Beispiel folgten und ebenfalls weniger Geld in die Nachrichtenproduktion stecken würden.

Und auch in der Politik regt sich Widerstand gegen die Pläne bei ProSiebenSat1. Kulturstaatsminister Bernd Neumann wies darauf hin, dass auch die Privatsender laut den Regelungen des dualen Rundfunksystems dazu verpflichtet sind, die Bürgerinnen und Bürger der BRD mit Informationen zu versorgen. Jürgen Rüttgers, der Ministerpräsident von NRW, brachte gar die Idee einer Änderung des Rundfunkstaatsvertrags ins Spiel, um Privatsender gegebenenfalls zu einem bestimmten Maß an Nachrichtenproduktion zu verpflichten.

Einen sehr interessanten Kommentar gab auch Bundestagspräsident Norbert Lammert von sich, der gegenüber der DPA meinte: ?Die Überlegung, in einem Nachrichtensender vielleicht keine Nachrichten mehr zu senden, finde ich ähnlich frappierend, als wenn Bayern München ein Geschäftsmodell ohne Fußball ankündigen würde.? Nachrichten, so Lammert weiter, seien in einer Demokratie unverzichtbar.

ProSiebenSat1 sieht sich mit einem Sturm der Empörung konfrontiert. Man darf gespannt sein, wie sich dies auf die Entscheidung der Verantwortlichen, die Nachrichtenproduktion bei N24 zu kürzen, auswirken wird.

Zeitungsbeobachtung Saarbrücker Zeitung 3 – ?tele.tipp?

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Jeden Freitag liegt der Saarbrücker Zeitung das Sonderheft ?tele.tipp? bei. Hierbei handelt es sich um ein einwöchiges Programmmagazin, das SZ-Leser über das TV- und Radioprogramm der kommenden Woche informieren soll.

Besonders hilfreich finde ich das Magazin allerdings nicht. Die Doppelseiten, auf denen das tägliche TV-Programm dargestellt ist, sind unübersichtlich und nicht einmal annähernd vollständig. Zugegeben, bei dem heutigen Angebot an Fernsehsendern ist letzteres auch kaum möglich, doch ein wenig ausführlicher sollte die Programmübersicht schon sein; Sender wie Tele 5, BRalpha oder die Digitalkanäle von ARD und ZDF finden etwa überhaupt keine Beachtung.

Nichtssagend sind zudem die ?Tipps der Woche?, die sich zu Beginn des Heftes finden. Auf einer Doppelseite werden hier zwei bis drei Sendungen je Wochentag präsentiert. Viel mehr als den Inhalt der jeweiligen Sendung erfährt man jedoch nicht. Das mag dem ein oder anderen als Tipp reichen, mir jedoch fehlen konkrete Gründe, warum ich mir gerade diese Sendungen ansehen sollte. Was macht gerade sie zu etwas Besonderem, dass man sie als ?Tipp der Woche? ankündigen muss?

Insgesamt hinterlässt der ?tele.tipp? keinen besonders guten Eindruck. Hier sollten sich die Verantwortlichen der SZ einmal Gedanken machen, ob man die Beilage nicht durch verschiedene Veränderungen aufwerten könnte (etwa durch ein ansprechenderes und übersichtlicheres Design der Programmübersicht).

Zeitungsbeobachtung Saarbrücker Zeitung 2 ? Saarländische Mundart

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Dialekte sind für all jene, die nicht aus dem jeweiligen Raum kommen, in dem ein bestimmter Dialekt verbreitet ist, schon immer ein willkommener Anlass für Gelächter und mitunter auch viel Spott gewesen. In Rheinland-Pfalz sind es gerade saarländische Mundarten, die immer wieder für Heiterkeit sorgen.

