Uni Trier jetzt bei google+

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik, Medienwandel, Weblogs, Zukunft des Internet3 Kommentare »

Dass das Internet in der heutigen Zeit bereits eine elementare Rolle im Alltagsleben eines großen Teils der Gesellschaft eingenommen hat und sich weiterhin auf dem Vormarsch befindet, wurde hier im Medienblog unlängst diskutiert. Die Vielfalt an Internetangeboten ist faszinierend und erschreckend zugleich, denn scheinbar am laufenden Band werden neue Ideen bzgl. der Internetpräsenz entwickelt und ausgearbeitet. Verständlich, dass verschiedene Organisationen – so möchte ich es an dieser Stelle nennen – die grundlegenden Muster anderer Anbieter übernehmen – das Paradebeispiel ist und bleibt facebook. Das Prinzip ist einfach und (welt-)weit verbreitet: Eine Plattform wird erstellt und mit den unterschiedlichsten Funktionen zur Kommunikation und (Selbst-)Präsentation ausgestattet.

Wer erinnert sich nicht an die Zeiten, in denen das Internet in erster Linie ein Königreich für die Information war? Suchen und finden – erstellen und abrufen – hinnehmen und hinterfragen. Alles schien möglich. Sehr populär wurde in dieser Zeit die allseits bekannte Suchmaschine Google, deren Einfluss auf das alltägliche Leben bald so groß wurde, dass für sie eigene Redewendungen erfunden wurden („Die Welt ist eine Google.“) und sie sogar einen Eintrag mindestens in der 25. Auflage (2011) des Duden bekam. In der Zwischenzeit hat sich bei Google einiges getan.

Von der reinen Suchmaschine für Informationen in reiner Textform wurde sie zu einer regelrechten Institution, was die Sammlung von Informationen angeht. Dies klingt zunächst danach, als habe sich nicht viel verändert. Doch es ist die Art und Weise wie Google mittlerweile vorgeht. Für GoogleMaps und GoogleStreetview fahren regelmäßig mit Kameras und Messgeräten ausge-stattete Fahrzeuge durch die Städte der Welt und archivieren eine globale Momentaufnahme, die stetig aktualisiert werden soll. Die großen Debatten über den fehlenden Datenschutz und den Eingriff in die Privatsphäre des Menschen sind noch nicht in Vergessenheit geraten. Bezüglich des mangelnden Datenschutzes sei die Übernahme von z.B. der Videoplattform youtube kurz erwähnt. Seit geraumer Zeit wurden youtube- und Google-Konten ohne Vorwarnung verknüpft und sind fortan nicht mehr einzeln zugänglich. So bleibt youtube-Nutzern mit eigenem Konto der Zugriff auf selbiges verwehrt, wenn kein Google-Konto vorhanden ist. Zwar soll es eine Art Hintertür geben, über die man das youtube-Konto auflösen kann, wenn man sich ggf. kein Google-Konto zulegen möchte, doch um die betreffende Seite zu erreichen, muss man sich erst einmal per Google-Zugangsdaten einloggen. Das macht stutzig, ist diese Vorgehensweise doch mehr als suspekt. Der Nutzen dieses Zusammenschlusses: mehr Daten, die gespeichert werden können, u.a. über das Konsumverhalten im Bereich des umfangreichen Videoangebots.

Lange Rede, kurzer Sinn: es hat sich viel verändert bei Google. Gerade heute wurde ich mit einer weiteren Funktion der Suchmaschine bekannt gemacht: Google+. Obwohl ich selbst aktiv und relativ begeistert das Internet nutze und mich durchaus regelmäßig über Neuerungen informiere, ist mir diese Einrichtung bisher fremd gewesen. Google+ wid als Social Media Plattform bezeichnet und funktioniert letzten Endes wie facebook und Konsorten. Klickt man sich auf der Startseite von Google umständlich zu den näheren Informationen zu Google+ durch und macht sich die Mühe, die sibene kurzen Infotexte zu den Funktionen von Google+ durchzulesen, stößt man auf Aussagen wie folgende:

„Interaktion mit Personen im Web ähnlich wie im richtigen Leben“ und „genau wie im richtigen Leben“ (man bemerke die implizit angesetzte Steigerung) (Rubrik auf einen Blick & Circles),

„erschaffen Sie neue Zivilisationen“ (Rubrik Spiele),

„Ab heute laden sich Ihre Fotos ganz von selbst hoch.“ (Rubrik Fotos, Sofort-Upload).

Google goes facebook! Schon wieder wird eine virtuelle Welt erschaffen, in der jeder mit jedem kommunizieren kann. Schön und gut, doch was sollen wir von den besagten „neuen Zivilisationen“ halten und davon, dass sich Fotos fortan scheinbar selbstständig ins Internet hochladen? Wie dies genau funktioniert, erfährt man nämlich auf dieser kurzen Infoseite nicht. Dafür müsste man sich durch die unzähligen weiteren Übersichten kämpfen, die Google über andere Links zur Verfügung stellt. Ich hatte leider recht schnell den Überblick darüber verloren, wo auf dieser Website ich mich eigentlich gerade befand.

Trotz allem bietet diese neue Plattform eine weitere Form der Informationspräsentation. Zwar lässt sich so ohne Weiteres kein Überblick über die Mitgliederzahlen finden, doch dieses Format existiert schließlich nur, wenn es ausreichend genutzt wird. Dass diese Nutzung nicht auf Privatpersonen beschränkt ist, erfuhr ich heute durch eine Mitteilung der Universität Trier: „Seit letzter Woche ist Google+, die Social Media Plattform von Google, auch für Firmen und Organisationen verfügbar.“ – und weiter heißt es: „Auch die Universität Trier ist dort mit einer Seite vertreten.“

Ich muss sagen, diese Nachricht hat mich doch sehr überrascht. Wusste ich doch bis heute gar nicht, dass es so etwas wie Google+ gibt, erfahre ich in unmittelbarem Zusammenhang, dass sich sogar zahlreiche Universitäten bereits in dieses Programm intergriert haben. Sucht man über Google+ mit den Stichworten „Universität“ bzw. „University“, erfolgt eine Auflistung aller teilnehmenden Hochschulen. Wenn man nun bedenkt, dass Google+ wohl überhaupt erst seit vergangener Woche die Eintragung für Firmen und Organisationen anbietet, ist die rege Teilnahme erstaunlich.

