Crossmedia als Qualitätskriterium? Zeitungen Online 2008

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Einbrüche im Anzeigen- und Abonnementgeschäft,  sinkende Auflagen und ein zunehmend gewandeltes Mediennutzungsverhalten der Jugend veranlassten deutsche Tageszeitung in den vergangenen Jahren zu einem verstärkten Engagement im World Wide Web. Der Web2.0-Boom trug sein übriges dazu bei – Weblogs, Social Networking und neue Aktualisierungs-Tools (man denke  etwa an RSS-Feeds) schufen neue Möglichkeiten zur Information und Interaktion. Doch wie reagieren deutsche Tageszeitungen auf die sich bietende Potenziale? Wer springt wie auf den “Zug der Zukunft” auf? Und in welchem Umfang machen sich Tageszeitungen die Spezifika der Onlinekommunikation zu Eigen ?

Antworten hierauf liefern die beiden ehemaligen Trierer Medienwissenschaftler Steffen Büffel und Sebastian Spang in ihrer Studie “Zeitung Online 2008“.  Darin werteen sie die Onlineangebote der 100 auflagenstärksten deutschen Tageszeitungen nach interaktiven, multimedialen und Web2.0 Featuren aus und stellen die gewonnenen Erkenntnisse in Kontext der beiden – ebenfalls von Steffen Büffel in Zusammenarbeit mit Alexander Svensson, Falk Lüke und Igor Schwarzmann erstellten Zeitungsstudien 2006 und 2007.  Die Quintessenz der Studie lässt sich wie folgt zusammenfassen: Video-Angebote, RSS-Feeds, Kommentarfunktionen, Artikel-Klick-Rankings und Social Bookmarking erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und verzeichnen gegenüber den Vorjahren einen nicht unerheblichen Anstieg.  Foren, Chats und Audio-Podcasts stagnieren oder sind gar rückläufig. Die Zahl der Blogs bleibt stabil. Diese Trends der Angebote zeigen: die User diskutieren längst nicht mehr (nur) untereinander, sondern werden durch Blogs und Kommentarmöglichkeiten einzelner Artikel direkt in einen Dialog mit den Medienschaffenden eingebunden.

Die quantitative Ausschöpfung der sich bietenden Interaktions- und Kommunikationspotenziale demnach als Qualitätskriterium für die Onlineakitivitäten von Tageszeitungen? Nicht direkt. Sicherlich liefern die quantitativen Daten erste wichtige Hinweise (vor allem im Bereich von Kommentarfunktionen und RSS-Feeds), letztlich aber braucht es den Blick ins Detail. Nur eine qualitative Auswertung der aufgeführten Features ermöglicht den Zugang zur Bewertung und Einschätzung der redaktionellen Inhalte (bspw. bei Videoangeboten) oder die spezifische Nutzung einzelner Blogs.  Was die rein quantitative Studie bis her nicht verrät, wollen Steffen Büffel und Sebastian Spang schon bald in einem zweiten, qualitativen Analyseschritt leisten.

Verkauf des Berliner Verlags

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Die Kölner Verlagsgruppe DuMont Schauberg hat der Montgomery Mecom-Gruppe für 152 Millionen Euro den Berliner Verlag abgekauft.

Der britische Investor hat diesen 2005 für 180 Millionen Euro von der Holtzbrinck-Verlagsgruppe erworben. Der Investor hat sich wohl am deutschen Regionalzeitungsmarkt verschätzt. Montgomery soll hoch verschuldet sein. Seine Sparpolitik und sein Renditeziel waren in den Redaktionen allerdings unbeliebt.

Viel interresanter finde ich jedoch, dass mit diesem Verkauf nun drei führende Regionalzeitungen Deutschlands unter einem Verlag geführt werden. Denn im Kölner Verlag erscheinen schon der “Kölner Stadtanzeiger” und die “Frankfurter Rundschau” und mit dem Verkauf jetzt unter anderem auch  die ” Berliner Zeitung”.

