Urlaub machen in Nordkorea – „Darf er das?“

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Sonnen auf Mallorca, Tauchen in Thailand, Surfurlaub in…Nordkorea?

Was sich für viele von uns wahrscheinlich nach einem Anflug von Größenwahnsinn anhört, ist genau das was YouTuber und Creator Louis Cole aka „Fun for Louis“ im August vergangenen Jahres getan hat.

Louis Cole ist ein 33 jähriger britischer Filmemacher und Videoblogger aus Surrey, England, der mit seinen Videos rund um und während seiner Reisen sein Motto und Marke „Live the Adventure“ („Lebe das Abenteuer“) geprägt hat. Mit seinen 1,8 Millionen Abonnenten auf YouTube spricht Cole eine erwähnenswerte Menge an Jugendlicher und junger Erwachsener an und kann somit durchaus von seinem Hobby leben.

                                                                                           

Was macht man nun mit seinem hart erarbeiteten Geld? Richtig. Ausgeben. Und wo? Wie wäre es mit einem entspannten Kurztrip nach Nordkorea um beim Surfen einfach mal die Seele baumeln zu lassen? Kim Jong-Und ab in den Urlaub!

Im August 2016 begann Louis seine 10-tägige Vlogserie in Nordkorea mit einigen Freunden die mit einer Surf-Organisation in Verbindung getreten sind und diese Reise möglich gemacht haben. Der Veranstalter der Reise bot nun schon zum dritten mal diese Surfschule an, reist aber privat schon seit 17 Jahren nach Nordkorea um ehrenamtlich dort zu arbeiten. Obwohl er nicht von der Regierung engagiert ist, arbeitet er wohl mit ihr zusammen beziehungsweise findet eine positive Kommunikation statt.

Louis unternimmt in seinen Vlogs wie immer zahlreiche Ausflüge unter anderem ein Besuch in einem Wasserpark, Surfen mit „Local surfer chicks“ sowie diverse Tours für Touristen.

Was nun folgt war wohl eher weniger Fun für Louis:

YouTube Stars Are Now Being Used for North Korean Propaganda“ – Vanity Fair

(„YouTube Stars werden jetzt für nordkoreanische Propaganda benutzt“)

„Louis Cole’s Merry North Korea Adventure“ – Human Rights Watch

(„Louis Cole’s fröhliches Nordkorea Abenteuer“)

„You can’t vlog in North Korea and call it apolitical“ – The Verge

(„Man kann nicht in Nordkorea vloggen und behaupten es sei unpolitisch.“)

 

Der einzige Begriff der hier angebracht zu sein scheint ist „shit storm“, netter ausgedrückt eine gewaltige Empörungswelle. Nachrichten und Medien rissen Cole in Stücke, warfen im dubiose Machenschaften mit der nordkoreanischen Regierung vor, behaupteten sogar er wäre für die angeblichen Propagandavideos bezahlt worden.

Warum nun also all das auf sich nehmen? Louis sagt, er möchte die „wunderschönen und positiven Dinge suchen, mit Einwohnern Kontakt knüpfen und über die Kultur und das Land lernen“. Er betont außerdem, dass er davon ausging, dass seine Zuschauer über ein Basiswissen über Nordkorea verfügen und somit nicht vollständig vom positiven Schein seiner Videos geprägt werden.Jedoch gab es leise Stimmen im Hintergrund die das Ereignis mit etwas mehr Offenheit betrachtet haben. Was ist, wenn Louis nur zeigen wollte, dass die Menschen die in Nordkorea leben nette freundliche und herzensgute Menschen sind? Dass nicht alle Nordkoreaner die Mentalität ihres Regimes haben? Dass das Land mit seinen Traditionen und wunderschöner Landschaft es nicht verdient hat nur von dem Größenwahnsinn seines Anführers beschattet zu werden?

Diese Stimmen wurden immer lauter und endeten in einem BONCA („British Online Creator Award“) für „Travel Video of the year“, den Louis nur zu gerne entgegennahm.

Die Frage, die sich auch schon deutscher Comedy-Nachwuchs Chris Tall gestellt hat, lautet : Darf er das? Als jemand der tagtäglich die Medien als Plattform nutzt um Ideen und Erlebnisse zu teilen, sogar davon leben kann und mindestens 1,8 Millionen Menschen damit erreicht, darf man in eins der meist unterdrückten Länder mit einer der höchsten Raten an Menschenrechtsverletzungen reisen, dort Urlaub machen ohne die Missstände und offensichtlichen Probleme anzusprechen? Oder sollte man das Land, was viel älter ist als seine aktuellen Probleme, nicht dafür bestrafen, dass ein psychisch labiler Mensch es wahrscheinlich zu der meist gefürchtetsten Nation weltweit gemacht hat? Sollte man nicht versuchen, die Schönheit, Traditionen und Menschen in den Vordergrund zu stellen und die Angst und Scheu zu nehmen?

Meiner Meinung nach, darf man nicht ignorieren, dass Louis Cole in seinen Vlogs nur das gezeigt hat und zeigen konnte, was die Regierung preis geben wollte. Aber das weiß er auch. In seinem Statement-Video „MY RESPONSE…“ erklärt der Brite, dass er ganz und gar nicht mit den nordkoreanischen Ideologien übereinstimmt und dass er weiß, dass es diskutabel ist was von dem was er gesehen hat eine wahre realistische Wiedergabe des Landes ist.

Als Person mit so viel Einfluss online, ein Ort, und das ist für mich indiskutabel, in unserer heutigen Welt und in dieser Generation der größte Informationsaustausch und dadurch auch die größte Meinungsbildung stattfindet, hat man vorsichtig zu sein mit dem was man zeigt. Das Internet vergisst nicht und vergeben tut es schon mal gar nicht! Auch wenn Louis sagt, er verfolge keine politische Aufklärung in seiner Arbeit und wer das suche, für den gäbe es bessere Portale im Internet um dies zu finden, darf man dies doch belächeln und wie The Verge sagen: man kann keine Videos in einem Land wie Nordkorea drehen und dann behaupten es hätte nichts mit Politik zu tun.

Schlussendlich soll der liebe Louis machen was er will. Was wirklich zählt? Nordkorea zu dem Land zu machen was es sein kann, und die Leute zu dem zu machen was sie verdient haben: frei!

libertyinnorthkorea.org/ ist eine von vielen Organisationen die sich den Flüchtlingen und der generellen Befreiung dieses kontroversen Landes widmen. Also an alle Menschen die sich die Zeit genommen haben anonym Louis Cole verbal in den Hintern zu treten: wenigstens hat er etwas gemacht, wenigstens hat er etwas bewegt, wenigstens hat er eine Unterhaltung gestartet. Also weg von der Kommentarfunktion auf YouTube und nutzt das Internet für das was es kann: etwas bewegen!

 

 

 

Textquellen:

https://www.youtube.com/channel/UCVrvnobbNGGMsS5n2mJwfOg

www.youtube.com/watch?v=VmCpTzA6SKc&list=PLKdBO8TXUFBgaqcNCd8xyokjUFEdUu9LU

https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Cole

https://www.youtube.com/watch?v=8U1ZGMDlASA

http://www.vanityfair.com/culture/2016/08/louis-cole-vlogger-north-korea

http://www.theverge.com/2016/8/19/12543958/louis-cole-north-korea-vlogger-youtube

www.funforlouismap.com/2017/01/02/i-won-award-for-north-korea-videos/

https://www.hrw.org/news/2016/09/20/louis-coles-merry-north-korea-adventure

http://www.libertyinnorthkorea.org/

http://www.boncasawards.com/

https://www.youtube.com/watch?v=nwAL06N3XX4

https://de.wikipedia.org/wiki/Nordkorea

Bildquellen:

https://pbs.twimg.com/media/CzVnzoqWQAAnsMW.jpg

http://img.koreatimes.co.kr/upload/newsV2/images/450water.jpg

http://www.funforlouismap.com/wp-content/uploads/2016/08/breaking-barriers-north-korea-da-1260×600.jpg

https://i.ytimg.com/vi/efqRUmazxBU/maxresdefault.jpg

 

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Verschwörungstheorien – Gefangen im Netz?

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 Von der Religion zum Verschwörungsglaube

Die Frage nach der wahren Beschaffenheit der Welt und was wirklich in ihr vorgeht, wer unsere Geschicke bestimmt und uns leitet, sowie woraus das Böse entsteht hat die Menschen schon seit jeher beschäftigt.

In alter Zeit kamen religiöse Vorstellungen auf, um eben diese Grundfragen der Existenz zu klären, das eigene Leben und das Böse auf der Welt erträglicher zu machen und die Hoffnung auf ein besseres Leben, zumindest im Jenseits, nicht erlischen zu lassen. Grundsätzlich verbindet diese Theorien also meist der Glaube an eine (oder mehrere) allwissende, omnipotente metaphysische Wesenheit(en), sowie ein Gegenstück, dass das Böse personifiziert und somit greifbar macht. Sie schaffen für den Glaubenden eine neue, tröstliche Perspektive auf das Leben.

Was verbindet nun also den Glaube an die Religion mit dem Glauben an Verschwörungen ?

Wie auch bei der Religion zählt zu ihren Charakteristika die simple Einteilung der Welt in gut und böse, die eigene „Glaubensgruppe“ von anderen abzuheben, sich selbst in ein besseres Licht zu rücken, das Böse greifbar zu machen und in gewisser Weise die Verantwortung für das eigene Leben abzugeben. Gleich ob es nun die Bilderberger, Aliens, Reptiloide, Nazis im inneren der Erde oder das CIA sind, die dem Bösen ein Gesicht geben.

Verschwörungstheorien in den Medien

Was mit der Erfindung des Buchdrucks seinen Anfang nahm („Hexenhammer„), hat sich bis zum heutigen Tage immer weiter ausgedehnt.

