Der freie Autor. Oder: Warum er nicht gelesen wird.

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienwandel, Printmedien1 Kommentar »

Noch nie schien die Zeit für alle Kreativen günstiger zu sein als heute, insbesondere für Autoren und solche, die sich so nennen wollen. Denn das Internet lässt Gedrucktes immer mehr obsolet werden, Massenproduktionen etwaige Druckkosten minimieren, digitale Lesegeräte, eReader, das Buch in der Hand ersetzen. Und wo man sich als Autor früher noch durch Lektorat, Korrektorat schlagen musste, sein Werk unerfindlich vielen Verlagen mit ihren eigentümlichen Vorsitzenden und kritischen Managern vorlegen musste, man auch nach der zehnten Absage, die nicht selten unbegründet blieb, nicht aufgeben durfte, bis man endlich in die Hände eines mit jesuanischer Güte gesegneten Verlegers kam, der schon die Zeichen am Himmel für den neuen Propheten der Nationalliteratur sehen konnte – so reichen heute einige Klicks und man wird begrüßt in der Welt des schreibenden Volks.

Plattformen gibt es mittlerweile zahlreiche, zum Beispiel der deutsche Service „BoD“ (Books on demand), der für eine geringe Gebühr nicht nur eine ISBN für das geliebte Werk liefert (Denn diese ist für eine Repräsentation im klassischen Buchhandel quasi unabdingbar, da nur so die Werke in das „Verzeichnis lieferbarer Bücher“ eingepflegt werden), sondern gleich einen internen Editor für die Covergestaltung und entsprechende Vertriebskanäle bereitstellt. Das Buch wird digital den Kindle-Produkten von Amazon, sowie der digitalen Konkurrenz seitens der alteingesessenen Buchhändler (z.B. Tolino)zur Verfügung gestellt; möchte der Leser hingegen sein Buch in Händen halten, so wird es nach Bedarf gedruckt und innerhalb von zwei Wochen an den Käufer ausgeliefert. Weder eine inhaltliche, noch formale Überprüfung oder Korrektur ist erforderlich, kann aber für das entsprechende Kleingeld modular dazu gebucht werden.

Zwar sträuben sich die Buchhandlungen in den deutschen Innenstädten noch, diese Werke in ihr Sortiment aufzunehmen – dennoch scheint der Siegeszug des sogenannten „self-publishing“ beschlossen zu sein. Seit neuestem wird sogar eine Kooperation mit den öffentlichen Bibliotheken angestrebt. Und es ist verständlich: Da der Service keine (katalogorientierte) Selektion und kein aufwendiges Lektorat unterhält, wird jedes Werk gedruckt, gleich wie viele Rechtschreibfehler, inhaltliche Ungenauigkeit oder sprachliche Unverschämtheit darin enthalten ist. Da der Service am Autor verdient, auch wenn sonst nichts verkauft wird (durch monatliche und einmalige Kosten), und keinerlei Werbung stellt, ist die Autorenmarge frei wählbar und wird einfach dem reinen Druckpreis als Mehrkosten für den Käufer aufgeschlagen. Der Autor wird Unternehmer, kümmert sich um Layout und Cover, Format, Papierfarbe, Marketing und Verbreitung.

Es darf zwar als erwiesen gelten, dass große Verlage noch lange keine Qualität garantieren (Das prominente Beispiel „Shades of Grey“, das auf einer Fanfiction zu Twilight basiert, erschien hierzulande im Goldmann Verlag!), aber gerade in der Verschmelzung des Self Publishings mit dem traditionellen Buchmarkt erfährt man (insbesondere auf dem eBook-Markt) eine deutliche Absenkung der Qualität. Dort findet man fragwürdige „Kinderbücher“ und „Horrorgeschichten“ zum Centpreis, voller Fehler und Ungereimtheiten, die im langen Verlauf dem eBook-Markt wieder in den Rücken fallen könnten. Denn auch 99 Cent sind zu viel für ein Werk, das man zehn Minuten später genervt von seinem Gerät löscht.

Das immer populärer werdende Self Publishing deckt ein Bedürfnis der Gesellschaft, sich auszudrücken. Wo in großen Verlagen mehr und mehr nicht nach der literarischen Qualität gefragt wird, sondern den Verkaufserwartungen, ermöglicht die eigene Veröffentlichung die Chance auf einen kleinen Teil am großen Markt und weckt bei vielen die Hoffnung, im großen Haufen an Veröffentlichungen endlich etwas von großem literarischen Wert zu erspähen. Doch dieser neue, freie Autor schafft sich in gleicher Geschwindigkeit wieder ab, wie er sich erschafft. Wenn Independent und „ohne Verlag“ zum Synonym für schlechte Belletristik geworden sind, dann spielt das nur den Verlagen in die Hände, die immerhin noch ohne Rechtschreibfehler Aufgewärmtes servieren.

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Der Trend zu interaktiven App-Fernsehshows?

geschrieben von in Fernsehen, MedienwandelKommentare deaktiviert für Der Trend zu interaktiven App-Fernsehshows?

In letzter Zeit sehen wir immer wieder, wie Sender versuchen, die Zuschauer interaktiv in ihr Programm mit einzubeziehen. Man soll über das Smartphone für den Verbleib des Favoriten in der Casting-Show voten oder gegen die Kandidaten auf dem Bildschirm eine Denkaufgabe lösen.

Wenn die Zuschauer sowieso immer öfters parallel im Internet beschäftigt sind, kann man sie eventuell auch dazu bewegen aktiv im Geschehen der Sendung mitzuwirken. Besonders die Zielgruppe der 14-29 Jährigen wird von den Programmmachern ins Auge gefasst. Denn eben diese nutzen im Vergleich am Häufigsten einen „Second Screen“ während der Hauptsendezeit, auch wenn das Interesse beim Surfen dabei häufig nicht bei den im Fernsehen laufenden Inhalten liegt.

Das wird vermutlich auch der Anlass dafür gewesen sein, dass nicht nur die privaten Sender mit Musikshows wie „Rising Star“(RTL) oder „Keep Your Light Shining“(ProSieben), sondern eben auch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten versuchen, das junge Publikum auf ihre Programme aufmerksam zu machen, es mit einzubeziehen und somit an die Sendung zu binden.

Die Realität sah und sieht aber leider ganz anders aus. Beide zuvor genannten Sendungen, bei welchen man für seinen Lieblingskandidaten per App abstimmen konnte, wurden im letzten Jahr aufgrund mangelnder Einschaltquoten abgesetzt. Im Gegensatz dazu möchte die ARD an ihrem Projekt „Quizduell“ festhalten.

Bereits im Mai letzten Jahres versuchte man die Zuschauer mithilfe der beliebten Smartphone-App zu einem Live-Quiz gegen Kandidaten im Studio zu bewegen. Doch immer wieder sind Überlastungen des Systems aufgetreten, die den reibungslosen Ablauf der Sendung gestört haben. Alternativ musste aus diesem Grund das Publikum im Studio statt der Zuschauer daheim ihre Antworten abgeben. Da die Einschaltquoten jedoch meist bei einem recht hohen Marktanteil zwischen 7 und 9% lagen, gibt man dem Projekt ab nächsten Montag eine neue Chance. Die Anwendung wurde verbessert und erneut veröffentlicht. Aber trotzdem lief bei der Generalprobe gestern Abend doch noch nicht alles rund. Zwar gab es dieses Mal keine Serverüberlastung, jedoch vereinzelt andere (technische) Bedienungsprobleme.

Das Interesse, sich via App mit Leuten in einer Sendung auf eine intellektuelle Weise zu messen, scheint bei den Zuschauern vorhanden zu sein. Falls die Fehler zum kommenden Montag behoben werden können, sieht es somit nicht schlecht für einen quotenreichen Neustart der Sendung aus. Und ist dies der Fall, werden vermutlich weitere Versuche folgen, Apps in Fernsehsendungen zu integrieren.

 

 

 

 

 

 

http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=438

http://www.tagesspiegel.de/medien/pannenshow-2-0-joerg-pilawas-quizduell-besteht-stresstest-nur-knapp/11292228.html

http://www.daserste.de/unterhaltung/quiz-show/quizduell/index.html

http://www.shz.de/nachrichten/deutschland-welt/netzwelt/jede-app-show-wird-zum-flop-id7564261.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Quizduell_%28Fernsehsendung%29

http://www.t-online.de/digital/id_72658658/ard-bringt-neue-quizduell-app-fuer-ios-und-android.html

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„Das Internet wird verschwinden.“

geschrieben von in Internet, Internetstatistik, Medienwandel, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Auf dem diesjährig zum 45. Mal stattfindenden Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz machte der Google-Vorstandsvorsitzende Erik Schmidt eine Aufsehen erregende Behauptung in Bezug auf seine Vorstellung vom zukünftigen Internet: „I will answer very simply that the Internet will disappear.“

Gemeint ist mit dieser Aussage nicht, dass das Internet bald nicht mehr existieren wird (was wohl in unserer Gesellschaft auch nicht mehr vorstellbar ist), sondern im Gegenteil: „Das Internet wird verschwinden. – Weil es überall sein wird.“ Es wird nicht mehr „da“ sein, weil es so selbstverständlich werden wird, dass wir es nicht mehr bemerken, bzw. als gesondert ansehen. Gerade durch das kommende Web 3.0, das “Internet of Things”, das all unsere Geräte miteinander vernetzt, wird die eigentliche Interaktion mit dem Internet von unseren alltäglichen Tätigkeiten nicht mehr zu unterscheiden sein. Laut Schmidt wird es keine Barriere zwischen Online- und Offline-Sein mehr geben; das Internet wird zu einem Teil unserer eigenen Präsenz werden.

“There will be so many IP addresses, so many devices, sensors, things that you are wearing, things that you are interacting with that you won’t even sense it.
It will be part of your presence all the time. Imagine you walk into a room, and the room is dynamic. And with your permission and all of that, you are interacting with the things going on in the room.”

Seine Vorhersagen fanden im Zuge der Diskussion „The Future of Digital Economy“ statt, an der auch weitere hochrangige Personen der IT-Branche teilnahmen:
Neben Erik Schmidt beteiligten sich auch Microsoft-Chef Satya Nadella, Vodafone-CEO Vittorio Colao und Facebook-Managerin Sheryl Sandberg am Gespräch.
Letztere unterstützte Schmidt in seiner optimistischen Sicht und fügte hinzu: „Leute, die früher keine Stimme hatten, können sich heute einbringen. Jeder kann posten und teilen.“
Laut Schmidt ist das Internet eine der größten Errungenschaften der Menschheit und birgt immense Vorteile – nicht nur für das Individuum bei der persönlichen Beratung und Informationsbeschaffung, sondern auch für die Politik, Wirtschaft und Gesellschaft: Globale Kommunikation und Vernetzung helfen laut ihm der Bildung, Gleichberechtigung und Staatsführung.
Vom Google-Chairman werden aber ebenso wichtige, mit der Verbreitung der Internetnutzung einhergehende, negative Entwicklungen wie zum Beispiel die Verstärkung des „digital divide“, also der steigenden Ungleichheit zwischen Internetnutzern und Nicht-Nutzern nicht beachtet. Momentan haben laut dem Global Internet Report 2014 40% der Menschen Zugriff auf das Internet und können von dessen Vorteilen profitieren. Doch der Rest wird zunehmend von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt, was die ohnehin schon extreme Kluft zwischen hochmodernen Industriestaaten und Entwicklungsländern vergrößert.

