Urlaub machen in Nordkorea – „Darf er das?“

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Sonnen auf Mallorca, Tauchen in Thailand, Surfurlaub in…Nordkorea?

Was sich für viele von uns wahrscheinlich nach einem Anflug von Größenwahnsinn anhört, ist genau das was YouTuber und Creator Louis Cole aka „Fun for Louis“ im August vergangenen Jahres getan hat.

Louis Cole ist ein 33 jähriger britischer Filmemacher und Videoblogger aus Surrey, England, der mit seinen Videos rund um und während seiner Reisen sein Motto und Marke „Live the Adventure“ („Lebe das Abenteuer“) geprägt hat. Mit seinen 1,8 Millionen Abonnenten auf YouTube spricht Cole eine erwähnenswerte Menge an Jugendlicher und junger Erwachsener an und kann somit durchaus von seinem Hobby leben.

                                                                                           

Was macht man nun mit seinem hart erarbeiteten Geld? Richtig. Ausgeben. Und wo? Wie wäre es mit einem entspannten Kurztrip nach Nordkorea um beim Surfen einfach mal die Seele baumeln zu lassen? Kim Jong-Und ab in den Urlaub!

Im August 2016 begann Louis seine 10-tägige Vlogserie in Nordkorea mit einigen Freunden die mit einer Surf-Organisation in Verbindung getreten sind und diese Reise möglich gemacht haben. Der Veranstalter der Reise bot nun schon zum dritten mal diese Surfschule an, reist aber privat schon seit 17 Jahren nach Nordkorea um ehrenamtlich dort zu arbeiten. Obwohl er nicht von der Regierung engagiert ist, arbeitet er wohl mit ihr zusammen beziehungsweise findet eine positive Kommunikation statt.

Louis unternimmt in seinen Vlogs wie immer zahlreiche Ausflüge unter anderem ein Besuch in einem Wasserpark, Surfen mit „Local surfer chicks“ sowie diverse Tours für Touristen.

Was nun folgt war wohl eher weniger Fun für Louis:

YouTube Stars Are Now Being Used for North Korean Propaganda“ – Vanity Fair

(„YouTube Stars werden jetzt für nordkoreanische Propaganda benutzt“)

„Louis Cole’s Merry North Korea Adventure“ – Human Rights Watch

(„Louis Cole’s fröhliches Nordkorea Abenteuer“)

„You can’t vlog in North Korea and call it apolitical“ – The Verge

(„Man kann nicht in Nordkorea vloggen und behaupten es sei unpolitisch.“)

 

Der einzige Begriff der hier angebracht zu sein scheint ist „shit storm“, netter ausgedrückt eine gewaltige Empörungswelle. Nachrichten und Medien rissen Cole in Stücke, warfen im dubiose Machenschaften mit der nordkoreanischen Regierung vor, behaupteten sogar er wäre für die angeblichen Propagandavideos bezahlt worden.

Warum nun also all das auf sich nehmen? Louis sagt, er möchte die „wunderschönen und positiven Dinge suchen, mit Einwohnern Kontakt knüpfen und über die Kultur und das Land lernen“. Er betont außerdem, dass er davon ausging, dass seine Zuschauer über ein Basiswissen über Nordkorea verfügen und somit nicht vollständig vom positiven Schein seiner Videos geprägt werden.Jedoch gab es leise Stimmen im Hintergrund die das Ereignis mit etwas mehr Offenheit betrachtet haben. Was ist, wenn Louis nur zeigen wollte, dass die Menschen die in Nordkorea leben nette freundliche und herzensgute Menschen sind? Dass nicht alle Nordkoreaner die Mentalität ihres Regimes haben? Dass das Land mit seinen Traditionen und wunderschöner Landschaft es nicht verdient hat nur von dem Größenwahnsinn seines Anführers beschattet zu werden?

Diese Stimmen wurden immer lauter und endeten in einem BONCA („British Online Creator Award“) für „Travel Video of the year“, den Louis nur zu gerne entgegennahm.

Die Frage, die sich auch schon deutscher Comedy-Nachwuchs Chris Tall gestellt hat, lautet : Darf er das? Als jemand der tagtäglich die Medien als Plattform nutzt um Ideen und Erlebnisse zu teilen, sogar davon leben kann und mindestens 1,8 Millionen Menschen damit erreicht, darf man in eins der meist unterdrückten Länder mit einer der höchsten Raten an Menschenrechtsverletzungen reisen, dort Urlaub machen ohne die Missstände und offensichtlichen Probleme anzusprechen? Oder sollte man das Land, was viel älter ist als seine aktuellen Probleme, nicht dafür bestrafen, dass ein psychisch labiler Mensch es wahrscheinlich zu der meist gefürchtetsten Nation weltweit gemacht hat? Sollte man nicht versuchen, die Schönheit, Traditionen und Menschen in den Vordergrund zu stellen und die Angst und Scheu zu nehmen?

Meiner Meinung nach, darf man nicht ignorieren, dass Louis Cole in seinen Vlogs nur das gezeigt hat und zeigen konnte, was die Regierung preis geben wollte. Aber das weiß er auch. In seinem Statement-Video „MY RESPONSE…“ erklärt der Brite, dass er ganz und gar nicht mit den nordkoreanischen Ideologien übereinstimmt und dass er weiß, dass es diskutabel ist was von dem was er gesehen hat eine wahre realistische Wiedergabe des Landes ist.

Als Person mit so viel Einfluss online, ein Ort, und das ist für mich indiskutabel, in unserer heutigen Welt und in dieser Generation der größte Informationsaustausch und dadurch auch die größte Meinungsbildung stattfindet, hat man vorsichtig zu sein mit dem was man zeigt. Das Internet vergisst nicht und vergeben tut es schon mal gar nicht! Auch wenn Louis sagt, er verfolge keine politische Aufklärung in seiner Arbeit und wer das suche, für den gäbe es bessere Portale im Internet um dies zu finden, darf man dies doch belächeln und wie The Verge sagen: man kann keine Videos in einem Land wie Nordkorea drehen und dann behaupten es hätte nichts mit Politik zu tun.

Schlussendlich soll der liebe Louis machen was er will. Was wirklich zählt? Nordkorea zu dem Land zu machen was es sein kann, und die Leute zu dem zu machen was sie verdient haben: frei!

libertyinnorthkorea.org/ ist eine von vielen Organisationen die sich den Flüchtlingen und der generellen Befreiung dieses kontroversen Landes widmen. Also an alle Menschen die sich die Zeit genommen haben anonym Louis Cole verbal in den Hintern zu treten: wenigstens hat er etwas gemacht, wenigstens hat er etwas bewegt, wenigstens hat er eine Unterhaltung gestartet. Also weg von der Kommentarfunktion auf YouTube und nutzt das Internet für das was es kann: etwas bewegen!

 

 

 

Textquellen:

https://www.youtube.com/channel/UCVrvnobbNGGMsS5n2mJwfOg

www.youtube.com/watch?v=VmCpTzA6SKc&list=PLKdBO8TXUFBgaqcNCd8xyokjUFEdUu9LU

https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Cole

https://www.youtube.com/watch?v=8U1ZGMDlASA

http://www.vanityfair.com/culture/2016/08/louis-cole-vlogger-north-korea

http://www.theverge.com/2016/8/19/12543958/louis-cole-north-korea-vlogger-youtube

www.funforlouismap.com/2017/01/02/i-won-award-for-north-korea-videos/

https://www.hrw.org/news/2016/09/20/louis-coles-merry-north-korea-adventure

http://www.libertyinnorthkorea.org/

http://www.boncasawards.com/

https://www.youtube.com/watch?v=nwAL06N3XX4

https://de.wikipedia.org/wiki/Nordkorea

Bildquellen:

https://pbs.twimg.com/media/CzVnzoqWQAAnsMW.jpg

http://img.koreatimes.co.kr/upload/newsV2/images/450water.jpg

http://www.funforlouismap.com/wp-content/uploads/2016/08/breaking-barriers-north-korea-da-1260×600.jpg

https://i.ytimg.com/vi/efqRUmazxBU/maxresdefault.jpg

 

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Ist objektiver Journalismus noch möglich?

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Von geplatzten Blasen

9. November 2016, gegen vier Uhr morgens ist sämtliche Wahlkampfeuphorie der Moderatoren erloschen. Sowohl bei ARD und ZDF als auch bei den großen amerikanischen Networks, überall breitet sich Unverständnis aus im Angesicht des sich abzeichnenden Sieges von Donald Trump. Selbst bei dem sonst so pro-republikanisch eingestellten Sender FOX News ist man überrascht, hatte man doch ein äußerst knappes Endergebnis vorhergesagt. Wie konnte es sein, dass sich derart viele etablierte Medien, Meinungsforschungsinstitute und Prognosen irrten?

Darauf angesprochen hat der Journalist und Moderator Georg Restle eine klare Antwort:

„Ich behaupte, das lag daran, dass Trump als Feindbild in den Köpfen vieler Redakteure und Kollegen so verankert war, dass man sich insgeheim eine Präsidentin Hillary Clinton herbeigesehnt hat und dass das den journalistischen Blick vernebelt hat.“

Sind die Nachrichten also von den Meinungen ihrer Macher abhängig?

Restles Ausführungen scheinen auf jeden Fall nicht haltlos zu sein. So zeigt beispielsweise eine Umfrage zur Parteineigung von Journalisten mögliche Gründe auf. Nach dieser Umfrage fühlen sich 36,1% der befragten Journalisten zwar keiner Partei inhaltlich zugehörig, jedoch gab eine klare Mehrheit von 46,6% eine Neigung zu einer Partei links der politischen Mitte an. Es scheint also nicht überraschend, dass viele Journalisten einen Politiker, der sich ablehnend über Frauen und Ausländer äußert, argwöhnisch, wenn nicht sogar als Feindbild, sehen. Clinton, die zwar nicht als linke Politikerin bezeichnet werden kann, jedoch um einiges liberalere Ansichten vertritt als Trump und ein gutes Verhältnis zu den Medien pflegt, wirkt schon eher, wie die Kandidatin der Journalisten.

Genauso wenig erstaunt es, dass viele Journalisten Informationen, die nicht in ihr Weltbild passen, weniger Beachtung schenken als denen, die ihren Ansichten entsprechen oder diese angreifen. Betrachtet man rückblickend die Berichterstattung des US-Wahlkampfes, ist es bezeichnend, wie intensiv die Medien sich mit den unangemessenen und teilweise skandalösen Äußerungen Trumps beschäftigten. Im Vergleich dazu fiel die Aufarbeitung der politischen Positionen beider Kandidaten meistens im besten Fall oberflächlich aus.

Gefangen in der Echokammer

In sozialen Netzwerken gibt es das Phänomen der sogenannten Echokammern. Durch Algorithmen, die darauf angelegt sind, Dinge zu finden, die dem Nutzer gefallen, kommt es häufig dazu, dass jener hauptsächlich in seinen Ansichten bestätigt wird. Negatives Feedback, zuwiderlaufende Ansichten werden ausgeblendet.