Da stelle ich mir die Frage, auf welche Bereiche sich nun die Zusammenarbeit beziehen wird? Um die Kosten zu senken sind weitreichende Kooperationen ja zu erwarten. Finden wir jetzt in drei Zeitungen Artikel, die von den gleichen Journalisten geschrieben werden?

Die Gerüchte um ein gemeinsames Newsdesk wurden schon hart dementiert. Dass nun aber der Chefredakteur der “Frankfurter Rundschau” Uwe Vorkötter auch die “Berliner Zeitung” leiten soll, spricht in meinen Augen eher für diese eben angesprochene enge Zusammenarbeit. Er selber behauptet hingegen, dass die beiden Blätter publizistisch eigenständig blieben und eine sinnvolle Zusammenarbeit erst noch ausgearbeitet werden müsse.

Durch den Verkauf erwirbt die Kölner Verlagsgruppe DuMont Schauberg neben der “Berliner Zeitung”, das Stadtmagazin “tip”, die Boulevardblätter “Berliner Kurier” und die “Hamburger Morgenpost” wie auch die “Netzeitung”. Zusammen haben die Blätter eine Millionen Leser pro Tag.

In meinen Augen ist da eine Zusammenarbeit zwischen den Blättern notwendig. Nur so können die Kosten gesenkt werden. Wenn diese Zusammenarbeit, wie Vorkötter versichert, die publizistische Eigenständigkeit sichert, sehe ich da auch kein Problem. Was dabei auch zu berücksichtigen ist, ist die Tatsache, dass es sich dabei um Regionalzeitungen handelt, welche zwingend unterschiedliche Inhalte publizieren müssen. Zudem sollen die 900 Beschäftigten der deutschen Mecom-Gruppe übernommen werden. Was aus meiner Sicht auch für die Eigenständigkeit der Blätter spricht.

Nur frage ich mich, wie der Kölner Verlag das finanzieren will. Gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit mit dem einbrechenden Anzeigenmarkt.Ich hoffe, dass trotz dieser Tatsache die publizistische Eigenständigkeit gewährt bleibt.

Quellen:

Kölner kaufen “Berliner Zeitung” (13. Januar 2009); Spiegel online:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,600944,00.html

Montgomery beendet Deutschland-Abenteuer ( 7.Januar 2009) ; Spiegel online:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,600003,00.html

“FR” -Chef nennt Sparpläne “Quatsch” ( 12. Januar 2009); Spiegel online:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,600774,00.html

Axel Springer Verlag als gutes Vorbild

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Da hatte der Vorstand des Axel Springer Verlages doch einmal eine gute Idee – und überraschenderweise sogar eine, mit der er zur Erhaltung journalistischer Qualität beitragen und ein Vorbild für andere Verlage aus der Printmedienbranche sein kann.
Wie am Samstag der Spiegel berichtete, will die Axel Springer AG im kommenden Jahr sparen. Das allein ist in der momentan viel diskutierten “Medienkrise” defintiv keine Ausnahme, allerdings will der Springer-Vorstand nicht an Mitarbeitern oder Journalismus sparen, sondern möchte stattdessen die von ihm organisierten und finanzierten Mediengalas, die für 2009 geplant waren, streichen. Darunter fallen, so der Spiegel, die Verleihung der Goldenen Kamera, der “Bild”-Medienpreis Osgar, die Ein-Herz-für-Kinder-Gala, das Goldene Lenkrad, der “Sport Bild”-Award und “etliche andere” Veranstaltungen.
Obwohl derartige Galas natürlich eine hervorragende Werbung für die Organisatoren sein können und sie in den Fokus der medialen Aufmerksamkeit rücken, ist zu bezweifeln, ob diese Preisverleihungen wirklich wirtschaftlich rentabel sind – ganz abgesehen von der Frage nach ihrem Nutzen oder ihrem “Wert” für die Medienkultur oder die Gesellschaft. Bei der gewaltigen Menge an “besonderen” Medien-Events, die in regelmäßigen Abständen stattfinden, hört und schaut doch sowieso niemand mehr hin oder interesssiert sich für die Preisträger.
Insofern sollten sich andere Verlage in diesem Fall ein Beispiel an der Springer-AG nehmen und gründlich überdenken, an welcher Stelle Sparmaßnahmen sinnvoll sind und unnötige Geldverschwendung beenden können oder wo sie dem Journalismus und dessen Qualität abträglich sind.