Quellen:
http://www.weforum.org/sessions/summary/future-digital-economy
http://www.hollywoodreporter.com/news/google-chairman-eric-schmidt-internet-765989
http://www.blick.ch/news/wirtschaft/google-praesident-eric-schmidt-das-internet-wird-verschwinden-id3428753.html
http://www.internetsociety.org/sites/default/files/Global_Internet_Report_2014_0.pdf
http://wearesocial.sg/blog/2015/01/digital-social-mobile-2015/#more-10068
http://www.globalisierung-fakten.de/globalisierung-informationen/gruende/globalisierung-durch-kommunikation-und-internet/

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Katastrophen- und Unwetterwarnung per App

geschrieben von in Allgemeines, Medienwandel, Nachrichten1 Kommentar »

Katastrophen- und Unwetterwarnung per App, SMS oder E-Mail, dies ist in Rheinland Pfalz zukünftig flächendeckend möglich. Die Grundlage dafür bietet das Warnsystem Katwarn. Dabei handelt es sich um „einen kostenlosen Service für offizielle Warninformationen“ (rpr1.de). Der Name „Katwarn“ ist eine Abkürzung von Katastrophenwarnung.

Katwarn wurde vom Fraunhofer Institut Fokus in Zusammenarbeit mit dem Verband Öffentlicher Versicherer entwickelt und existiert bereits seit 2010 in einigen deutschen Städten und Landkreisen (Liste). Rheinland Pfalz führt Katwarn nun als erstes Flächenland ein. Dazu äußerte sich Landesinnenminister Roger Lewentz: „Ich bin stolz, dass Rheinland-Pfalz als erstes Flächenland Katwarn einführt. Alle angemeldeten Nutzer erhalten jetzt vom Innenministerium bei großflächigen Gefahren für das Bundesland kostenlos behördliche Warnungen und Verhaltenshinweise direkt auf ihr Mobiltelefon“.

Das System sendet im Fall von Katastrophen und starkem Unwetter, wie Großbränden, Stromausfall, Sturm, Hochwasser oder Unfällen in der Nähe von Kernkraftwerken, Warnungen und Verhaltensempfehlungen ortsbezogen und direkt an die angemeldeten betroffenen Bürger. So stellt Katwarn eine weitere wichtige und im Ernstfall möglicherweise lebensrettende, Warnfunktion neben Sirenen, Rundfunk und Lautsprecheransagen dar. Aufgrund der einstellbaren Vibration beim Empfang einer Warnung und der visuellen Darstellung bietet der Dienst besonders für Gehörlose einen wichtigen Informationskanal.

Das Warnsystem bietet seinen Nutzern Warnungen für ihren aktuellen und sieben zusätzliche Standorte. Dies erlaubt es sich gleichzeitig über die Umgebung des Arbeitsplatzes, des eigenen Zuhauses und beispielsweise über den Wohnort der Eltern oder von Freunden informieren zu lassen. Zudem gibt es eine Übersicht über die Warnungen in der weiteren Umgebung, Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes ab Warnstufe rot, die Möglichkeit Warnungen weiterzuleiten oder über soziale Netzwerke zu teilen. Auch ein persönlicher Testalarm auf dem eigenen Smartphone ist möglich. Da das System die Ortsdaten der App-Nutzer nicht via GPS empfängt, sondern ausgehend von der Position des nächsten Handysendemasts ermittelt, werden keine Daten gesammelt und der Nutzer bleibt anonym.

Nach Angaben des Fraunhofer Instituts  nutzen bisher bundesweit rund 250.000 Menschen die Anwendung auf ihrem Smartphone. Es ist jedoch anzumerken, dass das System nicht alle Informationen erfasst, da die Warnung vor Katastrophen und schweren Unfällen in Deutschland förderal geregelt ist. So erfolgt die Information über Stromausfälle und Großbrände durch die Landkreise oder die kreisfreien Städte. Für Hochwassermeldungen in Rheinland Pfalz ist eine Landesbehörde zuständig. Unwetterwarnungen vor schweren Stürmen und Gewittern erfolgen bundesweit durch die Wetterdienste.

Das gesamte Angebot von Katwarn ist nur als App verfügbar, wird Katwarn hingegen als SMS- oder Email-Service genutzt erfolgen nur Warnungen zu einem Postleitzahlgebiet und mit eingeschränkter Funktionalität, z.B. keine Warnungen des Deutschen Wetterdienstes. Nähere Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.

Quellen:

http://www.rpr1.de/news/476908/warnsystem-fuer-rheinland-pfalz

http://www.katwarn.de/

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/rheinland-pfalz-tritt-warnsystem-katwarn-bei-katastrophen-warnung-direkt-aufs-handy/-/id=1682/nid=1682/did=14893406/189lhe4/

http://www.voev.de/web/html/start/verband/engagement/schadenverhuetung/katwarn/

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Das Amazon-Imperium

geschrieben von in Internet, Medienwandel1 Kommentar »

Heutzutage ist das Online-Shopping bei Amazon völlig normal und nicht mehr wegzudenken. Vor allem zur Weihnachtszeit boomt das Geschäft und auch im Jahr 2014 kann das Unternehmen wieder eine erfolgreiche Saison mit Steigerung der Bestellungen um ca. 20 Prozent verbuchen (trotz Streiks und Imageschäden wegen schlechter Arbeitsbedingungen).

Ein Grund für die enorme Beliebtheit des Konzerns ist selbstverständlich die Schnelligkeit der Lieferung und die vermeintlich niedrigen Preise. Allerdings scheint Amazon in manchen Fällen zu täuschen. Eine Studie hat bewiesen, dass die Preise gewöhnlich eher hoch sind, diese Tatsache jedoch durch eine Strategie versteckt wird: Das Unternehmen ermittelt täglich, welche Artikel gegenwärtig populär sind, und senkt dessen Preise auf das möglichst niedrige Niveau, sodass für sämtliche Produkte der Eindruck entsteht, Amazon sei ein „Schnäppchenparadies“. Allerdings hat sich gezeigt, dass weniger bevorzugte Waren im Vergleich zu den Angeboten der Konkurrenz meist teurer sind. Vor allem bei eher günstigen Produkten funktioniert dieses Verfahren, da die potenziellen Käufer seltener Preise vergleichen. Deshalb raten Verbraucherschützer, sich nicht von vermeintlich niedrigen Preisen blenden zu lassen und stets verschiedene Angebote abzuwägen.

Ein weiterer Grund für Amazons Beliebtheit ist, dass der Konzern hohen Wert darauf legt, die Treue der Kunden auf lange Zeit zu bewahren. Durch die auf den Konsumenten abgestimmten Kaufratschläge wird die Website zwar stetig personalisiert und der Käufer zum Kauf animiert, allerdings sei die Beliebtheit Amazons bei den Kunden wichtiger als ein einzelner Verkauf; „Amazon wolle den Leuten helfen, die richtige Kaufentscheidung zu treffen“.

Auch das traditionelle und bisher etablierte Fernsehgeschäft scheinen Streamingdienste wie Amazon und Netflix zu erobern. Bei den Golden Globes konnte der Konzern zwei Awards mit einer seiner Eigenproduktionen ergattern. Seit Neustem können die Zuschauer sogar mitentscheiden, welche Serien von Amazon produziert werden.

Doch auch das scheint dem riesigen Online-Einzelhändler noch nicht auszureichen: Nun hat Amazon angekündigt, Hollywood Konkurrenz zu machen und eigene Kinofilme zu produzieren oder deren Rechte anzukaufen. Amazon Prime Kunden sollen davon profitieren und die Aufnahmen bereits wenige Monate nach dem Kinostart zu sehen bekommen.

Vom elektronischen Buchgeschäft zum Online-Versandhaus scheint Amazon sich nun auch zu einem Medienkonzern zu entwickeln. Es bleibt spannend abzuwarten, wie der Weltkonzern weiter wachsen und sich entfalten wird.

Quellen:

Amazon Weihnachtsgeschäft

Tricks bei den Preisen

Amazon Such-Algorithmus

Gewinner Golden Globes

Amazon dreht Filme

The new way to broadcast yourself

geschrieben von in Internet, Kommunikationsformen, Medienwandel, Zukunft des Internet1 Kommentar »

younow_logo-250x250YouNow ist eine noch relativ neue Videoplattform. Der Nutzer kann hierbei live Videos vom Handy, Tablet oder Laptop streamen. Auf der Startseite von YouNow öffnet sich direkt ein zufällig ausgewählter Broadcast von einem der Nutzer. Neben diesem befindet sich eine Kommentarbox, in der man mit dem Broadcaster kommunizieren kann und die anzeigt, wer zusieht. Außerdem kann man „Fan“ werden und Likes abgeben sowie den Broadcast in den Social Media-Netzwerken teilen. In der linken Spalte der Seite findet man die Rubriken „Trending people“ und „Trending tags“. Aufgenommen werden hier Broadcaster und Hashtags, die schnell und zahlreich Likes erhalten, viele Zuschauer haben oder besonders lange Broadcasts beinhalten. Unterhalb des bereits geöffneten Videos bekommt man auch noch Vorschläge von Broadcasts, die den selben Tag verwenden.

Auf YouNow kann jeder direkt selbst los streamen, sobald er sich mit einem seiner Social Media-Konten wie twitter, facebook, google+ oder youtube angemeldet hat. Auf dem eigenen Profil werden dann neben Profilbild und eigener Beschreibung auch die alten Broadcasts zusammen mit den Kommentaren und den dabei erhaltenen Geschenken angezeigt. Die anderen Nutzer können Kommentare direkt unter dem Profil in der Rubrik „Discussion“ hinterlassen und man sieht, von wem der Broadcaster Fan ist und wer seine Fans sind.
Der eigene Level auf YouNow zeigt an, welchen Status und wie viel Erfahrung man bereits hat. Desweiteren erhält man in den Leveln stets neue Zusatzfunktionen. Der Broadcaster hat mehrere Möglichkeiten, um einen Level aufzusteigen: beim Filmen durch das Erhalten von Geschenken und Likes, durch die Zuschauerzahl oder die Häufigkeit der Broadcasts; beim Schauen durch liken, chatten, Geschenke verteilen und Fan werden; durch das Teilen von Broadcasts auf den Social Media-Plattformen und mit den Fans und durch die Verbindung mit anderen Social Media-Konten. Steigt der Nutzer ein Level auf, so erhält er Münzen, mit denen er dann Geschenke kaufen kann. So genannte Premium Geschenke muss der Broadcaster mit Bars kaufen, die nur in den App-Shops mit echtem Geld erhältlich sind. Durch die Konzeption von Leveln und Münzen bekommt die Plattform einen spiel-ähnlichen Charakter. Um mehr Zuschauer zu erhalten, so der YouNow-Support, muss man seinen Broadcasts auf Social Media-Plattformen teilen, auf sein Publikum eingehen und möglichst viele Likes erzielen. Auf der Seite vom YouNow-Support findet man außerdem Hilfe bei technischen Problemen sowie die Nutzungsregeln und Richtlinien.
Die Seite finanziert sich über Werbung, aber auch der Broadcaster kann mithilfe des YouNow Partner Programs ab einer gewissen Zuschauerzahl Geld verdienen.
Aber es gibt auch Kritik an der Seite: Bisher ist sie nur in Englisch verfügbar. Außerdem sind die Broadcaster teilweise noch recht jung und geben deshalb bereitwillig private Daten bekannt, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Dennoch nutzen auch bekanntere Youtuber wie BibisBeautyPalace und Sami Slimani die neue Video-Plattform.

Quellen:
YouNow: http://www.younow.com
Nutzungshinweise: https://younow.zendesk.com/forums/20642027-How-does-YouNow-work-
YouNow-Support: https://younow.zendesk.com/home
YouNow Partner Program: http://www.younow.com/partners/
Kritik: http://www.videolix.net/alle-beitraege/immer-mehr-warnen-vor-younow/2701/

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Eine neue Goldgrube

geschrieben von in Fernsehen, Medienwandel1 Kommentar »

Zu so gut wie jedem Pixar- oder Dreamworks-Film gibt es ein dazugehöriges, meist mittelmäßiges Videospiel, das meist in erstaunlich kurzer Zeit produziert und dann in riesigen Auflagen auf den Markt geworfen wird, nur um dann in den Elektronikmarkt-Ketten in den Regalen vor sich hin zu vegitieren, bis eine ahnungslose Mutter ihren Kleinen eine Freude machen will und das Spiel mitnimmt.

