Internetkritik: StudiVZ kopiert bei Facebook

geschrieben von s2tisaur in Allgemeines, Internet, Medienkritik9 Kommentare »

Es wirkt wie ein Facebook- Clon: Das Social Network “StudiVZ” hat zu Beginn der neuen Woche zahlreiche Neuerungen eingeführt. Die meiste Zeit haben die Entwickler wohl an der Oberfläche der persönlichen Startseite gebastelt. Die Nutzer können jetzt die Statusmeldungen ihrer Internet- Bekanntschaften kommentieren. Außerdem informiert StudiVZ, wenn Freunde neue Freunde hinzufügen oder Bilder hochladen.

Die Neuerungen, die von dem Social Network seit Wochen groß angepriesen wurden, sind nichts als eine billige Kopie der erfolgreichsten Funktionen des größten Konkurrenten. Oder kurz: Das was bei Facebook seit Jahren gut funktioniert, wurde übernommen. Noch liefern sich beide Netzwerke einen heißen Kampf um die Vormachtstellung am deutschen Social- Network- Markt, doch wenn StudiVZ sich weiter nur Copy & Paste bedient, wird der WWW- Zug bald ohne sie abfahren.

SWR auf Sparkurs – außer beim Kampf um Werbekunden

geschrieben von s2chhorn in Allgemeines, Fernsehen, MedienkritikKeine Kommentare »

„Schlanker aber nicht schlechter“ (Quelle 1) soll der Südwestdeutsche Rundfunk SWR werden. In der letzten Sitzung des Rundfunkrates verordneten sich die Vertreter selbst die Sparpille. Bis zu 15 Prozent der gebührenfinanzierten Ausgaben sollen in den nächsten 10 Jahren eingespart werden. “Wir werden dort überproportional sparen, wo es möglich ist, ohne das Programm zu schädigen. Dadurch können wir dort leistungsfähiger sein, wo wir auf keinen Fall Abstriche machen dürfen“ (Quelle 2) begründete SWR-Intendant Peter Boudgoust die Entscheidung. Der Hintergrund ist trivial: das Auseinanderklaffen von Einnahmen durch die Rundfunkgebühren und die stetig steigenden Ausgaben. Auch die Einführung der ab 2013 geplanten Haushaltsabgabe (vgl. Quelle 3) könne diesen Trend nicht ändern, so Boudgoust. Treffen soll es zunächst die Verwaltung. Dabei kürzt Boudgoust auch gleich in der eigenen Abteilung. In der Intendanz, aber auch in der Verwaltungsdirektion und in der Direktion Technik und Produktion setzt der SWR den Rotstift an. “Der SWR 2020 wird schlanker, aber nicht schlechter sein als der SWR 2010“ (Quelle 4) so Boudgoust. Aber auch in den Programmen wird gespart. Allerdings sind die jugendlichen Programme des SWR, wie beispielsweise die Hörfunkangebote DASDING oder SWR3 weniger von den Sparmaßnahmen betroffen, als beispielsweise SWR2 oder SWR4. SWR2 ist die Hörfunkwelle des Südwestrundfunks mit dem größten Etat (vgl. Quelle 5) . Demnach müsse hier der größte Einsparbetrag erbracht werden. Der Sender könnte nach der Reform nur noch mit dreiviertel seines Etats arbeiten. Bei SWR4 schlagen die Einsparpläne mit rund 20 Prozent zu Buche, SWR1 soll auf 15 Prozent seiner Ausgaben verzichten. Interessant ist hier die Feststellung, dass offensichtlich in den Programmen gespart wird, die im gleichen Format keine privatrechtliche Konkurrenz fürchten müssen.

Die Programme SWR3 und die Jugendwelle DASDING blieben von den Einsparungen verschont. Diese Sender teilen sich den Hörer- und damit auch den Werbekundenmarkt mit Programmen, wie RPR1, bigfm, Antenne 1, Radio 7 oder Radio Regenbogen. SWR-Intendant Boudgoust begründete die nicht angedachten Einsparungen in den jungen SWR-Programmen damit, dass gerade in den jungen Programmen der Anschluss an die Lebenswelt der Hörer nicht verloren gehen dürfe. Zudem liefert sich der Südwestrundfunk mit diesen Programmen einen Kampf gegen die privatrechtlichen Anbieter. Auf dem Werbemarkt tritt also auch nach dem Sparpaket der SWR mit den gebührenfinanzierten und nicht kürzungsbedrohten Jugendprogrammen gegen die privatrechtlichen, auf ebendiese Werbeeinnahmen angewiesenen Privatstationen an.

Resümierend lässt sich feststellen, dass der SWR nur an den Stellen spart, an denen er keine Mitbewerber zu befürchten hat. Da in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg auch kein landesweites Regionalfernsehprogramm produziert und ausgestrahlt wird, hat die Zweiländerrundfunkanstalt auch hier keine Konkurrenz zu fürchten. Beim SWR-Fernsehen sind übrigens Einsparungen von bis zu 25 Prozent geplant (vgl. Quelle 2).

Quelle 1:

http://www.dwdl.de/story/26767/swr_will_massiv_sparen_auer_bei_jungen_programmen/

Quelle 2:
http://kress.de/tagesdienst/detail/beitrag/105031-zuerst-trifft-es-die-verwaltung-dann-das-programm-swr-spart-bis-2020-mindestens-15-ein.html

Quelle 3:
http://www.welt.de/wirtschaft/article7963562/Haushaltsabgabe-soll-GEZ-Gebuehr-ersetzen.html

Quelle 4:
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2545358_0_4282_-vor-allem-swr2-betroffen-swr-muss-massiv-sparen.html

Quelle 5:
http://www.radioszene.de/?p=14792

Boykott dreier großer Agenturen

geschrieben von s2marglin in Allgemeines, Medienkritik, Nachrichten1 Kommentar »

Die drei großen internationalen Nachrichtenagenturen Agence France Press , Associated Press und Reuters werden nicht über die Heirat der schwedischen Kronprinzessin Victoria berichten. Grund ist ein Streit mit der staatlichen schwedischen Fernsehgesellschaft Sveriges Televison um die Kosten der Übertragungsrechte des Ereignisses. der Preis für die Rechte übersteige, so AFP-Videodienstleiterin Christine Buhagiar, “sehr deutlich die derzeit üblichen Tarife”.  AFP-Informationsdirektor Philippe Massonnet sprach dabei über Sicherung der Berichts- und Meinungsfreiheit.

Ungeachtet der Tatsache, dass ich es begrüße, sich nicht für Informationen erpressen zu lassen, und geschlossen als Vorbild zu stehen, hege ich eine gewisse Schadenfreude über die dadurch hoffentlich international geringer geschätzte Beachtung. Ereignisse wie diese dekadente, sündhaft teure Hochzeit irgendwelcher Möchtegern-Prominenten, die man (soll heißen, Frau) ausschließlich aus Tratsch-Magazinen kennt, könnten gerne grundsätzlich ignoriert werden. Der relevante Informationswert beläuft sich ungefähr auf null,  und Adel an sich ist ein höchst überfälliges romantisiertes Relikt aus dem Mittelalter. Zumal ich mich frage, wer die ganze millionenschwere Show zahlen soll. Den Beruf “Prinzessin” stelle ich mir zumindest nicht allzu lukrativ vor. Ach, moment. Die ungefähr 25 Millionen Euro für die Kosten der Feierlichkeiten kommen natürlich aus Steuergeldern.

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Quellen:

http://www.tagesschau.de/ausland/hochzeitsboykott100.html

http://www.focus.de/panorama/boulevard/kronprinzessin-victoria-hochzeit-ist-schweden-zu-teuer_aid_377428.html

Facebook – Der Untergang für StudiVZ und Co?

geschrieben von hami3301 in Internet, Internetstatistik, Kommunikationsformen, Medienkritik, Medienwandel, Zukunft des Internet2 Kommentare »

Unter dem Titel Die Folge der Facebook-Dominanz: Deutsche Social Networks am Scheideweg gibt es bei netzwertig einen absolut lesenswerten Artikel darüber über Facebook. Am Beispiel Schweden wird erläutert, wie Social Network Marktführer alteingesessene nationale Netzwerke in die Bedeutungslosigkeit verbannte.
Die Frage die sich zu Recht stellt, ist ob eine ähnliche Entwicklung auch in Deutschland wahrscheinlich ist. Oder hängen die Deutschen zu sehr an ihrem StudiVZ, MeinVZ, SchülerVZ, Wer-kennt-wen oder gar an Lokalisten?

