Das Buch – Verstaubte Medienleiche oder unsterblicher Klassiker?

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„Wo schaltet man das an?“

„Kann man da nicht scrollen?“

„Ist da etwa der Ton aus?“

„Und das funktioniert tatsächlich ohne W-LAN?“

Ein wenig könnte man über derartige Fragen schmunzeln, aber beobachtet man die bemerkenswerte Technikaffinität, die bereits Kindergartenkinder an den Tag legen, ergibt sich im Umkehrschluss schon beinahe die Überlegung, ob diese Altersgruppe in zehn Jahren, fünf, oder vielleicht schon heute eben genau diese Fragen stellen könnte.

Wenn sie ein Buch in der Hand hält.

Aber trennt uns noch so viel von dieser – zugegeben etwas überspitzten – Vorstellung? Werden im Zeitalter von „Ich lad‘ mir das mal eben runter“ und „Gibt’s da auch den Film dazu?“ überhaupt noch Bücher gelesen? Und wenn ja, welche?

Jedes Jahr veröffentlicht der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die neusten Zahlen zur Entwicklung der Branche. Zwar schloss diese das vergangene Jahr mit einem leichten Minus von 1,4 % ab, blickt man jedoch auf die letzten zehn Jahre zurück stellt man fest, dass die Umsätze insgesamt stabil geblieben sind.

Den größten Beitrag hierzu leistet nach wie vor die Belletristik mit knapp einem Drittel Umsatzanteil. Etwaige Umsatzanstiege sind häufig mit dem Erscheinen einzelner „Megaseller“verknüpft: so generierte die „Shades of Grey“-Reihe im Jahr 2012 deutliche Mehreinnahmen. Ein ähnliches Phänomen ließ sich 2014 in der Warengruppe der Sachbücher beobachten. Diese erhielt signifikanten Zuwachs durch den Bestseller „Darm mit Charme“.

Ebenfalls beruhigend für Verlage und Buchhandlungen dürften die aktuellen Zahlen zur Häufigkeit der Büchernutzung sein. Stolze 43% der Frauen und immerhin noch gut ein Viertel der Männer geben an täglich, oder zumindest mehrmals in der Woche in einem Buch zu lesen.

Insgesamt lässt sich resümieren, dass trotz der stetig wachsenden Anzahl an Alternativen zu Unterhaltung, Bildung und Informationsbeschaffung per Buch, sich der Klassiker unter den Medien sobald nicht verdrängen lassen wird. Noch scheint es genügend Liebhaber der Haptik eines Blattes Papier und des Geruchs von Druckerschwärze und vielleicht sogar ein Bisschen Staub zu geben.

Medienkompetenz, neues Unterrichtsfach?

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Längst hat die digitale Transformation Einzug in alle gesellschaftlichen Bereiche unseres Lebens gehalten. Die Geschwindigkeit ihrer Ausbreitung ist ebenso rasant wie kurzlebig. Erhebliche Veränderungen der Nutzungsrelevanz von Medien finden auf beruflicher Ebene statt, in der Gesellschaft und Politik, aber eben auch im Speziellen bei Jugendlichen und Kindern.

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Generationskennzeichnend lässt sich eine altersspezifische Verschiebung beobachten die zeigt, je jünger die Generation, desto größer das generelle Interesse an der digitalen Welt und  der intuitive Umgang mit ihr. (Das klassische Dilemma: Whatsapp mit Mama, oder Skypen mit Oma und Opa).

Ist es also kontraproduktiv gegen das, nennen wir es, angeborene Interesse an zu arbeiten und den Kindern den Umgang zu untersagen, oder sollte es im Gegenteil als Chance genutzt und gefördert werden und in geregelte Bahnen geleitet werden? Die Medienpädagogik forscht hier nach dem „aber wie?“.

E-Learning Angebote gehören für Studenten zur Tagesordnung. Aber auch in den Grund- und weiterführenden Schulen lassen sich die positiven Lerneffekte einzelner Medienangebote beobachten und es stellt sich die Frage:

Ist Youtube vielleicht der bessere Lehrer?
Aber es soll hierbei wohl eher um Zusammenarbeit gehen. Kanäle wie beispielsweise Youtube, Skoyo, oder das Fernsehen ( wie z.B. Logo, Wissen macht Ah!, etc.) sollen die eigentlichen Lehrer nicht ersetzen, nein, sie fungieren vielmehr als unbegrenzt und universell zugänglicher Nachhilfelehrer.

„Medienkompetenz bildet eine Grundlage lebenslangen Lernens“. Der Unterricht sollte die Kinder vorbereiten die Medien zu hinterfragen und verantwortungsvoll, vor allem aber sicher, mit ihnen umzugehen. Die hohe Relevanz der Digitalen für Kinder & Jugendliche (Social Networks, Messenger-Apps, etc.) steht dem Bedauern der Eltern und Pädagogen gegenüber, die die „Dominanz virtueller Erfahrungen gegenüber der realen Auseinandersetzung mit der Welt“ betrachten. Planet Schule aber beispielsweise sagt: „Lebensweltliche Erfahrungen jenseits des Computers sollen nicht ersetzt, sondern unterstützt werden“ – eine Starthilfe für eine lebenslange, lernende, neugierige Auseinandersetzung mit der Welt in beiden Bereichen.

„Ist das alles denn wirklich nötig?“

  1. Ja, im Hinblick auf das Berufsbild unserer Gesellschaft in der Medienkompetenz immer stärker zur Grundvoraussetzung eines Überlebens auf dem Arbeitsmarkt wird und um die Sicherheit der Kinder im Umgang mit Medien zu gewährleisten.
  1. Nein wenn es darum geht die unersetzliche Leistung interpersoneller direkter Kommunikationsvorgänge zu würdigen und für ein ganzheitlich geschultes Weltbild persönliche Sinneseindrücke zu entkräften.

Der Umgang mit der realen Welt, und das Erleben dieser, ist die Basis für den Umgang mit Medien. Das eine wird vom anderen nicht ersetzt, es muss ergänzend wirken. Eine grundlegende Unterrichtsrevolution bleibt noch aus, teilweise sind die Bundesländer aber schon auf dem Weg: Ein Beispiel ist der 10 Punkte Plan „Medienkompetenz macht Schule“ aus Rheinlandpfalz, ein anderes ist das Medienkompetenzportal NRW, die beispielsweise mit dem so genannten „Medienpass NRW“ auffahren, oder die Niedersächsische Bildungscloud. Hierbei wird ab Februar 2017 für drei Jahre ein Pilotprojekt gestartet, bei dem Unterrichtsinhalte entwickelt werden sollen, die dann auf dem Handy und Tablet der Schüler abrufbar sind. Ipadatschool.de bietet bereits digitale Materialien für das Tablet im Unterricht und Fortbildungsgegenstände für das digitale Klassenzimmer für Lehrer an. Die Grundsteine werden gelegt.

 

 

Ob nun das neuste Iphone das optimale Geschenk für einen 10 Jährigen ist, oder Ipads, in Kinderspieltischen integriert, schon für das oben beschriebene Medienkompetenztraining essentiell sind, bleibt allerdings weiterhin fragwürdig. Klar ist sicherlich, dass das Bildungssystem sich offensichtlich weiterentwickeln muss, dies teilweise schon tut und auch hier, wie so oft im Leben, ein gesundes Maß der Dinge ausschlaggebend für den Erfolg ist.

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Sexualisierung in den Medien- hat sich etwas geändert?

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Sexualisierung in den Medien- hat sich etwas geändert?

 

Was versteht man eigentlich unter Sexualisierung? Im Duden wird dieses Wort beschrieben als „jemanden, etwas in Beziehung zur Sexualität bringen und die Sexualität in den Vordergrund stellen”. Genau das scheinen die Medien dauernd zu tun. Sehr deutlich wird es vor allem in der Werbung und in Filmen.

 

Frauen, wie auch Männer werden auf ihr Äusseres reduziert. Aber war das nicht schon immer so? Mittlerweile schaut man TV und wird mit Werbung überschwemmt die einem eins ins Gesicht schreit: Sex!

Der Konzern Saturn warb einmal mit dem Motto „Geiz ist Geil“. Viele Parfum Plakate bestechen durch ein hübsches Model. Und Make-Up Firmen benutzen nur zu oft den Lippenstift als Phallussymbol.

 

 

huGO-BildID: 3440973 Geiz ist geil, Saturn Werbung, Werbekampagne

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Geiz ist geil, Saturn Werbung, Werbekampagne    lippenstift

 

 

Natürlich ist diese extreme Art der Sexualisierung erst in den letzten Jahren so hemmungslos geworden. Jedoch wurde schon immer mit Sex beziehungsweise sexuellen Reizen geworben. Vor allem ist hier auch auf die Rolle der Geschlechter zu achten: noch vor etwa 50 Jahren war die Frau die treue Hausfrau und der Mann der Arbeiter der das Geld nach Hause brachte. In anderen Worten: Der Mann wurde dominant dargestellt und die Frau wurde als unterlegen oder schüchtern betrachtet.

In der heuten Zeit ist es nicht mehr so eindeutig. Oft ist auf den ersten Blick die Frau „stärker“ geworden. Sie wird zum Beispiel als erfolgreiche Geschäftsfrau dargestellt. Ist sie nun gleichzeitig dominant? Im Vergleich: Zwei Palmers Werbungen. Links schaut die Frau verführerisch durch einen hautfarbenen Strumpf. Sie will wohl ihren Mann verführen. Man sieht aber nur bis gerade so zur Schulter. Definitiv bestärkt dies aber das Bild der liebenden Hausfrau. Rechts nun eine Gruppe Frauen mit sexy schwarzer Lingerie und starker geraden  Postur. Eine der Frauen schaut jedoch zurück als ob sie doch nur nachschaut ob  es dem Mann gefällt. Man sieht hier den ganzen Körper- fast nichts ist mehr versteckt und die Frau wird extrem sexualisiert. Wirken diese Frauen jetzt sehr dominant? Gegenüber der älteren Werbung lautet die Antwort Ja. Bei näherem Betrachten jedoch sieht man, dass es auch in der modernen Werbung darum geht dem Mann zu gefallen. Die Frau wird doch wieder als das „schwächere Geschlecht“ betrachtet. Sie ist da um zu gefallen und die Träume des Mannes zu erfüllen. Diese sexy Strümpfe tragt sie nicht nur für sich selbst.

 

 

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Doch nicht nur Frauen müssen unter dieser, oft unangebrachten Sexualisierung leiden. Männer werden genauso sexualisiert. Man(n) muss muskulös sein und vor allem…die richtige Grösse haben. Auch wenn es immer heisst das es darauf ja gar nicht ankommt. fotomorgen.de denkt da wohl anders. Die zwei Männer mit dem „Kleineren“ wohl auch, den Blicken zu urteilen.

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Man bemerkt dass die Sexualisierung in den Medien zwar zugenommen hat aber auch dass sie schon immer anwesend war. Geschlechterrollen wurden und werden „definiert“. Die Frau ist oft immer noch rezessiv und der Mann oft dominant. Die Medien geben vor wie Mann und Frau auszusehen haben. Sie geben vor was sexy ist und was nicht. Die Wirkung auf die Gesellschaft ist enorm. Junge Mädchen leiden Hunger um so schlank zu sein, Jungs stopfen sich mit Proteinen voll um die Muskeln zu erlangen. Vielleicht ist es heutzutage nur so extrem in der Gesellschaft zu bemerken weil die sexuellen Reize zugenommen haben und viel plakativer geworden sind. Vielleicht sollten wir auch nicht immer so auf die Medien hören und einfach mal den Spiegel vorhalten und sehn wie schön wir sind- wir alle. Früher ging das doch auch.

