Der Hype um Ortsbasierte Dienste à la foursquare und Gowalla

geschrieben von hami3301 in Internet, Kommunikationsformen, Medienwandel, Zukunft des InternetKeine Kommentare »

Wer sich wie ich wir irgendwo in der lustigen bunten Welt der Social Media (oder wie es damals in der Steinzeit hieß, Web2.0) tummelt, kommt nicht am Thema ortsbasierte Dienste (Location Based Services) wie foursquare und Gowalla vorbei. So scheint es zumindest. Ortsbasierte Dienste ermöglichen es dem Nutzer mit seinem Smartphone seine derzeitige Position zu ermitteln und so in einer Lokalität “einzuchecken”. So weiß der virtuelle Freundeskreis oder auch die gerade besuchte Lokalität, immer wer sich wo befindet. Skeptiker warnen vor der selbst gewollten  Totalüberwachung und BigBrother3.0 (wir erinnern uns: 2.0 ist out). Befürworter sehen den praktischen Nutzen für die Organisation des zwischenmenschlichen Zusammenlebens und das Marketing. Denn statt 20 SMS schreiben, in der stünde in welcher Kneipe man gerade sei, bräuchte man nur einmal in einem Location Based Services “encheckenW und der gesamte Freundeskreis wüsste, wo man gerade steckt. Betreiber der diversen Lokalitäten haben auf der anderen Seite beispielsweise die Möglichkeit Nutzern, die oft bei ihnen einchecken Vergünstigungen anzubieten.

So weit die Theorie. Social Media Enthusiasten sind natürlich längst bei foursquare und Gowalla dabei und herrscht in sowohl in der Szene als auch in der Fachwelt der Konsens, dass ortsbasierte Dienste und die gesamte Lokalisierung des mobilen Internet da nächste große Ding sind. Dumm nur,  das außerhalb der Welt der medienafinen Menschen, die neue Medien- und Kommunikationsmittel besonders nutzen und darüber schreiben noch kaum jemand ortsbasierte Dienste kennt, geschweige denn nutzt.

Die Smartphone Dichte in der breiten Bevölkerung nimmt zwar rasant zu und er Otto Normalverbraucher, zahlt gerne  1000 Euro für ein Iphone 4 und nutzt damit das mobile Internet. Aber er nutzt es so, wie er es auch zu Hause nutzen würde.

Wie unbekannt die Ortsbasierten Dienste wirklich sind zeigt jetzt eine Studie, deren Inhalt GigaOm zusammengefasst hat. Demnach  nutzen nur 4 % der Befragten ortsbasierte Dienste, während 84 % nichts mit dem Begriff anfangen können. 9 % wissen immerhin worum es bei Location Based Services geht und 3 % kennen Leute die solche Applikationen nutzen. Und wie man es nicht anders gewohnt ist, sind die Early Adopters die jungen Männer.  Da solche Trends in den USA in der Regel früher losbrechen und erst mit der Zeit von den deutschen und europäischen Nutzern übernommen werden, ist der Hype um Location Based Services derzeit noch unbegründet. Foursquare hat so z.B.  lediglich 20.000 aktive Nutzer in Deutschland.

Ich stimme Martin Weigert zu und kann mich seinem Fazit im Artikel auf netzwertig.com nur anschließen. Er sagt dass ein eigener Ortsbasierter Dienst von Facebook das Zünglein an der Waage sein könnte, der den Durchbruch für die Location Based Services einläuten könnte. Facebook steht wohl kurz davor den Location Based Service Hot Potato zu übernehmen. Gerade jüngere Nutzer, die neuen Formen der Nutzung von Social Media offener Gegenüber sind könnten so leicht zu Nutzern der Ortsbasierten Dienste werden.

Die Frage ist ob foursquare und Gowalla dadurch verdrängt werden. Twitter wurde seiner Zeit nicht von Facebook verdrängt und hält sich gegenüber den neu eingeführten Statusupdates auf Facebook. Aber Twitter war zu dem Zeitpunkt als Facebook zum Angriff überging auch bereits tiefer verankert. Für Deutsche Social Networks a la StudiVZ, könnte der Wind durch die ortsbasierte Dienste noch rauher werden, als er eh schon ist. Denn ohne enormes Kapital, wie es hinter Facebook steht, dürfte sich kaum in nächster Zeit eine eigene  ortsbasierte Dienste Applikation entwickeln lassen. Zumal die StudiVZ Nutzer in ihrem Nutzungsverhalten doch eher konservativ sind und dem ganzen SchnickSchnack (dem aber die Zukunft gehört) bei Facebook eher skeptisch gegenüber stehen.

PS. Martin Weigert weißt übrigens in einem anderen Blogpost darauf hin, das 4 von 4 Studien zu Netzthemen fragwürdig sind.^^

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Mehr Qualität bei Bloggern

geschrieben von s2iswehr in Blogroll, Fernsehen, Medienwandel, Nachrichten, Qualität, Weblogs3 Kommentare »

Amerikanische Wissenschaftler fordern mehr Qualität bei Bloggern. Eine Studie der amerikanischen University of Missouri untersucht den Informationsgehalt von Bloggern und Bürgerjournalismus Seiten.  Sie stellte fest, dass Blogger, die Einschnitte die durch Kürzungen im Mediengeschäft entstanden sind, nicht abdecken können. Und die Informationslücken immer größer werden. Aus diesem Grund  fordern sie mehr Qualität bei der Informationsbeschaffung der Blogger.

Für die weitere Entwicklung des Mediensystems müsse man verstehen, wie Bürgerjournalismus und die klassischen Medien in Zukunft nebeneinander stehen werden. Laut der Studie kann es zukünftig  so sein, dass Blogger eine größere Verantwortung im Mediensystem haben werden.  Es kann durchaus sein, dass Bürgerjournalismus künftig für die lokalen Informationen einer Gemeinde verantwortlich ist, falls das Mediensystem mit noch mehr Einschnitten rechnen muss. Die Studie fordert deshalb, die Bloggern darauf hinzuweisen, wie sie vorgehen müssen um die Qualität ihrer Informationsbeschaffung langfristig zu verbessern.

Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,705538,00.html

Europa auf dem Weg in die digitale Zukunft (medienforum.nrw 2)

geschrieben von jbnickschas in Allgemeines, Internet, Internet und Politik, Medien und Politik, Medienwandel, Zukunft des InternetKeine Kommentare »

Das 22. medienforum.nrw stand diesmal unter dem Motto „Was uns lieb und teuer ist“. Eine Sache, die uns allen lieb und teuer sein sollte, ist unsere Zukunft. Auch die Zukunft der Medien in Europa und der Umgang mit dem digitalen Zeitalter standen auf der Tagesordnung und wurden kontrovers diskutiert. Die Ergebnisse sprechen für sich.

