Der Schwarze Spiegel unserer Zeit

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Internet, Medien und Politik2 Kommentare »

Die heutige Gesellschaft wird oft als “Mediengesellschaft” definiert. Die Wissenschaftler von ganz unterschiedlichen Bereichen führen zahlreiche Argumente oder Beispiele dafür an. Aber hat jemand die Menschen mal gefragt ob sie sich wirklich Mediengesellschaftsmitglieder fühlen?
Menschen haben die Medien geschaffen. Haben sie wirklich darüber Macht oder umgekehrt?

Die neue britische Fernsehserie “The Black Mirror” (Der Schwarze Spiegel) von Charlie Brooker (4) beschäftigt sich mit der modernen “Technikparanoia” und zeigt den Zuschauer das Leben der heutigen Tagen oder der nahen Zukunft (etwa 10-20 Jahre später als jetzt). Der Regisseur erklärt den Titel metaphorisch, dass der schwarze Spiegel jeder Bildschirm von einem Handy, Fernseher, Laptop oder Tablett sein kann. Was sieht man da? – bleibt noch die Frage. Wir sind oft sicher, dass wir unabhängig von den technischen Geräten, sozialen Netzwerken, TV-Programmen usw. sind. Herr Brooker äußert in seinem Interview der Zeitung “The Guardian” die folgende Stellungnahme: “If technology is a drug – and it does feel like a drug – then what, precisely, are the side-effects? This area – between delight and discomfort – is where Black Mirror, my new drama series, is set.” (3)
Jede der 2 veröffentlichten Staffeln besteht aus 3 Episoden, die erzählen unterschiedliche Geschichten. Die Helden und Schauplätze sind jeweils andere, so die “Bindfäden” zwischen Episoden sind die Medien in voller Schönheit. Macht des Fernsehens über prominente Politiker in Großbritannien oder eine Trickfigur, die selbst zum Politiker wird durch die allgemeine Beliebtheit; Unbegrenzte Möglichkeiten der neusten Geräten und PC-Programmen, die menschliche Erinnerungen erfrischen oder beseelen; TV-Show als Teil des Strafvollzugssystems; Medien als illusorisches Propagandamittel… und diese sind nur einige Aspekte, die in diesem Miniserie umfasst werden.
Manche Episoden sind provokativ und schockierend, die anderen sind mehr noch übertrieben.
Aber ist das Abbild im Zerrspiegel immer falsch? Was sieht ihr gerade auf dem schwarzen Spiegel eures Bildschirms?

Quellen und weitere Links:

1) http://www.channel4.com/programmes/black-mirror/ (abgerufen am 13. Mai 2013)
2) http://www.channel4.com/info/press/programme-information/black-mirror (abgerufen am 13. Mai 2013)
3) http://www.guardian.co.uk/technology/2011/dec/01/charlie-brooker-dark-side-gadget-addiction-black-mirror (abgerufen am 13. Mai 2013)
4) http://en.wikipedia.org/wiki/Charlie_Brooker (abgerufen am 13. Mai 2013)

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Opfer der Mediengesellschaft oder 17,98 für die Luft

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Für allen soll es schon klar sein, dass hier geht es um den Rundfunkbeitrag. Und das Gesetzt, das von Anfang an als Entlastung dienen sollte, ist für einige Leute eine große Belastung.  Alle müssen den Beitrag zahlen egal wo sie wohnen und welche Rundfunkgeräte (egal ob überhaupt irgendwelche) sie haben. Ja, eine super Idee des Beitragsservices um Zeit für die Überprüfung zu sparen und mehr Geld kassieren: „Aus Düsseldorf wird eine Erhöhung von 20.000 auf 150.000 oder 200.000 Euro pro Jahr gemeldet, aus Stuttgart eine von 67.000 auf 150.000, aus München ein Anstieg von 60.000 auf 350.000 Euro.“(das ist nur von Kommunen) 1

Vorher musste man den Beitrag pro ein Rundfunkgerät zahlen, und für einige große Familien das war richtige Belastung.  (Aber wenn eine Familie 3 Fernsehen, 2 Laptops und 3 Radios erledigen kann, muss auch in Zustand sein einen Beitrag zahlen!) Jetzt ist es egal wieviel Rundfunkgeräte man hat.  Was hier besonders einfällt– das Computer, Laptop und sogar Smartphone sind auch Rundfunkgeräte. Ja, klar, man kann auch mithilfe eines Smartphones Radio hören usw. aber man muss das nicht unbedingt tun, es wird nicht mit diesem Ziel gekauft. In eine Mediengesellschaft muss man jetzt zahlen nicht nur für Dienstleistungen und Waren, aber auch für die MÖGLICHKEIT etwas benutzen, sehen oder hören. Und was ist mit den Leuten die gar keine Fernsehens, Radios, Laptops oder kein Internetzugang und Smartphones haben?! Ja, solche existieren auch, aber leider nicht für ARD, ZDF Beitragsservice. Die Losung lautet: „Einfach für alle“. So einfach ist es leider nicht. Beitragsservice fordert den Beitrag von Bürgern, deren Einkommen unter dem Existenzminimum liegt (mehr darüber 2 ).

Jetzt kommt die Frage wofür wir eigentlich zahlen müssen. ARD, ZDF Beitragsservice gibt keine richtige Erklärung. Jetzt kassiert das Beitragsservice viel mehr Geld als GEZ früher, und was passiert mit dem Geld? Das ist auch eine interessante Frage. Ich hätte nichts dagegen wenn die Gesetzänderung zu einer besseren Qualität des Fernsehens und Radios führte. Wenn es wenige Werbung  und mehr erkenntnisreiche Sendungen gäbe, das würde ich gerne bezahlen.  Hat aber jemand die Veränderungen bemerkt?  Die einzige Veränderung ist nur das: einige,  die schon haben,  bekommen noch mehr und andere müssen das Letzte abgeben. So ist die moderne Mediengesellschaft—viele Möglichkeiten und sehr wenig Menschlichkeit.

 

1.Hanfeld, Michael: Rundfunkbeitrag. Elfmal mehr für die Kitas. FAZ.net.  31.01.2013. http://www.faz.net/aktuell/rundfunkbeitrag-elfmal-mehr-fuer-die-kitas-12046235.html (abgerufen 13.05.2013)

2. Hanfeld, Michael: Rundfunkbeitrag. Alle müssen zahlen. Ganz einfach. FAZ.net.   12.04.2013 http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/rundfunkbeitrag-alle-muessen-zahlen-ganz-einfach-12147046.html (abgerufen 13.05.2013)

 

 

Mit der Kanzlerin über Integration “plaudern”

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In der virtuellen Welt ist Angela Merkel keine Anfängerin: Ihr Sprecher Steffen Seibert twittert und Angela Merkel gibt schon regelmäßig mit Podcasts Statements ab. Nun ist die Kanzlerin noch viel digitaler unterwegs. Am Freitag, 19. April, hatten sechs Bürger die Möglichkeit mit Angela Merkel im Videochat über Integration zu sprechen.
Jetzt folgt sie anderen großen Persönlichkeiten, wie Barack Obama, der hatte als einer von vielen schon vorher zum Videochat mit der Bevölkerung eingeladen. Möglich macht das Gespräch ein sogenanntes „Hangout“ von Google. Mehrere Personen können eine Videokonferenz halten und diese kann dann live im Internet verfolgt werden.

Der Videochat mit der Kanzlerin ist nicht zu vergleichen mit einem Chat mit Freunden. Sechs Teilnehmer wurden vorher ausgewählt und auch die Gesprächsthemen und -fragen sind vorher abgesprochen. Spontanität ist das nicht und somit verläuft das Gespräch etwas gestellt und schleppend.
Sicherlich eine tolle Idee, aber ob man das ganze „Bürgergespräch“ nennen kann, wie Merkels Sprecher vorher ankündigte bleibt sichtlich fragwürdig. Viel eher ist der Live-Chat als Experiment zu sehen: Die Kanzlerin ist online, modern und innovativ. Die Videokonferenz schreit gerade zu nach einer Interpretation dieser Art.

Eine leichte Auflockerung gab es in dem faktenreichen einstündigen Chat zum Thema Integration allerdings. Wie immer, wenn alles durchgeplant ist und funktionieren soll, macht die Technik einen Strich durch die Rechnung. Ein Videochatteilnehmer ist für alle Teilnehmer plötzlich nicht hörbar. Da zeigt sich wieder einmal, dass selbst bei der Kanzlerin nicht alles reibungslos ohne Pannen funktioniert und Angela Merkel bleibt trotz dem technisch sprachlosen Gesprächspartner sichtlich locker und strukturiert
Ob man nun angetan sein kann von der Initiative im Netz, das kommt ganz auf den Geschmack an. Schließlich rückt eine große Internetplattform in den Vordergrund und bei solch einer Aktion könnte man behaupten, dass der Wahlkampf sich in Zukunft auf interaktive Netzwerke und die Online-Welt verlagern könnte. Das kann vielen, vor allem älteren oder sozial benachteiligten Bürger den Zugang zu wichtigen Informationen und Debatten verwehren. Fördert das nicht eher Bürgerferne als -nähe?

Trotzdem kann das Engagement und der Versuch gelobt werden. Nachdem der Papst auch online seine Botschaften verbreitet und die Kanzlerin die großen Möglichkeiten des Internets ausprobiert, da wird wieder einmal klar, wie wichtig das Internet, nicht nur für die deutsche Bevölkerung, geworden ist.

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Quellen:
Wittrock, Philipp (2013): Kanzlerin im Google-Hangout: “Die Technik soll sich mal bemühen”, in: Spiegel Online, URL: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/merkel-diskutiert-im-google-hangout-ueber-integration-a-895363.html (Erscheinungstag: 19.4.13), [20.4.13].