Das Internet bietet für Jedermann eine Plattform um auch mit den obskursten Theorien eine Bandbreite von Zuhörern zu erreichen und seine Sicht der Dinge als Wahrheit zu verkaufen. Die entscheidende Rolle spielt hierbei die „Wahrheitsfrage“, die in den Medien und vor Allem im Netz auf zigtausende Weisen konträr beantwortet und ausgelegt wird.

Medien konstruieren eine eigene Version der Wahrheit und seit die Tageszeitung nicht mehr als einziges Medium ihre Version der Wahrheit feilbietet, sondern im Netz zu jeder Frage tausende Antworten zu finden sind, ist die Verwirrung unter den Menschen vorprogrammiert.

Die „Vertrauenskrise“

Das erklärt, warum die „Medienverschwörung“ oftmals ein „zentrales und notwendiges Strukturmerkmal“ von vielen modernen Verschwörungstheorien ist. Nachrichten werden beobachtet („Beobachtung des Beobachters“) und zu eigenen Zwecken, zur Produktion alternativer Wahrheiten genutzt.

„Die Ablösung der Face-to-face-Kommunikation durch Schrift und insbesondere durch den Buchdruck, so Niklas Luhmann, erzwang erstmalig die Unterscheidung von Information und deren Mitteilung – mit der Folge, dass der Mitteilung seither misstraut wird. Denn seit man der Mitteilung nicht mehr direkt (am Gesicht des Gegenübers) ablesen kann, was es mit ihr auf sich hat, verstärkt sich der Verdacht, dass die Informationsseite anderen Motiven folgt, als sie glauben machen will.“

 http://www.bpb.de/apuz/231313/medien-als-gegenstand-von-verschwoerungstheorien?p=all

Nach seiner Ansicht liegt die Schuld also beim Medium als Kommunikationsform, das es unmöglich wäre medial und transparent über die eigene Transparenz zu berichten.

Hinzu kommt, dass für viele Menschen das Scrollen über ihre Facebook- Pinnwand oder anderer sozialer Netze, das Ansehen der Nachrichten oder das Lesen der Zeitung ersetzt hat.

 

Nun werden durch das breitgefächerte und weit verfügbare Quellenangebot im Netz viele verschiedene Sichtweisen und Standpunkte vertreten, womit theoretisch ein fundiertes und differenziertes Weltbild beim Rezipienten entstehen könnte. Die Realität sieht jedoch meist anders aus.

Durch den Effekt der „Filterbubble„, der von dem Internetaktivisten Eli Pariser eingeführt wurde, kreieren soziale Netzwerke und Datenriesen á la Google für den Nutzer „Parallelwelten“, wo dieser anhand von Algorithmen, basierend auf seinem Nutzungsverhalten nur noch Nachrichten angezeigt bekommt, die seinen Vorlieben entsprechen. Der eigene Standpunkt, der in heutiger Zeit  für viele Menschen zu einem Teil ihrer „Identität“ geworden ist, wird immer weiter gefestigt.

http://www.foerderland.de/uploads/pics/filterbubble2_7628.jpg

Der Verlust der Vertrauens in journalistische Berichterstattung, weitgehende mediale Inkompetenz unter den Nutzern, unüberschaubare unzählige Quellen, der Filtereffekt im Netz und unsere eigene Persönlichkeit als Filter, all das lässt das Internet als eine Art „Katalysator“ für Verschwörungstheorien wirken.

Hinzu kommt eine zunehmende Unzufriedenheit und Unsicherheit in der Bevölkerung, in der Verschwörungsglaube den Platz der Religion übernimmt. Ebenso wie die Religion lenken sie von den „eigentlichen“ Problemen, die öfter kritisch hinterfragt werden sollten, ab.

Der Mediziner Thomas Grüter warnt vor einer Psychiatrisierung der Anhänger von solchen Theorien, viel mehr sollte solches Verhalten genau analysiert werden, da sie oftmals gesellschaftliche Prozesse und Verwerfungen zwischen Gruppen innerhalb dieser aufzeigen.

Es wäre auch schließlich nicht das erste Mal, dass eine zunächst abstrus klingende Verschwörungstheorie sich im Nachhinein als wahr entpuppte. ( „Massenüberwachung durch die NSA“ )

Denn welche Wahrheit ist nicht konstruierte Realität ?

 

 

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Jodel – Das Erfolgsgeheimnis um die Studenten-App

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Was früher noch an Klowände gekritzelt wurde, verbreitet sich heute wie ein Lauffeuer über die Smartphones der Studenten. Die App Jodel sammelt den Trash-Talk des Campus und verbreitet Nachrichten und Bilder an alle Nutzer im Umkreis von 10 km. Das Raffinierte daran?
Völlige Anonymität.

 

Egal, ob man grade im Bus, im Hörsaal oder einfach zu Hause auf der Toilette sitzt: Gejodelt wird eigentlich überall. Über alles. Sei es die #gadse, die aus dem Fenster schaut oder der Professor, der im #audimax fast alle zum Einschlafen bringt. Wer jodelt, der möchte sich seinen Mitmenschen mitteilen. Ungeachtet dessen, ob es sich dabei um mehr oder weniger Geistreiches handelt. Und wer mit seinen rhetorischen Künsten überzeugt, wird belohnt:
Je „lauter“ ein Jodel ist, also je mehr Upvotes er erhält, desto mehr Karmapunkte gibt es. Und je mehr man sammelt, desto besser fühlt man sich. Ob sich dieses Karma auch im realen Leben widerspiegelt, ist jedoch fraglich.
Aber über Karma spricht man nicht- internes Jodelgesetz!

Jodel ist wie Twitter,nur bunt 

Die kostenlose iOS- und Android-App benötigt keine Registrierung oder ähnliches. Das Prinzip ist so simpel, dass es fast schon genial ist. Man muss sich nicht verstellen oder selbst inszenieren. Authentizität ist gefragt.
Je hemmungsloser, offener und ehrlicher desto besser. Trotzdem oder gerade deshalb gibt es auf Jodel Moderatoren, die Inhalte prüfen und zur Not fragwürdige Posts löschen.
Längst sind auch die großen sozialen Netzwerke auf die App aufmerksam geworden und auf Facebook erfreuen sich die besten Jodel Sprüche großer Beliebtheit.
Wer auf Jodel unterwegs ist, wird schnell feststellen, dass hinter den sarkastischen und schamlosen Sprüchen und Kommentaren eine große Gemeinschaft steckt, die im Zweifel zusammenhält.
So wie bei dem fast schon legendären Münchner Jodel, bei dem ein Student von seiner Freundin anscheinend betrogen wurde und die ganze Jodel-Community wie ein Fels in der Brandung hinter dem armen Kerl stand und ihn mit weit über 2000 Kommentaren unterstütze.

Jodel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allerdings darf nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Anonymität nicht auch ausgenutzt werden kann. Schließlich weiß man nicht, wer sich hinter welchen Jodel versteckt und am Ende gibt man womöglich noch seinem eigenen Partner Trennungstipps.

Jodel bietet jedem die Möglichkeit, seine Meinung zu äußern, ohne dass man mit ernsthaften Folgen rechnen muss. Es vernetzt die Menschen und ist an erster Stelle Unterhaltungsmedium. Darüber hinaus bietet es sicherlich Forschungsansätze bezüglich Anonymität und Selbstdarstellung im Netz.
Deshalb stehen die Zukunftschancen nicht schlecht, dass diese App uns noch ein wenig begleiten und unterhalten wird.

 

Bildquellen:

https://lh3.googleusercontent.com/zfY0kgT6Iy4G7WiKcIM9sVyOfD3P6riAXKOniVDjrqTh5zzmx3IkuPnIW8fgRSIO5Jg=w300

http://www.jetzt.de/jodel/muenchner-jodel-freundin-geht-fremd

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Hallo Echo – Amazon zieht jetzt auch bei uns ein

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„Alexa“- Dies wird in Zukunft wohl in einigen Haushalten das meist genutzte Wort sein.

Hierbei handelt es sich um das Weckwort für den Sprachassistenten Echo, den Amazon nun auch endlich in Deutschland und Österreich einführt. Echo ist ein intelligenter Lautsprecher, der durch Sprachsteuerung Fragen beantworten oder Aufgaben erledigen kann.

„Wir haben das Gefühl, das wird extrem groß und erfolgreich“

Der Deutschland-Chef von Amazon Ralf Kleber redet von einer wahren Revolution was Echo betrifft. Nach der Einführung in Deutschland erlebt der Amazon Echo eine enorme Nachfrage und ist im Moment nur per Einladung zu erhalten. Wer Echo kaufen will muss erst auf eine Einladung warten bevor er sich diesen bestellen kann. Erst dadurch wird sichtbar wie groß die Nachfrage am Alltagsassistenten ist. Laut einer Umfrage von Bitkom könnten sich jetzt schon 39% der Bundesbürger vorstellen einen solchen Sprachassistenten zu nutzen.

Was kann der Amazon Echo? 

Echo’s Funktionen sind in vielen Hinsichten die Gleichen wie schon bei anderen Sprachassistenten, etwa Siri von Apple, Google Now von Android oder Cortana von Microsoft. Echo kann Erinnerungen erstellen, Timer setzen, Musik von Musikdiensten abspielen oder einen Tagesüberblick der Nachrichten erstellen wie von N-TV oder Spiegel Online.

Weitere Funktionen die Echo von anderen Systemen unterscheidet sind zum Beispiel die Beantwortung von komplexeren Fragen durch die Verlinkung mit der Enzyklopädie Wikipedia oder auch die Steuerung eines ganzen Hauses durch Smarthome Produkte. Somit kann man per Sprachsteuerung die Heizung höher stellen oder die Lichter einschalten. Die Zusammenarbeit mit Apps wie MyTaxi oder Chefkoch ermöglicht es ein Taxi zu bestellen oder ein Rezept zu suchen. Echo’s wohl einzigartigste Funktion ist es Einkaufslisten zu erstellen und diese direkt bei Amazon zu bestellen, unter der Voraussetzung, dass das Produkt bereits einmal gekauft wurde.