Der (neue?) Einfluss des Onlinejournalismus auf die Politik

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Im Onlineangebot der Zeit ist momentan ein Video-Kommentar des Medienexperten Hans J. Kleinsteuber zu sehen, in dem er sich zum Einfluss der amerikanischen Medien auf den diesjährigen Wahlkampf und den Sieg Obamas äußert.
Kleinsteuber sagt darin, dass die finanzielle Krise der Printmedien, zusammen mit dem Glaubwürdigkeitsproblem das Printmedien, Hörfunk und Fernsehen nach Bush und Irakkrieg in den USA haben, dazu geführt hat, dass über den diesjährigen Wahlkampf ganz neu berichtet wurde und dass die Macht der Beeinflussung des Medienpublikums mehr bei den unabhängigen, neuen Formen des Journalismus als bei den “alten Medien” lag.
Wenn die großen Zeitungen kein Geld mehr haben, ihre Korrespondenten permanent an die Fersen der Präsidentschaftskandidaten zu hängen, und wenn die Bevölkerung den Massenmedien sowieso nicht mehr so recht trauen will, nimmt der Einfluss der Online-journalisten, Laien-Berichterstatter und Blogger plötzlich rapide zu.

Obamas Sympatisanten haben ihm durch Untertstützung und Wahlkampf übers Internet zum Sieg verholfen und der Onlinejournalismus konnte dabei einen viel größeren Einfluss auf die öffentliche Meinung ausüben, als es bei vorigen Wahlkämpfen der Fall war. Können wir darin ein exemplarisches Beispiel sehen? Dass der Journalismus der Zukunft hauptsächlich im Internet statt auf dem Papier stattfinden wird, ist bereits weitläufig akzeptiert – aber ist dies wirklich eine Entwicklung, die wir in Zukunft zu erwarten haben, oder liefert die aktuelle Situation in den USA nicht ein Beispiel dafür, dass dies auch jetzt schon passiert?

Gefälschte New York Times

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Eine Aktivistengruppe verteilte eine gefälschte “New York Times” in Millionenauflage in zahlreichen US Großstädten. Wie unter anderem Spiegel Online berichtete, verkündeten die Aktivisten in ihrer Ausgabe der “New York Times” all jene Nachrichten, die sie sich wünschen würden – die Kriege im Irak und in Afghanistan sind vorbei, Guantánamo wurde geschlossen und George Bush wurde angeklagt wegen Hochverrats – das Idealbild einer besseren amerikanischen Welt.
Und dabei war die Fälschung der Zeitung so überzeugend gestaltet, dass man sie (zumindest auf die ersten Blicke) für das Original halten konnte. Sogar ein entsprechendes Online-Angebot hatten die Aktivisten erstellt (eine PDF Version der Zeitung lässt sich auf Spiegel Online ansehen). Die echte “New York Times” hielt es dementsprechend auch für angebracht, auf ihrer Webseite eine Stellungnahme zur Fälschung abzugeben und deutlich zu machen, dass die dort abgedruckten Nachrichten leider nicht zutreffen.
Abgesehen davon, dass ich diese Aktion für eine ausgeklügelte und kreative Idee der Aktivisten halte, um Aufmerksamkeit für ihre Ziele und Ideale zu erhalten, finde ich sie auch im Hinblick auf die Debatte über Einfluss und Glaubwürdigkeit der Zeitungen interessant. Natürlich wird eine solche Aktion weder die Glaubwürdigkeit der “New York Times” schwächen, stützt sie sich doch gerade auf den Status und Ruf dieses Zeitungsriesen, noch wird sie eine Debatte über Publikationsfreiheiten auslösen – aber was wäre, wenn derartige “Fälschungen” öfter geschehen würden? Sicherlich wird sich der eine oder andere Leser die nächste Ausgabe der “New York Times” zweimal ansehen, um sicherzugehen, dass er auch wirklich ein Original in Händen hält.