Sieht man sich nun Erhebungen über (politische) Journalisten an, wird deutlich, dass viele aus ähnlichen sozialen Milieus stammen und mehrheitlich ähnliche politische Ansichten haben. Hohe Bildung, etwas links der Mitte, liberal. Sind die Redaktionen von Online-Magazinen, Fernsehsendern und Zeitungen also auch Echokammern? Tatsächlich zeigt auch hier das Beispiel des US Wahlkampfes 2016, dass gerade die Journalisten,  die sich näher mit der Unterstützerbewegung rund um Trump beschäftigt haben, einen Sieg des Republikaners als wahrscheinlicher eingestuft haben, als ihre Kollegen, die das Phänomen Trump zunächst für einen Scherz gehalten haben.

Und nun?

Das Ideal des „objektiven“ Journalismus steht nun alles andere als gut da. Man könnte noch andere Beispiele nennen: die immer wieder als einseitig kritisierte Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt oder der von vielen als tendenziös bezeichnete Umgang der Medien mit der Flüchtlingskrise sind nur zwei aktuelle Beispiele. Diejenigen die mit den jeweils vertretenen Meinungen übereinstimmen, fühlen sich bestätigt, die anderen rufen Lügenpresse. Dass Journalisten auch nur Menschen mit Meinungen sind und dass sich diese zwangsläufig in den Reportagen, Artikeln und Berichten niederschlägt, scheinen auch gerade die Medienschaffenden selbst nicht wahr haben zu wollen. Zu sehr klammert man sich an die Rolle des neutralen Berichterstatters.

Was wäre eine Lösung? Offen damit umzugehen, dass man einen Standpunkt hat. Sich nicht an die vermeintliche Objektivität klammern, sondern lieber verschiedene Standpunkte gegenüberstellen und den Leser selbst eine eigene Meinung ermitteln lassen. Das würde den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen und verhindern, dass sich andere Leser in Filterblasen und Echokammern zurückziehen.

Weierführende Informationen:

http://www.ipg-journal.de/aus-dem-netz/artikel/der-herbeigeschriebene-sieg-1632/

https://psmag.com/how-our-media-bubble-protects-our-ideologies-cdd2ed5202eb#.2omjbtbhb

https://aufwachen-podcast.de

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Wie war das nochmal mit dem Papst und Trump?

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Jeder kennt sie, jeder ist ihnen schon einmal im Netz begegnet, den Fake-news. Sie lungern auf Facebook und Co. und einmal geteilt verbreiten sie sich wie ein Lauffeuer. Am Beispiel der vergangenen US Wahlen wurde deutlich welchen Einfluss sie auf die gesellschaftliche Meinung haben können und wie gefährlich sie tatsächlich sind.

„Papst befürwortet Trump als Presidenten der Vereinigten Staaten“

Dies war eine der der meist geteilten Fake-Schlagzeilen auf Facebook während der US Wahlen diesen Jahres und hat für großes Aufsehen, Empörung aber auch Zustimmung unter Trumpwählern geführt. Einige Tage befand sich diese Meldung auf Facebook bis sie letztendlich von der Plattform gelöscht wurde. Zu spät, wie viele behaupten und Mark Zuckerberg für die Wahlergebnisse mit verwantwortlich machen. Dieser bestritt, dass Facebook unter Problemen der Fake-news-Verbreitung leide, teilte aber kurz daraufhin mit, dass bestimmte Maßnahmen gegen Fake-news auf der Social Media Plattform eingeführt werden sollen um diese von echten Schlagzeilen unterscheiden zu können. Dieses Pilotprojekt soll in den USA starten und bei Erfolg auch weltweit durchgeführt werden. Aber ob es sich letztendlich Bewährt ist abzuwarten.

Wie kann man sich gegen Falschmeldungen schützen?

Diese Frage stellen sich nun viele Facebook-Nutzer nachdem dieses Thema stark in die Kontroverse geraten ist. Vorallem die jüngere Generation verwendet Facebook als Informationsquelle zu aktuellen Themen. Da sollte man doch meinen, dass gerade diese jüngeren Menschen nun besonders vorsichtig mit Schock-news umgehen.  Allerdings ist dies nicht der Fall, sondern ganz im Gegenteil, „sie zeigen eine unglaublich hohe Naivität auf, Medlungen aus dem Netz einfach zu glauben“ wie Professor Bucher der Universität Trier dem Trierischen Volksfreund mitteilte. Dabei ist es umso wichtiger sich nicht auf alles zu verlassen, was sich im Netz befindet. Dieser Meinung sind vorallem Websites die sich mit Fake-News beschäftigen und diese aufzudecken versuchen. Hoaxsearch ist eine Internetseite auf der Mediennutzer überprüfen können ob ein gelesener Artikel bereits als Falschmeldung identifiziert wurde. Sie wird von Mimikama betrieben und steh unter dem Slogan „zuerst Denken-dann Klicken“ (ZDDK). Dieser Verein ist eine Anlaufstelle für Internet-User die sich über aktuelle Fake-news informieren möchten oder auffällige Meldungen überprüfen lassen möchten. Natürlich gibt es weitere Websites die sich mit diesem Thema auseinandersetzten und Mimikama ist nur eine von vielen Vereinen die sich für dem Kampf gegen Falschmeldungen einsetzten.

Fakt ist, dass sich jeder Internetnutzer Bewusst machen muss welche Mengen an Falschmeldungen tagtäglich im Netz kursieren. Man sollte sich genauer über die Hintergründe vieler Posts informieren ehe man diese glaubt oder mit der Öffentlichkeit teilt. Fake-news sind einflussreicher als viele Internetnutzer glauben und sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen!

Verschwörungstheorien – Gefangen im Netz?

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 Von der Religion zum Verschwörungsglaube

Die Frage nach der wahren Beschaffenheit der Welt und was wirklich in ihr vorgeht, wer unsere Geschicke bestimmt und uns leitet, sowie woraus das Böse entsteht hat die Menschen schon seit jeher beschäftigt.

In alter Zeit kamen religiöse Vorstellungen auf, um eben diese Grundfragen der Existenz zu klären, das eigene Leben und das Böse auf der Welt erträglicher zu machen und die Hoffnung auf ein besseres Leben, zumindest im Jenseits, nicht erlischen zu lassen. Grundsätzlich verbindet diese Theorien also meist der Glaube an eine (oder mehrere) allwissende, omnipotente metaphysische Wesenheit(en), sowie ein Gegenstück, dass das Böse personifiziert und somit greifbar macht. Sie schaffen für den Glaubenden eine neue, tröstliche Perspektive auf das Leben.

Was verbindet nun also den Glaube an die Religion mit dem Glauben an Verschwörungen ?

Wie auch bei der Religion zählt zu ihren Charakteristika die simple Einteilung der Welt in gut und böse, die eigene „Glaubensgruppe“ von anderen abzuheben, sich selbst in ein besseres Licht zu rücken, das Böse greifbar zu machen und in gewisser Weise die Verantwortung für das eigene Leben abzugeben. Gleich ob es nun die Bilderberger, Aliens, Reptiloide, Nazis im inneren der Erde oder das CIA sind, die dem Bösen ein Gesicht geben.

Verschwörungstheorien in den Medien

Was mit der Erfindung des Buchdrucks seinen Anfang nahm („Hexenhammer„), hat sich bis zum heutigen Tage immer weiter ausgedehnt.

Das Internet bietet für Jedermann eine Plattform um auch mit den obskursten Theorien eine Bandbreite von Zuhörern zu erreichen und seine Sicht der Dinge als Wahrheit zu verkaufen. Die entscheidende Rolle spielt hierbei die „Wahrheitsfrage“, die in den Medien und vor Allem im Netz auf zigtausende Weisen konträr beantwortet und ausgelegt wird.

Medien konstruieren eine eigene Version der Wahrheit und seit die Tageszeitung nicht mehr als einziges Medium ihre Version der Wahrheit feilbietet, sondern im Netz zu jeder Frage tausende Antworten zu finden sind, ist die Verwirrung unter den Menschen vorprogrammiert.

Die „Vertrauenskrise“

Das erklärt, warum die „Medienverschwörung“ oftmals ein „zentrales und notwendiges Strukturmerkmal“ von vielen modernen Verschwörungstheorien ist. Nachrichten werden beobachtet („Beobachtung des Beobachters“) und zu eigenen Zwecken, zur Produktion alternativer Wahrheiten genutzt.

„Die Ablösung der Face-to-face-Kommunikation durch Schrift und insbesondere durch den Buchdruck, so Niklas Luhmann, erzwang erstmalig die Unterscheidung von Information und deren Mitteilung – mit der Folge, dass der Mitteilung seither misstraut wird. Denn seit man der Mitteilung nicht mehr direkt (am Gesicht des Gegenübers) ablesen kann, was es mit ihr auf sich hat, verstärkt sich der Verdacht, dass die Informationsseite anderen Motiven folgt, als sie glauben machen will.“

 http://www.bpb.de/apuz/231313/medien-als-gegenstand-von-verschwoerungstheorien?p=all

Nach seiner Ansicht liegt die Schuld also beim Medium als Kommunikationsform, das es unmöglich wäre medial und transparent über die eigene Transparenz zu berichten.

Hinzu kommt, dass für viele Menschen das Scrollen über ihre Facebook- Pinnwand oder anderer sozialer Netze, das Ansehen der Nachrichten oder das Lesen der Zeitung ersetzt hat.

 

Nun werden durch das breitgefächerte und weit verfügbare Quellenangebot im Netz viele verschiedene Sichtweisen und Standpunkte vertreten, womit theoretisch ein fundiertes und differenziertes Weltbild beim Rezipienten entstehen könnte. Die Realität sieht jedoch meist anders aus.

Durch den Effekt der „Filterbubble„, der von dem Internetaktivisten Eli Pariser eingeführt wurde, kreieren soziale Netzwerke und Datenriesen á la Google für den Nutzer „Parallelwelten“, wo dieser anhand von Algorithmen, basierend auf seinem Nutzungsverhalten nur noch Nachrichten angezeigt bekommt, die seinen Vorlieben entsprechen. Der eigene Standpunkt, der in heutiger Zeit  für viele Menschen zu einem Teil ihrer „Identität“ geworden ist, wird immer weiter gefestigt.

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Der Verlust der Vertrauens in journalistische Berichterstattung, weitgehende mediale Inkompetenz unter den Nutzern, unüberschaubare unzählige Quellen, der Filtereffekt im Netz und unsere eigene Persönlichkeit als Filter, all das lässt das Internet als eine Art „Katalysator“ für Verschwörungstheorien wirken.

Hinzu kommt eine zunehmende Unzufriedenheit und Unsicherheit in der Bevölkerung, in der Verschwörungsglaube den Platz der Religion übernimmt. Ebenso wie die Religion lenken sie von den „eigentlichen“ Problemen, die öfter kritisch hinterfragt werden sollten, ab.

Der Mediziner Thomas Grüter warnt vor einer Psychiatrisierung der Anhänger von solchen Theorien, viel mehr sollte solches Verhalten genau analysiert werden, da sie oftmals gesellschaftliche Prozesse und Verwerfungen zwischen Gruppen innerhalb dieser aufzeigen.