Die Europäische Union bildet viele Kommissionen. Eine davon befasst sich mit der „Digital Agenda“, einem zukunftsorientierten Projekt zum Umgang mit digitalen Medien und deren Rolle in unserem Alltag. Unter anderem soll die Frage geklärt werden, wie man digitale Medien bestmöglich nutzen kann und wo die Schwierigkeiten und Probleme liegen, die damit verbunden sind.

Eine der Keynote-ReferentInnen, die Beraterin Annet Aris, beschäftigte sich beispielsweise auch mit dem Bezahlverhalten der Menschen im Internet. Zurzeit herrscht dort eine Mentalität vor, die das Bezahlen für Inhalte im Netz als nicht notwendig erachtet. Daraus aber resultiert letztlich ein verhängnisvoller Kreislauf:

Sind die User nicht bereit, für Inhalte im Internet zu bezahlen, müssen die Anbieter mehr Einnahmen durch Werbung finanzieren. Dadurch verschlechtert sich jedoch auch das inhaltliche Angebot und seine Attraktivität nimmt ab. Dies hat wiederum zur Folge, dass die User noch weniger bereit sind, für diese Angebot zu bezahlen – und ein verhängnisvoller Kreislauf ist geschlossen.

Die Rolle der digitalen Medien in unserem geschäftlichen und privaten Alltag nimmt stetig zu und wird dies auch in Zukunft tun. Nur müssen die Anbieter überlegen, auf welche Weise sich das für sie rentieren kann, ohne dass sie dabei die Qualität ihrer Angebote vernachlässigen. Eine endgültige Lösung in dieser Frage ist noch nicht abzusehen, doch bereits jetzt kursieren im Netz verschiedene Dienste wie z.B. flattr, mit denen man Inhalte honorieren kann.

Die Digital Agenda der EU ist ein wichtiges Papier. Auch Themen wie Internetsperren und die Weiterentwicklung von Breitbandnetzen sind darin festgehalten. Doch wie so oft reicht eine Richtlinie nicht aus, um wirklich etwas verändern zu können. Die Agenda muss in den nächsten Jahren auch umgesetzt werden und dazu müssen immerwieder große Hürden überwunden werden, z.B. auch beim Datenschutz.

Dennoch ist es positiv zu bemerken, dass Europa die Zeichen der Zeit erkannt und ihre Pläne für den Umgang mit denselben dezidiert festgehalten hat. Auf die Umsetzung dürfen wir alle gespannt sein, denn so weit weg wie die meisten Menschen glauben, ist die EU-Politik gar nicht. Sie beginnt am Ende bei jedem einzelnen von uns und sie endet dort, wo wir alle hin wollen: In der Zukunft.

Nachruf

geschrieben von Friederike in Allgemeines, Medienwandel4 Kommentare »

In Trauer nehmen wir Abschied und verbleiben in tiefer Dankbarkeit.

Nach 45 Jahren wird die Produktion der Musik-Kassette (MC) eingestellt. Das letzte Werk in Diepholz (Niedersachsen) wird ab dem heutigen Tag keine MC mehr herstellen.

1963 kam die Compact Cassette (CC) von Philips mit entsprechendem Rekorder auf den Markt. Sie war als Speichermedium für Diktiergeräte entwickelt worden und besteht aus einem 3,81 mm breiten Magnetband in einem Kunststoffgehäuse. Das Band verläuft in zwei (Mono) bzw. vier (Stereo) Tonspuren – eine bzw. zwei für jede Laufrichtung – die vom Tonkopf des Rekorders abgetastet werden. Die meisten Kassetten haben eine Spielzeit von 60 Minuten, was bedeutet, dass man nach der Hälfte die Kassette aus dem Abspielgerät nehmen und umdrehen muss, es sei denn, das Gerät besitzt eine Auto-Reverse Funktion und ändert die Laufrichtung am Ende des Bandes automatisch.
Ab 1965 gab es dann bereits bespielte Kassetten (MC) zu kaufen, die auch zum Überspielen und erneuter Wiedergabe geeignet waren. Da dies eine wunderbar billige Form war, Musik zu speichern und zudem die einzige Möglichkeit, sich auf nur einem einzigen Medium ein individuelles Musikprogramm zusammenzustellen, erfreute sich die MC vor allem in den jugendlichen Reihen großer Beliebtheit. Zwar befürchtete die Musikindustrie einen Rückgang ihrer Umsätze und startete Kampagnen wie „Home Taping Is Killing Music“, doch nichtsdestotrotz wurden Kombigeräte en masse verkauft, die ein Radio in den Kassettenrekorder integrierten.
1968 kam wieder von Philips das erste Autoradio mit Kassettenabspieler heraus, so wurde die lange Urlaubsreise nach Italien mit der eigenen Musik untermalt!
Ein weiterer Schritt in Richtung der individuellen Nutzung war die Herstellung des Walkman ab 1979 von Sony. Endlich konnte man seine Lieblingsmusik überall hin mitnehmen. Selbst in Konkurrenz mit dem später entwickelten Discman bot der Walkman den entscheidenden Vorteil, bei Erschütterungen, wie sie zum Beispiel beim Joggen entstehen, nicht zu stocken.
Ende der 1970er Jahre wurden Kassetten auch zur Speicherung von Computerdaten verwendet. Diese so genannten Datakassetten erlebten aber nur eine zehnjährige Blütezeit, bis sie von Disketten und Festplatten abgelöst wurden.
1991 erreichte die Musik-Kassette ihren Höhepunkt: 78,4 Millionen Exemplare wurden im vereinten Deutschland verkauft. Knapp zwanzig Jahre später, im Jahr 2009, betrug der Absatz nur noch drei Millionen. CDs und MP3s hatten die Kassette abgelöst.
So verschwindet am heutigen Tag ein weiteres Stück in den verstaubten Schränken unseres Kulturguts: die Kassette gesellt sich damit zu Telegraf, Schreibmaschine und Grammophon. Ein Anlass, um etwas in der eigenen Schublade der Erinnerungen zu stöbern: Erlebnisse aus der Kindheit werden wach. Stundenlange Unterhaltung mit den Kindern aus Bullerbü, mit Michel und Madita – Karlsson nicht zu vergessen – und mit Bibi Blocksberg oder Grimm’s Märchen. Auch Alf war ein Klassiker. Dabei saß ich mit Geschwistern, Cousinen und Cousins oder Freunden zusammen, man hörte still zu, spielte Karten oder malte Mandalas in den buntesten Farben aus. Am witzigsten war es, den Pause-Button leicht gedrückt zu halten, dann verzerrten sich die Stimmen nämlich in eine Mickey-Maus-artige Frequenz. Später kamen dann die  Geschichten von TKKG, und die spannenden Krimis der drei Fragezeichen waren bald noch interessanter. Die Sammlung wurde von den ältesten Geschwistern angefangen und immer weiter gegeben.  Zum Geburtstag und zu Weihnachten konnte man auf eine weitere Kassette hoffen, wenn nicht, dann gab es ja noch die Flohmärkte.
Doch man rezipierte nicht nur: wir spielten Reporter und führten Interviews miteinander, imitierten Talkshows  oder sangen einfach Lieder ins Mikro. Das war ein Spaß! ;-)
Und später entdeckte man eine neue Nutzform der Kassette: Musik! Beim Radio-hören mit Geduld neben dem Rekorder sitzen und mit einer blitzschnellen Reaktion den Record-Button drücken, sobald ein guter Song lief und genauso schnell wieder die Aufnahme stoppen, damit bloß nicht die Stimme des Moderators mitgenommen wurde. Das war die einfachste Möglichkeit, sich ein buntes Musikprogramm zu erstellen; doch schon bald war es noch viel einfacher, CDs zu brennen.
Damit ist genug in besagter Schublade gewühlt. Ich verbinde mit der Kassette viele schöne Kindheitserfahrungen. Durch sie wurde mein kindlicher Wortschatz beträchtlich erweitert: die Aufsätze aus meiner Grundschulzeit sind durchflochten von Wörtern, deren Bedeutung ich noch nicht so ganz durchschaut hatte, die ich aber aus irgendeiner gehörten Geschichte kannte. Ebenso die Handlungsstrukturen und Namen meiner Figuren, die oft von Hörspielen inspiriert waren. Ich bin der Meinung, dass Zuhören im Kindesalter sehr wichtig ist für die Entfaltung von Fantasie und die Förderung der Konzentration. Deshalb finde ich, dass Kinderfernsehen eine bedenkliche Einrichtung ist. Doch für die Kinder von heute gibt es ja immer noch CDs und MP3s. Wenn sie auch nicht so gut für Kinderhände geeignet sind, da sie längst nicht die Unzerstörbarkeit von Kassetten aufweisen.
Mein letztes Wort richtet sich an die Musik-Kassette, die Generationen geprägt und begleitet hat:
DANKE
- für die vielen schönen, fröhlichen Stunden auf langen Autofahrten
- für die Gemeinschaft, die durch gemeinsames Rezipieren und Austauschen geschaffen wurde
- für die beruhigende Wirkung bei Gewitter
- für die Gelegenheiten, durch die man sich aktiv in einem Medium versuchen konnte
- für die Geduld, die man durch das Entwirren und Aufwickeln des Bandes gelernt hat
- für die Individualität der Musik, die durch Dich ihren Anfang nahm
- für die unermüdliche Wiedergabe und lange Lebensdauer
und last but not least:
Danke für Hilfe beim Einschlafen mit Drei Fragezeichen Geschichten!