Allen, die bereit sind, sich mal etwas ausführlicher mit der saarländischen Mundart zu befassen, sei die Samstag-/Sonntagausgabe der Saarbrücker Zeitung empfohlen. Allwöchentlich findet sich hier im Buch ?SZ-Extra Reise? ein Text, der in Teilen in bestem saarländischen Tonfall geschrieben ist. Aber Vorsicht, ganz einfach ist die Lektüre nicht: Sätze wie: ?E Gaaten, wou immer eppes se hollen wor, fo dii hongrich Meiler, wou net kloddisch woren: Groscheln, Grusengelen, Ruusehehlcher, Wuurzeln ónn Tomaten.?, wie er etwa im Mundart-Teil dieser Woche zu finden ist, beweisen, dass Dialekte dem unbedarften Leser bzw. Hörer einiges an Fantasie abverlangen. Ein Glück, dass die Übersetzung vielfach gleich mitgeliefert wird. (In diesem Fall: ?Ein Garten, wo immer etwas zu holen war, für die hungrigen Mäuler, die nicht wählerisch waren: Stachelbeeren, Johannisbeeren, Rosenköhlchen, Möhren und Tomaten.?)

Man kann sich über den Sinn solcher Kolumnen in Mundart sicher streiten. In einer Regionalzeitung finde ich sie aber vollkommen gerechtfertigt. Denn wer, wenn nicht die Regionalzeitung, soll etwas für die Kultur und den Kulturerhalt einer Region tun? Und einheimische Dialekte, ob sie nun außerhalb der Region Anklang finden oder nicht, gehören in jedem Fall zur Kultur einer Region dazu.

Zeitungsbeobachtung Saarbrücker Zeitung 1 – Servicecharakter

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Tageszeitungen haben es heutzutage bekanntlicherweise nicht ganz leicht. Viele Menschen, gerade die Jüngeren, beziehen Informationen zu Welt-, aber auch Regionalgeschehen eher aus anderen Medien wie dem Fernsehen und dem Internet. Insofern sehen sich die Macher von Zeitungen mit der schweren Aufgabe konfrontiert, ein Angebot bereitzustellen, das über die bloße Berichterstattung des Weltgeschehens hinausgeht. Eine Zeitung muss dem Leser einen Mehrwert bieten, der dafür sorgt, dass er sie, trotz der Fülle an weitaus aktuelleren Internetangeboten, dennoch zur Hand nimmt.

Eine Möglichkeit, dies zu verwirklichen, liegt in einer Ausweitung der Servicefunktionen. In der Saarbrücker Zeitung zeigt sich dies besonders deutlich in den Lokalteilen. Orginäre Hintergrundberichte zu brandaktuellen Themen finden sich hier selten. Stattdessen wird der Leser aufmerksam gemacht auf aktuelle Veranstaltungen und Ereignisse, ihm werden Tipps für die Freizeitgestaltung gegeben, er erhält Kontaktdaten zu den Machern regionaler Angebote, wird aufgerufen, seine Meinung zu verschiedenen Themen kundzutun, und, und, und. Die Zeitung wird quasi zu einem ständigen Begleiter in allen Lebenslagen, von der Freizeitgestaltung bis hin zur beruflichen Weiterbildung.

Neues zu den Sparplänen bei N24

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Die Spekulationen um die Zukunft der Nachrichtenproduktion bei N24 gehen weiter.

Samstag verkündete Spiegel Online, dass der Sender massive Einsparungen vornehmen müsse, um die hohen Verluste, die das Nachrichtengeschäft für die ProSiebenSat.1 Media Group mit sich bringe, einzudämmen. N24-Geschäftsführer Dr. Torsten Rossmann steuerte dieser Meldung am Montag entgegen und sprach davon, dass Einsparungen durchaus nötig seinen, die Lage aber bei Weitem nicht so schlimm sei, wie es der Spiegel verkündet hatte. Ein Verkauf des Senders etwa, wie das Magazin vermeldete, stünde nicht zur Debatte.

