10 Jahre Skype: Eine einzigartige Erfolgsgeschichte feiert Jubiläum

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Wir alle kennen es, lieben es und – da lehne ich mich wohl nicht allzu weit aus dem Fenster – wir alle nutzen es, beziehungsweise haben es schon einmal genutzt. SKYPE! Der wahrscheinlich berühmteste Dienst zur Internettelefonie wird 10 Jahre alt!

Vom schwedischen Unternehmer Niklas Zennström und dem dänischen Unternehmer Janus Friis in Luxemburg gegründet entwickelte sich Skype schnell zum führenden Anbieter für Internettelefonie. Und das nicht ohne Grund. Im Gegensatz zu seinem Vorreiter Net2Phone, 1996 gegründet, ist die Telefonie mit Skype kostenlos (abgesehen von wenigen kostenpflichtigen Zusatzdiensten). Eine einfache Einrichtung sowie die gute Gesprächsqualität und die Verschlüsselung der Daten machen die Software weltweit für Nutzer attraktiv. Große Entfernungen können mit Hilfe eines Mausklicks überbrückt werden und somit können Menschen weltweit miteinander in Kontakt treten. Als Alternative zum teureren Telefonieren mit dem Handy hat Skype die Kommunikation des Menschen maßgeblich geprägt und wurde rasant zum führenden Kommunikationsmittel der globalen Gesellschaft. Ob einfach nur chatten, mit seinen liebsten telefonieren oder sogar Konferenzen in Unternehmen abzuhalten, alles scheint mit dem Onlinedienst möglich zu sein. Der große Einfluss des Portals auf den Alltag des Menschen wird auch daran deutlich, dass 2006 das Wort „skypen“ Einzug in den Rechtschreibduden erhielt, und das erst 3 Jahre nach Veröffentlichung. Nach eineinhalb Jahren verzeichnete Skype bereits über eine Million Nutzer. Mittlerweile ist das Unternehmen bei mehr als 665 Millionen Usern weltweit angekommen und konnte im April sogar einen neuen Nutzungsrekord aufstellen. Mehr als 2 Milliarden Minuten täglich wird weltweit über den Onlinedienst gechattet und telefoniert.

Zwar konnten die Erfinder von Skype mit dem Gratis-Dienst zunächst nicht viel Gewinn machen, der erste Geldregen kam jedoch 2005 als eBay über 3 Millionen US-Dollar in das Unternehmen investierte. Hohe Erwartungen an das Unternehmen wurden jedoch nicht erfüllt und so probierte sich 2011 ein weiterer Internetriese daran von Skype zu profitieren. Microsoft übernahm für 8,5 Millionen US-Dollar den Dienst mit dem Ziel die mit Skype existierenden Produkte zu verbessern. Dafür stellten sie sogar ihr Instant-Messaging-Programm „Microsoft Messenger“ im April diesen Jahres ein.

Skype hat die Telekommunikationsbranche erheblich verändert und versetzte zu Beginn auch die Telefonanbieter in Angst und Schrecken. Getrieben von dieser Angst vor der aufkommenden Konkurrenz blockierten diese zunächst Skype-Daten auf mobilen Geräten und forderten sogar zusätzliche Gebühren an zur Nutzung des Dienstes. Heute muss sich Skype selbst gegen aufkommende Konkurrenz wehren. Vor allem Google scheint da gute Karten zu haben zumindest auf längere Sicht mit Skype zu konkurrieren. Mit dem Hangout-Service von Google+ ist es sogar möglich Gespräche mit mehreren Personen gleichzeitig kostenlos zu führen. Prominente Unterstützung in der Vermarktung des Dienstes gibt es auch schon. Angela Merkel führte vor einigen Tagen schon eine Videokonferenz über Integration mit ausgewählten Gesprächspartnern über den Dienst von Google.

Es wird spannend sein zu beobachten, ob sich Skype langfristig gegenüber der Konkurrenz durchsetzen kann. Gute Karten hat das Unternehmen auf jeden Fall. Da sich Skype auch über Smartphone verwenden lässt werden wohl auch mehr und mehr junge Leute angelockt. Und wer bezahlt schon gerne hohe Gebühren wenn er auch kostenlos Telefonieren kann.

In diesem so schnelllebigen medialen Zeitalter weiß man nie welche Neuerungen morgen auf den Markt kommen. Vielleicht können wir jedoch in 10 Jahren wieder sagen: Herzlichen Glückwunsch Skype! Diesmal zum 20- Jährigen Jubiläum.

Quellen:

Focus online (23.04.2013): Revolution der Telekommunikation, Zehn Jahre Skype, URL: http://www.focus.de/digital/internet/tid-30735/revolution-der-telekommunikation-zehn-jahre-skype_aid_967593.html (23.04.2013).

Pluskota, Alina: Zehn Jahre Skype: Wie ein Gratis-Dienst Milliarden machte; in: tagesschau.de (23.04.2013), URL: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/skype116.html (23.04.2013).

Sagatz, Kurt: Jubiläum, Skypen statt telefonieren; in: tagesspiegel.de (19.04.2013), URL: http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/jubilaeum-skypen-statt-telefonieren/8087922.html (23.04.2013).

Zellweger, Klaus: Skype: Alles, was wichtig ist; in: Pctipp.ch (22.04.2013), URL: http://www.pctipp.ch/praxishilfe/workshops/internet/67689/skype_alles_was_wichtig_ist.html (23.04.2013).

 

16vor bis Jahresende vor dem aus?

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Da ich wegen meines Cloud Working Jobs in Berlin lebe, gehört der Berliner Tagesspiegel für mich zur täglichen Lektüre. Auf dessen Medienseite fand ich letzt Woche einen Artikel zum Thema “Hyperlokale Medien”.  Neben der „Tegernseer Stimme” dem , „Heddesheim Blog“ oder den „Prenzlauer Berg Nachrichten“ ging der Artikel auch auf 16vor aus Trier ein.

16vor-Macher Marcus Stölb äußerte sich in dem Artikel recht pessimistisch zu den Zukunftschancen von 16vor. Sollte es bis Ende des Jahres nicht möglich sein, mehr Einnahmen mit 16vor zu generieren steht das Projekt vor dem aus.  Das 16vor nun seit sechs Jahren dem Nachrichtenmonopol des Volksfreund etwas auf lokaler Ebene entgegensetzt finde ich sehr wichtig für Trier. Aber es ist auch verständlich, dass ein Journalist nicht langfristig von 1000 Euro im Monat (so viel verdient man als 16vor Vollzeitredakteur) leben kann und möchte. Es ist schade, dass trotz 150.000 Besuchern im Monat noch keine funktionierende Monetarisierungsstrategie für ein solch ambitioniertes Projekt gefunden werden konnte. Aber hier gibt Stölb sich selbstkritisch. Das Marketing habe man zu lange vernachlässigt.

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Product Placement

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Bei solch einem verregneten Sommer, bieten sich lange DVD-Nächte oder Kinoabende an. Doch was uns in solchen Hollywood Spielfilmen geboten wird, geht meist über den Unterhaltungswert hinaus.

Dahinter stehen oft Firmen, die ihr Produkt bewerben möchten, indem ihre Produkte oder Logos während des Filmes unauffällig gezeigt werden sollen. Diese Werbestrategie ist als Product-Placement bekannt. “Als Product-Placement wird die im Austausch gegen Geld/Vorteile vorgenommene Integration des Namens, des Produktes, der Verpackung, der Dienstleistung oder des Unternehmenslogos eines Markenartikels oder eines Unternehmens in Massenmedien, ohne dass der Rezipient das als störend empfinden soll, bezeichnet.”

Somit sind es Werbemittel, bei dem durch gezielte Platzierung von Markenprodukten in Form einer realen Requisite in die Handlung eines Spielfilms eine hohe Werbewirkung erwartet wird.

Fraglich bei solch einer Werbestrategie ist, dass der Rezipient oft  nichts von dieser “versteckten” Werbung  mitbekommt, im Vergleich zu Filmen die mit Unterbrechung im Fernsehn gezeigt werden und durch  Pausen praktisch signaliesiert wird, dass jetzt ein Werbeblock folgt. Somit fällt bei dem Product Placement die Funktion des “Zapping” weg. Ein Vorteil und Reiz für die Werbeagenturen, aber ein Nachteil für den Rezipient?

 

Literaturverzeichnis:

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/product-placement.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Product-Placement

Spaß und Tränen vor dem Spiel

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Wer hat sie nicht gesehen, diese zwei prägnanten Szenen während der Live-Übertragungen des Vorrundenspiels Niederlande:Deutschland (13.6.; ZDF) und des Halbfinales Deutschland:Italien (28.6.; ARD)?

Zur Erinnerung:

Im Vorrundenspiel Niederlande:Deutschland am Mittwoch, den 13. Juni 2012, wird in der 22. Minute auf einmal eine Szene vom Spielfeldrand gezeigt, in der Bundestrainer Joachim Löw von hinten auf einen Balljungen zuschlendert, diesem spielerisch den Ball aus dem Arm stupst, dem Balljungen daraufhin mit einem Lächeln auf die Schulter klopft und ihm anschließend den Ball per Hacke zurück kickt [1, 2]. Dieses kurze Intermezzo sorgte wohl vor zahlreichen Leinwänden und Bildschirmen für allgemeine Belustigung, zeigten diese Bilder doch gänzlich unerwartet einen überaus entspannten Bundestrainer, der seine Scherze treibt, während seine Mannschaft auf dem Platz um wichtige Punkte kämpft. Der Überraschungseffekt der Szene war pointiert.

Im Halbfinale Deutschland:Italien am Donnerstag, den 28. Juni 2012, schießt Mario Balotelli das für deutsche Fans erschütternde 2:0 für Italien. Es folgt eine Großaufnahme ins Publikum, genauer auf eine Frau – unverkennbar in den Farben Deutschlands -, der bei unbewegter Miene eine einzelne Träne aus dem Augenwinkel über die Wange kullert [3]. Dieses emotional stark aufgeladene Bild spricht vielen Fans aus der Seele und ruft Mitgefühl hervor – und passte in diesem Moment perfekt.