http://de.wikipedia.org/wiki/Compact_Cassette

http://www.mabroselvisworld.com/MC/mc-geschichte.htm

http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1550680/Das-Ende-vom-Bandsalat-Produktion-wird-eingestellt.html

http://www-origin.radiobremen.de/politik/nachrichten/politikdiepholzkassetten100.html

http://rockt.tv/news/fur-immer-bandsalat/

Facebook – Der Untergang für StudiVZ und Co?

geschrieben von hami3301 in Internet, Internetstatistik, Kommunikationsformen, Medienkritik, Medienwandel, Zukunft des Internet2 Kommentare »

Unter dem Titel Die Folge der Facebook-Dominanz: Deutsche Social Networks am Scheideweg gibt es bei netzwertig einen absolut lesenswerten Artikel darüber über Facebook. Am Beispiel Schweden wird erläutert, wie Social Network Marktführer alteingesessene nationale Netzwerke in die Bedeutungslosigkeit verbannte.
Die Frage die sich zu Recht stellt, ist ob eine ähnliche Entwicklung auch in Deutschland wahrscheinlich ist. Oder hängen die Deutschen zu sehr an ihrem StudiVZ, MeinVZ, SchülerVZ, Wer-kennt-wen oder gar an Lokalisten?

Problemkind VZNetzwerke

Die VZ Netzwerke, sind wie der Name schon sagt mehrere Netzwerke, die sich aber mehr oder weniger miteinander verbinden lassen. Lässt man den positiven Aspekt des, letzten Endes umgehbaren Jugenschutzes bei SchülerVZ beiseite, ist das eine ziemlich lästige Angelegenheit. Hier zeigt sich, dass der einstige Trumpf von StudiVZ von inzwischen zu einem Problem geworden ist. Waren es einst die Studenten als Early Adopters und Zugpferd des Social Networks, schließen diese nach dem Studium ihren Account und denken in der Regel nicht daran, zum hochgradig altbacken klingenden MeinVZ zu wechseln.
Wobei ich zumindest aus meinem Umfeld sagen kann, das viele StudiVZ Profile den Studienabschluss ihrer Besitzer nicht miterleben. Viele User kehren StudiVZ den Rücken zu. Sei das Datenschutzgründen oder weil sie einfach keinen Mehrwert in dem sozialen Netzwerk mehr sehen. Ersterer Grund mag zwar von hohen Idealen zeugen, aber wer fair sein will, muss den VZ Netzwerken zugestehen, dass sich etwas in Sachen Datenschutz getan hat und Facebook oder auch Google eine größer Datensammelwut antreibt. Aus diesem Grund preist StudiVZ sich ja inzwischen gerne als kleines deutsches Datenschutzparadies an, und macht so geschickt PR gegen Facebook.
Das weit größere Problem von StudiVZ ist der fehlende Mehrwert. Partyfotos sind für Nutzer die irgendwann einmal die Uni Richtung Arbeitswelt verlassen wollen eher ein Grund, StudiVZ zu verlassen, als dort aktiv zu sein. Der in den Anfangstagen des Studentenverzeichnis oft beschworene Gedanke, es bestünde die Möglichkeit alte Schulfreunde zu finden, gilt einerseits auch für Facebook und Co und war andererseits schon immer ein Scheinargument für soziale Netzwerke. Auch wenn wer seinen kompletten Abijahrgang als Freund hinzufügte, hat letzten Endes doch eher mit den Leuten in Kontakt gestanden zu denen eine engere soziale Bindung bestand. Der „Aha X studiert jetzt in Y das Fach Z – Effekt“ der einst den Reiz von StudiVZ ausmachte, ist nunmal keine Langzeitmotivation.
Das jedoch größte Problem, dass StudiVZ immer hatte und auch noch jetzt hat, ist seine Innovationsarmut. Es war immer ein Facebook Clon in rot, der sich erstaunlich langsam weiterentwickelte. Exemplarisch dafür ist immer das Fehlen von Hyperlinks gewesen. Wo Facebook sich heute selbst ins offene Internet katapultiert, sich mit diesem vernetzt und die Nutzerseiten von außen einsehen lässt, war StudiVZ immer ein in sich geschlossener Mikrokosmus. Wer einen Link teilen wollte, musste diesen kopieren und in die Browseradresszeile einfügen. Ein Usability Alptraum. Der noch größere Alptraum sind bei StudiVZ aber nach wie vor die Gruppen. Diese haben nie als Kommunikationskanal funktioniert sondern waren für gefühlte 90% der Nutzer nur eine lustige Erweiterung des Profils. „Ich glüh härter vor als du Party machst“, um nur eine dieser Juxgruppen zu nennen, erfüllt keinen kommunikativen Zweck sondern ist nichts weiter als ein Gag. Das Fehlen von Apps und Spielen hat mich hingegen nie wirklich gestört.Aber wer bei Facebook sieht, wie viele Freunde den halben Tag damit verbringen ihren virtuellen Bauernhof zu beackern, versteht wie sehr die Apps die Nutzer binden.