Problemkind VZNetzwerke

Die VZ Netzwerke, sind wie der Name schon sagt mehrere Netzwerke, die sich aber mehr oder weniger miteinander verbinden lassen. Lässt man den positiven Aspekt des, letzten Endes umgehbaren Jugenschutzes bei SchülerVZ beiseite, ist das eine ziemlich lästige Angelegenheit. Hier zeigt sich, dass der einstige Trumpf von StudiVZ von inzwischen zu einem Problem geworden ist. Waren es einst die Studenten als Early Adopters und Zugpferd des Social Networks, schließen diese nach dem Studium ihren Account und denken in der Regel nicht daran, zum hochgradig altbacken klingenden MeinVZ zu wechseln.
Wobei ich zumindest aus meinem Umfeld sagen kann, das viele StudiVZ Profile den Studienabschluss ihrer Besitzer nicht miterleben. Viele User kehren StudiVZ den Rücken zu. Sei das Datenschutzgründen oder weil sie einfach keinen Mehrwert in dem sozialen Netzwerk mehr sehen. Ersterer Grund mag zwar von hohen Idealen zeugen, aber wer fair sein will, muss den VZ Netzwerken zugestehen, dass sich etwas in Sachen Datenschutz getan hat und Facebook oder auch Google eine größer Datensammelwut antreibt. Aus diesem Grund preist StudiVZ sich ja inzwischen gerne als kleines deutsches Datenschutzparadies an, und macht so geschickt PR gegen Facebook.
Das weit größere Problem von StudiVZ ist der fehlende Mehrwert. Partyfotos sind für Nutzer die irgendwann einmal die Uni Richtung Arbeitswelt verlassen wollen eher ein Grund, StudiVZ zu verlassen, als dort aktiv zu sein. Der in den Anfangstagen des Studentenverzeichnis oft beschworene Gedanke, es bestünde die Möglichkeit alte Schulfreunde zu finden, gilt einerseits auch für Facebook und Co und war andererseits schon immer ein Scheinargument für soziale Netzwerke. Auch wenn wer seinen kompletten Abijahrgang als Freund hinzufügte, hat letzten Endes doch eher mit den Leuten in Kontakt gestanden zu denen eine engere soziale Bindung bestand. Der „Aha X studiert jetzt in Y das Fach Z – Effekt“ der einst den Reiz von StudiVZ ausmachte, ist nunmal keine Langzeitmotivation.
Das jedoch größte Problem, dass StudiVZ immer hatte und auch noch jetzt hat, ist seine Innovationsarmut. Es war immer ein Facebook Clon in rot, der sich erstaunlich langsam weiterentwickelte. Exemplarisch dafür ist immer das Fehlen von Hyperlinks gewesen. Wo Facebook sich heute selbst ins offene Internet katapultiert, sich mit diesem vernetzt und die Nutzerseiten von außen einsehen lässt, war StudiVZ immer ein in sich geschlossener Mikrokosmus. Wer einen Link teilen wollte, musste diesen kopieren und in die Browseradresszeile einfügen. Ein Usability Alptraum. Der noch größere Alptraum sind bei StudiVZ aber nach wie vor die Gruppen. Diese haben nie als Kommunikationskanal funktioniert sondern waren für gefühlte 90% der Nutzer nur eine lustige Erweiterung des Profils. „Ich glüh härter vor als du Party machst“, um nur eine dieser Juxgruppen zu nennen, erfüllt keinen kommunikativen Zweck sondern ist nichts weiter als ein Gag. Das Fehlen von Apps und Spielen hat mich hingegen nie wirklich gestört.Aber wer bei Facebook sieht, wie viele Freunde den halben Tag damit verbringen ihren virtuellen Bauernhof zu beackern, versteht wie sehr die Apps die Nutzer binden.

Was die Zukunft bringt

Eine derart ausgeprägte Analyse von Wer-Kennt-wen und Lokalisten spare ich mir an dieser stelle. Die Google-Statistik zeigt, dass es mit Wer-kennt-wen nach einem kleinen Boom schon wieder bergab geht und Lokalisten war niemals wirklich bedeutend. Aus der Google-Statistik geht klar hervor, dass die VZNetzwerke insgesamt zwar noch schlagkräftig sind, aber das gigantische Wachstum von Facebook macht nicht den Eindruck als würde sich stoppen lassen. Zumal der Funktionsumfang schon jetzt gewaltig ist und hinter diesem Social Network wesentlich mehr Kapital steht, dass sich in die Weiterentwicklung stecken lässt.
Ich kann mich Medienlese als nur anschließen und sagen, es harte Zeiten für die nationalen sozialen Netzwerke werden und dass es wahrscheinlich ist, das einige von ihnen in die Bedeutungslosigkeit abdriften werden. Wobei nicht gesagt ist, dass Facebook das Ende vom Lied ist.

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Fussball WM Planer der RCDS – Projekt Zukunft ???

geschrieben von Dominik B. in Allgemeines, Kommunikationsformen, Medienkritik, Qualität4 Kommentare »

Offener Brief an die Verantwortlichen der RCDS

“Hast Du auch schon einen WM-Planer” fragte mich vor der Mensa der Universität Trier mit einem Lächeln und zarter Stimme eine junge blonde Frau – ich schätze sie auf Anfang zwanzig. Ihre Haare waren zu einem Pferdeschwanz gebunden, sie trug ein geblümtes Top und es fehlten eigentlich nur noch die, zu einem Kranz verflochtenen Blümchen, um mich direkt in einen Traum aus Freiheit und Liebe zu katapultieren. Dass wir aber 2010 haben wurde mir schlagartig klar, als ich verneinte und sie mir mit einem schüchternen Lächeln den Fußball WM Planer der RCDS – “Projekt Zukunft”  in die Hand drückte und elfenhaft wieder verschwand

Liebe RCDS,

dieser WM-Planer ist so ziemlich das geschmackloseste, was ich in diesem Jahr in die Hand gedrückt bekommen habe und wer die Hochglanz – Altpapier-Verteilungswut am Mensa Eingang der Universität Trier kennt, weiß, dass ich viel – nein sehr viel in die Hand bekam.

Was soll denn bitte schön mit diesem Cover kommuniziert werden? Jemand kann Photoshop bedienen? Frauenärsche sollen aussehen wie Fußbälle, damit sie uns – die Männer – während der WM überhaupt noch interessieren? Oder seid ihr Befürworter einer Mängelernährung – die Oberschenkel der abgebildeten Dame sind etwa so dick wie mein Unterarm, wenn die Proportionen stimmen? Die Hotpants erinnern dann noch eher an Beachvolleyball, als an Fußball. Ein Fußball ist doch zum Schießen da, oder sehe ich das falsch? Also mal kräftig in den A…. treten, dem Weibsvolk.

Projekt Zukunft frei interpretiert nach diesem Cover:

Mädels macht Diät! Wenn uns danach ist dann haltet bittet den Po hin, zum Reintreten versteht sich. Oder gibt es da etwa noch die Metaebene? Das Demographieproblem vielleicht? Das sollen wir wohl durch Sodomie mir Magersüchtigen lösen – reduziert auf sekundäre Geschlechtsmerkmale. Hat das Ding eigentlich auch einen Kopf? Kann es denken? Wahrscheinlich nicht!

Zumindest: Bitte nicht während der WM!

Na dann Prost!