Im 21. Jahrhundert scheint sich ein nicht zu verkennender Teil der Gesellschaft auf soziale Plattformen und Netzwerke, sowie das Internet im Allgemeinen zu übertragen. Dass auf diese Weise neue Kontakte geknüpft, alte Kontakte erhalten und überhaupt die globale Vernetzung (zumindest in Bezug auf die Industrienationen) vorangetrieben wird, möchte ich nicht in Frage stellen. Kritisch hervorzuheben ist hingegen erneut die Frage nach Privatsphäre, Selbstbestimmung und Datenschutz:

„Google speichert Informationen über Ihre Aktivitäten, z. B. welche Beiträge Sie posten und mit welchen Nutzern Sie kommunizieren, um die Google-Dienste für Sie und andere zu verbessern.

Wir erfassen möglicherweise auch Informationen von anderen Nutzern über Sie, z. B. wenn jemand Sie zu einem Kreis hinzufügt oder Sie in einem Foto taggt. Manche Nutzer veröffentlichen möglicherweise Informationen über Sie, z. B. Ihren Profilnamen und Ihr Profilfoto in ihrem Google-Profil in einer Liste von Personen, die sie zu ihren Kreisen hinzugefügt haben.“ (Google+ -Datenschutzbestimmungen zur Erfassung und Verwendung von Informationen).

Die Welt ist also eine Google – auf dass sie uns nicht irgendwann überrollen mag.

 

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http://www.uni-trier.de/index.php?id=20500&tx_urtmaildigest_pi1%5Bcmd%5D=showMail&tx_urtmaildigest_pi1%5Bmail%5D=6082

http://www.google.com/intl/de/+/policy/

http://www.google.com/intl/de/+/learnmore/

https://accounts.google.com/ServiceLogin?uilel=3&service=youtube&passive=true&continue=http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fsignin%3Faction_handle_signin%3Dtrue%26nomobiletemp%3D1%26hl%3Dde_DE%26next%3D%252F&hl=de_DE&ltmpl=sso

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El Blog del Narco

geschrieben von in Weblogs1 Kommentar »

28.000 Menschen starben in den letzten vier Jahren durch den wütenden Drogenkrieg in Mexiko. Dealer, Journalisten, Polizisten selbst Kinder hat das Schicksal nicht verschont.

Die seit 2006 bestehende Regierung unter Felipe Calderon versucht vergebens gegen die Drogenbosse vorzugehen. Die Drogenkartelle setzten sich mit aller Macht und Brutalität zu wehr. Schon ein falsches Wort kann den Tod bedeuten! Die Gesellschaft in Mexiko lebt in Angst und Schrecken.

Nur 30% der Straftaten gelangen über die Medien an die Öffentlichkeit. Die Journalisten und Regierenden sind gekauft oder haben extreme Angst.

Aus Wut über die Meiden und die Regierung hat seit März 2010 ein Mitte 20 jähriger Student den Blog „El Blog del Narco“ gegründet. Aus Angst des Autors bleibt die Identität streng geheim. Die Informationen erhält der Autor von Opfern, Dealern und Unbeteiligten Personen aus dem ganzen Land. Von abgeschnitten Köpfen, Videos von Enthaupteten und Vergewaltigungen werden in dem Blog gezeigt. Eine 100% Wahrheitswiedergabe kann nicht garantiert werden, da der Blog selbst von nur 2 Personen betreut wird und keine Redaktion dahinter steckt. Es geht auch nicht um einen Schockeffekt sondern um eine neutrale Berichterstattung über die herrschende Problematik in Mexiko.

„Mit dieser Wahrheit möchte ich den Mexikanern helfen, einen Weg aus dem Gefühl der permanenten Unsicherheit zu finden. Angst lässt sich einfacher bekämpfen, wenn sie ein Gesicht hat.“ (Autor, El Blog del Narco)

Im laufe der letzten Monate hat der Blog immer mehr an Popularität gewonnen. Als eine Art mexikanisches Wikileaks hat El Blog del Narco mittlerweile auch die mexikanische Polizei und das FBI als Leser für Ihre Informationsquellen gewonnen.

Quellen:

http://www.blogdelnarco.com/p/acerca-de.html

http://schnittpunkt2012.blogspot.com/2010/10/i-n-mexico-wo-mehrere-drogenkartelle.html

Adamak, Yvonne: Jeder kann der Nächste sein, in NEON Bd.2 S.30-37 (2011)

Trierer Blogbiertrinken 2010 am 16. Dezember um 20 Uhr im Schwach und Sinn

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Kommunikationsformen, Medienwandel, Qualität, WeblogsKommentare deaktiviert für Trierer Blogbiertrinken 2010 am 16. Dezember um 20 Uhr im Schwach und Sinn

Der Termin wurde nach Aufruf ausgedoodelt:

Donnerstag, 16. Dezember um 20 Uhr treffen sich die Blogger Triers im Schwach und Sinn zum Blogbiertrinken a.k.a. Bloggertreffen a.k.a. Badexcusefordrinkingagain a.k.a. etc. 2010.

Natürlich sind auch Microblogger (Twitterer, Indenti.caer etc.) eingeladen und sehr gern gesehen. Traut euch–auch wenn ihr nicht mitgedoodelt habt! Kommt einfach vorbei!*

Spread the word!

Winterliche Grüße

Horatiorama


Blogbier in Trier 2010 (CC-Lizenz: BY-NC-SA)

* Falls du keinen aus der Runde kennst: Blogger erkennt man natürlich am Tux-Shirt, den langen Haaren… – ähm… – nein, am Hello-Kitty-Shirt, der Emo-Frisur… – ähm… – nein, am Youtube-Shirt und an der professionellen Kamera, die… – ähm… – nein, an der Piratenflagge, an der Wikileaks-Spendenbox… – ähm… – nein, an den Klowänden… – ähm… – nein, daran, dass unter ihnen kein Journalist ist… – ähm… – … -äh – tja? Vielleicht machst du dir besser selbst ein Bild! Man wird sich finden. Sicher.