Zeitungskrise in den USA

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Nachdem die New York Times ihre Redaktion vor 2 Jahren bereits wesentlich reduziert hatte, folgt nun auch die Los Angeles Times. Als Folge der großen Werbeverluste der Printausgabe werden 250 Stellen abgebaut, 150 alleine in der Redaktion. Daneben sollen pro Woche auch 15 Prozent weniger Seiten produziert werden. Doch nicht nur die Los Angeles Times ist betroffen, insgesamt haben amerikanische Zeitungen rund 1000 Jobs allein in der vergangenen Woche abgebaut.

Seit Jahren haben amerikanische Zeitungen schon unter dem Rückgang des Anzeigengeschäfts zu kämpfen. Alleine in den letzten zwei Jahrzehnten ist die Auflage aller Zeitungen der USA um ein Drittel gesunken. Der Grund dafür liegt wie überall im Rückgang des Anzeigenumsatzes, da ein Großteil der Werbung ins Internet abzieht. Paradoxerweise steigen durch die Internetangebote der Zeitungen zwar Reichweite und Leserschaft (im Internet wohlgemerkt), doch das Problem mit den Werbeeinnahmen ist noch nicht gelöst, weshalb Rendite und Auflagen weiter sinken.

Quellen:http://www.ftd.de/technik/medien_internet/:Sinkende%20Werbeeinnahmen%20Los%20Angeles%20Times%20Stellen/381430.html http://medienlese.com/2008/07/03/zukunft-der-zeitung-die-blutigste-woche-des-jahres/

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Die Zeitung der Zukunft – Aus Papier oder in Pixeln?

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In den letzten zehn Jahren sank die Auflagenzahl der Tageszeitungen von 29,4 Millionen Exemplaren auf 23,4 Millionen. Ein bekanntes Problem für das es sicher mehrere Ursachen gibt. Eine davon ist sicher die späte Erkenntnis, dass die Zeitungen ein ansprechendes Layout haben müssen und generell Leserfreundlicher sein sollten. Es gibt aber auch das Problem, dass die schnelllebigeren Medien, wie Fernsehen, Radio und Internet für die Nutzer einfacher zugänglich sind und evtl sogar kostengünstiger – Warum sollte ich mir eine Zeitung kaufen, wenn ich doch eh meinen Internetanschluss bezahle und dort die News umsonst bekomme und dafür auch nicht weit laufen muss. Diese Erkenntnis ist natürlich auch den Zeitungsredaktionen nicht entgangen und fast alle haben heute eine entsprechende Online-Ausgabe im Netz so z.B. auch die TAZ.

Die Onlineausgaben wurden zunächst sehr Stiefmütterlich behandelt und eher widerwillig betrieben. So wurde anfangs einfach der Kollege mit dem meisten Computer Know-How zum Leiter der Onlineredaktion ernannt. Zunächst dachte man auch, aus Furcht vor Abo-Verlusten, man müsse eine bestimmte Gebühr für die online Nutzung der Tageszeitung erheben.

Inzwischen sieht das alles jedoch ganz anders aus: Das Angebot ist kostenlos und alles, was an News an den Leser weitergegeben werden soll, wird zuerst online gestellt und danach kommt es in die Zeitung frei nach dem Motto “Online first”. Auch richten die Onlineredaktionen der Zeitungen ihr Angebot nach dem Zeitgeist des Internets: Mit Web 2.0 ist eine neue Form des Internets entstanden, die auch an den Zeitungen nicht Spurlos vorübergezogen ist. So bieten viele Zeitungen nun Foren und Blogs an, um die Community zu Wort kommen zu lassen. Auch Web-TV wird zu einem immer entscheidenderen Aspekt.

Man erkennt also: Die Zeitung ist ein Medium im Umbruch. Aus der Not entwickelte sich eine Initiative, die die Zeitung auch heute noch attraktiv erscheinen lässt. Doch wie sieht die Zukunft aus? Wird das Online-Angebot noch weiter ausgebaut, um dann entgültig die Printausgabe abzulösen, Oder hält der Leserkreis der Printzeitungen auch in der Zukunft an dem Papierformat fest?