Sämtliche Funktionen sind bequem per Sprachbefehl zu erreichen. Die Aktivierung des Sprachassistenten erfolgt durch die Erwähnung des Weckwortes „Echo“ oder „Alexa“. Danach hört Echo aufmerksam zu und erledigt die gewünschte Aufgabe.

Hört Echo jedoch nur zu wenn er „geweckt“ wurde? 

Das ist wohl die Frage die sich die meisten Nutzer stellen, allerdings ohne eine eindeutige Antwort zu erhalten. N-TV schwächt diese Bedenken ab und stützt sich dabei auf Praxistests von Computerbild. Echo hört tatsächlich die ganze Zeit zu, löscht aber alle 3 Sekunden automatisch die Aufnahmen, solange das Weckwort nicht gefallen ist. Erst wenn Echo geweckt wurde, werden die Daten an Amazon weitergeschickt.

Dagegen spricht allerdings ein Artikel von WIWO. Alles was in der Umgebung von Echo geredet wird, soll direkt zu den Servern von Amazon weitergeleitet werden um dort mit Hilfe von Algorithmen analysiert zu werden. Dies soll dazu dienen Profile der Hausbewohner zu erstellen und deren Lebensstil und Einkaufsverhalten besser bestimmen zu können.

Jetzt muss sich jeder die Frage selbst beantworten ob er Echo in seinem Wohnzimmer haben will, oder doch lieber einmal mehr aufsteht um das Licht anzuschalten oder einen Einkaufszettel zu schreiben.

 

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Bildmanipulation in den Medien

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Der Begriff Bildmanipulation beschreibt eine Veränderung oder eine Manipulation eines Bildes oder Fotos um den Sachverhalt der sich darauf bezieht zu verändern, wodurch diese Bilder eine Wirklichkeit an die Rezipienten vermitteln, die so nie geschehen ist.

Ein Beispiel eines solchen Falles zeigen die beiden folgenden Bilder des Massakers von Luxor. Hier wurde das Originalbild so manipuliert, dass die Wasserpfütze aussieht, wie eine Blutspur um den eigentlichen Sachverhalt zu dramatisieren:

massaker-von-luxor

Man kann darin unterscheiden, ob ein Foto schon vor der Aufnahme (durch Inszenierung), während der Aufnahme (Bsp.: durch Mehrfachbelichtung) oder nach der Aufnahme (Bsp.: durch Bildbearbeitung) manipuliert wird.

Grundsätzlich ist es schon seit dem 19. Jahrhundert durch technische oder kompositorische Tricks, wie beispielsweise die Fotomontage oder Komposografie möglich Fotos zu verändern, doch Techniken wie diese verlangten ein gewisses Knowhow von den Fotografen. Dank der fortgeschrittenen Entwicklung im Bereich elektronische Bildverarbeitung ist heute jeder in der Lage mit ein wenig Übung Bilder so zu bearbeiten, dass diese Manipulationen für ein ungeschultes Auge kaum zu ergreifen sind. Wie einfach es ist Bilder mithilfe digitaler Bildbearbeitungsprogramme zu verändern zeigt folgendes Video:

Dieses Video bezieht sich auf den ästhetischen Aspekt, welcher oft in der Werbung eine Rolle spielt um Schönheitsfehler zu retuschieren. Viel drastischer ist es jedoch wenn manipulierte Bilder Einfluss auf politische Angelegenheiten ausüben, indem sie in einen falschen Kontext gestellt werden (Bsp.: Massaker von Luxor), Personen herausgeschnitten werden (Bsp.: Stalin ließ ungarischen Revolutionär aus Bildern schneiden) oder bestimmte Szenen inszeniert werden (Bsp.: Treffen zwischen Viktor Orban und Helmut Kohl) um Tatsachen anders darzustellen, als sie eigentlich sind. Die Tatsache, dass Bilder manipuliert werden um breite Massen zu beeinflussen resultiert daraus, dass der Durchschnittsbürger dazu neigt Bilder als Beweis der Realität anzuerkennen ohne daran zu denken, dass fast alle Bilder die heute durch die Medien suggeriert werden in irgendeiner Form bearbeitet sind.

Die Frage die hieraus resultiert ist inwieweit Bilder heutzutage überhaupt noch glaubwürdig sind, wenn es doch für jeden möglich ist, sie in fast unvorstellbarem Ausmaß zu bearbeiten?

In diesem Zusammenhang muss beachtet werden, dass es im Journalismus erlaubte Veränderungen gibt wie beispielweise Zoomen, Änderung des Winkels, Graustufen etc. und nicht erlaubte Veränderungen wie Fotomontage und Inszenierungen. Im letzteren Falle müssten Fotos an denen diese Methoden angewendet wurde bei der Veröffentlichung mit einem [M] gekennzeichnet werden, doch problematischer Weise wird dies in vielen Fällen nicht getan. Außerdem gibt es keine gesetzliche Regelung die über solche Fälle entscheidet, denn ob eine Bildbearbeitung legitim ist hängt immer vom jeweiligen Einzelfall ab. Trotz der Versuche den Beweischarakter der durch die Medien suggerierten Bilder durch Methoden wie digitale Negative, digitale Wasserzeichen oder digitale Bildforensik zu gewährleisten, muss jeder Rezipient sich darüber im klaren sein, dass man sich in den meisten Fällen nicht sicher sein kann in wie weit eine Fotografie die Wahrheit widerspiegelt.

 

Quellen:

http://www.rhetorik.ch/Bildmanipulation/Bildmanipulation.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Fotomanipulation

http://www.rhetorik.ch/Bildmanipulation/Bildmanipulation.html

http://www.spiegel.de/einestages/manipulierte-bilder-a-947326.html

Bildmanipulation in den Medien

 

 

 

 

 

Bloggst du noch oder wirbst du schon?

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Begeisterte Modemagazin-Liebhaber werden die neue Pandora-Werbeanzeige schon gesehen haben. Darauf abgebildet, sieht man niemand anderes als Caro Daur. 21 Jahre jung, BWL-Studentin, Blogger und Influencer. Sie startet als eines der ersten Blogger-Testimonial eine neue Art der Werbung für die luxuriöse Schmuckmarke.

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Aber nicht nur für Pandora, stand Caro als Werbefigur.

Bei den Olympischen Spielen 2016 berichtete sie für ADIDAS live aus RIO von den sportlichen Ereignissen. Natürlich alles auf ihrem Blog, Instagram, Facebook und Snapchat. Und auch bei vielen anderen Marketing-Auftritten namhafter Firmen sieht man die hübsche Hamburgerin, wie sie ihren 815 Tausend Instagram-Followern ein Selfie macht oder ein kurzes Video dreht.

Selbstverständlich alles nur, weil sie die Marke toll findet und unbedingt möchte, dass wir das wissen.

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Natürlich ist es nicht wirklich so…

Hinter solchen Fotos, Blogposts und Stories stecken Bezahlungen, von denen sich andere Autos kaufen. Schon bevor Caro Daur zu einem Event eingeladen wird, wird ihr Management davon informiert. Es werden Verträge ausgehandelt, in denen festgelegt wird, wie viele Instagram-Fotos gepostet werden, ob ein Blogbeitrag geschrieben wird, welchen Umfang dieser dann hat, wann, was veröffentlicht wird und natürlich wie viel Geld Caro Daur bekommen wird.

Das hierbei noch eine eigene Meinung in dem Produzierten steckt ist schwer vorstellbar.

Aber wie geht es Bloggern, die zwar „groß“ genug sind, um von ihrem Blog leben zu können, aber keinen Influencer-Status, wie Caro Daur innehaben?

Natürlich muss man um einen guten Content auf seinem Blog bieten zu können, enorm viel Zeit dafür aufbringen. Es müssen Dinge getan werden, die berichtenswert sind, diese müssen vertextet werden, es müssen Bilder geschossen werden, man muss Zeit aufwenden um seine Fotografier-, Text- und Layout-Fähigkeiten zu verbessern, …

Einen Fulltime-Job zu haben und wirklich erfolgreich zu bloggen ist daher ein Ding der Unmöglichkeit. Aber von irgendetwas muss der Blogger auch leben können. Daher ist es für ihn unabdingbar, Kooperationen mit Firmen einzugehen. Egal ob Testpakete zugeschickt werden, über die man berichtet oder ob es sich um eine Einladung zu Blogger-Events handelt, ohne die Bezahlung dieser Firmen wäre es dem Blogger kaum möglich Geld zu verdienen.

 

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Es kann auch eine Bereicherung für den eigenen Blog sein, wenn der Blogger Dinge erleben darf, Produkte testet und darüber berichtet.

So kann Julia von dem Blog „Des Belles Choses“  nur durch Einladungen in Hotels von vielen verschiedenen Reise-Destinationen berichten oder hat Dank Einladungen zu unterschiedlichsten Events die Möglichkeit von Trends zu erzählen und mit anderen Bloggern in Kontakt zu kommen, mit denen sie gemeinsame Inhalte entwickeln kann.

Für sie haben Kooperationen immer Voraussetzungen. So ist „grundlegend, dass die Marke generell zu den Themen auf ihren Blog passt, dass das Thema aktuell auf ihren Blog passen und nicht mit anderen Zusammenarbeiten konkurriert, dass sie ihre eigene Meinung niederschreiben kann und dass hinter jedem Foto und Beitrag ihre Kreativität und Ideen stecken kann.“ Dadurch gewährleistet sie Authentizität. Denn es ist wichtig, „dass sie ihre Leser nicht belügt und damit ihr Vertrauen riskiert“. Dafür spricht sie Firmen auch darauf an, wenn ihr etwas nicht gefällt, sodass sie nicht darüber berichten möchte. „Denn ein Blog gilt das Leser nahes Medium und wenn Firmen „Meinungen“ kaufen, würde das Vertrauen in den Blog zerstört werden“

 

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Das Blogs als Werbeplattform sehr erfolgreich sein können, wird vor allem in der Kosmetikvermarktung deutlich.