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Tod auch im world wild web möglich

geschrieben von in Internet, Weblogs, Zukunft des Internet2 Kommentare »

 Eine virtuelle Todesanzeige als Antwort auf eine private, in einem Onlineportal verfasste Nachricht finden Sie unrealistisch?

-Nein, das gibt es wirklich und es handelt sich längst nicht mehr um eine Zukunftsversion!

Zunächst lässt sich sagen, dass die Zahl der Nutzer von sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook oder MeinVZ kontinuierlich ansteigt[1] und Neuregistrierungen täglich stattfinden. Inzwischen weiß jedoch jeder von den Risiken, die von solchen Netzwerken ausgehen; an erster Stelle dem Problem des Datenschutzes.[2] Dennoch stellen viele „Member“ regelmäßig private Fotos online und kommentieren diese unbedacht.

Es steht also die Frage im Raum, was aus all diesen Fotos, Texten und Kommentaren nach dem eigenen Tod wird.

Bereits vor ungefähr zwei Jahren erkannte die Gründerin des sogenannten „My Webwill“[3] das Problem der unendlichen Datensammlung im Internet, die nach dem Tod nur schwer zu löschen sind. Deshalb entwickelte die Schwedin einen Service, der dem registrierten Nutzer die Erstellung eines „virtuellen Testaments“ ermöglicht. Dieses Testament trifft dann später Aussagen über die bestehenden Onlineportale und deren Funktion nach dem Tod des jeweiligen Nutzers. Dabei gibt es mehrere Optionen, die der jeweilige „User“ frei wählen kann. Angenommen ich würde morgen durch einen Autounfall zu Tode kommen und hätte mich vorher bereits bei My Webwill registriert, so würden die Personen meines Vertrauen, die ich im Testament angegeben habe, meinen Tod an eben diese weitergeben. Je nach gewählter Option kann nun meine Onlinepräsenz in dem jeweiligen Netzwerk (Facebook & Co.) gelöscht werden oder eine von mir verfasste Nachricht an all meine Freunde gesendet werden. Ganz umsonst ist dieser Service natürlich nicht. Auch der Preis variiert und hängt davon ab, welchen Dienst man beansprucht. Soll das Profil nur gelöscht werden, so ist das kostenlos. Wenn man aber seinen Account an eine dritte Person überreichen möchte, kostet das bereits rund 70,- Euro.

Von der Grundidee aus ein gelungenes Konzept, doch muss sich die Frage gestellt werden, ob nicht auch hier wieder das Vertrauen in die Domäne von zentraler Bedeutung ist? Entgegen des Werbesolgans „Durch My Webwill haben Sie die Kontrolle über Ihre digitalen Inhalte, Daten und Dateien […]“[4] sehe ich den Aspekt der „Kontrolle“ kritisch, da ich schließlich und letztendlich meine Daten wieder nur in die Hände eines Dritten gebe. Deshalb sollte ein Jeder frühzeitig über die Konsequenzen der Veröffentlichung der eigenen Privatsphäre im world wide web nachdenken, denn erst einmal online gestellte Inhalte sind oft unumkehrbar und für Millionen für Menschen einsichtbar!


[1] Holger Schmidt, 26. April 2010, „Facebook zieht deutscher Konkurrenz davon“ in FAZ.Net, F.A.Z.-Blogs, http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2010/04/26/facebook-zieht-deutscher-konkurrenz-davon.aspx, 04.12.2010

[2] Vgl. Felix Knoke, 23.11.2007, „Privatsphäre. Die Gefahren des sozialen Netzes“ in spiegel.de, http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,517584,00.html, 04.12.2010

[3] www.mywebwill.de

[4] https://www.mywebwill.de/aboutn

„Parlamentarische Zwänge“ lösen Shitstorm aus

geschrieben von in Internet, Internet und Politik, Medien und Politik, WeblogsKommentare deaktiviert für „Parlamentarische Zwänge“ lösen Shitstorm aus

Die Wirkung und Reichweite des Kurznachrichtendienstes Twitter hat die Landtagsfraktion der Grünen in NRW in dieser Woche unfreiwilligerweise illustriert. Ein Tweet zur Debatte um die Veränderung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV) löste innerhalb kürzester Zeit einen sogenannten Shitstorm aus, über Retweets und Blogeinträge taten hunderte von Internetusern ihre Empörung kund, die eng mit der aktuellen Demokratiedebatte verknüpft ist.

Der Inhalt des Tweets den die NRW-Grünen scheinbar bedachtlos ins Netz und somit in die mediale Öffentlichkeit zwitscherten, ist folgender: „Wir sind weiterhin gegen den #JMStV, die Fraktion hat sich aufgrund parlamentarischer Zwänge anders entschlossen.“ Was die Grünen als Unterscheidung zwischen Landesverband und Fraktionsentscheidung verstanden wissen wollten, klang für zahlreiche Blogger -deren Situation sich durch den neuen JMStV erheblich verschlechtert, da sie ihre Inhalte mit Altersfreigaben versehen müssen- wie der blanke Hohn. In kürzester Zeit entwickelte sich auf Twitter und in der Blogosphäre eine teilweise ernsthaft, teilweise satirisch geführte Diskussion über den JMStV und parlamentarische Zwänge im Speziellen, über Demokratie und Mitbestimmungsrecht der Bürge im Allgemeinen. Höhepunkt dieses Shitstorms, der über die Grünen herein brach, ist die schon seit Montagabend online gestellte persiflierende Seite parlamentarische-zwaenge.de. Ganz im Stile klassischer Internet-Memes wie den Chuck-Norris-Sprüchen können User dort eigene Eintragungen in dem inzwischen berühmten Satz „Wir sind weiterhin gegen………, die Fraktion hat sich aufgrund parlamentarischer Zwänge anders entschlossen“ vornehmen, deren Bandbreite von ernsthaften politischen bis zu humoristischen und/oder Schmuddelkommentaren reicht.