Dieser Prozess läuft nun schon etwa so lange wie es Videospiele gibt, doch fast genau so lange gibt es auch das Gegenteil: Verfilmungen von Videospielen. Diese haben einen zugegebermaßen schlechten Ruf; keiner dieser Filme hatte bisher wirklich überzeugt. Eine Mitschuld daran trägt der berühmt-berüchtigte deutsche Regisseur/Drehbuchautor/Produzent/Schauspieler/Geschäftsführer Uwe Boll. Bekannt als einer der schlechtesten Regisseure unserer Zeit, war er verantwortlich für etliche Videospiel-Verfilmungen, denen es allesamt an einer Daseinsberechtigung mangelt. Sein zweifelhafter Ruhm führte sogar schon zu Petitionen, welche forderten, er möge doch bitte aufhören, Videospiele auf die Leinwand zu bringen.

Ebenfalls nicht gerade ein Meilenstein der Filmgeschichte sind die zwei Tomb Raider-Filme mit Angelina Jolie als pistolenschwingende Archäologin. Diese waren aber zumindest an den Kinokassen einigermaßen erfolgreich. Regelmäßig erscheinen außerdem auch Filme zu der Resident Evil-Reihe, in denen Milla Jovovich sich gegen Zombies und skrupellose Unternehmen durchsetzen muss. Alles in allem blieb also eine Verfilmung, die der Vorlage gerecht wird, aus.

Doch es besteht noch Hoffnung. Der letzte Schrei in Hollywood sind zurzeit Comic-Verfilmungen, Werke wie The Avengers oder Guardians of the Galaxy werden weltweit in den höchsten Tönen gelobt und spielen unermessliche Beiträge ein, und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Daher war es kein Wunder, dass man nach neuen Vorlagen sucht, und diese sind in den Videospielen zu finden. Ubisoft etwa, eine der größten Videospiel-Publisher, gründete sein eigenes Filmstudio, daher werden wir ab 2015 Filme wie Assassin’s Creed (mit Michael Fassbender in der Hauptrolle) oder Far Cry sehen (ein solcher Film mit Till Schweiger war 2008 im Kino, finanziell eine Katastrophe und, richtig, von Uwe Boll produziert).
Bereits in der Post-Production ist außerdem der Film „WarCraft“, dessen Story auf den gleichnamigen Strategiespielen basiert, und im Frühjahr 2016 erscheinen soll. Die Regie führt dabei David Bowies Sohn Duncan Jones, der für „Moon“ viele Preise gewann.

Genug Material, das in Filme umgesetzt werden kann, ist vorhanden, es wartet nur noch darauf, dass Filmstudios es aufgreifen und den Fans, und solchen, die es werden könnten, endlich eine Umsetzung auf der Leinwand geben, die den Spielen gerecht werden und uns in neue (oder alte und liebgewonnene) Welten entführen.

 

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lara_Croft:_Tomb_Raider
http://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Boll

 

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Das Internet: Fluch und Segen zugleich?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienkritik, Medienwandel1 Kommentar »

Die Wirkung der Medien, ein viel besprochenes Thema, denn sie haben sowohl negative als auch positive Auswirkungen auf die Gesellschaft und den Menschen als Individuum. Besonders im Blickfeld: das Internet, es hat uns unbestreitbar viele Vorteile gebracht, indem es eine zeitlich und räumlich entgrenzte, kostengünstigere sowie weitreichendere Kommunikation ermöglicht. An Informationen kommt nahezu jeder heran, und das vor allem schnell und einfach. Wo man früher für ein Referat oder eine Hausarbeit hauptsächlich in der Bibliothek recherchieren konnte, nachdem man den mühsamen Weg auf sich genommen hatte (falls man sich denn dazu aufgerafft hat), kann nun auch ein großer Teil der Informationen im Internet beschafft werden und dafür muss man nicht mal aufstehen. Doch hier finden sich schon die ersten Probleme – von den übergewichtigen und sozial isolierten Kindern und Jugendlichen, die den ganzen Tag vor dem Fernseher, Computer oder der Spielkonsole sitzen, einmal abgesehen – denn nicht alles, was im Internet zu finden ist, ist wahr oder richtig. Auch wenn jeder Student diese Gefahr kennt oder kennen sollte, vertrauen wir immer noch viel zu leicht einem vermeintlich wissenschaftlichen Artikel, der von einem „Professor Doktor Sowieso“ geschrieben wurde, dem glaubt man eben. Diese negtiven Auswirkungen sind zwar nicht zu unterschätzen, stellen jedoch nicht das eigentliche Problem dar, denn ein Student, der im Internet recherchiert, hat schon die erste schwierige Stufe bereits gemeistert: Das Anfangen und dran bleiben. Immer mehr Jugendliche sind süchtig und wissen es nicht einmal, oder sie wissen es und wollen bzw. können nichts dagegen unternehmen. Sich beispielsweise einmal drei Stunden am Stück auf einen Text zu konzentrieren, ohne zwischendrin aufs Handy zu gucken und WhatsApp oder Facebook zu checken, fällt zunehmend schwerer. Man denkt sich: „Ich guck nur ganz kurz“ und „es könnte ja was wichtiges sein“, doch leider schwindet die Konzentration dabei augenblicklich und wird nur sehr langsam wieder aufgebaut. Es scheint undenkbar auf eine WhatsApp- oder sonstige Nachricht erst einen Tag später zu antworten, doch wie haben das die Menschen früher gemacht? Auf einen Brief und somit die Antwort drei Tage lang zu warten, wie soll das gehen? Ich möchte doch JETZT wissen was Annika gestern zu Phillip über Lisa gesagt hat. Enorm wichtige Themen, die uns vom Lernen abhalten. Leider  gibt es noch viel mehr, was beim Erfolg an der Universität beachtet werden muss, eine einfache Formel wäre zum Beispiel: „Soziales Leben / Schlaf / gute Noten – wähle zwei davon“. Dies stimmt zum Teil, doch in Wirklichkeit ist es noch viel komplizierter. Man muss nämlich außerdem noch in die Vorlesungen gehen, für Klausuren lernen, Hausaufgaben und Referate machen, Zeit für seine Familie, Freunde und Liebesleben, Nebenjobs und freiwillige Arbeit und natürlich Schlaf und Essen finden. Alles unter einen Hut zu bekommen erscheint schon schwer genug, um nicht zu sagen unmöglich, und dann kommt noch das Internet mit seinen verlockenden Angeboten hinzu, die uns die Möglichkeit bieten, dem ganzen Stress der realen Welt zu entfliehen.  So endet man beispielsweise, wenn man ein Referat vorbereiten und außerdem für zwei Klausuren lernen muss, zusätzlich noch die Wäsche machen und das Haus putzen wollte, obwohl man sich eigentlich mit seinen Freunden zum Fußball spielen treffen wollte, mit einer Tüte Chips vor dem Fernseher und sieht sich die Wiederholung irgendeiner immer gleichen Sitcom an. In dieser Situation waren bestimmt die meisten schon, man ist völlig überfordert und wählt die in diesem Moment angenehmste Alternative: einfach nichts von alldem zu erledigen. Getan werden muss es aber trotzdem und somit geht es einem hinterher schlechter und man bedauert sein Verhalten, was leider nicht dazu führt, dass man es beim nächsten Mal besser macht, bei den meisten zumindest.

 

Dies waren nur einige wenige negative Effekte der Medien, doch auch wenn es bestätigende Daten für Medienwirkungen gibt, muss man von einer alleinigen Schuldzuweisung absehen. Ungleich wichtiger sind individuelle Eigenschaften und soziale Phänomene wie dauerhafte Frustration, Überforderung, Einsamkeitsgefühle sowie ein schwieriges familiäres oder soziales Umfeld.. Von daher gilt bei der Mediennutzung das Motto, wie auch bei den meisten anderen Dingen im Leben: gut und hilfreich, aber in Maßen.

 

 

Quellen:

Wie Medien genuzt werden und was sie bewirken: http://www.bpb.de/izpb/7543/wie-medien-genutzt-werden-und-was-sie-bewirken?p=all

Studie zur Handysucht: http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Netzwelt/d/4296126/alle-zwoelf-minuten-am-smartphone.html

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Internet vielfach noch ein Generationenproblem?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienwandel1 Kommentar »

Beschäftigt man sich mit Medien kommt man nicht um das Thema herum. Sowohl in Zeitungen, als auch im privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehen werden Links zu Homepages, Mediatheken und Foren angepriesen. Man könne gerne seine Meinung oder Fragen zur Sendung per E-Mail an das Fernsehteam schicken. Der gute alte Leserbriefduka ist nicht mehr zeitgemäß.

Aber offensichtlich hat vor allem die ältere Generation ihre Probleme mit der Online-Welt. Nur 45,4% der deutschen Bevölkerung über 60 Jahren nutzte im Jahr 2014 laut der ard-zdf-onlinestudie überhaupt das Internet (Tendenz jedoch steigend).

Der Grund dafür liegt wohl an einem mangelndem technischen Verständnis für das Internet oder viel elementarer, für den Computer. Seniorenfernbedienungen und Seniorenhandys sind ebenso auf dem Markt zu finden, wie seit wenigen Jahren die Senioren-Computer. Sie erleichtern die Teilnahme an Internetangeboten immens.

Der dominierende Marktführer hierfür ist der dukaPC eines dänischen Unternehmens. Dort sind alle benötigten Programme und Basissoftwares vorinstalliert. Zudem werden auf Wunsch Updates automatisch heruntergeladen, insofern man das monatlich zu bezahlende Servicepaket beansprucht. Große Symbole mit Hauptmodulen wie „Mail“, „Nachrichten“ oder „Textverarbeitung“ sind direkt auf der Startseite zu finden, sodass die Bedienung stark vereinfacht wird. Wer dann doch lieber das normale Betriebssystem von Windows nutzen möchte, kann seinen dukaPC auch umstellen (oder alternativ vom Hersteller umstellen lassen).

Ganz billig ist das Tischmodell mit 899€ dann aber doch nicht. Ob sich die Investition lohnt, oder ob man sich alternativ einen bedienungsfreundlichen Tablet-PC zulegt und Einführungskurse speziell für Senioren besucht, ist dann die Entscheidung jedes Einzelnen. Denn viele Menschen sind nicht bereit, ständig auf fremde Hilfe zurückgreifen zu müssen, wenn sie Probleme mit den neuen Medien haben.

Grundvoraussetzung ist dafür selbstverständlich, dass der Wille vorhanden ist, sich der stark digital geprägten Umwelt zuzuwenden und an den Online-Angeboten teilzunehmen. Die Möglichkeit, seine Meinung über einen Leserbrief wiederzugeben besteht ja immer noch. Ob dieser so schnell beantwortet wird wie eine verfasste E-Mail oder ein Kommentar unter einem Artikel, ist eine andere Frage.

 

 

 

 

Quellen:

https://www.aboalarm.de/blog/allgemein/senioren-internet/

http://www.focus.de/digital/computer/pcs-fuer-aeltere-die-richtigen-computer-fuer-senioren_aid_742069.html

http://www.dukapc.de/

http://www.computerbild.de/artikel/cb-Tests-PC-Hardware-Duka-PC-Rechner-fuer-den-Ruhestand-8598457.html

http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=504

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Lesen, Schreiben, Rechnen und Programmieren

geschrieben von in Medien und Politik, Medienwandel, Nachrichten1 Kommentar »

Bereits in der Grundschule sollen Kinder Programmierkenntnisse erlernen. 

Dies fordert die die Berliner Designforscherin Gesche Joost, die als Internetbotschafterin die Bundesregierung in digitalen Fragen berät. Mit ihrer Forderung stößt sie aber nicht bei allen auf Verständnis, denn viele zeigen sich zurückhaltend und sind skeptisch ihrer Idee gegenüber.