Zu perfekt vielleicht? Ja, laut der Berichterstattung von FOCUS Online vom 15., 16. und 30. Juni 2012 [1, 2, 3]. In drei Artikeln wird von den Hintergründen dieser zwei Szenen berichtet, die beide jeweils vor den entsprechenden Spielen stattgefunden haben und von der UEFA möglichst wirkungsvoll an den genannten Stellen in die Bilder der Live-Übertragung montiert worden sein sollen [2, 3]. ARD und ZDF echauffieren sich über diese, wenn auch nur kurzweilige, Aussetzung gesetzter journalistischer Standards, und fordern: “Wo live drauf steht, muss auch live drin sein.” [2]

Ein klassischer Fall der Konstruktion einer Medienrealität, scheinbar frei nach dem Motto “Was nicht passt, wird passend gemacht.”. Doch wenn solche Methoden lediglich aufgrund einer effektiveren Dramaturgie in die Medien Einzug erhalten, was soll uns zukünftig dann noch erwarten? Darf man der Bildschirmnotiz “live” fortan wirklich noch Glauben schenken? Muss man nun jede ausgestrahlte Sekunde TV-Programm bzgl. ihres Wahrheitsgehaltes hinterfragen?

Die Verantwortung für die Montage während der zwei EM-Spiele scheint bisher noch nicht geklärt [2]. Doch ob es nun der Regisseur allein, die Produktionsfirma oder gar die UEFA an sich gewesen sei – von welchem Interesse mag das am Ende noch sein, wenn eine derartige Verzerrung der Realität gang und gäbe würde?

 

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[1] FOCUS Online (15. Jun 2012, 10:04 Uhr): Jogi Löw scherzt mit einem Balljungen. Uefa-Fake sorgt für Verwirrungen. in: Ebert/Steil (1996-2012): FOCUS Online. URL: http://www.focus.de/kultur/medien/jogi-loew-scherzt-in-der-22-minute-mit-einem-balljungen-uefa-fake-sorgt-fuer-verwirrungen_aid_767595.html ; [30. Jun 2012, 3.57 pm].

[2] FOCUS Online (16. Jun 2012, 9:31 Uhr): Joachim Löw und der Balljunge. ZDF beschwert sich bei Uefa über falsche Bilder. in: Ebert/Steil (1996-2012): FOCUS Online. URL: http://www.focus.de/sport/fussball/em-2012/joachim-loew-und-der-balljunge-zdf-beschwert-sich-bei-uefa-ueber-falsche-live-bilder_aid_767948.html ; [30. Jun 2012, 3.59 pm].

[3] FOCUS Online (30. Jun 2012, 12:35 Uhr): EM-Halbfinale Italien gegen Deutschland. Uefa montiert Tränen über Balotellis Treffer. in: Ebert/Steil (1996-2012): FOCUS Online. URL: http://www.focus.de/kultur/kino_tv/beim-halbfinale-italien-gegen-deutschland-uefa-montiert-traenen-ueber-ballotellis-tor_aid_775227.html ; [30. Juni 2012, 4.00 pm].

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Gleiches Recht für Alle?

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Presseverlage im Online-Bereich sollen künftig den gleichen Schutz wie andere Werkvermittler genießen!

Dazu erstellte das Bundesminesterium für Justiz erstmals am 13.Juni 2012 einen Entwurf zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes, welcher den Schutz von Presseerzeugnissen im Internet verbessern soll. Ein ähnliches Recht existiert schließlich bereits für Musikproduzenten.

Was fair klingt ist allerdings sehr umstritten und birgt viele offene Fragen: Wer bezahlt wen für was?  Gelten Blogger und Nutzer von Social Media als potenzielle Verbrecher?  Und was ist mit den nötigen Rechten um Fahndungen der Urheberrechtsverstöße einzufordern? Diese Rechtsunsicherheit würde das Zitierrecht und die Informationsfreiheit in Deutschland neu definieren.

Klar ist bisher nur, dass gegen Nachrichtenaggregatoren, die wie Google News Überschriften und Textpassagen von Nachrichtenseiten aufbereiten, vorgegangen werden soll und bereits wird. So soll Google News also künftig kostenpflichtig werden?

Vordergründig beschäftigt mich dabei die Frage, ob sich Verlage und Autoren bei dieser Gewinnbeteiligung nicht ins eigene Fleisch schneiden werden. Denn was geschieht, wenn Google resultierend seinen Service einstellen wird? Immerhin klickt ein gewichtiger Anteil der Nutzer sich über Google bzw. Google News zu entsprechenden Artikeln. Schätzungen zufolge belaufe sich dieser sogenannte Traffic auf 40-50%. Nutzerzahlen wiederum sind für die Werbekunden von Onlinemedien ausschlaggebend und bedeuten so bares Geld für Onlineredaktionen. Dabei gibt sich ein gutes Viertel der Google-News-Nutzer lediglich mit dem Überblick zufrieden, so bleibt dann das Weiterlesen der Artikel auf deren Homepages aus. Der Macht von Google News und seinem Algorithmus kann sich also kaum eine Nachrichtenwebsite mehr entziehen und Suchmaschinenoptimierung von Artikeln ist unverzichtbar.

 

Ouellen:

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/leistungsschutzrecht-bmj-praesentiert-die-google-abgabe-a-838898.html (Abruf:19.06.12)

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/leistungsschutzrecht-was-das-gesetz-bedeutet-a-839094.html (Abruf:19.06.12)

http://www.irights.info/userfiles/RefE%20LSR.pdf (Abruf:19.06.12)

Schäfer, K. (6/2012). Weit weit oben. Das Medienmagazin journalist. Nummer 6. Seite 49-52.

Studie Hans Bredow Institut: Tagesschau, Google und BILD: Was den Deutschen für ihre politische Meinungsbildung wichtig ist

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Das Hans Bredow Institut hat eine spannende Studie zur Mediennutzung der Deutschen raus gebracht, die es komplett oder in Auszügen online gibt.

Da dies mehr ein praktischer Hinweis an Studenten sein soll (falls sie das Blog hier überhaupt selber freiwillig lesen) poste ich jetzt die PM dazu. Ich muss ja keine Blogbeiträge mehr schreiben^^ 

Das Fernsehen ist nach wie vor die wichtigste Quelle für die politische Meinungsbildung, so das Ergebnis einer Studie des Hans-Bredow-Instituts, die heute in Berlin dem Bundestagsausschuss für Kultur und Medien vorgestellt wurde. Die Studie „Informationsrepertoires der Deutschen“ basiert auf einer bundesweiten repräsentativen Befragung von gut 1000 Personen ab 14 Jahren. Sie untersuchte, welche Angebote aus der Sicht der Bevölkerung für ihr eigenes Informationsverhalten am wichtigsten sind. „Auch in den heutigen digitalen Medienumgebungen spielen die etablierten Medien Fernsehen und Zeitung nach wie vor eine wichtige Rolle. Das Internet ist aber mittlerweile zu einem wesentlichen Faktor auch für die politische Meinungsbildung geworden. Auffällig ist vor allem, dass mit Google und Facebook auch solche Angebote dazu gehören, die selbst keine politischen Inhalte anbieten. Diskussionen um Medienvielfalt und den Einfluss von Medien auf die Meinungsbildung müssen daher einen medienübergreifenden Ansatz verfolgen“, so Uwe Hasebrink, Direktor des Hans-Bredow-Instituts.Für die politische Meinungsbildung sowie für Informationen über das Weltgeschehen und über Deutschland ist das Fernsehen mit jeweils mehr als 40 Prozent der Nennungen das wichtigste Medium. Die Zeitungen liegen jeweils mit rund 20 Prozent der Nennungen auf dem zweiten Platz, es folgen das Radio und das Internet. Für Informationen über die Region ist hingegen für 40 Prozent der Befragten die Zeitung die wichtigste Quelle.Bei den 14- bis 29-Jährigen ist die Bedeutung des Internets deutlich größer; aber auch bei ihnen ist das Fernsehen für die politische Meinungsbildung und die Zeitung für Informationen über die Region das meistgenannte Medium.In allen Altersgruppen wird die „Tagesschau“ am häufigsten als wichtigstes Einzelangebot für die politische Meinungsbildung genannt; in der Gesamtbevölkerung folgen dann Google und BILD. Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen neben der „Tagesschau“ Online-Angebote – an sechster Stelle wird Facebook genannt – sowie private Nachrichtenkanäle und BILD im Vordergrund.Die Studie wurde im Rahmen des Vorhabens „Erfassung und Darstellung der Medien- und Meinungsvielfalt in Deutschland“ des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) durchgeführt. Ein ausführlicher Projektbericht ist auf der Website des Hans-Bredow-Instituts abrufbar. Die Studie basiert auf einer telefonischen Befragung, die Enigma GfK zwischen dem 19. Mai und 3. Juli 2011 im Auftrag des Hans-Bredow-Instituts durchgeführt hat. Insgesamt wurden 1.007 Personen befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ für deutschsprechende Personen im Alter ab 14 Jahren aus Haushalten mit Telefonfestnetzanschluss in Deutschland.

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Networked Individualism – Kommunikationswandel in einer digitalisierten Generation

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“We live in a network society. This book explains why, how, and what, on the basis of empirical evidence and rigorous analysis. This is a well-documented, well-thought, clearly written text that will become indispensable reading for professionals and students alike.” 

Mit diesen Worten ist Manuel Castells nur einer von vielen, der das kürzlich (Mai 2012) erschienene Buch Networked von Lee Rainie und Barry Wellman huldigt. Manuel Castells selbst verfasste das dreibändige Werk The Information Age (1996-1998) und sah bereits damals das Netzwerk als eine neue soziale Ordnung aufsteigen, aus dem eine gesamtgesellschaftliche (demographische), sozial strukturierende Dimension erwachsen wird.

Eine vielleicht weniger professionelle, dafür gleichermaßen interessante Rezension liest sich auf dem entsprechenden blog zum Buch. Das medienkritische Werk wird nicht nur als eine Pflichtlektüre, sondern gleichzeitig als ein Gegengift gegen die Dominanz einer “dummen tech-guru orientierten Perspektive” auf Technologie und Gesellschaft wahrgenommen:

 

People are not hooked on gadgets — they are hooked on each other.

 

“This is not just a book full of descriptive statistics but also an attempt to situate the data within a theoretical framework, rethinking how we should conceptualize the “group” and the “individual” within our new and transformative social networks. Last, the book is an important and balanced antidote to the silly tech-guru perspectives that dominate our conversations about technology and society.”