Innerhalb weniger Tage hat sich in der Öffentlichkeit des Internets ein Phänomen entwickelt, die vor allem zwei Sachen deutlich zeigt: 1. Wie schnell und auf welche Weise nur zwei unbedachte Worte einen Sturm der Empörung in der vernetzten Welt des Internets auslösen kann. 2. Dass diese Debatte dennoch von den etablierten Medien nur in Ausnahmefällen aufgegriffen wird und sich dessen Wirkung deshalb weitestgehend auf die sogenannte Internetgemeinde beschränkt.

Mehr Qualität bei Bloggern

geschrieben von in Blogroll, Fernsehen, Medienwandel, Nachrichten, Qualität, Weblogs3 Kommentare »

Amerikanische Wissenschaftler fordern mehr Qualität bei Bloggern. Eine Studie der amerikanischen University of Missouri untersucht den Informationsgehalt von Bloggern und Bürgerjournalismus Seiten.  Sie stellte fest, dass Blogger, die Einschnitte die durch Kürzungen im Mediengeschäft entstanden sind, nicht abdecken können. Und die Informationslücken immer größer werden. Aus diesem Grund  fordern sie mehr Qualität bei der Informationsbeschaffung der Blogger.

Für die weitere Entwicklung des Mediensystems müsse man verstehen, wie Bürgerjournalismus und die klassischen Medien in Zukunft nebeneinander stehen werden. Laut der Studie kann es zukünftig  so sein, dass Blogger eine größere Verantwortung im Mediensystem haben werden.  Es kann durchaus sein, dass Bürgerjournalismus künftig für die lokalen Informationen einer Gemeinde verantwortlich ist, falls das Mediensystem mit noch mehr Einschnitten rechnen muss. Die Studie fordert deshalb, die Bloggern darauf hinzuweisen, wie sie vorgehen müssen um die Qualität ihrer Informationsbeschaffung langfristig zu verbessern.

Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,705538,00.html

The Blogpaper

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Printmedien, Weblogs2 Kommentare »

Aus Blogbeiträgen eine gedruckte Zeitung machen. Das ist die Idee einer britischen Online-Community namens Blogpaper.  Funktionieren soll das Ganze folgendermaßen: Auf der Online-Seite von Blogpaper kann jeder seine Blog-Beiträge posten, die dann anschließend von den Mitgliedern der Community kommentiert und bewertet werden. Die Community entscheidet damit darüber, welche Blog-Beiträge zunächst auf der Titelseite des Web-Auftritts und dann anschließend in der gedruckten Version erscheinen.

Das Geschäftsmodell der Blogpaper entspricht in etwa dem einer werbefinanzierten Gratiszeitung. Die gedruckte Version soll dann nämlich kostenfrei in der Londoner Innestadt verteilt werden.

Nach eigenen Informationen hat die Blogpaper das Ziel, die erste „user-generated newspaper“ in London zu sein. Nach ihrer Philosophie sollen nicht wenige Einzelne darüber entscheiden was die Mehrheit rezipiert, sondern die Mehrheit selbst. Eine Redaktion gibt es nicht. Die Entscheidung darüber was auf die Titelseite der Ausgabe kommt fällt einzig und allein die Community.

Testversionen der Zeitung sind bereits erschienen, bislang scheint sie aber noch weit davon entfernt zu sein auch regelmäßig zu erscheinen. Natürlich auch, weil sie wesentlich davon abhängig ist, dass sich genügend Leute im Netz dafür  interssieren.

Warum Blogs in Deutschland keine Chance haben…

geschrieben von in Internet, Kommunikationsformen, Weblogs, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Wer kennt Felix Salmon? In Deutschland vermutlich kein Mensch. In den USA hat es der Niemand aus New York City zu Ruhm und Berühmtheit gebracht. Ganz nach dem Geschmack der Amerikaner und ihres American Dream. Nicht aber als erfolgreicher Jungunternehmer wie man es aus den USA kennt. Der Quell seiner Popularität ist sein Wirtschafts- und Finanzblog, der mittlerweile zu den erfolgreichsten Blogs zählt. Seine Meinung über die Branche scheint gefragt.

Vor kurzem hatte die Redaktion von Medien Monitor die Ehre, einen Beitrag über den berühmten Blogger zu schreiben. Darin zählt er zehn Gründe auf, weshalb Blogs in Deutschland angeblich nicht so populär sind wie in den Staaten und seiner Meinung nach auch niemals sein werden. Zu den Gründen zählt Salmon unter anderem eine zu starke Fixierung auf Status, Hierarchie und qualifizierten Äußerungen, Desinteresse deutscher Wirtschaftsgrößen an der Meinung des Volkes, mangelndes Selbstvertrauen der Deutschen bis hin zu dem Punkt, dass uns die Ferien zu wichtig sind als dass wir sie mit bloggen verbringen.

Das Ganze liest sich wie das kleine 1×1 des Bloggens, recht amüsant wie ich finde. Der gute Herr Salmon sagt uns, was wir falsch machen und wie es richtig geht. Mir drängt sich aber der Verdacht auf, als wäre er – Tag ein Tag aus – so eifrig mit bloggen beschäftigt dass ihm glatt die Zeit fehlt, sich ernsthaft mit der deutschen Blogosphäre auseinander zu setzten. Was denkt ihr über seine 10-Punkte-Liste? Ein Tip: werft auch mal einen Blick in die Kommentare!!

http://www.medien-monitor.com/Deutschland-ist-keine-Blogosph.1382.0.html

http://blogs.reuters.com/felix-salmon

http://www.felixsalmon.com

Twitter for life?!

geschrieben von in Internet, Weblogs2 Kommentare »

Twittern. Ein Begriff, der mittlerweile wie selbstverständlich in unseren Sprachgebrauch übergegangen ist. 40 Millionen User weltweit nutzen bereits den Blogdienst. Noch in diesem Jahr soll mit bezahlten Firmenaccounts Geld verdient werden.

Bislang ist Twittern noch kostenlos. Jeder, der will, kann sich ohne versteckte Kosten anmelden und lostwittern. Doch nicht nur private User nutzen den Dienst, sondern auch geschäftliche Größen wie Lufthansa, TUI oder Otto.

Doch schon bald könnte der Zugang nicht mehr kostenfrei sein: In der Nacht zu Freitag startete Twitter eine Informationsplattform namens „Twitter 101 for Business„. Sie dürfte der erste Schritt sein, um Unternehmen für die Benutzung zahlen zu lassen, stellt zeit.de fest. „Der nächste logische Schritt sind Unternehmens-Accounts gegen Geld“, meint auch Nicole Simon, Autorin eines Twitter-Buchs und Web-Beraterin.