Sie warnt davor, dass die deutschen Schüler in Zukunft nicht international mithalten können. Vom Konzept zur Umsetzung kann es noch Jahre dauern, daher sieht sie nun dringenden Handlungsbedarf. Mit dieser Idee ist sie nicht die Erste.

So ist es bereits in Großbritannien seit diesem Schuljahr Programmieren ein Muss für die Schüler und ist damit ein gutes Beispiel wie die Schule der Zukunft aussehen kann. Gute Computerkenntnisse ist heutzutage nahezu in jedem Beruf eine Voraussetzung. Da das Erlernen neuer Kenntnisse in Kinderjahren noch leicht fällt, plädiert Gesche Joost dafür, dass Kindern schon früh gezeigt wird, dass sie die Medien nicht nur konsumieren können, sondern auch die Möglichkeit haben diese aktiv mitzugestalten.

Außerdem könnte man so vor allem auch Mädchen motivieren und ihnen eine bessere Chance für den „digitalen Arbeitsmarkt“ ermöglichen. Doch Joost steht nicht alleine da. Laut einer Studie des IT-Branchenverbands Bitkom befürworten drei Viertel der Lehrer in Deutschland den Informatik-Unterricht als Pflichtfach einzuführen.  

Die Lehrergewerkschaft GEW hingegen sieht Joosts Ideen skeptisch: es sei wichtiger zunächst die „sichere Beherrschung der Kulturtechniken – Lesen, Schreiben und Rechnen – sowie das soziale Lernen“ zu erlernen , so Ilka Hoffmann von der GEW.  Des Weiteren weist Hoffmann darauf hin, dass viele Schulen nicht den technischen Standart für eine solche Forderung erbringen können.

Laut der ICILS-2013-Studie war Deutschland das Schlusslicht im Bereich Computernutzung im Unterricht. Eine Umfrage von Bitkom bestätigt die schlechte Situation an den Schulen. Mehr als 50% der Schüler an weiterführenden Schulen in Deutschland bewerten die Computerausstattung ihrer Schule als mittelmäßig bis schlecht. Dies ist Joosts Meinung nach unvorteilhaft, da selbst die „Generation der Digital Natives“ zwar sicher mit dem Umgang mit der Technik ist, aber weiteres Fachwissen nur selten vorhanden ist. 

 

 

 

Quellen:

http://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/534510/regierung-grundschuler-sollen-programmieren-lernen#gallery&0&0&534510

http://www.onlinewelten.com/games/netzweltgeschehen/news/internet-in-schule-neue-medien-programmieren-grundschueler-127937/

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Internetbotschafterin-der-Bundesregierung-fordert-Programmier-Unterricht-an-Grundschulen-2507521.html

 

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Wzup?

geschrieben von in Allgemeines, Kommunikationsformen, Medienwandel1 Kommentar »

2l8 4 deutsche Rechtschreibung? – Idk
Täglich werden Millionen von Wörtern getwittert, per Email verschickt, bei Facebook gepostet, als WhatsApp oder SMS geschrieben. Alles muss mühelos und schnell gehen, dabei werden Rechtschreibung und Grammatik häufig völlig außer Acht gelassen.
Droht der deutsche Sprachverfall?
Im Gegensatz zu früher wird die gesprochene Sprache heute auch im Schriftdeutsch verwendet. Durchschnittlich wird deutlich mehr Zeit mit „texten“, „posten“ und „twittern“ verbracht. Aus Bequemlichkeit oder Zeitmangel werden häufig Abkürzungen und Emoticons verwendet. Neue Satzstellungen werden kreiert, andere Zeitformen benutzt, Satzzeichen werden weggelassen, Groß- und Kleinschreibung außer Acht gelassen und Artikel sind sowieso völlig überbewertet und kosten nur Zeit beim Tippen.
Die gesprochene Sprache wird im Schriftlichen abgebildet, dadurch entsteht für viele eine leichtere Kommunikation, es herrscht ein besseres Verständnis untereinander. Der Informationsaustausch geht einfach schneller.

Aber können Jugendlichen eigentlich noch „richtig“ schreiben?

Die Sprachwissenschaftlerin Christa Dürscheid von der Universität Zürich hat sich mit dieser Frage beschäftigt und eine Untersuchung durchgeführt. So verglich sie Aufsätze, die Jugendliche für die Schule verfasst hatten mit Mitteilungen, die sich die Jugendlichen untereinander via WhatsApp und Co. sendeten. Die Untersuchung zeigt, dass in keinem der Bereiche Rechtschreibung, Interpunktion, Grammatik, Wortschatz, Stil und Aufbau der Texte „die sprachlichen Eigenarten der Netzkommunikation nennenswerte Spuren hinterlassen (hatten).“ (  http://www.zeit.de/2011/09/C-Schreibkompetenz) „Die Schüler können die Schreibwelten durchaus trennen. Sie wissen, dass in der Schule und der formellen Kommunikation andere Regeln gelten, als beim Chat mit ihren Freunden“, sagt Christa Dürscheid. (http://www.zeit.de/2011/09/C-Schreibkompetenz)

Es hat also offensichtlich doch etwas damit zu tun, mit wem man schreibt und in welcher Form. Jugendliche sind durchaus noch in der Lage zu unterscheiden, welches Sprachregister sie verwenden müssen, um ein offizielles Bewerbungsschreiben oder eine schnelle Nachricht an einen Freund zu verfassen. Die Rechtschreibung und Grammatik, sowie die gesamte Ausdrucksweise wird situativ angemessen angepasst. Der viel beklagte Sprachverfall scheint also von der heutigen Handy- und Internetkommunikation nicht beeinflusst zu werden. Vielmehr scheint ein grundsätzlicher, vielseitiger und kreativer Sprachwandel stattzufinden.
T+

MFG

Quellen:

http://www.zeit.de/2011/09/C-Schreibkompetenz

http://www.tagesschau.de/inland/meldung97642.html

http://www.zeit.de/digital/internet/2013-01/chat-sprache-forschung

http://www.focus.de/familie/erziehung/jugendsprache-voll-normal-megasupergeil_id_2138612.html

http://www.tagesspiegel.de/berlin/debatte-ueber-jugendsprache-was-schreibst-du/9690452.html

http://lexikon.martinvogel.de/sms-abkuerzungen.html

http://www.freenet.de/digitalewelt/handymobiles/handy/smskuerzel–das-steckt-hinter-den-akronymen_609386_1055376.html

 

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Die Drohne- Ein harmloses Spielzeug oder gezielte Überwachung?

geschrieben von in Medienwandel, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Seit einigen Jahren boomt der Verkauf der unbemannten Mini-Drohnen, die mittlerweile schon ab einem erschwinglichen Preis von 100€ erhältlich sind. Die Drohnen werden meist per Fernbedienung von einem am Boden stehenden Piloten geflogen und sind mittlerweile alle mit Kameras ausgestattet.

So können Sportevents, Festivals oder auch Naturaufnahmen einfach und mit geringem Aufwand aus der Luft gemacht werden. Doch ausgerechnet diese Aufnahmen bereiten vielen Datenschützern Sorgen. Bei solchen Events bewilligt man diese Aufnahmen meist mit dem Kauf eines Tickets.

Doch bei der Benutzung der Drohnen im privaten Bereich und auf öffentlichem Gelände werden so gut wie immer Privatpersonen oder privates Eigentum gefilmt, gespeichert und oft auch veröffentlicht, meist ohne eine direkte Einwilligung dieser „Wer gezielt und ohne Einwilligung Individuen filmt, und diese Aufnahmen auch noch online stellt, verstösst gegen das Datenschutzgesetz (DSG) und kann zivilgerichtlich belangt werden.“ , so die Pressesprecherin der eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) Eliane Schmid.

Unter 5 Kilogramm und mit einer geringeren Flughöhe als 30 Metern benötigt man auch keine Starterlaubnis um die Drohnen fliegen zu lassen, sodass keinerlei Hindernisse bestehen um Bildaufnahmen zu machen.

Weiterhin fürchtet man um die Flugsicherheit von Kleinflugzeugen mit einer geringen Flughöhe. Besonders in England hat der vermehrte Verkauf der Drohnen diese Sorge hervorgerufen: „The British Airline Pilots‘ Association (Balpa) has said that the rapid increase in the numbers of drones operated by amateur enthusiasts poses a „real risk“ to commercial aircraft.“

Dort hat die Civil Aviation Authority (CAA) bereits eine Regeln aufgestellt, die beim Fliegen zu beachten sind. Die vermeintlich wichtigste: Die Drohnen dürfen nicht näher  als 50 Meter an Personen, Autos oder Gebäude heranfliegen.

Ob sich alle Piloten der Mini-Drohnen daran halten ist natürlich fragwürdig, aber mit dieser Regel wurde schon mal ein großer Schritt in Richtung Datenschutz und Flugsicherheit gemacht. In Deutschland gibt es so eine konkrete Regel allerdings noch nicht, was sich die Behörden jedoch vielleicht nochmal überlegen sollten.

Quellen:

 

http://www.bbc.com/news/technology-30388388

http://www.pctipp.ch/news/sicherheit/artikel/drohnen-boom-gefaehrdet-datenschutz-und-flugsicherheit-68824/

http://www.welt.de/politik/deutschland/article11832427/Wenn-die-Kamera-Drohne-ueber-Nachbars-Garten-fliegt.html

http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?rubrik=88287&key=standard_document_48169567

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Ist die E-Mail als Kommunikationsmedium auch heute noch aktuell?

geschrieben von in Allgemeines, Kommunikationsformen, Medienwandel, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Seit rund 30 Jahren gibt es die E-Mail und im April 2007 heißt es in einer Studie „Kommunikation per Mail ist nicht mehr wegzudenken“.

Doch kann man das heute noch so sagen? „Wohl keiner neueren Kommunikationstechnik wurde schon häufiger das Aussterben vorausgesagt als der E-Mail.“ Viele Menschen denken, das Versenden von E-Mails sei veraltet, und es gäbe doch inzwischen genug andere Wege, um digital miteinander zu kommunizieren.
Rasch eine Nachricht bei Facebook abzuschicken funktioniert mindestens genauso schnell wie das Versenden einer E-Mail, und noch schneller kann man sich über einen Messenger mitteilen.Immer weniger Jugendliche nutzen die E-Mail. Sie wachsen mit den sozialen Medien auf und nutzen ganz selbstverständlich deren alternative Kommunikationskanäle. Kommunikation ist mobil geworden, auch das Mailen, aber ist die E-Mail immer noch Mittel der Wahl?Ja, sagen viele berufstätige Menschen in Deutschland und in Amerika. Im Geschäftsleben und im beruflichen Umfeld bleibt die Kommunikation per E-Mail erste Wahl.
Sowohl die Statistikbehörde Eurostat, das amerikanische Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center, als auch der Technikerbranchenverband Bitkom haben diesen Trend festgestellt. Es ist überraschend, wie deutlich die E-Mail im Vergleich vorne liegt und dass die Benutzung auch weiterhin noch zunimmt und nur das Wachstumstempo abgenommen hat.

Im Arbeitsleben wird die E-Mail viel wichtiger als das Telefon, egal ob Festnetz oder Mobiltelefon, eingestuft und die Bedeutung der sozialen Netzwerke ist in diesem Umfeld nur sehr gering.
Laut des Geschäftsführers Dr. Bernhard Rohleder von Bitkom liegt die Zukunft der E-Mail also eher in der beruflichen, als in der privaten Nutzung.
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Auch Universitäten nutzen die E-Mail als Haupt-Kommunikationsmittel. Der unschlagbare Vorteil ist das unkomplizierte Versenden von E-Mails an mehrere Personen gleichzeitig (auch unsichtbar, also in der Blindkopie) und das einfache Hinzufügen von Dokumenten als Anhang.