Hierbei zählen die Firmen vor allem auf die Reichweite der Blogger. Wenn ein Blogger mit 41,6 Tausend Instagram-Followern eines der Testimonials für eine Vichy Kampagne wird, ist alleine Online von einer Reichweite von weit über 20 Tausend zu rechnen. Dass diese Anzeige, dann auch noch in vielen beliebten deutschen Magazinen zu finden ist verknüpft die digitale mit der analogen Reichweite, wodurch Werbepräsenz in sehr hohem Maße gewährleistet werden kann. (Die Reichweite der Produktionsfirma, die eigentlich ein Online-Magazin betreibt, fließt natürlich auch noch mit ein) Allerdings hat L‘Oréal (hierzu gehört auch Vichy) im Jahr 2015 394,8 Millionen Euro nur für Werbemaßnahmen ausgegeben, sodass man durchaus auch damit rechnen kann, dass hierbei die Werbekosten, kein Problem waren.

vichy

 

Bei kleineren Firmen sieht es da schon ganz anders aus.

Für sie ist die Werbung mit einem mittelgroßen Blogger auch eine Chance, da sie hierdurch weniger investieren müssen, um eine große Menge Menschen zu erreichen. So zahlen sie „nur“ den Blogger keine hohen Produktions- und Einbettungskosten.

So kann man eigentlich sagen, dass Kooperationen zwischen Firmen und Bloggern „Win-Win-Situationen“ sind. Der Blogger hat die Möglichkeit vielseitigen Content zu liefern und die Firmen können hohe Werbereichweiten erzielen.

 

Für uns als Blogleser bleibt aber die Verpflichtung uns beim Lesen zu Fragen:

„Bloggt er noch oder wirbt er schon?“

 

 

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Vlogging – oder wann man die Kamera vielleicht besser ausmachen sollte

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„Sie konnten keinen Herzschlag finden. Man kann den Kleinen aber schon auf dem Ultraschall sehen…“sagt Jonathan Saccone-Joly, Vater der irischen Youtube-Familie, in die Kamera und bricht mitten im Satz ab. Er schaut zu seiner Frau, die wohl gerade angefangen hat zu weinen, zögert kurz, und entscheidet sich dann sich dabei zu filmen, wie er sie tröstet.
Ihr wurde gerade gesagt, dass sie eine Fehlgeburt hatte.

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Vloggen– Eine Mischung aus „Video“ und „Blog“, bei der sich verschiedenste YouTuber in ihrem ganz normalen Alltag filmen, scheint für manche der Exhibitionismus von heute geworden zu sein.

Wie bei den Saccone – Joly‘s, die seit 2012 täglich Vlogs auf ihrem Kanal „LeFloofTV“ hochladen.Die mehr als 1,7 Millionen YouTube-Abonnenten schauen der Familie beim Heiraten, beim Schwanger werden, beim Einkaufen-und eben auch bei Fehlgeburten zu.
Währenddessen wirkt Mr.Saccone-Joly wie ein Moderator, der mal eben gerade die latest News herausgibt.
Aber der perfekte Mitschnitt ist zweifellos wichtiger, als die Tatsache, dass er auch gerade ein Kind verloren hat.

Das YouTube Geschäft läuft so gut, die Videos haben so viele Zuschauer, dass Vater Jonathan sich vor Kurzem einen Maserati kaufen konnte. Da hat sich die Fehlgeburt wohl doch gelohnt.

Aber sie sind nicht die einzigen, die das Filmen und Teilen intimster Momente für sich entdeckt haben.

Ellie und Jared Mecham aus dem US-Bundesstaat Utah, die einem ebenfalls erfolgreichen Youtube-Kanal namens„E+D“ betreiben,vlogten die Geburt ihrer zwei Kinder quasi live aus dem Kreißsaal.

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Die mehr als 1,7 Millionen Follower konnten mit Ellie zusammen im 10 Sekunden Takt tief ein- und ausatmen. Konnten die ungefilterte nackte Wahrheit sehen, die der Arzt ihr letztendlich auf die Brust legte.Und selbst dann, schaffte ihr Mann Jared, der für die Kameraführung zuständig war,es nicht mal kurz alles aus der Hand zu legen, um sein Neugeborenes zu bewundern.

Dabei hatte er diesem Moment ganze 3 schwere Jahre entgegengefiebert –ebenfalls dokumentiert- in denen er und seine unfruchtbare Frau immer wieder mit Behandlungen versuchten, Eltern zu werden. Aber er hielt lieber seinem Baby die Kamera vor die Nase, damit auch niemandem von Zuhause aus die noch so kleinste Falte entging.

Und wie bei der Geburt, so wird auch beim Tod nicht auf „Off“ gedrückt.

Am 1. Oktober vergangenen Jahres starb der 13-jährige Sohn der Bratayley‘s, Caleb, unerwartet an einem Herzfehler. Seine auf Youtube sehr präsente Familie teilte die Trauerfeier per Live-Stream über Periscope und Facebook .Mehr als 116.000 Fans sahen zu, wie Familie und Freunde unter Tränen Abschied nahmen.

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Nichts ist mehr privat. Selbst die persönlichsten Momente werden mit Wondershare Video Editor zurechtgeschnitten und bearbeitet. Aber warum? Und wofür?

Vielleicht können die Betroffenen Distanz zu dem schmerzhaften Geschehen nehmen, wenn sie die Rolle des passiven Kameramanns einnehmen. Oder jede Freude wird um das tausendfache vervielfacht, wenn sie mit anderen geteilt und man von unzähligen Fremden beglückwünscht wird.

Aber am Ende des Tages sind es nur das – Fremde.
Am Ende des Tages muss die Kamera wohl oder übel ausgeschaltet werden. Und dann ist die Fehlgeburt noch da, der Verlust und der Schmerz. Und all diese Fremden werden nicht da sein, um diese Menschen zu halten. Sie werden nichts ungeschehen machen. Sie können einem auch nicht die einmaligen Momente wiedergeben, bei denen man lieber die Kamera in der Hand hatte, statt vertrauter Dreisamkeit.

Sie werden sich bloß den nächsten Vlog anschauen. Da sollte man sich doch fragen, ob die Kamerapräsenz tatsächlich immer höchste Priorität haben sollte. Ob man dadurch nicht das Gefühl dafür verliert, wann es Zeit ist die wirklich wichtigen Momente im Leben durch die eigenen Linsen zu genießen.

Bildquellen:

Abb.1 https://www.youtube.com/watch?v=2LkCwRyxJ_Q

Abb.2 https://www.youtube.com/watch?v=sCtd1YXurfc&t=973s

Abb.3 https://www.youtube.com/watch?v=j1Eu6SwFVL8

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„Weihnachten im Schuhkarton“ – Charity-Aktion oder Missionierungsgedanke?

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       Weihnachten im Schuhkarton                                                                                                                        Weihnachten steht vor der Tür-  das Fest der Liebe und Geborgenheit! Zahlreiche Hilfsaktionen machen wieder auf sich aufmerksam, um Kindern in armen Regionen dieser Welt an Weihnachten ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Jede öffentliche Plattform wird genutzt, um strahlende Kinderaugen mit Weihnachtsgeschenken zu zeigen. Darunter auch das Hilfswerk „Geschenke der Hoffnung“ mit der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“, die Teil der weltweit größten Geschenkaktion „Operation Christmas Child“ für Kinder in Not ist.

Die Idee ist denkbar einfach: Jeder kann einen Schuhkarton mit kleinen Überraschungen füllen, ihn hübsch dekorieren, die ungefähre Zielgruppe (Mädchen oder Junge im Alter von 2-14) angeben und mit einer Päckchenspende von 8€ für Abwicklung und Transport bei Sammelstellen, für die in vielen lokalen Zeitungen geworben werden, abgeben.

Die rund 100 Zielländer der vollgepackten LKWs sind vor allem in Osteuropa lokalisiert: Bulgarien, Polen, Rumänien, Slowakei, Ukraine, Weißrussland, Mongolei und die Republik Moldau. Ländern, in denen Kinder unter der Armutsgrenze leben und Korruption und Kriminalität ausgesetzt sind. Im vergangenen Jahr, reagierte die Stiftung „Weihnachten im Schuhkarton“ auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik und belieferte auch Flüchtlingshilfen mit rund 60.000 bunten Schuhkartons.

"Mit kleinen Dingen Großes bewirken!"Meist sind es größere Gruppen, wie Kindergärten, Schulklassen, Vereine oder Unternehmen, die sich gemeinsam an der Aktion beteiligen. Aber auch prominente Unterstützer setzen ein Zeichen der Nächstenliebe. So auch Bundestagsabgeordnete Renate Künast:

«Diese Geschenke drücken echte Wertschätzung aus und lösen bei den Kindern Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein aus.»

In den Empfangsländern angekommen, werden die Pakete dann auf Weihnachtsfeiern in meist freikirchlichen Gemeinden verteilt.

Bibelheft "Das größte Geschenk"

Bibelheft „Das größte Geschenk“

Was kritische Stimmen hervorruft ist allerdings die Tatsache, dass mit jedem Karton auch ein Bibelheft mitgereicht wird, in dem Jesus Rolle in der Kirche kindgerecht dargestellt wird. An diesem Punkt sind sich nicht mehr alle einig darüber, ob die Aktion wirklich nur den Gedanken des guten Zwecks, oder vielmehr einen Missionierungsgedanken verfolgt.

Viele deutsche Bistümer erhoben ihre Stimmen gegen die vermeintliche Charity-Aktion, darunter auch das Bistum Trier:

«Weihnachten im Schuhkarton“ leistet keine nachhaltige Entwicklungshilfe für Kinder in Not. Die Aktion bewirkt keine langfristige Verbesserung der Lebensbedingungen notleidender Kinder.»