Bis zum Jahr 2013 will Twitter weltweit über eine Millarade Nutzer vorweisen können. Die Idealvorstellung: jeder User soll einen Dollar bezahlen. Woher der plötzliche Meinungsumschwung? Die Antwort ist relativ einfach: Bisher erzielt der Dienst keine Einnahmen.

Ob Twitter nach der Einführung eines Kostenbeitrages immer noch so hohe Wellen schlagen wird, wie bislang (z.B. Tod von Michael Jackson zuerst getwittert etc.) mag ich an dieser Stellen einmal bezweifeln.

Weblogs = Journalismus?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienkritik, Medienwandel, Weblogs, Zukunft des Internet6 Kommentare »

Da wir über diese heiß diskutierte Frage schon im Seminar „Onlinejournalismus“ von Herrn Bucher lange gesprochen haben, möchte ich sie hier noch einmal in den Raum werfen und zur Diskussion stellen.

Sind Weblogs Journalismus? Sind Blogger Journalisten? Ist bloggen vielleicht eine neue Art von Journalismus? In welchem Verhältnis stehen Blogs und klassischer Journalismus zueinander? Werden Blogs/Blogger in Zukunft den klassischen Journalismus/Journalisten ersetzen oder ergänzen sie ihn nur? Welche Vorteile bietet der klassische Journalismus, welche bieten Weblogs?

Hier einige Thesen und Anhaltspunkte zur Diskussion:

– Weblogs greifen Themen auf, die im klassischen Journalismus keine Beachtung finden und zu kurz kommen und können sogar Themen in den klassischen Medien setzen.

– Klassischer Journalismus ist objektiv und glaubwürdig, im Gegensatz zu Weblogs, die oft subjektive und unglaubwürdige/nicht ausreichend belegte Informationen enthalten.

– Weblogs erweitern die gesellschaftliche Öffentlichkeit und lassen marginalisierte Personen und Gruppen zu Wort kommen.

– Weblogs haben ein Interaktionspotential, das den klassischen Medien weitgehend fehlt.

Wie seht ihr das Verhältnis von Weblogs und Journalismus?

Weitere Diskussionsansätze, Infos und Meinungen siehe beispielsweise hier, hier, hier# und hier

Sascha Lobo verkauft seine Unabhängigkeit?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internet und Politik, Medienkritik, WeblogsKommentare deaktiviert für Sascha Lobo verkauft seine Unabhängigkeit?

Die Frankfurter Rundschau druckte am Freitag einen Artikel über Blogger, Autor und Internet-Strategieberater Sascha Lobo mit dem Titel „Der Netzbeschmutzer“.

Lobo wirbt neuerdings für das Telekommunikationsunternehmen „Vodafone“ in dessen neuer Kampagne „Es ist Deine Zeit“ (TV-Spot hier). Die Kampagne richtet sich vor allem an jüngere/jugendliche Mitbürger, die von Lobo so genannte „Generation Upload“.

Vor allem in der Blogosphäre entbrannte daraufhin die Diskussion, ob ein bekannter A-List-Blogger wie Lobo sich derart vermarkten und gleichzeitig in seine(n Aussagen übe)r Unabhängigkeit und Unangepasstheit glaubwürdig bleiben könne.

Auf jetzt.de ist zum Thema folgende Zusammenfassung der Kritik zu lesen:

Im Kern lässt sich die Kritik an der Kampagne auf zwei Argumente runter brechen: Die einen zeigen sich genervt von der Person Sascha Lobo. Die anderen […] werfen Lobo vor, sich zwar einerseits gegen die Zensursula genannten Netzsperren zu engagieren, andererseits aber mit Vodafone zusammenzuarbeiten, wo man sehr viel positiver auf die Pläne der Ministerin von der Leyen reagiert hat.

Lobo reagierte auf die Aufregung mit einem Post, in dem er sich selbst interviewte und gab folgende Statements ab:

Auf die Frage: „Dürfen Blogger eigentlich Werbung machen?“ antwortet Lobo:

Natürlich dürfen Blogger Werbung machen; noch dazu habe ich ja nie verschwiegen, Werber zu sein. Markenkommunikation war schon immer mein Beruf.

In Bezug auf den Widerspruch zwischen persönlicher Ablehnung des Gesetzes zur Sperrung von Kinderpornografie-Seiten im Internet (Lobo heiße die Einführung einer Infrastruktur zur Zensur des Netzes nicht gut) und Befürwortung ebendieser Sperren durch Vodafone, sagt Lobo:

[…] ich halte die Sperren für falsch. Vodafone war hier anderer Auffassung. Das grundsätzliche Thema ist allerdings ein politisches ? das auch politisch angegangen werden muss. Man darf nicht den Fehler machen zu glauben, dass hier mit dem derzeitigen Gesetz auf einmal alles vorbei sei. Vielmehr ist Netzpolitik ? Politik generell ? ein ständiger, diskussionsintensiver Prozess. Ich werde mich weiter inhaltlich einbringen und freue mich deshalb, dass Vodafone mich nicht nur als Testimonial, sondern auch als strategischen Berater an Bord geholt hat.

Bleiben für die Allgemeinheit und die Blogosphäre dennoch Fragen im Raum stehen:
Haben Blogger wie Lobo eine Art moralische „Verpflichtung“, gänzlich unabhängig zu bleiben und Zusammenarbeiten wie die mit vodafone zu unterlassen?
Bedeutet die Teilnahme an der Werbekampagne den Verlust von Lobos Unabhängigkeit?
Ist Lobo einfach nur ein nichtskönnender Selbstdarsteller?
Internet-Sperren: ja oder nein?
Und, nicht zuletzt: Warum besitzt Lobo vier (!) I-Phones, die hierzulande bis jetzt nur mit T-Mobile-Vertrag erhältlich sind?

Eure Meinung ist gefragt.