Laut Autor soll Networked darlegen, dass sich derzeit ein großer sozialer Wandel vollzieht. Und das weltweit. Networked Individualism wird das neue social operating system genannt, das von uns (als networked individuals) automatisch neue soziale Fähigkeiten abverlangt, um in diesem System zu operieren. Diese neue, omnipräsente Netzwerkumgebung (networked environment) überhole sozusagen die traditionellen analogen Strukturen von Film, Buch, Radio und Fernsehen, indem es diese Formen fest in sich etabliere und diese somit formbar wären (Internet als Inbegriff von Multimodalität). Und das alles noch als mobile device, der den ganzen Prozess tragbar mache und eine räumlich-zeitliche Entbettung mit sich bringe.

Auf diese oder jene Art, derartige Feststellungen stellen erstmal keine grundlegend neue Erkenntnis dar. Sehr interessant ist jedoch, dass die Autoren nicht die vorherrschende Angst vertreten, dass eine solche Umgebung uns isoliert und uns einsam zurückließe. Technologien wären keine isolierten oder isolierenden Systeme. Sie würden schlicht und ergreifend von uns selbst in unser soziales Leben eingegliedert werden – genau wie es mit allen Technologien geschehen wäre. Stattdessen wollen Lee Rainie und Barry Wellman zeigen inwieweit die großen, locker gestrickten sozialen Kreise der networked individuals das Potential in sich tragen, unsere Möglichkeiten des Lernens, der Problemlösungen, des Entscheiden und der sozialen Interaktion zu erweitern. Dieses neue social operating system of networked individualism befreie uns von jeglichen Restriktionen enger gestrickten Gruppen.

Die soziale Entgrenzung aus einer enger gestrickten Gruppe (densely knit group) in die Dimensionen offeneren Gruppe (networked individualism) bringe gleichzeitig Verhaltensmöglichkeiten mit sich, über deren Auswirkungen man sich nicht im Klaren sei:

 

“We suggest that the Internet as human adaptation has changed the landscape of life by supporting new behavior potentials with unexpected consequences.”

Vor diesem Hintergrund wird die gesamtgesellschaftliche Tragweite des Networked Individualism deutlich. Diese Vorstellung wird kontrastiert mit einer herrschenden sozialen Ordnung, dessen hierarchisch bürokratische Struktur auf eher statische, kleinere Gruppen anwendbar sei, die enger gestrickt seien. Beispielsweise Arbeitsgemeinschaften, (Privat)Haushalte oder Gemeinden.

Dinge seien Heute anders. Sobald wir das Internet und mobile devices in unser (soziales) Leben inkorporieren, würden wir die ways to interact grundlegend verändern. So werden wir nach Lee Rainie und Barry Wellman zunehmend und existenziell zu vernetzten Individuen anstatt Individuen, eingebettet in Gruppen. In einer solchen Netzwerkwelt stelle die eigene Person Dreh- und Angelpunkt dar: “more than the family, the work unit, the neighberhood and the social group.”

Rise of the Networked Individualism

 

Die Rede ist von 3 Revolutionen, die sich während vergangener Generationen ereignet haben und die gleichzeitig das Heranwachsen einer Network-Generation begründen. 1. Revolution sei die Internet Broadband Revolution. Zu Beginn des Projektes seien nur ungefähr die Hälfte der Amerikaner online gewesen - 46%. Heute seien es 80%. Quantitative Grundlage ist übrigens das Pew Internet Project (http://pewinternet.org/). Derartige Steigungen machen deutlich, dass wir Netzwerke in einer anderen Art und Weise nutzen würden um zu lernen oder zu sharen.

27% of online teens have uploaded a video.

25% of adults share links to local stories or videos.

16% of aduts have posted community news on a social network.

Die 2. Revolution wird Mobile Connectivity Revolution getauft.

88% of Americans have mobile phones.

46% have smart phones.

46% of the smart phone users used their phone to settle an argument (during may 2012).

39% used their phone to look up news.

33% for traffic information.

Dadurch ist es einem networked individual also möglich sich zu fast jeder Zeit an fast jedem Ort mit Leuten zu verbinden oder Medien oder Daten abzurufen – solange man die technische Vorraussetzung besitzt. Die 3. Revolution betrifft das allgegenwärtig scheinende Thema der social networks. Social Networking Revolution. Diese ereigne sich jedoch innerhalb der Medientechnologie. Laut Autoren tun wir jedoch etwas Grundmenschliches, wenn wir social networks hingeben. Wir versuchen uns mit Leuten zu verbinden, Netzwerke zu bauen und um stories zu teilen, deswegen: “They’re not hooked on gadgets, they’re hooked on each other.”

66% of all online adults are using social networking sites.

Young adults with cell phones exchange 110 texts daily.

Das Bild einer Era of Network wird gezeichnet. Menschen würde ihre social networks in den verschiedensten Feldern nutzen. Privat, beruflich usw. Und dies in einer Art und Weise, die für nur wenige Generationen zuvor heutzutage völlig unverständlich scheint. Man spricht also auch von einem neuen Informationszeitalter, in dem Menschen auf multimodaler Ebene Informationen erschließen. Andere Wege des Teilens sind entstanden. “It’s a complete different media ecology which existed maybe a generation ago.”

 

Vor dem Hintergrund einer “complete different media ecology” könnte sich auch eine zukünftige Medienforschung einem gewissen Orientierungswandel gegenübersehen. Die bereits angesprochenen Potentiale der Möglichkeitenerweiterung in Bereichen des Lernens, der Problemlösung oder der sozialen Interaktion könnten mögliche Anhaltspunkte darstellen. Gesetzt dem Falle, Kommunikation und Sprache seien elementare Bausteine einer digitalisierten Netzwerk-Generation, so sollte eine kritische Medien- und Kommunikationsanalyse besonderes Augenmerk auf die kommunikativen Handlungsstrukturen Strukturen legen. Aus einer ethnomethodologischer Forschungstradition heraus könnten Beschreibungen der alltagspraktischen Handlungsweisen von networked individuals geliefert werden. Welche Analysemethode auch am besten scheinen mag, zentral ist und bleibt, dass sich die Kommunikation im Laufe vergangener Generationen immens beschleunigt und mobilisiert hat. Durch das erhöhte Tempo, die räumliche Entbettung, die Multimodalität und die Flüchtigkeit der Kommunikation sind Auswirkungen auf unsere sprachlichen Kompetenzen unausweichlich. Vor allem Kommunikations- und Sprachanalysen müssen sich zunehmend auf eine Art network communication einstellen, die sich zum Teil stark von herkömmlichen, altbekannten Kommunikationsmustern unterscheidet.

 

Quellen

(1) http://networked.pewinternet.org/2012/05/24/networked-individualism-what-in-the-world-is-that-2/

(2) http://www.dfki.de/LAMDa/accepted/ACulturalPerspective.pdf

(3) http://pewinternet.org/

(4) http://networked.pewinternet.org/

Nach dem Gang an die Börse versucht Facebook den Gang in Kinderzimmer

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Nachdem er es geschafft hat am weltweiten Börsenabenteuer teilzunehmen, entwickelt der soziale Onlinenetzwerk-Riese namens Facebook nun eine neue Technologie, damit auch endlich Kinder unter 13 Jahren unter Aufsicht ihrer Eltern an seiner Welt teilhaben können. Schon längst tummeln sich 10-, 11-Jährige auf Facebook, obwohl es erst ab 13 erlaubt ist. Das Unternehmen will das nun offiziell zulassen und Kinder-Accounts einführen. Bedenkt man die Dimensionen einer solch zielgruppenorientierten Strategie, könnte dieser Facebook-Riese somit einen noch größeren (Freizeit)Bestandteil des Kinderzimmers ausmachen. Gleichzeitig wird ein Prozess verstärkt, der die Entwicklung von sozialen und kommunikativen Kompetenzen im Kindesalter unter einen noch größeren medialen Einfluss stellt. 

Das ruft nicht nur die immer wieder aufschreienden Datenschützer auf den Plan, sondern sollte gleichermaßen aus bildungs-, erziehungs-, sprach- und sozialwissenschaftlicher Sicht thematisiert werden. Die auf Zielgruppe ‘Kind’ zugeschnittenen Unterhaltungskonzerne wie beispielsweise Walt Disney sind natürlich auch mit von der Partie. Und aus Kinderzimmern hat der Riese nun mal die beste Sicht auf den wachsenden Markt der Kinder(computer)spiele.

Mit Angeboten wie Farmville konnten rund 12% der Einnahmen in Höhe von 3,7 Milliarden US-Dollar erzielt werden. Folglich stehen große Konzerne der Unterhaltungsindustrie vorfreudig in den Startlöchern, wenn Facebook seine Dienste auch noch Kindern in voller Breite anbieten könnte – nicht zu vergessen: natürlich unter Aufsicht der Eltern. Ein 88-prozentiges Umsatzwachstum aus dem vorigen Jahr lässt sich auch nicht einfach so halten. Technische Innovationen, die damit verbundenen Online-Kulturen (Apps, Blogs, Instagram etc.) und eine weltweite Mobilisierung der Internetnutzung des Internets wird diesen Umsatzwachstum nicht erhalten können. Man versucht also Initiative zu ergreifen.

Die vermeintlich kinderfreundliche Initiative gleicht hier jedoch schlicht und ergreifend Lobbyarbeit seitens des Facebook-Riesen. Dieser sei überzeugt, dass “Kinder unter 13 Jahren Zugang zu Facebook bekommen sollten. Das wird ein Kampf, den wir irgendwann einmal aufnehmen werden.” (Zuckerberg, 2011). Dass hier von einem bevorstehenden Kampf, u.A. gegen die Childrens Online Privacy Protection Act (Coppa), die Rede ist, zeigt zum einen die Tragweite der Problematik einer solchen ‘kinderfreundlichen Initiative’ und zum anderen zeigt es die Frechheit, mit der man sich hier versucht Kindernzimmern zu nähern.

Nutzungsstudien aus dem Jahre 2011 haben gezeigt, dass 7,5 Millionen Kinder unter 13 Jahren das Online-Netzwerk nutzen. 5 Millionen davon seien sogar jünger als 10 Jahre. Auswirkungen wie Cyberbullying, -mobbing, Suchterscheinungen, Einschränkung der kommunikativen Kompetenzen (‘sprachliches Junkfood’) oder Datenmissbrauch verstärken die Bedenken gegen Nutzung seitens Kindern. James Styer, Geschäftsführer bei Common Sense Media betont den Schutz der Kinderrechte und macht auf die bereits erwähnte Frechheit und Dreistigkeit aufmerksam:

“Wir haben nicht die geeigneten wissenschaftlichen Methoden, um das Für und Wider von sozialen Netzwerken und ihre Auswirkungen auf Teenager zu erforschen. Die Idee, sich auf diese Zielgruppe zu konzentrieren, wenn es Bedenken über den Umgang mit den bisherigen Adressaten gibt, ist unglaublich.” 