Kritisiert wird vor allem, dass zu viel Geld in einen einzigen Glücksmoment gesteckt werde, als mit einer Geldspende im durchschnittlichen Kartonwert von 35€ eigentlich erreicht werden könne. Laut dem Bischöflichen Hilfswerk Misereor könne einer jungen Frau in Äthiopien mit diesem Geld auch ein Startkredit zum Aufbau einer eigenen Existenz finanziert werden. Und auch die Nähe der Organisation zur „Billy Graham Evangelistic Association“ und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit „Samaritan`s Purse“ (USA), die schon des Öfteren durch fragwürdige und aggressive evangelikale Missionsaktionen auf sich aufmerksam gemacht haben, lassen viele Kritiker aufhorchen.

Charity-Aktion oder Missionierungsgedanke? Dieses Beispiel einer erfolgreichen Hilfsaktion zeigt einmal mehr, wie durch mediales Geschick an die Nächstenliebe der Menschen appelliert werden kann. Fakt ist, dass sich Engagierte jeden Alters wohl eher von Projekten überzeugen lassen, in denen sie aktiv die Spende mitgestalten können, als von bloßen Geldsummen. Kinderaugen lassen diese Schuhkartons aber mit Sicherheit strahlen, wenn auch vielleicht nur für einen kurzen Moment.

 

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WhatsApp wird kostenlos

geschrieben von in Allgemeines, Kommunikationsformen1 Kommentar »

WhatsApp wird kostenlos, der „Jahresbeitrag“ von 0,89€ fällt weg – mit dieser Ankündigung überraschte der Messenger-Riese vor einigen Tagen. Tatsächlich ist die Umstellung in vielen Fällen bereits erfolgt.

Wer umgestellt wird, erhält eine entsprechende Nachricht von WhatsApp. Von der Umstellung ausgenommen sind iPhone-Nutzer, die die App in der Vergangenheit gekauft haben, bevor das Gratis-Jahr eingeführt wurde. Einen Nachteil haben diese Nutzer jedoch nicht: Ihre WhatsApp-Version wurde ohnehin schon auf das kostenlose Dauer-Abo umgestellt.

Wie finanziert sich WhatsApp nun?

WhatsApp finanziert sich bislang über die jährlichen Zahlungen seiner Nutzer. Werbung gibt es nicht und soll es auch weiterhin nicht geben, betonen die Entwickler explizit im Zuge der Umstellung. Stattdessen wird WhatsApp auf ein Geschäftsmodell umstellen, das bislang von Drittanbietern wie WhatsBroadcast angeboten wird: WhatsApp will Unternehmen die Möglichkeit bieten, direkt in Kontakt mit den Kunden zu treten. Das soll jedoch nur auf explizite Aufforderung des jeweiligen Messenger-Nutzers geschehen.Vor allem Onlineredaktionen, Zeitungen, TV- und Radiosender und andere Publisher sind bislang typische Nutzer solcher Angebote. Auch Banken und andere Unternehmen könnten den Service in Zukunft nutzen. Business-to-Consumer lautet das Schlagwort, kurz B2C.

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Colonia Dignidad – Was ist das überhaupt?

geschrieben von in Fernsehen, Medien und Politik, Weblogs1 Kommentar »

Wenige haben heutzutage von ihr gehört: der Colonia Dignidad.
Fragt man Menschen der heutigen Generation, so zucken die meisten gelangweilt mit den Schultern, haben noch nichts davon gehört, wollen es auch eigentlich gar nicht wissen.

Dabei ist die Colonia Dignidad ein weiterer und auch wichtiger Teil der dunklen Geschichte Deutschlands, denn wieder einmal unterdrückte ein Mann Menschen, die sich nicht wehren konnten, Minderheiten, die sich resigniert unterordnen mussten… auch wenn sich das Ganze nicht in Deutschland selbst abspielte.

Was ist die Colonia Dignidad überhaupt?

Die Colonia Dignidad ( zu deutsch: Kolonie der Würde) wurde von einem deutsch evangelischen Jugendpfleger namens Paul Schäfer im Jahre 1961 in Chile gegründet und von einer Sekte bewohnt.
Diese Sekte baute in Chile, abgeschottet von der Außenwelt, eine Kolonie auf, in der Folter und Missbrauch, vor allem von minderjährigen Jungen, auf der Tagesordnung stand.
Entführungen von Kindern waren nicht selten. So sind einige Berichte von Eltern bekannt, die ihre Kinder zur als Chorfreizeit getarnten Sekte nach Chile schickten und diese danach nie mehr wieder sahen.
Während der Militärdiktatur in Chile diente die Colonia dem Regime aber auch als geheime Außenstelle.
Nach dem Putsch des chilenischen Militärs am 11.09.1973 wurde die Colonia als Basis des Pinochet- Geheimdienstes verwendet, der durch den Putsch die Macht in Chile übernommen hatte und mehrere Jahre lang als Präsident agierte, obwohl er niemals demokratisch gewählt worden war.

„ […] [ Paul Schäfer] konnte über fast 40 Jahre hinweg vollkommen ungestraft und ungezügelt allen Regungen nachgehen. Ich glaube auch, dass Machtausübung für ihn ein ganz entscheidender Faktor war und er hat diese Leute ja vollkommen hörig gemacht und nach seinem Geschmack ein fantastisches Leben da geführt […]“ ( Florian Gallenberger, Regisseur des gleichnamigen Films, im Interview mit Bayern 2, 10.03.2015)

Erst nachdem ein Mitbegründer der Sekte 1984 aus der Colonia flüchtete, geriet Paul Schäfer in das Visier der Justiz.
Doch bis zum 10.03.2005 konnte Paul Schäfer nicht gefasst werden. Gründe dafür gibt es viele. Nachvollziehbar sind sie jedoch nicht.
Paul Schäfer wurde in 25 Fällen des Missbrauchs für schuldig befunden und bekam eine Haftstrafe von 20 Jahren, von denen er nur 5 absitzen konnte. Er verstarb am 24.04.2010 im Alter von 88 Jahren im Gefängnishospital an einem Herzleiden.

Lange wurde über die Grausamkeiten, die Paul Schäfer an seinen Mitmenschen begangen hat, nicht geredet, doch im Jahre 2014 entscheidet sich ein deutscher Regisseur das Schweigen zu brechen.

Der Oscar- prämierte Regisseur Florian Gallenberger sagt über seinen Entschluss, die Geschichte auf Leinwand zu bringen: „ […] Es ist auch an der Zeit endlich über dieses Kapitel jüngerer deutscher Geschichte mal was zu machen und da etwas Licht ins Dunkel zu bringen. […]“ ( im Interview mit Bayern 2, 10.03.2015)

Sein Thriller „ Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück“ vereint Fakten und Fiktion miteinander, indem eine fiktive Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der realen Colonia Dignidad erzählt wird.

Dazu holte er sich internationale und hochkarätige Schauspieler ins Boot: Schauspieler wie Emma Watson ( Harry Potter, Bling Ring, …), Michael Nyqvist ( Der Chinese, Atemlos – Gefährliche Wahrheit, …) und Daniel Brühl ( Good Bye, Lenin!, A Most Wanted Man) kommen in Luxemburg zusammen, um die ersten Szenen abzudrehen. Danach geht es weiter nach Berlin, München und Argentinien.

Und worum genau geht es in dem Film?

„Chile, 11. September 1973. Hunderttausende protestieren auf den Straßen Santiagos gegen General Pinochet, der sich gegen den Präsidenten Salvador Allende an die Macht putscht. Unter den Demonstranten sind auch Lena (Emma Watson), die als Stewardess am Tag zuvor in Chile gelandet ist, und ihr Freund Daniel (Daniel Brühl), der als Fotograf in Santiago lebt. Unzählige werden in den Wirren des Aufruhrs vom Geheimdienst verhaftet, so auch Daniel und Lena. Daniel wird noch in der Nacht an einen unbekannten Ort verschleppt.

Nach dem ersten Schock versucht Lena herauszufinden, was mit Daniel passiert ist. Doch die Mitstreiter seiner Studentengruppe tauchen unter und auch die Deutsche Botschaft verweigert ihr jede Hilfe. Bei Amnesty International hört sie das erste Mal von der berüchtigten Colonia Dignidad, einer abgeschotteten deutschen Sekte im Süden Chiles, die enge Verbindungen zum Geheimdienst unterhält: es geht das Gerücht um, dass auf dem Gelände der Colonia Gefangene gefoltert werden – und Daniel vermutlich dort gefangen gehalten wird.

Völlig auf sich allein gestellt, entschließt sich Lena, der mysteriösen Sekte beizutreten und so Daniel wiederzufinden. Doch schon bald erkennt sie, in welch aussichtslose Situation sie geraten ist, denn noch nie ist jemandem die Flucht aus der Colonia gelungen…“ ( Kurzinhalt aus dem Presseheft des Majestic Filmverleih)

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Michael Nyqvist ( als Paul Schäfer) und Emma Watson ( als Lena) Quelle: Majestic Filmverleih

Der Film kommt am 18.02.2016 in die deutschen Kinos, auch wenn „das, was in der Colonia wirklich passiert ist […] man natürlich so 1:1 auch in einem Film nicht zeigen [kann] und das ist glaube ich auch nicht notwendig. Ich denke schon, dass in dem Film, den wir machen, rauskommen wird was für eine Art von Ort das war, auch ohne dass man jetzt explizit die Gräultaten ins Bild setzt.“ ( Florian Gallenberger, Regisseur des gleichnamigen Films, im Interview mit Bayern 2, 10.03.2015)

Für all diejenigen, die jetzt neugierig geworden sind und mehr über die Colonia erfahren wollen, seien es Berichte von Zeitzeugen( wie zum Beispiel das Buch von Ulla Fröhling:“ Unser geraubtes Leben. Die wahre Geschichte von Liebe und Hoffnung in einer grausamen Sekte oder Reportagen über die Colonia Dignidad ( zum Beispiel:  Colonia Dignidad: Ein Reporter auf den Spuren eines deutschen Skandals von Gero Gemballa) für die gibt es jede Menge Literatur, die es sich lohnt zu erkunden und zu lesen.