Weiterführende Links:
Sascha Lobo Interview im Rahmen der vodafone-Kampagne auf youtube: http://www.youtube.com/watch?v=wlooAdhDUFo
Sascha Lobo Interview auf focus.de: http://www.focus.de/digital/internet/sascha-lobo-ich-werde-meine-iphones-nicht-wegwerfen_aid_416582.html
Blogger „Don Alphonso“ zum Thema: http://blogbar.de/archiv/2009/07/14/vodafone-kommunikation-ohne-reissleine/

Zensur oder nicht Zensur…

geschrieben von in Internet, Medien und Politik, Weblogs5 Kommentare »


Das mittlerweile berühmt-berüchtigte Stoppschild vor Websites mit kinderpornographischem Inhalt wird zurzeit mehr oder weniger konstruktiv diskutiert. Zweifellos gehören Datenschutz und Privatsphäre zu den besonders sensiblen Themen bürgerlicher Freiheit und sollten zu Recht vor ungerechtfertigten staatlichen Eingriffen geschützt werden. Und trotzdem findet augenblicklich anstelle einer Sachdebatte vielmehr ein wildes Schelten vor allem gegen die Familienministerin Ursula von der Leyen, die den zu unterstützenden Versuch unternimmt, menschenverachtende Inhalte im Internet zu bekämpfen. Denn der Aufschrei ?Zensur!?  ist wie ein Artikel in DER ZEIT klarzumachen versucht, juristisch völlig unhaltbar. Schlimmer noch der Vorwurf der Internetzensur rückt die Bundesrepublik in die Nähe von Zensurländern wie China oder Iran.

In Artikel 5 Grundgesetz heißt es kurz und knapp: ?Eine Zensur findet nicht statt?. Nur sind die roten Stoppschilder wirklich der Anfang vom Ende der Freiheit  im Web? Zur Klarstellung sei ein kurzer Abschnitt des Zeit-Artikels der Ausgabe 29 vom 09.07.2009 zitiert:

?Historisch ist das Zensurverbot in Artikel 5 Absatz 1 Satz 3 Grundgesetz die schöne Zwillingsschwester der Pressefreiheit. Das Verbot der Zensur sollte ursprünglich verhindern, dass Zeitungen oder Flugschriften vor ihrer Veröffentlichung einer staatlichen Behörde, eben dem Zensor, zur Freigabe vorgelegt werden mussten. »Schon die Existenz eines derartigen Kontroll- und Genehmigungsverfahrens lähmt das Geistesleben«, hat das Bundesverfassungsgericht gelegentlich geschrieben ? übrigens die einzige staatliche Instanz, die auch von der Netzgemeinde mit einem gewissen Respekt behandelt wird. Und jedes Land, in dem immer noch zensiert wird, belegt die Richtigkeit dieser These, China ebenso wie Iran oder Kuba.

Auch heute ist deshalb unter Juristen praktisch unbestritten, dass das Grundgesetz nur die »Vorzensur« verbietet, also die präventive Kontrolle von Meinungsäußerungen. Die Karlsruher Richter lassen daran keinen Zweifel: »Die Verfassung kann mit diesem kategorischen Verbot jeder Zensur nur die Vorzensur gemeint haben.« Denn sind eine Meinung, ein Artikel oder eine Polemik »erst einmal an die Öffentlichkeit gelangt« ? sei es auf Papier gedruckt, im Fernsehen ausgestrahlt oder online publiziert ?, »so gelten die allgemeinen Regeln über die Meinungs- und Pressefreiheit und ihre Schranken«, also das Verbot von Beleidigungen, der Jugendschutz oder die Strafbarkeit des Leugnens des Holocaust, um nur einige der Schranken der Meinungsfreiheit zu nennen, die von den Gerichten kontrolliert werden.? (aus Die Zeit Nr.29 vom 09.07.2009)

Dies sei gesagt um der unreflektierten und formal falschen Argumenten, die das Ende der Pressefreiheit beschreien, (Zensursula auf youtube) ein Faktum entgegen zu setzen. Nichts spricht gegen gerechtfertigte Kritik und Widerstand gegen  Maßnahmen, welche Meinungsfreiheit und das Recht auf Privatsphäre im Netz versuchen einzuschränken. Doch sollte die Debatte sachlich und bei den Fakten bleiben.

Johannes Rau ist tot – zumindest bei Twitter

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Nicht nur der King of Pop ist tot. Nein auch Altbundespräsident Johannes Rau!

Was daran so spannend ist?

Stefan Keuchel, seinerseits „press spokesperson for Google Germany“, hat die Nachricht, dass Johannes Rau heute verstorben sei getwittert (Versehen mit dem Kommentar, dass er dies erst über twitter mitbekommen habe. Dabei verlinkte er auf einen Spiegel.de Artikel.

Spannend an der ganzen Sache ist, dass sich diese Meldeung sehr schnell bei twitter durch ReTweets verbreitete.  Viele Twitterer haben die Tatsache, das Johannes Rau schon seit über drei Jahren tot ist wohl vergessen und nicheinmal auf die Datumsangabe des Spiegel.de Artikels geschaut. Auch das hohe Ansehen, dass frischkopp innerhalb von Twitter hat dürfte ein Rolle gespielt haben.

Interessant an der ganzen Sache ist nun, wie sich eine solche Falschmeldung bei Twitter einerseits rassend schnell verbreitet (der normale Twitter User muss ja keine Inforamtionen nachrecherchieren) und dass der Fehler andererseits innerhalb von kürzester Zeit durch das Netzwerk bzw. die kollektive Inteligenz korregiert wurde.

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RTL twittert auf der Straße

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Twitter einmal anschaulich…

Vor kurzem sendete RTL explosiv einen Beitrag zum Thema twitter – und stellte, um zu überprüfen, wie das ganze wohl in der realen Welt aussähe, einen jungen Mann in die Fußgängerzone, der dann „analog“ twitterte: Er hielt große Pappschilder hoch, auf dem sein aktueller „Status“ zu lesen war oder rief mit dem Megaphon aus, was man sonst eben so twittert. „Zum Mittagessen gab’s Spaghetti. Hmm, lecker!!“ war da zu lesen. Die Reaktion der Passanten – Kopfschütteln, entnervtes Augenverdrehen, schnelles Weitergehen.