Was die Zukunft bringt

Eine derart ausgeprägte Analyse von Wer-Kennt-wen und Lokalisten spare ich mir an dieser stelle. Die Google-Statistik zeigt, dass es mit Wer-kennt-wen nach einem kleinen Boom schon wieder bergab geht und Lokalisten war niemals wirklich bedeutend. Aus der Google-Statistik geht klar hervor, dass die VZNetzwerke insgesamt zwar noch schlagkräftig sind, aber das gigantische Wachstum von Facebook macht nicht den Eindruck als würde sich stoppen lassen. Zumal der Funktionsumfang schon jetzt gewaltig ist und hinter diesem Social Network wesentlich mehr Kapital steht, dass sich in die Weiterentwicklung stecken lässt.
Ich kann mich Medienlese als nur anschließen und sagen, es harte Zeiten für die nationalen sozialen Netzwerke werden und dass es wahrscheinlich ist, das einige von ihnen in die Bedeutungslosigkeit abdriften werden. Wobei nicht gesagt ist, dass Facebook das Ende vom Lied ist.

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Weg mit GEZ-Gebühren! Bringt nur wenig!

geschrieben von s2marglin in Medien und Politik, Medienwandel1 Kommentar »

“Super!”, denkt man auf den ersten Blick. Die Ministerpräsidenten wollen am Mittwoch über eine Neuordnung der Rundfunkabgabe beraten. Ab 2013 gibt es dann also die Rundfunkgebühr  nicht mehr in der momentanen Form, wenn es nach den Herren geht. Stattdessen soll die Finanzierung der staatlichen Programme über eine Pauschale laufen.

Der Haken an der Sache? Ab dann zahlt jeder Haushalt, ungeachtet, ob Empfangsgeräte überhaupt vorhanden sind.  Bis auf die bereits momentan akzeptierten Ausnahmen (zB. Studenten, Hartz IV-Empfänger) darf dann jeder Haushalt die derzeitig für einen Fernseher beanschlagten 17,98€ berappen. Für Firmen wird die Gebühr gestaffelt berechnet. Uns steht also womöglich eine neue Steuer ins Haus.

Der einzige Lichtblick an der Sache ist: es besteht kein Bedarf mehr an den semi-legal agierenden Raubritter-”Kommissaren” der GEZ, die mit Drückerkolonnen-Methoden von Haus zu Haus stiefeln und versuchen, mit Drohungen horrende Summen an Nachbezahlungen aus den Leuten herauszupressen. Die gewohnt qualitätsfreien Werbespots würden dann ebenfalls der Vergangenheit angehören.

Wie ARD, ZDF und Deutschlandradio erwarten, das jährliche Gebührenaufkommen demnach bei rund 7,5 Milliarden Euro beizubehalten, bleibt fraglich. Man habe aber wohl nicht vor, freiwillig auf die Werbe- und Sponsoring-Einnahmen (neben den Gebühren meiner Meinung nach die kleineren Übel) zu verzichten.

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Quellen:

http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/pauschale-fuer-alle/

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/Kein-Mogeln-mehr-bei-der-Rundfunkgebuehr_aid_866610.html

Der Oberbürgermeister und seine tägliche Erfahrung mit den Medien

geschrieben von s2tisaur in Allgemeines, Internet und Politik, Medien und Politik, Medienkritik, Medienwandel, PrintmedienKeine Kommentare »

Normalerweise sitzt Klaus Jensen an einem Dienstagvormittag in seinem Büro im Rathaus oder nimmt politische Außentermine wahr. Normalerweise. Doch heute war alles anders. Der Trierer Oberbürgermeister besuchte erstmals den Fachbereich Medien, Kommunikation und Gesellschaft an der Universität der Moselstadt. Allerdings schlüpfte der 58- jährige nicht in die Rolle eines Studierenden, sondern referierte über „Medien in der kommunalen Politik“.

„Politik und Medien seien grundverschieden, aber sie sind voneinander abhängig“, war einer der ersten Sätze, die der OB im Hörsaal 2 der Trierer Hochschule über seine Lippen brachte. Das Stadtoberhaupt findet, dass Fernsehen, Print und Radio vor allem wegen ihrer Kontrollfunktion wichtig sind.

Die Medienlandschaft in Trier bezeichnet Jensen als überschaubar. Als ein Student fragt, ob er eine Rangfolge der lokalen Medien geben kann, bleibt Jensen zunächst diplomatisch. Grundsätzlich seien alle Medien wichtig, aber die Tageszeitung (Anmerkung des Autors: Trierischer Volksfreund) stehe natürlich im Vordergrund.

In der kommunalen Berichterstattung sind dem Trierer Oberbürgermeister in den letzten Jahren einige Entwicklungen aufgefallen. Ein Trend ist laut Jensen, dass die Vorabberichterstattung zugenommen hat. Die Themen einer Stadtratssitzung werden oft schon vorher abgearbeitet. Jensen hat zudem eine rasante Zunahme von journalistischen Anfragen in der Rathaus- Pressestelle beobachtet. Der OB rechnet vor: Fast 1000 Fragen von Journalisten kommen ihm und seinen Mitarbeitern monatlich auf den Tisch. Das sei einerseits erfreulich, andererseits können oft nur oberflächliche Antworten gegeben werden.

Dennoch würdigte Triers Stadtoberhaupt im Fazit seines Vortrags die Arbeit der Lokal- Journalisten. „Sie haben sicher keinen leichten Job“.

Erstaunlich fit ist Klaus Jensen auch in Sachen Internet. Er outet sich als Fan von Onlinemedien. „Ich schaue oft in Blogs, die können sehr anregend sein“. Nur mit Twitter und Facebook hat der 58- jährige noch seine Probleme. „Wenn Susanne schreibt, dass sie gerade zuhause angekommen ist, naja, was soll ich davon halten?“  Die Medien- Studenten schmunzeln- wir verstehen ihn.