Twitter-Account Steffen Seibert: https://twitter.com/RegSprecher.

Die Bundesregierung (2013): Die Kanzlerin im Gespräch. Die Herzen erreichen. URL:  http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundeskanzlerin/Hangout/hangout_node.html. (Erscheinungtag: 19.4.13), [20.4.13].

Information von dpa (2013): Digitales Kamingespräch mit der Kanzlerin. URL: http://www.rundschau-online.de/politik/videochat-digitales-kamingespraech-mit-der-kanzlerin,15184890,22535386.html, (Erscheinungstag: 19.4.13), [20.4.13].

Raab talkt sich ins Kanzlerduell

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Stefan Raab kann alles, weiß alles und ist sich für nichts zu schade. Seit Ende letzten Jahres und dem Start seiner Polittalkshow „Absolute Mehrheit“, dessen zweite Ausgabe gestern auf Pro7 ausgestrahlt wurde, darf sich der Entertainer nun also auch „Politiktalkmaster“ in seinen Lebenslauf schreiben. Direkt unter „Wok-Rennfahrer“, „Synchronspringer“ und „Autoball-Pilot“.

 

Vergangene Woche sorgte Raab im Politikbetrieb dann erst recht für erhöhte Aufregung und daran war nicht einmal seine umstrittene Talkshow Schuld. Raab hat nämlich bereits das nächste große Ding im Visier: Die Moderation des Kanzlerkandidatenduells im Vorfeld der Bundestagswahl im kommenden September. Ins Gespräch gebracht hatte ihn dazu kein geringerer als Edmund Stoiber, seines Zeichens Beiratsmitglied von Pro7Sat1 und selbst ehemaliger Kanzlerkandidat der CDU/CSU-Fraktion. Stoiber gab im Interview mit dem Spiegel (7/2013) zu Protokoll dass sich Pro7Sat1 überlege, Raab als Moderator ins Duell zu schicken um ein jüngeres Zielpublikum ansprechen zu können und somit der Politikverdrossenheit der jungen Bundesbürger entgegenzuwirken. Raab selbst griff den Vorschlag prompt auf und ließ gewohnt selbstbewusst verlauten, dass er sich dieser Aufgabe gewachsen sieht und seine Teilnahme plane.

Das Medienecho auf diese Nachricht war enorm und fand auch in der Politik seinen ebenso erwartbaren wie umstrittenen Nachhall. Insbesondere SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück machte dabei einmal mehr keine glückliche Figur, indem er sich erst vehement gegen eine Beteiligung Raabs aussprach („Politik ist ein ernstes Geschäft und keine Unterhaltungssendung“ (Süddeutsche, 13.02.)) nur um nicht einmal 48 Stunden später eine verbale Rolle rückwärts hinzulegen mit dem Statement „Raab zu akzeptieren, wenn auch Angela Merkel einverstanden sei“. Ist sie, und lässt ihren Widersacher damit einmal mehr wie ein Fähnchen im Wind dastehen, ohne selbst einen Finger krumm gemacht zu haben.

 

Raab dagegen konnte kaum etwas besseres passieren als die jetzige Aufregung und der Trubel um die Glaubwürdigkeit seiner politischen Ambitionen. Eine bessere Werbung für seine „Absolute Mehrheit“ hätte er sich kaum wünschen können.

Gestern Abend war dann Showtime, wenn man so will die Feuerprobe für den frischgekürten Talk-Prinzen. Und siehe da, auch ein Stefan Raab ist steigerungsfähig angesichts der zum Teil herben Kritik an seiner Premierensendung im vergangenen November. Der Entertainer wirkte ausgeruht und spritzig, hakte an den richtigen Stellen nach und hatte sich diesmal sogar erstaunlich gut auf seine Gäste – eine Damenrunde bestehend aus Nachwuchskräften von CSU, Linkspartei, FDP und Grünen plus Musiker Oli Schulz als „interessierter Wutbürger“- vorbereitet („Ich hab mal ein bisschen über sie alle rumgegoogelt.“). Seine Gäste dankten es ihm mit einer munteren und offensiv geführten Diskussion, die dem zeitgleich in der ARD laufenden „Günther Jauch“ spielend die Stirn bot. Feuerprobe bestanden, das Kanzlerduell kann kommen.

 

 

 

Quellen:

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Der Spiegel (07/2013): „Raab ins Kanzlerduell“ (S. 32f)

Der Spiegel (08/2013): „Wadde hadde dudde da?“ (S.23)

Sueddeutsche.de (13.02.2013) „Steinbrück lehnt Raab als Ko-Moderator ab“ <http://www.sueddeutsche.de/medien/tv-duell-steinbrueck-lehnt-raab-als-ko-moderator-ab-1.1599103> (Abruf: 18.02.2013)

Sueddeutsche.de (15.02.2013) „Steinbrück will Raab doch als Ko-Moderator“

<http://www.sueddeutsche.de/medien/tv-duell-vor-bundestagswahl-steinbrueck-will-raab-doch-als-ko-moderator-1.1600929>

 

Nomen est omen

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Byzanz ist Konstantinopel ist Istanbul… Zarizyn ist Stalingrad ist Wolgograd ist Stalingrad?1
Viele Namen kannte die Stadt zwischen Don und Wolga, die seit der Antike ihren Status als wichtiger Verkehrsknotenpunkt innehat. Geschichtsträchtig wurde sie im Herbst 1942 als Schauplatz der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Wehrmacht und Rotarmisten und Massengrab von 700.000 (nach anderen Schätzungen über 1 Mio.) Menschen. Ihre Bedeutung rangiert irgendwo zwischen Wendepunkt im Krieg, Mahnmal und ewigem Mythos.2
Zum 70. Gedenktag der Schlacht durfte Wolgograd nunmehr für den Zeitraum der Feierlichkeiten auf seinen ehemaligen Namen Stalingrad hören. In den Augen Russlands ein Zeichen für “Patriotismus und Unbesiegbarkeit”, in den Augen von Menschenrechtlern ein Grund zur Empörung.3

Und bevor man fast geneigt ist, sich in das weite und unüberschaubare Feld der moralischen Implikationen, den Debatten um Heroisierung und der historischen Verklärung Stalins zu begeben, verbuchen wir das Ganze doch einfach in der Kategorie im Osten nichts neues. 

Viel interessanter erweist sich an dieser Stelle der saarländische Zwist um die Bezeichnung der Hermann-Röchling-Höhe4, die ihren Namen dem besagten antisemitischen Kriegsverbrecher und Großindustriellen zu verdanken hat.
Wie genau sich die Fehde aus Ereiferern und Enthaltungen in der kommunalen Politik darstellte, soll an dieser Stelle vernachlässigt werden. Resultat des Streits ist indes die Umbenennung des Stadtteils in “Röchling-Höhe” (ohne Hermann) dank des Votums von CDU, SPD und FDP.5

Stichwort: Röchling und Völklinger Hütte … war da nicht so etwas mit Zuckerbrot und Peitsche? Nur was am Kompromissvorschlag des Völklinger Stadtrats vergangenen Donnerstag ist jetzt Zuckerbrot und was ist Peitsche?

Quellen (letzter Abruf: 3.2.2013)

1. http://www.focus.de/politik/ausland/umstrittene-gedenkaktion-in-russland-wolgograd-soll-kurzzeitig-wieder-stalingrad-heissen_aid_910147.html
2. http://www.zeit.de/2012/51/Ausstellung-Stalingrad-Dresden
3. http://www.tagesschau.de/ausland/stalingrad152.html
4. http://m.faz.net/aktuell/politik/inland/ns-vergangenheit-im-saarland-nur-roechling-ohne-krieg-12043334.html
5. http://www.sr-online.de/sronline/sr3/roechling_umbenennung_landesregierung_stadtrat_voelklingen100.html

Sexismus im Alltag

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Die Sexismus-Debatte rund um Brüderle reist nicht ab. Am Mittwoch waren wieder einmal Anne Witzorek (Auslöserin der Twitter #Aufschrei Aktion) und Nicole von Horst (Bloggerin)  zu Gast bei einer Fernsehsendung. Diesesmal war es bei SternTV. Dort erläuterten die beiden Frauen noch einmal ihre Meinung zum Thema Sexismus. Da ich bereits zahlreiche Talkrunden mit Anne Witzorek (unter Anderem Günther Jauch ) gesehen hatte, war ich besonders gespannt auf den zweiten Gast Nicole Horst. Nach dem zweiten Satz war ich allerdings stark dazu geneigt einfach umzuschalten. Während die meisten Disskusionen über Sexismus am Arbeitsplatz gingen, brachte Steffen Hallaschka  eine interessante Wendung. Was ist mit einfachen Komplimenten? Ist das Sexismus? Oder ein Flirt in der Disco? Nicole von Horst’s Antwort war klar, ”Ja, weil die Frau in dem Moment zum Objekt degradiert wird”. Auf die Frage, ob es beim Mann dann auch Sexismus wäre meinte sie lächelnd, dass das nicht zu vergleichen sei, da die Frau immer in einem Machtgefälle gefangen wäre, der Mann aber nicht. Frauenrechtlerin hin oder her, aber wo ist dort der Unterschied? Können Frauen sich nicht genauso sexistisch über Männer äussern? Es besteht kein Zweifel darin, dass Frauen sexistischen Äußerung im allgemeinen häufiger ausgesetzt sind als Männer , allerdings ist es nicht ganz so drastisch wie es zur Zeit in den Medien vermittelt wird. Wenn eine Frau in eine Bar geht und sich aufreizend anizeht, dann spielt sie doch mit ihren Reizen und weiss, dass sie so ihre Getränke finanzieren kann. Wenn die Männerwelt dann darauf reagiert, ist das doch kein Sexismus. Im Allgemeinen ist die Sexismus Debatte vielleicht wirklich hilfreich, dann aber zu argumentieren, dass die Frau ein Opfer der Gesellschaft ist halte ich für sehr weit hergeholt. Ich für meinen Teil kann mich gegen lässtige Anmachsprüche sehr gut wehren. In einem Arbeitsverhältnis mag das was Anderes sein, im Alltag jedoch halte ich diese Debatte für übertrieben. Anstelle von Frau von Horst würde ich den Frauen lieber raten, sich ihrem Auftreten bewusster zu werden, anstatt sich auf die Empathie der  Männer zu verlassen. Vorallem, wenn es sich um einen Discobesuch handelt.