Was ist aus der Colonia Dignidad geworden?

Die Colonia gibt es heute immer noch, jedoch unter einem anderen Namen und mit neuen Zielen. Die „ Villa Baveria“ will unter der Leitung von Michael Müller die rund 115 Mitglieder für die Außenwelt öffnen, weswegen Journalisten die Kolonie besuchen können, ein Hotel für Besucher zur Verfügung steht und in einem deutschen Restaurant in der Nähe Bilder von Polizeimaßnahmen gegen die Sekte dargestellt werden. Die neuen Errungenschaften sollen dazu beitragen, den schlechten Ruf der Kolonie aufzubessern.

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Facebook- Gründer Mark Zuckerberg kommt nach Berlin

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internet und Politik, Kommunikationsformen1 Kommentar »

Mark Zuckerberg der Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender von Facebook Inc. will nach Berlin kommen.

 

In einem Post auf seiner eigenen Facebook- Seite verkündete er am 24. Januar 2016:

Zuckerbergs Facebook- Post

 

„I’m traveling to Europe again next month!
I’ll start my trip in Barcelona for Mobile World Congress, where I’ll be talking with Jessi Hempel about Internet.org and our plans to use solar-powered planes, satellites and lasers to connect the world.

After that I’ll travel to Berlin for a Townhall Q&A in one of my favorite cities in the world. More than 27 million people use Facebook in Germany, and it’s inspiring to serve a country that in my lifetime showed the power of community to tear down walls.“

 

Mit Zuckerbergs angekündigten Besuch in Berlin können wir Ende Februar bis Anfang März rechnen. Das genaue Datum und weitere Details sind bislang noch unklar, sollen aber mit dem Näherrücken des Termins bekannt gegeben werden. Zuckerbergs letzter öffentlicher Besuch in Berlin war 2013.

Es wird ein sogenanntes „Townhall- Meeting“ stattfinden. Interessenten können sich hier registrieren und werden dann ausgewählt, um dem Gründer persönlich ihre Fragen zu stellen. Laut Bild war es bei vorherigen Fragerunden außerdem möglich, Fragen auf Facebook zu posten und die Veranstaltung live im Netz mitzuverfolgen.  Das letzte sogenannte „Townhall- Meeting“ fand im Oktober 2015 in Indien, Neu- Delhi statt.

Kritische Fragen und Beiträge werden in dieser öffentlichen Fragerunde nicht ausbleiben, denn nicht zuletzt hatte das Unternehmen in Deutschland mit viel Kritik zu kämpfen. Laut dem Spiegel- Online Artikel  vom 07. September 2015 gab es mehrere Debatten in denen von Facebook Inc verlangt wurde, dass gegen Hasskommentare sowie eindeutig rassistische Beiträge strenger vorgegangen werden muss. Die sich verschärfende Flüchtlingssituation hat diese Forderungen weiter verstärkt. Justizminister Heiko Maas, sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel sprachen sich bereits für ein konsequenteres Vorgehen gegen solche Hassbotschaften aus.

Am 15. Januar diesen Jahres berichtete Spiegel- Online in einem weiteren Beitrag, dass Facebook endlich auf die Forderungen der Kritiker eingegangen ist. Zukünftig sollen Facebook– Inhalte von Mitarbeitern der Bertelsmann-Tochter Arvato direkt in Berlin überprüft werden.

Ob dieses Mitarbeiterteam in Höhe einer dreistelligen Zahl allerdings den Inhalten von über 27 Millionen Nutzern in Deutschland gerecht werden kann, bleibt offen.

Das Onlinemagazin gründerszene vermutet, dass hinter der geplanten Reise eine weitere Strategie der Imagepflege in Europa steckt. Erst vorherige Woche schrieb meedia.de von Cheryl Sandbergs (COO von Facebook) Besuch in Berlin, bei dem sie das neue Projekt Initiative für Online-Zivilcourage vorstellte. Eine Initiative gegen den vermehrten Online- Hass. 

Imagepflege hin oder her, der anstehende Besuch von Mark Zuckerberg wird sicherlich für viel mediale Aufmerksamkeit sorgen. Ob diese ein positives oder negatives Licht auf Facebook wirft, wird sich beim „Townhall- Meeting“ zeigen.

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#WhyISaidNothing – Die Stimme der Dunkelziffer

geschrieben von in Kommunikationsformen1 Kommentar »

Unter dem Hashtag #WhyISaidNothing berichten Männer und Frauen von erlebten sexuellen Übergriffen und erklären, warum sie nicht den Mut hatten, die Straftaten anzuzeigen.
An einer US-amerikanischen Universität gaben 40 Prozent der Befragten an, schon mindestens einen sexuellen Übergriff erlebt zu haben. 16 Prozent von ihnen wurden demnach vergewaltigt. Zur Anzeige kam es jedoch bei kaum einem Fall. Für zu viele Menschen ist das ein Grund, am Ergebnis der universitätsinternen Umfrage zu zweifeln. Wurden wirklich so viele Frauen und Männer vergewaltigt? Wenn bei der Polizei doch bloß so wenige Fälle registriert sind?
Vor allem ein Artikel in der „Welt“ fand ziemlich harte Worte für Vergewaltigungsopfer und stieß auf Kritik.

Tatsache ist aber, dass kaum eine der jungen Frauen, die auf Fragebögen ankreuzt, sie sei Opfer sexueller Gewalt geworden, sich je unter einer der Telefonnummern gemeldet hat, die extra für vergewaltigte Frauen eingerichtet wurden; geschweige denn, dass sie bei der Polizei Anzeige erstattet hätte.

Vielleicht geht es an amerikanischen Universitäten also doch nicht schlimmer zu als im Kongo? Vielleicht geht es in vielen Fällen gar nicht um Vergewaltigungen, sondern um Sex im Zustande des Vollrausches und nachträgliche Reue?“, heißt es in dem Artikel.

Doch ist die Zahl der Vergewaltigungsopfer tatsächlich nur anhand der eingegangenen Anzeigen zu messen? Die 31-jährige Marlies Hübner, welche bereits selbst zum Opfer sexueller Gewalt wurde, zeigt, dass es eine Dunkelziffer gibt und möchte Betroffenen eine Stimme geben.
Unter dem Hashtag #WhyISaidNothing können Männer und Frauen in 140 Zeichen erklären, warum sie von einer Anzeige abgesehen haben und zeigen, dass die registrierten sexuellen Übergriffe keinen Maßstab bieten.

Die Hashtag Aktion hat bewiesen, wie wichtig es ist, Opfern sexueller Gewalt die Möglichkeit zu geben, sich in einem von ihnen selbst gewählten Rahmen dazu zu äußern. Nicht, um als Opfer gesehen zu werden oder Mitleid zu erhaschen, sondern einfach um auf das Problem der sexuellen Gewalt aufmerksam zu machen. Auch in Hinblick auf aktuelle mediale Ereignisse, wie die Silvesternacht in Köln, sollten sexuelle Übergriffe auf keinen Fall verharmlost oder Betroffene nicht ernst genommen werden, denn dies führt nur dazu, dass die Dunkelziffer weiter wächst.

 

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„Phubbing“ – Einfluss mobiler Kommunikation

geschrieben von in Allgemeines, Kommunikationsformen1 Kommentar »

Die Art, wie wir leben, kann durch neue Technologien nachhaltig beeinflusst werden. Das zeigt sich auch beim Mobilfunk: Die vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten, die Smartphones & Co. bieten, wirken sich auch auf unser Sozialverhalten aus.

Der Umgang miteinander wurde durch die Möglichkeit, beinahe jederzeit und an jedem Ort erreichbar zu sein, stark verändert. Egal ob beruflich oder privat – mobile Technologien machen unsere Kommunikation direkter und erleichtern es uns, mit Menschen in Verbindung zu bleiben. Eine Situation, die jedoch täglich passiert: Man sitzt beim Essen und starrt auf sein Handy. Facebook, Whatsapp-Nachrichten und News aus aller Welt sind wichtiger als der Mensch, der gegenüber sitzt. Dieses Phänomen wird „Phubbing“ genannt, zusammengesetzt aus den Worten „phone“ und „stubbing“ (vor den Kopf stoßen). „Die Leute reden immer noch miteinander, aber völlig selbstverständlich schauen sie zwischendurch auch auf ihre Smartphones“, so die Mannheimer Kommunikations- und Medienwissenschaftlerin Prof. Dr. Angela Keppler

Sind wir also Smartphone-Junkies? Im Tagesspielgel sagte Phil Reed, Professor für Psychologie an der Swansea University in Wales: „Es ist nicht eindeutig, ob die Leute Smartphone-süchtig sind, obwohl die Existenz der Phantomvibration, wenn wir also irrtümlich denken, dass das Handy vibriert, eine Form der Abhängigkeit nahelegt. Klarer ist hingegen, dass die Leute danach süchtig sind, was das Smartphone kann – Internet, soziale Netzwerke und so weiter.“

Vor allem bei Kindern und Jugendlichen, die heute mit Smartphones aufwachsen, ist der Einfluss digitaler Kommunikationsmittel auf das Alltagsverhalten besonders ersichtlich. Langfristige Absprachen sind out, heutzutage verabreden sich Jugendliche eher spontan und auch unverbindlicher: Termine und Treffpunkte werden kurzfristig geändert oder Verabredungen in letzter Minute abgesagt.

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Abschaffung der 140-Zeichen auf Twitter gleich Abschaffung kreativ, bissiger Statements?

geschrieben von in Internet, Kommunikationsformen1 Kommentar »

Ist dies dass Ende der berühmt berüchtigten, kurz und bissig auf den Punkt gebrachten “tweetstorms“ des Kurznachrichtendienstes Twitter?