Den Vortrag von Klaus Jensen wird übrigens zeitnah ins Internet gestellt. Unter Studip/ Veranstaltungen/ Medienentwicklung- Medientransformation/ Aufzeichnungen ist er abrufbar.

Titanic in 3D

geschrieben von Annika in Allgemeines, Medienwandel3 Kommentare »

Regisseur James Cameron kündigte an, seinen Erfolgsfilm “Titanic” als 3D-Version in die Kinos zu bringen. “Wir denken nicht nur darüber nach, wir machen es”, erklärte er auf der Technologie-Konferenz D8.

Der Film über den wohl berühmtesten Schiffsuntergang von 1997 gewann elf Oskars und galt als erfolgreichster Film aller Zeiten, bis Camerons “Avatar – Aufbruch nach Pandora” noch mehr Geld einspielte.

Der Film soll 2012 fertig sein, zum 100. Jahrestag des Unglücks, bei dem etwa 1500 der über 2000 Passagiere ihr Leben verloren.

Quelle: OZ vom 5./6. Juni 2010

„Umdenken ist angesagt“

geschrieben von s2piweim in MedienwandelKeine Kommentare »

Im Gespräch mit Jacques Nicolay der Werbeagentur  „imedia“

Herr Nicolay Sie leiten zusammen mit Vic Fischbach die Firma imedia“. Ihre Firma ist vor allem in der Werbebranche tätig. Was macht eigentlich eine Werbeagentur?

Eine Werbeagentur ist ein Dienstleistungsunternehmen, das für Betriebe und andere Auftraggeber Beratung, Konzeption, Planung, Gestaltung und Realisierung von Werbe – und sonstigen Kommunikationsmaßnahmen übernimmt. „imedia“ hat früh die doppelte Aufgabe von Beratungs- und Produktionsagentur übernommen und konnte, ohne Informationsverlust zwischen Kundenwünschen, Agenturideen und Produktionsauflagen, Werbekampagnen produzieren. Unsere Mitarbeiter – Konzeptgestalter, Texter, Grafiker, Fotografen und Video- und Animationsfachleute – sind unter einem Dach vereint; damit ist der aktive Kommunikationsaustausch unter den verschiedenen Fachgebieten optimal.

Welches Projekt würden Sie als Ihr bis dato interessantestes bezeichnen?

Jedes Projekt, bei dem die Agentur das volle Vertrauen des Auftraggebers genießt, ist interessant. Nur so kann sie ihre kreativen Fähigkeiten zum Nutzen des Kundenprojektes einsetzen und erfolgreich umsetzen. Der kleine Luxemburger Raum bringt den Vorteil, dass eine Spezialisation in einem bestimmten Fachbereich – wie es im Ausland bei Werbeagenturen normal ist – schlecht machbar ist. Dieser Umstand bringt mit sich, dass wir uns für jeden Auftrag neues fachspezifisches Wissen aneignen müssen, was sehr spannend und belebend ist.

Ich weiß, dass Sie ein großer Sympathisant der Firma „Apple“ sind. Steve Jobs wird von manchen Medien als Apple-Messias betitelt. Ist diese Aussage Ihrer Meinung nach gerecht?

Steve Jobs ein Messias? Er hat wie kein anderer die Artenvielfalt der Computer- und Medienlandschaft der Welt nachhaltig verändert. Er hat der Maschine Computer eine Persönlichkeit mit eigener Ausdruckskraft verliehen, er hat neue Wege gefunden um CD-Player und Telefon abzulösen, er hat über die technischen Innovationen von Apple die anderen namhaften Computer und Handyhersteller zu Nachahmern werden lassen. Bei „imedia“ arbeiten wir alle auf der Appleplattform. Diese hat die willkommene Eigenart, immer zu funktionieren.

In zehn Jahren durchläuft die globale Medienlandschaft sicherlich einige Veränderungen. Welche Auswirkungen wird dies auf Ihren Beruf haben?

Die Vernetzung der verschiedenen Medienstrukturen hat längstens begonnen. Die Agenturen müssen verstärkt ihre Fachbereiche multimedial einsetzen. Bild und Ton, Film und Text, Animationen in 2D und 3D werden zum Tagesgeschäft gehören, das Web wird an Bedeutung gewinnen, soziale Netze werden in die Werbung fest eingebunden. iPhone und iPad eröffnen jetzt schon zusätzlich neue Horizonte. Umdenken ist angesagt.

Wo sehen Sie ihre Werbeagentur in zehn Jahren?

„imedia“ in zehn Jahren? Dazu müsste man ein Messias sein…

Ich bedanke mich für das Gespräch.

3D-Kino schraubt die Ticketpreise nach oben

geschrieben von s2marglin in Medienwandel2 Kommentare »

Was lange als halbgares Gimmick verkannt wurde, wird nun massentauglich: ich spreche von dreidimensionalem Kino. Maßgeblich popularisiert durch den Blockbuster Avatar (2009) von James Cameron, steigt das Angebot an 3D-Filmen momentan um ein vielfaches gegenüber den vorherigen Jahren an. Dem Zuschauer soll so ein dramatischeres, aktionsnäheres Erlebnis geboten werden. Und was dem Kunden schmeckt, darf er auch dementsprechend teurer bezahlen.

So berichtet die Zeitung “The Hollywood Reporter” unter Berufung auf die National Association of Theatre Owners (NATO), das die Ticketpreise in den USA im ersten Quartal des Jahres 2010 um rund 6% gestiegen seien, hauptsächlich aufgrund des 3D-Kinos. Fraglich bleibt nur, ob das innovative Erlebnis auf lange Sicht interessant genug für die Zuschauer bleibt, um die rund 2,50€ Aufpreis für eine 3D-Vorstellung zu berappen. Carina Resch, Marketingleiterin von Constantin Film, ist enthusiastisch: “Als Kinobetreiber kommt man heute an diesem Trend nicht mehr vorbei. Die Cineplexx-Kinogruppe hat daher auch alle Kinos auf digitale Technik umgerüstet. Von insgesamt 193 Sälen werden aktuell 54 in 3D bespielt”.

Quelle:

http://www.pressetext.com/news/100508006/3d-trend-treibt-kino-ticketpreise-an/

Der elektrische Reporter wird Realität

geschrieben von Tristan Tarpani in Medienwandel, Nachrichten, Qualität, ZeitungskriseKeine Kommentare »

Journalismus ist ja bekanntlich ein hartes und stark umkämpftes Geschäft. Für viele ist es ein Traum, nurnoch seinen Interessen nachgehen zu können und darüber schreibend auch noch Geld zu verdienen. Doch dass die Medienlandschaft in der Krise steckt, ist kein großes Geheimnis. Sinkende Absatzzahlen, abspringende Sponsoren, Globalisierungskampf im Internet – all das macht der Branche zur Zeit zu schaffen. Da nimmt man natürlich jeden Strohhalm dankend an, an den man sich klammern kann. Die neuste Idee ist so grotesk wie faszinierend: Am meisten Geld lässt sich im Journalismus einsparen, wenn man einfach auf die Journalisten verzichtet. Klingt unmöglich? Ist es aber vielleicht nicht mehr lange.