 

 

Quellen:

SternTV.Die Wut über die ganz alltägliche Belästigung. 30.01.2012.http://www.stern.de/tv/sterntv/diskussion-um-sexismus-die-wut-ueber-die-ganz-alltaeglichen-belaestigungen-1962190.html

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Über die Verantwortung des Journalisten

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Es mag für eine Sekunde gewesen sein, dass man im vergangenen Jahr nicht aufgepasst hat und plötzlich schienen sich die Ereignisse im Gazastreifen regelrecht zu überschlagen – eingeschlossen ihrer todbringenden Konsequenzen.1 Ein Militärschlag der israelischen Luftwaffe zur gezielten Tötung des Militärchefs der Hamas bildete hierfür den Ausgangspunkt und öffnete das “Tor zur Hölle”.2

Hierzu Stellung zu beziehen, erweist sich als hochdiffizile Aufgabe und zumindest aus deutscher Sicht hat Zurückhaltung oberste Priorität. Nicht zuletzt war es die Kanzlerin, die das Wohl Israels weniger als reine Pflicht, denn als “Herzensangelegenheit” bewertete.3
In diesem Spannungsfeld zwischen der Verurteilung des Handelns Israels und bloßer antisemitischer Hetze wird zurzeit eine Debatte um den Verleger und Kolumnisten Jakob Augstein geführt.

Seit Dezember 2012 rangiert dieser, gemäß den Vorgaben des Simon Wiesenthal Centers, auf Platz 9 der “Top Ten Anti-Semitc/ Anti-Israel Slurs”.4 Während die Platzierungen eines Ahmadinedschad und der Muslimbrüder noch unmittelbar und logisch erscheinen, wird das antisemitische Potential eines Augstein an anderer Stelle festgemacht: dieser beschwöre vor allem in seiner Art der Formulierung antijüdische Tendenzen und bediene unter anderem alteingesessene Klischees, etwa das der “jüdischen Weltverschwörung”.5
Zusätzlich angeheizt wird die Kontroverse durch Henryk M. Broder, Kolumnist für die Welt und nicht selten bekannt durch seine ausufernde Polemik. Zwar hat dieser einige seiner Behauptungen zurückgezogen (so auch dafür, dass Augstein gerade “um die Gelegenheit gekommen (ist), im Reichsicherheitshauptamt Karriere zu machen”6 ), ein Ende des Konflikts ist damit aber noch nicht in Sicht.

Augstein ist durchaus von den Vorwürfen betroffen, will sich von seiner israelkritischen Berichterstattung jedoch nicht distanzieren. Mehr noch weißt er etwaige Schuldzuweisungen von sich, dass seine Texte missverstanden und als Legitimation für Fanatiker dienen könnten.7
Und das ist es vielleicht, was die Verantwortung eines Journalisten unter Umständen ausmacht. Nämlich das Potential der eigenen Texte zu erkennen, in den falschen Händen instrumentalisiert zu werden, und den Spielraum für Interpretation bewusst einzuschränken.

Quellen (zuletzt aufgerufen am 16.1.13)

1. http://www.taz.de/!105779/
2. http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-11/israel-hamas-militaerchef-
3. http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1848968/Partnerschaft-mit-Israel-ist-Herzensangelegenheit.html
4. http://www.wiesenthal.com/site/pp.asp?c=lsKWLbPJLnF&b=6212365#.UPZ6IaWrnG5
5. Bspw. führe der Vergleich Augsteins vom Gazastreifen mit einem Lager zur Assoziation mit einem KZ.
vgl. ttt – titel thesen temperamente (13.1.2013): Die Antisemitismus-Debatte um Augstein und Broder, URL: http://www.ardmediathek.de/das-erste/ttt-titel-thesen-temperamente/die-antisemitismus-debatte-um-augstein-und-broder?documentId=13037630
6. http://www.welt.de/kultur/article112708625/Das-war-nicht-hilfreich-Ich-entschuldige-mich.html
7. siehe 5

Vom Regen in die Traufe…

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…mag man sich gedacht haben, als es Gérard Depardieu diese Woche von der Loire in die sibirische Kälte verschlug.1

Ausgangspunkt hierfür bildet die Reichensteuer, an der sich bereits Obama die Zähne ausbeißen durfte und angesichts des republikanischen Widerstands lediglich einen Mindestkompromiss erzielen konnte. Reich bleibt in den USA reich, während Normalverdiener weiterhin drauflegen.2
Anders sieht die Situation in Frankreich aus, wo Hollande bestrebt ist, Spitzenverdiener mit sagenhaften 75% zu besteuern3. Ein Unterfangen, worüber noch nicht entschieden und welches vorerst von Frankreichs obersten Richtern gekippt worden ist4.

Indes hat Schauspieler Gerard Dépardieu eine ganz individuelle Problemlösung für sich gefunden und ist am 6.1.2013 von Putin höchstselbst in Russland eingebürgert worden.
Russland als neues Wahlexil, das zuletzt damit Schlagzeilen gemacht hat, wie repressiv es mit seinen Künstlern respektive Künstlerinnen verfährt? Das Russland, das an der Punkband “Pussy Riot” in einem inquisitorischen Prozess ein Exempel statuiert hat?5

Zugegeben: 75% Einbußen im Budget sind ein ganz schön harter Brocken und machen die Entscheidung nicht leicht, welches das kleinere Übel ist. “Obelix” hat unterdessen aufgehört, sich gegen die römische Dekadenz aufzulehnen und bevorzugt, sich der russischen Elite anzubiedern.
Verwunderlich scheint außerdem der mediale Wirbel, für den die Angelegenheit gesorgt hat, die in allen gängigen Nachrichtenformaten aufgegriffen wird. Brigitte Bardot wird bereits als nächste Anwärterin und neue russische Staatsangehörige gehandelt.6

Und nicht zuletzt schwebt über allem die wohl interessanteste Frage: was, beim Teutates, muss eigentlich getan werden, um von einem Wladimir Putin mit solcher Kusshand empfangen zu werden!?

Quellen (zuletzt aufgerufen am 7.1.2013)

1. http://www.heute.de/Putin-herzt-Neu-Russe-Depardieu-26031324.htm
zur Biographie Depardieus: http://de.wikipedia.org/wiki/Gérard_Depardieu
2. http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-01/USA-fiscal-cliff-haushaltsstreit-obama-verlierer
3. http://www.tagesspiegel.de/politik/frankreich-hollande-kuendigt-neuen-vorstoss-fuer-reichensteuer-an/7574134.html
4. http://www.tagesspiegel.de/politik/frankreich-richter-kippen-hollandes-reichensteuer/7570834.html
5. http://www.heute.de/Gericht-lässt-ein-Mitglied-von-Pussy-Riot-frei-24710922.html
6. http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-01/brigitte-bardot-depardieu-russische-staatsbuergerschaft

 

 

 

 

Nachrichten in lustig.

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Medien und Politik, Nachrichten1 Kommentar »

„Wir sind [ja] wie eine echte Nachrichtenredation, nur in lustig. Wenn du uns ohne Ton gucken würdest, könntest du glauben, wir sind Nachrichten. Leute, die uns mit Ton gucken und immer noch glauben, wir sind Nachrichten, die brauchen Hilfe.“ [1]

So beschrieb Oliver Welke, Moderator der heute-show, am 03.11.2012 bei „Wetten, dass“ das Konzept seiner Sendung.

Die heute-show ist, ähnlich wie die Sendung „Neues aus der Anstalt“, eine politische Satiresendung und stilistisch einer Nachrichtensendung nachempfunden, was schon an ihrem Namen deutlich wird. Ein Team von Schauspielern und Kabarettisten, die zum Teil unter Künstlernamen auftreten, unterstützt Oliver Welke als Außenreporter, Korrespondenten, Kommentatoren oder Experten.

Woche für Woche nimmt die heute-show Politiker und andere prominente Persönlichkeiten auf’s Korn und so erfährt der Zuschauer ganz nebenbei auch von aktuellen politischen Ereignissen. Auf Parodien wird dabei verzichtet, denn, so Welke bei „Wetten, dass“, „die Politiker sind ja für sich genommen schon lustig genug.“ 1

Auch unter Politikern hat sich die Sendung schon einen Namen gemacht, der keinesfalls nur negativ ist. Anlässlich der Verleihung der „Spitzen Feder“ an Oliver Welke drehte Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen und die Preisträgerin des letzten Jahres, ein Video, in dem sie zunächst verschiedene Politiker zu ihrer Meinung über die heute-show befragte und schließlich eine Parodie der Kultfigur Gernot Hassknecht zum Besten gab. [2]

Angela Merkel zitierte die heute-show in ihrer Rede auf dem Bundesparteitag („Gott hat die FDP vielleicht nur erschaffen, um uns zu prüfen.“)[3] und einige Politiker, wie Rainer Brüderle oder Wolfgang Kubicki, haben sich auch schon als Gast in die Sendung gewagt.

Das Konzept der Sendung scheint aufzugehen. Vor allem der Anteil jüngerer Zuschauer ist hoch: Die Ausgabe am 08.12.2012, mit der die Show aus eigener Kraft die 3 Millionen-Marke knackte und 3,03 Millionen Zuschauer für sich verbuchen konnte, sahen auch 9,7 % der 14- bis 49-Jährigen. [4]

Gerade für Jugendliche, die herkömmliche Nachrichtensendungen wohl nicht so häufig anschauen, ist die heute-show interessant, weil sie hier auf leicht verständliche und vor allem äußerst lustige Weise informiert werden, darunter z.B. auch mein 14-jähriger Bruder.