 

Quellen:

Frankfurter Allgemeine Zeitung, „Die E-Mail ist am Arbeitsplatz nicht wegzudenken“, 5. Januar 2015

https://wice.de/e-mails-vom-aussterben-bedroht/5581/

http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Internet-E-Mail-ist-fuer-junge-Leute-beinahe-schon-veraltet-4578864.html

http://www.computerwoche.de/a/studie-kommunikation-per-mail-ist-nicht-mehr-wegzudenken,592046

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Warum eigentlich Rundfunkbeitrag?

geschrieben von in Fernsehen, Medienwandel, Nachrichten1 Kommentar »

Vor allem Studenten kennen es doch. Man ist in die neue Wohnung eingezogen, die Möbel stehen, das Klingelschild hängt, man wartet auf die erste eigene Post. Und die kommt auch. Meistens nur leider kein lieber Brief von Zuhause. Der Rundfunkbeitrag steht an.

Der verlangt monatlich 17,98 €. Das sind auf drei Monate hochgerechnet sogar 53,94 €! So viel Geld. Für viele Menschen, vor allem aber für Studenten ein Dorn im Auge. Gerne wird da mal der ein oder andere Brief ignoriert bis es nicht mehr anders geht.

 

Doch was ist das eigentlich dieser Rundfunkbeitrag?

Er wird eingezogen von der öffentlich-rechtlichen Verwaltungsgemeinschaft „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“. Diese setzt sich zusammen aus „(…)den neun öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) und dem Deutschlandradio (…).“

Also: Musste man früher noch Rundfunkgebühr an die GEZ (Gebühreneinzugszentrale) zahlen, so zahlt man jetzt seit dem 01.01.2013 den Rundfunkbeitrag an die öffentlich-rechtliche Verwaltungsgemeinschaft. Eine so genannte Wohnungspauschale. Diese hängt jetzt weder von der Personen- noch von der Geräteanzahl ab. Jede Wohnung bezahlt den Festpreis von 17,98 €.

Dieser Betrag bezieht sich auf die Nutzung durch Privatpersonen. Sonderreglungen in Bezug auf Behinderte oder Firmen sind in diesen Zahlen ausgeschlossen.

 

Wofür zahlt man den Rundfunkbeitrag?

Wie der Endbetrag den wir alle zahlen müssen zustande kommt zeigt eine kurze Übersicht der ARD sehr gut:

Screenshot (2)

http://www.ard.de/home/intern/die-ard/die-ard-in-zahlen/17_98_Euro_Rundfunkbeitrag/309602/index.html

Dort wo sich private Sender durch Werbung finanzieren, finanzieren sich öffentlich-rechtliche Sendeanstalten mit unseren Rundfunkbeiträgen. Deshalb müssen wir bei der ARD oder beim ZDF nicht mit langen Werbepausen rechnen. Sie sind nicht darauf angewiesen.

Das ist uns beispielsweise bei der Fußball-WM im vergangenen Jahr zugutegekommen. Wie viele Beschwerden hätte es wohl gegeben wenn alle fünf Minuten, ähnlich wie bei den Boxkämpfen auf RTL, ein Werbespot die Sicht aufs Spielfeld verhindert hätte?

 

Quotenanstieg:

Schaut man jetzt 2015 auf das vergangene TV-Jahr 2014 zurück, können sich „Das Erste“ und das „ZDF“ ein deutliches Plus verbuchen.

Behaupten doch viele für sie würde sich der Rundfunkbeitrag nicht lohnen, haben doch die meisten fleißig alle WM-Spiele verfolgt. Und die liefen für uns ohne Ausnahme in den oben genannten Sendern. Mit 12,5 % erzielte „Das Erste“ den besten Jahres-Marktanteil seit 2010.

Das „ZDF“ erreichte mit 13,3 % die Spitze am Markt und legte 0,5 % Marktanteilspunkte gegenüber 2013 zu. So gute Werte wurden zuletzt 2006 erzielt. Trotzdem glaubt man nicht daran, dass diese Zahlen stabil bleiben werden. Denn wie schon erwähnt war die Fußball-WM ein großer Pluspunkt, der im jetzt folgenden Jahr weg fällt.

 

Quotenabstieg:

Was ein Anstieg der Marktanteile für „Das Erste“ und das „ZDF“ bedeutet, bedeutet umgekehrt einen Abstieg für die Privatsender. Für ProSieben, Sat.1 und RTL ging es im vergangenen Jahr deutlich nach unten. Zwar bleibt RTL mit 10,3 % Marktanteil vor allem bei den jüngeren Zielgruppen weiter vorne, trotzdem erzielt der Sender damit die schlechteste Bilanz seit über 20 Jahren! Ebenso wie Sat.1 mit 8,1 % oder ProSieben mit sogar nur 5,5 %.

Natürlich erscheint das Bezahlen des monatlichen Rundfunkbeitrags den meisten immer noch nervig. Doch gerade „Das Erste“ und „ZDF“ dienen dem Allgemeinwohl und verfolgen keine privaten Ziele. Und wie man an den Zahlen sieht, werden die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender beispielsweise auch genutzt. In manchen Jahren mehr, in anderen weniger. Wieso auch nicht? Dafür bezahlen müssen wir sowieso.

 

http://www.ard.de/home/intern/die-ard/die-ard-in-zahlen/17_98_Euro_Rundfunkbeitrag/309602/index.html

http://www.ndr.de/der_ndr/daten_und_fakten/Wofuer-wird-mein-Rundfunkbeitrag-von-1798-Euro-verwendet,ndrdaten115.html

http://www.studis-online.de/StudInfo/rundfunkbeitrag-fuer-studenten.php

http://meedia.de/2015/01/02/tv-jahr-2014-ard-und-zdf-stark-dank-wm-rtl-sat-1-und-prosieben-so-schwach-wie-seit-ueber-20-jahren-nicht/

http://de.wikipedia.org/wiki/ARD_ZDF_Deutschlandradio_Beitragsservice

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WhatsApp als Newskanal?

geschrieben von in Allgemeines, Kommunikationsformen, Medienwandel1 Kommentar »

Dass das, erst im Februar für 19 Milliarden Dollar von Facebook aufgekaufte, Unternehmen sich längst zum Versenden von Nachrichten etabliert hat ist kein Geheimnis. WhatsApp gehört in Deutschland zu den beliebtesten Apps und steht laut „Chip“ auf der Liste der iPhone-App-Downloads aktuell auf Platz eins. Neuerdings kommt nun die Frage auf, ob der Nachrichtendienst sich auch zur Verbreitung von Tagesnachrichten und damit als Newskanal eignet.

Mit rund 600 Millionen Nutzern bietet WhatsApp ohne Frage eine große Plattform und eine hohe Durchdringung der Gesellschaft. Während der Wahlen in Indien sammelte BBC bereits erste Erfahrungen mit verschiedenen instant-massaging-Diensten, so unter anderen auch mit WhatsApp. Die Verbreitung der Meldungen via WhatsApp wies dabei die größte direkte Beteiligung der Empfänger auf. Die Reaktion der Nutzer verlief positiv, lediglich bei der Auswahl der, sie auf diesem Weg erreichenden, Inhalte wünschten sie sich mehr Mitbestimmung. BBC sieht daher durchaus Potential in dieser Form der Nachrichtenvermittlung und hat vor diese weiterzuentwickeln. So sagte Trushar Barot von BBC: „From what we’ve done so far, there clearly seems to be potential for news content within these services“.

Der schweizer Fernsehsender SRF führte anlässlich der Schweizer Volksabstimmung im September einen Test zur Verbreitung von Nachrichten via WhatsApp, mit ebenfalls überwiegend positiver Rückmeldung, durch. 79 Prozent der Tester wünschten sich einen solchen Dienst für den Alltag. Seit dem ersten Dezember hat die Mediengruppe Oberfranken offiziell ihren WhatsApp-Nachrichtendienst „InFranken.de“ gestartet. Dieser begann zuvor im Rahmen einer Studie, die deutlich positive Resonanz aufwies. 91 Prozent der Tester gaben an, dass sie den Dienst auch gerne nach dem Ende der Studie weiternutzen möchten (die-Zeitungen.de). Die neue Version der iPhone-App der Tagesschau, Version 1.7, bietet  die Möglichkeit Meldungen über WhatsApp mit Freunden zu teilen und die Redakteure der „Heilbronner Stimme“ erzählten  am 04.12.2014 zum 70. Jahrestags des Luftangriffs die Bombardierung in Echtzeit auf WhatsApp nach.

Auch als Recherchekanal ist WhatsApp in der Diskursion, zum Beispiel beim SRF. Es lässt sich beobachten, dass Eindrücke, darunter auch die der Betroffenen von Naturkatastrophen und anderen bedeutenden Ereignissen,  immer öfter via WhatsApp geteilt werden.

Ein bedeutender Negativaspekt, die Tauglichkeit von WhatsApp als Newskanal betreffend, ist deren Beschränkung auf das Medium des Smartphones. Dies hat zur Folge, dass jede Meldung entweder direkt am Telefon eingetippt oder umständlich vom Computer an das Smartphone gemailt und dann aus dessen E-Mail-Eingang in WhatsApp kopiert werden muss, um endlich gesendet werden zu können. Einen weiteren bildet die Erstellung der Broadcast-Listen, die von Hand am Smartphone erfolgen muss. Bei etwa 2500 Abonnenten kann dies schnell zehn Stunden dauern, so zum Beispiel bei der Berichterstattung der Heilbronner Stimme zum 70. Jahrestag des Luftangriffs. Außerdem liegt hier auch keine Statistik vor, die die Anzahl der Adressen innerhalb einer Broadcast-Liste anzeigt, was eine Auswertung der Nutzung des Angebots enorm erschwert.

Alles in allem lässt sich also sagen, dass WhatsApp durchaus als Newskanal gefragt und nützlich ist. Solange der Dienst nur manuell am Smartphone möglich ist, aber, aufgrund des großen Zeitaufwands, wahrscheinlich eher keinen Einzug in den Alltag des redaktionellen Journalismus finden wird.

Quellen:

http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=fl&dig=2014%2F12%2F22%2Fa0095&cHash=4fcc94dc66941f066deabc8e5b2d73f8

http://www.bbc.co.uk/blogs/blogcollegeofjournalism/posts/How-BBC-News-covered-Indian-elections-on-WhatsApp-and-WeChat

http://www.die-zeitungen.de/die-zeitungen/news/article/infrankende-nutzt-whatsapp-als-newskanal.html

http://www.chip.de/Handy-Downloads-Download-Charts-Top-100-der-Woche_50159909.html?xbl_category=59059

http://de.engadget.com/2014/12/29/iphone-app-der-tagesschau-jetzt-mit-whatsapp-integration/

 

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#Freiheit

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienwandel, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Unter dem Hashtag #Freiheit brach kurz vor Weihnachten ein gewaltiger Shitstorm in den sozialen Medien aus. Grund dafür war ein Video des YouTube-Stars Simon Unge, in dem er ankündigte, seine beiden Kanäle „ungespielt“ und „ungefilmt“ aufgrund unüberwindbarer Differenzen mit dem Netzwerk Mediakraft zu beenden.

Simon Unge (bürgerlich Wiefels) ist 24 Jahre alt, hat Erziehungswissenschaften studiert und im Juli 2012 angefangen, Videos auf dem Videoportal YouTube hochzuladen.
Und das mit Erfolg. Über 30 Millionen Mal im Monat wurden seine Videos angeklickt und über zwei Millionen Menschen hatten seine Kanäle abboniert. Seine Themen: Computerspiele und Lifestyle, Minecraft und Longboardtour. Damit hat der Zocker mit den Dreadlocks eine größere Reichweite als so mancher TV Sender und ebenso einen gutbezahlten Job. Warum also gibt er das auf?