Quellen:

http://www.duden.de/rechtschreibung/sexualisieren

http://www.zeitgeistlos.de/moralfinger/sexgesellschaft.html

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wo bleiben eigentlich die Superheldinnen?

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Wenn ich von Superhelden spreche, dann hat jeder sofort ein Bild im Kopf. Superman , ganz offensichtlich, Batman oder Spiderman, diese Namen kann man inzwischen schon fast zum Allgemeinwissen zählen. Bei den weiblichen Kollegen wird es dann aber schon schwieriger. Superwoman? Gibt es die?, könnte sich manch einer fragen. Nicht ganz, Supermans weibliches Gegenstück heißt Wonder Woman. Catwoman? Spätestens bei Black Widow geben viele auf. Nie gehört. Natürlich gibt es noch unglaubliche viele Helden und Heldinnen mehr, jeder Comicbuch-Fan könnte diese Liste beliebig weiter führen, der Einfachheit halber bleiben wir hier aber bei den Bekannteren.

Marvel’s Avengers bestehen in ihren bekanntesten Filmen aus sechs legendären Superhelden und tatsächlich, Black Widow ist eine von ihnen. Um genau zu sein, die Einzige ohne exorbitant hohen Testosteronspiegel. Ihre Mitstreiter nämlich, tragen die Namen Iron Man, The Incredible Hulk, Captain America, Hawkeye und Thor. Neben ihren Hormonen haben die werten Herren auch noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie sind wesentlich bekannter als ihre Kollegin. Nun halte ich es schon für traurig genug, dass Black Widow, trotz ihrer Verkörperung durch die durchaus populäre Schauspielerin Scarlet Johansson, so unbekannt blieb, doch damit nicht genug.

So will der eingefleischte Fan natürlich nicht auf sein geliebtes Merchandise verzichten. Die Jungen und Männer haben es hier leicht, ihre Lieblingshelden finden sie in zahllosen Variationen auf T-Shirts, Pullovern, Taschen, Tassen und als Spielzeug. Für Mädchen und Frauen dagegen wird es jetzt in zweierlei Hinsicht schwierig. Zum Einen ist es erschreckend zu beobachten, dass einige Heldinnen, sind sie doch ohnehin schon in der Unterzahl, auf Shirts oder Taschen, wie hier Gamora von den Guardians of the Galaxy, einfach verschwinden oder sogar ausgetauscht werden. Zum Anderen gibt es an besagten Shirts zwar eine riesige Auswahl, die meisten davon sind allerdings nur für Männer geschnitten. Ist die Frau hier dennoch nach langer Suche erfolgreich, dann ist ihr Fund entweder pink oder besagt, dass die Trägerin am Liebsten einen der männlichen Helden heiraten würde. Oder beides.
Dem weiblichen Fan ein wohlbekanntes Problem.

Was aber vermittelt das den Mädchen und jungen Frauen in unserer Gesellschaft? Dass sie kein Recht haben selbst stark zu sein? Dass sie doch bitte wie eine Disney Prinzessin süß und hübsch und rosa sein sollen und letztendlich doch immer auf ihre Prinzen angewiesen sind.

Der amerikanische Medienwissenschaftler Christopher Bell erzählt in einem seiner Vorträge die Geschichte eines elfjährigen Jungen aus North Carolina, der My Little Pony schaut und dafür in der Schule so lange gemobbt und verprügelt wird, bis er eines Tages zu Hause versucht sich zu erhängen. Der Junge hat überlebt, doch das macht seine Geschichte meines Erachtens nicht weniger tragisch.

In was für einer Gesellschaft leben wir, deren Medien Mädchen und Frauen den Männern so klar unterstellt, während es für einen Jungen als Demütigung gesehen wird Ponys zu mögen? Ponys, die noch dazu wichtige Grundwerte verkörpern, wie jeder weiß, der sich einmal die Mühe gemacht hat die Kinderserie zu recherchieren. Also gebt den Heldinnen eine Chance. Nicht nur für Mädchen, auch für Jungen. Denn von ihnen lernen können wir alle.

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Die Virtual Reality-Brille Google Cardboard – eine Alternative zu Oculus Rift?

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Mit der Bekanntgabe des hohen Preises der Virtual Reality-Brille Oculus Rift stellt sich die Frage nach Alternativen. Eine bietet Google mit seiner Brille Cardboard.
Virtual Reality bezeichnet eine digitale Realität, die computergesteuert hergestellt wurde. In der Spieleindustrie wird versucht, dieses Konzept für ein neues Spielerlebnis zu nutzen. Dem sollen Virtual Reality Brillen wie Oculus Rift dienen, die sich allerdings in einem extrem hohen Preissegment bewegen. Jedoch kann man auch ohne dreistellige Beträge zu zahlen Virtual Reality probieren: mit Google Cardboard.

Die VR-Brille zum Zusammenbauen

Bestellt man die VR-Brille von Google, deren Preis zwischen 20€ und 25€ liegt, erhält man einen Bausatz, der aus Lingooglecardboardsen, Magneten, Gummibändern sowie Klettverschlüssen besteht. Wenn man diesen zusammenbaut, entsteht man eine Art Gehäuse, in das man ein Smartphone stecken kann. Aktiviert man nun bestimmte eigens dafür produzierte Apps und hält sich Cardboard vor das Gesicht, kann man Googles Virtual Reality Konzept ausprobieren.

Spaziergänge durch fremde Länder – von Zuhause aus

Die Apps sind beispielsweise über den Google Play Store erhältlich. Mit ihnen kann man sich durch das Sonnensystem führen lassen oder Outdoor-Erlebnisse bequem von zuhause aus erleben. Auch Unternehmen wie Volvo nutzen die VR-Brille zu Promotionzwecken.
Cardboard ist jedoch nicht auf die langfristige Nutzung ausgelegt, so muss man es stetig mit den Händen vor das Gesicht halten. Im Gegensatz dazu lässt sich die Oculus Rift am Kopf befestigen. Auch die Qualität des Erlebnisses unterscheidet sich deutlich, so reicht die Leistung eines Smartphones nicht an die eines PCs, den Oculus Rift benötigt, heran. Allerdings ist es für VR-Interessierte ausreichend, die einen Einblick in die Funktionsweise virtueller Realität erhalten wollen.

 

Bildquelle: http://www.giga.de/zubehoer/google-cardboard/

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Netflix worldwide – Globales Internet-Fernsehen

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Der Online-Streaming Dienst Netflix ist seit dem 6. Januar nun in 130 weiteren Ländern verfügbar. Bisher waren es 60 Länder. Somit agiert der ehemalige DVD-Verleiher frei nach dem Motto: „Netflix gibt es jetzt überall – fast.“ Denn mit China fehlt der größte Absatzmarkt mit 1,4 Milliarden Einwohnern. Auch auf der Krim, in Syrien und Nordkorea wird Netflix vorerst aufgrund von US-Sanktionen, denen amerikanische Unternehmen unterliegen, nicht verfügbar sein. In Indien dagegen schon. Bereits ein Fünftel der 1,3 Milliarden Einwohner ist online und der Breitbandausbau zieht massiv an, wodurch sich dieser Absatzmarkt als äußert lukrativ und zukunftsträchtig erweist.

Netflix wurde zunächst als Verleih bekannt, der DVDs in roten Briefumschlägen lieferte. Seit dem Börsengang 2002 boomt das Geschäft aber. Das zeigt auch die aktuelle Expansion, nach deren Bekanntgabe die Netflix-Aktie um ganze neun Prozent stieg. Ungefähr 70 Millionen Mitglieder nutzen den populären Streaming Dienst. Neben einer Vielzahl von bekannten Serien und Filmen, werden seit einiger Zeit auch kostenintensiv eigene Serien produziert, die mittlerweile zum Steckenpferd von Netflix geworden sind, wie zum Beispiel die Polit-Drama-Serie „House of Cards“.

Doch damit nicht genug: Reed Hastings, Gründer von Netflix, kündigte auf der Tech-Messe „CES“ in Las Vegas für 2016 31 neue Eigenproduktionen an, mit denen über 600 Stunden neues Material zur Verfügung gestellt werden. So können sich Fans von „Netflix & Chill“ bald über weitere Serien á la „Daredevil“ oder „Orange is the new black“ freuen.

Doch solche Erweiterungen und Fortschritte sind nötig. Netflix will in punkto Streaming das Fernsehen revolutionieren und hierzulande sitzen dem Unternehmen aus dem Silicon Valley zahlreiche Konkurrenten wie Amazon Instant Video oder Maxdome im Nacken, die ihr Angebot auch stetig erweitern..

Quellen: Spiegel Online, Meedia.de, Handelsblatt.com

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LinkNYC – Die Telefonzelle der Zukunft

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Können Sie sich kostenloses und überall zugängliches WLAN vorstellen?
Nie wieder zu MCDonald´s, Starbucks oder DM während dem Shoppingtrip, um das kostenlose WLAN auszunutzen, denn jetzt kommt das freie und kostenlose WLAN für alle!

Es ist das bislang größte und schnellste städtische WLAN-Projekt der Welt. Am Dienstag, dem 05.01.2016 wurden die ersten zwei LinkNYC-Stationen in New York enthüllt, die freien WLAN-Zugang zu mehr als 8 Millionen Menschen ermöglichen sollen. Bis 2024 sollen 7500 WLAN-Stationen verteilt in allen fünf Stadtteilen New Yorks stehen und somit die veraltete Telefonzellen-Infrastruktur ersetzen.

Neben dem frei zugänglichen WLAN haben die Stationen jedoch noch weitere Funktionen:
Man kann, wie bei den bisherigen Telefonzellen, kostenlose Telefongespräche innerhalb der USA führen, genauso Videogespräche über das Tablet. Das Tablet ist außerdem für das Surfen im Internet und als Routenplaner zugänglich. Eine 911-Taste für Notrufe ist ebenfalls vorhanden.

So sieht die WLAN-Station aus, die 8 Millionen Menschen in New York frei zugängliches WLAN ermöglichen soll.

So sieht die WLAN-Station aus, die 8 Millionen Menschen in New York frei zugängliches WLAN ermöglichen soll.

Und so funktioniert´s:
Die WLAN-Station ist eine knapp drei Meter hohe Säule und liefert eine Internetverbindung von einem Gigabyte pro Sekunde im Umkreis von 122 Metern. Die Firma CityBridge möchte die Stationen in einem Abstand von ungefähr 50 Metern voneinander in ganz New York platzieren. Laut CityBridge ist die Internetverbindung somit 100-mal schneller als der Durchschnitt des öffentlichen WLANs in den USA.

Fußgänger können sich um die WLAN-Station herum stellen und sich mit dem Netzwerk verbinden. Ist man mal mehrere Wochen nicht in Reichweite der Station und kommt zurück, verbindet sich das Gerät wieder automatisch mit dem Netzwerk. Um zu verhindern, dass sich Menschenmassen um eine Station herum bilden, gibt es weder flache Oberflächen an den Säulen, um etwas abzustellen noch Sitzmöglichkeiten.