Quelle: Spiegel-Online

Personalkürzungen bei Berliner Zeitung

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“Jeder dritte Redaktionsjob soll weg” titelt Spiegel online heute.

Nach Angaben des Betriebsrates der Berliner Zeitung will die Deutsche Mediengruppe, welcher Besitzer der Berliner Zeitung ist, allein die Redaktion von 130 auf 90 Mitarbeiter kürzen. Doch sollen laut den Plänen der Deutschen Mediengruppe nicht nur 40 Stellen bei der Berliner Zeitung wegfallen, sondern überhaupt 150 von 930 Arbeitnehmer der Deutschen Mediengruppe ihren Arbeitsplatz verlieren.

Doch die Arbeitnehmer fordern die Pläne zu streichen und doch lieber in die einzelnen Medien, (Berliner Zeitung, Hamburger Morgenpost, Netzeitung, etc) zu investieren.  Auch fürchtet der Redaktionsausschuss der Berliner Zeitung, dass diese ihren Ruf als Qualität-und Autorenzeitung nicht halten kann, wenn die Pläne der Deutschen Mediengruppe durchgeführt werden und Personal entlassen wird.

Also hat man hier den Konflikt zwischen Qualität und Kosten. Die Qualität einer guten Zeitung kann nur mit den entsprechenden Mitarbeitern gehalten werde, welche wiederrum Kosten bedeuten. So wird man sehen, ob die Deutsche Mediengruppe jetzt die Qualität der Berliner Zeitung versucht zu halten, ober ob sie doch die Kosten senken, durch die angekündigten Personalkürzungen.

Quelle: Spiegel Online http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,561548,00.html

“Journalism in the public interest”

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Als Reaktion auf die in den USA besonders dramatische Zeitungskrise hat Ex-“Wall Street Journal”-Chef Paul Steiger eine gemeinnützige Organisation zur Rettung des Qualitätsjournalismus ins Leben gerufen.

Wie der Spiegel in seiner Ausgabe vom 16. 06. 2008 berichtet, bietet Steiger mit seiner Organisation “Pro Publica” eine eigene Website an, auf der in traditionellem Stil verfasste Nachrichten kostenlos abgerufen werden können. Nachdem in den letzten Jahren in den USA die Auflagen und damit die Anzeigenerlöse der Tageszeitungen dramatisch sanken, im April die “Capital Times” als erstes Blatt die Printausgabe aufgab und die Berichterstattung ganz ins Internet verlegte (vgl. Post 28.04.08), und Philip Meyer in seinem Buch “The Vanishing Newspaper” den Tod der Zeitung für das Jahr 2043 vorhergesagt hat, sehe Paul Steiger den klassischen Qualitätsjournalismus in ernster Gefahr.

Pro Publica versteht sich als unabhängige, unentgeldlich arbeitende Nachrichtenplattform, die investigativen Journalismus im öffentlichen Interesse betreibt.

Pro Publica

Verdienen jetzt die Scheichs auch an der BILD?

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Wie betitelte die BILD dieser Tage ihr neustes Quiz… “Reich wie Scheich”!?
Nur auf WEN bezieht sich diese Aussage!?

Nachdem kurz vor Pfingsten die tägliche BILD Zeitung ihren Verkaufspreis von 50 auf 60 Cent deutschlandweit anhob (das sind sage und schreibe ZWANZIG Prozent AUFSCHLAG, hallo!?!?) zog letzten Sonntag die BamS nach und erhöhte ebenfalls ihren Preis von 1,40 EUR auf 1,50 EUR (sind zwar auch NUR 10 Cent mehr, aber in der Relation gesehen immerhin noch rund SIEBEN Prozent TEURUNG!!!)