Ein wenig anders zeigt sich die Situation aber am heutigen Mittwoch, zumindest laut quotenmeter.de. In einem Exklusiv-Artikel veröffentlichte das Onlinemagazin Informationen zur Zukunft des Senders, wie sie am Morgen den N24-Mitarbeitern von ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling und dem Chef der German Free TV Group, Andreas Bartl, verkündet wurden. Diesen Informationen zufolge sieht die Zukunft der N24-Nachrichtenschiene alles andere als rosig aus:

  • N24 an sich macht Gewinne, doch bei der Produktion der Nachrichten mache ProSiebenSat.1 deutliche Verluste. Diese Verluste müssten in Zukunft merklich begrenzt werden, weshalb Einsparungsmaßnahmen unumgänglich sind.

  • An welchen Nachrichtensendungen genau und in welchem Umfang gespart werden soll, steht zur Zeit noch nicht fest. Einschnitte werde es aber, gegebenenfalls auch im größeren Umfang, in jedem Fall geben.

  • Anders als von Rossmann verkündet, hält Ebeling einen Verkauf des Senders durchaus für möglich ? sofern sich ein Interessent finden würde, der den Sender in seiner bisherigen Form weiterführen würde. Nur so könne nämlich verhindert werden, dass Pro Sieben und Sat.1 (als Vollprogramme) wieder eigenständige Nachrichtenbeiträge produzieren müssten (was derzeit von N24 übernommen wird).

Nicht alle Mitarbeiter bei ProSiebenSat.1 seien glücklich über die geäußerten Vorstellungen, wie quotenmeter.de schreibt. Kein Wunder, sind doch unter anderem der Abbau von Arbeitsplätzen sowie ein Imageverlust für die Sender der Media Group zu befürchten.

Daran ändern, dass die Nachrichtenproduktion bei N24 in naher Zukunft herbe Einschnitte hinnehmen muss, werden diese Befürchtungen aber wenig. Als kommerzielles Unternehmen wird ProSiebenSat.1 versuchen, Verluste zu vermeiden oder zu minimieren. In diesem Fall bedeutet das nun einmal Einsparungen im Rahmen der Nachrichten. Aus wirtschaftlicher Sicht ist das nur zu verständlich, im Hinblick auf die Zukunft der Beschäftigten und die Zukunft der deutschen Nachrichtenlandschaft allerdings bedenklich.

Weniger Nachrichten bei N24 – oder doch nicht?

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Am vergangenen Samstag sorgte eine Meldung des Nachrichtenmagazins Der Spiegel (bzw. von Spiegel Online) für Aufregung (nicht nur) in der Medienbranche. Gegenstand der Berichterstattung war der Nachrichtensender N24. Der Sender, so hieß es, schreibe hohe Verluste, weshalb ein radikales Sparprogramm vonnöten wäre. Von einer Reduzierung des Nachrichtenangebots zugunsten billigerer Produkte war die Rede, und auch andere, weitaus umfangreichere Maßnahmen zur Kostensenkung ? wie etwa ein Verkauf des Senders ? wurden, wie es hieß, von den Verantwortlichen der ProSiebenSat.1 Media AG durchgespielt.

Schlechte Aussichten für die Nachrichtenlandschaft der BRD …

Ganz so schlimm, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat, ist die Lage aber wohl doch nicht. Das vermeldet zumindest das Onlinemagazin quotenmeter.de. Laut dem Mediendienst stellte N24-Geschäftsführer Dr. Torsten Rossmann nun einige Dinge klar. Im Einzelnen verkündete er:

  • N24 würde weder geschlossen noch verkauft.

  • Gespart werden muss, das stimmt (in einstelliger Millionenhöhe), doch radikale Änderungen von heute auf morgen seien nicht geplant.

  • Eine Kürzung der Morgennachrichten, wie verschiedentlich diskutiert, stünde nicht zur Debatte.