Das ist vermutlich die Sorge vieler Nutzer, die sich nun mit den Plänen des Mitgründers Jack Dorsey überrumpelt fühlen.

Dorsey twitterte, dass er die Abschaffung der 140-Zeichen Begrenzung eines Tweets befürwortet. Geplant sei nun eine Obergrenze von 10.000 Zeichen.

Die Idee kam ihm, da sich seit längerer Zeit immer mehr Nutzer gezwungen sahen Screenshots von längeren Texten und Mitteilungen, die sie mit der Welt teilen wollten, hochzuladen.

Diese abfotografierten Texte seien so in ihrer Form eher eingeschränkt lesbar und diskutierbar. Wären die Nutzer in der Lage solche Texte weg vom Screenshot zu lenken und tatsächlich abzutippen und zu posten, dann würde dies eine aktive Auseinandersetzung mit dem Text ermöglichen. Menschen können Markierungen machen, gewisse Abschnitte kopieren und teilen. Kurz, der Austausch und die Kommunikation untereinander, in unserer vernetzten Welt, würde erleichtert werden, so Dorsey.

Mit dieser vereinfachten Nutzung erhofft sich der Konzern auch eine steigende Nutzerzahl. Twitter wird weltweit von 320 Millionen Menschen genutzt und dennoch ein Verlustgeschäft mit 132 Millionen Dollar im letzten Jahr.

Ob diese Rechnung aufzugehen scheint ist unklar, zumal viele Nutzer den Untergang der charakteristisch kreativen Kurznachricht, die Twitter so ausmacht, fürchten.

Die Betreiber entwarnen jedoch. Der Twitterfeed soll weiterhin überschaubar und lesbar bleiben, indem längere Texte in Kurzform dargestellt werden. Die Hauptfunktion solle weiterhin in dem schnellen Austausch von knappen, cleveren Statements und Ideen liegen.

 

 

 

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Wenn es nicht mehr genügt milliardenschwerer Facebookgründer zu sein

geschrieben von in Kommunikationsformen, Medien und Politik, Medienwandel, Printmedien, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Neues Jahr, neue Vorsätze. Das denkt sich so mancher. Was letztendlich aus diesen Vorsätzen wird bleibt einem selbst überlassen.

Das hat sich auch Facebook founder Mark Zuckerberg gedacht als er der Facebook-Community seine Jahresvorsätze mitteilte. Nach Vorsätzen wie mehr zu lesen kommt nun ein Vorsatz der erst einmal ungewöhnlich klingt:

Zuckerbergpost 1 möchte einen Roboter erschaffen der ihm im Haushalt hilft. Man könnt meinen, dass der Mann der vermeintlich alles hat, jetzt über das Ziel hinausgeschossen sei. Kann man diesen Post denn ernst nehmen? Wie ein Scherz klingt er nicht. Der Plan von diesem Roboter, den man sich übrigens wie „Jarvis“ aus „Iron-Man“ vorstellen kann, hat bereits Form angenommen.

 

 

 

Dass Zuckerberg auch wirklich an seinen Vorsätzen festhält hat er bewiesen indem er seinen Vorsatz, aus dem Jahre 2010, Mandarin zu lernen an der chinesischen Universität Tsinghua, Peking, in einer zwanzig-minütigen Rede unter Beweis gestellt hat, so berichtet auch „The Guardian“ . Also womit werden wir zu rechnen haben? Dass wir Facebook Technologie auch irgendwann in unseren Häusern haben können? So weit entfernt ist das smarte wohnen nämlich gar nicht mehr. Samsung legt bereits mit der Gerätereihe „smart home“ vor in Sachen zukunftsorientiertem Wohnen. Das Smartphone mit allen kompatiblen Geräten verbinden und dann auf alles zugreifen können ist schon Realität, da spielt es keine Rolle mehr ob man zu Hause ist oder nicht. Das einzige was man braucht ist einen Internetzugang, um alle Geräte steuern zu können.

Nicht nur das Wohnen ist betroffen vom technischen Fortschritt, im letzten Jahr kam auch immer wieder das Wort Industrie 4.0 zum Vorschein. Was kann man sich darunter bloß vorstellen? Alles kommuniziert miteinander, alles ist vernetzt. Das scheint so der Kern der Industrierevolution zu sein. Diesen Fortschritt will auch die Universität Stuttgart nutzen und zeigen wie es ablaufen kann. Auf deren Website kann man sich individuell Joghurt zusammenstellen. Der Clou an der Sache ist, dass Maschinen mit programmierten Chips die Bestellung aufnehmen und weiterverarbeiten können. Die Roboter kommunizieren miteinander und produzieren die individuellen Joghurts. Die Technologie schreitet voran doch was heißt das konkret für den „Otto – Normalverbraucher“? Roboter in der Industrie erreichen nicht die breiten Massen doch das smarte Wohnen könnte von hoher Bedeutung für den einzelnen in der Zukunft sein.

Inwiefern wirkt sich diese technologische Entwicklung auf die Mediennutzung aus?

Dem Menschen wird so einiges erleichtert, jedoch gewinnen Smartphone und Co. an Bedeutung im Alltag. Alles wird digitalisiert, ein neues Zeitalter von Fortschritt bricht an. Doch bedeutet dies, dass Printmedien auf dem absteigenden Ast stehen? Dass die Auflagen der Zeitungen von Jahr zu Jahr sinken ist kein Geheimnis mehr, doch die Umgestaltung des Heimes könnte möglicherweise massiv dazu beitragen, dass sich der Umgang mit Medien radikal verändert. Die Sonntagszeitung wird nicht mehr beim Bäcker um die Ecke gekauft, sondern wird digitalisiert an die Wand projiziert oder erstrahlt möglicherweise als Hologramm. Jedoch wird eines feststehen, Medien egal in welcher Form werden bestehen bleiben, denn sie haben einen sehr wichtigen Platz in unserem Leben eingenommen. Was wären Politiker ohne legendäre Fernseh-Interviews oder Promis ohne Boulevardpresse. Um es nach Luhmann zu sagen, die Teilsysteme sind aufeinander angewiesen. Die Politik braucht die Medien und die Medien die Politik. Diese wechselseitige Abhängigkeit kann nicht verhindert werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Fortschritt unaufhaltsam ist, jedoch bestimmte Systeme wie die Medien bestehen bleiben. Auch wenn äußerliche Veränderungen vorgenommen werden, die nicht unbedingt kontraproduktiv sein müssen, bleibt der Kern der Kommunikation, Unterhaltung etc. in den Medien bestehen.

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Der Club der roten Bänder

geschrieben von in Fernsehen, Weblogs1 Kommentar »

Im November 2015 startete auf VOX eine Serieneigenproduktion, die sich  Der Club der roten Bänder nennt. Im Gegensatz zu verschiedenen anderen Krankenhausserien, wie zum Beispiel Greys Atanomy, dreht sich in dieser Serie alles um die Gefühlswelt der Kranken und die Patienten selbst.
Inspiriert wurden die Produzenten von Albert Espinosa, der mit 14 Jahren an Krebs erkrankt und seine Erlebnisse in dem Buch Glücksgeheimnisse aus der gelben Welt festgehalten hat.

Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass sich die Serie ebenfalls, um krebskranke Jugendliche dreht. Aber nicht nur das. Die Produzenten erschaffen ein einzigartiges Meisterwerk, das viele, in unserer Gesellschaft tabuisierte Krankheiten, vereint. So gibt es neben Leo und Jonas, die an Krebs erkrankt sind, die magersüchtige Emma, den geistig behinderten Toni, den an einem Herzfehler leidenden Alex und den seit zwei Jahren im Koma liegenden Hugo.
Führen alle sechs zu Beginn der Serie ein isoliertes, abgeschottetes Leben, in dem sich ihre komplette Gedanken- und Gefühlswelt, um ihre Krankheit dreht, so finden die Jugendlichen im Laufe der Geschichte immer näher zueinander.

Trailer zur Serie

Grund dafür ist, dass sich die Jugendlichen entscheiden eine Bande zu gründen in der jeder einen festen Platz einnimmt. So übernimmt Leo die Rolle des Anführers, Jonas wird der zweite Anführer. Toni nimmt die Rolle des Schlauen ein, während Alex die Rolle des Hübschen bekommt. Emma bekommt, wer hätte es gedacht, die Rolle des Mädchens zugewiesen. Aber jede Bande braucht auch einen guten Geist, sodass sich alle schnell einig sind, dass Hugo der gute Geist in ihrer Gruppe sein soll.

 

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Um gleich als Gruppe erkannt zu werden, verteilt Leo, der von allen am längsten im Krankenhaus ist, seine roten Armbänder, die er für jede seiner Operationen bekommen hat, an alle Mitglieder. So wird schnell klar, dass sie den Club der roten Bänder bilden.

Zusammen machen die Jugendlichen das Krankenhaus unsicher und haben jede Menge Spaß zusammen. So entdecken sie zum Beispiel, dass der seit Monaten still gelegte 5. Stock einem nicht nur viele schaurige Gruselmomente beschert, sondern auch, dass einige ältere Herrschaften dort heimlich und verboten Poker spielen.
Natürlich steht auch die Gefühlswelt der Jugendlichen Kopf, als Leo und Jonas Gefühle für das einzige Mädchen in ihrer Bande entwickeln.

Auch wenn die Charaktere alltägliche Probleme haben, wie sie jeder von uns kennt, so müssen sie trotzdem jeden einzelnen Tag gegen ihre Krankheit ankämpfen. Und manchmal verliert man diesen Kampf eben auch…

 

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„Club der roten Bänder“ nimmt den Zuschauer auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit: Lacht man in der einen Minute noch, so läuft einem in der nächsten Minute eine Gänsehaut über den Rücken. Am Ende einer Folge bleibt man weinend und in ein Taschentuch schniefend zurück und kann die Zeit bis zur nächsten Austrahlung kaum noch aushalten.