Summasummarum macht das also 70 Cent (!!!) mehr pro Woche (das sind bei rund 4 Millionen verkauften Exemplaren pro Tag immerhin rund 3 Mio. EURO MEHR-Einnahmen und das PRO WOCHE, ergibt sich auf das JAHR gesehen einen MEHR-Betrag in der BILD-Kasse von 145 Mio. EURO!!!) ob sich die BILD damit einen so großen Gefallen bei der ansonsten so treuen Leserschaft tut, zumal die 60 Cent total unhandlich zu bezahlen sind, oder wer hat schon immer 10 Cent-Stücke im Geldbeutel…. hmmmmm :-(

Auf jeden Fall wäre mal interessant zu wissen, mit was diese Teurung begründet wird, immerhin befindet sie sich ja in guter Gesellschaft neben Eier, Butter, Käse, Brot, Milch und Sprit, welche die BILD Zeitung ja selbst ständig publikumswirksam beklagt!?!? Also WER beklagt jetzt die Teurung der BILD!?!? die Frankfurter Allgemeine!?!? die Süddeutsche!?!?

PS: Da ne Million oder zwei für den “Gewinner-Scheich” abzudrücken, ist ja dann schon eher lächerlich… ;-P

erste große Tageszeitung ohne Printausgabe

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Die regionale Tageszeitung “Capital Times” in Madison (Wisconsin, USA) hat am Wochende das Drucken eingestellt, wie die “New York Times” berichtet. Das Traditionsblatt habe die tägliche Berichterstattung vollkommen auf das Internet verlagert. Grund sei der enorme Leserrückgang bei gleichzeitigem Anwachsen der Online-Umsätze. Zwar trennte sich die Zeitung von der Printversion ihrer Tagesausgabe, dafür sollen künftig aber zwei wöchentlich erscheinende Blätter produziert werden. Kein endgültiges “Nein” also zum Druckerzeugnis, nichtsdestotrotz ein bedeutsamer Schritt.

http://www.stern.de/computer-technik/internet/:Online-Zeitung-Eine-Tageszeitung-Druckmaschinen/618661.html

Murdoch gesegnet, Zell seelig

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Rupert Murdoch hat ihn endlich, seinen Segen – vom Kartellamt.
Dieses hat der Übernahme des Dow Jones Verlags durch den australischen Medienunternehmer zugestimmt.

Für schlappe 5 Milliarden Dollar geht unter anderem auch das WSJ über den Tisch.

Und auch der milliardenschwere Sam Zell ist wieder um ein neues Spielzeug in seinem Imperium reicher.

Hier wechselte für den Preis von 13 Milliarden Dollar die Tribune-Gruppe den Besitzer.

Man darf gespannt sein, ob und wie sich der Eignerwechsel – vor allem inhaltlich – auf die elf Fernsehzeitungen und 23 Fernsehsender auswirkt.

Tagesschau 

Zeit 

US- und GB-Online-Nachrichten folgen dem Kostenlos-Trend

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Nicht nur für Politikwissenschaftler im Hausarbeits-Modus von Interesse: Bei Economist, New York Times und CNN wurde das Weihnachtsfest vorgezogen, die Online-Nachrichten gibt es wieder als Geschenk! Focus.de zufolge können wir uns nach der kostenpflichtigen Phase bald wieder nach Lust und Laune zwischen englischsprachigen Kolumnen, Meinungsartikeln und Archiven herumtreiben. Auch das Wall Street Journal, bisher die Online-Zeitung mit den meisten zahlenden Abonnenten, wird es künftig im Netz umsonst geben.

Quelle: focus.de, 13.08.2007

(CD)E-Mag

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Ich bin gerade über das Welt Magazine gestolpert. Ein Paintball E-Mag der besonderen Art.

Trotz starkem haptischen Eindruck werden geschickt die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Technik eingebunden Video Audio und Flash im Magazin – not bad!
Das Ganze dann in ein Portal des jeweiligen Magazinanbieters eingebunden, wo es mit spezifischer Werbung versehen werden kann und der Anbieter im Hintergrund einben Überblick Über Nutzungsdaten erhält – I’m in love!

Inhaltlich ist es unterirdisch, selbst für Paintballzeitschriften.
Wer hier eher einsteigen will, sollte mal am gut sortierten Bahnhofskiosk nach der Facefull oder PGI umsehen, aber das nur am Rande.