P.S. Plötzlich wird mir klar warum die “Elfe” sofort wieder verschwand nachdem sie ihr Mitbringsel abgegeben hatte…

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Der Oberbürgermeister und seine tägliche Erfahrung mit den Medien

geschrieben von s2tisaur in Allgemeines, Internet und Politik, Medien und Politik, Medienkritik, Medienwandel, PrintmedienKeine Kommentare »

Normalerweise sitzt Klaus Jensen an einem Dienstagvormittag in seinem Büro im Rathaus oder nimmt politische Außentermine wahr. Normalerweise. Doch heute war alles anders. Der Trierer Oberbürgermeister besuchte erstmals den Fachbereich Medien, Kommunikation und Gesellschaft an der Universität der Moselstadt. Allerdings schlüpfte der 58- jährige nicht in die Rolle eines Studierenden, sondern referierte über „Medien in der kommunalen Politik“.

„Politik und Medien seien grundverschieden, aber sie sind voneinander abhängig“, war einer der ersten Sätze, die der OB im Hörsaal 2 der Trierer Hochschule über seine Lippen brachte. Das Stadtoberhaupt findet, dass Fernsehen, Print und Radio vor allem wegen ihrer Kontrollfunktion wichtig sind.

Die Medienlandschaft in Trier bezeichnet Jensen als überschaubar. Als ein Student fragt, ob er eine Rangfolge der lokalen Medien geben kann, bleibt Jensen zunächst diplomatisch. Grundsätzlich seien alle Medien wichtig, aber die Tageszeitung (Anmerkung des Autors: Trierischer Volksfreund) stehe natürlich im Vordergrund.

In der kommunalen Berichterstattung sind dem Trierer Oberbürgermeister in den letzten Jahren einige Entwicklungen aufgefallen. Ein Trend ist laut Jensen, dass die Vorabberichterstattung zugenommen hat. Die Themen einer Stadtratssitzung werden oft schon vorher abgearbeitet. Jensen hat zudem eine rasante Zunahme von journalistischen Anfragen in der Rathaus- Pressestelle beobachtet. Der OB rechnet vor: Fast 1000 Fragen von Journalisten kommen ihm und seinen Mitarbeitern monatlich auf den Tisch. Das sei einerseits erfreulich, andererseits können oft nur oberflächliche Antworten gegeben werden.

Dennoch würdigte Triers Stadtoberhaupt im Fazit seines Vortrags die Arbeit der Lokal- Journalisten. „Sie haben sicher keinen leichten Job“.

Erstaunlich fit ist Klaus Jensen auch in Sachen Internet. Er outet sich als Fan von Onlinemedien. „Ich schaue oft in Blogs, die können sehr anregend sein“. Nur mit Twitter und Facebook hat der 58- jährige noch seine Probleme. „Wenn Susanne schreibt, dass sie gerade zuhause angekommen ist, naja, was soll ich davon halten?“  Die Medien- Studenten schmunzeln- wir verstehen ihn.

Den Vortrag von Klaus Jensen wird übrigens zeitnah ins Internet gestellt. Unter Studip/ Veranstaltungen/ Medienentwicklung- Medientransformation/ Aufzeichnungen ist er abrufbar.

“Köhler von Blogger zu Fall gebracht?”

geschrieben von s2kagrue in Allgemeines, Medien und Politik, MedienkritikKeine Kommentare »

Seit gut einer Woche beherrschen der Rücktritt unseres Bundespräsidenten und die Wahl seines Nachfolgers das öffentliche Interesse. Es wird wild analysiert, kontrovers diskutiert und in alle Richtungen spekuliert. Was steckt hinter dem plötzlichen Entschluss des sonst so soliden und gefestigten Köhlers?

Nicht nur der Rücktritt selbst ist äußerst brisant, auch der Weg dorthin schreibt seine eigene Geschichte. Die weitgefächerte Beachtung dessen setzte ungewöhnlich zeitversetzt ein. Erst die Leserbriefe aufmerksamer Deutschlandradiohörer führten dazu, dass die Redaktion entschloß, das Interview noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Auch Spiegel Online reagierte erst nach zahlreichen Leserbriefen auf das Interview und entschloß, eine Geschichte daraus zu machen. Ab da begannen sich die medialen Mühlen zu drehen. Was das „heute journal“ sich jedoch am vergangen Mittwoch erlaubte, war fast schon anmaßend. In der Sendung wurde der Frage nachgegangen, wer oder was den Präsidenten zu Fall gebracht hätte und der Bezug richtete sich in dem Beitrag dann direkt an den 20 jährigen Jonas Schaible: “Köhler von Blogger zu Fall gebracht?”

Diesem war die fragwürdige Aussage im Interview auch aufgefallen und er stellte dies auf seinem Blog beim-wort-genommen.de kritisch in Frage. Ausserdem richtete er sich via twitter an diverse Redaktionen und forderte sie zu einer Auseinandersetzung mit Köhlers Kommentar auf, nachdem diese noch nicht nicht reagiert hatten.

Der Beitrag des “heute journals” vermittelte seinen Zuschauern jedoch den Eindruck, als hätte der Politik- und Medienwissenschaftsstudent den Präsidenten gestürzt und reduziert den Skandal massenwirksam auf ein Gesicht. Es geht um die Macht des Web 2.0, schon klar. Doch weder die Medien, noch die Opposition haben diesen Rücktritt gefordert. Das versucht Jonas Schaible auf seinem Blog klar zu stellen:

“Einige Worte zum Rücktritt von Horst Köhler – weil mein Name ja jetzt in diesem Zusammenhang kursiert. Weil ich in eine Rolle gedrängt werde, die nicht der Realität entspricht. Weil ich immer noch Interviewanfragen bekomme. Ich hatte gedacht, das Interesse würde nach einem Tag erlahmen. Da dem nicht so zu sein scheint, möchte ich einiges klarstellen. Um das gleich eingangs zu betonen: Nein, ich habe Horst Köhler nicht gestürzt. Natürlich nicht. Ich glaube nicht, dass ich relevanten Einfluss auf das Geschehen genommen habe – zumal nicht in meiner „Funktion“ als Blogger.

[...] Ich habe unterschätzt, dass viele Medien auf jede Geschichte anspringen, die gute Klickraten und Zuschauerzahlen verspricht. Dabei hätte mir klar sein müssen, dass die Kombination aus Köhler, dem vielen immer noch fremden Internet und aufmüpfigen Bloggern, personalisiert durch einen 20-jährigen Studenten, genau eine solche gute (und schnelle) Geschichte ist. Ob sie nun relevant ist oder richtig, ist da nur Nebensache.[...]“

Jonas Schaible war einer von vielen aufmerksamen Zuhörern. Den Blogger mit in die Verantwortung für den Rücktritt zu ziehen halte auch ich für fragwürdig, denn der Einfluss der Blogsphere auf die Politik ist umstritten, wurde die öffentliche Kritik schließlich erst durch die Leitmedien wie z.B. spiegel.de laut. Primär ging es die Forderung einer Auseinandersetzung mit der von Köhler getroffenen Aussage. Für den Rücktritt entschied er sich ganz allein.

weitere Quellen:

http://www.heutejournal.zdf.de/ZDFde/inhalt/0/0,1872,1021120_idDispatch:9656092,00.html

http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E4221A6EC514842CA96A7C39645451AC4~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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Triumph: Britney Spears zurück auf Platz 1

geschrieben von hami3301 in Medienkritik, QualitätKeine Kommentare »

Welche Triumph, welch großartiger Sieg. Millionenfach todgeschrieben von den Medien, abstürzt vom Thron der Popmusik und jetzt wieder ganz oben. Britney Spears, heilige Jungefrau und gefallenen Engel des Show Biz hat ein mediales Megacomeback geschafft, dem ein Denkmal gebührt. Sie hat bei Twitter den bisherigen Spitzenreiter Ashton Kutcher von Platz 1 verdrängt und hat nun mit 4,96 Millionen Usern die ihrem Twitter Account folgen.