Es wäre auch schließlich nicht das erste Mal, dass eine zunächst abstrus klingende Verschwörungstheorie sich im Nachhinein als wahr entpuppte. ( „Massenüberwachung durch die NSA“ )

Denn welche Wahrheit ist nicht konstruierte Realität ?

 

 

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Medienmanipulation

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Was ist eigentlich Manipulation?

Medienmanipulation gilt als „gezielte Beeinflussung des Nutzers“ durch die Veränderung von Tatsachen. Der Manipulator – in diesem Fall oft ein Journalist – verzerrt die Wirklichkeit und steuert unsere Wahrnehmung. Der Leser oder Zuschauer wird absichtlich in die Irre geleitet, und das ganz ohne sein Wissen. Ziel ist es, eine öffentliche Meinung zu erschaffen und dadurch zum Beispiel bestimmte Aktionen des Staates zu verheimlichen. Manipulation wird gezielt von Medienanbietern eingesetzt, um diesen einen Vorteil zu beschaffen.

Wie alles begann: Edward L. Bernays als Vater der Verdrehung und der Public Relations

Edward Bernays nutzte die Prinzipien seines Onkels Sigmund Freud, um das Unterbewusstsein zu analysieren und den Menschen zu betrügen, um selbst Profit zu erlangen. So verbreitete er die Ansicht, dass der Erste Weltkrieg „die Welt sicher für die Demokratie“ machen sollte. Diese Prinzip wurde später für eine Mehrzahl von Kriegen benutzt, unter anderem für den Zweiten Weltkrieg und den Vietnamkrieg. An seiner Arbeitsweise orientierte sich auch Goebbels, Hitlers Propagandaminister. Zudem ist Bernays mitverantwortlich für die Tatsache, dass Frauen in der Öffentlichkeit rauchen: er organisierte die Brigade „Fackeln der Freiheit“, in welcher rauchende Frauenrechtlerinnen auftraten. Mit seiner Hilfe wurden ebenfalls fast fünfzig Jahre lang Werbungen ausgestrahlt, die die gesundheitsfördernde Wirkung von Tabak beweisen wollten.

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Intentionen der Manipulatoren

Eines der wichtigsten Ziele der Medien ist die Marktkontrolle: Manipulatoren sollen den Kauf verschiedener Waren aufrecht erhalten oder verstärken. Sie verbreiten sogenannte „Trends“: die Medien entscheiden, was zurzeit modern ist, und was Nutzer sich unbedingt kaufen müssen.

Eine wichtige Rolle spielt ebenfalls der religiöse Einfluss: uns werden bestimmte Ideale und Vorstellungen von Minderheiten vermittelt. Gefährlich wird die politische Manipulation, da sie die freie Meinungsbildung gefährdet. Eine weitere bekannte Form von Beeinflussung ist die Propaganda: durch sie werden unsere Meinungen über Rasse, Ethik, Politik und Gesellschaftsklassen gesteuert.

So werden wir manipuliert

Medien nutzen unterschiedliche Methoden, um ihr Ziel zu erreichen. Ereignisse werden bewusst verharmlost oder übertrieben dargestellt, um sie hervorzuheben und die Meinung der Gesellschaft zu beeinflussen. Verharmlosung ist möglich, indem der Nutzen eines Gräuels betont und moralischen Fragen ausgewichen wird. Über viele Geschehnisse wird überhaupt nicht berichtet: ignorierte Tatsachen und Widersprüchlichkeiten können sich „nicht als Wahrheit in der Gesellschaft manifestieren„. Eine weitere Taktik ist die Ablenkung, teilweise sogar auf einer persönliche Ebene. Dies wird am Fall Snowden deutlich: die Medien konzentrierten sich schnell auf die Person selbst, anstatt über die aufgedeckten Missstände zu berichten. So wurde Snowden bald als Verräter angesehen, und niemand interessierte sich mehr für die Überwachung durch Geheimdienste.

Sehr wichtig ist auch die Wortwahl. Das Wort „angeblich“ stellt eine Meldung in Frage, man kann etwas nach Belieben positiv oder negativ umschreiben. Abhängig davon, um wen es sich handelt, wird aus einem „Freiheitskämpfer“ schnell ein „Terrorist“. Lügen werden mehrmals wiederholt, damit sie sich besser einprägen und bald als Wahrheit anerkannt werden. Bestimmte Begriffe tauchen in einem Artikel öfters auf, andere werden ganz vermieden, um bestimmte Gefühle bei den Lesern zu erwecken.

Weitere Möglichkeiten bieten Aufnahmetechniken in der Fotografie: Perspektive und Fotomontage sind nur zwei davon.
Unbegründete Theorien werden als Wahrheiten verbreitet. Von Interviews wird nur der Teil veröffentlicht, der der Meinung der Manipulatoren entspricht. Umfragen, die nicht das gewünschte Ergebnis repräsentieren, werden vertuscht. Die Medien weisen ständig darauf hin, dass Objektivität bei ihnen im Vordergrund steht und sie in allen Hinsichten unparteiisch sind. Gleichzeitig positionieren sie sich jedoch zugunsten bestimmter Gruppen.

Wie auch Bernays festgestallt hat, verleiht ein Expertenverweis oder die Meinung einer „unabhängigen dritten Person“ einer Aussage schnell Glaubwürdigkeit. Was selbstverständlich nicht sofort ins Auge springt, ist, dass diese Experten oft nicht namentlich erwähnt werden – tatsächlich handelt es sich nicht selten um fiktive oder bezahlte Personen.

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Leider glauben zu viele Menschen daran, dass das was in der Zeitung steht, wahr sein muss. Einen wichtigen Faktor beachten sie dabei jedoch nicht: Geld. Zeitschriften werden dafür bezahlt, Werbung für ein bestimmtes Produkt zu machen, unabhängig davon, ob dieses hält was es verspricht. Ein Artikel über die negativen Auswirkungen dieses Produkts kann schnell in einem Profitverlust enden und wird somit von der Redaktion vermieden.

Als durchschnittlicher Nutzer lässt sich nur schwer feststellen, was denn nun Wahrheit ist und was nicht. Durch den alltäglichen Kontakt mit Medien lassen wir uns viel zu schnell beeinflussen, und bilden uns unsere Meinung genau so, wie es von uns verlangt wird. Aber was kann man gegen diese Manipulation tun? Es gibt nur eine Möglichkeit: jegliche Nutzung der Massenmedien vermeiden – auch wenn das einfacher klingt als es tatsächlich ist.

Quellen

  • Dr. Tim O’Shea (2016). So werden Sie durch die Medien manipuliert. https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ia-medienmanipulation.html. Zugegriffen: 2. Dezember 2016.
  • LexiTV (2012). Fackeln der Freiheit. http://www.mdr.de/lexi-tv/gesundheit/artikel20086.html. Zugegriffen: 5. Dezember 2016.
  • Martin Hatton (2016). Manipulation von Nachrichten. http://www.scheinwelt23.de/Manipulation.php. Zugegriffen: 4. Dezember 2016.
  • Michael Einmal (2007 / 2008). Medienmanipulation: WS 2007/2008 Ausarbeitung. http://www.frankbarth.de/htwmw/mw0708_Manipulation.pdf. Zugegriffen: 5. Dezember 2016.
  • Philipp Schnee (2009). PR-Erfinder Bernays: Der Überzeigungstäter. http://www.spiegel.de/einestages/pr-erfinder-bernays-a-948512.html. Zugegriffen: 4. Dezember 2016.
  • Schrang, Heiko (2014). Medien: So manipulieren ARD, ZDF & Co. http://www.mmnews.de/index.php/etc/17763-medien-ard-a-zdf. Zugegriffen: 5. Dezember 2016.
  • http://image.stern.de/6791196/uncropped-620-348/ea5ea7d65c470f2dc1692dd16c18ed75/Be/make-up-entferner.jpg
  • http://www.azquotes.com/picture-quotes/quote-if-we-understand-the-mechanism-and-motives-of-the-group-mind-it-is-now-possible-to-control-edward-bernays-69-66-17.jpg

Sexualisierung in den Medien- hat sich etwas geändert?

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Sexualisierung in den Medien- hat sich etwas geändert?

 

Was versteht man eigentlich unter Sexualisierung? Im Duden wird dieses Wort beschrieben als „jemanden, etwas in Beziehung zur Sexualität bringen und die Sexualität in den Vordergrund stellen”. Genau das scheinen die Medien dauernd zu tun. Sehr deutlich wird es vor allem in der Werbung und in Filmen.

 

Frauen, wie auch Männer werden auf ihr Äusseres reduziert. Aber war das nicht schon immer so? Mittlerweile schaut man TV und wird mit Werbung überschwemmt die einem eins ins Gesicht schreit: Sex!

Der Konzern Saturn warb einmal mit dem Motto „Geiz ist Geil“. Viele Parfum Plakate bestechen durch ein hübsches Model. Und Make-Up Firmen benutzen nur zu oft den Lippenstift als Phallussymbol.

 

 

huGO-BildID: 3440973 Geiz ist geil, Saturn Werbung, Werbekampagne

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Geiz ist geil, Saturn Werbung, Werbekampagne    lippenstift

 

 

Natürlich ist diese extreme Art der Sexualisierung erst in den letzten Jahren so hemmungslos geworden. Jedoch wurde schon immer mit Sex beziehungsweise sexuellen Reizen geworben. Vor allem ist hier auch auf die Rolle der Geschlechter zu achten: noch vor etwa 50 Jahren war die Frau die treue Hausfrau und der Mann der Arbeiter der das Geld nach Hause brachte. In anderen Worten: Der Mann wurde dominant dargestellt und die Frau wurde als unterlegen oder schüchtern betrachtet.

In der heuten Zeit ist es nicht mehr so eindeutig. Oft ist auf den ersten Blick die Frau „stärker“ geworden. Sie wird zum Beispiel als erfolgreiche Geschäftsfrau dargestellt. Ist sie nun gleichzeitig dominant? Im Vergleich: Zwei Palmers Werbungen. Links schaut die Frau verführerisch durch einen hautfarbenen Strumpf. Sie will wohl ihren Mann verführen. Man sieht aber nur bis gerade so zur Schulter. Definitiv bestärkt dies aber das Bild der liebenden Hausfrau. Rechts nun eine Gruppe Frauen mit sexy schwarzer Lingerie und starker geraden  Postur. Eine der Frauen schaut jedoch zurück als ob sie doch nur nachschaut ob  es dem Mann gefällt. Man sieht hier den ganzen Körper- fast nichts ist mehr versteckt und die Frau wird extrem sexualisiert. Wirken diese Frauen jetzt sehr dominant? Gegenüber der älteren Werbung lautet die Antwort Ja. Bei näherem Betrachten jedoch sieht man, dass es auch in der modernen Werbung darum geht dem Mann zu gefallen. Die Frau wird doch wieder als das „schwächere Geschlecht“ betrachtet. Sie ist da um zu gefallen und die Träume des Mannes zu erfüllen. Diese sexy Strümpfe tragt sie nicht nur für sich selbst.