Die hier angesprochenen, nicht ausreichend erforschten ‘Auswirkungen’ stellen einen Großteil der Bedrohlichkeit dar, die von einem Sozialen Netzwerk ausgehen kann. Der Annahme Glauben schenkend, ein vernünftiger Umgang mit einem solchen Medium sei entscheidend, um sich zu schützen, dann würden im Falle des ‘Kinder-Facebook’ Gruppen bedroht werden, die erst noch den Umgang mit sich selbst lernen müssen.

Zum einen sollten Medienwissenschaftler und zum anderen Bereiche wie Sprachwissenschaften, Bildungswissenschaften oder Sozialwissenschaften dem kritisch gegenüberstehen. Der Erwerb sowohl sozialer als auch kommunikativer Kompetenzen würde durch ‘Kinder-Accounts’ einem noch stärkeren medialen Einfluss unterliegen.

Auf der homepage, die ein Petition gegen diese Zielgruppe-’Kind’-Strategie eingerichtet hat, heißt es:

(http://www.change.org/petitions/facebook-stop-plans-to-allow-kids-under-13-on-your-site)

“There is absolutely no proof of any meaningful social or educational value of Facebook for children under 13. Indeed, there are very legitimate concerns about privacy, as well as its impact on children’s social, emotional, and cognitive development. By opening the site up to kids younger than 13, Facebook’s strategy appears to be: Hook children early, build the brand, and create customers for life, regardless of the consequences”

(1) http://www.zeit.de/digital/internet/2012-06/facebook-kinder

(2) http://www.wallstreetjournal.de/article/SB10001424052702303918204577445742054401960.html

(3) http://www.commonsensemedia.org/

(4) http://www.change.org/petitions/facebook-stop-plans-to-allow-kids-under-13-on-your-site

Wachstum des digitalen Nachrichtenkonsums

geschrieben von in Allgemeines, Kommunikationsformen, Medienwandel, Nachrichten1 Kommentar »

Das in Washington ansässige ‘Pew Research Center for the People and the Press’ hat im März diesen Jahres die aktuellste ‘State of the News Media 2012′ - Studie veröffentlicht. Diese alljährliche Marktuntersuchung versucht, den Zustand des Nachrichten-Journalismus in den USA zu analysieren.  Als Grundlage werden sowohl eigene als auch fremde Statistiken aus verschiedenen Medienbereichen ausgewertet.

Digitale Plattformen, neue Medien, Online-Newsangebote, Smartphones und die damit verbundenen neuen Nachrichten- und Kommunikationskanäle würden zu einer erhöhten Nachrichtennachfrage führen und hätte sogar positive Auswirkungen auf die Bereitschaft, längere Artikel zu lesen. Zu u.A. diesen Ergebnissen gelang die diesjährige Bestandsaufnahme des ‘Pew Research Center for the People and the Press’. Der Report betont darüber hinaus, dass die Lücke zwischen klassischen Medienunternehmen und Technologie-Giganten wie Google, Facebook, Amazon und Co. immer größer werden würde.

Die Studie erstreckt sich zunächst nur auf den US-Nachrichten-Journalismus. Derartige Auswertungen, attestierte Entwicklungen und Trends lassen sich also nicht ohne Weiteres auf den europäischen oder deutschen Raum übertragen. Klar ist jedoch, dass auch im europäischen Raum technische Innovationen, neue Medien und digitale Plattformen zunehmend an Bedeutung gewinnen, wenn man von Nachrichtenkonsum spricht. Der Bericht macht ebenso klar, dass mit den digitalen Veränderungen auch neue ökonomische Veränderungen entstehen: Unternehmen wie Apple, Google und andere haben nicht nur maßgeblichen Einfluss auf die technischen Aspekte, sondern verlangen gleichzeitig auch ihren Teil der Einnahmen. Die klassischen US-Nachrichtenmedien wie Zeitungen, Magazine, Radio und Fernsehen würden nach wie vor über Umsatzverluste klagen und sähen sich ‘mittellos’ gegen die wachsende Onlinekonkurrenz.

Das Fernsehen stelle eine Art positive Ausnahmeerscheinung in der Nachrichtenlandschaft dar. Sowohl Zuschauer- als auch Umsatzzahlen blieben weitestgehend konstant. Trotzdem haben US-Nachrichtensendungen seit 1980 mehr als die Hälfte ihrer Zuschauer verloren. Die Werbeeinnahmen gingen 2011 um 6,7% zurück. Vor der Finanzkrise im Jahr 2007 lagen die Werbeeinnahmen im Fernsehen noch bei 21,5%.

2011, als sechstes Jahr in Folge, sind die Anzeigenerlöse von US-Zeitungen weiterhin gesunken. Die US-Zeitungsindustrie konnte 2011 Umsätze von 34 Milliarden US-Dollar erzielen. Im Jahre 2000 waren es noch 59,2 Milliarden. Diese Differenz würde sich vor allem auch in den kleiner werdenden Redaktionen widerspiegeln. Medienkonzerne und Verlagshäuser mussten zunehmend Mitarbeiter entlassen, um Profitabilität zu bewahren. Das Pew Research Center prognostiziert für 2012, dass viele Zeitungen nur noch sonntags in gedruckter Form erscheinen, da immer mehr Menschen auf das Online-Angebot zurückgreifen würden.

Die major trends lassen sich wie folgt skizzieren:

Eine Mehrheit von 36% aller befragten Amerikaner würde sich direkt auf der Website oder durch Apps ihres Nachrichtenlieferanten informieren. 9% würden den Empfehlungen in sozialen Netzwerken folgen und somit ihre Nachrichten erhalten.Diese Gruppe würde jedoch rapide zunehmen. Laut Studie verbuchen US-Nachrichtenportale einen Besucherzuwachs von 17%. Printausgaben hingegen verbuchten einen Verlust von mehr als 4%. Der Werbemarkt in Fernseh- und Print-Angeboten musste an Anteilen einbüßen, wohingegen der Online-Werbemarkt mit 23% deutlich zulegte. Mehr als 3/4 aller ‘U.S. adults‘ sind im Besitz eines Laptops oder Computers. Zu dieser weitestgehend stabil bleibenden Zahl kommt hinzu, dass 44% aller adults ein Smartphone besitzen und 18% der Über-18-Jährigen besitzen mittlerweile ein Tablet. Diese Tablet-Besitzer haben sich im Vergleich zum vergangenen Sommer um 50% erhöht.

Demzufolge wird ein Großteil der amerikanischen Bevölkerung als eine Art ‘multiplatform digital news consumer’ bezeichnet. Durch derartige digitale Gewohnheiten werden Nachrichten zunehmend mittels ”multidigital devices” konsumiert. Damit wird ein Bild gezeichnet, bei dessen Betrachtung man nicht das Ausmaß übersehen darf, indem Technologien als Zwischenhändler fungieren, um die Zukunft der Nachrichten zu kontrollieren.

In den letzten Jahren sind es vor allem zwei Trends, die deutlich machen, inwiefern die Lücke zwischen der Nachrichten- und Technologiebranche immer größer wird. Zum einen stellt die wachsende Nutzung mobiler, digitaler Anwendungen und die Nutzung von Social-Media-Kanälen wie Facebook eine wichtige Ebene der Technologie dar, auf die sich die klassische Nachrichten-Organisation anpassen muss. Zum anderen sind in den letzten Jahren Technologie-Giganten wie Google, Apple, Facebook usw. zu einer omnipräsenten Instanz geworden, wenn wir von Nachrichten, Sozialen Beziehungen und unserem digitalen Leben sprechen. Im gleichen Atemzug trachten diese makers of everything danach, die Hardware zu produzieren, die Menschen benutzen, Systeme zu entwickeln, wodurch bestimmte Anwendungen zu steuern sind, die Browser zu “verbessern”, worüber Menschen surfen, die E-Mail-Provider zu entwickeln, über die Menschen kommunizieren und natürlich, die sozialen Netzwerke und Webplattformen zu konstruieren, über die Menschen interagieren, shoppen und spielen. Derartiges Einmischen der Technologiebranche, nicht nur in das Nachrichtensystem, könnte zufolge haben, dass Unternehmen detaillierte und personalisierte Daten über jeden Benutzer haben werden.

 

Quellen:

(1) http://stateofthemedia.org/

(2) http://stateofthemedia.org/2012/mobile-devices-and-news-consumption-some-good-signs-for-journalism/

(3) http://pewresearch.org/pubs/2222/news-media-network-television-cable-audioo-radio-digital-platforms-local-mobile-devices-tablets-smartphones-native-american-community-newspapers?src=prc-headline

(4) http://www.mediadb.eu/news/aktuelle-meldungen/newsdetail/article/state-of-the-news-media-studie-us-nachrichtenmedien-stagnieren.html

(5) http://www.spiegel.de/netzwelt/web/infografik-mobile-nutzung-von-nachrichten-angeboten-in-europa-a-823293.html

(6) http://www.heise.de/newsticker/meldung/Digitale-Medien-verstaerken-Nachrichtenkonsum-1474719.html

 

WDR Rockpalast

geschrieben von in Fernsehen, Weblogs1 Kommentar »

Facebook geht milliardenschwer an die Börse. Ob das gut geht, keine Ahnung. Ich bin kein Börsenprofi. Wenn der Erfolg jedoch von den Mitgliedern abhängt, dann kann es aber jetzt schon eher klappen: Seit kurzem ist der WDR Rockpalast auf Facebook vertreten.

Was ist der Rockpalast? Wie fast alles bedeutsame in der Rockmusik selber entstand das Format des Westdeutschen Rundfunks in den 70er, genauer 1974 aus der Idee von Peter Rüchel und Regisseur Christian Wagner. Ein paar Jahre später waren dann die “Rocknächte”, die der WDR dann ausstrahlte, in der Essener Grugahalle ein fester Begriff in der deutschen Musiklandschaft geworden. In der Anfangszeit sendeten ARD und WDR sogar noch parallel zum Fernsehen den Konzertton, damit die Zuschauer über die heimische Stereoanlage auf ihre Hörkosten kamen. Heute zeigt der Rockpalast jede Sonntagnacht ein aktuelles Konzert, aus einer Halle oder von einem Festival wie Wacken oder Rock am Ring, und beschränkt sich dabei nicht mehr nur auf Rock, demnächst wird der Hype-Wellen-Surfer Cro zu hören sein.