Aber ist es ihnen zu verdenken? Im Internet kann man dem vielleicht noch aus dem Weg gehen, oder einfach die unnötigen Informationen überlesen, aber wenn man im Supermarkt zugetextet wird, ist es nicht so einfach, wegzuhören.

Auch interessant ist die Reaktion der Twitterer selber: Sie twittern über den Beitrag! „Twitter-Status auf der Fußgängerzone, die spinnen doch! :)“, „Ich habe gestern einen Bericht auf RTL zum Thema Twitter gesehen, wer alles twittert usw. Ist wirklich erstaunlich wie viele Menschen so ein starkes Mitteilungsbedürfnis haben.“oder gar „habe twitter durch den beitrag auf rtl kennen gelernt“

Na dann. Wenn dadurch ein paar Menschen verstanden haben, was twitter ist, gerne.

http://www.wahl.de/themen/rtl

http://collabor.idv.edu:8888/0721696/stories/27397/

http://www.rtl.de/tv/tv_987480.php?media=video1&set_id=22703

http://twitpic.com/6miia

Online-Universität

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Der israelische Jungunternehmer Said Reschef hat letzte Woche Samstag die erste gebührenfreie Universität im Internet gegründet „University of the People“. Damit möchte er jedem die Möglichkeit bieten zu studieren. Bislang werden nur die zwei Studiengänge Betriebswirtschaft und Informatik angeboten und die Universität bemüht sich zurzeit um die Anerkennung in den USA.
Bis jetzt haben sich bereits 150 Studenten aus 35 Ländern eingeschrieben. „Es gibt auf der ganzen Welt hundert Millionen Menschen, die zwar einen Schulabschluss haben, aber nicht das Geld eine Universität zu besuchen. Oder wo sie leben, sind keine Universitäten, oder sie können dort nicht hinziehen“, stellte Reschef fest, der nicht nur als Gründer sondern auch als Präsident der Universität fungiert.

Die Online Universität ist meiner Meinung nach eine angemessene Alternative für junge Leute, die nicht die finanziellen Möglichkeiten haben auf herkömmliche Weise zu studieren. Allerdings bleibt abzuwarten ob die Universität im Netz gleiches Ansehen genießen wird wie die Universitäten in der realen Welt.

Quelle: http://www.pro-medienmagazin.de

Medien über Medien

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Es ist an sich nichts Ungewöhnliches, wenn Medien über andere Medien berichten. So besprechen zum Beispiel einige Radiosender regelmäßig die Titelthemen verschiedener deutscher Zeitungen, so gehört in B5 aktuell, oder Zeitungen kommentieren und/oder kritisieren neue Kino- oder Fernsehfilme.

Jetzt tut sich hier eine neue Form auf: in den Pro7- Sendungen taff und red! geht es um Stars und Sternchen – hier wid begeistert aufgegriffen, dass eben diese Persönlichkeiten mit Vorliebe über sich selbst twittern. Und so werden nun fast täglich die neuesten Nichtigkeiten der Stars verlesen – ob nun Jessica Simpson einen Riesenburrito verspeist oder Paris Hilton die Welt mit einer schwarzen Perücke schockiert.

Ob das nun notwendig ist, ist fraglich. Zumal sich daran zweifeln lässt, wie sinnvoll die Kurzmeldungen der Stars auf twitter.com sind. Den Stars jedenfalls kommt das sicher recht. Den neugierigen Fans wird etwas geboten, aber nur das, was die Promis auch zeigen wollen. Und dadurch, dass die Twittereinträge dann durch die Medien gehen, bleiben die Stars präsent und interessant. Im Prinzip haben also alle was davon.

Integration aller in die Informationsgesellschaft

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internet und Politik, Kommunikationsformen, Medien und Politik, Medienkritik, Medienwandel, Weblogs, Zukunft des Internet1 Kommentar »

„Informationen für jedermann?“ Auch Dagmar Wöhrl (CSU), Parlamentarische Staatssekräterin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie hat sich Gedanken über die Relevanz des Internetes in der heutigen Gesellschaft gemacht. In ihren Augen ist es die Aufgabe der Politik den Menschen den Zugang zum Internet zu verschaffen, „der kompetente Umgang mit dem Internet gehört zu den Schlüsselkompetenzen in unserer Gesellschaft. Es ist eine politische und soziale Aufgabe, allen Bürgerinnen und Bürgern Zugang zu den digitalen Medien und ihren Chancen zu ermöglichen“.
Gestern wurde das Konzept „Internet erfahren“ von Frau Wöhrl in Berlin vorgestellt. Rund 26 Millionen Menschen in Deutschland über 14 Jahren haben noch keinen Bezug zum Internet. Die Gründe dafür sind so unterschiedlich wie die Zielgruppe der Initiative. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie verfolgt das Ziel, den kompetenten Umgang mit dem Internet in allen Bevölkerungsgruppen zu steigern. Mit den drei Programmpunkten unterschiedliche Maßnahmen, Praxisprojekte und Methoden sollen die Schlüsselkompetenzen mit Unterstützung von Netzerfahrenen vermittelt werden. Über gemeinsame Interessen vermitteln die Patinnen und Paten das Spektrum und Potenzial der Internetnutzung.

Quelle:
http://www.pro-medienmagazin.de/
www.internet-erfahren.de

Wissenschaftsblogs statt Wissenschaftsjournalismus?

geschrieben von in Medienwandel, Printmedien, Qualität, WeblogsKommentare deaktiviert für Wissenschaftsblogs statt Wissenschaftsjournalismus?

Nach einer Studie des Magazins Nature zum Wissenschaftsjournalismus werden Blogs für den Wissenschaftsjournalismus immer wichtiger, während Ressorts in den klassischen Medien geschlossen werden. Für Deutschland verzeichneten Forscher jedoch einen klaren Anstieg der konventionellen wissenschaftsjournalistischen Berichterstattung.