Die zwei nun enthüllten WLAN-Stationen befinden sich an der jeweiligen Ecke der Third Avenue zur 15th Street und der 17th Street und sollen laut CityBridge Mitte Januar für die Fußgänger eröffnet werden. Sie sind jedoch noch im Beta-Status und somit sind noch nicht alle Funktionen verfügbar. Die Nutzer sollen die Stationen zunächst testen und Feedback geben. Mitte Februar soll dann die Tablet-Funktion eingeführt werden, die das Surfen an der Station selbst und die Funktion des Routenplaners ermöglicht.

In den kommenden vier Jahren sind 4550 Links geplant und bis 2024 sollen dann alle 7500 Links in ganz New York stehen. Das Projekt LinkNYC umfasst eine Auskleidung der Stadt mit mehreren hundert Metern Glasfaserkabel. Bis Mitte Juli diesen Jahres sollen 500 Stationen online sein, mit dem Ziel, 10 WLAN-Stationen pro Tag entlang der 3rd Avenue in Manhattan bis zum südlichen Teil der Bronx, in der Flatbush Avenue in Brooklyn, sowie in Jamaica, Queens und St. George, Staten Island zu installieren.

Im Jahr 2014 begann die Verwaltung des Bürgermeisters von New York, de Blasio, mit der Suche nach einer Firma zur Verwirklichung ihrer Pläne. Mit der in New York ansässigen Arbeitsgemeinschaft CityBridge, bestehend aus führenden Experten in Technologie und Medien begann dann schließlich die konkrete Planung und Durchführung.

Doch wer finanziert das alles?
Die Finanzierung wird hauptsächlich durch Investoren durchgeführt, unter anderem Qualcomm, CIVIQ und Intersection. Des Weiteren besitzt eine solche Hotspot-Station jeweils einen hellen, digitalen 55-Zoll-Display auf beiden Seiten, auf denen Werbung ausgestrahlt wird. Durch die Werbeeinnahmen werden zunächst die Errichtungskosten von $200 Millionen bezahlt und anschließend sehen die Investoren vor, nach dem 12-jährigen Vertrag $500 Millionen an die Stadt New York auszubezahlen.

Mit LinkNYC geht die Stadt New York einen großen Schritt in Richtung Kommerzialisierung des Internets und einen großen Schritt Richtung Zukunft. Man sei gespant, wie lange es dauert, bis solche WLAN-Stationen auch in Deutschland stehen.

Aus Alt mach Neu: Das läuft bald (wieder) im TV

geschrieben von in Fernsehen, Medienwandel1 Kommentar »

2016 werden zahlreiche Filme und Serien wieder neu aufgelegt. Unter anderem erwartet uns ein Revival der 90er-Jahre-Kultserien „Akte X“, „Full House“ und „Baywatch“. Warum ist das so? Fehlen den Produzenten neue Ideen?

Kein ganz neues Phänomen
In den letzten Jahren gibt es sowohl positive als auch negative Beispiele für das Aufwärmen bekannter Filme und Serien. So wurde „Knight Rider“ mit Justin Bruening als Michael Knight bereits nach einer Staffel wieder eingestellt. Fargo hingegen, basierend auf dem Film der Brüder Ethan und Joel Coen, wurde bereits um eine zweite und dritte Staffel verlängert. Zwischen den einzelnen Staffeln gibt es hier Zeitsprünge von mehreren Jahrzehnten, sodass Figuren von anderen Schauspielern gespielt werden, unter anderem „Hobbit“ und „Dr. Watson“-Darsteller Martin Freeman, Billy Bob Thornton und Kirsten Dunst.

2016 geht es rund
Auffällig ist, dass für das Jahr 2016 gleich mehrere Wiederansetzungen geplant sind. Und bis dahin ist es gar nicht mehr so weit: Bereits am 24. Januar läuft in den USA die zehnte Staffel von „Akte X“ an. Dana Scully und Fox Mulder werden dann in sechs neuen Fällen versuchen, weiteres über die geheimen X-Akten herauszufinden. Mit von der Partie sind nicht nur die gealterten Hauptdarsteller David Duchovny und Dana Scully, sondern auch noch weitere Nebendarsteller und Serienschöpfer Chris Carter. Großartige Änderungen am Setting wird es wohl nicht geben, die erste Episode der zehnten Staffel wurde bereits auf der MIPCOM in Cannes gezeigt.
Ende Februar, genauer gesagt am 26.2., läuft dann beim Video on Demand-Anbieter Netflix eine neue Staffel von „Full House“ unter dem Titel „Fuller House“ an. Hier gibt es einige Wechsel in der Besetzung: Statt Danny Tanner steht jetzt dessen Serientochter D.J. (immer noch gespielt von Candace Cameron-Bure) im Mittelpunkt. Unterstützung bekommt die alleinerziehende Mutter von ihren beiden Onkeln Joey (Dave Coulier) und Jesse (John Stamos). Die Süddeutsche Zeitung hat also nicht ganz damit unrecht, wenn sie hier von einem Spin-Off, einem Reboot und einem Revival in nur einer Serie schreibt.
Ebenfalls neu aufgelegt wird die Serie „Eine schrecklich nette Familie“ um Schuhverkäufer Al Bundy. Ob Ed O’Neill allerdings wieder mitspielt, ist noch nicht bekannt. Fest steht nur, dass die Hauptrolle diesmal Sohn Bud zukommen wird. Bislang gibt es nur Pläne für eine Pilotfolge, alles weitere ist noch nicht geklärt. In diesem wird vermutlich auch Serientochter Kelly Bundy (Christina Applegate) zu sehen sein.

Ein erneuter Gefängnisausbruch?
Die Serie „Prison Break“, die eine Gruppe Gefängnisinsassen um Michael Scofield (Wentworth Miller) beim Ausbruch und bei der Flucht vor Polizei und FBI zeigt, war ursrpünglich nur für zwei Staffeln konzipiert. Da die Quoten zu gut waren, um abgesetzt zu werden, wurde die Geschichte schließlich für eine dritte und vierte Staffel erweitert und schließlich noch um den Film „The Final Break“ erweitert. Doch damit nicht genug: Sieben Jahre nach dem Ende werden voraussichtlich noch in diesem Jahr zehn Folgen einer neuen Ministaffel gezeigt. Mit dabei: Die beiden Brüder Michael Scofield und Lincoln Burrows (Dominic Purcell)! Vermutlich dürften auch weitere Ausbrecher wieder mit von der Partie sein. Thematisch sollen offene Fragen der Originalserie geklärt werden, weiteres ist über die Handlung noch nicht bekannt.
Auch für Fans von Serien, die auf Filmen aufbauen, wird es neues altes Futter geben: Der 1999er-Klamaukfilm „Galaxy Quest“ (auch bekannt als „Planlos durchs Weltall“) mit Tim Allen und Sigourney Weaver dient als Vorlage für die gleichnamige Serie. Obwohl für die Serie die gleichen Produzenten und Autoren wie im Film verpflichtet wurden, kehren Allen und Weaver wohl nicht zurück, da die Geschichte nicht direkt an den Film anschließen wird. Platz für einen weiteren Film? Läuft die Serie im nächsten Jahr an, haben die Filmemacher sogar Wort gehalten: Im Abspann des Films wird auf eine Fortsetzung der Serie (der Film handelt von den Hauptdarstellern einer Serie, die von Aliens für „echte“ Astronauten gehalten werden) nach 18 Jahren hingewiesen.

Mehr (oder weniger) Stoff für Wassernixen

„Knight Rider“ bleibt nicht die einzige Hasselhoff-Serie, die erneut verfilmt wurde. Für einen Kinofilm, der in den nächsten Monaten gedreht werden soll, hat sich Regisseur Seth Gordon den Stoff von „Baywatch“ vorgenommen. Warum David Hasselhoff seine alte Rolle nicht spielen darf, ist unbekannt. Für ihn dürfen Dwayne „The Rock“ Johnson und Zac Efron oberkörperfrei am Sandstrand entlang joggen. Auch Pamela Anderson kehrt nicht zurück, ihre Rolle übernimmt das Model Kelly Rohrbach. Verglichen mit „Knight Rider“ für Hasselhoff ein schlechtes Signal?

Keine neuen Ideen?

Doch warum werden aktuell so viele Filme und Serien noch einmal neu aufgelegt? „Akte X“ mit den gleichen Schauspielern, ebenso wie „Twin Peaks“ und „Gilmore Girls“, von denen auch neues Material kommt – gibt es keine kreativen Köpfe mehr? Der Grund ist ein anderer: Viele Revivals werden von Streamingportalen produziert. Im Gegensatz zum TV sind diese nicht direkt von Einschaltquoten abhängig. Eine neue Serie benötigt wesentlich mehr Vorausplanung, auch sind die Marketingkosten für ein unbekanntes Produkt deutlich höher. Streamingportale benötigen Abonnenten, um Geld zu verdienen. Dies geht am ehesten mit bereits bekannten Serien: Wer schließt schon ein Abo ab, wenn er nicht weiß, was er dafür bekommt? Im Gegensatz dazu schließt ein Nutzer eher ein Abo ab, wenn neue Folgen einer Serie (vorerst) exklusiv ausgestrahlt werden. Es geht also letztlich doch ums Geld – wobei auch bei einem Flop die Kasse klingelt. Aus diesem Grund bekommen die Fans der „Gilmore Girls“ sogar nur vier neue Episoden präsentiert.

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Die unmündige Miss Moneypenny – Das Kinojahr 2015 und der Bechdel-Test

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik, MedienwandelKommentare deaktiviert für Die unmündige Miss Moneypenny – Das Kinojahr 2015 und der Bechdel-Test

Mit 2015 ist vor nunmehr fast einer Woche ein in jedem Falle ergiebiges, spannendes und vor allem abwechslungsreiches Kinojahr zu Ende gegangen. Auf der großen Leinwand sahen wir die Rückkehr des härtesten britischen Agenten aller Zeiten, hörten auch nach Paul Walkers Tod endlich wieder das Quietschen von heißgelaufenen Gummireifen vor exotischen Kulissen und verfielen kurzzeitig in Schnappatmung, als ein kaum gealterter Harrison Ford zusammen mit einem übergroßen Wookie wieder nach Hause fand. Fällt Ihnen etwas auf? Vielleicht ja der kleine und dennoch wichtige Fakt, dass bei dieser in keinem Falle Anspruch auf Vollständigkeit erhebenden Kurzzusammenfassung des vergangenen Leinwandjahres und dessen Highlights von keiner einzigen Frau die Rede ist. Natürlich finden wir bei genauerem Nachdenken schnell einen Gegenbeweis, und zwar in dem in 2015 weltweit kommerziell neunt-erfolgreichsten Film, dem vierten Teil der „Tribute von Panem„-Saga – also genau jenem Film, in dessen Hauptrolle Jennifer Lawrence als Freiheitskämpferin Katniss Everdeen brilliert. Lawrence war es nämlich, die wohl für den größten Skandal, die größte öffentliche Debatte im Filmbusiness des vergangenen Jahres sorgte, als sie als Reaktion auf den Hackerangriff auf Sony Pictures im Sommer und die Veröffentlichung geheimer Vertragsdokumente offen über die ungleiche Gagen-Verteilung von Schauspielerinnen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen sprach (die New York Times berichtete im Oktober).

Mehr als nur Staffage - Weibliche Präsenz in "Mad Max: Fury Road"

Mehr als nur Staffage –  Weibliche Präsenz in  „Mad Max: Fury Road“

Mehr als nur geschminkte Kleiderstangen?