StatSheet ist ein Internetdienst, der sich auf die Bereitstellung von Statistiken aller Art zu sportlichen Ereignissen spezialisiert hat. Bisher noch fokussiert auf den Bereich Basketball bekommt man  dort alle Zahlen, die im Sport eine Rolle spielen: Spielstände, Erfolge und Niederlagen, Spieleinsätze und aktuelle Tendenzen gehören zum Repertoire und sollen das Leben von Sportjournalisten erleichtern. Diese Zielsetzung wurde jedoch jäh in ihr Gegenteil verkehrt, als die Macher der Seite erklärten, sie hätten einen Algorhitmus entwickelt, der aus den vorhandenen Daten selbstständig und automatisiert die komplette Sportberichterstattung generiert.

Journalistische Leistungen von Computerprogrammen erzeugt? Da stellt sich natürlich direkt die Frage nach der Qualität. Eine Kostprobe davon kann man bei der FAZ nachlesen, die laut eigenen Angaben eine Testversion des Journalistenroboters (siehe Foto) erhalten hat und ihm die Berichterstattung über den 28. Bundesligaspieltag überließ. Der Artikel ist generell sehr überzeugend, dafür an manchen stellen unfreiwillig komisch, wenn z.B. den letzten die Pferde beißen, die Katze im Dorf gelassen wird oder der frühe Fisch den Wurm fängt. StatSheet entwickelt das Programm jedoch weiterhin, mit dem Ziel, dass mindestens 90% der Rezipienten nicht mehr den Unterschied zu konventionellen Sportartikeln erkennen können.

Sollte sich die Idee bewähren wäre das toll für die Journalismusindustrie, allerdings schlecht für die Journalisten, denen dann die Arbeit abgenommen wird. Laut StatSheet ist dies jedoch kein Problem, da sehr spezielle Artikel beispielsweise über bestimmte Persönlichkeiten oder andere Hintergrundberichte nicht von dem Automatismus erzeugt werden können. Das System solle nicht den konventionellen Journalismus ersetzen sondern nur den Menschen ihre Arbeit erleichtern.

Das ist wahrscheinlich in etwa das gleiche, was man früher auch über die Dampfmaschine gesagt hat. Was daraus geworden ist, wissen wir ja.

(via ReadWriteWeb)

Fake-Meldungen in TV-Nachrichten

geschrieben von s2jurose in Fernsehen, Medien und Politik, Medienwandel, NachrichtenKeine Kommentare »

Vorkommnisse wie das in Georgien sind nicht einmalig in der Geschichte. Das wohl bekannteste Beispiel ist die Radio-Live-Sendung der Hörspielinszenierung von H.G. Wells’ „Krieg der Welten“, die 1938 von dem amerikanischen Sender CBS ausgestrahlt wurde. Dies jedoch war von Anfang an als Unterhaltung für die Zuhörer, nicht jedoch zu deren politischer Mobilisierung geplant gewesen. Zudem hatte es während der Sendung immer wieder Hinweise darauf gegeben, dass es sich um ein fiktives Ereignis handelte. Es zeigen sich also deutliche Unterschiede im Vergleich zu der Fake-Nachricht des georgischen Senders Imedi TV.

Ein vergleichbareres und sogar aktuelleres Beispiel lässt sich dafür in einem unserer direkten Nachbarländer finden: am 13.Dezember 2006 unterbrach der belgische Sender RTBF sein laufendes Programm für eine Sondersendung, in der er darüber informierte, dass die Region Flandern ihre Unabhängigkeit erklärt habe. Belgien existiere nicht mehr und der König sei bereits ins Exil geflohen. Auch hier wurden die Zuschauer erst am Ende der Sendung ausreichend darüber aufgeklärt, dass es sich um eine Inszenierung handelte, auch hier war die Bereitschaft der Bevölkerung, der Nachricht Glauben zu schenken, durch Spannungen im Vorfeld gewährleistet. Und auch hier gab es wütende Proteste gegen eine solche Berichterstattung, die nach Angaben des Senders die Bevölkerung aufrütteln und ihr Bewusstsein für die gegenwärtige prekäre Lage schärfen sollte.

Es stellt sich die Frage, wie weit Nachrichtensendungen gehen dürfen, um solche „ehrenwerten Ziele“ zu erreichen. Im Falle Georgiens, bei dem in Folge dieser Nachricht schließlich sogar Menschen gestorben sind, fällt es nicht schwer, zu sagen, dass die Grenzen des Erlaubten überschritten wurden. Aber: Wer legt die fest? Und wie trennscharf sind sie? Es bleibt abzuwarten, ob bzw. welchem Umfang sich nach den jüngsten Ereignissen solche Falschmeldungen in scheinbar seriösen Nachrichtensendungen häufen werden.

http://www.tagesschau.de/ausland/meldung75060.html

Sony’s neue Motion-Sensor-Konkurrenz für Nintendo’s Wii

geschrieben von s2marglin in Allgemeines, Medienwandel3 Kommentare »

Das mit der auf Bewegungssensoren basierenden Konsole Wii von Nintendo ist so eine Sache. Als das Gerät veröffentlicht wurde, fanden die beiden großen Konkurrenten Sony und Microsoft nur mildes Lächeln als Reaktion für die Spielerei. Aber seitdem die Wii im November 2006 erschien, hat sich einiges auf dem Markt verändert. Vor allem die bisher eher unerschlossene Zielgruppe der Frauen hat die Konsole mit Freuden in die Arme geschlossen und sorgt dafür,  dass Nintendo Millionen mit Gehirnjogging und virtuellem Joga-Unterricht verdient.

Nachdem Microsoft (“Project Natal”) und Sony (damals “Playstation Motion Controller”) bereits im Juni des letzten Jahres mit der Ankündigung ihrer neuen Konsolentechniken zum ziemlich späten Gegenschlag gegen die Nintendo Wii ausholten,  hat Sony sich jetzt für einen finalen Projektnamen entschieden.  Mit dem zum Kopfschütteln einfallslosen Namen “Playstation Move” versprechen sich die Japaner, an den Erfolg ihrer Landsmänner anzuknüpfen. Fraglich, ob nach drei Jahren noch immenser Bedarf besteht. Mit über 68 Millionen verkauften Einheiten übertrifft Nintendo nämlich fast die Verkäufe beider Konkurrenten zusammengerechnet (Sony’s Playstation 3:  rund 33 Millionen; Microsoft’s XBox360: rund 38 Millionen) und deckt somit schon einen umfassenden Bereich des Marktes ab.