Triumph,  Triumph,  Triumpf

“WOW!!!!! #1 on Twitter! Thank you! Tweet me some questions this morning! xoxo -Brit

Mit diesem epochalen Tweet, feierte sie Sängerin ihren Sieg. Die Bedeutung ihrer Tweets werden vermutlich erst kommende Generationen wirklich bemessen können. Wir alle, die wir ein Teil des Internets sind, können uns aber vom metaphysischen Gehalt ihrer Tweets anstecken lassen.

icecream, uptempo, PHOTOSHOOTS!, TV

I love to take my boys on car drives, and sing songs to them about Mary Poppins that I make up.

Ein Teil des großen Ganzen

Warum Britney Spears zu recht den Gipfel des Twitter Olymps erklomen hat, wird aber aus anderen Tweets ersichtlich. Denn ohne falsche Bescheidenheit, kann man sagen: „Wir sind alle Britney!“
Ihr Sieg ist unser Sieg. Wir die Netzgemeinde haben unsere Priesterin zu unglaublicher Größe erhoben und sie dankt es uns. Wo andere Stars, Sterne, Idole, Präsidenten und Nachrichtenmagazine auf Twitter lediglich ihr Wort unter die Massen bringen, da sucht  Britney Spears den Zusammenschluss mit ihrer Gefolgschaft.
Sie beantwortet in ihren Tweets die Fragen der einfachen Twitter User, danach wer ihr Lieblingscharakter aus Sex and the City sei oder klärt darüber auf, dass sie auf einer einsamen Insel nicht ohne ihre Stiefel, Wasser und ihre CD Sammlung überleben könnte.

Reißt den Elfenbeinturm nieder

Über Twitter darf jeder denken was er will, aber darüber, dass Britney Spears aus dem Tal der Tränen auferstanden ist müssen wir uns einfach freuen. Kritik daran wäre unschicklich. Und der Sieg, ja den Triumph des Guten im Menschen darf schließlich auch nicht hinterfragt werden.

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Was kommt als nächstes…

geschrieben von s2chsehm in Fernsehen, MedienkritikKeine Kommentare »

…Menschen die bei ihrer Traumhochzeit mit dem geliebten Haustier begleitet werden; Moderatoren –inspiriert am Beispiel des brasilianischen Moderators Wallace Souza – die Verbrechen in Auftrag geben, um bombastische Einschaltquoten herbeizuführen?! Man weiß es nicht.

Sicher ist jedoch, dass RTL eine weitere Sendung zur sinnfreien Programmgestaltung beigetragen hat. Am Mittwoch lief die erste Folge der neuen Sendung „Süchtig“ bei RTL an.

Worum es geht? Hier eine kurze Erklärung seitens RTL: „Laut einer Schätzung der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) sind in Deutschland circa sieben Millionen Menschen abhängig von Alkohol, Medikamenten, Zigaretten und auch von harten Drogen. Zudem nehmen Süchte wie Bulimie, Kaufsucht oder Computersucht immer stärker zu. In der neuen Doku “Süchtig”, die RTL ab Mittwoch, 26. Mai, um 21.15 Uhr, zeigt, nehmen Menschen den Kampf gegen ihre Abhängigkeit auf.“

Wirklich neu kann man das Konzept der „Doku“ (hier darf gezweifelt werden, ob es sich um „reale Fälle“ handelt) nicht nennen. Neben dem Finanzguru Peter Zwegat oder Übermutter Katja Saalfrank tritt Herr Dr. Christoph Heck als Suchtexperte in die Reihe der Therapeutenliste von RTL. Genauso wie in anderen Formaten des Senders gibt es jemanden dem es nicht gut geht, der Probleme hat und eine „helfende Hand“ die demjenigen beisteht und hilft das Problem zu lösen.

Vielleicht ist dies auch der Grund, dass die Sendung floppte – vielleicht, will man einfach nicht noch eine Art SuperNanny-RausausdenSchulden-DieAusreißer-Sendung mehr haben. Eventuell lag es aber auch nur am alternativen Programmangebot, welches der Mittwochabend zu bieten hatte. Der Marktanteil der Premierensendung am 26.05.20010 lag bei 14,8 %, dies sei unter dem Senderdurchschnitt.

Ob die Serie eingestellt oder doch weiter ausgestrahlt wird bleibt abzuwarten. Tendenziell ist jedoch zu erwaten, dass die Sendung erstmal fester Bestandteil im Programm bleibt, immerhin wurde bis jetzt ja noch niemand verklagt.

Quellen:

http://www.quotenmeter.de/cms/?p1=n&p2=42221&p3

http://www.rtl.de/cms/unterhaltung/tv-programm/real_life/suechtig-neue-doku-sucht.html

http://www.newsblitz.de/rtl-suchtig-heute-abend-26-05-2010-im-tv-oder-online-stream-1921.html

http://www.cinefacts.de/tv-news/21669-rtl-enttaeuschende-quoten-fuer-neue-doku-soap-suechtig.html

Die Medien und die Privatsphäre

geschrieben von jbnickschas in Fernsehen, Medienkritik3 Kommentare »

Das Recht auf Privatsphäre ist wichtig. Das gilt nicht nur für jeden Normalsterblichen, sondern gerade auch für die Menschen, die im Licht der Öffentlichkeit stehen: Politiker, Schauspieler, Mediengesichter. Das zurzeit wohl meist beachtete Gesicht ist das von Lena Meyer-Landrut, die uns am kommenden Samstag beim Eurovision Song Contest in Oslo vertritt.

Unser “Star für Oslo” ist gerade frische 19 Jahre alt und innerhalb weniger Wochen zum deutschen und internationalen Shooting-Star geworden. Der Aufstieg nach ihrem Sieg im Finale des deutschen Vorentscheids ging so rasend schnell, dass sie quasi über Nacht zum Promi mutierte. Doch mit ihrer Medienpräsenz wuchs auch das Interesse derselben an ihrem Privatleben.

Gegipfelt war dieses “Interesse” vor kurzem in einer aufsehenerregenden Dokumentation eines lange zurückliegenden Auftritts in einer TV-Serie, in der Lena kurzzeitig unbekleidet zu sehen gewesen war.  In alter Boulevard-Manier ging die Meldung herum wie ein Lauffeuer, wie die Hyänen stürzten sich die “Journalisten” auf die einzige Story, die man um den Star für Oslo konstruieren konnte. Geschmackloser ging es nicht.

Lena indes verfolgt ihre Linie im Umgang mit den Medien konsequent weiter: Keine Infos aus ihrem Privatleben für die Öffentlichkeit! Das galt schon von Anfang an und das ändert sich auch jetzt, so kurz vor dem Finale in Oslo, nicht. Sie tut gut daran, die Medien nicht zu sehr an ihrem Leben teilhaben zu lassen. Schließlich ist sie “nur” unsere Vertreterin beim Eurovision Song Contest – was ihre Familie oder ihr Liebesleben angeht, das hat in der Öffentlichkeit nichts verloren.

Die Medien sehen das freilich anders. Ihre Berichterstattung soll die Menschen möglichst umfassend informieren, das öffentliche Interesse an bekannten Persönlichkeiten befriedigen und am besten jedes noch so pikante Detail aus ihrem Privatleben nach außen kehren. Rücksichtnahme und Pietät scheinen dabei Fremdwörter zu sein, das so genannte “öffentliche Interesse” stärker als die Privatsphäre.

Diese Respektlosigkeit verdient keinen Applaus, sondern Strafe. Und so verteilt auch Lena Meyer-Landrut auf ihren Pressekonferenzen regelmäßig Absagen an allzu neugierige Medienvertreter, die ihren Wunsch nach Schutz ihres Privatlebens gekonnt zu ignorieren versuchen.

Im jüngsten Beispiel erwischt es eine RTL-Reporterin, die wissen wollte, wer von ihrer Familie denn mit nach Oslo gekommen sei. Lena weist die Frage ab und Stefan Raab setzt nach: “Dann muss Frauke Ludowig halt mal ohne so nen Käse auskommen!”