Doch nicht nur unter den Zuschauern ist die Sendung beliebt. Neben der bereits erwähnten „Spitzen Feder“ wurde die heute-show bereits mit dem Grimme-Preis (2010)[5], dem Hanns-Joachim-Friedrich-Preis für Fernsehjournalismus (2012)[6] sowie mehrfach mit dem Deutschen Comedy-Preis[7] ausgezeichnet.

Natürlich zeigte auch die heute-show, wie sich das für jede gute Fernsehsendung gehört, am 14. Dezember bereits einen Jahresrückblick, in dem die prominentesten Ereignisse des vergangenen Jahres, wie die Euro-Krise, der Rücktritt von Christian Wulff als Bundespräsident, das Betreuungsgeld oder ganz aktuell die Wahlen der Kanzlerkandidaten von CDU und SPD noch einmal Revue passiert wurden und der goldene Vollpfosten „als Preis für die größten Idioten der vergangenen zwölf Monate“[8] verliehen wurde. Eine gelungene Zusammenfassung des politischen Jahres 2012 und wohltuend anders als die übrigen Jahresrückblicke.

Für mich ist diese Sendung ein Muss und ich kann nur jedem, der sie noch nicht kennt, empfehlen, einmal reinzuschauen. Es lohnt sich!


[1] „Wetten, Dass Auftritt von Oliver Welke (Heute Show) bei Markus Lanz.“ YouTube. 05.11.2012. Web. 16.12.2012 (https://www.youtube.com/watch?v=Tmeqa6v7bAQ)

[2] „Kraft veralbert ‚heute-show’. Gestatten, Gernotina Hassmagd.“ Stern. Stern, 04.12.2012. Web. 16.12.2012 (http://www.stern.de/politik/deutschland/kraft-veralbert-heute-show-gestatten-gernotina-hassmagd-1936182.html)

[3] „Merkel angeblich großer Fan der ‚heute-show’.“ Stern. Stern, 09.12.2012. Web. 16.12.2012. (http://www.stern.de/news2/aktuell/merkel-angeblich-grosser-fan-der-heute-show-1939216.html)

[4] Mantel, Uwe. „Rekord-Niveau: ‚heute-show’ läuft immer besser.“ DWDL. DWDL, 08.12.2012. Web. 16.12.2012 (http://www.dwdl.de/zahlenzentrale/38719/rekordniveau_heuteshow_laeuft_immer_besser/)

[5] „Preisträger 2010.“ Grimme-Preis. Grimme-Institut, Web. 17.12.2012 (www.grimme-institut.de/html/index.php?id=1012)

[6] Link, Roman. „’Sind wird eigentlich ab jetzt Journalisten?’“ heute-show-Fanblog. 08.10.2012. Web. 16.12.2012 (http://heute-show-fanblog.de/2012/10/sind-wir-eigentlich-ab-jetzt-journalisten/)

[7] Elsbeck, Gregor. „’Wer lacht, gewinnt!’ – Wie ‚heute-show’ & Co. beim Comedypreis absahnten.“ heute-show-Fanblog. 29.10.2012. Web. 16.12.2012 (http://heute-show-fanblog.de/2012/10/wer-lacht-gewinnt-wie-heute-show-co-beim-comedypreis-absahnten/)

[8] Elsbeck, Gregor. „’heute-show’ – Der Jahresrückblick: Besser als letztes Jahr.“ heute-show-Fanblog. 15.12.2012. Web. 16.12.2012 (http://heute-show-fanblog.de/2012/12/heute-show-der-jahresruckblick-besser-als-letztes-jahr/#more-3065)

TV-Rückblick für das Jahr 2012: Der Präsident Holland schießt einen Bock

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Jeden Dezember biete der   weltweit  berühmte Webkataloge Yahoo einen Info-Rückblick über das Jahr. In der Rubrik Video ist  jetzt ein TV-Buzz vom  aktuellen französischen Präsident   Francois Holland zu sehen. In diesem  Video gratuliert  er  der französischen Athletin,  Assia El Hannouni, die kurz vorher bei den paraolympischen Spielen eine Gold-Medaille gewonnen hat.
Holland sagte ihr, dass  er sie  aus der  offiziellen Loge während ihrer Triumph-Tour im Stadium gesehen  habe und ihr sogar zugewinkt  und  sie zu grüßen versucht habe.

Nur Pech für ihn, denn er hatte „vergessen“,  dass die Athletin blind  ist.

Und  sie widerte daraufhin ironisch: „ Also wo ich war, da habe ich sie nicht sehen können“

Manchmal gehen wohl die PR-Aktionen nach Hinten los…

 

http://fr.news.yahoo.com/les-videos-buzz-tele-de-l-annee-134750955.html (12-12-12)

Gleichgeschlechtliche Ehe: ein Plakat von der UMP in der Kritik

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Ein Plakat von der UMP (die Hauptoppositionspartei in Frankreich) war in der vergangene Woche ein Gesprächsthema in den Medien. Darauf war zu sehen: eine große blaue Hand, wo draufgeschrieben stand „Touche pas à ma mère et à mon père“, was so viel heißt wie: „Finger weg von meiner Mutter und meinem Vater“. Daneben wurde der Slogan: „Non au mariage et à l’adoption pour les couples homosexuels“ – auf Deutsch: „Nein zur gleichgeschlechtlichen Ehe und der Adoption von homosexuellen Paaren“ – mit dem Logo der Partei versehen. Dieses Plakat illustriert die Stellungnahme der Partei zu einer Regierungsvorlage, die „Die Ehe für Alle“ – „le mariage pour tous“ befürwortet hat.

Wieso aber die ganze Kritik, die selbst in der eigenen Partei zu hören ist?

Weil dieses Plakat an ein anderes Plakat von „SOS Rasisme“ erinnert, das mit demselben Sprachspiel und derselben, in der Farbe des Geldes gehaltener Hand Werbung machte.

„SOS Rasisme“ ist eine zivilgesellschaftliche Organisation in Frankreich, die gegen Rassismus ist und sich für Gleichheit und Brüderlichkeit einsetzt. . Dies hatten sie in ihrem berühmten Slogan: „ Ne touche pas à mon pote“ – „Finger weg von meinem Kumpel“ – deutlich gemacht.
Die Partei ist sich einig und gegen die Regierungsvorlage. Allerdings finden einige Partei-Mitglieder diese Vorgehensweise etwas zu radikal und andere glauben, dass es dem Ruf der Partei schade.
Das Plakat ist noch nicht offiziell veröffentlich, ist aber schon in den Büroräume der Partei zu sehen.

 

 

http://www.google.de/imgres?q=ne+touche+pas+%C3%A0+ump&hl=de&lr=lang_de&tbo=d&biw=1680&bih=839&tbs=lr:lang_1de&tbm=isch&tbnid=7Uk23Zwz-pK8NM:&imgrefurl=http://www.tetu.com/actualites/france/lump-lance-une-affiche-et-un-comite-de-pilotage-anti-mariage-pour-tous-22639&docid=SxPOyM17fPo1WM&imgurl=http://www.tetu.com/files/inline_images/2012/affiche-ump-touche-pas.jpg&w=580&h=390&ei=GNfIULbcNcfNswar-oGIBg&zoom=1&iact=rc&dur=385&sig=101176198715514227739&page=1&tbnh=146&tbnw=213&start=0&ndsp=40&ved=1t:429,r:16,s:0,i:129&tx=106&ty=45  (12-12-12)

http://www.sos-racisme.org/  (12.12.12)

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Welche Zukunft haben wir mit einem Leistungsschutzrecht?

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Der Bundestag beschäftigte sich Anfang des Monats mit dem bereits langwierigen Entwurf für das Leistungsschutzrecht. Dabei handelt es sich um einen Gesetzesentwurf der das Urheberrecht von Verlagen, vor allem aber von Journalisten, schützen soll. Internetanbieter dürfen Produkte von Journalisten bisher kostenlos nutzen und verbreiten. Was aus diesem ungeregelten Abkommen geworden ist, war vielleicht vorher nicht absehbar. Internetunternehmen entwickelten ein Geschäftsmodell aus den „Snippets“ (Anreißer Texten). Jetzt soll das Leistungsschutzrecht regeln, wie das Verhältnis von Verlagen und beispielsweise Internetanbietern wie „Google“ oder „Bing“ aussehen soll. Diese sollen in Zukunft Lizenzen von den Verlagen erwerben, um deren Artikel in ihre Suchmaschinen aufnehmen zu dürfen. Großer Initiator oder Schirmherr des Ganzen ist der Axel Springer Verlag. Auch andere namenhafte Verlage äußerten sich positiv gegenüber dem Leistungsschutzrecht.

Das nötige Gesetz, welches das Anliegen der Presseverlage legitimieren soll, ist sogar im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Regierung festgelegt.
Vergleichbar ist es mit dem bereits vorhandenen Schutz von Musik. Label, Produzenten und Verfasser der Texte sind durch  Institutionen, wie die GEMA geschützt und werden für ihre Leistung, auf die jeder Internetnutzer theoretisch zugreifen kann, „belohnt“. Presseverlagen soll nun ein ähnliches Recht zustehen, allerdings wurde der Entwurf schon mehrmals im Kabinett überarbeitet. Der dritte, abgeänderte Entwurf wurde dafür nun genehmigt, enthält aber auch einige Änderungen.