Ein fast 40 Jahre altes Format findet also den Weg nach Facebook, und auch die Internetseite vom Rockpalast kann sich durchaus sehen lassen. Konzerte bis zurück ins Jahr 2004 können hier angesehen werden, alte Aufnahmen aus den 70ern und 80ern. Das freut den Liebhaber von Dinosauriermusik.

Quellen: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/das-soziale-netzwerk-facebook-definiert-preisspanne-fuer-boersengang-a-831249.htmlhttp://www.wdr.de/tv/rockpalast/index.jsphttp://www.rockpalastarchiv.de/welcome1.htmlhttp://www.facebook.com/pages/Rockpalast/371082536270295

Bloggingfieber erfasst Tagesschau

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik, Nachrichten, WeblogsKommentare deaktiviert

Die Internetpräsenz der Tagesschau will attraktiv sein und geht daher mit dem Trend, indem sie auf den Zug der Internetblogs aufgesprungen ist. Schons seit einiger Zeit können wir daher auf der Website einen Reiter mit der Aufschrift „Blog“ bewundern.

Wer die Tagesschau kennt, der wundert sich angesichts dessen vielleicht etwas. Bei dem Titel der Nachrichtensendung klingelt höchstens der allbekannte Eröffnungsjingle im Ohr, nicht aber die Assoziation mit Blogs.
Die Tagesschau ist die älteste Nachrichtensendung Deutschlands und wurde gestern von immerhin 3,55 Mio. Deutschen verfolgt. Sie gilt als seriös und wird im Vergleich zu den Nachrichten der Privatsender als etwas steif beschrieben.
Vielleicht ist es genau dieses etwas konservative Image, dem durch den Interblog entgegengewirkt werden soll. Aber genug der Spekulation über die Martketingstrategie der ARD.
Die Blogeinträge werden von den Auslandskorrespondenten der Tagesschau geschrieben. Es gibt auch eine Vlogversion, die im Vergleich zu vielen im Internet zur Verfügung stehenden Vlogs nicht nur eine Person vor krisseligem Hintergrund zeigt, sondern professionell gedreht und geschnitten ist. Man merkt also, dass das Projekt der Tagesschauredaktion durchaus wichtig ist und an finanziellen Mitteln nicht gespart wird.
Was die Themenauswahl angeht, so findet man diverse Bereiche wieder.
Hier einen Bericht über Deutsche Fahrzeuge in Afghanistan, dort über einen Gitarrenhersteller in Polen. Die Sprache der Korrespondenten passt sich sowohl in den Vlogs als auch in der schriftlichen Ausgabe dem jeweiligen Thema an.
Im Blog „Paris, c’est la vie“ beschreibt Michael Strempel klar und nüchtern die Wahl des französischen Präsidenten, während sein Kollege aus New Delhi seine Geschichte vom gebrochenen Arm locker zum Besten gibt:

„Am nächsten Tag ins Krankenhaus. Moderner als in Deutschland. Die Notaufnahme bestand aus vielen Betten, durch Vorhänge getrennt. Vielleicht fünf Ärtze bestaunten meine Hand, bis der Orthopäde kam. Ein Gips, dann nochmal röntgen. Den bereitstehenden Rollstuhl lehnte ich ab. Was niemand verstehen konnte.“

Deutlich wird an diesem Beispiel: so subjektiv geschrieben der Text auch ist, er schafft es die Distanz zwischen New Delhi und Trier kleiner wirken zu lassen.
Durch das lockere Geschreibsel des Korrespondenten über sein (nach Nachrichtenfaktoren als unbedeutend einzustufendes) persönliches Indienereignis erfährt man ein Stück vom Alltag des Landes, was zum besseren Kulturverständnis nie schaden kann.
Klar dabei sollte aber eben sein, dass ein Blog keine ausschließlich auf Information ausgerichtete Nachrichtensendung ist und daher die Perspektive des Autor beim oft lustigen Geplauder noch mehr zum Tragen kommt als bei der herkömmlichen Fernsehtagesschau.

Für mich sind die Korrespondentenblogs ein schönes, gut aufgemachtes Extra, das zwar etwas aus dem Rahmen der Internetpräsenz der Tagesschau fällt, aber nicht minder interessant ist.
Wer einmal hereinschauen will, der sollte also im Klaren sein, dass es sich speziell bei den Vlogs eher um Entertainment als Nachrichten handelt.

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Strempel, Michael: Wenn aus Merkozy Merkollande würde … (18.04.2012): http://www.tagesschau.de/videoblog/paris_cest_la_vie/videoblogparis168.html (abgerufen am 20.04.2012)

Halász, Gábor: Unfall, Gips und was ich über Indien lernte (11.01.2012): http://blog.tagesschau.de/author/halasz/ (abgerufen am 20.04.2012)

Quoten der ARD: http://www.daserste.de/programm/quoten.asp (abgerufen am 20.04.2012)

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Ein russischer Kater macht Kunst?!

geschrieben von in Online-Magazine, QualitätKommentare deaktiviert

Themenknappheit? fehlender Humor? Trierfantiker? Ich weiß nicht was spielgel-online sich bei diesem Bericht gedacht hat. Das Thema ist eine rote Katze, die sich in berühmten Gemälden ein gemütliches Plätzchen sucht, um die russische Internetgemeinde zu belustigen.

Die Petersburger Künstlerin Swetlana Petrowa erbte nach dem Tod ihrer Mutter deren heißgeliebten und gut gefütterten Kater “Zarathustra”. Der lustige Kater half ihr über den Verlust hinwegzukommen und eine Freundin schlug ihr vor mit dem Kater Kunst zu machen. Nicht im Sinne von Trauerbewältigung, sonder eher im Sinne von lustigen Collagen. Da der Street-Arterin dies zu gewöhnlich erschien, bediente sie sich Photoshop und schon räkelte sich die dicke Katze mit der Haremdienerin auf dem Gemälde von Jean-Auguste-Dominique Ingres (1814) “Die große Odaliske”.

Diese Werke nutzt die Künstlerin gleichzeitig als Werbung für ihre Website www.Factart.ru. Durch die Übersetzung mancher Sprechblasen des Katers ins Englische gewann sie in Großbritannien mehrere Fans. Das Erfolgsgeheimnis? Laut Swetlana sei die Katze ein Wesen, was Menschen von Geburt an bis zum Tode lieben. Sie macht sogar deutlich, dass sich Katzen besser verkaufen als Sex. Dies ist meiner Meinung nach eine eindeutige Hommage an ihren geliebten Kater, jedoch auf keinen Fall eine weit verbreitete Meinung. Gut, es gibt die beliebte Comicfigur “Garfield” aber steht dieser über der überaus gut laufenden Pornografieszene?!

Eines hat die Künstlerin mit Sicherheit bewirkt. Die Betrachter der Neuinterpretationen werden mit den alten, berühmten Gemälden in Verbindung gebracht und bringt evtl. den Ein oder Anderen auf die Recherche nach dem Original. Ob jetzt der Kater als indirektes Bildungsobjet gilt ist zwar weit hergeholt, aber das einzige Positive (außer der Publicity für die Künstlerin und deren Festivals) an diesem Kunstprojekt. (Und erklärt den Spiegel-Artikel)

Quellen:

www.spiegel.de

www.factart.ru

 

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Facebook Weltherrschaft

geschrieben von in Internet, Kommunikationsformen, Medienkritik, Medienwandel, Qualität1 Kommentar »

Das woran Pinky und der Brain sich Nacht für Nacht abrackern, ist Facebook inzwischen fast gelungen. Die Weltherrschaft an sich zu reißen. Basierend auf Daten von Alexa und Google Trends macht sich der Italiener  Vincenzo Cosenza seit einiger Zeit die Mühe, eine Weltkarte der Social Network Herrschaft zu erstellen. Und der Stand zeigt die Welt in Facebook Blau gefärbt.

Mir kamen bei dieser Karte ja Assoziationen an Darstellungen aus Guido Knopp Dokus die, Nazi Eroberungen im zweiten Weltkrieg anhand einer Karte animieren (Oder war das in Inglourius Bastards?). Um Irritationen vorzubeugen: ich möchte Facebook nicht mit den Nazis vergleichen, sondern spreche hier rein von einer visuellen Assoziation. Obwohl dieses Blog ja eigentlich prädestiniert ist für schlechte Vergleiche.

Betrachtet man die weltweite Entwicklung von Facebook in den letzten Jahren wird deutlich, wie lokale soziale Netzwerke nach und nach verdrängt wurden. Ähnlich wie es in Deutschland mit StudiVZ passiert ist. Nun wurde auch in Brasilien das soziale Netzwerk von Google Orkut (weiß eigentlich irgendwer warum sich das außerhalb von Brasilien nie durchgesetzt hat, oder auch nur ansatzweise bekannt wurde?) vom Thron gestoßen. Es zeigt sich eine klarer Trend weg vom Pluralismus der Anbieter hin zum weltweiten Monopol eines Anbieters. Nämlich Facebook.

Eigentlich müsste ich ja jetzt hier diesem Blog gemäß mit einer umfassenden Medienschelte beginnen, da Medien ja so oder so immer irgendwie böse sind. Und klar, selbst wenn Mark Zuckerberg nicht der  unsympathischste Typ auf diesem Planten wäre, würde die Firmenpolitik von Facebook trotzdem jeden vor den Kopf stoßen, der sich um Datenschutz und Nutzerrecht interessiert.

Aber darüber hinaus wollte ich hier einfach mal zur Diskussion anregen und die These in Raum schmeißen, dass man mit einem Weltweit einheitlichen Sozialen Netzwerk, einer utopisch geeinten Welt ein Stück näher kommt.

via allfacebook.de

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HerUni.com: Ein Blog von Studentinnen für Studentinnen

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Weblogs, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert

Immer öfter kommt die Frage auf, ob man das Schreiben für Weblogs bereits als Journalismus bezeichnen kann. Unabhängig davon, ob es als Journalismus bezeichnet wird oder nicht: die Beliebtheit von Weblogs nimmt immer mehr zu. Im Internet gibt es zahlreiche Blogs, an denen sich jeder, zu vielen unterschiedlichen Themen, beteiligen kann. Einer davon ist HerUni.com.