?Die unabhängige Wissenschaftsberichterstattung ist vom Aussterben bedroht.? So sieht Wall Street Journal-Wissenschaftsjournalist Robert Lee Hotz die Zukunft des Wissenschaftsjournalismus im Einklang mit dem Ergebnis einer Studie des britischen Wissenschaftsmagazins Nature. Demnach werden immer mehr Wissenschaftsressorts geschlossen, die Wissenschaftsberichterstattung verlagere sich in die Blogosphäre. Kritiker befürchten, dass die oft hochwissenschaftlichen Themen dort nicht mit ausreichender Distanz und dem notwendigen kritischen Blick betrachtet werden. Nach dem Ergebnis der Studie wären viele Arbeitsplätze im Wissenschaftsjournalismus bedroht, denn die wissenschaftlichen Blogs werden nicht nur mehr, sondern erreichen auch eine immer größere Leserschaft.
In Deutschland scheint es einen solchen Trend noch nicht zu geben. Einerseits haben Blogs hier noch nicht einen solchen Einfluss, wie beispielweise in den USA, andererseits ist gerade die Wissenschaftsberichterstattung einer der blühenden Branchenbereiche in den Medien. So bezifferten die Forscher in einer Studie der Technischen Universität Dortmund die Zunahme der wissenschaftsjournalistischen Berichterstattung zwischen 2003/2004 und 2006/2007 auf 48 Prozent. Untersucht wurden dabei die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung und die Welt. Auch außerhalb von Wissenschaftsseiten wurde im Untersuchungszeitraum mehr als doppelt so häufig über Wissenschaft-, Medizin- und Technikthemen berichtet.

www.Internetcommunities.world

geschrieben von in Internet, Kommunikationsformen, Medienwandel, Weblogs, Zukunft des Internet3 Kommentare »

Facebook und MySpace sind aktuell zwei der erfolgreichsten Online-Communities im Netz.

Die Entstehungsgeschichte führt uns zurück in 2005, als beide Plattformen öffentlich wurden. Ursprünglich sollte MySpace ein Netzwerk sein, welches die Band seines Gründers Tom Anderson berühmt machen sollte. Inzwischen hat die Community einen enormen Markwert von unbekannter Höhe und man sagt, dass Google MySpace rund 900 000 000 $ bezahlt hat, nur um dort Werbung machen zu dürfen.

Facebook dagegen fand seine Gründung im Harvard, wo Leute we Bill Gates die Messlatte so hoch gesetzt haben, dass es ein Statussymbol ist etwas genau so sinnvolles wie Windows zu entwickeln. Und so hat Marc Zuckerberg seinen Anteil für die menschlichen Kommunikation geleistet. Seine Kreation hat im 2009 eineauf 15 Milliarden Dollar geschätzten Marktwert und die Tendenz ist steigend.

Somit haben wir heutzutage ein ganz neues Mediengebiet, das Tausende von Möglichkeiten bietet den Alltag ins Netz zu übertragen.

Bahn contra Netzpolitik oder: die Wirkungsweise des Web2.0

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Als ich mich heute Vormittag dazu entschieden hatte, nun auch mit einem eigenen Account in die wunderbare Twitter-Welt einzutreten, konnte ich noch nicht ahnen, dass ich durch meine Registrierung schon Stunden später unmittelbare Zeuge eines weiteren Beispiels für die (spontan) dynamisch-diskursive Kraft des Web2.0 werden würde. Diesmal scheint sich die Bahn ihre juristischen Zähne an der Twittergemeinde und Blogosphäre auszubeißen. Doch eines nach dem anderen: Was war passiert?

In Zusammenhang mit der aktuellen Affäre um die Untersuchung und Durchleuchtung zehntausendner Angestellter der Deutschen Bahn AG hatte netzpolitik.org vergangenen Samstag ein internes Memo zur Mitarbeiter-Rasterfandung publiziert. Heute dann erreichte das Blog eine Abmahung des Konzerns. Um sich vor Rechtstreitigkeiten zu schützen und möglicherweise gegen diese seitens der Bahn ergriffenen Maßnahme vorgehen zu können, bat netzpolitik.org so gegen 15 Uhr nicht nur im Blog, sondern auch via Twitter um juristischen Rat. Der richtige Stimulus war gesetzt, die Lawine kam ins Rollen. Bereits einige Minuten später war in einem weiteren netzpolitik-Tweet zu lesen: „Jetzt sehe ich mal, wieviele Follower ich habe […]. Danke für die vielen Weiterleitungen!“.  Und noch bevor die ersten juristischen Ratschläge und Unterstützungsofferten eingehen konnten, war von der Abmahnug bereits im ersten ‚Nicht-Blog‘-Medium zu lesen. Im weiteren Verlauf des Nachmittags wurde die Geschichte von weiteren Newsseiten aufgegriffen (bspw. Heise und Horizonte) und landete schließlich bei den Mainstream-Medien. Bei Focus.de war der entsprechende Artikel übrigens innerhalb von drei Stunden dann auch schon in den Top3 der meistgelesenen Artikel der letzten 24 Stunden.

Die Deutsche Bahn AG hat dieser Tage wohl richtig Freude an Krisenkommunikation, ist das Unternehmen mit diesem Vorgehen doch auf dem besten Wege in ein weiteres PR-Desaster zu stoplern. Warum die Bahn diesen publizistischen Streit gegen netzpolitik.org letztlich verlieren muss, schreibt Robin Meyer-Lucht bei CARTA. Als Grund führt er u.a. die Ressource des direkten Zugangs zur Öffentlichkeit und eine sich spontan vernetzende Unterstützerschaft an. Näher als heute war ich an der Wirkungsweise dieser beiden Phänomenen selten dran. Eine schöne Zusammenfassung der eindrucksvollen Resonanz auf das Blogposting sowie die Tweets von Netzpolitik findet sich hier.

Und damit endet mein erster Tag als Twitter-User. Bleibt die spannende Frage, ob die Abmahnung morgen früh auch auf den Medienseiten der Tageszeitungen thematisiert wird.

UPDATE: Die Geschehnisse nehmen weiterhin ihren Lauf. Zwar ist das das Vorgehen der Bahn gegen netzpolitik.org heute noch nicht in den Zeitungen – zumindest nicht in der SZ -,  aber bei der Netzzeitung und taz.de zu finden. Laut Netzpolitik-Tweets will Deutschlandradio Kultur morgen früh berichten. Selbst die Bündnisgrünen haben sich inzwischen mit dem Blog solidarisiert. Es bleibt spannend.

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