Unklar bleibt weiterhin, wer eigentlich zahlen soll und wer insgesamt von einem  möglichen Gesetz betroffen ist. Im Vorhinein hat es Kritik gegeben, dass sich das Gesetz nur auf große Unternehmen wie „Google“ beziehen würde.
Die neue Fassung weist folgende Änderung auf:
“Zulässig ist die öffentliche Zugänglichmachung von Presseerzeugnissen oder Teilen hiervon, soweit sie nicht durch gewerbliche Anbieter von Suchmaschinen oder gewerbliche Anbieter von Diensten erfolgt, die Inhalte entsprechend aufbereiten.”

Betroffen vom eventuell bald kommenden Gesetz wären auch Newsaggregatoren (oder soziale Netzwerke wie Twitter), je nachdem wie das Konzept eines Blogs ist. Eins steht aber jetzt schon fest: Viele Fälle werden von Gerichten genau geklärt werden müssen.

Ist das Leistungsschutzrecht ein Schritt in die richtige Richtung zum Schutz der Printmedien oder einfach nur ein Clou der Verlage, um mit anderen Mitteln die zurückgegangenen Einnahmen zu kompensieren?

Seit Jahren zieht sich der Entwurf nun schon durch das Kabinett, „Google“ hatte zu Beginn des Gesetzesentwurfs selbst eine umstrittene Kampagne gestartet. „Verteidige dein Netz“ hieß es, User wurden zur Meinungsäußerung aufgefordert und auf der Google-Homepage konnten die Nutzer bei ihren Bundestagsabgeordneten direkt die eigene Meinung nachfassen.

Andere Länder, wie Frankreich und Belgien haben ähnliche Versuche unternommen, die Monopolbildung von „Google“ zu schwächen und das Recht der Journalisten zu stärken. Diese zeigen aber, dass ähnliche Beschlüsse auch nach hinten losgehen können und schädigend für die Verlage sind. Vielleicht aus Trotz entfernte “Google” nach einem durchgebrachten Gesetz zum Schutz von Pressetexten für Belgien alle Inhalte aus dem Google-Index, nicht nur aus der Google-News-Sparte. Ein herber Rückschlag für die Presseverlage, die auch von Klickzahlen abhängig sind oder zumindest davon leben, dass die Bevölkerung die Texte liest. Im Endeffekt baten die belgischen Verlage die große Suchmaschine wieder darum, die Artikel erneut bei den Suchergebnissen anzuzeigen.

Wie könnte eine weitere Zukunft aussehen, wenn das Gesetz zum Leistungsschutzrecht durchgebracht wird?
Wenn beispielsweise Google auf den Lizenzkauf verzichtet, werden alle deutschen Texte nicht mehr angezeigt. Entweder würden User direkt auf den Seiten der Zeitungen suchen, Google News also ignorieren, oder eben auf internationale Presse zurückgreifen, die bei Google News noch einsichtig ist.

Sicher ist, dass es noch etwas dauert bis das Gesetz endgültig legitimiert wird. Es wird Präzedenzfälle geben müssen und viele Gerichtsverfahren stehen bevor. Dennoch wird das Urheberrecht von Journalisten geschützt, aber ähnlich wie bei der Musikszene wird die starke Kritik nicht versiegen.

Quellen:
Reißmann, Ole (2012): Warum Google am längeren Hebel sitzt, in: Spiegel Online (23.10.12), URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/warum-google-am-laengeren-hebel-sitzt-a-862624.html, [9.12.12]

Müller-Neuhof, Jost (2012): Das Leistungsschutzrecht nutzt langfristig allen, in Der Tagesspiegel (3.12.12), URL: http://www.tagesspiegel.de/meinung/urheberrecht-das-leistungsschutzrecht-nutzt-langfristig-allen/7468206.html, [9.12.12]

Der Tagesspiegel (2012): Bundestag streitet über Schutzrecht für Verlagen, in: Der Tagesspiegel (30.11.12), URL: http://www.tagesspiegel.de/politik/netzpolitik-bundestag-streitet-ueber-schutzrecht-fuer-verlage/7461892.html, [10.12.12]

Sauerbrey, Anna (2012): Die Verlage sind neidisch, in: Der Tagesspiegel (30.8.2012), URL: http://www.tagesspiegel.de/meinung/leistungsschutzrecht-die-verlage-sind-neidisch/7071012.html, [8.12.12]

Niggemeier, Stefan: Ein Kartell nutzt seine Macht: Wie die Verlage für das Leistungsschutzrecht kämpfen (14.8.2012), URL: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ein-kartell-nutzt-seine-macht-wie-die-verlage-fuer-das-leistungsschutzrecht-kaempfen/, [7.12.12]

Wragge, Alexander: Dritter offizieller Entwurf zum Leistungsschutzrecht im Volltext, in: irights.info (28.8.2012), URL: http://irights.info/index.php?q=node/2266, [10.12.12]

Biermann, Kai: Leistungsschutzrecht zielt auf Google, ohne zu treffen, in: Zeit online (29.8.12), URL: http://www.zeit.de/digital/internet/2012-08/Leistungsschutzrecht-kabinett, [10.12.12]

Rieger, Frank: Eine unheilige Scheindebatte, in: Faz.net (3.12.12), URL: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/leistungsschutzrecht-eine-unheilige-scheindebatte-11980457.html, [10.12.12]

Horchert, Judith, Lischka, Konrad und Reißmann, Ole (2012): Was das Leistungsschutzrecht soll, in Spiegel Online (27.11.12),URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/fragen-und-antworten-was-das-leistungsschutzrecht-soll-a-869464.html , [9.12.12]

 

“Neues aus der Anstalt” – Der Name ist Programm

geschrieben von in Fernsehen, Medien und Politik1 Kommentar »

„Neues aus der Anstalt“ – der Name ist Programm

 

Vor zwei Wochen war es wieder so weit: Urban Priol, als Anstaltsleiter und Erwin Pelzig, als sein Pressereferent luden den Zuschauer wieder in ihre kleine Anstalt ein, wo sie ihrem bitterbösen, aber leider doch so treffenden Sarkasmus über das politische Geschehen freien Lauf lassen konnten:

„Meine Damen und Herren bald ist Volkstrauertag, das Erntedankfest der Rüstungsindustrie!“[1].

Mit dabei unter anderem Griechenland, eine Steilvorlage um über die Finanzkrise herzuziehen, um dann auf das Bankenhaus Goldmann Sachs zu sprechen zu kommen und dem Zuschauer die Wirren des Finanzmarkts zu erklären.

 

All das findet vor einer stark an eine Psychiatrie erinnernden Kulisse statt, aus der immer wieder neue Gäste mit Verhaltensstörung herauskommen, um ihre Portion rabenschwarzen Senfs dazuzugeben, dank deren das Gefühl des Zuschauers noch verstärkt wird sich in einer absoluten Freakshow zu befinden. Erschreckend ist nur, dass dieser Umstand weniger auf das Ambiente, sondern vor allem auf den irren Inhalt der Satiresendung zurückzuführen ist.

Einziger Kritikpunkt ist dennoch die recht vorhersehbaren Schlagabtäusche zwischen Priol und Pelzig, bei denen jedes Wort auf Abruf kommt und es keinen Spielraum für Spontaneitäten und Improvisationen gibt.

 

Seit der Erstausstrahlung am 23.Januar 2007 mit 3,86 Millionen Zuschauern hat sich die vom ZDF produzierte Politiksatiresendung mit  durchschnittlich 2,77 Millionen Zuschauern (2009)[2] einen Namen gemacht und ist für viele schon zum Pflichtprogramm geworden.Einmal im Monat findet dieses  Spektakel statt und bietet dem Zuschauer einen unterhaltsamen Gesamtüberblick über das Weltgeschehen. Dank guter Recherche, weit vernetztem Wissen und bissigem Humor wird die Sendung zu einem Fernseherlebnis der besonderen Art, bei dem (zumindest meinerseits) auch mal die Tränen fließen können (vor Lachen, versteht sich!).

„Neues aus der Anstalt“ ist natürlich kein Ersatz für Tagesschau oder andere Nachrichtenquellen, aber ab und zu die schwerwiegenden politischen Ereignisse komplett durch den Kakao zu ziehen macht einfach unheimlich viel Spaß!


[1]ZDF Mediathek: „Neues aus der Anstalt“  vom 13.11.12 http://anstalt.zdf.de/# [27.11.12, 12:59]

 

[2] Quotencheck: «Neues aus der Anstalt»( http://www.quotenmeter.de/cms/?p1=n&p2=38262&p3=)  [19.11.12, 20:00]

 

 

Stefan Raab: “Absolute Mehrheit” bei Pro7?

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Stefan Raab ist allgegenwärtig beim Privatsender Pro 7.“ Zappt“ man durch das Fernsehprogramm, bestenfalls abends oder am Wochenende, begegnet man mit hoher Wahrscheinlichkeit Stefan Raab, wenn man bei Pro7 angelangt ist. Der TV-Allrounder nimmt mit seinen verrückten Showideen nicht selten einen Platz im Programm des Privatsenders ein. Unzählig sind seine Shows, sodass bei Versuch einer Aufzählung bestimmt einige seiner Shows vergessen werden. Er moderiert TV Total, veranstaltet unterschiedliche Pokernächte, Turmspringen, Stockcarrennen, Wok-WMs, Schlag den Raab, Unser Star für Oslo, diverse Castingshows mit langen Abkürzungen, die bei einer Nennung ohnehin nicht rekonstruierbar wären und vieles mehr. Und offensichtlich wollen deutsche Fernsehzuschauer genau solche Formate sehen. Egal wie viele unterschiedliche Ideen Stefan Raab schon umgesetzt hat, er hat immer neue verrückte Einfälle.
Kürzlich wurde seine erste Politikshow in Kooperation mit Peter Limbourg,  Sat1, ausgestrahlt und lieferte dem Privatsender hohe Einschaltquoten. Doch stimmt das wirklich? Ist Stefan Raab ein „Alleskönner“ und „Geldmacher“ oder gibt es auch irgendwann eine Grenze? Kann der Entertainer irgendwann auch Reizüberflutung auslösen? Wie lange ertragen wir seine ständigen Auftritte?
Vermutlich hätten sich Produzenten und auch Stefan Raab bei der neuen Show „Absolute Mehrheit“ am Sonntagabend über prominenteres Publikum gefreut. Geladene Gäste, wie beispielsweise Umweltminister Peter Altmaier, sagten aber kurzfristig ab. Der Clou der Show: 100 000 Euro für den Diskussionsteilnehmer, der die „absolute Mehrheit“ der kostenpflichtigen Zuschaueranrufe für sich gewinnen kann. Also Politik für Geld? Ein fragwürdiges Konzept. und wer eine niveauvolle und gedankenöffnende Diskussion an diesem Sonntagabend erwartet hatte wurde sichtlich enttäuscht. Allgemeine Äußerungen der Gäste, die weder konkret umsetzbar, noch sinnvoll nachgedacht erschienen und ein Stefan Raab, der irgendwie verkleidet und fehl am Platz in seinem Outfit wirkte, das sahen Zuschauer am Sonntagabend.