  • Die Einsparungen könnten auch ohne eine Kürzung im Hinblick auf die Nachrichtenzeit vonstatten gehen.

Ob diese Meldung wirklich beruhigend ist, was die Zukunft des Nachrichtenumfangs und der Nachrichtenqualität auf N24 angeht, daran werden sich die Geister scheiden. Definitive Zusagen zum Festhalten am bisherigen Standard werden nämlich keine verkündet.

Konkrete Pläne zu Streichungen bzw. Kürzungen aber auch nicht, weshalb man sich bei quotenmeter.de vorsichtig optimistisch gibt. Der Artikel auf endet dementsprechend mit dem Statement:

Somit besteht weiterhin die Chance, dass der Kanal das ?N? in seinem Namen auch 2010 zu Recht trägt.

Mal schauen, was sich 2010 so alles tun wird …

YouTube Direct – die Zukunft des Bürgerjournalismus?

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Man mag dazu stehen, wie man will, bestreiten kann man es aber nicht: Bürgerjournalisten sind längst ein fester Bestandteil der weltweiten Medienlandschaft geworden. Während die einen begeistert sind aufgrund der Möglichkeiten, die der Citizen Journalism eröffnet (z.B. unmittelbarere Berichterstattung, persönliche Eindrücke von Zeugen), werden immer wieder Stimmen laut, die im Tun von Bürgerjournalisten eine Gefahr für die Glaubwürdigkeit der Nachrichtenberichterstattung sehen.

Der Online-Videodienst YouTube möchte hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, die Zusammenarbeit zwischen Bürgerjournalisten und Medienhäusern zu vereinfachen und verbessern. YouTube Direct, heißt der neue Dienst, der extra zu diesem Zweck eingerichtet werden soll. Der Mediendienst kress schreibt bzgl. der Intention, die die YouTube-Betreiber mit YouTube Direct verfolgen:

YouTube Direct soll es Betreibern von Internet-Seiten ermöglichen, interessante Clips direkt bei den Usern anzufordern, diese auf ihre Glaubwürdigkeit hin zu checken und zu veröffentlichen.

Ein, wie ich finde, sehr interessantes Projekt. Man darf gespannt sein, ob es dazu beiträgt,  die Zusammenarbeit zwischen Bürgerjournalisten und Medienhäusern sowie den Ruf des Bürgerjournalismus, was die Glaubwürdigkeit angeht, zu verbessern.

Wer genauer wissen will, was sich hinter YouTube Direct verbirgt: Auf YouTube findet sich ein Video, das den neuen Mediendienst kurz und knapp erläutert.

Taking the Flak

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Wie entsteht ein Nachrichtenbeitrag? Warum sind bestimmte Themen interessant für Nachrichten, und andere nicht? Bilden Nachrichten die Welt tatsächlich so ab, wie sie ist, oder konstruieren sie eigene Medienrealtitäten?

Wen solche und ähnliche Fragen interessieren,wer schon immer fasziniert war von der Art und Weise, wie Nachrichten entstehen und wie sie wirken, für den gibt es seit kurzem einen Pflichttermin im Fernsehen: Seit letzter Woche zeigt der neu gestartete Digitalsender ZDF_neo jeden Donnerstag um 22.30 Uhr die brillant komische, aber auch bitterböse BBC-Serie »Taking the Flak«. Ein Titel, der sich kaum ins Deutsche übertragen lässt, ohne an Bedeutung zu verlieren, meint er doch übersetzt sowohl ?unter Beschuss stehen?, als auch ?scharf kritisiert werden?. Treffend ist in jedem Falle beides, schließlich geht es in der Serie um BBC-Reporter, die im afrikanischen Staat Karibu über einen drohenden Bürgerkrieg berichten.