Screenshot von HerUni.com

HerUni.com ist ein Weblog von Londoner Studentinnen für andere Studentinnen. Gegründet wurde der Blog von den Studierenden Geraldine Haneine (London College of Fashion), Lorelei Marfil (London College of Fashion) und Jeff Lau (London College of Communication). Die Idee hinter HerUni.com ist es, den Londoner Studentinnen den Uni-Alltag zu erleichtern. Es gibt Artikel zu allen möglichen Themen, sei es Styling, Schönheit, Gesundheit, Liebe, Kultur, Freundschaft, Lifestyle, Finanzen, Neuigkeiten, und viele mehr. Dadurch erhalten Studentinnen nicht nur Hilfe zu bestimmten Themen, die sie gerade interessieren, sondern haben auch die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen und Artikel zu veröffentlichen. Gerade für Studentinnen, die sich gerne journalistisch betätigen, ist HerUni.com eine gute Möglichkeit, praktische Erfahrungen im Schreiben zu sammeln und Leser für die eigenen Artikel zu finden.
HerUni.com ist sehr erfolgreich. So gewann der Blog zum Beispiel im September 2011 den Preis für den besten Studentenblog (Cosmopolitan Blog Awards 2011).

HerUni.com: Gründerteam

Ich selbst schreibe seit September 2011 für HerUni.com. Dadurch, dass meine Schwester in London studiert und auch manchmal für HerUni.com schreibt, habe ich von dem Blog erfahren. Da ich begeistert von der Idee war, eigene Artikel schreiben und veröffentlichen zu können, hat meine Schwester nachgefragt, ob das geht – auch, wenn ich keine Studentin aus London bin. Es hat geklappt und ich habe einige Artikel für HerUni.com geschrieben.
Inzwischen denkt das Team von HerUni.com darüber nach, die Zielgruppe zu erweitern, und deshalb hat Geraldine Haneine mich gefragt, ob ich an meiner Uni auf HerUni.com aufmerksam machen könnte, so dass das Interesse, Artikel für HerUni.com zu schreiben, auch bei Studentinnen ausserhalb von London gesteigert wird. Ich dachte mir, dass der Trierer Medienblog eine gute Möglichkeit ist, um über HerUni.com zu berichten, gerade weil sicherlich hier viele an Journalismus/Bloggen interessiert sind. Vielleicht gibt es ja einige Interessenten. Mir macht es jedenfalls sehr viel Spass, Artikel für HerUni.com zu schreiben.

 

 

 

Quellen Bilder:
Die Bilder hat mir Geraldine Haneine für den Artikel per E-Mail zugeschickt.

Quellen Infos:

http://www.heruni.com/about-us/press-releases/

http://www.heruni.com/about-us/awards-media-network/

http://blog.aperto.de/sind-blogs-der-journalismus-von-morgen/

Vom Mobiltelefon zum Lebensberater

geschrieben von in Allgemeines, Kommunikationsformen, Medienkritik, Medienwandel4 Kommentare »

Es ist noch nicht lange her,
da war mein Leben öd und leer. (…)
doch plötzlich kam die Wende dann,
als ich in der Lotterie gewann.
Zwar nicht den Hauptgewinn, und keine Million,
doch neuen Lebenssinn, ein Funktelefon.

Oh Handy, seit du bei mir bist, fühl’ ich mich wichtig,
denn die Leute beachten mich, Handy, (…)“ [1]

Frei nach Peter Lustig: klingt komisch, is’ aber so. Neue Medien haben unser Verhalten zum Teil grundlegend verändert. Das Handy ist ein passendes Beispiel. Während früher kantige, schwere Kästchen mit dicken Antennenstäben als die Sensation galten, bekommt die heutige „Handy-Generation“ bei dieser Vorstellung nur große Augen. Schließlich bekommt man Handys inzwischen in Größen, denen diese Bezeichnung nicht mehr gerecht wird. Man sollte darüber nachdenken, den Neologismus „die Kleine“ (äquivalent zu „die Größe“) einzuführen.

„(…) Ich hab ein neues Handy, das ist so unglaublich klein,
es passt in vollem Umfang in ein Schnapsglas rein.
Wenn das Schnapsglas voll ist, stört das mein Handy nicht,
denn mein neues Handy ist völlig wasserdicht. (…)“ [2]

Doch mal ganz abgesehen davon, wie sich das äußere Design der Mobiltelefone im Laufe der Jahre verändert hat, erweiterte sich vor allem das Angebot – quasi die „inneren Werte“.

„(…) Mein neues Handy macht mein Leben zu ’nem Kinderspiel.
Durch dieses Handy ist für mich der Weg allein das Ziel.
Mein neues Handy macht mich zu ’nem völlig neuen Mann,
und es gibt nix, was mein Handy noch nicht kann.
(…) Flexibel ist mein Handy, und sparsam ist es auch:
Es kontrolliert im ganzen Haus den Gas- und Stromverbrauch.
Ich setz mein neues Handy auch als Fernbedienung ein.
Die Waschmaschine startet es inzwischen ganz allein.
Mein neues Handy lernt sehr schnell. Ich glaube fest daran,
dass es nach ’nem Software-Update Hemden bügeln kann. (…)“ [2]

Auch wenn die Innovation noch (?) nicht derartig weit ist, hat man es dennoch zu manch einer Funktion (inzwischen auch „App“) gebracht, die erstaunlich bis nützlich ist (u.a. „Tagesschau-App“, „Navigations-App“). Auf der anderen Seite wiederum, gibt es Dinge, die man doch eigentlich überhaupt nicht braucht, wie z.B. die Simulation eines Bierglases, das an „elektronischem Inhalt“ verliert, wenn man das Handy entsprechend neigt. Oder auch eine App, die das Geräusch eines elektrischen Rasierers imitiert, das sich bei Berührung im Klang anpasst. Die Meinungen zur Nützlichkeit bzw. Notwendigkeit dessen gehen selbstverständlich weit auseinander. Es ist letzten Endes eben eine Frage der Perspektive, Geschmackssache.

„ (…) Ich hab ein neues Handy, das rundherum besticht.
Nur telefonieren kann man damit leider nicht. (…)“ [2]

Doch dass wir (fast) alle einen Nutzen aus unseren Handys schlagen, ist nicht von der Hand zu weisen. Der ursprüngliche Grundgedanke lag einst darin, unterwegs telefonieren zu können. Doch schon die SMS geht über dieses Prinzip hinaus und ist doch eine praktische Alternative. Somit erweiterte sich das Angebot des Mobiltelefons von der synchronen Kommunikation des Telefonierens auf die asynchrone des Nachrichten-Schreibens aus. Ich selbst gehöre zu der Gruppe Menschen, die sich weitestgehend auf diese Dienste beschränken, zusätzlich fungiert mein Handy jedoch auch als Wecker. Durch die ausgesetzte Notwendigkeit der Anschaffung eines separaten Weckers (ob Nostalgiegerät oder Radiowecker) erlebe ich damit auch noch unschlagbare Vorteile: weniger Kosten (Anschaffung), weniger Kosten (Strom), weniger Kosten (ggf. Batteriebetrieb) und zusätzlich Energieersparnis. Ergo fühlte ich mich im Vorteil.
Dachte ich.

„ (…) Ja, du bist ein echter Hit.
Ich nehm’ dich überall hin mit:
In die Straßenbahn, ins Schwimmbad, ins Kino,
auch zum Fahrradfahr’n, ins Bett sowieso, (…)“ [1]

Bis ich kürzlich auf der Zugreise aus der Heimat nach Trier feststellen musste, mein Handy zu Hause liegen gelassen zu haben. Aufgrund der Tatsache, dass ich die Verwandtschaft binnen weniger Tage wiedersehen sollte, störte mich dieser Umstand wenig – bis ich mich an mein Handy als Wecker erinnerte. Da begann die Katastrophe: Fernseher und Stereoanlage sind – aufgrund zu hohen Alters – in diesem Dienst nicht funktionsfähig, auf einen separaten Wecker hatte ich ja verzichtet und Tageslicht bringt leider auch nichts. Mal ganz davon abgesehen, dass meine Veranstaltungen am nächsten Morgen um acht Uhr beginnen sollten – im Dezember ist man um diese Uhrzeit mit Tageslicht spärlich gesegnet, wenn überhaupt. Einzige Möglichkeit, gar nicht erst schlafen gehen? Verworfen wegen zu großer Gefahr, den Schlaf im Seminarraum nachzuholen.
Die Rettung nahte in der Verkörperung einer unersetzlichen Freundin: sie leihte mir kurzerhand ihr Handy. Eine gewisse Situationskomik und Ironie der Hilfestellung sind durchaus vorhanden…
Mein Fazit: es hat mich zutiefst erschrocken, wie situationsbedingt abhängig ich von meinem Handy war, obwohl ich mich nahezu ausschließlich auf die ureigenen Grundfunktionen dieses Gerätes beschränke. An der Lage geändert hat sich allerdings nichts: Morgen für Morgen bimmelt mich das kleine Telefon aus dem Schlaf, erinnert mich nur ab sofort regelmäßig daran, dass es Macht über mich zu haben scheint. Keine Herrschaft, aber Macht – schlimm genug.

„ (…) ohne dieses Handy wär
mein Alltag ziemlich leer.
Ich glaube sogar, dass mein ganzes Leben sehr schwer wär. (…)“ [2]

 

________________

Quellen:
[1] Wise Guys: Oh Handy. Von: Manilow, Barry (1971): Brandy. URL: http://www.wiseguys.de/songtexte/details/oh_handy/ , [12. Dezember 2011].
[2] Wise Guys (2010): Mein neues Handy. URL: http://www.wiseguys.de/songtexte/details/mein_neues_handy/, [12. Dezember 2011].