Für mich auf jeden Fall einer der ironischsten Fälle von Mitläufertum bei Multikonzernen in den letzten Jahren.

Quellen:

http://vgchartz.com/hwlaunch.php?cons1=Wii&reg1=All&cons2=PS3&reg2=All&cons3=X360&reg3=All&weeks=250

http://www.xbox.com/en-US/live/projectnatal/

http://www.nintendo.com/wii/what/meetwii

http://electronictheatre.co.uk/index.php/playstation3/playstation3-news/4332-playstation-move-technical-specifications-revealed

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Endlich beantwortet eine Suchmaschine alle Fragen

geschrieben von s2pesaue in Internet, Medienwandel, Zukunft des Internet2 Kommentare »

Google war gestern. ehow.com repräsentiert die Suchmaschine der Zukunft. Jeder weiß wovon ich rede und jeder hat bestimmt schon mal einige Minuten damit verbracht irgendwelche Dinge zu ?googeln?. Bei einzelnen Begriffen wird man meistens schnell fündig. Allerdings scheint google bei zusammenhängenden Fragen oft ein wenig überfordert. Hierbei könnte ehow.com Abhilfe schaffen. Gibt man dort zum Beispiel die Frage ein, wie man ein Auto mit Automatikschaltung fährt, erhält man einen 6-Punkte-Ablaufplan inklusive weiterer nützlicher Tipps. Mittlerweille hat auch google seine Suchparamater angepasst. Zudem strebt ehow.com eine Topplatzierung bei den google-Suchergebnissen an. Interessant ist aber vor allem auch das Konzept, welches sich hinter ehow.com verbirgt. Denn im Prinzip versucht ehow.com journalistisch ?leichte Kost? verpackt mit gezielten Werbeangeboten an den User zu bringen. Hinter dem Projekt steckt übrigens Richard Rosenblatt, der sich bereits mit seiner Sozialnetzwerk-Plattform MySpace vor einigen Jahren eine goldene Nase verdient hat. Auch für das Suchmaschinenprojekt gelang es ihm wieder zahlungskräftige Investoren an Land zu ziehen. So stellte Goldman Sachs 355 Millionen Dollar für die Finanzierung zu Verfügung. Allerdings soll Yahoo bereits 2008 an die 2 Milliarden Dollar für Rosenblatts neues Projekt geboten haben.  Rosige Zeiten?

Quellen:

http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E6EA904DBFFEB439790CADE0E9AF8C53D~ATpl~Ecommon~Scontent.html

http://www.ehow.com/how_2239466_drive-car-automatic-transmission.html

Bei Metropolis muss man ganz genau hinschauen

geschrieben von kiss2202 in Fernsehen, Medienwandel, SeminarlinksKeine Kommentare »

Zwar nicht, um die neu eingefügten Teile zu entdecken, die die gestern ?neu-uraufgeführte Form? erstmals wieder zum Director´s Cut machte (Auf diese war ja dankenswerterweise vorher hingewiesen worden: Man erkenne sie am kleinen schwarzen Balken am oberen Bildrand … nicht etwa an der ? verständlicherweise – schlechteren Bildqualität …), aber man konnte doch feststellen, wie sehr der Fernseher zum Begleitmedium für uns alle geworden ist. Beim Stummfilm ist dies allerdings ein Problem: Widmen wir uns studiumstechnisch den Stummfilmen meist an der Uni, wo wir ihnen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit schenken, ist der Stummfilm zuhause im eigenen Fernseher äußerst ungeeignet, um dabei abzuwaschen oder währenddessen noch einen kleinen Bourdieu-Text zu überfliegen … Man bekommt vom Film NICHTS mit. Erstaunlich, wie oft wir anscheinend lediglich ?fernhören?.

Medien und Politik – Wahlwerbung im Wandel der Zeit

geschrieben von s2mawoll in Allgemeines, Medien und Politik, Medienwandel1 Kommentar »

Der Wahlkampf gilt als der Höhepunkt der politischen Kommunikation. Über die Massenmedien wollen die Parteien ihre Themen und Kandidaten bestmöglich platzieren und stecken daher Millionen in Plakate, Wahlwerbespots und Kampagnen. Mit dem Wandel der Medien hat sich dabei auch die Wahlwerbung immer wieder erneuert: Mit dem Aufstieg des Fernsehens zum “Leitmedium” wurden Wahlwerbespots immer wichtiger, mit der Jahrtausendwende liegt ein neuer Schwerpunkt auf dem Internet als Medium zur Mobilisierung von Wählern. Auch inhaltlich hat sich die Wahlwerbung in 60 Jahren BRD deutlich verändert. Standen in der Nachkriegszeit noch die großen ideologischen Weichenstellungen für das Land im Vordergrund des Wahlkampfes, geht der Trend heutzutage stärker in Richtung der Personalisierung und Entertainisierung.

Eine sehr gelungene und spannende Übersicht über den Wahlkampf im Wandel der Zeit bieten folgende Quellen:

http://www1.bpb.de/methodik/31P06X,0,Wahlplakate_im_Spiegel_der_Zeit.html

“Wahlplakate im Spiegel der Zeit” der Bundeszentrale für Politische Bildung

http://www.youtube.com/view_play_list?p=8225B50D01F7268F&search_query=qual+der+wahl

“Qual der Wahl”: ZDF Online und 3sat-Kulturzeit blicken zurück auf TV-Wahlwerbespots

Marcel Wollscheid

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Medien und Politik – Die Medienrealität des Wahlkampfs

geschrieben von s2mawoll in Allgemeines, Medien und Politik, MedienwandelKeine Kommentare »

Medien und Politik stehen in vielerlei Hinsicht in einem spannungsgeladenen Verhältnis. Einerseits streben Politiker über die Medien nach Legitimation und Zustimmung für ihre Politik und bemühen sich um ein positives Bild in der Öffentlichkeit, andererseits sind Journalisten auf der Suche nach exklusiven Informationen und betonen vor allem den Konflikt im politischen Tagesgeschäft. Gerade mit dem Aufstieg des Fernsehens zum “Leitmedium” hat sich die politische Kommunikation dabei fundamental verändert: Politik wird heutzutage überwiegend als medienvermitteltes Ereignis wahrgenommen, weshalb sowohl politische Akteure als auch Journalisten einen Schwerpunkt auf die Medienwirksamkeit ihres Handelns legen.