Einfach mal reinklicken und dann mit den grünen Pfeilen oben links oder auch ganz intuitiv durch über die oberen Ecken der Seiten genüsslich durchblättern.
Cerosmedia nennt sich die Firma, die diese Art des E-Mags, die Ceros Digital Edition (CDE) möglich macht. Die Namen der Kunden sprechen für sich, nur findet man deren CDEs kaum auf deren Seiten.

Mal sehn, ob in einem Jahr noch ein Hahn danach kräht…Würd mich freuen.
Der deutschsprachige Raum scheint hier noch unberührt – weder Ausgaben, noch Artikel über das Format sind zu finden.

Hier habe ich noch ein weiteres Magazin ergoogelt, ein Preview für das BBC Music Magazine Wo bietet es sich mehr an, als bei einer Musikzeitschrift endlich auch mal zu hören, über was geschrieben wird?

Warum ein völlig farbloses Immobilienblatt allerdings auf diese Technik zurückgreift und dann die gegebenen Möglichkeiten nichteinmal nutzt bleibt ein Rätsel.

WAZ zieht Sportler an!

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Die Agentur b+d, Partner der WAZ Mediengruppe hat ein neues Konzept zur Verkaufsförderung der verschiedenen WAZ Titel entwickelt. 
Das meldet das Fachblatt Sponsors.
Im Mittelpunkt der Kampagne unter der Motto ” Wir ziehen Sportler an”, steht damit die Förderung von regionalen Sportvereinen.
Vereine wurden von der WAZ aufgefordert Abonnenten für die von der WAZ herausgegebenen Titel  ?Westfälische Rundschau?, ?Westfalenpost? und ?Neue Rhein Zeitung/Neue Ruhr Zeitung? zu werben.
Für jedes abgeschlossene Abonnement erhält der Verein im Gegenzug von der WAZ Gruppe eine Gutschein für Sportausrüstung im Wert von 100?.
Wirbt ein Verein sieben neue Leser gibt es zusätzlich einen Trikotsatz für 14 Spieler des Verein.  
 

Regionen im Focus des Focus

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Ab 10. September erscheint ein regelmäßiger Sonderteil des Focus für Bayern, der alle 14 Tage im bayerischen Verbreitungsgebiet der Zeitschrift beiliegt.
Hierbei soll der Freistaat Bayern als Prototyp fungieren so Helmut Markwort, Chefredakteur des Focus. Wenn sich die angestrebte Kundenbindung bzw. Kundenneugewinnung damit erzielen lasse, könne man bald schon mit weiteren Regional- Teilen, wie zum Beispiel für Baden-Württemberg oder Nordrhein- Westfalen, rechnen.

Quelle: Artikel vom 02.08.2007 auf kontakter.de

Lokalzeitung fürs Internet – Ebersberger Nachrichten

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Die Stadt Ebersberg nordöstlich von München hat nicht einmal 11.000 Einwohner, aber seit diesem Jahr gleich drei Tageszeitungen, darunter die Ebersberger Nachrichten, die es ausschließlich im Internet zu lesen gibt.

Der Journalist Thomas Hümmler ist Herausgeber der Ebersberger Nachrichten, einer der, nach eigenen Angaben, ersten Online-Lokalzeitungen im Internet.

In Ebersberg selbst gibt es sonst noch die Lokalblätter Ebersberger Zeitung und Ebersberger SZ.

Kennt jemand weitere Lokalzeitungen die ausschließlich im Internet zu finden sind?

Quelle: http://ebersberger-nachrichten.de/ueberuns/

 

Spiegel Online verheiratet Journalismus und PR ‘beispielhaft’