Richtig so! Denn auch wenn die Medien zweifelsohne einem Informationsauftrag nachkommen müssen, gibt es auch Grenzen. Und die sind immer dann erreicht, wenn Menschen in ihrem Recht auf Privatsphäre verletzt werden. Von Lena Meyer-Landrut werden wir hoffentlich auch in Zukunft nicht mehr hören, als sie selbst es will. Und so wie es ihr bisher gelungen ist, die Medien auf Distanz zu halten, müssen wir uns darum wohl auch nicht sorgen.

GEMA lässt die Muskeln spielen – 600 Youtube-Videos gesperrt

geschrieben von s2marglin in Internet, MedienkritikKeine Kommentare »

Die Urheberrechts-Gesellschaft GEMA sowie acht weitere Rechteverwertungsgesellschaften aus den USA, Frankreich und Italien lassen 600 Videos auf dem Videoportal Youtube sperren, die laut GEMA seit April 2009 illegal genutzt werden. Im Zuge dieser Forderung wurden die Verhandlungen zwischen Youtube und GEMA unterbrochen, da dem Portal fehlende Aktivität in der Sache vorgeworfen wurde.

Die 600 Musikstücke sollen hierbei als Exempel dienen und zeigen,  dass die kostenlose Bereitstellung von künstlerischem Eigentum nicht geduldet wird.  GEMA- Direktor Urban Pappig will  “eine angemessene Vergütung der Urheber [...] erreichen und dafür mit YouTube zu einer neuen Vertragsvereinbarung [...] gelangen.  Wir wollen Google zeigen, was wir könnten, wenn wir wollten”. Die GEMA und ihre Partner vertreten nach eigenen Angaben rund 60 Prozent des weltweiten Musikrepertoires.

Ich verstehe die Notwendigkeit für diese Maßnahmen nicht. Möglicherweise mag mir das makrostrukturelle ökonomische Gespür fehlen, aber auch mit Playlists und Favoriten finde ich es zu umständlich, Musik regelmäßig über Youtube oder andere Videoportale zu konsumieren. Fernsehsender streamen ihre Sendungen seit einiger Zeit auch kostenlos über die eigenen Homepages, wobei offensichtlich kein Verlust zu bestehen scheint. Selbst MTV hat unter http://www.mtv.de/videos/musikvideos ein Portal zum Anschauen der aktuellen Musikvideos. Der Werbefaktor scheint dementsprechend den gefürchteten Kaufverlust aufzuwiegen.

Quelle:

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/youtube124.html

“Journalistisch sensationell schlecht”

geschrieben von jbnickschas in Fernsehen, Medienkritik, Nachrichten, Printmedien, Qualität3 Kommentare »

Zum 60. Geburtstag macht die BILD-Zeitung der ARD ein ganz besonderes Geschenk: Eine Schmähartikel-Reihe über Gebührenverschwendung und Qualitätsverlust. Zwar heißt es ja “Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen”, doch wenn jemand dieses Motto konsequent ignorieren kann, dann ist es das Blatt mit den vier großen Buchstaben. Auch dieses Mal wirft die BILD mit Steinen nur so um sich, ohne zu erkennen, dass sie selbst in einem riesigen Scherbenhaufen sitzt.

Die Einstiegszeile in den Artikel liest sich gewohnt reißerisch: “60 Jahre ARD! Im letzten Teil des BILD-Reports lesen Sie, wie Europas größter Sender mit Lustreisen und Luxusgagen Gebührengelder verprasst”. Es folgt die Berichterstattung über die Reise der ARD-Programmchefs zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Nach dem Zitat der offiziellen Begründung (“Die Verantwortlichen des Senders hätten sich vor Ort ein Bild über die Arbeitsbedingungen und -belastungen gemacht”) greift die BILD dann mal richtig in die investigative Schublade und stellt fest: “Es ist nicht bekannt, dass sich ein ARD-Chef jemals ein Bild von den Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter bei Erdbeben, Tsunami oder anderen Weltereignissen gemacht hat.”

Es folgt eine Schlammschlacht um die mysteriöse Verwicklung der öffentlich-rechtlichen Sender in die Finanzierung von Sportveranstaltungen und das Sponsoring von Interviewpartnern: “Auch ansonsten legt die ARD-Firma ein seltsames Geschäftsgebaren an den Tag. Acht Jahre lang wurde von ihr der des Dopings verdächtige Radsportler Jan Ullrich mit maximal 195 000 Euro pro Jahr alimentiert. Dafür sollte er vor allem Interviews nach seinen Rennen geben. Gleichzeitig war die ARD auch noch Sponsor von Ullrichs Arbeitgeber Team Telekom.”

Nach diesem Seitenhieb kommt der Redakteur schließlich zum medien-kritischen Rundumschlag – und zitiert natürlich Bundestagspräsident Norbert Lammert, der wohl nie müde werden wird, den öffentlich-rechtlichen Sendern seinen ganz persönlichen Spiegel vorzuhalten und ihnen vorzuwerfen, ihrem Bildungs- und Informationsauftrag nicht nachzukommen. Bei der BILD  lässt man es sich natürlich nicht nehmen, noch einmal in die Kerbe zu schlagen, die eigentlich schon längst ausgeglättet wurde: “Als sich der Bundestag im letzten Oktober zur konstituierenden Sitzung traf, übertrug der selbst ernannte Informationssender ARD die historische Sitzung nicht.” Dass diese Sitzung aber sehr wohl übertragen wurde, nämlich beim ARD/ZDF-Spartenkanal Phoenix, lässt auch die BILD in Lammert-Manier gekonnt unter den Tisch fallen.

Zum Schluss maßt man sich bei Deutschlands Qualitätsmedium Nummer 1 noch die Beurteilung der ARD-Programmierung an: “Die Politmagazine der ARD („Panorama“, „Monitor“, „Kontraste“) waren einst die öffentlich-rechtliche Bastion neben „Tagesschau“ und „Tagesthemen“. Heute sind die Magazine journalistisch fast in der Bedeutungslosigkeit verschwunden, immer weniger schalten ein. [...] Die ARD kürzte die Sendezeit ihrer einstigen Aushängeschilder von 45 auf 30 Minuten.” Zwar mag die Kritik in einigen Punkten durchaus der Realität entsprechen, dennoch zeigt dieses Beispiel wieder einmal, wie gekonnt man das Handwerk der einseitigen Berichterstattung bei der BILD beherrscht.

Den größten Stein wirft man mit dem Verweis auf das Ergebnis einer Studie der Otto-Brenner-Stiftung: Diese “untersuchte [...] die Berichterstattung von „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ über die Finanzkrise, fand sie „journalistisch sensationell schlecht“. Das Institut wertete 141 Beiträge aus. Die Redaktionen von „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ geben sich laut der Studie wenig Mühe, Sachverhalte und Begriffe zu erläutern und anschaulich zu vermitteln.” Wenn es darum geht, Sachverhalte und Begriffe zu erläutern und anschaulich zu vermitteln, ist die BILD-Zeitung der ARD natürlich weit voraus. Das mag in gewisser Weise sogar stimmen – nur fällt dabei leider allzu oft ein Großteil wichtiger Informationen unter den Tisch, wird verfälscht oder viel zu reduziert dargestellt. Dann nebelt man lieber die Titelseite ein und versieht das Ganze mit dem plakativen Schriftzug “Das Asche-Monster” – so begreift auch der letzte Leser, wie ernst die Lage wirklich ist.

Mit diesem Artikel beweist die BILD wieder einmal, wie unersetzlich sie für unsere Republik ist. Hier wird der kleine Mann noch aufgeklärt über die bösen Rundfunkanstalten, die ihre Gebühren verschleudern und noch dazu an ihrem Publikum vorbei senden. Dann doch lieber eine frisch gedruckte BILD-Zeitung – journalistisch sensationell schlecht, aber dafür verständlich. Was will man mehr?