 

 

palmers                                          palmersmodern

Doch nicht nur Frauen müssen unter dieser, oft unangebrachten Sexualisierung leiden. Männer werden genauso sexualisiert. Man(n) muss muskulös sein und vor allem…die richtige Grösse haben. Auch wenn es immer heisst das es darauf ja gar nicht ankommt. fotomorgen.de denkt da wohl anders. Die zwei Männer mit dem „Kleineren“ wohl auch, den Blicken zu urteilen.

werbungmann

Man bemerkt dass die Sexualisierung in den Medien zwar zugenommen hat aber auch dass sie schon immer anwesend war. Geschlechterrollen wurden und werden „definiert“. Die Frau ist oft immer noch rezessiv und der Mann oft dominant. Die Medien geben vor wie Mann und Frau auszusehen haben. Sie geben vor was sexy ist und was nicht. Die Wirkung auf die Gesellschaft ist enorm. Junge Mädchen leiden Hunger um so schlank zu sein, Jungs stopfen sich mit Proteinen voll um die Muskeln zu erlangen. Vielleicht ist es heutzutage nur so extrem in der Gesellschaft zu bemerken weil die sexuellen Reize zugenommen haben und viel plakativer geworden sind. Vielleicht sollten wir auch nicht immer so auf die Medien hören und einfach mal den Spiegel vorhalten und sehn wie schön wir sind- wir alle. Früher ging das doch auch.

Quellen:

http://www.duden.de/rechtschreibung/sexualisieren

http://www.zeitgeistlos.de/moralfinger/sexgesellschaft.html

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum kann ich nicht so wie sie sein?

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Diese Frage macht sich heutzutage immer breiter in den Köpfen von vor allem jungen Frauen im Alter zwischen 12 und 20 Jahren. Aber warum?

Wie Forschungen von Body Image zeigen, reichen 60 Minuten Zeitschriftenlektüre aus, um das Selbstwertgefühl von mehr als 80 % der befragten Frauen zu senken.  Die Leserinnen werden hierbei mit lauter schönen Frauen konfrontiert, die ihnen das Gefühl vermitteln selbst weniger attraktiv zu sein. Jetzt könnte man natürlich fragen: „Warum vermeiden die nicht einfach solch eine intensive Zeitschriftenlekture?“ Aber leider ist es bei weitem  nicht so einfach.

Eine Studie, die in Psychology Today veröffentlicht wurde, schätzt, dass Jugendliche heute täglich mit 5.000 Werbebotschaften bombardiert werden.

Die Konfrontation mit Werbeträgern ist also unvermeidlich. Sie sind überall und begleiten unseren Alltag: im Fernsehen sowie auf Websites, Blogs und unserem Mobiltelefon. Sei es die attraktive junge Frau, die mit wunderbar glänzendem, vollen Haar in einem Werbespot für ein neues Haarshampoo wirbt, oder auch die Frau mit den strahlend weißen Zähnen, die uns an jeder Straßenecke von einer Plakatwand anlächelt. Sie alle sind die Gesichter von Firmen, die versuchen durch überdurchschnittlich attraktiv wirkende Models, den potentiellen Käuferinnen zu vermitteln, dass sie, sobald sie selbst dieses Produkt anwenden, ebenfalls so aussehen können. Doch genau hier liegt die Gefahr! Denn was für die Unternehmen nur ein taktischer Spielzug ist, um ihre Produkte besser zu vermarkten, verursacht  gerade bei jungen Frauen ein vermindertes Selbstwertgefühl. Denn natürlich reicht nicht eine einmalige Anwendung des neuen Shampoos von L’Oréal Paris aus, um Haare wie Lena-Meyer Landrut zu bekommen. Und natürlich führt auch nicht die einfache Anwendung des neuen Playboy Parfums dazu, für alle Männer unwiderstehlich zu sein.

Fakt ist: Die Medien zeigen uns eine Wirklichkeit, die so nicht existiert!           

Nicht genug, dass die beworbene Produkte in vielen Fällen nicht halten was sie versprechen, viel mehr noch entsprechen auch die Abbildungen der Werbeträger oft nicht der Realität. Denn die schöne Frau mit dem makellosen Gesicht und der perfekten Figur, die in Zeitschriften, Werbespots und auf Plakatwänden dargestellt wird ist oft reine Illusion. Bildbearbeitung lautet das Stichwort und gerade dieser manipulative Teil der Medien wird häufig sehr stark unterschätzt. Denn während die meisten Mädchen bei diesem Stichwort an Instagramfilter oder spezielle Bearbeitungsprogramme denken, geht die Extreme dieser Manipulation viel viel weiter. Die Rede ist von Programmen wie z.B. Photoshop, mit denen Models komplett verändert werden können: Die Nase wird verkleinert, die Augen vergrößert und die Beine gestreckt. Ein Beispiel dafür bietet folgendes Video:

Dieses Video beweist es wieder: Es ist nicht alles Gold was glänzt!

Und was jeder, der sein Selbstwertgefühl durch Medien senken lässt immer bedenken sollte: All diese Models sind meistens auch nur ganz normale Menschen, deren Aussehen von Profis verändert  wurde, um gerade diese Unzufriednheit bei uns zu erzielen.

Denn wozu bräuchte ein Mensch, der mit seinem Aussehen rundum zufrieden ist, irgendeine Form von Beautyprodukten?

 

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„Die Rekruten“- Informativ oder niveaulos?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, MedienkritikKommentare deaktiviert für „Die Rekruten“- Informativ oder niveaulos?

Früher Pflicht, heute „eine Überlegung wert“: Die Arbeit bei der Bundeswehr.
Seit dem Aussetzen der Wehrpflicht mangelt es dem Bund an Nachwuchs, diesen versuchen sie nun durch die Werbesendung „Die Rekruten“ auf Youtube anzuwerben. Ein schlauer Zug wenn man bedenkt, dass nach Umfragen über 60% der Befragten 10-19 jährigen täglich die Plattform nutzen.

In den Videos wird dir ein Einblick in die Grundausbildung ausgewählter Jugendlicher geboten. Mit einer wackligen Kameraführung, Effekten wie Fisheye und Untertiteln à la RTL 2 wurde das Budget von 1,7 Millionen Euro für den Dreh und weiteren 6,2 Millionen für die Werbung (Quelle: Deutschlandfunk.de), gezielt dafür genutzt, die jüngere Masse der Youtube Nutzer in den Bann zu ziehen. Die dargestellten Rekruten weisen alle ein geringes Selbstwertgefühl, wenig Disziplin und kaum Durchhaltevermögen auf. Sie haben jeden Tag ein anderes nichtiges Problem wie die Angst vor Prüfungssituationen oder Schürfwunden von Strümpfen. Das wird oft mit dramatischer Musik und Effekten begleitet.

bildschirmfoto-2016-11-24-um-10-44-16Da es sich um eine Werbeserie handelt geschieht nichts ungewollt. Ist es also Zufall, dass unter den Rekruten
nicht ein wirklich charakterstarker und talentierter Bewerber gezeigt wird? Machen diese nicht gerade das Heer der Bundeswehr aus?
Die Videos sind kurz und simpel, erinnern an Vlogs und bieten dadurch einen hohen Unterhaltungswert für die breite Masse, da nur eine geringe Aufmerksamkeitsspanne nötig ist, um die Inhalte zu erfassen.

Die Frage stellt sich, ob die angesprochene Zielgruppe denn wirklich in der Lage ist, die Inhalte kritisch zu hinterfragen und sich außerhalb dieser Videos zu informieren, was die Bundeswehr wirklich ausmacht. Ihre Werte und Gefahren können nicht in 5-minütigen Videos zusammengefasst werden.bildschirmfoto-2016-11-24-um-10-42-27

Auf mich persönlich wirken die Videos nicht ansprechend sondern eher abschreckend, jedoch dienen sie und die viele Werbung primär dazu, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das Thema ist wieder in aller Munde und es wird darüber diskutiert, bringt Klicks und Kommentare. Gut möglich, dass einige der jugendlichen Zuschauer
sich in den Videos wiedererkennen und ihre Zukunft bei der Bundeswehr sehen. Ob das wirklich der Fall ist, werden wir in den nächsten Monaten und Jahren erfahren.

Solange die Interessenten – bevor sie sich tatsächlich für den Wehrdienst verpflichten – in einem Bewerbergespräch nochmal ausreichend informiert werden und die Gefahren und möglichen Folgen verdeutlicht werden, ist es eine legitime Methode um das Interesse zu wecken.
Ein Ersatz zu einem Dokumentarfilm oder anderen seriösen informativen Medien ist dadurch zwar nicht gegeben, aber diese Art der Werbung – so umstritten sie auch sein mag – ist allemal besser als das Wiedereinsetzen der Wehrpflicht.

 

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Wo bleiben eigentlich die Superheldinnen?

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Medienkritik, MedienwandelKommentare deaktiviert für Wo bleiben eigentlich die Superheldinnen?

Wenn ich von Superhelden spreche, dann hat jeder sofort ein Bild im Kopf. Superman , ganz offensichtlich, Batman oder Spiderman, diese Namen kann man inzwischen schon fast zum Allgemeinwissen zählen. Bei den weiblichen Kollegen wird es dann aber schon schwieriger. Superwoman? Gibt es die?, könnte sich manch einer fragen. Nicht ganz, Supermans weibliches Gegenstück heißt Wonder Woman. Catwoman? Spätestens bei Black Widow geben viele auf. Nie gehört. Natürlich gibt es noch unglaubliche viele Helden und Heldinnen mehr, jeder Comicbuch-Fan könnte diese Liste beliebig weiter führen, der Einfachheit halber bleiben wir hier aber bei den Bekannteren.

Marvel’s Avengers bestehen in ihren bekanntesten Filmen aus sechs legendären Superhelden und tatsächlich, Black Widow ist eine von ihnen. Um genau zu sein, die Einzige ohne exorbitant hohen Testosteronspiegel. Ihre Mitstreiter nämlich, tragen die Namen Iron Man, The Incredible Hulk, Captain America, Hawkeye und Thor. Neben ihren Hormonen haben die werten Herren auch noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie sind wesentlich bekannter als ihre Kollegin. Nun halte ich es schon für traurig genug, dass Black Widow, trotz ihrer Verkörperung durch die durchaus populäre Schauspielerin Scarlet Johansson, so unbekannt blieb, doch damit nicht genug.

So will der eingefleischte Fan natürlich nicht auf sein geliebtes Merchandise verzichten. Die Jungen und Männer haben es hier leicht, ihre Lieblingshelden finden sie in zahllosen Variationen auf T-Shirts, Pullovern, Taschen, Tassen und als Spielzeug. Für Mädchen und Frauen dagegen wird es jetzt in zweierlei Hinsicht schwierig. Zum Einen ist es erschreckend zu beobachten, dass einige Heldinnen, sind sie doch ohnehin schon in der Unterzahl, auf Shirts oder Taschen, wie hier Gamora von den Guardians of the Galaxy, einfach verschwinden oder sogar ausgetauscht werden. Zum Anderen gibt es an besagten Shirts zwar eine riesige Auswahl, die meisten davon sind allerdings nur für Männer geschnitten. Ist die Frau hier dennoch nach langer Suche erfolgreich, dann ist ihr Fund entweder pink oder besagt, dass die Trägerin am Liebsten einen der männlichen Helden heiraten würde. Oder beides.
Dem weiblichen Fan ein wohlbekanntes Problem.