Nicht nur Stefan Raab, auch die Gäste Thomas Oppermann,SPD Bundestagspolitiker, Wolfgang Kubicki, FDP-Chef im Kieler Landtag, Jan van Aken, Linken Politiker und Unternehmerin Verena Delius, Geschäftsführerin der Bildungssoftware-Firma Goodbeans, wirkten allesamt gezwungen gut gelaunt und buhlten mit Beiträgen über die Energiewende, soziale Netzwerke und Steuergerechtigkeit um das Preisgeld. Also wahrhaftig Politik mit Preisgeld: Ein erfolgreiches Konzept. Rund 1,8 Millionen Zuschauer interessierte die neue Show von Stefan Raab. Nicht unerwartet dauerte es aber an dem Abend auch nicht lang bis Moderator Stefan Raab einen abschätzigen Kommentar über Phillip Rösler einbrachte. Wie schon oft in seiner Abendsendung verschmähte der Moderator, völlig aus dem Kontext heraus, „Fipsi“.Waren seine Witz über den FDP-Politiker in der Late-Night-Show „TV Total“ anfangs für manche noch lustig, waren sie in der Politshow eher unangebracht. Auch die Einspieler zu den Themen der Politshow erinnerten ein wenig an Erklärungen der Kindernachrichtensendung „Logo“ und so bot diese Show am Abend wieder einmal Stefan Raab eine Plattform zur Selbstdarstellung.

Wer wirklich einen niveauvollen und interessanten Politiktalk sehen möchte, sollte lieber auf andere Formate der öffentlich-rechtlichen Sender zurückgreifen. Für mich war diese Idee von Stefan Raab ernüchternd. Sie ist richtig für Fans von Stefan Raab.  Es bleibt außer Frage, dass der gelernte Metzger aus Köln ein  kluger Kopf ist, sonst wäre er nicht so erfolgreich mit seiner Selbstvermarktung. Doch ist er meiner Meinung nach für Unterhaltung gemacht und sollte sich nicht zu oft präsentieren und somit den Bogen überspanen. Auch Publikumslieblinge haben ein Verfallsdatum. Zwar leben Politiktalkshows von Unterhaltung, jedoch enthielt die von Stefan Raab zu viel Unterhaltung und zu wenig brauchbaren Inhalt. Die Gewinnprämie von 100 000 Euro landet am Ende im Jackpot. Wolfgang Kubicki gewann zwar die Mehrheit der Zuschauerstimmen für sich, jedoch erreicht er nicht die „absolute Mehrheit“.
Zum Glück hat Stefan Raab noch nicht die „absolute Mehrheit“ der Ausstrahlungszeit des Privatsenders für sich ergattern können, es gibt ja Werbung.

Quellen:
Spiegel (2012):Raab macht Quote für Pro7, URL: http://www.spiegel.de/kultur/tv/raab-polit-show-die-absolute-mehrheit-erreicht-ordentliche-quote-a-866658.html, [19.November]

Focus (2012):„Absolute Mehrheit“: Statt Altmaier kommt jetzt Michael Fuchs, URL:  http://www.focus.de/kultur/kino_tv/stefan-raabs-neue-polit-show-auf-prosieben-absolute-mehrheit-statt-altmaier-kommt-jetzt-michael-fuchs_aid_857277.html, [18.November]

Kuzmany, Stefan: Maximal breitbeinig (2012), in: Spiegel Online, URL: http://www.spiegel.de/kultur/tv/tv-kritik-stefan-raab-und-seine-polit-show-die-absolute-mehrheit-a-866591.html, [18.November]

Das Image Obamas – ein konstruiertes Weltbild?

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Die Präsidentschaftswahl in den USA hat in diesem Jahr ein beispielloses mediales Interesse ausgelöst. Die beiden Kandidaten Mitt Romney (Republikaner) und Barack Obama (Demokraten) lieferten sich einen ungemeinen Schlagabtausch, der in der ganzen Welt mit großem Interesse wahrgenommen wurde. In der Wahlnacht am 06.11.2012 lud Markus Lanz mehrere Experten (Botschafter Philip D. Murphy, die Journalisten Michael Spreng und Georgia Tornow, Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel und Autor Eric T. Hansen)1 zu einer Spezialausgabe seiner gleichnamigen Talkshow ein und diskutierte unter anderem mit Ihnen über die vermeintliche Annahme, dass der amtierende Präsident Obama in Deutschland zweifellos besser dastehe als sein Herausforderer Mitt Romney.

Seltsamerweise blieb der Kampf ums Weiße Haus bis zur Wahlnacht unglaublich spannend, hatte sich Mitt Romney doch eigentlich schon vor Monaten selbst demontiert und damit Barack Obama einen Stimmenanteil von 85% verschafft – allerdings in Deutschland.1 Wie kann es sein, dass wir in Deutschland derart von Präsident Obama überzeugt sind, wohingegen sich in Amerika das wohl spannendste Duell aller Zeiten abgespielt hat? Bekommen wir in Europa nicht alles mit, erreichen uns die Nachrichten in verzerrter Weise oder sehen wir Obamas Qualitäten durch eine “rosarote Brille”?

Das erste TV-Duell, das dem Amtsinhaber fast zum Verhängnis geworden wäre, das nahmen auch wir als Niederlage wahr. Doch unvorstellbar für uns, dass dies allein ausschlaggebend für den Ausgang des Wahlkampfes sein sollte. Doch es scheint noch mehr Gründe dafür gegeben zu haben, dass es derart eng werden würde. Haben wir ein anderes Bild von Obama als die Amerikaner? Wurden unsere Nachrichten zu Gunsten des jetzigen Präsidenten manipuliert und ein fast ausschließlich positives Weltbild von ihm konstruiert?

So sind uns sämtliche Patzer von Mitt Romney präsent, ob das seine verbale Entgleisung war, in der er Wähler Obamas als “Opfer” bezeichnetet oder als er den Irak mit dem Iran verwechselte.1 Romney´s Fehltritte fanden größeren Anklang in unserer Berichterstattung und wurden hierzulande als eine Art des in den USA sehr verbreiteten “negative campaigning”1 gegen ihn gebraucht. So lautete beispielsweise eine Schlagzeile der Financial Times Deutschland vom 17.10.2012 “Obamas Kampfgeist und Romneys Patzer”.2 Herr Eric T. Hansen erklärte passend dazu, dass in Deutschland Obamas Fehltritte oder verbale Entgleisungen meist beschönigt und weitreichend erklärt werden, wohingegen gegenüber Romney keinerlei Gnade gezeigt wird.

Herr Hansen nahm den Herausforderer in Schutz, und wies auf die übertriebene Negativität in der Berichterstattung über den Republikaner hin.1 Lanz stellte gar die These in den Raum, dass in Deutschland “tendenziell Demokraten eher gut und Republikaner eher böse sind”.1 Wir bekommen, so scheint es und bejahen es die Experten in der Talkrunde, ein verzerrtes Bild der Parteien und ihrer Kandidaten vermittelt und nach Herrn Hansen sind es “die Mehrzahl der deutschen Zeitschriften, die das kolportieren”.1

Wir bekommen also, natürlich oberflächlich betrachtet und auf den Otto Normalverbraucher zugeschnitten, ein Bild übermittelt, das verzerrt und manipuliert ist. Dies erklärt auch die Diskrepanz zwischen dem engen Wahlkampfendspurt in den USA und dem eindeutigen, jedoch fiktiven Ergebnis in Deutschland. In diesem Fall stehen sich ein überzogen, kritisches Bild des Republikaners Romney und die euphemistische Darstellung des Demokraten Obamas gegenüber. Wir hier in Deutschland, wir sehen es so, weil die Medien es uns durch ihre Brille vermitteln. Und es kam so, wie es kommen musste: das Gute konnte das Böse, in diesem Fall Mitt Romney, der es auf der Zielgeraden noch einmal spannend machte, besiegen. Happy End.

1 Lanz, Markus (2012): Markus Lanz, Video vom 6. November 2012, http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/1539970#/beitrag/video/1769028/Markus-Lanz-vom-6-November-2012 (abgerufen am 10.11.2012)

2 Zöttl, Ines (2012): Obamas Kampfgeist und Romneys Patzer, 17.10.2012, http://www.ftd.de/politik/international/:us-wahl-2012-obamas-kampfgeist-und-romneys-patzer/70105319.html (abgerufen am 10.11.2012).

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Studie Hans Bredow Institut: Tagesschau, Google und BILD: Was den Deutschen für ihre politische Meinungsbildung wichtig ist

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Das Hans Bredow Institut hat eine spannende Studie zur Mediennutzung der Deutschen raus gebracht, die es komplett oder in Auszügen online gibt.