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“Technikgeschichte” lautet die Rubrik, in der bei Spiegel Online heute ein Beitrag über die Geschichte des Autoradios erschien. Anlaß: 75 Jahre Autoradio. Oder doch nicht?
Ein Röhrenmodell Autosuper 5 steht am Anfang, 30er Jahre, 50er Jahre, UKW, Transistorradio; die Fotostrecke beginnt ebenfalls mit Autosuper 5, dann ein Singles spielender Plattenspieler für das Auto, dann Beckers Modell “Mexiko” aus den 60er Jahren.
Eins macht stutzig: der dicke Pfeil auf dem Radio – was soll der für eine Funktion haben? Kurzer Blick auf die Bildzeile: das Radio ist nicht aus den 60er Jahren, sondern von heute – Retrodesign. Navigationssystem, Titelanzeige, Bluetooth alles drin, im “Mexiko”, erfährt man dann.
Beim genaueren Hinsehen kann man weitere Hinweise auf PR anstatt auf Technikgeschichte erkennen: Die Überschrift der Fotostrecke macht für einen Beitrag zur Radiogeschichte mit “75 JAHRE AUTORADIO:
RETRO-DESIGN UND ELEKTRONENRÖHREN” keinen Sinn.

Zwei Drittel redaktioneller Text, am Ende noch das zu bewerbende Produkt eingebaut und fertig ist die Werbung. Das sind die innovativen Formen der Onlinewerbung, Trennungsnorm ade!
Ist das der Preis, den Onlinejournalisten für bessere Beschäftigungschancen zahlen?

Auf ein Neues im kommenden Semester?

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Das Sommersemester 2007 ist ? zumindest was die Veranstaltungen angeht ? vorüber. Müsste ich nun in Retrospektive nennen, was die interessantesten Seminarsitzungen des Sommers waren, so wäre mit Sicherheit jene im Rahmen des Seminars Wege aus der Zeitungskrise mit den Volontären des Trierischen Volksfreunds darunter. Über die Gründe für diese Wahl habe ich an anderer Stelle schon geschrieben. Nun, da dieser diskussionsreiche Nachmittag schon ein Weilchen her ist, warf ich vergangenes Wochenende einen Blick in den Onlineauftritt sowie die Printausgabe des TV, um einmal zu sehen, ob die in der Sitzung erarbeiteten Verbesserungsvorschläge irgendwo zu erkennen sind. Natürlich erwartete ich keine weltbewegenden Änderungen, zumindest was das Printprodukt anbelangt ? große Erwartungen hinsichtlich der Berücksichtigung von Vorschläge wären hier wohl anmaßend. Aber gerade was das Blattkritikblog betrifft, so dachte ich, dass die durch die Studierenden aufgezeigten Probleme behoben sein könnten. Doch das Fazit ist ernüchternd. Keinerlei Besserungen im Blattkritikblog. Noch immer dient es primär der Themenpräsentation für die Ausgabe des kommenden Tages. Noch immer bleiben Aufforderungen und Fragen zur Generierung von Leser-Feedback zu allgemein. Und noch immer ist diese Möglichkeit der Rückkopplung zwischen Leser und Redaktion weitestgehend ungenutzt, wie nur unschwer an der Anzahl der Kommentare zu erkennen ist. Gut, möglicherweise wollen oder können viele Leser diese unmittelbare Verbindung zur Redaktion des Trierischen Volksfreunds einfach nicht nutzen, ungeachtet dessen sollte das Blattkritikblog dennoch zu dem Zwecke ausgerichtet sein, den es gemäß seines Titels anstrebt: Gewinnung von Kritik, Feedback und Anregungen aus der Leserschaft.
Halten wir also fest: Es gibt weiterhin Anlass für Seminarsitzungen in denen Theorie und Praxis, Wissenschaft und Journalismus zusammenkommen, um mögliche Defizite und Verbesserungsvorschläge gemeinsam zu erörtern. Auf ein Neues im kommenden Semester?

?Videotorials? bei National Geographic

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Klaus Liedke, Chef- Redakteur des National Geographic führt in Videos den Besucher der Homepage durch das Angebot der Seite. Die Idee stammt von ihm selbst.

Ziel sei es, intensivere Kontakte durch die Online-Videos aufzubauen und, wie immer, die Leser-Blatt-Bindung zu stärken.

Vorerst sind drei Ausgaben dieses ?Videotorials? geplant, danach wird mit den Kooperationspartnern entschieden, ob das Format beibehalten werden soll.

Quelle: http://www.kontakter.de/kontakter/news/online/index.html

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