Was aber vermittelt das den Mädchen und jungen Frauen in unserer Gesellschaft? Dass sie kein Recht haben selbst stark zu sein? Dass sie doch bitte wie eine Disney Prinzessin süß und hübsch und rosa sein sollen und letztendlich doch immer auf ihre Prinzen angewiesen sind.

Der amerikanische Medienwissenschaftler Christopher Bell erzählt in einem seiner Vorträge die Geschichte eines elfjährigen Jungen aus North Carolina, der My Little Pony schaut und dafür in der Schule so lange gemobbt und verprügelt wird, bis er eines Tages zu Hause versucht sich zu erhängen. Der Junge hat überlebt, doch das macht seine Geschichte meines Erachtens nicht weniger tragisch.

In was für einer Gesellschaft leben wir, deren Medien Mädchen und Frauen den Männern so klar unterstellt, während es für einen Jungen als Demütigung gesehen wird Ponys zu mögen? Ponys, die noch dazu wichtige Grundwerte verkörpern, wie jeder weiß, der sich einmal die Mühe gemacht hat die Kinderserie zu recherchieren. Also gebt den Heldinnen eine Chance. Nicht nur für Mädchen, auch für Jungen. Denn von ihnen lernen können wir alle.

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„Weihnachten im Schuhkarton“ – Charity-Aktion oder Missionierungsgedanke?

geschrieben von in Allgemeines, Kommunikationsformen, MedienkritikKommentare deaktiviert für „Weihnachten im Schuhkarton“ – Charity-Aktion oder Missionierungsgedanke?

       Weihnachten im Schuhkarton                                                                                                                        Weihnachten steht vor der Tür-  das Fest der Liebe und Geborgenheit! Zahlreiche Hilfsaktionen machen wieder auf sich aufmerksam, um Kindern in armen Regionen dieser Welt an Weihnachten ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Jede öffentliche Plattform wird genutzt, um strahlende Kinderaugen mit Weihnachtsgeschenken zu zeigen. Darunter auch das Hilfswerk „Geschenke der Hoffnung“ mit der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“, die Teil der weltweit größten Geschenkaktion „Operation Christmas Child“ für Kinder in Not ist.

Die Idee ist denkbar einfach: Jeder kann einen Schuhkarton mit kleinen Überraschungen füllen, ihn hübsch dekorieren, die ungefähre Zielgruppe (Mädchen oder Junge im Alter von 2-14) angeben und mit einer Päckchenspende von 8€ für Abwicklung und Transport bei Sammelstellen, für die in vielen lokalen Zeitungen geworben werden, abgeben.

Die rund 100 Zielländer der vollgepackten LKWs sind vor allem in Osteuropa lokalisiert: Bulgarien, Polen, Rumänien, Slowakei, Ukraine, Weißrussland, Mongolei und die Republik Moldau. Ländern, in denen Kinder unter der Armutsgrenze leben und Korruption und Kriminalität ausgesetzt sind. Im vergangenen Jahr, reagierte die Stiftung „Weihnachten im Schuhkarton“ auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik und belieferte auch Flüchtlingshilfen mit rund 60.000 bunten Schuhkartons.

"Mit kleinen Dingen Großes bewirken!"Meist sind es größere Gruppen, wie Kindergärten, Schulklassen, Vereine oder Unternehmen, die sich gemeinsam an der Aktion beteiligen. Aber auch prominente Unterstützer setzen ein Zeichen der Nächstenliebe. So auch Bundestagsabgeordnete Renate Künast:

«Diese Geschenke drücken echte Wertschätzung aus und lösen bei den Kindern Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein aus.»

In den Empfangsländern angekommen, werden die Pakete dann auf Weihnachtsfeiern in meist freikirchlichen Gemeinden verteilt.

Bibelheft "Das größte Geschenk"

Bibelheft „Das größte Geschenk“

Was kritische Stimmen hervorruft ist allerdings die Tatsache, dass mit jedem Karton auch ein Bibelheft mitgereicht wird, in dem Jesus Rolle in der Kirche kindgerecht dargestellt wird. An diesem Punkt sind sich nicht mehr alle einig darüber, ob die Aktion wirklich nur den Gedanken des guten Zwecks, oder vielmehr einen Missionierungsgedanken verfolgt.

Viele deutsche Bistümer erhoben ihre Stimmen gegen die vermeintliche Charity-Aktion, darunter auch das Bistum Trier:

«Weihnachten im Schuhkarton“ leistet keine nachhaltige Entwicklungshilfe für Kinder in Not. Die Aktion bewirkt keine langfristige Verbesserung der Lebensbedingungen notleidender Kinder.»

Kritisiert wird vor allem, dass zu viel Geld in einen einzigen Glücksmoment gesteckt werde, als mit einer Geldspende im durchschnittlichen Kartonwert von 35€ eigentlich erreicht werden könne. Laut dem Bischöflichen Hilfswerk Misereor könne einer jungen Frau in Äthiopien mit diesem Geld auch ein Startkredit zum Aufbau einer eigenen Existenz finanziert werden. Und auch die Nähe der Organisation zur „Billy Graham Evangelistic Association“ und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit „Samaritan`s Purse“ (USA), die schon des Öfteren durch fragwürdige und aggressive evangelikale Missionsaktionen auf sich aufmerksam gemacht haben, lassen viele Kritiker aufhorchen.

Charity-Aktion oder Missionierungsgedanke? Dieses Beispiel einer erfolgreichen Hilfsaktion zeigt einmal mehr, wie durch mediales Geschick an die Nächstenliebe der Menschen appelliert werden kann. Fakt ist, dass sich Engagierte jeden Alters wohl eher von Projekten überzeugen lassen, in denen sie aktiv die Spende mitgestalten können, als von bloßen Geldsummen. Kinderaugen lassen diese Schuhkartons aber mit Sicherheit strahlen, wenn auch vielleicht nur für einen kurzen Moment.

 

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AfD – womit nervt sie heute wieder?

geschrieben von in Medien und Politik, Medienkritik1 Kommentar »

Na, womit kommen sie wohl heute wieder in die Nachrichten?
Geht es nur um den 20. Aufguss von „wir wollen stärkere Grenzkontrollen“ oder lieber doch mal was ungewöhnlicheres, wie „Waffengewalt gegen Flüchtlinge“?

Klar, wieso nicht einfach mal vorschlagen? Ist doch völlig legitim, Menschen die sich vor Krieg und Zerstörung flüchten wollen, mit Waffengewalt niederzustrecken. Oder?
Drei Sachen kann man damit jedenfalls mit ziemlicher Gewissheit provozieren:
– Mobilisierung der Bevölkerungsteile, die diese Vorschläge befürworten
– Mobilisierung jener, die diese Ideen strikt ablehnen
– Und in jedem Fall: Mobilisierung der Medien.

Fast könnte man meinen die gute Frau Petry hätte einen kleinen „Wie schaff ich´s in die Medien“-Crash-Kurs bei Donald Trump besucht. Denn ebenso wie bei dem Präsidentschaftskandidaten, geht das Konzept der AfD wohl auf und es folg eine schier endlose Abfolge detaillierter Berichterstattungen über die gerade aktuellen Ziele, Wünsche und Ideologien der AfD.

Im Sinne der Anhänger? – Bestimmt
Im Sinne der allgemeinen Bevölkerung? – Sicherlich nicht!

Denn wie eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa, im Auftrag der „Frankfurter Neuen Presse“, zeigt, sind 40 Prozent der Befragten der Meinung, über die AfD würde zu viel berichtet werden. Im Gegensatz dazu vertreten nur 17 Prozent der Befragten, darunter hauptsächlich AfD-Anhänger, die Meinung, es bedürfe einer noch stärkere Präsenz der AfD in den Medien.

Mit klarer Mehrheit wünschten sich die 1009 Befragten dann alternative Themen, wie beispielsweise stärkere Beachtung der steigenden Zahl von Nicht-Wählern (76 Prozent) und einen stärkeren Fokus auf die Schul- und Bildungspolitik (77 Prozent).

 

Quellen

http://www.morgenpost.de/politik/article207063307/Viele-Deutsche-sind-von-AfD-Berichterstattung-genervt.html
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/forsa-umfrage-medien-berichten-zu-viel-ueber-die-afd-a-1078193.html

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Trump und die Suche nach Musik

geschrieben von in Internet, Internet und Politik, Medien und Politik, Medienkritik1 Kommentar »

Für einen populistischen Wahlkamp, wie ihn Donald Trump in den USA führt, bräuchte es eigentlich auch die passende, fesselnde und „populäre“ Musik. Jedoch sträuben sich bekannte Musiker, dessen Songs ungefragt bei Wahlkampfveranstaltungen benutzt wurden, dies zuzulassen. Merkwürdig, dabei würden sie doch einen, so auf dem Boden gebliebenen, rechtspopulistischen Rassisten unterstützen, wer will das denn nicht? Viele.

Den Anfang machte Neil Young, welcher die große Ehre hatte mit seinem Song „Rockin’ in the free world“ Donald Trumps Kandidatur einzuleiten. Jedoch ohne Erlaubnis, teilte Youngs-Managment mit. Zu diesem Zeitpunkt konnte man noch denken/hoffen, dass die Kandidatur nur ein schlechter Scherz ist, aber es ging weiter auch musikalisch. Der bekennende Republikaner Steven Tyler von Aerosmith will nicht mit dem Wahlkampf in Verbindung gebracht werden und wehrt sich gegen die Nutzung seines Songs ,,Dream on“. So auch R.E.M., AdeleElton John und die Rolling Stones.

Das Gute für Trump ist wohl, dass es genug Hits gibt, die wenigstens einmal bei seinen Veranstaltungen gespielt werden können. Zudem mediales Aufsehen, durch unerlaubtes Benutzen von bekannten Lieder, ist trotzdem mediales Aufsehen! Aber vielleicht dürfen wir uns auch weiterhin auf Auftritt von den USA Freedom Kids freuen, welche Songs extra für Donald Trump singen und bei gleichbleibender Qualität wohl eine „Viral-Garantie“ haben.

In diesem Sinne: USA, USA, USA

 

KissBangLove – Bachelor in Kurzfassung?

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Medienkritik, Qualität1 Kommentar »

Nach Formaten wie Sexy Beasts und Adam sucht Eva, kommt ProSieben mit einem neuen Twist: während man bei der einen Sendung von den Kandidaten etwas zu wenig sieht, sieht man bei der anderen deutlich zu viel, doch bei KissBangLove sehen sich die Teilnehmer gar nicht – zumindest nicht in der ersten Runde. Entscheidend für das Weiterkommen ist nämlich bloß der erste Kuss.