Nun liegt die Vermutung oder gar der Vorwurf nahe, das weltoffene und dynamische Hollywood sei auch im fünfzehnten Jahr des neuen Jahrtausends alles andere als liberal was die Gleichberechtigung der Geschlechter angeht. Ein Einwand, der schon seit Jahrzehnten von verschiedenen Verbänden, Aktivisten, Bloggern und kritischen Privatleuten geäußert wird; Frauen im großen Blockbuster seien Platzhalter, Sexobjekte, letztlich oft nichts weiter als hübsche Kulisse. Eine der lautesten Kritikerinnen dieses vermeintlichen Skandals ist die US-amerikanische Comic-Autorin und Journalistin Allison Bechdel. Ihre ganz eigene und in der Vergangenheit bereits vereinzelt in Medien und Popkultur aufgegriffene Theorie bzw. Methode um herauszufinden, ob ein Film denn nun Frauen als Menschen oder nur als Kleiderstange darstellt – der sogenannte „Bechdel-Test“ – besteht  aus drei essentiellen Fragen an den Film selbst. Diese lauten, denkbar einfach, wie folgt:

1.) Hat der Film mindestens zwei (namentlich genannte) tragende weibliche Figuren?

2.) Führen die weiblichen Figuren eine Unterhaltung miteinander?

3. ) Dreht sich besagte Unterhaltung um etwas anderes als einen Mann?

Bechdel selbst betont immer wieder, dass ein Bestehen oder Nicht-Bestehen des Tests keine Aussage über die Qualität oder den feministischen Gehalt eines Films bedeutet. Viel mehr soll die mit dem Test verbundene Fragestellung und die mit den Jahren daraus erwachsene Datenbank auf ihrer Website  Aufschluss darüber geben, ob überhaupt weibliche Präsenz vorhanden ist, sprich Frauen in irgendeiner Form eine zumindest annähernd mehrdimensionale Rolle einnehmen.

2015 verspricht Besserung – besonders an der Spitze

Nun gestaltet sich der Blick auf das vergangene, mit Blockbustern wie „Jurassic World“ oder dem zweiten Teil von Marvels „The Avengers“ an den Kassen überdurchschnittlich erfolgreiche, Jahr besonders spannend, wendet man diese drei Fragen einmal auf dessen große und vor allem erfolgreiche Streifen an. Dabei zeigt sich relativ schnell: Das Ergebnis bleibt wie in den Jahren zuvor ausbaufähig. Wie die Journalistin Kelsey McKinney im US-Onlinemagazin Fusion darstellte, bestehen mit circa 54% nur knapp die Hälfte der hundert Top-Produktionen 2015 den Test; darunter für manche sicher überraschend auch erst einmal wenig auf Geschlechtergerechtigkeit bedachte Werke wie „Mad Max: Fury Road“, dessen oft in Trailern oder sonstigen Zusammenstellungen etwa im TV hervorgehobene leicht bekleidete Darstellerinnen trotz der deutlich fehlenden Dialoglastigkeit des Werkes weibliche Präsenz weit über ihre Körperlichkeit heraus zeigen.

Dem gegenüber stehen zwei sehr erfolgreiche und mit einer umso größeren Fangemeinde ausgestattete Filme, welche ihre seit Jahren als Erfolgsgarant geltenden Franchises auch im vergangenen Jahr fortzusetzen wussten; zum einen der neueste Teil der „Mission Impossible“-Reihe (‚Rogue Nation‘), zum anderen mit „Spectre“ der lang erwartete und in der Kritik hochgelobte aktuelle James Bond-Film. Stellt man hier Bechdels Fragen an das Drehbuch, so erfüllen diese nur ein (Spectre zeigt mehr als eine tragende weibliche Figur), beziehungsweise gar kein oben aufgestelltes Kriterium. Somit sind jene Produktionen die einzigen der Top 10-Filme 2015, welche den Test nicht bestehen – 2014  und in den Jahren zuvor waren es immerhin noch mindestens doppelt so viele.

Nur einer von drei Bechdel-Punkten: Léa Seydoux in "Spectre"

          Nur einer von drei Bechdel-Punkten: Léa Seydoux in „Spectre“

Lässt sich Emanzipation so messen?

So interessant dieser Befund auch sein mag, gerade im Bezug auf die Unterschiede zwischen den Genres und eine Wandlung in der geschlechtsbezogenen Figurenkonstellation im Popcorn-Kino; wissenschaftlich haltbar dürften weder Bechdels sehr simple und bei dem klassischen, stringenten Filmverlauf entgegengehenden Filmen wie „Gravity“ (2013) nur eingeschränkt anwendbare Theorie, noch die darauf fußende und in erster Linie von Usern generierte, kaum ernsthaft administrativ geprüfte Film-Datenbank sein. Doch das bedeutet wiederum bei weitem nicht, dass der Bechdel-Test sinnlos sei; im Gegenteil. Er lenkt Aufmerksamkeit auf eine durchaus problematische Entwicklung in der Drehbuchentwicklung und Filmrealisierung, nämlich in der Tat die Degradierung der Frau zum sexuellen oder schlicht unmündigen Objekt in bestimmten Hollywood-Genres wie primär an Männer gerichteten Action-Produktionen. So regt er zum Reden, zum Diskutieren an- und selbstverständlich zum Blick in die Zukunft.

So haben immerhin bereits zwei der mit Hochspannung erwarteten Blockbuster des neuen Jahres den Test durchlaufen dürfen: Zum einen Leonardo DiCaprios mysteriöse amerikanische Folklore „The Revenant“ und zum anderen der zweite Western aus der Feder des selbsternannten Frauenverehrers Quentin Tarantino, „The Hateful Eight“. Wer möchte, darf als Kinogänger also auch 2016 weiterhin mit Bechdels essentiellen drei Fragen den Popcorn-Beutel konzentriert bei Seite stellen – und zwar nicht bloß als weiblicher.

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Wenn es nicht mehr genügt milliardenschwerer Facebookgründer zu sein

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Neues Jahr, neue Vorsätze. Das denkt sich so mancher. Was letztendlich aus diesen Vorsätzen wird bleibt einem selbst überlassen.

Das hat sich auch Facebook founder Mark Zuckerberg gedacht als er der Facebook-Community seine Jahresvorsätze mitteilte. Nach Vorsätzen wie mehr zu lesen kommt nun ein Vorsatz der erst einmal ungewöhnlich klingt:

Zuckerbergpost 1 möchte einen Roboter erschaffen der ihm im Haushalt hilft. Man könnt meinen, dass der Mann der vermeintlich alles hat, jetzt über das Ziel hinausgeschossen sei. Kann man diesen Post denn ernst nehmen? Wie ein Scherz klingt er nicht. Der Plan von diesem Roboter, den man sich übrigens wie „Jarvis“ aus „Iron-Man“ vorstellen kann, hat bereits Form angenommen.

 

 

 

Dass Zuckerberg auch wirklich an seinen Vorsätzen festhält hat er bewiesen indem er seinen Vorsatz, aus dem Jahre 2010, Mandarin zu lernen an der chinesischen Universität Tsinghua, Peking, in einer zwanzig-minütigen Rede unter Beweis gestellt hat, so berichtet auch „The Guardian“ . Also womit werden wir zu rechnen haben? Dass wir Facebook Technologie auch irgendwann in unseren Häusern haben können? So weit entfernt ist das smarte wohnen nämlich gar nicht mehr. Samsung legt bereits mit der Gerätereihe „smart home“ vor in Sachen zukunftsorientiertem Wohnen. Das Smartphone mit allen kompatiblen Geräten verbinden und dann auf alles zugreifen können ist schon Realität, da spielt es keine Rolle mehr ob man zu Hause ist oder nicht. Das einzige was man braucht ist einen Internetzugang, um alle Geräte steuern zu können.

Nicht nur das Wohnen ist betroffen vom technischen Fortschritt, im letzten Jahr kam auch immer wieder das Wort Industrie 4.0 zum Vorschein. Was kann man sich darunter bloß vorstellen? Alles kommuniziert miteinander, alles ist vernetzt. Das scheint so der Kern der Industrierevolution zu sein. Diesen Fortschritt will auch die Universität Stuttgart nutzen und zeigen wie es ablaufen kann. Auf deren Website kann man sich individuell Joghurt zusammenstellen. Der Clou an der Sache ist, dass Maschinen mit programmierten Chips die Bestellung aufnehmen und weiterverarbeiten können. Die Roboter kommunizieren miteinander und produzieren die individuellen Joghurts. Die Technologie schreitet voran doch was heißt das konkret für den „Otto – Normalverbraucher“? Roboter in der Industrie erreichen nicht die breiten Massen doch das smarte Wohnen könnte von hoher Bedeutung für den einzelnen in der Zukunft sein.

Inwiefern wirkt sich diese technologische Entwicklung auf die Mediennutzung aus?

Dem Menschen wird so einiges erleichtert, jedoch gewinnen Smartphone und Co. an Bedeutung im Alltag. Alles wird digitalisiert, ein neues Zeitalter von Fortschritt bricht an. Doch bedeutet dies, dass Printmedien auf dem absteigenden Ast stehen? Dass die Auflagen der Zeitungen von Jahr zu Jahr sinken ist kein Geheimnis mehr, doch die Umgestaltung des Heimes könnte möglicherweise massiv dazu beitragen, dass sich der Umgang mit Medien radikal verändert. Die Sonntagszeitung wird nicht mehr beim Bäcker um die Ecke gekauft, sondern wird digitalisiert an die Wand projiziert oder erstrahlt möglicherweise als Hologramm. Jedoch wird eines feststehen, Medien egal in welcher Form werden bestehen bleiben, denn sie haben einen sehr wichtigen Platz in unserem Leben eingenommen. Was wären Politiker ohne legendäre Fernseh-Interviews oder Promis ohne Boulevardpresse. Um es nach Luhmann zu sagen, die Teilsysteme sind aufeinander angewiesen. Die Politik braucht die Medien und die Medien die Politik. Diese wechselseitige Abhängigkeit kann nicht verhindert werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Fortschritt unaufhaltsam ist, jedoch bestimmte Systeme wie die Medien bestehen bleiben. Auch wenn äußerliche Veränderungen vorgenommen werden, die nicht unbedingt kontraproduktiv sein müssen, bleibt der Kern der Kommunikation, Unterhaltung etc. in den Medien bestehen.

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Polen verabschiedet umstrittenes Mediengesetz

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Ein Kampf um die Meinungsvielfalt in den öffentlich-rechtlichen Medien und die Zukunft der kommerziellen Medien

Seit der Parlamentswahl im Oktober 2015 verfügt die  nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (“PiS”) über die absolute Mehrheit im Warschauer Parlament und verabschiedet seitdem im Eiltempo eine Reihe umstrittener Gesetze, die den polnischen Staat reformieren sollen.

Die neue nationalkonservative Regierung Polens: Ministerpräsidentin Beata Szydlo,  PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski und sein Vize Ryszard Terlecki    © dpa

Mitte Dezember wurde zunächst das alte Verfassungsgericht als Hüterin der Demokratie entmachtet. Die Arbeit der Verfassungshüter wird damit neu geregelt und erheblich erschwert. Die Regierung bestimmte bereits fünf neue Verfassungsrichter und löste damit eine Welle der Kritik von Opposition,  Medien und ausländischen Politikern aus.

Zum Jahreswechsel wurde im Eilverfahren ein neues Mediengesetz verabschiedet, dass die Säuberung der öffentlich-rechtlichen Medien und des Beamtenapparats erleichtern soll. So wird es der rechtskonservativen Regierung nun möglich sein, Direktoren der öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosender zu berufen, die Zahl der Kontrollratsmitglieder der Stationen zu begrenzen und die Mandate der derzeitigen Amtsträger zu beenden.