Da dies mehr ein praktischer Hinweis an Studenten sein soll (falls sie das Blog hier überhaupt selber freiwillig lesen) poste ich jetzt die PM dazu. Ich muss ja keine Blogbeiträge mehr schreiben^^ 

Das Fernsehen ist nach wie vor die wichtigste Quelle für die politische Meinungsbildung, so das Ergebnis einer Studie des Hans-Bredow-Instituts, die heute in Berlin dem Bundestagsausschuss für Kultur und Medien vorgestellt wurde. Die Studie „Informationsrepertoires der Deutschen“ basiert auf einer bundesweiten repräsentativen Befragung von gut 1000 Personen ab 14 Jahren. Sie untersuchte, welche Angebote aus der Sicht der Bevölkerung für ihr eigenes Informationsverhalten am wichtigsten sind. „Auch in den heutigen digitalen Medienumgebungen spielen die etablierten Medien Fernsehen und Zeitung nach wie vor eine wichtige Rolle. Das Internet ist aber mittlerweile zu einem wesentlichen Faktor auch für die politische Meinungsbildung geworden. Auffällig ist vor allem, dass mit Google und Facebook auch solche Angebote dazu gehören, die selbst keine politischen Inhalte anbieten. Diskussionen um Medienvielfalt und den Einfluss von Medien auf die Meinungsbildung müssen daher einen medienübergreifenden Ansatz verfolgen“, so Uwe Hasebrink, Direktor des Hans-Bredow-Instituts.Für die politische Meinungsbildung sowie für Informationen über das Weltgeschehen und über Deutschland ist das Fernsehen mit jeweils mehr als 40 Prozent der Nennungen das wichtigste Medium. Die Zeitungen liegen jeweils mit rund 20 Prozent der Nennungen auf dem zweiten Platz, es folgen das Radio und das Internet. Für Informationen über die Region ist hingegen für 40 Prozent der Befragten die Zeitung die wichtigste Quelle.Bei den 14- bis 29-Jährigen ist die Bedeutung des Internets deutlich größer; aber auch bei ihnen ist das Fernsehen für die politische Meinungsbildung und die Zeitung für Informationen über die Region das meistgenannte Medium.In allen Altersgruppen wird die „Tagesschau“ am häufigsten als wichtigstes Einzelangebot für die politische Meinungsbildung genannt; in der Gesamtbevölkerung folgen dann Google und BILD. Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen neben der „Tagesschau“ Online-Angebote – an sechster Stelle wird Facebook genannt – sowie private Nachrichtenkanäle und BILD im Vordergrund.Die Studie wurde im Rahmen des Vorhabens „Erfassung und Darstellung der Medien- und Meinungsvielfalt in Deutschland“ des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) durchgeführt. Ein ausführlicher Projektbericht ist auf der Website des Hans-Bredow-Instituts abrufbar. Die Studie basiert auf einer telefonischen Befragung, die Enigma GfK zwischen dem 19. Mai und 3. Juli 2011 im Auftrag des Hans-Bredow-Instituts durchgeführt hat. Insgesamt wurden 1.007 Personen befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ für deutschsprechende Personen im Alter ab 14 Jahren aus Haushalten mit Telefonfestnetzanschluss in Deutschland.

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Die Meute – Macht und Ohnmacht der Medien

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Ich möchte meinen Artikel mit einem Satz eines Chefredakteurs einer großen deutschen Boulevardzeitung aus dem nüchternen und ernüchternden Film „Die Meute” an den Anfang stellen:  „Journalisten sind wie eine Meute hungriger Löwen, die vor einem verschlossenen Gitter stehen, vor dem frisches blutiges Fleisch abgelegt wird und die nur warten bis das Gitter sich öffnet um sich auf das Fleisch zu stürzen.” In diesem Beitrag ging es um das Verhältnis von Journalisten zu Politikern. Braucht ein Politiker Publicity, giert er geradezu darauf sich vor der Presse zu erklären, braucht er sie nicht, geht er wortlos unter Personenschutz an ihnen vorbei.

Journalisten fühlen sich oft herablassend von Politikern behandelt. Sie selbst sehen sich als „die Meute, die von den Brotkrumen, die verbal vom Tisch der Politiker fallen, einen Bericht formulieren müssen.”

In der Doku wird eine Szene gezeigt, die mir besonders aufgefallen ist, jedoch für den Journalisten zur täglichen Normalität gehört. Eine große Anzahl von Journalisten steht seit Stunden dicht gedrängt vor einem Sitzungssaal, bewaffnet mit ihren Kameras. Dann öffnet sich die Tür und der erwartete Politiker verlässt den Saal, abgeschirmt und ohne einen einzigen Kommentar zu den zugerufenen Fragen.

Im Gegensatz zu dieser Szene wird in der Doku festgestellt, dass die Massenmedien für den Politiker enorm wichtig sind, weil durch deren Berichterstattung ca. 80% des politischen Programms an die breite Öffentlichkeit weiter getragen wird. Und hier liegt die Macht der Presse, denn je nach Formulierung kann sie stimmungmachend sein. Aber „Politik zu machen sollte nicht Sache der Journalisten sein, obwohl die Versuchung oft groß ist.”

Die Presse sieht sich leider oft nur als „verlängerten Arm der Interessen der Politik, eine Meute beim ewigen Warten auf den O-Ton.“

Fazit des Berichtes ist die Tatsache, dass der Umgang von Politikern und Journalisten ein Geben und Nehmen ist, und sie sich brauchen, wie „zwei Seiten einer Medaille.“

Quelle: Doku, D 2001: Film von Herlinde Koebel ( 22.02.12/ 21.35 Uhr EINS FESTIVAL)

ARD & ZDF gegen den Rest…

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Eine Bestandsaufnahme. Was ARD & ZDF im Hauptprogramm vermissen lassen, dass strahlen sie im Nirvana der Digitalkanäle aus. Gut gemachtes Fernsehen für junge Leute. Gerade das ZDF hat ZDFkultur, ZDFinfo & ZDFneo zu attraktiven Alternativen “aufgetuned”… Junge Musik- & Kulturformate wie ZDF@bauhaus, Bauerfeind, demnächst Roche&Böhmermann gibt’s bei ZDFkultur, was frisches, leicht provokantes mit neoParadise bei ZDFneo und ZDFinfo ist mit heutePlus interaktv – täglich laufen auch die 5 meistgesehenen Videos der Mediathek im Programm. Die ARD nennt ihre “+”Sender EinsFestival, EinsPlus und EinsExtra und bietet dort ebenfalls junge Formate wie z.B. Der 1Live Talk mit Frau Heinrich an.

Für die Privaten sollte dies zunächst noch nicht so beunruhigend sein, denn die Marktanteile der Digitalsender von ARD und ZDF liegen so tief wie es nur geht… Doch denkste. Schon vor dem Start schimpfen RTL & Co. auf die neue Strategie der öffentlich-rechtlichen. Völlig unnötig sei dies, das Programm gehe am Auftrag vorbei. Und jetzt bekommt man auch noch aus der Politik Unterstützung. Kürzlich meldete sich Kurt Beck zu Wort. Der ist Mitglied im ZDF Fernsehrat und fordert: Mindestens mal die Infokanäle abschalten. Beck hält das Angebot ebenfalls für Verschwendung der Gebührengelder.

 

RTL, ProSieben und Co. freut das und es spielt ihnen in die Karten. Nur ist die Einstellung von ZDFneo bzw. EinsFestival wohl noch eher der Wunsch der Privaten – denn hier kommts zum Konflikt. Zwei Dinge ärgert die Privaten besonders: Erstens, die Konkurrenz eingekaufter englischsprachiger Serien. Da ist neo ganz vorn dabei: MadMen, 30 Rock & weitere US-Serien laufen dort exklusiv. Und man glaubt in “privaten Kreisen”,  ARD/ZDF nutze die Sender lediglich um ihr Angebot der Mediathek im Netz zu erweitern. Denn alles was im TV lief und nicht mit Rechten verbunden ist, darf mindestens 7 Tage im Netz stehen.

Ob das der wahre Grund für das besondere Angebot ist wage ich zu bezweifeln, vielmer sind die Sender eine Art “Probierfernsehen”, wo Serien und neue Formate getestet und entwickelt werden – ohne den Super-Flop im Hauptprogramm zu riskieren. Im TVlab von ZDFneo wurden vergangenes Jahr zum Beispiel 12 innovative Programme vorgestellt, die der Internetuser dann in Serie schicken durfte – mit der Option diese Formate irgendwann fürs Hauptprogramm zu verwenden.

Eigentlich sind die Extra Programme von ARD und ZDF also sehr löblich – da können die Sender wenigstens mal “jung” sein. Trotzdem ein Jammer, dass es dafür die Spartenkanäle geben muss. Einiges könnte man auch einer breiteren Masse im Hauptprogramm präsentieren. Und das jeder gleich 3 Zusatzsender braucht – auch darüber kann man streiten – sie gänzlich abschaffen ist meiner Meinung nach falsch! ARD/ZDF brauchen halt was länger um sich was zu trauen – da ist’s doch schon fortschrittlich, dass sie diesen Weg gefunden haben.

Zudem ist es sehr unrealistisch, dass man Programme, die bereits ordentlich Gelder geschluckt haben direkt wieder verbannt. Man baut ja auch kein Haus ums 3 Jahre später wieder einzureißen…

QUELLEN: http://www.berliner-zeitung.de/medien/digitalsender-von-ard-und-zdf-bleibt-doch-noch-ein-weilchen-,10809188,11459164.html www.zdfneo.de www.einsfestival.de

The Big Blackout

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internet und Politik, Medien und Politik, Zukunft des Internet2 Kommentare »

Die Erde ist rund und außerdem ein Puzzel.