In seinem am 20. Dezember hochgeladenen Vlog mit dem pathetischen Namen „#FREIHEIT. Die schwerste Entscheidung meines Lebens“ nennt er den Grund: Das Netzwerk Mediakraft, dem er vor circa einem Jahr beigetreten ist, hat Unge zufolge seinen Teil des Vertrages nicht eingehalten: „Ich habe von Mediakraft noch nie finanzielle Unterstützung für große Projekte oder coole Ideen bekommen“. Zu weiteren Vorwürfen gehören fehlende Sponsoren für seine Longboardtour, das Löschen einzelner Videos und Mediakrafts Drohung, ihn in eine Privatinsolvenz zu treiben, falls er vor Gericht ziehen würde. Mit dem „Scheißhaufen“, wie Unge die Kölner Firma bezeichnet, möchte er in seinem ganzen Leben nie wieder etwas zu tun haben. Er beendet seine beiden Kanäle und will mit einem Neuen (youtube.com/unge) ohne Netzwerk wieder von vorne anfangen. Deshalb sucht er nun eine juristische Auseinandersetzung, um sich vor Vertragsende vom Netzwerk zu trennen.

Sich an ein Netzwerk zu binden, ist für viele YouTuber ein Weg zu mehr Reichweite und darauf aufbauend bessere Vermarktung. Netzwerke bündeln Videokünstler, beraten und unterstützen sie und verschaffen ihnen außerdem Werbepartner und finanzielle Unterstützung fuer Projekte. Mediakraft hat als das größte Netzwerk in Deutschland dazu einiges vorzuweisen: „Wir haben vielen Künstlern dabei helfen können, ihren Weg auf YouTube zu gehen und sich als erfolgreiche Entertainer zu etablieren.“
Der YouTuber wird sozusagen „aufgepumpt“ und mit ihm auch der Wert des Netzwerkes, um dieses dann lohnend zu verkaufen. Unge meint im Video dazu, Mediakraft sei „investorenorientiert“, aber nicht „partnerorientiert“. Es habe keinerlei Interesse an seiner Person gehabt, sondern nur an den Zahlen, die er erreicht.

Auf Unges Video reagierte das Netzwerk zunächst mit einer vorübergehenden Abschaltung seiner Webpräsenzen und gab am Sonntag darauf eine Stellungnahme ab. Olsson Spartacus, der CEO von Mediakraft Network, weist darin sämtliche Anschuldigungen von sich und verteidigt sich: „Nun ist es so, dass Simon Unge einen gültigen Vertrag unterschrieben hat, der nicht einseitig aufgehoben werden kann.“ Allerdings nimmt er laut dieser Meldung, die am 21.12. auf Mediakrafts Facebookseite online ging, die Kritik von Unge ernst und bedauert die Angelegenheit: „Wir hätten uns gewünscht, diesen Streit auf andere Weise beilegen zu können. “

Unges Austritt bei Mediakraft ist nicht der erste Fall, der Aufsehen erregt. Ein weiterer prominenter YouTuber, der Nachichtenvlogger LeFloid (Florian Mundt), hat das Netzwerk im Oktober aus ähnlichen Gruenden verlassen, darf aber aufgrund der einzuhaltenden Küdigungsfrist nicht mit Dritten darüber reden.
Unge allerdings hat diesen Teil des Vertrags verletzt und seine hohe Reichweite genutzt, um auf die Vorfälle aufmerksam zu machen. Unklug, aber höchst medienwirksam.

Das Phänomen Unge wird der Fall auch genannt. Plötzlich berichten Zeitungen darüber. Das Thema beschäftigt die Menschen, was 700 Tweets pro Minute in der Höchstphase der Diskussion auf Twitter bezeugen. Doch die Meinungen zu #Freiheit gehen auseinander. Auf der einen Seite wird Mediakraft von Unges Fangemeinschaft, der selbsternannten #raupenarmy, die zum Großteil aus 14-30-Jährigen besteht, kritisiert und beschimpft, auf der anderen wird Unge auch von YouTube-Kollegen daran erinnert, dass auch er einen Vertragsbruch begangen hat und sich über die Folgen im Klaren sein muss.

Doch sein öffentlicher Abgang von Mediakraft hat nicht nur eine große Welle in den sozialen Medien ausgelöst, sondern auch eine grundlegende Problematik in der noch jungen YouTubewelt sichtbar gemacht: Die Meinungsverschiedenheiten zeigen auf, wie sehr sich das Videoportal in den letzten Jahren verändert und entwickelt hat. Immer mehr Werbepartner werden auf die reichweitenstarken Kanäle aufmerksam und investieren in die meist noch unmündigen und naiven Videoblogger. Das führt weg vom sicheren Community-Gefühl und hin zum gewinnorientierten Markt. „Aus der Szene wird eine Branche“ meint Markus Hündgen von der European Webvideo Academy dazu. Und wie andere YouTuber und auch die Netzwerke damit in Zukunft umgehen, bleibt zu beobachten.

 

Quellen:

http://www1.wdr.de/fernsehen/aks/themen/unge-freiheit-youtube-100.html
https://www.youtube.com/watch?v=z_SdbC1aThU
https://www.facebook.com/MediakraftNetworks/posts/573327879466908
http://www.vice.com/de/read/interview-mit-lefloid-wenn-ich-eine-frau-waere-waere-ich-beauty-blogger-058
http://www.netzpiloten.de/mehr-freiheit-youtube-star-simon-unge-kritisiert-mediakraft/
http://www.mediakraftnetworks.de/about-us/
http://dispositiv.uni-bayreuth.de/freiheit-lieber-unge-willkommen-in-der-wirklichkeit/

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„Wetten, dass..?“ – es immer unvergessen bleibt

geschrieben von in Fernsehen, Medienkritik, Medienwandel, Qualität1 Kommentar »

Die Kultshow nimmt nach 33 Jahren ihr Ende in der deutschen Fernsehgeschichte

Wohl jeder dürfte die Sendung kennen, ob alt oder jung,  „Wetten, dass..?“ war beim Publikum lange Zeit die wohl beliebteste Samstagabend Unterhaltungsshow im Deutschen Fernsehen.

Am Samstagabend den 13. Dezember 2014 hieß es schließlich zum letzten Mal im ZDF „Topp, die Wette gilt!“. Mehr als 3 Jahrzehnte lang hat das Format das Samstagabend Programm vieler Familien bestimmt. Doch 4 Moderatoren, 33 Jahre und 215 Sendungen später endet mit „Wetten, dass..?“ ein Stück Fernsehgeschichte.

Am 14. Februar 1981 begann mit Frank Elstner als Moderator die unglaubliche Geschichte von „Wetten, dass..?“. Er war es, der das Konzept der Sendung entwickelt hatte. Jeder kennt es: Ein Wettanbieter wettet, dass er etwas Besonderes, etwas Außergewöhnliches oder etwas Skurriles kann. Der Wettpate, in der Regel ein Star, der als Gast in die Sendung eingeladen wurde, tippte den Wettausgang. Für den Fall, dass er mit seinem Tipp daneben lag, bot der Wettpate einen Wetteinsatz an. Elstner moderierte das Format bis 1987. In 6 Moderationsjahren wurden unter seiner Leitung insgesamt 39 Sendungen ausgestrahlt.

Daraufhin wurde Gottschalk neuer Moderator zunächst bis 1992. Unter seiner Moderation fand die erste Sommerausgabe unter freiem Himmel 1991 im Amphitheater in Xanten statt.

Anschließend moderierte Wolfgang Lippert die TV-Show ein Jahr lang von 1992 bis 1993 in insgesamt nur 9 Sendungen.

Danach übernahm Thomas Gottschalk erneut die Moderation. Er präsentierte die Unterhaltungsshow insgesamt fast 22 Jahre lang bis Dezember 2011 und damit mehr als zwei Jahrzehnte. In 151 Sendungen gewann der Kultmoderator und mit ihm das Format an zunehmender Beliebtheit.

Die Unterhaltungsshow sorgte für Skandale und Aufreger, hatte großes Unterhaltungspotential durch ihre außergewöhnlichen Wetten und skurrilen Wetteinsätze und bot immer wieder aufs Neue Gesprächsstoff für die Medien. Insbesondere die weiblichen Stars sorgten wegen zu knapper oder durchsichtiger Outfits für Aufregung. Auch Gottschalks außergewöhnliche Garderobe, die sich an keine Trends hielt, und seine ausgefallenen Outfits wurden zum Markenzeichen von „Wetten, dass..?“.

In jede Show wurden Stars eingeladen, die dann alle zusammen auf der wohl berühmtesten Couch im deutschen Fernsehen Platz nahmen. Als Gäste wurden zahlreiche exklusive und internationale Weltstars empfangen. Darunter unter anderem der amerikanische Superstar Michael Jackson im März 1999. Auch der damalige Bundeskanzler, Gerhard Schröder war einst zu Besuch in der Sendung. Unter den berühmten Persönlichkeiten waren Schauspieler, Sänger, Sportler und viele mehr.

Die historische Samstagabend Sendung stand bis dahin für Spaß, Spannung und Unterhaltung bis die Show durch den tragischen Unfall bei einer Wette im Dezember 2010 einen bitteren Beigeschmack bekam. Der damals 23-jährige Schauspielstudent Samuel Koch versuchte auf Sprungstelzen mit einem Salto über ein fahrendes Auto zu springen, stürzte und verletzte sich dabei schwer. Daraufhin wurde die Sendung abgebrochen. Samuel Koch ist seit dem Unfall gelähmt. Dieser dramatische Vorfall nahm Gottschalk zum Anlass sich aus dem „Wetten, dass..?“- Showgeschäft vollständig zurückzuziehen. Seit dem Unfall des Kandidaten lag laut Gottschalk für ihn „ein Schatten auf der Sendung“ und er wäre nicht in der Lage „zu der guten Laune zurückzufinden, die Sie zu Recht von mir erwarten“.

Am 3. Dezember 2011 verabschiedete sich Thomas Gottschalk dann schließlich für immer von der großen „Wetten, dass..?“-Showbühne. Viele Zeitungen berichten vom Ende einer Ära.

Nach dem Rücktritt Gottschalks musste ein neuer Moderator her. Die Suche gestaltete sich Anfangs etwas schwierig bis sich schließlich Markus Lanz bereit erklärte die prominenteste deutsche Fernsehshow weiterzuführen. Seit 2012 präsentierte er 13 Ausgaben der Show. Mit der Moderation der Sendung durch Lanz gingen die Zuschauerquoten immer stärker zurück und die Kritik gegenüber Lanz selbst und seinem Moderationsstil wurde von Sendung zu Sendung stärker. Viele Zeitungen berichten er sei an der Sendung gescheitert, andere berichten von einem würdelosen Abgang, der den Abschied von „Wetten, dass..?“ nicht gerade schwer macht. Es ist sogar von einem „dramatischen Verfall“ die Rede. Laut Stern wollten sich viele Zuschauer einfach nicht an Lanz als „Wetten, dass..?“- Moderator gewöhnen. Es gab zahlreiche Schlagzeilen über das gesunkene Niveau der Show und etliche negativ Berichte. Die Bild – Zeitung berichtet von „Endzeitstimmung“, andere wiederum von „Wehmut“. „Wetten, dass..? ist der erste live im Fernsehen übertragene Tod einer öffentlich-rechtlichen Sendung. Aber in Würde stirbt man besser daheim und nicht im Fernsehen“, so die Welt.

Ob man die Meinungen der Zeitungen und deren Auslegungen glauben und folgen möchte, ist jedem selbst überlassen. Fest steht jedoch, dass Lanz die Sendung „Wetten, dass..?“ noch weitere 3 Jahre am „Leben erhalten“ hat und sich der Herausforderung gestellt hat eine so große und bekannte Fernsehshow von dem „Wetten, dass..?“ – Moderator schlechthin zu übernehmen. Von Anfang an war klar: das wird keine leichte Aufgabe sein.

Mit den Worten „Das Leben geht weiter – wetten, dass?“ von Markus Lanz aus Nürnberg endete die letzte Sendung.