Außenminister Waszczykowski: „Wir wollen lediglich unseren Staat von einigen Krankheiten heilen, damit er wieder genesen kann.” © REUTERS

„Wir wollen lediglich unseren Staat von einigen Krankheiten heilen, damit er wieder genesen kann“,  sagte Polens Außenminister Witold Waszczykowski der “Bild“-Zeitung. Bei den Medien sei unter der Vorgänger-Regierung ein bestimmtes linkes Politik-Konzept verfolgt worden. „Als müsse sich die Welt nach marxistischem Vorbild automatisch in nur eine Richtung bewegen – zu einem neuen Mix von Kulturen und Rassen, eine Welt aus Radfahrern und Vegetariern, die nur noch auf erneuerbare Energie setzen und gegen jede Form der Religion kämpfen.” Das habe mit traditionellen polnischen Werten nichts zu tun, so Waszcykowski.

Kurz nach Verabschiedung des Gesetzes folgte eine Rücktrittswelle im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Direktoren von vier Programmen des öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TVP reichten ihren Rücktritt ein. Damit wollten sie offenbar ihrer Entlassung zuvorkommen, die sie durch das neue Mediengesetz befürchteten.

Nicht nur internationale Journalisten- und Medienorganisationen hatten das Gesetz scharf kritisiert. Auch EU-Kommissar Günther Oettinger sieht in Polens neuem Mediengesetz Gefahren für die Pressefreiheit.

Günther Oettinger: „Ein Intendant darf nicht ohne Angabe von Gründen entlassen werden. Das wäre Willkür.“ © dpa

Eine EU-Kommission beschäftigt sich am 13.Januar bei ihrer 1. Sitzung im neuen Jahr über die Lage in Polen. Sie sieht durch die Eingriffsmöglichkeiten der Regierung die Unabhängigkeit der Medien bedroht. Die geplante Beratung ist die Vorstufe zu einem  Prüfverfahren, das die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit durch die Mitgliedstaaten überwachen soll.

„Es spricht viel dafür, dass wir jetzt den Rechtsstaatsmechanismus aktivieren und Warschau unter Aufsicht stellen“, sagte der für Medienpolitik zuständige EU-Kommissar Günther Oettinger der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Der Rechtsstaatsmechanismus der EU wurde 2014 eingeführt und sieht einen verstärkten Dialog mit einem Mitgliedsland vor, wenn die EU-Kommission Verletzungen der Rechtsstaatlichkeit befürchtet. Wenn das Mitglied nicht auf Änderungswünsche der Kommission reagiert, droht ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen europäische Grundwerte. Bei „schwerwiegender und anhaltender Verletzung“ der im EU-Vertrag verankerten Werte kann in letzter Konsequenz das Stimmrecht des Landes bei Ministerräten und EU-Gipfeln entzogen werden. Weil diese Sanktion so hart ist, kam sie bislang nicht zum Einsatz. Diplomaten sprechen von einer „Atombombe“.

Tagesschau vom 03.01.2016 20:15 Uhr: EU Kommission droht Polen wegen Mediengesetz mit Aufsicht

 

Quellen:

http://www.tagesschau.de/thema/mediengesetz/

http://www.welt.de/politik/article150505395/Parlament-verabschiedet-umstrittenes-Mediengesetz.html

http://www.tagesspiegel.de/politik/polen-das-mediengesetz-und-die-eu-polens-aussenminister-gegen-welt-aus-radfahrern-und-vegetariern/12784944.html

http://www.tagesspiegel.de/politik/protest-gegen-mediengesetz-ruecktrittswelle-im-polnischen-rundfunk/12783122.html

http://www.welt.de/politik/ausland/article150570603/Ist-Polen-fuer-euch-nur-Lieferant-billiger-Arbeiter.html

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Pixelinfo: Was macht eigentlich der Teletext?

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Die Optik ist blockig und nach heutigen Maßstäben eher unattraktiv. Dennoch hat der Teletext die digitale Revolution überstanden und ist auch heute noch fester Bestandteil des deutschen Informationsangebotes und ein nicht zu unterschätzendes Massenmedium. Vor genau 35 Jahren, am 1. Juni 1980, starteten in Deutschland ARD und ZDF einen zehn Jahre währenden Teletext-Testbetrieb mit zunächst rund 70.000 Rundfunkteilnehmern. Während der Service in Großbritannien, dem Land, in dem der Teletext erfunden wurde, bereits seit fünf Jahren vollständig verschwunden ist, erfreut sich der Dienst sowohl bei den Fernsehzuschauern als auch bei den „Machern“ nach wie vor großer Beliebtheit.

Heute ist jeder Fernsehbesitzer in der Lage, Videotext zu empfangen. Geschah die Übertragung zu analogen Zeiten durch die Ausnutzung einer sogenannten „Austastlücke“ (Was ist das?) des Fernsehsignals, so wird der Service im digitalen Zeitalter ganz profan mit dem Audio- und Videostream mitgeliefert. An der optischen Aufbereitung hat sich dabei kaum etwas verändert; allein daran gemessen hätte der Teletext bereits eingestellt werden müssen.

Hohe Zugriffszahlen bei ARD und ZDF

SevenOne_TagesreichweiteEine von der GfK durchgeführte Studie ergab, dass im Jahr 2013 rund 44 Millionen verschiedene Besucher den ARD-Teletext in Anspruch genommen haben, 2014 nutzten täglich rund vier Millionen Zuschauer den Dienst.  An Spitzentagen, beispielsweise bei besonderen Ereignissen wie der Fußball-
Weltmeisterschaft, werden Zugriffszahlen jenseits der acht Millionen Grenze erreicht. Unter den Top-Drei Bereichen rangieren dabei die Nachrichten, Sportinformationen sowie das Fernsehprogramm. Insgesamt 18 zumeist freie Redakteure liefern den benötigten Content, aktuelle Themen stammen in der Regel von der Redaktion von tageschau.de. Die Kosten hierfür sind vergleichsweise gering: Nach Angaben des Senders müssen für das Angebot pro Jahr lediglich 1,7 Millionen Euro aufgewendet werden. Werbung ist bei den öffentlich-rechtlichen Teletexten jedoch tabu; private Sender hingegen
dürfen das redaktionelle Angebot querfinanzieren, was sie mit Angeboten beispielsweise aus dem Esoterik- oder Erotikbereich auch tun.

Teletwittern

Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) hat für die Sender der SevenOne-Mediagruppe kontinuierlich sinkende Nutzerzahlen ermittelt. So sank bei Sat1 der Wert von über drei Millionen im Januar 2014 auf knapp zwei Millionen im September 2015. Offenbar sind die Öffentlich-Rechtlichen eher in der Lage, Fernsehzuschauer zur Nutzung des Teletext-Angebotes zu bewegen als die privaten Sendeanstalten. Das mag damit zusammenhängen, dass ARD und ZDF zum einen via Teletext Untertitel anbieten und neue interkative Kommunikationskanäle wie „Teletwitter“ (Was ist das?) vital in seinem Programm einsetzen. Ein großer Vorteil ist zudem die Aufbereitung im Sinne eines Kurznachrichtendienstes. Auf den Startseiten (einheitlich Tafel 100) werden bei allen Anbietern aktuelle Nachrichten mit Angabe der entsprechenden Tafeln sowie aktuell laufende sowie bald beginnende Sendungen angezeigt.

Pixelkunst

ZombieMitunter kann der Teletext zweckentfremdet werden, wenn die Pixel – richtig kombiniert – Kunst ergeben. So zum Beispiel bei einem Projekt der ARD „Der Reiz der Reduktion“. User können auf der Projektseite eigene Bilder hochladen, diese „verteletexten“ lassen und anschließend in den sozialen Medien teilen.

 

 

Auch wenn die Entwicklung auf tendenziell weiter abnehmende Nutzerzahlen zumindest für den kommerziellen Sektor hindeutet – bedingt vermutlich auch durch die Verbreitung von Smart-TV-Geräten, wird der Teletext in Deutschland in absehbarer Zeit nicht vom Bildschirm verschwinden. Er erfreut sich vor allem bei den öffentlich-rechtlichen Sendern großer Beliebtheit, er dient neben dem Smartphone oder Tablet der schnellen Informationsbeschaffung „on the fly“.

 

Bildquellen:
Pixelkunst: www.daserste.de/specials/ueber-uns/ard-text-teletext-art-festival-2013-120.html
Videotext-Logo: photos.techfieber.de/wp-content/uploads/2010/05/videotext-ard.jpg

Sonstige Quellen:
www.daserste.de/specials/service/ard-text-35-geburtstag-infos-100.html
www.daserste.de/specials/ueber-uns/ard-text-110.html
www.wiwo.de/technologie/digitale-welt/kultige-tv-funktion-warum-der-videotext-nicht-totzukriegen-ist/10358120-all.html
http://www.daserste.de/specials/service/ard-text-35-geburtstag-zahlen-100.html
https://www.sevenonemedia.de/c/document_library/get_file?uuid=a44cf50f-d110-48d6-a6be-4688bc8316a7&groupId=10143

„Ich habe nur in einem Bildschirm gelebt und mir gewünscht, dass Leute mich wertschätzen würden“

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Vor ein paar Wochen verbreitete sich die Nachricht von Essena O’Neill, dass sie die Welt der sozialen Medien verlässt.
Essena war bekannt durch die berühmte Plattform „Instagram“, bei der Fotos hochgeladen werden und mit „Likes“ bewertet werden können. Der mittlerweile 19-jährigen Australierin folgten über 800.000 Leute, die ihre Bilder mit unzähligen solcher Likes versahen. Außerdem besaß Essena einen YouTube Account, der von 200.000 Leuten abonniert war und dessen Videos mindestens 100.000 Aufrufe hatten.
Viele Menschen, darunter hauptsächlich Mädchen, beneideten das „Instagram-Model“ und sahen zu ihr auf, da sie das vermeintlich „perfekte Leben“ führte und `“perfekt“ aussah.
Doch vor ein paar Wochen deckte Essena die Wahrheit über die Berühmtheit auf sozialen Medien auf. Sie nahm ein Video auf, indem sie erklärt, wie unwirklich die Welt der sozialen Medien ist und was es für Konsequenzen hat, eine solche Aufmerksamkeit und Berühmtheit auf Plattformen wie beispielsweise Instagram zu genießen.

„Alles was ich tat war für Klicks, Likes, für mehr Follower. Ich habe Shootings über mehrere Stunden gehabt, nur um Fotos für Instagram zu bekommen.“, heißt es von Essena in diesem Video. Die Welt, die über soziale Medien vermittelt wird, ist gestellt und unwirklich. Zwar sind sich dessen die meisten Nutzer bewusst, doch ist nicht abzustreiten, dass diese Bilder uns auch auf unterbewusster Ebene erreichen.
Essena gewann rapide an neuen „Followern“ und wurde auf Online-Plattformen immer bekannter. Irgendwann kontaktierten sie große Model-Agenturen von berühmten Marken und baten sie, für das Unternehmen zu modeln. Doch das ist nicht das Einzige, was die Unternehmen von Essena verlangten.
Essena erzählt in ihrem Video auch, wie Unternehmen ihr E-Mails schickten, indem sie ihr explizit vorgaben, was sie in ihrem nächsten YouTube-Video zum Produkt der jeweiligen Marke zu sagen hatte und wie sie es am besten platzierte.