Ein unvollständiges zwar, welches mit teilweise kryptischen Zeichen beschriftet ist und dem aus irgendeinem Grund ein paar Teile fehlen, aber nichtsdestotrotz wurde dieses Puzzel binnen weniger Jahre zum bildlichen Symbol des gesammelten menschlichen Wissensvorrats – oder zumindest des gängigsten Teils davon – der Wikipedia.

Gab es ein Leben vor Wikipedia? Woher wusste man früher – vor etwa zehn Jahren – was eine Lumensekunde ist, wann und warum Fronleichnahm gefeiert wird oder warum die Automarke Mercedes eigentlich so heißt wie sie nunmal heißt? Zeitzeugen zufolge soll es möglich – wenn auch nach heutigem Verständnis unerhört mühsam  – gewesen sein, sich derartiges Wissensallerlei durch Fachliteratur, Zielgruppenzeitschriften oder fleißiges Quizshow-Schauen anzueignen, aber alleine die Tatsache dass zumindest ich darüber heute nurnoch Mutmaßungen anstellen kann wie diese Offline-Wissenschbeschaffung funktioniert haben könnte, zeigt auf erschreckend einfache Weise wie nachhaltig sich die kleine gepuzzelte Erdkugel in den Köpfen der Menschen (oder zumindest der Jugend) etabliert hat. Wikipedia macht die Welt erklärbar und darum ist Wikipedia wichtig.

Jimmy Wales weiß dass Wikipedia wichtig ist, wahrscheinlich besser als jeder andere. Dieser Mann, der den meisten Menschen hierzulande allenfalls als melancholisch dreinblickender Spendensammler mit Dackelblick ein Begriff sein dürfte, ist in der privilegierten Postition Gründer und somit oberster Chef von Wikipedia zu sein. Als solcher liegt es in seinem Ermessen (nach Absprache mit ca. 1800 Usern und Wiki-Autoren) eine Entscheidung zu treffen, deren volle Auswirkungen ab heute, dem 18.01., zumindest die englischsprachige Welt nachhaltig erschüttern könnten.

Die Wikipedia wird abgeschaltet.

Wenn auch nur für einen Tag. 24 Stunden lang bleibt zumindest der englischsprachige Wissensquell versiegt. Dieser kontrollierte Blackout, der auch von anderen vielbesuchten User-basierten Seiten wie mozilla.com oder den Komiker-Katzen von icanhascheezburger.com mitgetragen wird, ist ein Ausdruck des Protests gegen zwei Gesetzesentwürfe, die gerade im US-amerikanischen Kongress bzw. dem Senat vorgetragen wurden: Der Stop Online Piracy Act (SOPA) und der PROTECT IP Act (PIPA), sehen -  kurz gefasst – vor, dem amerikanischen Justizministerium Befugnisse einzuräumen Websiten zu zensieren bzw. zu beschlagnahmen die im Verdacht stehen urheberrechtlich geschützte Inhalte wiederrechtlich zu verwenden oder zu verbreiten. Desweiteren könnten andere Webseiten, z.B. Suchmaschinenanbieter wie Google, gezwungen werden, bestimmte Seiten nicht mehr zu verlinken oder zu bewerben.

Das Anliegen, gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen mag legitim erscheinen, denn wie wir alle wissen ist Raubkopiererei eine schlimme Sache, weshalb die dicken Fische der davon betroffenen Branchen – Plattenfirmen, Pharmaunternehmen, etc. – natürlich mit aller verfügbaren Lobbymacht auf die baldige Verabschiedung von SOPA und PIPA pochen. Die Problematik ergibt sich allerdings daraus, dass diese Gesetze wirklich herrliche Hintertüren bieten, die es dem Gesetzgeber ermöglichen würden über kurz oder lang jeder aus irgendeinem Grund unerwünschten Website, das Leben erheblich schwerer zu machen. Um das Kind und gleichzeitige Schreckgespenst von Jimmy Wales und eines jeden Piraten-Wählers beim Namen zu nennen: ZENSUR.

Besonders betroffen wären dadurch die eben bereits erwähnten User-basierten Webangebote, wie Google, Facebook, ebay oder eben Wikipedia, die zur permanenten Selbstzensur gezwungen werden könnten. Nun sind eben diese vier auch nicht gerade Leichtgewichte der Branche und formatieren sich in einem gemeinsam organisierten Protest – mit Wikipedia als Vorreiter und dem 24-Stunden-Blackout als Warnschuss vor den Bug der Copyright-Kreutzritter.

Die wirtschaftliche und mediale Macht dieser Protestbewegung könnte eine neue Form des Web-Lobbyismus erschaffen, die es in dieser Dimension vorher noch nicht gab und deren politisches Einflusspotential noch kaum abzusehen ist. Unerwartete Schützenhilfe bekommt die Protestbewegung dabei ausgerechnet aus dem Weißen Haus selbst – ein Sprecher verkündete vergangenen Samstag: “Versuche, die Online-Piraterie zu bekämpfen, dürfen nicht in einer Online-Zensur legaler Aktivitäten ausarten oder die Möglichkeiten zur Innovation [...] begrenzen.” Entsprechende Gesetzesentwürfe würden von der Regierung Obama nicht gebilligt werden.

Unter derartigem politischen und lobbyistischen Druck lassen erste Ergebnisse für gewöhnlich nicht lange auf sich warten: sowohl der republikanische Abgeordnete Lamar Smith, der den SOPA-Entwurf vorbrachte, als auch Patrick Lehay, seines Zeichens demokratischer Senator von Vermont und Schöpfer von PIPA gaben an, ihre jeweiligen Kreationen erneut zu prüfen und ggf. zu überarbeiten. Ob dabei ein Konsens gefunden werden kann oder ob die Copyright-Lobby sich der Online-Allianz beugen muss, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch kaum absehbar.

Denn zuvor gehen auf unserem kleinen Puzzle-Globus erst einmal die Lichter aus.

Startseite der englischen Wikipedia von Mittwoch, dem 18.01.2012

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Quellen:

http://wikimediafoundation.org/wiki/Press_releases/English_Wikipedia_to_go_dark (Abruf am 17.01.12)

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,809499,00.html (Abruf am 17.01.12)

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,809442,00.html (Abruf am 17.01.12)

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,809603,00.html (Abruf am 17.01.12)

http://www.stern.de/digital/online/protest-gegen-us-internetgesetz-sopa-wikipedia-sieht-schwarz-1774721.html (Abruf am 17.01.12)

http://www.whitehouse.gov/blog/2012/01/14/obama-administration-responds-we-people-petitions-sopa-and-online-piracy (Abruf am 17.01.12)

 

Bildquelle:

http://en.wikipedia.org/wiki/Main_Page (Abruf am 18.01.12)

Sicher ist, dass nichts sicher ist!

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medien und Politik1 Kommentar »

Jeden Tag setzen wir uns immer wieder neuen Gefahren aus, handeln oftmals ohne nachzudenken und gehen dabei Risiken ein. Sei es der rasante Fahrstil am Morgen, wenn man mal wieder zu spät aus dem Haus gekommen ist oder das unüberlegte “über die Straße rennen” wenn der Bus angefahren kommt. Wir erleben jeden Tag Situationen, die gefährlich sind, über die wir aber nicht so direkt nachdenken. Das hat sicherlich auch seine Vorteile, denn wenn wir jeden Tag mit Ängsten aus dem Haus gehen würden, wären wir quasi handlungsunfähig.

Dass sich die Politiker mit dem Thema “Sicherheit” immer mehr auseinandersetzen, ist im Laufe der Zeit mehr (oder weniger stark?) zum Ausdruck gekommen…wer kennt sie nicht? Die Nacktscanner an Flughäfen, die Kameras in Bahn, Bus und Geschäften, die Regelung, auch am Tag mit Licht zu fahren etc. Der Staat setzt alles daran, die Bürger gegen alle erdenklichen Bedrohungen zu schützen. Einerseits natürlich sinnvoll zum Wohl der Bürger, andererseits sind wir uns der vielen Überwachungen und Datenspeicherungen, v.a. durch das Internet, gar nicht mehr bewusst…setzt man einen Frosch in einen Topf mit heißem Wasser, springt er sofort wieder heraus. Wird er allerdings in einen Topf mit kaltem Wasser gesetzt und das Wasser wird allmählich erwärmt, so nimmt der Frosch das warme Wasser anfangs noch als angenehm wahr. Wird das Wasser weiter erhitzt, verliert der Frosch seine Kräfte und ist spätestens mit Erreichen des Siedepunktes tot. Dieses Bild präsentierte im November 2006 die Vertreterin einer Bürgerrechtsorganisation während der Internationalen Datenschutzkonferenz in London den Teilnehmern und stellte anschließend die Frage, “ob es uns auf dem Weg in die Überwachungsgesellschaft nicht ähnlich ergeht wie jenem Frosch”.

Neben den vielen technischen Fortschritten, den vielen Kontrollen und wirtschaftlichen Interessen, ist es aber auch der Mensch selbst, der sich mehr und mehr dazu bereit erklärt, die eigene Privatsphäre an die Öffentlichkeit zu bringen, sei es bei Facebook, auf privaten Homepages oder bei TV Sendungen wie “Big Brother”…Was im eigentlichen Sinn der Wahrung der allgemeinen Sicherheit entsprach, hat sich im Laufe der Zeit zur “Datensucht” und zu einem wirtschaftlichen Vorteil gewandelt…sicher ist jedenfalls, dass nichts (mehr) sicher ist!

 

Literatur:
- Trojanow, Ilija/ Zeh, Juli (2009): Angriff auf die Freiheit. Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte, München: Carl Hanser Verlag.
- Schaar, Peter (2007): Das Ende der Privatsphäre. Der Weg in die Überwachungsgesellschaft, München: C. Bertelsmann.

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