Das Online-Portal wunschliste.de schreibt zum Inhalt der Serie:

Im afrikanischen Staat Karibu kriselt es gewaltig, seitdem dort riesige Erdölreserven entdeckt wurden. Als sich darüber ein blutiger Bürgerkrieg zu entzünden droht, wittert der ortsansässige TV-Journalist Harry Chambers die Chance seines Lebens: endlich steht er im Fokus der Medien, kann der Welt eindrucksvoll zeigen, was er als Krisen- bzw. Live-Reporter wirklich drauf hat. Doch er hat die Rechnung ohne seinen Arbeitgeber, die BBC, gemacht.
Die setzt ihm überraschend Chefauslandskorrespondent und Nachrichten-Urgestein David Bradburn vor die Nase. Der soll aus dem Krisengebiet mediengeschmeidig die abendlichen Nachrichten nach Hause schicken – jedenfalls so lange, bis sich woanders auf der Welt eine noch größere Krise auftut. So weit, so gut: Der eitle Veteran interessiert sich allerdings mehr für sich selbst als für die politischen Zustände. Als Bradburn samt Entourage die Arbeit aufnimmt, lernt Harry ebenso schnell wie schmerzvoll, dass er ganz am Ende der Medienzirkuskette steht und ganz andere das Sagen haben.

Mit viel Ironie und schwarzem Humor nehmen die Macher das Nachrichtenbusiness auf die Schippe. Ob sich ein Star-Reporter seine Informationen erst wenige Sekunden vor dem Live-Auftritt besorgt, der vermeintliche Experte in Wahrheit ein zweitklassiger Schauspieler ist oder die einheimischen Rebellen nur zu gerne bereit sind, im Auftrag der Medien aufeinander zu schießen (Schusswechsel geben immerhin eine schöne Kulisse für einen Beitrag ab) ? »Taking the Flak« weist auf höchst überdrehte, aber sehr amüsante Weise auf die Schattenseiten des Nachrichtenbusiness hin.

Bilden Nachrichtensendungen wirklich die Realität ab, oder ist letzten Endes doch alles gestellt? Nach dieser Serie wird man Nachrichten in jedem Fall deutlich kritischer betrachten als bisher.

Lokal-Wissenschaft im Sommerloch

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Was erwartet man von Wissenschaftsberichterstattung im Lokalteil einer Tageszeitung?

Nicht viel.

Laut einer Studie von Andre Stuber, der sich wiederum auf Anton Austermann bezieht, ist regionale Wissenschaftsberichterstattung nichts anderes als „Hofberichterstattung“ (Stuber 2005, S. 118). Ereignisse wie Tagungen werden zwar wahrgenommen, aber weder kritisch beleuchtet noch in einen Kontext gestellt. Hintergrundinformationen gibt es selten.

Gerade jetzt im Sommerloch findet man jedoch auch eine andere Form von Wissenschaft in der Lokalzeitung: die Heimatologie.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der jeweiligen Region also. Egal ob Geschichte oder Natur oder sogar Geologie. Hauptsache der Leser erfährt etwas über seine Heimat. Lokal-Infotainment.

Ein schönes Beispiel dafür ist die aktuelle Serie der Saarbrücker Zeitung „Tiere der Heimat“.

Auch wenn diese Form von Wissenschaftsberichterstattung das oben gezeichnete Bild etwas ausdifferenziert, muss man doch Andre Stuber insofern Recht geben, dass die Ruprik Wissen in der Regionalpresse „zu vernachlässigen ist“ (Stuber 2005, S. 118).

SZ-Serie Tiere der Heimat

Andre Stuber (2005): Wissenschaft in den Medien. S. 118

Anton Austermann: Polemische Anmerkungen zur Wissenschaftsberichterstattung in der Lokalpresse einer Universitätsstadt. S. 17-24

Design übersetzt und angepasst von Christian Moeris, Christian Lehberger & Linda Manuel. Basierend auf dem Theme GlossyBlue von N.Design Studio.
Bild Radioskala: © Jürgen Acker / PIXELIO