“Unternehmen sind sich der Macht sozialer Medien bewusst und sie nutzen sie aus.“

Dass das Leben und die Welt im Netz gestellt ist, war mir persönlich klar. Aber dass dort auch Produktplatzierungen in so exzessivem Maße betrieben werden, war mir fremd.
Essena erklärt in ihrem Video weiterhin, dass sie dieses Statement für ihr 12-jähriges Selbst setzt. Denn als Essena 12 Jahre alt war, so erzählt sie, hatte sie das Gefühl wertlos und nicht hübsch gemäß den sozialen Standards zu sein. Sie war besessen von der Vorstellung, so zu sein wie die Mädchen, die sie im Internet und in den Magazinen sah. Sie habe sich Bilder von Models in Katalogen von berühmten Marken angeschaut und ihren Körper mit dem der Models verglichen. Ihrer damaligen Auffassung nach, war man nur glücklich und etwas wert, wenn die Internet-Welt einen kannte und begehrte.
Nun wendet sich Essena gegen diese Auffassung. „Ich verlasse die sozialen Medien um jedem, der das hier noch sieht, zu sagen, dass ich unglücklich war“, heißt es weiter in ihrem Video.
Denn Essena bemerkte für sich selbst, dass das Leben für andere Leute und sich durchgängig durch Zahlen zu definieren, kein glückliches Leben war. Daher beschloss sie, all ihre Accounts die sie im Netz hatte, zu löschen und sich von den sozialen Medien zurückzuziehen. Essena O'Neill
„Dich auf sozialen Medien zu beweisen, Fotos von dir zu machen in der Hoffnung Likes und Komplimente zu bekommen, darüber aufgeregt sein wieviele Likes du hast und wieviele Leute dir folgen… Das ist kein Leben und es ist nicht das, was dich glücklich macht.“

Essena ist nicht die Einzige Internet-Berühmtheit, die sich so fühlt.
„Ich habe Leute getroffen die online weitaus erfolgreicher sind als ich es bin und sie sind genauso unglücklich und einsam und verängstigt und verloren.“
Scheinbar scheint dies ein weiter verbreitetes Phänomen zu sein, als bekannt ist und viele der Leute, dessen Leben auf dem Bildschirm so perfekt aussieht, sind in Wirklichkeit trauriger, als man denkt.
In ihrem Video bittet Essena ihre Zuschauer weiterhin, raus zu gehen, reale Kontakte zu knüpfen und das Leben zu genießen es nicht nur als perfekt anzusehen, wenn es genügend Anerkennung im Netz findet.

Fazit

Die Berichte von Essena O’Neill über die sozialen Medien ist für mich ein weiterer Beweis dafür, dass Medien kein Abbild der Realität darbieten, sondern eine eigene, eine sogenannte „Medienrealität“ schaffen.
Man sollte Informationen und Bilder aus den Medien immer kritisch hinterfragen und sich, wie in diesem speziellen Fall, nicht von dem vermeintlich perfekten Leben auf Instagram blenden lassen.


Quellen:

https://www.youtube.com
http://www.huffingtonpost.ca/2015/11/02/essena-oneill-social-media-is-not-real-life_n_8455278.html
http://www.vh1.com/news/220547/essena-oneill-quits-social-media/

 

Schleichwerbung auf YouTube – Ist jetzt Schluss damit?

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Knapp 60% Marktanteil unter den Videoplattformen, knapp 70% der Jugendliche im Alter von 14-29 Jahre nutzen die Plattform regelmäßig, die beliebteste Social-Media-Plattform deutlich vor Facebook, 300 Stunden neues Videomaterial pro Minute und über 4 Milliarden Videoaufrufe pro Tag weltweit. Das alles ist YouTube. Die Videoplattform Nummer 1, die mittlerweile in der jugendlichen Zielgruppe (12-19 Jahre) dem klassischen Fernsehen den Rang abgelaufen hat. So nannten bei einer Studie nur noch 84% Fernsehen als Zeitvertreib, wobei YouTube von 93% der Befragten Jugendlichen eine Freizeitbeschäftigung ist.

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Mittlerweile nutzen knapp 50% der User die Angebote von Youtube mobil.

Klar, dass das Phänomen YouTube und seine Reichweite bei Unternehmen und vor allen Dingen bei Werbetreibenden nicht unbemerkt bleibt und das riesige Potenzial erkannt wird und genutzt werden will. Was YouTube über die Marktmacht und Reichweite hinaus überaus interessant für Werbung macht, ist die persönliche, gar freundschaftliche Bindung, die viele Fans zu ihren Idolen spüren und die auch so von den YouTubern nach außen hin vermittelt wird. Dadurch wurden Produktplatzierung immer wieder als eine ungekennzeichnete, persönliche Empfehlung von den YouTubern an ihre Fans dargestellt. Dadurch ist es vor allen Dingen für die leichtgläubigen, jungen Fans extrem schwierig nachzuvollziehen, was man davon ernst nehmen kann und was in Wirklichkeit nur bezahlte Werbung ist.

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Phil und TC von Y-Titty halten das damals neue Galaxy S4 in die Kamera, ohne irgendeine Kennzeichnung. Schleichwerbung?

Bekannt sind natürlich nur wenige Fälle von ungekennzeichneten Produktplatzierungen, man würde sich freilich ein Eigentor schießen, sollte man dies öffentlich zugeben. Verdachtsmomente gibt es aber zu genüge und auch heute auch noch immer wieder. So stehen die überaus beliebten „Haul-Videos„, in denen meistens weibliche YouTuber ihre neuesten Errungenschaften aus angesagten Geschäften, wie DM oder H&M, präsentieren und in die Kamera halten, unter Verdacht eigentlich nur Marketingmaßnahme zu sein. Darüber hinaus gibt es auch klassischere, versteckte Produktplatzierung wie man sie aus dem Fernsehen oder Kino kennt. So trank das Comedy-Trio Y-Titty in ihren Videos immer wieder Coca-Cola und präsentierte in ihren Musikvideos ein Samsung-Handy. Bei knapp 3,2 Millionen Abonnenten über die der Kanal verfügt, sicherlich kein Zufall.

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Ein klassischer DM-Haul der YouTuberin DagiBee. Darin präsensiert aktuelle Produkte der Firma DM, angeblich aus eigenem Antrieb.

So setzt auf YouTube eine zunehmende Kommerzialisierung des Contents ein, immer mehr der Videos sind gesponsert oder gar reine Werbevideos. Vom eigentlichen und ursprünglichen Kredo „Broadcast Yourself“ ist immer weniger zu sehen. Dass diese Werbevideos oftmals nicht als solche gekennzeichnet sind, beschäftigt die Medienanstalten schon länger. Bislang bewegten sich allerdings sowohl die Content-Producer, als auch die Werbetreibenden in einer Grauzone, da es noch keine eindeutigen Regelungen für den Bereich Social-Media, also auch nicht für YouTube, gab. Nun allerdings gaben die Medienanstalten in einem FAQ klare Rahmenbedingungen heraus, wie sie schon bei Film, Radio und Fernsehen längst existierten und gelten.

Darin werden alle wichtigen Fragen zur korrekten Kennzeichnung von verschiedenen Sachverhalten erklärt und vor allen Dingen auch die Konsequenz eines Imageschadens und Glaubwürdigkeitsverlusts für YouTuber bei Nichtbeachtung aufgezeigt. Wirklich neu sind die Regelungen allerdings nicht, denn auch auf YouTube gilt, wie überall: „Werbung muss als solche leicht erkennbar und vom übrigen Inhalt der Angebote angemessen durch optische und akustische Mittel oder räumlich abgesetzt sein (§ 58 Absatz 3 in Verbindung mit § 7 Abs. 3 Rundfunkstaatsvertrag).“Unbenannt

Wer dies in der Vergangenheit nicht richtig getan hat, Stichwort Y-Titty, hatte allerdings keine Strafen oder Sanktionen zu fürchten. Inwiefern sich das jetzt ändern wird und überhaupt kann, in Anbetracht der riesigen Mengen an Content, die täglich hochgeladen werden, bleibt weiterhin völlig offen und spannend.

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Dokumentation „The Thread“ – Eine Online-Community auf der Jagd nach den Attentätern des Boston Marathon

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Als am 15. April 2013 auf der Zielgeraden des Boston-Marathons zwei Sprengsätze explodierten, kamen dabei drei Menschen ums Leben und 264 weitere wurden verletzt.

Is this the Boston Bomber?Die Dokumentation von Greg Barker („Manhunt“) rekonstruiert die Suche nach den Attentätern des Boston Marathon innerhalb der Online-Plattform „Reddit“ und thematisiert dabei auch den Konflikt zwischen traditionellen und neuen Medien. Stellt „Crowdsourcing“ eine Gefahr für den investigativen Journalismus dar?

Das Interesse an diesem Event war groß. Neben zahlreichen Reportern, die live berichteten, fotografierten und filmten vor allem tausende Zuschauer und Teilnehmer mit ihren Smartphones das Geschehen rund um den Boston Marathon. Damit gehört das Attentat zu den, am besten dokumentierten Terroranschlägen unserer Zeit.

Die Suche nach den Bombenlegern hielt die gesamten USA in Atem und entfachte natürlich einen erbitterten Kampf der Medien um die Nachrichtenhoheit. Ob Kabelsender, Online-Dienste oder Networks- alle versuchten sich als beste Informationsquelle zu profilieren. Überraschenderweise sorgte vor allem die Social-News-Plattform „Reddit“ für Furore. Deren Community teilte direkt nach dem Attentat zahlreiche Bild-und Videoaufnahmen miteinander und kommunizierte in unzähligen „Subreddits“ (Unterforen) über das Ereignis.

Reddit AnalyseIm Thread „FindBostonBombers“ kam es in den darauffolgenden Tagen zu einer perfiden Suche nach den möglichen Attentätern. Bild- und Videomaterial wurde gesichtet, analysiert und diskutiert. Wilde Spekulationen und Anschuldigungen führten schlussendlich dazu, dass mehrere Unschuldige in den Fokus der Medien und der Polizei gerieten.

Am 19. April 2013 schaffte es die Polizei schlussendlich die offiziellen Täter Tamerlan und Dschochar Zarnajew zu stellen. Im heftigen Schusswechsel wurde  Tamerlan Z. dabei tödlich verwundet. Sein Bruder Dschochar Z. konnte flüchten, wurde aber noch am selben Tag von einem Sondereinsatzkommando festgenommen. Die Amateuraufnahmen seiner spektakulären Verhaftung, die mitten in der Gemeinde Watertown, vor den Augen zahlreicher Anwohner stattfand, verbreiteten sich ebenfalls rasant in den sozialen Medien. –>DRAMATIC VIDEO: Intense Gunfight Between Police and Bombing Suspect

„The Thread“ zeigt, wie sich die Medienlandschaft durch Fortschritte in der Technologie und der weit verbreiteten Nutzung von Social Media verwandelt hat. Berichte aus erster Hand und Nachrichten mit einer beispiellosen Geschwindigkeit zu sammeln und zu publizieren ist schon lange nicht mehr, ein Privileg das nur professionellen Journalisten zuteilwird. Die klassischen Rollen des Produzenten und des Konsumenten verschwimmen immer mehr. Wie der Fall „Reddit“ und sein „FindBostonBombers“-Thread zeigt, ist die Eigendynamik solcher Dialoge im Web 2.0 kaum zu steuern. Durch die schneeballartige Verbreitung in Communities und dem Verlinken in Foren oder Blogs wird die Verbreitung von Gerüchten im Netz erleichtert. Weblogs dienen dem Meinungsaustausch und verhelfen durch die Anonymität des Internets zu einer neuen Qualität des Gerüchtestreuens. Aufgrund der Tatsache, dass jeder User zugleich Rezipient und Autor sein kann und Aussagen sowohl wahr als auch falsch sein können, kann der Inhalt ungeprüft auf Relevanz und Wahrhaftigkeit im Netz veröffentlicht werden.