Zum Artikel (bild.de)

Rezension: Der Aufmacher (G. Wallraff)

geschrieben von Annika in Medienkritik, PrintmedienKeine Kommentare »

Günter Wallraff ist kein Journalist, er ist eine Legende. Ich selbst hatte natürlich schon viel von ihm und seinen Geschichten gehört, direkten Kontakt hatte ich aber bisher nicht. Das sollte sich aber ändern, als ich in den Kellern der Unibibliothek nach einem Buch suchte und dabei zufällig auf mehrere Werke Wallraffs stieß. Ich entschied mich für „Der Aufmacher – Der Mann, der bei Bild Hans Esser war“, las noch an Ort und Stelle die ersten 55 Seiten und lieh es schließlich aus.

“[…] man muss sich verkleiden, um die Gesellschaft zu demaskieren, muss täuschen und sich verstellen, um die Wahrheit herauszufinden.”
Günter Wallraff im Vorwort zu Ganz unten, 1985

Günter Wallraff, geboren 1942, arbeitet nach dem Prinzip des ‚investigativen Journalismus‘ und ist bekannt für seine Reportagen, in denen er sich verkleidet und in Rollen schlüpft um so über zumeist sozialkritische Themen zu ‚ermitteln‘, die er anschließend in Büchern (Bestsellern) veröffentlicht. Er war u.a. Arbeiter in einem Stahlwerk, Obdachloser, Student auf Zimmersuche, türkischer Gastarbeiter und zuletzt afrikanischer Einwanderer.

In „Der Aufmacher“ schlüpft er 1977 in die Rolle des fiktiven ‚Hans Esser‘ und arbeitet über drei Monate lang für die BILD-Zeitung Hannover. Dabei zeigt er anhand von Hintergrundberichten zu Artikeln, die er in der Zeit geschrieben hat, sehr deutlich, wie die BILD aus Ereignissen Geschichten und aus der Wahrheit Lügen macht. Er zeigt auch welchen Einfluss die Politik auf die Zeitung hat und wie unterschiedlich die mehr oder weniger begünstigten Politiker behandelt werden.
Esser ist bemüht gute Artikel zu schreiben, muss aber immer die Änderungen des Chefredakteurs hinnehmen, damit seine Artikel überhaupt gedruckt werden. „Was ich geschrieben habe, bleibt nur in Rudimenten erhalten, in den Bruchstücken, die man auch hätte erfinden können.“, schreibt er.

“Es ist unmöglich, in der BILD-Zeitung eine Satire zu schreiben. Man kann eine Geschichte noch so überspitzen, überdrehen, verzerren, verblödeln, veralbern, im Umfeld dieser Zeitung wird alles ernst genommen.“
Günter Wallraff in Der Aufmacher

Die BILD will beim Leser Gefühle, Emotionen wecken, vor allem Angst und Vorurteile. Kein Nachdenken, und bloß nichts Sozialkritisches. Dafür aber Lügen über Lügen. Auch offensichtliche, wie das angebliche ‚schlechte Wetter auf Mallorca‘, über das die deutschen Urlauber „stocksauer und enttäuscht“ gewesen wären – und das es nicht gab. Wie kann eine Zeitung eine so augenscheinliche Lüge verbreiten? Wallraff, bzw. Esser weiß die Antwort: „Ganz einfach: BILD-Leser sind für sie keine ernstzunehmenden Menschen. Entweder glauben sie eher an eigene Sinnestäuschung als daran, dass BILD lügt. Oder sie wissen, fühlen, ahnen, daß BILD lügt, und können doch nicht von BILD lassen. Sie sind abhängig, süchtig.“

Hans Esser begleitet die ständige Angst davor erkannt zu werden und aufzufliegen. Je länger er bei der BILD ist, desto mehr leidet auch sein Kritikbewusstsein. Günter Wallraff schafft die Distanz zu Hans Esser, spielt dessen Rolle perfekt, wenn auch manchmal mit Schwierigkeiten. Seine satirischen Kommentare in den Artikeln fallen in der BILD-Zeitung nicht auf, nicht mal den ‚Betroffenen‘ wie etwa dem ehemaligen Bundesgrenzschutz-Chef Paul Kühne. „Und so heißt nachher die BILD-Geschichte: Sein letztes Kommando: drei Jagdhunde / BILD Hannover besuchte Bundesgrenzschutzgeneral a. D. Kühne. Er rettete unsere Heide. Wir lachen so sehr über diese Satire, daß ich plötzlich Angst bekomme. Was, wenn Kühne sich beschwert? Der befürchtete Anruf kommt auch, aber – Kühne ist mein Freund! ‚Große Klasse der Bericht, [...] Das müssen wir unbedingt wiederholen.‘“ (Zitat aus dem Buch).

“Mit dem Anzeigenteil verdient der Unternehmer Geld, der allgemeine Teil kostet ihn Geld. (…) Die Folge ist, dass das Erwerbsinteresse des Zeitungsverlegers notwendig zur Sensationspresse als der rentabelsten Form der Zeitungsunternehmung führt.“
Ernst Posse, 1917

„Der Aufmacher“ ist das erste Buch aus Wallraffs BILD-Triologie. Es liest sich sehr gut und wirkt authentisch. Die gängigen Praktiken in der Redaktion, das vom Konkurrenzdenken zerrüttete Verhältnis unter den Mitarbeitern und die Hintergründe zu Essers Artikeln werden gut beleuchtet und verschaffen so ein kritisches Bild von Deutschlands auflagenstärkster Tageszeitung, das immernoch aktuell ist.

Quellen:
“Der Aufmacher – Der Mann, der bei Bild Hans Esser war” von Günter Wallraff
Wikipedia zu G. Wallraff

Die Zuschauer-Falle

geschrieben von Friederike in Allgemeines, Fernsehen, MedienkritikKeine Kommentare »

Laut fernsehkritik.tv hat Sat.1 es sich letzten Freitag Abend leicht gemacht mit der Programmgestaltung: die Sendung “Die Comedy-Falle” war eine Wiederholung von 2008, wurde dem Zuschauer aber als neu verkauft. Hm. Kein Geld mehr?
Was auch immer die Gründe für eine Neuaustrahlung waren, diese zur besten Sendezeit ins Freitagabendprogramm zu setzen, zeugt schon von Skrupellosigkeit. Besonders im Hinblick darauf, dass die Zuschauer erneut aufgerufen wurden, für 50 ct./min ihrem favorisierten Promi ihre Stimme abzugeben! Es fand also anscheinend erneut ein Gewinnspiel statt, aber es wurde dem Fernsehpublikum als Voting verkauft, indem ihm vorgegaukelt wurde, es habe Einfluss auf den Ausgang der Show.
Die Sendung ist einfach aufgebaut: Promis, die sich für nichts zu schade sind, wie beispielsweise Jeanette Biedermann, Janine Kunze oder “Zack”, legen verkleidet arglose Leute herein – je kreativer und absurder, desto witziger – und natürlich mit versteckter Kamera. Die Aktionen werden der Unterhaltung willen bis zur Spitze getrieben, an der das “Opfer” kurz vorm Nervenzusammenbruch ist und der Promi sich zu Erkennen gibt. Zu netten Filmchen zusammengeschnitten, werden die einzelnen Spots mit Kai Pflaume als Moderator, gemeinsam mit den C-Promis und den “Opfern” auf dem Sofa, dem Publikum präsentiert. Immer wieder ruft Kai Pflaume den Zuschauer zu Hause auf, für die beste Comdey-Falle zu voten. Normalerweise wird bei einer Wiederholung ein Text eingeblendet mit der Bemerkung, dass es sich um eine erneute Austrahlung der Sendung handelt und der Bitte, nicht mehr anzurufen. Doch Sat.1 hat vermutlich einfach wieder einen Gewinn unter den Anrufern verlost und damit diese Anruf-Aktion legitimiert. Dabei hat der Sender aber den Zuschauer ebenso auf den Arm genommen wie seine “Opfer” in der Comedy-Falle. Man wurde nämlich im Glauben gelassen, dass der Gewinner tatsächlich live gesucht wird; es gab während der Sendung keinen Hinweis darauf, dass alles schon vor 2 Jahren entschieden wurde.
Die “Comedy-Falle” ist ein Format, dass zeitlos ist. Egal, wann es ausgestrahlt wird, man schaut es an und lacht. Was sich bewährt hat, kann auch nochmal gezeigt werden. Und wenn die Leute anrufen ist das nicht unbedingt ein Zeichen von Dummheit, sondern von der Zeitlosigkeit der Sendung. Woran soll man denn erkennen, dass das alles schon lange her ist, außer an dem Copyright 2008 am Ende der Sendung? Das hat sich vermutlich auch Sat.1 gedacht und nutzte es zu seinen Gunsten, um die Einschaltquoten stabil zu halten. Denn eingeschaltet haben die Zuschauer am Freitag Abend. Mit einem Marktanteil von über 10% lag die “Comdey-Falle” nur knapp unter dem Anteil der “20-Uhr-Tagesschau”.
Meiner Meinung kann hier trotzdem von einer Verblödung des Publikums und von einer Verdummung des Fernsehens gesprochen werden.