Besonders deutlich wird dies im Bundestagswahlkampf, in dem Medien und Politik nach amerikanischen Vorbild eine Medienrealität der “Kanzlerwahl” erzeugen. Bei der Bundestagswahl wählen die Bürgerinnen und Bürger Vertreter in ihrem Wahlkreis und Parteien, eine Direktwahl des Kanzlers ist in der Verfassung nicht vorgesehen. Nichtsdestotrotz wird der Wahlkampf zu einem “Duell” zwischen den medienwirksam auserkorenen Kanzlerkandidaten der Parteien hochstilisiert. Besonders deutlich wird dies in den TV-Duellen, in denen seit 2002 die Kandidaten der Volksparteien vor der Bundestagswahl aufeinandertreffen. Grund für diese Entwicklung: Sowohl die Medien als auch die Parteien streben nach Personalisierung und Polarisierung, wollen Politik ein Gesicht geben und Aufmerksamkeit im Wahlvolk erzeugen.

Für die Medienwissenschaft ergeben sich aus dieser Konstellation spannende Fragen: Wie inszenieren Journalisten politische Ereignisse? Wie hat sich die politische Kommunikation seit Gründung der BRD verändert? Inwiefern kann man von einer totalen Medialisierung und Verinnerlichung der Medienlogik durch die Politik sprechen?

Teil 2: Medien und Politik – Wahlwerbung im Wandel der Zeit

Marcel Wollscheid

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“Qube – Die Zeitung für das dritte Jahrtausend”

geschrieben von s2lapeif in Allgemeines, Internet, Medienwandel, PrintmedienKeine Kommentare »

Bereits im vergangenen Jahr veröffentlichte das ‘medium magazin’ in seiner Dezember-Ausgabe die Ergebnisse eines Medienprojektes der Studenten der Hochschule Darmstadt. In Kooperation mit dem Medienmagazin entwickelten sie ein Konzept zur ‘Zukunftszeitung’, das an Aktualität nichts verloren hat.

In 13 Artikeln kann man auch Online nachlesen (zusätzlich E-Paper, PDF-Download) wie die Zeitung von morgen, die sogenannte ‘Qube’, aussehen soll.

Angesprochen werden hierbei häufig diskutierte Fragen der Printmedien: Wie soll mit dem Rückgang der Leser umgegangen werden? Auf welche Weise lassen sich Online- und Printangebote verbinden? Wie sieht die Organisation der modernen Zeitungsredaktion aus?

Zusätzlich entwickelten die Studenten für ihre Zukunftszeitung ‘Qube’ neue Ideen zum Zeitungslayout, Format, Visualisierung und Stil. Interessant ist hierbei die (nicht ganz neu) Idee mit einer Strukturierung nach traditionellen, klassischen Rubriken wie Wirtschaft, Politik und Feuilleton zu brechen und die Zeitung nach Themen auszurichten, die dann aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden.

Eine durchaus interessante Lektüre bietet das Medienprojekt ‘Qube’, welches aktuelle Probleme und Ideen im Printwesen diskutiert und auf 13 Seiten gut zusammenfasst.

Quelle:

http://www.mediummagazin.de/aktuelles/themenzeitung/

Olympia + Fernsehen = BFF

geschrieben von Julia Prange in Allgemeines, Fernsehen, MedienwandelKeine Kommentare »

Für diejenigen, die noch nicht der Jugendsprache und ihren Abkürzungen zu Füßen liegen: bff = best friends forever. Und Olympia scheint wirklich der beste Kumpel vom Fernsehen zu sein. Bzw. für die Fernseher-herstellenden Firmen. Schon ab den 40er Jahren brauchte jedes neue internationale Sportevent neue Spitzen in den Verkaufszahlen der TV-Geräten, später dann beim Farbfernsehen. Nun kann man vielleicht ähnliches auch 2010 passieren, wenn ARD und ZDF anlässlich des Starts der Olympischen Winterspiele ihr gesamtes Programm auf HD-TV umstellen. Sicherlich wäre dies in naheliegender Zeit auch ohne Olympia passiert, genauso, wie sich die meisten Menschen sicherlich nicht nur einen hochauflösenden Fernseher kaufen, um jede einzelne Schneeflocke auf der Mütze der Sportler erkennen zu können. Und doch: Immer wieder scheint eben das Sportevent die nötige Wichtigkeit und die gute Reputation zu haben, um einen genauen Termin für eine Umstellung des Fernsehstandards zu liefern.

Quelle: http://www.ard.de/ratgeber/multimedia/bild-ton/hdtvumstellung/-/id=274512/nid=274512/did=1370860/9xc5lz/index.html

“Tod” durch Facebook – durch Verwechslung zur Märtyrerin

geschrieben von Julia Prange in Allgemeines, Fernsehen, Internet, Medienwandel, Qualität2 Kommentare »

Zu den vielen kleinen Meilensteinchen der Berichterstattung gehörte auch der Fall der Iranerin, die in Teheran niedergeschossen wurde – und, gefilmt von einer Handykamera, verstarb. Das Video wurde ins Netz gestellt und dort von den traditionellen Medien aufgegriffen. Aus den Hauptnachrichten sah uns das Bild einer unfreiwilligen Märtyrerin als Symbol für die unschuldigen Todesopfer des Freiheitskampfes an. Allerdings ist die abgebildete Frau nicht tot – sie hat mit der Verstorbenen nichts zu tun, sondern teilt nur den Großteil ihres Namens mit dieser.

Im Sterbevideo ist der Vorname der Frau zu Hören, Recherchen von unklarer Quelle fanden ein Profil auf Facebook, das der Toten gehört haben könnte. KÖNNTE. Hier zeigt sich das inzwischen gar nicht mehr so neue Phänomen des “Schnelligkeit über Qualität”-Drucks der Nachrichtenberichterstattung. Nichts wurde abgeglichen oder extra verifiziert, ob es sich wirklich um die Frau auf dem Video handelte. Sowohl die Medien als auch die Freiheitskämpfer selbst griffen das Profilfoto von Neda als korrekt auf, obwohl es einer ganz anderen Frau gehörte – die plötzlich dadurch berühmt und verfolgt wurde, sodass sie bis nach Deutschland flüchtete, um wieder anonym sein zu können.
Denn ihre Richtigstellungsversuche schlugen fehl: Obwohl Sie sich an die Presse wandte und ein anderes Foto von sich schickte, um zu beweisen, dass sie nicht die Verstorbene sein kann, ignorierte zB CBS diese Tatsache einfach und behandelte das neue Bild als ein weiteres der Verstorbenen. Eine weltweite Ente, die nicht aufzuhalten war und die lebende Neda wurde wider Willen zu einem Medienphänomen.
Es stellt sich auch hier wie so oft die Frage, wieviele der uns dargebotenen Wahrheiten in Nachrichten auch wirklich solche sind oder wir nicht längst in einer, wenn auch nicht immer absichtlich konstruierten Wirklichkeit leben, wo das real ist, das sich in Bildern gut darstellen lässt.
Mehr Details: http://www.ruhrbarone.de/die-unglaubliche-geschichte-der-neda-soltani-vom-versagen-der-medien-und-der-social-networks/

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