Die 60-minütige Dokumentation glänzt besonders durch die zahlreichen Interviews mit Journalisten und Bossen der globalen Mediengiganten, wie auch den Social Media-Nutzern, die sich auf die Jagd nach den Boston-Marathon-Bombern gemacht haben.

Die Dokumentation ist u.A. auf Netflix & iTunes verfügbar.


Quellen:

„The Thread“, Courtesy of Greg Barker and Content Television

http://insider.foxnews.com/2013/04/20/dramatic-video-neighbor-captures-intense-police-gunfight-bombing-suspect-dzhokhar

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3035378/It-beast-Moderator-Reddit-s-Boston-Bombers-thread-tells-millions-users-descended-subreddit-days-attack-identified-wrong-suspect.html

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Für die Aussteiger der Always-on-Gesellschaft

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Für die Aussteiger der Always-on-Gesellschaft

 

Mit 46% besitzt fast jeder zweite Deutsche heutzutage ein Smartphone. 81 Minuten verbringen wir laut der Mobile Monitor Studie 2014 täglich am Handy. E-Mails checken, mit Freunden chatten, schnell eine Runde Clash of Clans oder Quizduell zocken, nach dem Blick auf den mobilen Wetterbericht schon mal das Outfit für morgen per App planen – viele Bereiche unseres Lebens hat die ständige Verbindung zum Internet, unabhängig von Ort und Zeit, vereinfacht und (nicht nur) zum Positiven verändert.

Diesem Trend tritt die schweizerische Firma Punkt. entgegen: mit der Entwicklung des „MP01 Mobile Phone“ will Entwickler Jasper Morrison zurück zu den Wurzeln des Mobiltelefons. Die Features der „Innovation“ wirken im heutigen Alltag wie aus einer anderen Zeit: mit SMS versenden und telefonieren hat man sich bei der Entwicklung wirklich auf die nötigsten Funktionen beschränkt. Das Mobiltelefon besitzt kein Internet, kein Farbdisplay und auch keinen Touchscreen. Schwarz und schlicht verzichtet man auf jeden Schnickschnack, der ablenken könnte.

Kaum zu glauben, dass es sich bei diesem Mobiltelefon um eine 295 Euro teure Neuentwicklung handeln soll. (Quelle: t-online.de)

Kaum zu glauben, dass es sich bei diesem Mobiltelefon um eine 295 Euro teure Neuentwicklung handeln soll. (Quelle: t-online.de)

 

Das Handy soll wegführen von der gegenwärtigen Mentalität, 24 Stunden am Tag vernetzt zu sein, eine Entwicklung, die auch Probleme mit sich bringt. Vor allem Konzentrationsschwierigkeiten werden in Verbindung mit andauernder Nutzung von Smartphones hervorgerufen. Immer stärker kritisiert wird jedoch auch, dass soziale Kontakte vernachlässigt werden, weil vor allem Jugendliche sich lieber online aufhalten als sich abseits von der virtuellen Welt mit Freunden zu treffen.

Diese negativen Seiten der Handynutzung haben Schüler eines Ulmer Gymnasiums zu einer App inspiriert, die dem ständigen online-Sein entgegentreten soll. Bei „Sloffline“ soll es sich um eine Art Wettkampf handeln, bei dem der gewinnt, der am wenigsten das Handy nutzt. Die Entwicklung ist jedoch noch nicht abgeschlossen, und zurzeit werden noch Sponsoren gesucht. Die App ist also noch nicht verfügbar.

Das von verschiedenen Medien als „Anti-Smartphone“ betitelte Mobiltelefon von Punkt. dagegen soll pünktlich zum Weihnachtsgeschäft versendet werden. Wer jedoch gewillt sein soll, für ein technisch minimal ausgestattetes Gerät 295 Euro auszugeben, ist fraglich, da der Markt auch deutlich günstigere Alternativen zu bieten hat. Ebenso fraglich ist, ob ein solches Handy sich in der heutigen Gesellschaft durchsetzen kann, der das Internet und seine Vorteile so wichtig sind wie noch nie. Aber vielleicht ist es auch die Chance, einen neuen Trend zu setzen und darauf aufmerksam zu machen, sich vom World Wide Web abzukoppeln.

 

Quellen:

http://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/Die-Anti-Smartphone-App-aus-Schwaben/-/id=47428/did=3578694/14f2uav/index.html

http://www.t-online.de/handy/smartphone/id_75772250/ohne-internet-und-apps-anti-smartphone-mp-01-kommt-aus-der-schweiz.html

https://www.punkt.ch/en/products/mp01-mobile-phone/

http://www.izmf.de/de/wann-wird-die-handynutzung-zum-problem

http://bam-interactive.de/die-mobile-zahl-der-woche-112014/

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#prayforparis meets Facebook

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Nach den schockierenden Anschlägen in Paris trauert die ganze Welt um die ca. 129 Menschen, die dabei um’s Leben kamen. Die Solidarität die damit einhergeht wird vor allem im World Wide Web deutlich – nämlich auf der Social Media Plattform Facebook.
Denn diese bietet nun verschiedene Möglichkeiten, Unterstützung für Betroffene zu zeigen.

Zum einen füllt sich die Startseite nun nicht mehr mit lustigen Videos und sinnlosen Posts, sondern mit Profilbildern, die nun in den Farben der französischen Flagge gehüllt sind. Auf diese Weise bietet Facebook die Möglichkeit „Unterstützung für Frankreich und die Menschen in Paris zu zeigen“. Sein Profilbild zu ändern ist zudem leicht und schnell gemacht: lediglich ein Klick auf den Button „Probiere es aus“ unter dem veränderten Profilbild eines Freundes trennt einen von der Supporter Community auf Facebook.

Des Weiteren ermöglicht der Facebook-Sicherheitscheck es, den Facebook Usern, die sich zur Zeit der Anschläge in Paris befanden, anzugeben, ob sie in Sicherheit sind. Dies kann man auch stellvertretend für einen Freund machen, wenn man weiß, dass dieser sich nicht mehr im Gefahrengebiet befindet. Die Benachrichtigung erscheint auf der Timeline der Facebook Freunde der betroffenen Person.

Unter dem Hashtag #rechercheParis verbreiten sich auf Facebook und Twitter zudem herzzerreißende Aufrufe von Angehörigen der Opfer, die immernoch nach ihren Geliebten suchen. Fotos von meist fröhlich aussehenden jungen Menschen zieren die Hashtag-Seite, neben Beschreibungen von Größe, Alter und individuellen Wiedererkennungsmerkmalen wie Tattoos, Piercings, etc. Und auch über diesen Hashtag tweeten Tausende User ihr Beileid an Angehörige, teilen die Tweets, um eine maximale Anzahl an Nutzern zu erreichen, die die betroffene Person gesehen haben könnten. Wie erfolgreich und wichtig die Aktion ist, zeigt folgende Update Meldung über ein Opfer, das schwer verletzt in dem Krankenhaus Pampidou gefunden wurde.

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Quelle: https://twitter.com/DaliaEzzat_/status/665514178988371968

Doch auch während der Angriffe nutzte Konzertbesucher Benjamin Cazenoves Facebook, um die Welt über die schrecklichen Ereignisse zu informieren. Der Hilferuf wurde um 23:00 gepostet, er sei noch im ersten Stock des Bataclan und schwer verletzt. Geteilt wurde sein Post über 22 Tausend Mal. Eineinhalb Stunden später folgt ein neuer Post: Cazenoves hat überlebt.

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Quelle: https://www.facebook.com/benjamin.cazenoves/posts/10153035449936652

Eine andere Überlende, Isobel Bowdery, postete am darauffolgenden Samstag Abend ein Foto von ihrem blutverschmierten Oberteil, das sie auf dem Konzert trug, um den Horror, dem sie entkommen ist, zu demonstrieren. Über 510 Tausend Profile teilten das Bild, über 1,5 Millionen „Likes“ erhielt sie dafür, hunderte solidarische Kommentare unterstützen den Post.

 

Quelle: https://www.facebook.com/isobel.bowdery/posts/10153885280769893

Die Wichtigkeit der Sozialen Netzwerke in Katastrophen Situationen wie diesen wurde auch schon bei dem Anschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo gezeigt. Eine Solidaritätswelle unter dem Motto „Je suis Charlie“ überflutete soziale Netzwekseiten wie Facebook, Instagram und Twitter und demonstrierte so die gemeinsame Haltung von Menschen auf der ganzen Welt, die sich gegen den Terror bekennen. Umgewandelt zu „Je suis Paris“ wiederholt sich die Internet Aktion. Mit dem weltweiten Trendhashtag #prayforparis solidarisieren sich Menschen auf der ganzen Welt mit Opfern, Angehörigen und französischen Staatsbürgern, helfen bei der Suche nach Verlorenen und stärken den Zusammenhalt gegen Terroristen wie Anhänger des IS. Ob offline oder online, die Möglichkeiten die Facebook und Co uns bieten sind heute nicht mehr wegzudenken und zeigen in all dem Unglück doch Hoffnungsschimmer der überwältigenden Menschlichkeit, wo Fremde einander helfen, einem beistehen und zusammen Aufmerksamkeit erregen, wo über Probleme nicht genug geredet wird. Das Terrorproblem wird zwar sicherlich nicht durch Tausende Profilbildaktualisierungen gelöst, ist aber ein kleiner Schritt für den Einzelnen und ein großer Schritt hin zur Menschlichkeit.

 

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Bezahlen für YouTube?

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Wir alle kennen – und viele von uns nutzen – das Angebot einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft von Dienstleistungsunternehmen, die uns den Konsum von Medien erleichtern soll. Zum Beispiel bietet das Musikportal Spotify ein Abonnement für Spotify Premium an, das es uns ermöglicht werbefrei Lieder zu hören und diese auf unseren mobilen Geräten zu speichern und dank Amazon Prime Instant Video können wir Filme und Serien ausleihen und streamen.

Nun kündigte auch das Videoportal YouTube, das bisher vor allem durch die Möglichkeit des kostenlosen Streaming bekannt war, in einem Werbeclip eine Premiumvariante an, die seinen Nutzern viele neue Vorteile bringen soll.

YouTube Red heißt das Bezahlangebot von YouTube, das ab sofort in der USA verfügbar ist und für ein optimales Video- und Musikerlebnis sorgen soll. Ein Abonnement kostet dort zunächst $9,99 im Monat.

Doch was unterscheidet die kostenpflichtige von der kostenlosen Variante?

YouTube Red-Nutzer können Videos nun werbefrei und ohne Unterbrechungen, wie Banner- und Suchanzeigen, abspielen. Außerdem wird die Möglichkeit geboten Videos offline zu speichern, das heißt Videos können auf unseren Mobilgeräten gespeichert werden und ohne Internetzugang immer wieder wiedergegeben werden. Damit dabei so wenig Speicherplatz wie möglich belegt wird, kann die Qualität der gespeicherten Videos frei gewählt werden.