Wie es nach dem Ende des Fernsehklassikers weiter gehen soll ist noch nicht genau bekannt. Der Stern berichtet von einer neuen Sendung, die im kommenden Jahr von Johannes B. Kerner moderiert werden soll. Bei der Sendung „Das Spiel beginnt!“ handle es sich um Brettspiele, die Kerner als Samstagabendshow präsentieren werde. Damit „will das ZDF die Lücke füllen, die „Wetten, dass ..?“ hinterlässt“. Die Sendung trägt den Untertitel „Die große Show von 3-99“ und soll im März 2015 starten. Dennoch sei kein direktes Nachfolgeformat geplant. Stattdessen soll es mehrere verschiedene Shows und Sendungen geben, die versuchen an den Erfolg von „Wetten, dass..?“ anzuknüpfen.

Auch das bekannte Sofa, auf dem während der insgesamt 215 Sendungen von „Wetten, dass..?“ zahlreiche Stars Platz fanden, soll nun in anderen Shows wie beispielsweise dem ZDF-Fernsehgarten zum Einsatz kommen.

Ob eine andere Show es jemals schaffen wird mit der Kultshow gleichzuziehen ist jedoch äußerst fraglich. Immerhin gab es die Unterhaltungssendung fast 34 Jahre lang, durchdauerte damit mehrere Jahrzehnte und war fester Bestandteil des Samstagabend Fernsehprogramms im ZDF. Trotz vieler Kritik und auch Quotenrückgang in den letzten beiden Jahren gilt „Wetten, dass..?“ als größte Fernsehshow Europas.

Die bislang größte Herausforderung des Senders dürfte nun sein, einen passenden Nachfolger für den Klassiker zu finden.

 

Quellen:

ZDF: http://multimedia.zdf.de/2014/10/wettendass-statistik/index.html

http://www.zdf.de/wetten-dass../ein-rueckblick-die-schoensten-bilder-aus-33-jahren-wetten-dass..-36195572.html

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2304288/Ich-werde-es-nicht-vermissen (letzter Zugriff: 31.12.14)

STERN: http://www.stern.de/kultur/tv/wetten-dass-markus-lanz-peinliches-interview-mit-samuel-koch-2159927.html

http://www.stern.de/kultur/tv/zdf-ersetzt-wetten-dass-durch-brettspiele-mit-johannes-b-kerner-2158396.html (letzter Zugriff: 31.12.14)

BILD: http://www.bild.de/unterhaltung/tv/wetten-dass/das-wird-aus-der-beruehmten-couch-39050778.bild.html

http://www.bild.de/themen/specials/wetten-dass/eine-aera-geht-zu-ende-16866284.bild.html (letzter Zugriff: 31.12.14)

FAZ: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik/tv-kritik-wetten-dass-vollgas-in-den-himmel-13320266.html (letzter Zugriff: 31.12.14)

WELT: http://www.welt.de/vermischtes/article135334632/Arrivederci-Lanz-das-war-dein-letzter-Tanz.html

http://www.welt.de/vermischtes/article135338948/So-waren-die-letzten-Atemzuege-von-Wetten-dass.html (letzter Zugriff: 31.12.14)

SPIEGEL: http://www.spiegel.de/kultur/tv/wetten-dass-quote-bei-letzter-show-mit-lanz-und-schweiger-a-1008399.html (letzter Zugriff: 31.12.14)

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Das Fernsehprogramm an Heiligabend: Alle Jahre wieder…

geschrieben von in Fernsehen, Medienkritik, Medienwandel, QualitätKommentare deaktiviert für Das Fernsehprogramm an Heiligabend: Alle Jahre wieder…

An Weihnachten kommt immer das Gleiche im Fernsehen, so die gängige Meinung. Ob das nun Fluch oder Segen ist, soll jeder für sich selbst entscheiden. Aber stimmt das wirklich? Sehen wir jedes Jahr die gleichen Filme und Sendungen? Vergleicht man das Heiligabend-Programm sowohl der öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme Das Erste und ZDF sowie der privaten Programme RTL, Sat.1 und Pro7 in den Jahren 2012-2014, so fallen einem doch schon einige Ähnlichkeiten auf.

Programm vor 20:15
Das Erste spricht mit seinem Programm 2014 vor allem Familien an: Es zeigt Kinderfilme und Märchen wie beispielsweise den Weihnachtsklassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Nach der Tagesschau folgen dann weitere Klassiker mit „Familie Heinz Becker“ und „Loriot“ und im Anschluss an die „Christvesper“ wird ein deutscher Film ausgestrahlt. Diese Art der Programmgestaltung scheint sich für den Sender bewährt zu haben, da 2013 und 2012 kaum Unterschiede festzustellen sind. 2013 wurden Heinz Becker und Loriot lediglich von einer Sendereihe zum Baron von Münchhausen abgelöst und 2012 ein anderer deutscher Film gezeigt.
Auch das ZDF setzt auf eine Mischung aus Kinderfilmen, Klassikern und Märchen. So laufen 2014 Filme wie „Grüffelo“, „Pippi geht von Bord“, „Michel in der Suppenschüssel“ und „Aschenputtel“. Im Anschluss folgen die Übertragung eines Konzerts unter dem Titel „Weihnachten mit dem Bundespräsidenten“ und eine Fernsehshow. Auch hier änderte sich in den Jahren 2013 und 2012 nur minimalst die Filmauswahl. Die Klassiker Pippi und Michel blieben im Programm. Auffällig war aber, dass das Konzert 2012 nicht im Programm auftaucht.
RTL entscheidet sich bei seiner Filmauswahl 2014 für Weihnachts- und Abenteuerfilme. Ab 17:10 will es dann mit Kurzfilmen von den Schlümpfen und „Ice Age“ auch Kinder vor den Fernseher locken. Die Weihnachtsfilme wie zum Beispiel „Santa Baby“ und die Kurzfilme für Kinder blieben im Programm. Die Abenteuerfilme wurden aber durch die „Sister Act“-Reihe (2013) und die „Zurück in die Zukunft“-Reihe (2012) ersetzt. 2012 zeigte RTL außerdem noch ein „Promi Undercover Special“ und deshalb nur einen Kurzfilm, was aber aufgrund des Verlängerung der Sendezeit für die Kurzfilme nur auf wenig positive Ressonanz beim Publikum zu treffen schien.
Auch Sat.1 passt sich dem Muster an und zeigt Weihnachtsfilme, Komödien, Abenteuerfilme und 2014 den Klassiker „Mary Poppins“.  Allerdings tauschte es die alten Komödien aus den 80er Jahren, die 2012 und 2013 noch ausgestrahlt wurden, im aktuellen Jahr durch neuere Filme aus.
Pro7 fällt mit seinem Programmangebot deutlich aus der Reihe. Während die anderen Sender Spielfilme zeigen, beschränkt sich dieser Anbieter auf amerikanische Serien. Mit Ausnahme von 2012, als vormittags immerhin noch zwei Tanzfilme und eine Teenie-Komödie gezeigt wurden, findet man im weiteren Verlauf des Programms nur noch die Serien, die Pro7 auch im normalen Wochenprogramm zeigt (zum Beispiel: „Two and a half men“, „How I met your mother“, „Die Simpsons“). Es variieren lediglich die Serientitel.

Programm um 20:15
Das Erste zeigt deutsche Filme: „Buddenbrooks“ (2012), „Die Liebe kommt mit dem Christkind“ (2013) und „Weihnachten…ohne mich, mein Schatz!“ (2014). Beim ZDF ist der „Heiligabend mit Carmen Nebel“ scheinbar schon zur Tradition geworden, denn er wird in allen drei Jahren zu dieser Zeit ausgestrahlt. Somit sprechen die öffentlich-rechtlichen Sender aber eher das ältere Publikum an. Der private Sender RTL hat ebenfalls scheinbar eine Tradition entwickelt und zeigt den Weihnachtsklassiker „Schöne Bescherung“ aus dem Jahre 1989. Sat.1 wechselt zwischen „Kevin-Allein zu Haus“ (2012 und 2014) und dem ersten Teil der „Indiana Jones“-Reihe (2013). Pro7 zeigt ebenfalls Spielfilme,allerdings keine aktuellen: „Fantastic Four“ (2013) und „Stirb langsam 2“ (2014). 2012 fällt der Sender aber deutlich aus der Reihe und zeigt die amerikanische Serie „The Big Bang Theory“.

Anschlussprogramm
Das Erste zeigt im Anschluss an den deutschen Film 2012 „Loriot“, 2013 ein Special zu einer Arzt-Serie und 2014 eine Krimikomödie. Danach folgen die Tagesschau und die katholische Christmette. Das ZDF zeigt dazu passend die evangelische Christmette und danach ebenfalls Nachrichten. Spielfilme werden daran im Anschluss gezeigt: „Ist das Leben nicht schön?“ (2012), „Tatsächlich…Liebe“ (2013) und „Leo und Marie-Eine Weihnachtsliebe“ (2014). RTL strahlt Action- oder Science-Fiction-Thriller aus, 2014 ergänzt es sein Programm aber noch durch die Komödie „Snow Dogs“. Sat.1 knüpft einfach an den vorhergehenden Film an, zeigt also „Kevin-Allein in New York“ (2012 und 2014) und den zweiten Teil der „Indiana Jones“-Reihe (2013). Dieses Muster übernimmt auch Pro7 2013 und zeigt im Anschluss an „Fantastic Four“ die Fortsetzung des Spielfilms aus dem Jahr 2007. 2014 orientiert sich der private Fernsehsender dann eher am Konkurrenten RTL und zeigt den Actionthriller „Tödliche Weihnachten“ (lief 2012 auf RTL zur selben Sendezeit). 2012 bleibt Pro7 aber der amerikanischen Serie „The Big Bang Theory“ treu und zeigt diese bis 02:40.

Es stimmt also, dass die Fernsehsender ihr Programm kaum verändern. Die öffentlich-rechtlichen bedienen vor 20:15 Familien und Kinder mit Märchen, Kinderfilmen und Klassikern und abends sprechen sie dann eher das ältere Publikum an. Die privaten Sender versuchen eine Alternative dazu zu bieten, indem sie abwechslungsreichere Filme zeigen, die ein größeres Publikum ansprechen. Pro7 fällt mit seinen Serien dabei deutlich aus der Reihe. Tatsächlich ändern sich also lediglich die Filmtitel, das Konzept dahinter bleibt aber gleich. Häufig tauchen die Titel im Abstand einiger Jahre auch genau in dieser Zusammenstellung wieder auf. Am auffälligsten sind die Wiederholungen um 20:15 bei ZDF und RTL, aber dadurch wird auch einen gewisse Zuschauerbindung erzeugt. Es entsteht eine Art Tradition und wann passt dies wohl besser als an Weihnachten?

Quellen:
– Fernsehprogramm 2012
– Fernsehprogramm 2013
– Fernsehprogramm 2014

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geschrieben von in Internet, Medienkritik, Medienwandel1 Kommentar »

Seit einiger Zeit sieht man immer mehr Nachrichtenportale im Internet die Kommentarfunktionen unter ihren Artikeln entweder einschränken oder vollends auf die sozialen Netzwerke auslagern. Das jüngste Beispiel, das mir schmerzlich bewusst gemacht hat, wie sehr der Nachrichtenkonsument von dem gelesenen Portal abhängig ist, ist der Fall der Süddeutschen Zeitung. Dort findet man seit kurzem zumeist nicht mehr das interne Kommentarfeld, sondern nur noch einen Verweis auf den rivva-Debattenmonitor, der entsprechende Reaktionen auf Facebook, Twitter und co. zusammensucht.

Das geht allerdings nur etwa 48 Stunden lang, dann wird der Zugriff gesperrt – nicht, dass dadurch ein großer Verlust entsteht. Die Mehrheit der gefunden Ergebnisse sind Tweets zum Artikel, mit dem exakt gleichen Wortlaut wie der Original-Link der Twitterseite von der Süddeutschen. Keine den Artikel erweiternden, den Sachgehalt hinterfragende, die Subjektivität anprangernde Kommentare mehr, die den Autor widerlegen, herausfordern, teilweise – wie bspw. im Fall der Ukraine-Krise – sogar eine Gegenöffentlichkeit präsentieren; eine gesamte Debattenkultur auf 160 Zeichen zusammengepresst. Zudem sind auch ältere Kommentare nicht mehr einsehbar, wahrscheinlich sogar gelöscht und größtenteils unwiederbringlich verloren.