Am Donnerstag, dem 11. Februar um 22:30, startete die neue Dating Show, die ProSieben selbst als „die wohl authentischste, ehrlichste und gefühlvollste Dating-Show im deutschen Fernsehen“ beschreibt.

Single Dame Pia, 26, sucht die große Liebe und um sie zu finden, küsst sie sich durch die erste Runde, wobei sie und ihre Kusspartner mit verbundenen Augen ohne jegliche Hintergrundinformationen übereinander, den ersten Kuss als Indikator für eine potenzielle Partnerschaft nehmen. Das ganze Prozedere wird dabei Backstage von Pias zwei besten Freundinnen beobachtet und kommentiert, die von den zwölf Männern einen selbst für ihre partnersuchende Freundin ausgesucht haben, nämlich Philipp, dessen heimlicher Schwarm selbstverständlich Pia ist.

Als wäre das Fremdschämen nicht schon groß genug, folgt auch in der zweiten Runde wilde Knutscherei, nachdem die Männer auf fünf reduziert und die Augenbinden abgenommen werden, um dann in der letzten Runde mit Draufgänger Jan und – wer hätte es gedacht – Träumer Philipp auf ein ‚privates‘ Date zu gehen, wobei privat von einer Fernsehcrew und Tausenden von Zuschauern begleitet, bedeutet. Letzendlich entpuppt sich Philipp als der Auserwählte, was beide Turteltäubchen ziemlich „happy“ stimmt, wie sie in einem Abschlussinterview kundtun.

kbl

Die Qualität der Sendung ist fragwürdig und soll dem Anschein nach der Unterhaltung dienen doch bei den Zuschauern schneidet KissBangLove nicht gut ab. Das Verfolgen des Hashtags zeigt überwiegend negative Kommentare des Publikums, die belustigt Tweets veröffentlichen wie : „Da knutscht sie ein Dutzend Kerle, um am Ende festzustellen, dass sie doch ihren Bekannten nimmt. Alles wie im echten Leben.“ oder „Kiss Bang Love oder auch wie Laienschauspieler ein Podest für Ihr Schlampen-dasein bekommen.

Betont und kritisiert wird die übermäßige Sexualisierung einer eigentlich sehr intimen und persönlichen Sache, nämlich dem ersten Kuss zwischen zwei Menschen, sowie die Degradierung der Hauptkandidatin. Ob es die kurzseitige Internet Prominenz oder tatsächlich die Suche nach der großen Liebe ist, welches die Teilnehmer motiviert, sich für das Eindringen in die „Kusswelt“ zu bewerben, bleibt dem Zuschauer offen. Diese teilen sich eine Meinung und publizieren dies in Form von Kommentaren auf der Facebook Seite von ProSieben öffentlich: die Qualität lässt zu wünschen übrig und erinnert an das niveaupessimistische RTL Format „Der Bachelor„. Grundsätzlich einigt sich die Community allerdings auf eins: die Forderung nach einer sofortigen Absetzung.

Dass die Sendung sich nicht lange im Programm halten wird, ist vorraussehbar, dennoch erreicht ProSieben trotz weniger Niveau genau das, was es ökonomisch anstrebt: Einschaltquoten. Denn nach dem Abgang von Stefan Raab haben sich an vielen Programmplätzen (…) Lücken aufgetan, die es zu stopfen gilt.
Welches neue Dating Format uns Zuschauern danach geboten wird, ist fast schon eine beängstigende Vorstellung. Sicher ist, es wird mit KissBangLove vor allem eins gemeinsam haben: man möchte eigentlich nicht hinsehen, aber wegschauen geht auch nicht.

Most Wanted-Die Medien über Verbrecher

geschrieben von in Internet, Medienkritik1 Kommentar »

Immer häufiger stolpern wir in den letzten Monaten über Schlagzeilen von Terror, Verbrechen und Gewalt, auch bei uns in Deutschland.

Natürlich ist es die Aufgabe der Medien über brisante, aktuelle Ereignisse zu berichten, aber wie viel mediale Aufmerksamkeit sollte dabei den Verbrechern selbst geschenkt werden?

Ein aktuelles Beispiel ist die Veröffentlichung einer Liste der 45 meistgesuchten Verbrecher Europas.
Europol gab vergangenen Freitag nicht nur Namen der Gesuchten heraus, sondern sogar auch Fotos und Steckbriefe dazu.
Diese Veröffentlichung stellt schönes Anschauungsmaterial dar, dem t-online.de beispielsweise eine ganze Foto-Serie mit Steckbriefen widmet:
„Alle 45 Gesuchten zum Durchklicken“

Ausschnitt der Titelseite von t-online.de (30.01.16)

Ausschnitt der Titelseite von t-online.de (30.01.16)

Aber auch Online-Angebote wie Spiegel-online.de, der tagesspiegel, etc. zeigen diese Fotos oder stellen noch zusätzlich Links zur Homepage von Europol bereit.

Was sind die Folgen einer solchen medialen Aufmerksamkeit?
Man sollte sich Gedanken darüber machen, ob ein solcher Medienrummel Verbrechern nicht möglicherweise einen Ansporn geben könnte, es auch in die Liste schaffen zu wollen.

Wieso also bereitet man Schwerverbrechern eine solche Bühne?
Dass der Bürger sich nun selbst auf Schwerverbrecherjagd begeben wird, oder man einen dieser Gesuchten beim Einkaufen wiedererkennen könnte um ihn der Polizei zu übergeben, ist recht unwahrscheinlich.
Ein zentrales Motiv der Medienschaffenden mag vermutlich das Maß an Sensation sein, das der Beitrag dadurch zugewinnt.

Ob solche Veröffentlichungen persönlicher Informationen über Schwerverbrecher nun eine tatsächliche Relevanz für den Normalverbraucher hat, darüber mag es verschiedene Meinung geben. Fakt ist, dass die Frage nach der Wirkung solcher Medienbeiträge nicht unberücksichtigt bleiben sollte.

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Eine Tücke sozialer Medien

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internet und Politik, Medienkritik1 Kommentar »

Der Fall schlug in den letzten Tagen hohe Wellen: ein junger Flüchtling soll angeblich einen Herzstillstand erlitten haben, nachdem er sich durch die Kälte und das lange Warten vor dem Landesamt für Soziales und Gesundheit (LaGeSo) in Berlin eine Mandelentzündung zugezogen habe. Ein ehrenamtlicher Helfer verbreitete diese Nachricht auf seinem Facebook-Profil.

Laut SWR3 soll er auch einer befreundeten Kollegin von diesem Vorfall geschrieben haben, die daraufhin unwissend die Nachricht auf verschiedenen Plattformen weiterverbreitete und eine Kettenreaktion in Gang setzte. Die Lage spitzte sich so weit zu, dass Menschen am LaGeSo Kerzen anzündeten und Trauernachrichten hinterließen.

Selbst auf kritisches Nachfragen des rbb antwortet die Sprecherin der Organisation „Moabit hilft“, Diana Henniges, überzeugt: „Es handelt sich um einen jungen Mann, einen 24-jährigen Syrer.“ „Sie sind sich sicher, dass diese Informationen ihres Helfers auch stimmen?“ „Ich vertraue Dirk Voltz (…). Das sind Leute, die mit uns lange Monate zusammenarbeiten und er wird sich das nicht ausgedacht haben.“

Auch "Moabit-Hilft"-Sprecherin Diana Hennings war von der Richtigkeit des Facebook-Beitrags überzeugt (Quelle: rbb-online.de)

Auch „Moabit-Hilft“-Sprecherin Diana Henniges war von der Richtigkeit des Facebook-Beitrags überzeugt (Quelle: rbb-online.de)

Doch wie sich später herausstellt, ist genau das der Fall. In alkoholisiertem Zustand hatte sich der Helfer die Geschichte ausgedacht und veröffentlicht. Es gibt keinen toten Flüchtling. Womöglich waren ihm die Auswirkungen seines Handelns dabei nicht bewusst, denn der Facebook-Beitrag wurde gelöscht und der Helfer tauchte unter. Nachdem er von der Polizei befragt worden war und sich die Meldung als Fehlinformation herausstellte, schloss sich der Kreis: er entschuldigte sich für sein Handeln via Facebook.

Der Fall zeigt, wie vorsichtig nach wie vor mit ungefilterten Meldungen umgegangen werden muss, die auf sozialen Netzwerken kursieren und für die es keine offiziellen Bestätigungen gibt. Viele Nutzer gehen leichtgläubig mit den dort gebotenen Informationen um. So können sich Fehlinformationen in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit verbreiten. Besonders schwerwiegend sind solche Fälle dann, wenn die Fehlinformationen auch noch von offizieller Seite (z.B. von der Sprecherin Diana Henniges) ohne ausreichende Prüfung bestätigt werden.

Quellen:

SWR3-Hörfunk-Nachrichten (28. Januar 2016)

https://twitter.com/rbbonline?lang=de

http://www.rbb-online.de/politik/thema/fluechtlinge/berlin/2016/01/Reaktionen-erfundener-toter-Fluechtling.html

http://www.bild.de/regional/berlin/fluechtling/mit-diesem-post-redet-sich-der-helfer-raus-44338760.bild.html

http://www.focus.de/politik/deutschland/lageso-bericht-ueber-toten-fluechtling-in-berlin-nicht-bestaetigt_id_5243907.html

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Die unmündige Miss Moneypenny – Das Kinojahr 2015 und der Bechdel-Test

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik, MedienwandelKommentare deaktiviert für Die unmündige Miss Moneypenny – Das Kinojahr 2015 und der Bechdel-Test

Mit 2015 ist vor nunmehr fast einer Woche ein in jedem Falle ergiebiges, spannendes und vor allem abwechslungsreiches Kinojahr zu Ende gegangen. Auf der großen Leinwand sahen wir die Rückkehr des härtesten britischen Agenten aller Zeiten, hörten auch nach Paul Walkers Tod endlich wieder das Quietschen von heißgelaufenen Gummireifen vor exotischen Kulissen und verfielen kurzzeitig in Schnappatmung, als ein kaum gealterter Harrison Ford zusammen mit einem übergroßen Wookie wieder nach Hause fand. Fällt Ihnen etwas auf? Vielleicht ja der kleine und dennoch wichtige Fakt, dass bei dieser in keinem Falle Anspruch auf Vollständigkeit erhebenden Kurzzusammenfassung des vergangenen Leinwandjahres und dessen Highlights von keiner einzigen Frau die Rede ist. Natürlich finden wir bei genauerem Nachdenken schnell einen Gegenbeweis, und zwar in dem in 2015 weltweit kommerziell neunt-erfolgreichsten Film, dem vierten Teil der „Tribute von Panem„-Saga – also genau jenem Film, in dessen Hauptrolle Jennifer Lawrence als Freiheitskämpferin Katniss Everdeen brilliert. Lawrence war es nämlich, die wohl für den größten Skandal, die größte öffentliche Debatte im Filmbusiness des vergangenen Jahres sorgte, als sie als Reaktion auf den Hackerangriff auf Sony Pictures im Sommer und die Veröffentlichung geheimer Vertragsdokumente offen über die ungleiche Gagen-Verteilung von Schauspielerinnen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen sprach (die New York Times berichtete im Oktober).