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Wenn der Weg zum Briefkasten zur Qual wird

geschrieben von in Allgemeines, Kommunikationsformen3 Kommentare »

was gibt es Schöneres, als im Briefkasten handgeschriebene Post von einem Bekannten oder einem Freund zu erhalten? Dieses Phänomen tritt leider nur noch sehr selten auf…wer macht sich heutzutage schon die Mühe, Stift und Zettel in die Hand zu nehmen und einem lieben Freund ein paar nette Zeilen auf normalem Postwege zuzuschicken?
Da ist es doch viel einfacher und gemütlicher per E-Mail das Nötigste auf schnellstem Wege seinem “Gegenüber” mitzuteilen oder mal eben eine sms zu schreiben. Abgesehen davon dauert es ja je nach Entfernung noch ein paar Tage, bis der handgeschriebene Brief dann auch bei dem anderen angekommen ist.
Früher war es Gang und Gebe, sich nur über Briefpost zu verständigen - was blieb den Menschen damals auch anderes übrig? Trotzdem war es meiner Meinung nach viel persönlicher als heute. Was kann denn schon einen handgeschriebenen Liebesbrief auf  wunderschönem Briefpapier übertreffen? Eine E-Mail mit Kuss-Smiley etwa? Oft hat man wochenlang sehnsüchtig auf den Liebsten oder die Liebste warten müssen – ohne zwischendurch auch nur ein Wort von dem anderen zu hören – umso größer war dann aber auch die Wiedersehensfreude. Heute gibt es x-Möglichkeiten, mit Leuten aus der ganzen Welt jederzeit in Kontakt zu treten und diese auch noch über den Bildschirm zu sehen. Es ist schon erstaunlich, was sich im Laufe der Zeit alles getan hat. 
Aber jetzt nochmal zurück zum Brief: heute ist die Kommunikation über den herkömmlichen Postweg unvorstellbar und würde auch gar nicht mehr funktionieren. Wir sind viel zu sehr daran gewöhnt, alles sofort nachlesen zu können und jederzeit erreichbar zu sein. 
Es ist unumstritten, dass wir in der heutigen Zeit auf das Internet und die schnellen Kommunikationswege angewiesen sind. Trotzdem finde ich es schade, dass heute alles nur noch zügig und mit möglichst geringem Aufwand geschehen muss. Wer hat denn überhaupt noch Zeit und Lust, ”normale” Briefe zu schreiben?
Sogar die übliche Postkarte aus dem Urlaub kann mittlerweile ganz einfach auch per Internet verschickt werden – und das finde ich wirklich unpassend und übertrieben. Wenn schon keine Briefe mehr geschrieben werden, dann sollte man doch wenigstens dem Postkarten-Schreiben mit Hand treu bleiben! Im Urlaub müsste man dafür doch auch Zeit haben, oder?
Trotzdem bleibt auch Zuhause niemandem der Weg zum Briefkasten erspart, oder etwa doch? “Der E-Postbrief ist die Zukunft des Briefverkehrs: Online versenden und empfangen: einfach, sicher und vertraulich.” so lautet die Werbung für E-Postbriefe, ein Angebot der Deutschen Post…”ich gehe zum Briefkasten, ohne von der Couch aufzustehen.” (www.epost.de)
Wo der Weg zum Briefkasten zur Qual wird, bietet das Internet Hilfe an.

Egal was noch alles kommen mag, Fakt ist, dass die Angebote im Netz genutzt werden – je einfacher und bequemer, desto besser! Ich bin wirklich gespannt, was in der Zukunft noch alles passieren wird und wie einfacher die Kommunikationswege noch werden. Zurück zum Briefeschreiben wird es sicherlich nicht so schnell wieder kommen…

Uni Trier jetzt bei google+

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik, Medienwandel, Weblogs, Zukunft des Internet3 Kommentare »

Dass das Internet in der heutigen Zeit bereits eine elementare Rolle im Alltagsleben eines großen Teils der Gesellschaft eingenommen hat und sich weiterhin auf dem Vormarsch befindet, wurde hier im Medienblog unlängst diskutiert. Die Vielfalt an Internetangeboten ist faszinierend und erschreckend zugleich, denn scheinbar am laufenden Band werden neue Ideen bzgl. der Internetpräsenz entwickelt und ausgearbeitet. Verständlich, dass verschiedene Organisationen – so möchte ich es an dieser Stelle nennen – die grundlegenden Muster anderer Anbieter übernehmen – das Paradebeispiel ist und bleibt facebook. Das Prinzip ist einfach und (welt-)weit verbreitet: Eine Plattform wird erstellt und mit den unterschiedlichsten Funktionen zur Kommunikation und (Selbst-)Präsentation ausgestattet.

Wer erinnert sich nicht an die Zeiten, in denen das Internet in erster Linie ein Königreich für die Information war? Suchen und finden – erstellen und abrufen – hinnehmen und hinterfragen. Alles schien möglich. Sehr populär wurde in dieser Zeit die allseits bekannte Suchmaschine Google, deren Einfluss auf das alltägliche Leben bald so groß wurde, dass für sie eigene Redewendungen erfunden wurden (“Die Welt ist eine Google.”) und sie sogar einen Eintrag mindestens in der 25. Auflage (2011) des Duden bekam. In der Zwischenzeit hat sich bei Google einiges getan.

Von der reinen Suchmaschine für Informationen in reiner Textform wurde sie zu einer regelrechten Institution, was die Sammlung von Informationen angeht. Dies klingt zunächst danach, als habe sich nicht viel verändert. Doch es ist die Art und Weise wie Google mittlerweile vorgeht. Für GoogleMaps und GoogleStreetview fahren regelmäßig mit Kameras und Messgeräten ausge-stattete Fahrzeuge durch die Städte der Welt und archivieren eine globale Momentaufnahme, die stetig aktualisiert werden soll. Die großen Debatten über den fehlenden Datenschutz und den Eingriff in die Privatsphäre des Menschen sind noch nicht in Vergessenheit geraten. Bezüglich des mangelnden Datenschutzes sei die Übernahme von z.B. der Videoplattform youtube kurz erwähnt. Seit geraumer Zeit wurden youtube- und Google-Konten ohne Vorwarnung verknüpft und sind fortan nicht mehr einzeln zugänglich. So bleibt youtube-Nutzern mit eigenem Konto der Zugriff auf selbiges verwehrt, wenn kein Google-Konto vorhanden ist. Zwar soll es eine Art Hintertür geben, über die man das youtube-Konto auflösen kann, wenn man sich ggf. kein Google-Konto zulegen möchte, doch um die betreffende Seite zu erreichen, muss man sich erst einmal per Google-Zugangsdaten einloggen. Das macht stutzig, ist diese Vorgehensweise doch mehr als suspekt. Der Nutzen dieses Zusammenschlusses: mehr Daten, die gespeichert werden können, u.a. über das Konsumverhalten im Bereich des umfangreichen Videoangebots.

Lange Rede, kurzer Sinn: es hat sich viel verändert bei Google. Gerade heute wurde ich mit einer weiteren Funktion der Suchmaschine bekannt gemacht: Google+. Obwohl ich selbst aktiv und relativ begeistert das Internet nutze und mich durchaus regelmäßig über Neuerungen informiere, ist mir diese Einrichtung bisher fremd gewesen. Google+ wid als Social Media Plattform bezeichnet und funktioniert letzten Endes wie facebook und Konsorten. Klickt man sich auf der Startseite von Google umständlich zu den näheren Informationen zu Google+ durch und macht sich die Mühe, die sibene kurzen Infotexte zu den Funktionen von Google+ durchzulesen, stößt man auf Aussagen wie folgende:

“Interaktion mit Personen im Web ähnlich wie im richtigen Leben” und “genau wie im richtigen Leben” (man bemerke die implizit angesetzte Steigerung) (Rubrik auf einen Blick & Circles),

“erschaffen Sie neue Zivilisationen” (Rubrik Spiele),

“Ab heute laden sich Ihre Fotos ganz von selbst hoch.” (Rubrik Fotos, Sofort-Upload).

Google goes facebook! Schon wieder wird eine virtuelle Welt erschaffen, in der jeder mit jedem kommunizieren kann. Schön und gut, doch was sollen wir von den besagten “neuen Zivilisationen” halten und davon, dass sich Fotos fortan scheinbar selbstständig ins Internet hochladen? Wie dies genau funktioniert, erfährt man nämlich auf dieser kurzen Infoseite nicht. Dafür müsste man sich durch die unzähligen weiteren Übersichten kämpfen, die Google über andere Links zur Verfügung stellt. Ich hatte leider recht schnell den Überblick darüber verloren, wo auf dieser Website ich mich eigentlich gerade befand.

Trotz allem bietet diese neue Plattform eine weitere Form der Informationspräsentation. Zwar lässt sich so ohne Weiteres kein Überblick über die Mitgliederzahlen finden, doch dieses Format existiert schließlich nur, wenn es ausreichend genutzt wird. Dass diese Nutzung nicht auf Privatpersonen beschränkt ist, erfuhr ich heute durch eine Mitteilung der Universität Trier: “Seit letzter Woche ist Google+, die Social Media Plattform von Google, auch für Firmen und Organisationen verfügbar.” – und weiter heißt es: “Auch die Universität Trier ist dort mit einer Seite vertreten.”

Ich muss sagen, diese Nachricht hat mich doch sehr überrascht. Wusste ich doch bis heute gar nicht, dass es so etwas wie Google+ gibt, erfahre ich in unmittelbarem Zusammenhang, dass sich sogar zahlreiche Universitäten bereits in dieses Programm intergriert haben. Sucht man über Google+ mit den Stichworten “Universität” bzw. “University”, erfolgt eine Auflistung aller teilnehmenden Hochschulen. Wenn man nun bedenkt, dass Google+ wohl überhaupt erst seit vergangener Woche die Eintragung für Firmen und Organisationen anbietet, ist die rege Teilnahme erstaunlich.

Im 21. Jahrhundert scheint sich ein nicht zu verkennender Teil der Gesellschaft auf soziale Plattformen und Netzwerke, sowie das Internet im Allgemeinen zu übertragen. Dass auf diese Weise neue Kontakte geknüpft, alte Kontakte erhalten und überhaupt die globale Vernetzung (zumindest in Bezug auf die Industrienationen) vorangetrieben wird, möchte ich nicht in Frage stellen. Kritisch hervorzuheben ist hingegen erneut die Frage nach Privatsphäre, Selbstbestimmung und Datenschutz:

“Google speichert Informationen über Ihre Aktivitäten, z. B. welche Beiträge Sie posten und mit welchen Nutzern Sie kommunizieren, um die Google-Dienste für Sie und andere zu verbessern.

Wir erfassen möglicherweise auch Informationen von anderen Nutzern über Sie, z. B. wenn jemand Sie zu einem Kreis hinzufügt oder Sie in einem Foto taggt. Manche Nutzer veröffentlichen möglicherweise Informationen über Sie, z. B. Ihren Profilnamen und Ihr Profilfoto in ihrem Google-Profil in einer Liste von Personen, die sie zu ihren Kreisen hinzugefügt haben.” (Google+ -Datenschutzbestimmungen zur Erfassung und Verwendung von Informationen).

Die Welt ist also eine Google – auf dass sie uns nicht irgendwann überrollen mag.