Soziale Netzwerke als ausgelagerte Diskussionsplattformen

Sicher mag man jetzt entgegenhalten, dass am Ende eines Artikels stets ein schönes, blaues F thront, mit der Überschrift »Diskussion mit SZ-Lesern«. Und tatsächlich führt einen der Link auf eine Facebook-Seite, wo einen die vermissten Kommentare wiederbegegnen. Auch rivva findet Kommentare, wenn man Glück hat – auf Facebook. Und doch ist es so, als hätte man den Römischen Senat auf den Marktplatz nebenan verlagert. Galt schon früher die Formel, dass nur einer aus fünf Kommentaren den Artikel maßgeblich erweitert, so kann es auf Facebook, wo eine größere Anzahl an Lesern und Schreibern »on the fly« eine kurze, weitgehend sinnentleerte Reaktion à la »Wer’s glaubt …« (hier gefunden) von sich gibt, nur schlimmer werden; sinnvoll argumentierte, neutrale Postings gehen in einer Welle aus Polemik und Kurzreaktionen unter.

»Raucherecken« für Kommentierende

Die dritte Neuerung indes wäre eigentlich positiv zu sehen: Diskussionen sind nur noch zu bestimmten Artikeln möglich und es wird explizit darauf hingewiesen, dass diese Debatten sorgfältiger moderiert werden als es bis dato der Fall war. Konzentrierte, anspruchsvolle Kommentare zu komplexen und wichtigen Themen, ohne das internetübergreifende »Trolling« dazwischen. Doch leider obliegt die Auswahl der zu kommentierenden Artikel nicht den Lesern selbst, sondern der Redaktion. Und gerade bei den Artikeln, bei denen man es sich am meisten erhofft, Gegendarstellungen lesen und verfassen zu dürfen, ist dieses Feature nicht vorhanden.

Diskutieren darf man zur Zeit also über die Residenzpflicht von Migranten oder unter welchen Umständen man Angehörige verklagen darf, sollte oder müsste – nicht aber über empfindliche Themen wie den NSU-Skandal, das Verhalten des BND im Hinblick auf die NSA oder die wirtschaftlichen Chancen der USA im Vergleich zu Europa. Kurz: Überall dort, wo die Meinungs- und Deutungshoheit der Redaktion oder die Ausrichtung des Blatts in Frage gestellt werden könnten, hat der Leser stillschweigend das Geschriebene hinzunehmen auf Facebook zu schreiben, denn dort kann man es ja nicht verhindern, will man die Aufmerksamkeit der Leser durch geteilte, gelikete und kommentierte Artikel nicht verlieren.

Eine andere Sicht auf die Dinge präsentiert die Redaktion selbst: Anscheinend wird hier der Leserdialog nicht eingeschränkt, zensiert oder ausgelagert; sondern »neu gedacht«! Die Leser auf Abstand halten oder in sichere Spielplätze abschieben gilt also als eine Revolution des Leserdialogs? Sicher nicht.

Alles schlecht?

Dennoch haben die Verantwortlichen vielleicht nicht ganz unrecht: Der Debattenmonitor kumuliert Ansichten und Kommentare aus einem Großteil des sozialen Netzes und kann so dem interessierten Leser nicht nur einen Ausschnitt geben, wie registrierte SZ-Leser, die nebenbei Hobbykommentatoren sind, die Dinge sehen, sondern eröffnet ihm ein großes Panorama an Meinungen; aus verschiedenen Schichten, Gruppierungen etc., kurz von jedem, der im Dschungel seiner Facebook-Timeline einen Post der SZ gesehen und sich die halbe Minute Zeit für einen Kommentar genommen hat. Vielleicht kein Mehr an Wissen, aber ein Mehr an Bewusstsein der politisch-kulturellen Grundeinstellung der Meisten.

Dass man nebenbei die Zeit, die früher zum Moderieren, Kürzen und Entfernen von polemischen, rassistischen, sexistischen usw. Kommentaren aufgewendet wurde, nun für mehr Qualitätsjournalismus (oder mehr Gewinn) verwenden kann, tröstet aber nicht über den Verlust von Gegendarstellungen hinweg. Denn wer heute die SZ online liest, kriegt nur eine Realität geboten, wo früher vielleicht schon ein paar Zeilen darunter alles ins Schwanken geriet.

Emoticons statt Meinung

Was bleibt, ist ein fader Beigeschmack. Nicht nur, weil ich persönlich als Leser aus der SZ nicht mehr den gleichen Wert ziehen kann wie noch vor drei, vier Monaten; sondern auch, weil sich hier ein Trend abzeichnet, den ich nicht unterstützen mag. Das Internet hat der Medienlandschaft die Möglichkeit der direkten Interaktion mit dem Leser geschenkt und doch geht man zurück zu einer Zeit, in dem nur wenige Rentner vormittags einen handgeschriebenen Leserbrief in den Postkasten warfen. Das muss nicht sein. Das darf nicht sein. Dieses Verhalten widerspricht nicht nur den Prinzipien des Web 2.0, es widerspricht streng genommen – durch die feste Hierarchisierung von Information – dem modernen Verständnis von Demokratie selbst.

Sicher kann man der SZ nicht vorwerfen, demokratische Prinzipien zu unterminieren – viel wahrscheinlicher ist, dass die Moderation der Debatten schlicht zu viel wertvolle Arbeitszeit verschlungen hat. Aber es ist nur zweitrangig, aus welchen Gründen sich eine Entwicklung abzeichnet, viel bedeutsamer sind ihre Folgen. Ein jüngeres Beispiel dafür ist die Kommentarfunktion der BILD. Dort darf man seit neuestem nicht nur kommentieren, sondern auch über die vorwiegende Emotion der Leser abstimmen. Also in Zukunft keine Meinungen, Anregungen, Korrekturen mehr; sondern ein hübscher Smiley unter jedem Artikel?

Was bleibt, ist ein fader Beigeschmack.

 

weiterführender Artikel auf »Der Freitag«

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Drachen, Magie, Schwule und andere Hirngespinste

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik, Medienwandel1 Kommentar »

Videospiele und Sexualität hatten schon immer eine etwas merkwürdige Beziehung, insbesondere von außen betrachtet. Während virtueller Sex und exotische, halbnackte Frauen
gerne als Mittel zur Unterhaltung genutzt werden, hatten romantische Beziehungen, geschweige denn nicht-heterosexuelle Beziehungen, immer ein Schattendasein.
Auch transsexuelle Charaktere werden zumeist, wenn überhaupt, als Witzfigur dargestellt, denn wer will sowas denn schon sehen, es spielen schließlich nur junge, heterosexuelle Männer Videospiele, richtig?
Dass dies nicht der Fall ist und nie war ist momentan ein so heiß diskutiertes Thema wie noch nie, nicht zuletzt auch der Gamergate-Debatte wegen. Immer mehr Menschen der LGBT-Szene (Lesbian Gay Bi Trans) und Unterstützer fordern nicht nur mehr realistische weibliche Charaktere, sondern auch solche, die von der Videospiele-Norm abweichen.

Einer der ersten, die Homosexualität in Spielen zuließen, war Will Wright. Besonders bekannt ist dabei die Lebenssimulation Die Sims, deren inzwischen vierteilige Reihe von Anfang an homosexuelle Paare,
in späteren Teilen sogar die Heirat und Adoption von Kindern erlaubte. Im Kontrast dazu verbot Nintendo im kürzlich erschienenen Tomodachi Life für deren portable Konsole jegliche homosexuellen Interaktionen,
was selbstverständlich zu Aufschrei in der Fangemeinde führte, schließlich war auch dieses Spiel eine Lebenssimulation. Das Kommentar seitens Nintendo dazu lautete:
„Nintendo hat nie beabsichtigt, mit der Veröffentlichung von ‚Tomodachi Life‘ irgendeine Form eines gesellschaftlichen Statements abzugeben. Die Beziehungsoptionen im Spiel repräsentieren eher eine lustige alternative Welt, als dass sie das echte Leben simulieren.“
Nicht gerade verwunderlich, dass dies nicht die hitzigen Gemüter beruhigte. Die Firma ist ein traditionelles japanisches Unternehmen, was die konservativen Werte erklären könnte, da in Japan gleichgeschlechtliche Partnerschaften staatlich nicht anerkannt und sogar teilweise diskriminiert werden, nicht nur Nintendo tut sich daher schwer mit Offenheit gegenüber solchen Themen.

Das bekannteste Positiv-Beispiel in der Branche ist wohl BioWare, deren Sitz in Kanada liegt und mit solchen Spielen wie Baldur’s Gate und Star Wars: Knights of the Old Republic an Bekanntheit erlangte. Vor knapp einer Woche erschien der neueste Teil der Dragon Age-Saga, genannt Dragon Age: Inquisition.
In einer klassischen Gut-gegen-Böse-Handlung sammelt der Spieler allerlei Charaktere um sich, die ihn im Kampf unterstützen sollen. Wie bei BioWare nicht unüblich, können auch Beziehungen teils romantischer Natur mit diesen Charakteren eingegangen werden. Von acht möglichen Figuren, die umgarnt werden können, sind zwei homo-, eine bi- und eine pansexuell. Von vielen als fortschrittlich und vorbildlich für nicht nur seine sexuell, sondern auch ethnisch vielfältigen Charaktern, wurde BioWare allerdings auch von vielen für diese Entscheidung gerügt. Man fühle sich von BioWare hintergangen, es würden einem schwule Charaktere aufgezwungen und überhaupt, es sei widerlich und das Entwickler-Team solle sich für sein „Einschleimen“ bei Feministinnen und der LGBT-Szene schämen.

Dabei hatte BioWare schon in der Vergangenheit versucht, Diversität in Videospielen voranzubringen. Der erste Teil der Mass Effect-Reihe, erschienen 2007, verursachte in vielen Medien einen Aufschrei aufgrund von nackten Hintern und homosexuellen Charakteren.
Die Mitarbeiter des Unternehmens bestehen zu einem Großteil aus Frauen und sind regelmäßig auf Messen wie der Gaymer Con zu finden, wo sie Vorträge über den Zustand der Branche sprechen und auch zugeben, selber einige Fehler begangen zu haben.
Lead Writer David Gaider ist der Überzeugung, dass verschiedene Sexualitäten auch zu besseren und verschiedenen Geschichten führt, wie es etwa in Dragon Age: Inquisition beim schwulen Magier Dorian Pavus der Fall ist, der aus seinem traditionellen Heimatland floh, weil er sich nicht den gesellschaftlichen Konventionen unterordnen wollte.

In den letzten Jahren hat sich die Unterhaltungsbranche immer wieder verändert, etwa durch Serien wie Game of Thrones gewöhnt sich die Gesellschaft immer mehr an nackte Haut und Sexualität, was noch vor kurzer Zeit als Ding der Unmöglichkeit galt; es lässt hoffen, dass dies ein Zeichen für eine Zukunft voller Mut zu aufregenden (und realistischen) Geschichten und Charakteren ist.

Quellen:

Spiegel Online: Homosexualität in Spielen (http://www.spiegel.de/netzwelt/games/dragon-age-inquisition-neues-bioware-spiel-bietet-schwule-charaktere-a-1003535.html)

Spiegel Online: Streit um neues Nintendo-Spiel (http://www.spiegel.de/netzwelt/games/nintendo-erlaubt-in-tomodachi-life-keine-homosexualitaet-a-968490.html)

Zeit.de: Diskriminierung digital (http://www.zeit.de/digital/games/2011-07/games-homosexualitaet/seite-2)

Youtube: Interview with David Gaider, Lead Writer at Bioware (https://www.youtube.com/watch?v=lhXCpKDqFb8)

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