Mehr als nur Staffage - Weibliche Präsenz in "Mad Max: Fury Road"

Mehr als nur Staffage –  Weibliche Präsenz in  „Mad Max: Fury Road“

Mehr als nur geschminkte Kleiderstangen?

Nun liegt die Vermutung oder gar der Vorwurf nahe, das weltoffene und dynamische Hollywood sei auch im fünfzehnten Jahr des neuen Jahrtausends alles andere als liberal was die Gleichberechtigung der Geschlechter angeht. Ein Einwand, der schon seit Jahrzehnten von verschiedenen Verbänden, Aktivisten, Bloggern und kritischen Privatleuten geäußert wird; Frauen im großen Blockbuster seien Platzhalter, Sexobjekte, letztlich oft nichts weiter als hübsche Kulisse. Eine der lautesten Kritikerinnen dieses vermeintlichen Skandals ist die US-amerikanische Comic-Autorin und Journalistin Allison Bechdel. Ihre ganz eigene und in der Vergangenheit bereits vereinzelt in Medien und Popkultur aufgegriffene Theorie bzw. Methode um herauszufinden, ob ein Film denn nun Frauen als Menschen oder nur als Kleiderstange darstellt – der sogenannte „Bechdel-Test“ – besteht  aus drei essentiellen Fragen an den Film selbst. Diese lauten, denkbar einfach, wie folgt:

1.) Hat der Film mindestens zwei (namentlich genannte) tragende weibliche Figuren?

2.) Führen die weiblichen Figuren eine Unterhaltung miteinander?

3. ) Dreht sich besagte Unterhaltung um etwas anderes als einen Mann?

Bechdel selbst betont immer wieder, dass ein Bestehen oder Nicht-Bestehen des Tests keine Aussage über die Qualität oder den feministischen Gehalt eines Films bedeutet. Viel mehr soll die mit dem Test verbundene Fragestellung und die mit den Jahren daraus erwachsene Datenbank auf ihrer Website  Aufschluss darüber geben, ob überhaupt weibliche Präsenz vorhanden ist, sprich Frauen in irgendeiner Form eine zumindest annähernd mehrdimensionale Rolle einnehmen.

2015 verspricht Besserung – besonders an der Spitze

Nun gestaltet sich der Blick auf das vergangene, mit Blockbustern wie „Jurassic World“ oder dem zweiten Teil von Marvels „The Avengers“ an den Kassen überdurchschnittlich erfolgreiche, Jahr besonders spannend, wendet man diese drei Fragen einmal auf dessen große und vor allem erfolgreiche Streifen an. Dabei zeigt sich relativ schnell: Das Ergebnis bleibt wie in den Jahren zuvor ausbaufähig. Wie die Journalistin Kelsey McKinney im US-Onlinemagazin Fusion darstellte, bestehen mit circa 54% nur knapp die Hälfte der hundert Top-Produktionen 2015 den Test; darunter für manche sicher überraschend auch erst einmal wenig auf Geschlechtergerechtigkeit bedachte Werke wie „Mad Max: Fury Road“, dessen oft in Trailern oder sonstigen Zusammenstellungen etwa im TV hervorgehobene leicht bekleidete Darstellerinnen trotz der deutlich fehlenden Dialoglastigkeit des Werkes weibliche Präsenz weit über ihre Körperlichkeit heraus zeigen.

Dem gegenüber stehen zwei sehr erfolgreiche und mit einer umso größeren Fangemeinde ausgestattete Filme, welche ihre seit Jahren als Erfolgsgarant geltenden Franchises auch im vergangenen Jahr fortzusetzen wussten; zum einen der neueste Teil der „Mission Impossible“-Reihe (‚Rogue Nation‘), zum anderen mit „Spectre“ der lang erwartete und in der Kritik hochgelobte aktuelle James Bond-Film. Stellt man hier Bechdels Fragen an das Drehbuch, so erfüllen diese nur ein (Spectre zeigt mehr als eine tragende weibliche Figur), beziehungsweise gar kein oben aufgestelltes Kriterium. Somit sind jene Produktionen die einzigen der Top 10-Filme 2015, welche den Test nicht bestehen – 2014  und in den Jahren zuvor waren es immerhin noch mindestens doppelt so viele.

Nur einer von drei Bechdel-Punkten: Léa Seydoux in "Spectre"

          Nur einer von drei Bechdel-Punkten: Léa Seydoux in „Spectre“

Lässt sich Emanzipation so messen?

So interessant dieser Befund auch sein mag, gerade im Bezug auf die Unterschiede zwischen den Genres und eine Wandlung in der geschlechtsbezogenen Figurenkonstellation im Popcorn-Kino; wissenschaftlich haltbar dürften weder Bechdels sehr simple und bei dem klassischen, stringenten Filmverlauf entgegengehenden Filmen wie „Gravity“ (2013) nur eingeschränkt anwendbare Theorie, noch die darauf fußende und in erster Linie von Usern generierte, kaum ernsthaft administrativ geprüfte Film-Datenbank sein. Doch das bedeutet wiederum bei weitem nicht, dass der Bechdel-Test sinnlos sei; im Gegenteil. Er lenkt Aufmerksamkeit auf eine durchaus problematische Entwicklung in der Drehbuchentwicklung und Filmrealisierung, nämlich in der Tat die Degradierung der Frau zum sexuellen oder schlicht unmündigen Objekt in bestimmten Hollywood-Genres wie primär an Männer gerichteten Action-Produktionen. So regt er zum Reden, zum Diskutieren an- und selbstverständlich zum Blick in die Zukunft.

So haben immerhin bereits zwei der mit Hochspannung erwarteten Blockbuster des neuen Jahres den Test durchlaufen dürfen: Zum einen Leonardo DiCaprios mysteriöse amerikanische Folklore „The Revenant“ und zum anderen der zweite Western aus der Feder des selbsternannten Frauenverehrers Quentin Tarantino, „The Hateful Eight“. Wer möchte, darf als Kinogänger also auch 2016 weiterhin mit Bechdels essentiellen drei Fragen den Popcorn-Beutel konzentriert bei Seite stellen – und zwar nicht bloß als weiblicher.

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Die Golden Globes unter der Lupe

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Am 10. Januar ist es wieder soweit. Die zweitgrößte Film- und Fernsehpreisverleihung der USA findet im Beverly Hilton Hotel in Beverly Hills statt und läutet somit die letzte Runde im jährlichen Oscar-Rennen ein. Doch obwohl die Golden Globes in der Filmbranche nur von eben jenen Oscars und in der Fernsehbranche nur von den Emmys überstrahlt werden, gibt es auch immer wieder Stimmen, die die Existenz dieser Zeremonie kritisch sehen.

Die Entscheidungsträger

1944 wurden sie zum ersten Mal vergeben – die Golden Globes. Damals zwar noch ohne Gold oder Kugeln für die Gewinner, stattdessen nur mit Schriftrollen, doch jeder fängt klein an. Was aber schon zu jener Zeit die Globes von anderen Preisverleihungen unterschied, waren die Abstimmungsberechtigten. Während sich bei den Academy Awards oder den später ins Leben gerufenen Emmy Awards, Grammy Awards (Musik) und Tony Awards (Theater) stets die jeweilige Unterhaltungsindustrie selbst ehrte und beschenkte, hatten bei den Globes seit jeher einzig Mitglieder der HFPA eine Stimme. HFPA steht für Hollywood Foreign Press Association und ist ein Zusammenschluss von ungefähr(!) 90 Journalisten, die außerhalb der US-Medien publizieren und weitestgehend der Qualitätskategorie Bunte angehören. Sofern sie überhaupt irgendeiner Kategorie zuzuordnen sind. Denn Informationen über die Mitglieder sind nicht in jedem Fall leicht zu finden, was in unserem Zeitalter und angesichts ihres angeblichen Berufes etwas befremdlich wirkt. Dieser Eindruck weitet sich auch auf die Golden Globes aus, je mehr man sich mit ihnen und ihren Herausgebern beschäftigt.

Die Vorzüge eines Entscheidungsträgers

It’s a meaningless event. The Hollywood Foreign Press Association is kidding you that something’s happening. They’re fucking ridiculous. There’s nothing going on at all. It’s 90 nobodies having a wank. Everybody’s getting drunk, and everybody’s sucking up to everybody.„, urteilte bereits 2014 der britische Schauspieler Gary Oldman in einem Interview. Und in der Tat scheint diese Preisverleihung ausschließlich dem individuellen Wohlergehen der HFPA-Mitglieder zu dienen. Zum einen durch die Möglichkeit in alkoholisierter Atmosphäre echte Stars zu umarmen, zum anderen durch die Entlastung des eigenen Geldbeutels, z. B. durch das Annehmen großzügig angebotener Geschenke, für die man sich nicht einmal persönlich bedanken muss. Das lässt sich bequem auf dem Stimmzettel erledigen wie im Fall Sony aus dem Jahr 2010. Darüber hinaus bietet sich für die „Journalisten“ die einmalige Gelegenheit Nachrichteninhalte zu erschaffen, statt nur über sie zu schreiben. Oder zumindest das eigene Ego dafür zu streicheln, während der Rest der Welt an einer Berichterstattung arbeitet. So kann man immerhin für Überraschungssieger oder – verlierer sorgen. Man kann dem medialen Hype um einen Film oder eine Person durch einen Sieg nochmals Rückenwind verleihen. Oder man engagiert einen Comedian als Moderator, dessen generelles Auftreten erhöhtes Schlagzeilenpotenzial bietet – nicht nur während, sondern auch schon im Vorfeld der eigentlichen Verleihung. Aber selbst wenn die Witze ausbleiben, besteht immer die Chance, die eine oder andere Information aufzuschnappen, die vom Alkohol ans Tageslicht gespült wurde, auch wenn es sich nur um ein heimliches und dennoch beobachtetes Händchenhalten handeln sollte. Einen netten Dreizeiler ist es sicher wert und irgendwo wird es irgendjemanden interessieren.

 

 

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Polen verabschiedet umstrittenes Mediengesetz

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Medien und Politik, Medienkritik, Medienwandel, Nachrichten1 Kommentar »

Ein Kampf um die Meinungsvielfalt in den öffentlich-rechtlichen Medien und die Zukunft der kommerziellen Medien

Seit der Parlamentswahl im Oktober 2015 verfügt die  nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (“PiS”) über die absolute Mehrheit im Warschauer Parlament und verabschiedet seitdem im Eiltempo eine Reihe umstrittener Gesetze, die den polnischen Staat reformieren sollen.

Die neue nationalkonservative Regierung Polens: Ministerpräsidentin Beata Szydlo,  PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski und sein Vize Ryszard Terlecki    © dpa

Mitte Dezember wurde zunächst das alte Verfassungsgericht als Hüterin der Demokratie entmachtet. Die Arbeit der Verfassungshüter wird damit neu geregelt und erheblich erschwert. Die Regierung bestimmte bereits fünf neue Verfassungsrichter und löste damit eine Welle der Kritik von Opposition,  Medien und ausländischen Politikern aus.