Kriegspropaganda bei FOX-News

geschrieben von s2jurose in Allgemeines, Fernsehen, Medien und Politik, Medienkritik, Nachrichten3 Kommentare »

Soeben bin ich bei Youtube auf ein Video gestoßen, das zwar schon etwas älter ist (20.11.2007), seltsamer Weise aber nur sehr selten angeschaut wurde (712 Mal). Es handelt sich hierbei um einen kurzen Vergleich der Berichterstattung von FOX-News zu dem Kriegen im Irak 2003 und dem im Iran, der sich 2007 anbahnte.

Verdeutlicht wird in diesem Video die aktive Propaganda des Nachrichtensenders für die Kriegshandlungen der USA in beiden Ländern. Es wird an Hand von nebeneinander gestellten Zusammenschnitten zu der Lage in dem jeweiligen Land gezeigt, dass in beiden Fällen eine ähnliche Strategie verfolgt wird: Verbindung zu terroristischen Kreisen (Al Kaida), Besitz/Entwicklung von Atomwaffen. Mit der Schaffung eines solchen Feindbildes wurde im Fall vom Irak ein Angriffkrieg der USA legitimiert, auch wenn letztendlich keine Beweise für die behaupteten Kriegsursachen gefunden werden konnten.

Mit diesem Video versucht der Macher nun darauf hinzuweisen, dass Fernsehnachrichten eine große Reichweite und Glaubwürdigkeit und damit auch einen enormen Einfluss auf das Wissen und die Meinung der Bevölkerung haben. Selbst Journalistenkollegen lassen sich von dem meistgesehenen amerikanischen Nachrichtensender beeinflussen, wie die Aussage der CNN-Reporterin am Ende des Beitrags beweist: “My station was intimidated by the administration and its footsoldiers on FOX-News.” (Christiane Amanpour)

Zum Abschluss werden die Nachrichtensender dazu aufgerufen, nicht die gleichen Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Es bleibt zu hoffen… Aber wie realistisch ist das tatsächlich in diesem Fall?

Was ist mit unsrer Werbung los?

geschrieben von s2kadinc in Medienkritik, Qualität2 Kommentare »

Im Jahr 2009 musste der deutsche Werberat 69 von 255 zu überprüfenden Werbekampagnen von Unternehmen stoppen, mit der Begründung, diese seien zu brutal, sexistisch und dazu noch diskriminierend. Diese Firmen handelten regelwidrig, ?im Jahr 2009 hat es (…) zum Teil krasse Grenzüberschreitungen in der kommerziellen Markt-Kommunikation gegeben?.                                                                                                                           

Werbung soll auffallen und im Bezug auf die Wirtschaftskrise und den damit zunehmenden Wettbewerb ist ein Kopf?an?Kopf?Rennen der Unternehmen zu beobachten, doch werden dabei auch oftmals Grenzen überschritten.

Sexistisch und brutal waren beispielsweise die Kampagnen einer Hotelkette, die mit einem Bikinislip warb, der die Aufschrift ?24 Hours open? trug, oder die eines Unternehmens, die mit Gewaltbildern Werbung für ?Unschlagbare Preise? machen wollten. Hinzu kommen Frauendiskriminierende Werbemaßnahmen, wie die eines Autoverleihs, welcher seine Hänger mit dem Bildern von drei sehr leicht bekleideten Frauen zierte und dies mit dem Slogan ?Miet mich, benutz mich? vervollständigte.

Bei solchen Fällen schreitet also der Werberat ein und fordert die Unternehmen auf, ihre Kampagnen zurückzuziehen bzw. zu ändern.  90% der Firmen gingen auch auf diese Kritik ein, überarbeiteten ihre Werbung oder zogen sie komplett aus der Öffentlichkeit. Dies hängt wohl damit zusammen, dass ?die Unternehmen lernen, dass es ihnen nicht gut tut, wenn sie öffentlich gerügt werden (…)?, wie Werberat ? Pressesprecher Volker Nickel erklärt. Doch bleiben immer noch die 10%, die nicht der Kritik des Werberats folgen und an der Fortsetzung ihrer Kampagne festhalten. In diesen Fällen leitet der Werberat seine Kritik an die Presse weiter und nennt dabei auch Name und Sitz der Firma. Dies führt dazu, dass die Werbung in der Regel nun doch aus der Öffentlichkeit genommen wird, um dadurch weitere Imageschäden des Unternehmens zu vermeiden.

Der Werberat folgt, wie man sieht, jedoch nicht allen Beschwerden. Die restlichen 186 zu überprüfenden Werbekampagnen wurden als übertrieben zurückgewiesen. So ging beispielsweise die Beschwerde ein, der Werbespot des Paula-Puddings sei diskriminierend. Die Begründung des Beschwerdeführers war, dass die Verwendung eines Frauennamens für eine Kuh einfach frauendiskriminierend sei, da auch in seiner eigenen Familie jemand diesen Namen trage.

Seit Mai 2009 bietet der Werberat nun an, Anzeigen und Spots vor ihrer Veröffentlichung zu überprüfen. Damit bieten sie die Möglichkeit für Unternehmen, Imageschäden und wirtschaftlichen Nachteilen von vornherein aus dem Weg zu gehen.                                                                                                                                                                                                                         

Bleibt abzuwarten, wie viele Unternehmen dieses Angebot annehmen und welche Bilanz man im nächsten Jahr daraus ziehen kann.

Quelle:

 http://www.t-online-business.de/werbung-deutscher-werberat-stoppt-69-kampagnen/id_22027182/index

Pharma-Verband wirft ZDF heute journal diffamierende Berichterstattung vor

geschrieben von lind2401 in Fernsehen, Medienkritik, Nachrichten2 Kommentare »

In einer gestern veröffentlichen Pressemitteilung erhebt der Bundesverband der Pharamazeutischen Industrie (BPI) schwere Vorwürfe gegen das ZDF heute-journal. Im Rahmen der aktuellen Diskussion um die Kosten von Arnzeimitteln warf der Verband dem öffentlich-rechtlichen Sender eine “undifferenzierte” und “diffamierende” Berichterstattung vor. Der Vorsitzende des BPI, Henning Fahrenkamp, kritisiert außerdem die “journalistisch absolut unsaubere” und”schäbige” Vorgehensweise des ZDF.

Obwohl sich in der Pressemitteilung nicht konkret dazu geäußert wird, dürfte sich die Kritik wahrscheinlich auf den Beitrag “Ein Pharmarefernt packt aus” beziehen, der im heute-journal vom 10. März zu sehen war. Dort berichtete ein anonymer Informant über korrupte Preistreibungs- und Bestechungspraktiken, die in der Branche an der Tagesordnung seien.

Bei Sichtung des Beitrages fällt  sicher auf, dass keine Gegenstimmen aus der Pharmaindustrie zu hören sind, die den Aussagen des Pharmareferenten widersprechen. Allerdings hebt sich der Beitrag meines Erachtens nicht sonderlich von Beiträgen ab, die man auch sonst des öfteren im heute journal verfolgen kann. Hier schließt sich die Frage an, wie kritisch und ausgewogen ein öffentlich-rechtlicher Sender berichten soll/darf, und wo eventuell Grenzen überschritten werden.