 

________________________

http://www.uni-trier.de/index.php?id=20500&tx_urtmaildigest_pi1%5Bcmd%5D=showMail&tx_urtmaildigest_pi1%5Bmail%5D=6082

http://www.google.com/intl/de/+/policy/

http://www.google.com/intl/de/+/learnmore/

https://accounts.google.com/ServiceLogin?uilel=3&service=youtube&passive=true&continue=http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fsignin%3Faction_handle_signin%3Dtrue%26nomobiletemp%3D1%26hl%3Dde_DE%26next%3D%252F&hl=de_DE&ltmpl=sso

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Ein Schluck Lebensfreude

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Kommunikationsformen, Medienkritik1 Kommentar »

“Coca-Cola isn’t only a drink. It’s an idea, a vision, a feeling. It’s connection and refreshment.”
Muhtar Kent, President and Chief Executive Officer. (TCCC Annual Report)

 

Seit dem 09.05 2011 läuft der neue Imagefilm des Unternehmens, der Lebensfreude pur verheißt. Jeder, der sich innerhalb der nächsten drei Monate die  großen deutschen Privatsender einverleibt, kann ein Stückchen davon erhaschen. Der Spot der argentinischen Agentur Santo erscheint anlässlich des 125-jährigen Jubiläums, adaptiert wurde er von MECH Berlin. Thematisch passend zum Coke-Claim “Mach dir Freude auf”, wird, wie bereits aus dem zuvor Geschriebenen ersichtlich, das Produkt bzw. die Marke “Coca Cola” angepriesen. Die aufgezeigten negativen Fakten werden direkt durch Feststellungen der schönen Dinge im Leben relativiert und erscheinen so (beinahe) als unwichtig und nebensächlich. Der Werbspot soll die Zuschauer anregen, die Perspektive zu wechseln “und den Blick auf Momente voller Lebensfreude zu lenken”. Das 45 Sekunden dauernde Spektakel bedient sich der Side-by-side-Mechanik zur kontrastierenden Dar-bzw. Gegenüberstellung der unterschiedlichsten Szenen und der zu vermittelnden Fakten:


So kommen auf jeden produzierten Panzer 131.000 produzierte Kuscheltiere.

Auf jede Mauer auf der Welt kommen 200.000 “Willkommen”-Fußmatten.

Während ein Wissenschaftler eine neue Waffe entwickelt backen 1 Mio. Mütter einen Schokoladenkuchen.

Auf der Welt wird mehr Monopoly-Geld gedruckt als Dollar.

Es gibt mehr lustige Videos im Internet als schlechte Nachrichten auf der Welt.

“Liebe” hat mehr Treffer als “Hass”.

 

Und die Moral, die wir daraus ziehen können:

Es gibt viele Gründe, an eine bessere Welt zu glauben.
125 Jahre Coca Cola.

Gezeigt werden jeweils zu den passenden Fakten unter anderem die Berliner Mauer, Fußmatten in verschiedenen Sprachen (um die “Weltoffenheit” des Unternehmensriesens zu unterstreichen), glückliche Kinder, die einen (natürlich selbstgebackenen) Kuchen serviert bekommen, das erfolreiche Gesellschaftsspiel Monopoly nebst Spielgeld, ein süßes lachendes Baby und ein stolpernder Bräutigam. Musikalisch unterlegt wird die Vielfalt unterschiedlichster Eindrücke und Bilder durch eine Interpretation  des Songs “Whatever” der britischen Band Oasis, hier gesungen von einem Kinderchor. Die Wahl dieses Liedes trägt ohne Zweifel zum Gelingen des Spots bei: mitreißend und gefühlvoll lockt er dem Zuschauer bzw. Zuhörer ein Lächeln auf die Lippen, durch die Bekanntheit des Songs und die positiven Eindrücke, die auf die Menschen einströmen, werden sie geradezu gezwungen,  laut mitzusingen und haben keine Chance, sich der vermittelten guten Laune zu entziehen. Im Vergleich mit anderen Werbespots für Produkte des Unternehmens, die relativ seicht daherkommen (z.B. tanzende (Mode-)Püppchen, die Cola light konsumieren) glückt es hier endlich wieder, zu begeistern und Emotionen hervorzurufen. Alles in allem ein durchdachter Spot mit überzeugendem Konzept.
Dem Unternehmen ist es wieder einmal gelungen, mit viel Pathos den Nerv der Zeit einer schnelllebigen Welt zu treffen.

 

Quellen:

http://www.coca-cola-gmbh.de/unternehmen/deutschland/index.html

http://www.horizont.net/kreation/tv/pages/protected/show.php?id=390504

http://www.wuv.de/nachrichten/unternehmen/125_jahre_coca_cola_schickt_jubilaeums_spot_on_air

Deutschland zählt sich

geschrieben von in Internet und Politik, Kommunikationsformen, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert

Für die einen ist es ,,eine Inventur der Bevölkerung‘‘ für andere ,,staatliches Sammelgut‘‘. Die Meinungen bei der Volkszählung 2011 gehen weit auseinander.

Die erste Volkszählung seit der Wiedervereinigung Deutschlands begann am Montag, 09.05.2011 (Die letzte Volkszählung fand im Jahr 1987 (BRD) bzw. 1981 (DDR) statt). Die Zählung soll Antwort auf die Fragen geben, wie viele Menschen in Deutschland leben und wie sie leben. Der umstrittene Zensus ist eine gesetzlich angeordnete Erhebung von statischen Bevölkerungsdaten, wobei die Bürger bei der Zählung per Fragebogen zur Auskunft verpflichtet sind. Der Fragenkaterlog besteht aus 46 Fragen die unter anderem nach Staatsangehörigkeit, Beziehungsstatus, Bildungsniveau, Erwerbs- und Karrierestatus Auskunft geben sollen. Nur die Frage nach dem Glauben muss nicht beantwortet werden. Haus- und Wohnungsbesitzer müssen zudem Fragen zu Größe und Typ des Haushalts sowie nach Art, Größe, Ausstattung und Bewohnerzahl des Hauses oder der Wohnung beantworten.

Mit den neugewonnenen  Daten kann man laut Statistischen Bundesamt klären, wo Wohnungen leer stehen bzw. gebaut werden müssen, Schulen benötigt werden und wie viele Menschen wo leben. Solche Zahlen haben auch finanzielle Auswirkungen, etwa beim Länderfinanzausgleich. Zudem liefern die Basisdaten Informationen für beispielsweise die Infrastrukturplanungen oder auch zur Einteilung der Wahlkreise.

Der Datenschutz bei der Volkszählung wird von Kritikern in Frage gestellt .Doch im Zeitalter von Facebook, Studivz und Twitter gibt ein Großteil der (Welt-) Bevölkerung freiwillig, ganz private Informationen über sich Preis. Der Generation Facebook scheint Datenschutz ziemlich egal zu sein.
Soziale Netzwerke sind längst feste Bestandteile der individuellen aber auch zunehmend geschäftlichen Kommunikationswelt geworden. Also: nicht nur privat sondern auch geschäftlich werden soziale Netzwerke schon genutzt. Die Frage ob man eine Volkszählung auch via Facebook o.ä. durchführen könnte, ist dennoch sinnlos. Die Hauptaufgabe des  Zensus 2011 ist die tatsächliche Bevölkerungszahl von Deutschland heraus zu finden. Mit Hilfe dieser Bevölkerungszahl kann  der prozentuale Anteil von z.B. von Facebook Usern ermittelt werden und so kann ein klares Bild über ,,Deutschlands Online-Community ‘‘ skizziert werden. Die Basisdaten der Volkszählung 2011 sind also auch Medienwissenschaftlich relevant. Sie können bei der Weiterentwicklung von Softwares oder Plattformen eine große Hilfe sein. Aber vor allem ist der Zensus für die Rezipientenforschung interessant. Wo läuft der Trend hin? Was wird vermittelt? Welche Zielgruppen existieren? Wie werden wir in Zukunft mit der virtuellen Welt umgehen, die schon jetzt ein fester Bestandteil unseres Alltags ist?

Quellen: http://www.zensus2011.de/

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/ondemand100_id-video907244.html

http://www.tagesschau.de/inland/stroebeleinterview100.html

+++++Revolutions-Liveticker+++++ Gaddafi – Aufständische (0:0)

geschrieben von in Internet, Internet und Politik, Kommunikationsformen, Medien und Politik, MedienwandelKommentare deaktiviert

Kannte man den Liveticker bisher nur aus der Sportberichterstattung, findet man diese Darstellungsform nun  mehr und mehr in der  “sachlichen” Politik und Kriegs-berichterstattung. Nach Tunesien und Ägypten finden sich aktuell Revolutions-Liveticker zum Konflikt in Libyen.

Bei zahlreichen Online-Medien wie auch Spiegel-Online oder  Aljazeera findet sich diese online-journalistische Darstellungsform, in der aktuelle Meldungen, Gerüchte, Videos, Twitter-Tweets, Regierungserklärungen etc. zur Revolution teils in Form der +++ Eilmeldung +++ im Blog-Verfahren chronologisch aufgelistet werden.

Aber was macht die Darstellungsform bezüglich dieser  Thematik für die Journalisten und Leser so interessant? Betrachtet man die nach und nach eingefügten  Inhalte des Livetickers als Elemente der übergeordneten Darstellungsform Liveticker, erkennt man bei der Darstellungsform eine unglaubliche Dynamik und eine Dramaturgie, die der Zufall zu schreiben scheint. Sie hat letztlich auch im Kontext der Politik- und Kriegsberichterstattung einen Unterhaltungswert, so makaber das klingen mag.  Mehr oder weniger periodisch werden neue Inhalte eingefügt, die dem Ziel, der Revolution, förderlich oder hinderlich sind. Es ist ein Auf und Ab an Meldungen, Kommentaren, Regierungserklärungen, Nachrichten, Videos und die Inhalte stammen von Politikern,  Journalisten, Aufständischen, Diktatoren, Fernsehanstalten, Zeitungen und Gott weiß wem. Natürlich ist die Quellenlage bei vielen Inhalten mehr als kritisch, aber die spielt bei dieser Darstellungsform bezüglich der hier thematisierten Inhalte auch nur eine untergeordnete Rolle. Die Darstellungsform punktet eher mit anderen Qualitäten, wie der Aktualität, Informativität und ihrem “Unterhaltungswert”.

Wie das “Spiel”  ausgeht,  sieht man im Liveticker, vielleicht darf man nach dem Abpfiff Jubeln !

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