Bislang konnten Videos auf YouTube nicht im Hintergrund, also während der Verwendung anderer Apps, abgespielt werden. Auch dies ändert sich in der kostenpflichtige Variante, bei der Videos sogar wiedergegeben werden können, obwohl der Gerätebildschirm ausgeschaltet ist. Außerdem beinhaltet das Abo eine kostenfreie Mitgliedschaft bei Google Play Musik.

Was dies für die Einnahmen von Partnern des Videoportals bedeuten wird, ist momentan noch unklar. Laut einem Bericht von TechCrunch soll YouTube den Videomachern nicht die Wahl gegeben haben, sich an dem Programm zu beteiligen oder nicht. Die Videos derer, die ihr Angebot nicht für YouTube Red freigegeben haben, seien deshalb auf keiner der beiden YouTube-Varianten mehr verfügbar.

Schon jetzt gibt es erste Kritiken und Besorgnisse derer, die Videos auf YouTube hochladen. Die amerikanische Youtuberin „PressHeartToContinue“, die seit ca. 5 Jahren aktiv auf YouTube ist und fast 700.000 Abonnenten (Stand: 11/2015) hat, macht ihre Zuschauer in ihrem Video „MY CONCERNS WITH YOUTUBE RED“ auf ihre Besorgnisse, die auch finanzielle Aspekte beinhalten, aufmerksam. Sie spricht zum Beispiel die ihrer Meinung nach ungerechte Verteilung der Einnahmen der Premiumvariante an, da die Erlöse nicht mehr nach Anzahl der Klicks, sondern danach, wie lange ein Video angesehen wird, an die Partner ausgeschüttet werden sollen.

Ob sich Youtube Red bei sowohl seinen Nutzern, als auch seinen Partnern, beweisen kann, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Hollywoods neue Freiheit

geschrieben von in Fernsehen, Medienkritik, Medienwandel, Qualität1 Kommentar »

Super Mario Bros. Mortal Kombat. Tomb Raider. Diese Titel lassen Gamer mit der Zunge schnalzen, alle drei sind unbestrittene Meilensteine des Mediums Videospiel. Die selben Titel dürften bei Cineasten jedoch blankes Entsetzen auslösen, denn neben ihrem Klassikerstatus als Games ist diesen drei außerdem gemein, dass sie als Vorlage für äußerst fragwürdige Spielfilme herhalten mussten.

Das Verhältnis zwischen den Medien Film und Videospiel darf mittlerweile durchaus als belastet angesehen werden. Peinlichkeiten wie die oben genannten sind im Genre der Videospielverfilmungen eher die Regel als die Ausnahme. Umgekehrt bekommt auch jeder erfolgreiche Film ein passendes Game spendiert und auch hier handelt es sich mehrheitlich um Wegwerfware. Die scheinbar allgegenwärtige Medienkonvergenz beißt sich an diesen beiden Medien wiederholt die Zähne aus.

Woran liegt das? Warum lässt sich aus einem guten Game kein guter Film machen und umgekehrt? Der YouTuber und selbst ernannte „Game Theorist“ Matthew Patrick (a.k.a. MatPat) hat sich in einem Video dieser Frage gewidmet und kam zu dem Schluss, dass die Verantwortlichen auf beiden Seiten konsequent ignorieren, dass Merkmale, die ein gutes Game ausmachen (Handhabung, Grafik, Narrativ, Erkundungsfreiheit etc.) noch lange keinen guten Film schaffen. Super Mario Bros. mag als Game ein absoluter Klassiker sein, aber es verfügt schlicht über keine brauchbare Story. Auf der anderen Seite hatten Games zu Filmen (abgesehen von der Lieblosigkeit ihrer Produktion) bisher immer mit den Limitierungen des Mediums, insbesondere in optischer Hinsicht zu kämpfen. Filme leben neben ihrem Narrativ auch von ihrem Schauspiel, von Mimik und Gestik, Kameraeinstellungen und Belichtungen.

Nun war dem Moore’schen Gesetz zufolge absehbar, dass zumindest die letztgenannte Hürde irgendwann fallen würde, irgendwann würde es möglich sein, über ein animiertes Gesicht die selben Emotionen auszudrücken, wie über ein abgefilmtes. Das Spiel, welches diese neue Ära einläutete war nach Meinung vieler Gamer das 2013 veröffentlichte „The Last of Us“. Ursprünglich veröffentlicht als Schwanengesang für Sonys Playstation 3, als furioser Schlussakkord der damaligen Konsolengeneration, zeigte es der Welt was mittlerweile möglich ist und was vielleicht in Zukunft noch möglich sein wird. Das Game wurde von Fachpresse, wie auch Zielgruppe frenetisch gefeiert, als –  entgegen seines Namens – erstes seiner Art, als erste gelungene Melange aus Game und Film, ein Meisterwerk, ein Meilenstein. Obwohl es keine Film- oder sonstige Vorlage hatte, schien erstmals der Begriff „cineastisch“ im Zusammenhang mit einem Game angebracht. „The Last of Us“ verband erstmals wirklich ausgereifte Charaktere mit einer packenden und emotionalen Story und einem visuell überwältigenden Setting einer postapokalyptischen Welt. Entwickler Naughty Dog genügte es nicht, spannende Kämpfe gegen Zombies und Paramilitärs zu liefern, das „drumherum“ musste stimmen und es stimmte. Wer sich davon einen Eindruck machen möchte, dem seien die zahllosen Lets-Play-Videos auf Youtube empfohlen. Trotzdem wäre es falsch davon auszugehen, dass die erfolgreiche Einbindung von cineastischen Elementen automatisch ein gutes Game hervorbringt. Die Essenz jedes Spiels (nicht nur von Videospielen) ist es, den Spieler vor Entscheidungen zu stellen, die den Spielverlauf beeinflussen. Entscheidungsfreiheit ist der Dreh- und Angelpunkt eines jeden Spiels, nimmt man sie dem Spieler, so verliert das Spiel seinen Sinn. Überfrachtet man ein Game mit Filmeinlagen und vernachlässigt diesen Aspekt, ist es kein gutes Game. Aus diesem Grund werden Games-Verfilmungen nie an ihre Vorlagen heranreichen, denn die wenigsten Games verfügen über die dramaturgischen Komponenten einen Wegfall der Entscheidungsfreiheit zu kompensieren.

Schon jetzt ist die Games-Branche eine wesentlich umsatzstärkere Industrie als das Kino. Hollywood-Größen wie Kevin Spacey spielen Rollen in Games, als seien es schon Filme, die Resultate sind schon rein optisch verblüffend. Während die Technik mit Riesenschritten fortschreitet, scheint es weiterhin ausgeschlossen, dass Film dem Medium Videospiel noch einen Schub geben können, während es jedoch durchaus möglich ist, dass die Zukunft Hollywoods auf der Playstation spielt.

Kevin Spacey in Call of Duty – Advanced Warfare (2014)

Hitlers Werwölfe im Multimedia-Format

geschrieben von in Internet, Internet und Politik, Medienkritik, Medienwandel, Online-Magazine, Qualität1 Kommentar »

„mir ist klargeworden, dass ich von zwei unrühmlichen Bastarden groß gezogen worden bin.“

– Cordt Schnibben

Mit „Mein Vater ein Werwolf“ aus dem Jahr 2014 liefert der Spiegel eine Multimedia-Reportage im Scrollytelling-Stil. Der Journalist Cordt Schnibben arbeitet darin seine Familiengeschichte während des Nationalsozialismus auf. Sein Vater war damals Oberleutnant und arbeitete mit den sogenannten Werwölfen zusammen, einer Untergrundbewegung, die ab 1944 in feindlich besetzten Regionen zahlreiche Attentate auf deutsche Kollaborateure verübte.

Der Leser scrollt durch eine Melange aus animierten Comicausschnitten, Fotos, Videos sowie Textteilen und findet sich in einem dichten Geflecht an Ereignissen wieder, die in Zusammenhang mit der Ermordung des Bauerns Willi Rogge stehen, an der auch Schnibbens Vater beteiligt war. Rogge war kein Nazi-Sympathisant. Er machte sich durch eine kritische Haltung gegenüber des Regimes als Volksverräter strafbar und wurde spontan verurteilt. Die Werwölfe dienten als Vollstrecker. Auf dem Leichnam klebte ein Zettel: „Wer sein Volk verrät, stirbt!“

Nach dem Krieg mussten sich die Werwölfe für die Tat vor Gericht verantworten. Der eigentliche Erzählstrang rund um die Ermordung wird daher immer wieder durch Berichte aus dem Prozess unterbrochen. Cordt Schnibben will dadurch deutlich machen, „ wie schwer sich deutsche Gerichte damit taten, kleine Nazis gerecht zu bestrafen.“ Außerdem erreicht er eine multiperspektivische Darstellung rund um den Fall.

Durch einen vorgeschobenen Trailers ist von Anfang an ist klar, welchen Ausgang die Geschichte nehmen wird. Auf der einen Seite bietet dies dem Leser die Möglichkeit, die wenig chronologische Erzählung besser zu erfassen. Auf der anderen Seite wir der Spannungsaufbau dadurch eher flach gehalten. Tatsächlich ist es angesichts der Detailfülle, die über verschiedene multimodale Elemente transportiert wird, schwer, den dramaturgischen Verlauf nachvollziehen zu können. Die Zeitsprünge zwischen Prozess und Ermordung sind nicht immer leicht zu verfolgen. Die Intention scheint klar: die Verworrenheit des gesamten Falls wird unterstützt und nur langsam Licht ins Dunkle gebracht. Für bestimmte Lesergruppen kann dies jedoch zum Abbruchkriterium werden. Wer abends auf seinem Sofa hängt und nette Unterhaltung sucht, kann sich schnell erschlagen fühlen. Wirklich leichte Kost geht anders.

Etwas auflockernd wirkt der Comic-Stil, der in manchen Abschnitten tragendes Handlungselement ist. Technisch durch Parallax Scrolling realisiert, kann so visualisiert werden, wozu es keine Zeitdokumente gibt. In Graustufen bewegen sich die Werwölfe durchs Bild und geben dem Terror eine Gestalt. Mit dem Scrollen erscheinen Sprechblasen. Gelegentlich sind auch Audioeffekte eingebunden. Die gesamte Zeit über dudelt das „Radio Werwolf“ vor sich hin. Düstere Klangschwaden ergießen sich so durch die Lautsprecher eines jeden Users. Die Atmosphäre, die kreiert wird, verheißt Unheil, kann durch ihre Monotonie aber auch nerven.

Sprachlich wirkt „Mein Vater ein Werwolf“ sehr ausgewogen. Cordt Schnibben schreckt nicht vor einer Personalisierung zurück und macht seine persönliche Betroffenheit immer wieder deutlich, wenn er von „mein Vater“ spricht. Der gesamte Inhalt gewinnt dadurch an Nähe. Eine Verbindung zum Leben 70 Jahre nach dem dritten Reich wird geschaffen. Und letztendlich bleibt die immer gleiche Frage: Wie soll man mit dem Erbe dieser Zeit umgehen?

„Mein Vater ein Werwolf“ ist technisch gut gemacht und verdeutlicht, was Online-Journalismus kann. Das Stück ist gerade wegen seiner Länge und Komplexität aber nichts für die Mittagspause. Wer sich für den Nachrichtenfaktor Nationalsozialismus dennoch ein Stündchen nehmen will, dem sei die Reportage wärmstens empfohlen.


Lust bekommen? Die Multimedia-Reportage gibt’s hier:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nazi-werwolf-spiegel-reporter-schnibben-ueber-seinen-vater-moerder-a-963465.html

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