Zum Jahreswechsel wurde im Eilverfahren ein neues Mediengesetz verabschiedet, dass die Säuberung der öffentlich-rechtlichen Medien und des Beamtenapparats erleichtern soll. So wird es der rechtskonservativen Regierung nun möglich sein, Direktoren der öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosender zu berufen, die Zahl der Kontrollratsmitglieder der Stationen zu begrenzen und die Mandate der derzeitigen Amtsträger zu beenden.

Außenminister Waszczykowski: „Wir wollen lediglich unseren Staat von einigen Krankheiten heilen, damit er wieder genesen kann.” © REUTERS

„Wir wollen lediglich unseren Staat von einigen Krankheiten heilen, damit er wieder genesen kann“,  sagte Polens Außenminister Witold Waszczykowski der “Bild“-Zeitung. Bei den Medien sei unter der Vorgänger-Regierung ein bestimmtes linkes Politik-Konzept verfolgt worden. „Als müsse sich die Welt nach marxistischem Vorbild automatisch in nur eine Richtung bewegen – zu einem neuen Mix von Kulturen und Rassen, eine Welt aus Radfahrern und Vegetariern, die nur noch auf erneuerbare Energie setzen und gegen jede Form der Religion kämpfen.” Das habe mit traditionellen polnischen Werten nichts zu tun, so Waszcykowski.

Kurz nach Verabschiedung des Gesetzes folgte eine Rücktrittswelle im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Direktoren von vier Programmen des öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TVP reichten ihren Rücktritt ein. Damit wollten sie offenbar ihrer Entlassung zuvorkommen, die sie durch das neue Mediengesetz befürchteten.

Nicht nur internationale Journalisten- und Medienorganisationen hatten das Gesetz scharf kritisiert. Auch EU-Kommissar Günther Oettinger sieht in Polens neuem Mediengesetz Gefahren für die Pressefreiheit.

Günther Oettinger: „Ein Intendant darf nicht ohne Angabe von Gründen entlassen werden. Das wäre Willkür.“ © dpa

Eine EU-Kommission beschäftigt sich am 13.Januar bei ihrer 1. Sitzung im neuen Jahr über die Lage in Polen. Sie sieht durch die Eingriffsmöglichkeiten der Regierung die Unabhängigkeit der Medien bedroht. Die geplante Beratung ist die Vorstufe zu einem  Prüfverfahren, das die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit durch die Mitgliedstaaten überwachen soll.

„Es spricht viel dafür, dass wir jetzt den Rechtsstaatsmechanismus aktivieren und Warschau unter Aufsicht stellen“, sagte der für Medienpolitik zuständige EU-Kommissar Günther Oettinger der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Der Rechtsstaatsmechanismus der EU wurde 2014 eingeführt und sieht einen verstärkten Dialog mit einem Mitgliedsland vor, wenn die EU-Kommission Verletzungen der Rechtsstaatlichkeit befürchtet. Wenn das Mitglied nicht auf Änderungswünsche der Kommission reagiert, droht ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen europäische Grundwerte. Bei „schwerwiegender und anhaltender Verletzung“ der im EU-Vertrag verankerten Werte kann in letzter Konsequenz das Stimmrecht des Landes bei Ministerräten und EU-Gipfeln entzogen werden. Weil diese Sanktion so hart ist, kam sie bislang nicht zum Einsatz. Diplomaten sprechen von einer „Atombombe“.

Tagesschau vom 03.01.2016 20:15 Uhr: EU Kommission droht Polen wegen Mediengesetz mit Aufsicht

 

Quellen:

http://www.tagesschau.de/thema/mediengesetz/

http://www.welt.de/politik/article150505395/Parlament-verabschiedet-umstrittenes-Mediengesetz.html

http://www.tagesspiegel.de/politik/polen-das-mediengesetz-und-die-eu-polens-aussenminister-gegen-welt-aus-radfahrern-und-vegetariern/12784944.html

http://www.tagesspiegel.de/politik/protest-gegen-mediengesetz-ruecktrittswelle-im-polnischen-rundfunk/12783122.html

http://www.welt.de/politik/ausland/article150570603/Ist-Polen-fuer-euch-nur-Lieferant-billiger-Arbeiter.html

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Facebook will mehr

geschrieben von in Internet, Medienkritik, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Facebook ist der Inbegriff für social media und allgegenwärtig. Und das nicht erst seit 2015, doch in diesem Jahr nehmen die Nutzerzahlen erneut zu, bis zu 1,5 Milliarden Menschen weltweit benutzen Facebook. 2015 war ein sehr starkes Jahr mit vielen neuen und erfolgreichen Veränderungen. Doch Marc Zuckerberg reicht das nicht. Er möchte mehr in den nächsten Jahren, mehr für Facebook.

Das Internet und insbesondere Facebook soll in Entwicklungsländern ausgebaut werden und dort Milliarden Menschen erreichen, welche derzeit noch nicht online sind. Aktuell gibt es in diesen Ländern von Facebook die kostenlose Internet Initiative Internet.org, in welcher ein veränderter Facebook-Service und andere Online-Dienste vertreten sind. Doch dies nutzen noch nicht genug Menschen, teils aus  Unwissenheit oder mangelnde Netzverbindungen. Genau diesen Ursachen möchte Facebook in Zukunft entgegen wirken und zunehmend mehr Menschen Zugang verschaffen.

 

(Quelle: ntv.de)

Des Weiteren wird die Nutzungsvielfalt von Facebook und seinen Diensten verbessert. In den USA besteht bereits die Funktion zum Bezahlen und Überweisen kleiner Geldbeträge an Freunden sowie die Option eines Videochats. Nun wird dies ausgebaut, mit dem Ziel, einen Assistenten für den Alltag mit dem Facebook Messenger zu erreichen. Es soll beispielsweise möglich sein, einen Tisch zu reservieren, ein Reiseziel spontan auszuwählen und direkt zu buchen.

Ob all diese Aspekte nun zwingend notwendig sind, ist natürlich Ansichtssache. Doch die Vorhaben zeigen auf, dass Facebook noch lange nicht still liegt in der eigenen Entwicklung und für alle Lebensbereiche weltweit genutzt werden möchte. Gleichzeitig ist es eine enorme Chance für alle Entwicklungsländern, in welche Facebook die Vernetzung weiter ausbauen möchte. Dort können die Menschen dann hoffentlich mehr von der Welt und ihrem eigenen Land erfahren.

Meiner Meinung nach sollte jedoch Facebook in Zukunft auch in andere Bereiche investieren. Beispielsweise in die Verbesserung von Datenschutz. Oder in eine schnellere Entfernung von rassistischen, beleidigenden und ausländerfeindliche Äußerungen.

 

Quelle

 

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Wie der journalistische Berufsstand durch seichte Nachmittagsunterhaltung demontiert werden kann

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Medienkritik1 Kommentar »

Mit dem Ansehen von Journalisten ist es in Deutschland nicht weit her, das belegen verschiedenste Studien immer und immer wieder. Die Reader’s Digest Studie Trusted Brands von 2015 ergab, dass lediglich 26% der über 6000 Befragten Journalisten für vertrauenswürdig halten. Das Online-Magazin Telepolis der Nachrichten-Website des Heise-Verlages wagt in einem Artikel vom September 2015 eine tiefer gehende These: gerade das öffentlich-rechtliche Fernsehen trage dazu bei, dass der Berufsstand so unbeliebt sei. Die Art, wie Journalisten in der ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“ bei der Arbeit gezeigt werden, kann diese Aussage nur unterstützen.

Die Telenovela läuft seit 2005 täglich im Ersten. Journalisten und ihre Tätigkeit spielen im Handlungsablauf immer wieder eine Rolle. So auch wieder in den Folgen vom 28. Und 29. Dezember 2015. Das Geschehen: um ihren Gegenspielern zu schaden, gibt die Intrigantin Beatrice Hofer Halbwahrheiten und Fehlinformationen an die Presse weiter, die sie aus einem belauschten Gespräch entnimmt. Am nächsten Tag ist ein Artikel mit reißerischer Schlagzeile in der fiktiven „Rosenheimer Allgemeine Zeitung“ zu finden, der die Geschädigte in Misskredit und Verruf bringt.

In der fiktiven Serie genügt ein anonymer Anruf bei der Presse für solche Artikel. Quelle: http://www.daserste.de/unterhaltung/soaps-telenovelas/sturm-der-liebe/videos/folge-2370-das-darts-turnier-100.html

In der fiktiven Serie genügt ein anonymer Anruf bei der Presse für solche Artikel. Quelle: http://www.daserste.de/unterhaltung/soaps-telenovelas/sturm-der-liebe/videos/folge-2370-das-darts-turnier-100.html

Von der Sendung, die auch ansonsten gerne mal mehr als haarscharf an der Realität vorbei spielt, wird ein fragwürdiges Bild von journalistischer Arbeit vermittelt. Im genannten Beispiel reicht ein einfacher Anruf an die Presse aus, um einen großangelegten Artikel zu lancieren, der einer Einzelperson schadet. Von Sorgfalt bei der Recherche ist keine Spur: statt die Vorwürfe eingehend zu prüfen, bezieht sich der Journalist auf eine einzelne Quelle.

Journalismus funktioniert bei "Sturm der Liebe" vor allem durch Bestechung und andere unlautere Mittel. Quelle: http://www.daserste.de/unterhaltung/soaps-telenovelas/sturm-der-liebe/sendung/folge-2353-102.html

Journalismus funktioniert bei „Sturm der Liebe“ vor allem durch Bestechung und andere unlautere Mittel. Quelle: http://www.daserste.de/unterhaltung/soaps-telenovelas/sturm-der-liebe/sendung/folge-2353-102.html

Bereits Anfang Dezember wurde bei „Sturm der Liebe“ eine Geschichte gezeigt, bei der eine Journalistin abwartete, bis eine junge Frau betrunken war, um ihr Hintergrundinfomationen zu entlocken und später einen reißerischen Artikel darüber zu schreiben, der ein falsches Bild von der jungen Frau zeichnete.

So wird in der Sendung regelmäßig die Tätigkeit von Journalisten in ein unseriöses, schlechtes Licht gerückt. Auf Dauer betrachtet bleibt bei den rund 2 Millionen Zuschauern sicherlich eine Menge hängen, wodurch sich eine negative Meinung festigt, vor allem dann, wenn man sich ansonsten nicht viel mit Journalismus auseinandersetzt. Auf jeden Fall wird jedoch die Darstellung der eigentlichen journalistischen Grundaufgabe, der Wahrung der Demokratie, nicht gerecht, im Gegenteil: man muss sich kaum mehr wundern, warum Journalisten in Umfragen und Statistiken so schlecht wegkommen.

Weitere Quellen:

http://www.deutschlandfunk.de/politischer-journalismus-in-deutschland-zweifelhafte-macht.1310.de.html?dram:article_id=324655

http://meedia.de/2014/10/01/nur-werber-versicherer-und-politiker-schlechter-journalisten-in-der-vertrauens-krise/

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