Quellen:

http://www.bpi.de/popup/popup.aspx?p=1&tp_id=392&name=pm&control=popup

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/nachrichten/#/beitrag/video/993350/ZDF-heute-journal-vom-10-M%C3%A4rz-2010

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,682693,00.html

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Wo ist eigentlich die Schweinegrippe hin?

geschrieben von kiss2202 in Medienkritik, Seminarlinks3 Kommentare »

Wurden wir im letzten Frühjahr bis Herbst überhäuft mit Meldungen zur Schweinegrippe, so verschwanden die Berichterstattungen klammheimlich und keiner hat es gemerkt. Verschwand hier die Krankheit mit den ausbleibenden Nachrichten darüber oder ließen die fehlenden Meldungen diese Grippe aussterben?

Nachdem im April 2009 von der WHO eine Pandemiewarnung aufgrund der in Mexiko entdeckten Variante des Influenza-A-Virus H1N1 verkündet wurde, wurde detailliert über jeden einzelnen Fall und dessen Ausgang berichtet. Im Juni gab die WHO die höchste Alarmstufe (also laut Sechs-Phasen-Plan eine 6 ? zum Vergleich: Vogelgrippe kam nur bis zur 3 ?) bekannt. Fortan durfte sich jeder Urlauber oder Geschäftsmann auf seiner Reise auch mal im Wärmebild betrachten und allzu hitzige Gemüter wurden aussortiert.

(Worunter übrigens nicht eine meiner Bekannten fiel, die die ?swine influenza? aus der Türkei mit in die Heimat brachte und mir nach drei Tagen Bettruhe erzählte, dass dies die angenehmste Form der Grippe war, die sie je heimgesucht hatte.)

Nachdem endlich ein passender Impfstoff gefunden war, wurde dieser wie wild in vier verschiedenen Präparaten hergestellt und es wurde dazu aufgerufen, sich dringend impfen zu lassen. Doch dann die nächste Schreckensnachricht: Es war dennoch nicht genug Impfstoff für alle da! Also sollten zunächst die wichtigen, lebenserhaltenden Menschen wie Ärzte, Krankenhauspersonal, Feuerwehrmänner und Polizisten geimpft werden und dann die Risikogruppen (Alte, Kinder, chronisch Kranke und Schwangere). Und das ist der Punkt, an dem die neuesten Nachrichten ins Spiel kommen: Die Produktion von Pandemrix &co führte dazu, dass die sonst so nötigen Impfstoffe (Röteln, Masern, Keuchhusten, etc.) vernachlässigt wurden und uns nun vor ein scheinbar neues Problem stellen soll. Schade eigentlich. Hab ich mich doch noch letzte Woche mit einem Freund darüber unterhalten, dass man von der Schweinegrippe so gar nichts mehr hört. Und jetzt das!

Und dabei hätte ich doch ganz gerne etwas über den Ausgang dieser Pandemie an sich erfahren. Aber das scheint ja kein Schwein mehr zu interessieren.

(Natürlich liegt es mir fern, mit dieser Aussage diese Krankheit herunterzuspielen. Das sollte nie getan werden, wo Menschen zu schaden kommen.)

Werbespot sorgt für Aufregung ? nicht nur sportliches beim Superbowl

geschrieben von s2japrob in Fernsehen, Medienkritik2 Kommentare »

Der gestern beim Superbowl-Finale gezeigte Audi-Werbespot sorgt für kritische Stimmen in der Medienwelt.

So wirbt der Fernsehspot mit einer ?grünen? Polizei, die für saubere Straßen sorgt.  Diese Polizei säubert die Straßen von Umweltsünden, Plastikflaschen und sonstigen Müll. Ziel des Spots ist die positive Darstellung von Biodiesel, mit welchem der vorgestellte Wagen läuft.

Leider vergaßen die Macher des Spot wohl, dass es auch im dritten Reich eine solche grüne Polizei gegeben hat, welche nun miteinander in Verbindung gebracht werden. Entsprechend wird der Werbefilm von der amerikanischen Medienwelt auseinandergenommen.

Quelle:  http://www.dnews.de/nachrichten/wirtschaft/177940/wird-audi-spot-beim-superbowl-zum-skandal.html

Der geläuterte böse Rapper

geschrieben von s2cacald in Allgemeines, Fernsehen, Medien und Politik, Medienkritik, Medienwandel1 Kommentar »

Der Rapper Bushido ist am Anfang vor allem wegen seiner “frauen-, schwulen- und behindertenfeindlichen” und “gewaltverherrlichenden” Texte in die Medien gekommen. Dann hat Bushido plötzlich seine Biographie geschrieben. Diese wurde promt ein Publikumserfolg. Jetzt ist die Verfilmung da, Regisseur: Berd Eichinger. Dieser hatte vor ihm schon Hitler und Andreas Baader als Hauptfiguren. Seit dem der Film raus gekommen ist, ist Bushido gesellschaftsfähig geworden, was vielleicht auch daran liegt, dass im Film die “bösen” Sachen weggelassen wurden und Bushido wohl ziemlich lieb dargestellt wird (außerdem soll der Film “strunzlangweilig” sein;  klingt verlockend).

Jetzt regen sich aber wieder Journalisten auf, dass der Bushido es soweit bringen konnte. Von den Tagesthemen bis zur Bildzeitung, alle berichten über ihn. Die bösen Skandale von gestern sind vergessen. Die Bild schreibt: “Er ist zierlicher, weicher und symphatischer als sein Klischee”. Für die Bunte ist er ein “Rebell, der seine Seele öffnet”. Das Hamburger Abendblatt fragt gar: “Bürgermeister Bushido-warum nicht!”

Der Ministerpräsident von Bayern plaudert auf einer Party mit Bushido. Danach sagt er einem Reporter, Bushidos  “Zuversicht, sein Optimismus, seine Einstellung, dass man im Leben was bewegen kann”, würden ihn “beeindrucken”.

Dass die Journalisten sich nun aufregen ist ziemlich dumm von ihnen. Ob ihnen jetzt erst klar geworden ist, dass sie manipuliert wurden?

Vielleicht wollen sie sich nicht eingestehen, dass sie guten Geschichten nicht wiederstehen können.

Ein böser, böser Rapper aus dem Ghetto, der es ganz allein nach ganz oben geschafft hat.  Der harte Gangster mit dem weichen, sensiblen Kern. Es ist doch immer dasselbe. Auch der Rapper Eminem aus Amerika hat sich aus relativer Armut  auf den Olymp des Showbizz gekämpft,  zu sehen in seinem Film “8 Mile”.

Neu ist die Geschichte also nicht. Originell auch nicht , aber was soll`s.

Meiner Meinung nach bedient Bushido nur den Markt, und zwar hat das vor sieben Jahren schon mit den provokanten Texten angefangen.  Irgendwas war gerade gut genug, Hauptsache irgendeiner regt sich ordentlich auf.  Die Texte haben manchmal wie Parodien geklungen.

Beispielsweise schildert Bushido im Lied ” Staatsfeind Nummer 1″ seine schlimmen Knasterfahrungen “jeder ist hier am Ende und unrasiert”;” ich suche nachts meine Mama im Kissen”. Dies wird allerdings zusätzlich lächerlich, wenn man weiß, dass Bushido damals nur einen Monat absaß, weil er seine Bodyguards auf ein armes Schwein gehetzt hatte, das die Reifen seines BMWs zerstochen hatte. Von wegen Staatsfeind.

Lächerlich ist auch, dass die Journalisten jetzt dumm aus der Wäsche schauen, weil ihnen dämmert, dass Bushido sie gehörig an der Nase herumgeführt hat und sie genau das beichtet haben, was er ihnen zum Frass vorgeworfen hat. Von den Tagesthemen bis zur Bild, alle haben gehorsam an Bushidos Selbstinszenierung mitgewirkt und ihn zu dem gemacht, was er heute ist: reich.

Quellen: “Zapp”- Sendung vom 03.02.10, Videostream:

http://www.youtube.com/watch?v=v8753vPRPe8

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