Die Serie zeigt dem Zuschauer auf humorvolle, aber auch einfühlsame Art und Weise verschiedene Krankheiten auf, die in unserer Gesellschaft tabuisiert sind, über die niemand spricht, die zu intim sind, die niemanden etwas angehen… die man einfach tot schweigt.

Die Produzenten haben eine Serie erschaffen, die Grenzen überschreitet, die aber trotz der Thematik nicht nur traurig ist, sondern dem Zuschauer zeigt, dass auch kranke Menschen einfach nur Menschen sind, die neben ihrer Krankheit die gleichen alltäglichen Probleme haben wie sie jeder von uns kennt. Und vor allem, dass man auch trotz seiner Krankheit Spaß haben kann!

Man selbst beginnt die kleinen Momente des Lebens zu schätzen und zu würdigen. Man erkennt, dass das Leben zu wertvoll ist und manchmal auch viel zu kurz sein kann, um in Trübsal oder Selbstmitleid zu versinken.

Die ersten zehn Folgen der ersten Staffel sind bereits ausgestrahlt, im Herbst 2016 können sich Fans auf die zweite Staffel der Erfolgsserie freuen. Sicherlich werden die Zuschauer auch dann wieder lachen, mit den Charakteren mitfühlen und weinen.
Bereits jetzt hat die Serie viele Menschen mit einem anderen Blick auf die Welt wieder in die Realität zurückgelassen und sicherlich werden es noch einige mehr.

Für alle Fans oder die, die es noch werden wollen, gibt es in der Zwischenzeit ab Januar 2016  die erste Staffel auf DVD .Wer bis dahin nicht warten will, kann sich die Wartezeit mit dem Buch zur Serie von Albert Espinosa versüßen.

 

 

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#heimkommen: Ein Werbeclip der zu Tränen rührt?!

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Internet, Kommunikationsformen, Medienkritik1 Kommentar »

Es ist Ende November in Deutschland, Weihnachtsmärkte haben eröffnet, Lichterketten werden aufgehängt, Adventskränze stehen bereit und auch in unseren Supermärkten finden wir wieder die beliebten Weihnachtsspezialitäten wie Lebkuchen, Spekulatius, Kinderpunsch, Gänsebraten und Co.

Aber gute Produkte müssen natürlich auch gut vermarktet werden. Am 28. November 2015 veröffentlicht die Supermarktkette „Edeka“ einen neuen Werbeclip unter dem Namen #heimkommen, der bereits nach nur einem Tag über 1 Millionen Clicks auf Youtube erzielt. Mittlerweile (Stand vom 1. Dezember) wurde dieser Werbespot schon über 7 Millionen Mal angesehen:

https://www.youtube.com/watch?v=V6-0kYhqoRo

Kurz zusammengefasst geht es in dem Werbespot um einen Opa, der jedes Weihnachten aufs Neue von seinen meilenweit entfernten Kindern versetzt wird. Verzweifelt schmiedet er einen Plan.  Um an Heilig Abend nicht wieder alleine essen zu müssen schickt er seinen Kindern seine eigene Todesanzeige. Diese reisen natürlich sofort trauernd nach Hause, um dort ihren quicklebendigen Vater zu finden. Neben einem festlich gedeckten Tisch ladet er mit dem Satz „Wie hätte ich euch denn sonst alle zusammenbringen sollen? Mmh?“ zur Feier ein.

Konsumenten, Social Media Kommentare sowie Kritiker sind gespaltener Meinung, was die Aussage des Spots angeht.

Antje Hildebrandt schreibt für „Die Welt“:

    „Mit #heimkommen hat Edeka den Bogen überspannt“ 

„Eins steht fest: Das Video ist abgrundtief geschmacklos.“

Hildebrandt frägt sich in ihrem Artikel, ob die Einsamkeit und der Tod in diesem Zusammenhang, in einer Weihnachtswerbung überhaupt genutzt werden dürfen. Die mediale Aufmerksamkeit, die die Hamburger Agentur Jung von Matt mit ihrem Werbespot für Edeka schafft, ist ihr ein Dorn im Auge. Ihrer Meinung nach ist der Spot ein direkter Angriff auf diejenigen, die Weihnachten wirklich alleine verbringen müssen.

Im „Tagesspiegel“ bestätigt Ute Burbach- Tasso, Sprecherin der Diakonie Deutschland, ebenfalls die Kenntnisnahme des Videos. Sie äußert sich zu dem Clip mit diesen Sätzen:

„Das trifft die Einsamkeit von vielen alten Menschen ziemlich gut“

„Ich hoffe, dass ganz viele Deutsche zu Weihnachten ihre Eltern besuchen.“

Feedback in den Sozialen Medien, sowie die Kommentare unter dem von Edeka veröffentlichten Youtube- Video vertritt die verschiedensten Standpunkte. „herzzerreißend“ „rührend“, „traurig“ und „makaber“ liest man am häufigsten. Allerdings trifft der Werbespot überwiegend auf Empathie, Verständnis sowie aber auch einem schlechten Gewissen gegenüber der eigenen Familie.

Ein Videobeitrag von RTL spricht auf weitere wichtige Punkte an. Laut einer von RTL hinzugezogenen Expertin wir der Tod als ungewöhnlich ernstes und trauriges Thema in dem Clip gezielt eingesetzt, um Aufmerksamkeit zu erregen. Dabei geht es nicht nur um Aufmerksamkeit  für ein bestimmtes Produkt sondern vielmehr um Aufmerksamkeit für ein spezielles Image das Edeka sich aufbauen will. Eine von Emotionen bestimmte Werbung um aus der Masse herauszustechen.

Kritik hin oder her: Der Werbeclip hat seine Aufgabe mehr als erwartet erfüllt. Edeka ist vorerst im Gespräch. Das angesprochene Thema verdient Aufmerksamkeit, auch wenn es auf den ersten Blick nichts mit Edeka zu tun hat. der Zusammenhang von Tod Einsamkeit im Alter mit Weihnachten kann zwar als makaber angesehen werden, aber trotzdem sollten wir uns die „Moral der Geschicht“ merken.

Die Liebe und Einzigartigkeit der eigenen Familie sollten immer im Vordergrund stehen und geschätzt werden. Familie ist etwas ganz besonderes und nicht als selbstverständlich anzusehen. Diese Botschaft bleibt uns hoffentlich im Hinterkopf, wenn wir unseren diesjährigen Weihnachtsablauf planen.

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Langeweile im Hörsaal? Zum Glück gibt es Jodel!

geschrieben von in Internet, Kommunikationsformen, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Die neue App „Jodel“ ist grade mehr als angesagt an deutschen Unis. Bento nennt es „Die Hype-App an deutschen Unis“ und sogar Spiegel Online und stern berichteten jüngst über das neue Phänomen. Doch was steckt dahinter?

Das Konzept ist simpel: Nutzer posten, was ihnen gerade so durch den Kopf geht – und das völlig anonym. Eine Registration ist nicht notwendig. Doch das spielt sich – soweit das im Internet noch möglich ist – weitestgehend auf lokaler Ebene ab. Die Posts sind nur in einem Umkreis von zehn Kilometern sichtbar. Diese sogenannten „Jodel“ können dann von anderen „Jodlern“ kommentiert oder „up-1908001_1635670326648506_4522180799475124659_n“ beziehungsweise „down-gevotet“ werden. Besonders beliebte Jodel werden zudem auch auf Facebook oder Instagram gepostet. Das reicht von lustigen Sprüchen, über Verabredungen an öffentlichen Plätzen in der Nähe bis hin zu vollkommen sinnlosen Ergüssen.

Für Jodel-Entwickler Alessio Borgmeyer ist die für die Nutzer garantierte Anonymität der Schlüssel zum Erfolg der jungen App. „Die Nutzer können authentischer sein bei Jodel. Man muss nicht mehr darauf achten, was man sagt“, erklärt der 24-Jährige im Interview mit dem Spiegel. Oftmals wird seine App als 12038641_1664340517114820_541827127130300438_oPlattform für Trash-Talk beschrieben. Vor allem der Vergleich, dass Jodel wie die Klowand ist, auf der jeder mithilfe eines Stifts seinen Gedanken freien Lauf lässt, nervt den Wahlberliner. Doch laut der Nutzer ist es mehr als das. Viele sprechen schon von einer „Jodel-Sucht“.

 

Und diese weitet sich nicht nur in Deutschland aus, wo die App bis jetzt knapp 800.000 mal heruntergeladen wurde. Auch in Schweden, Österreich, Schweiz, Spanien, Finnland und Norwegen erfreut sich Jodel immer größerer Beliebtheit. Doch leider gibt es auch eine Kehrseite der Medaille. So musste eine Universität im schwedischen Lund vor gut einem Monat wegen einer Amoklaufdrohung auf Jodel geschlossen bleiben.

„Einige von euch sind okay. Geht daher morgen nicht auf die Universität, wenn ihr in Lund seid. Checkt die Nachrichten morgen Früh. Bis dann“, heißt es in dem Jodel.

In einem Interview mit dem stern äußert sich Geschäftsführer Borgmeyer wie folgt dazu:

„Jodel basiert auf einer Nutzer-zu-Nutzer-Anonymität, und wir selbst haben sehr wenig Informationen über den Nutzer. Aber wenn es einen richterlichen Beschluss bei dringendem Tatverdacht gibt, arbeiten wir mit den Behörden zusammen.“

So birgt die Anonymität auf Jodel auch einige Gefahren. User können, um dem entgegenzuwirken, anstößige Jodel melden. Außerdem wird ein Jodel gelöscht, sobald er fünf „Down-Votes“ hat. Kritiker bemängeln, dass Jodel Cybermobbing und auch sexuelle Belästigung im Netz erleichtert, da sich viele Nutzer hinter ihrer Anonymität sicher fühlen. Das führte in Göttingen sogar so weit, dass die Universität Göttingen Strafanzeige gegen Unbekannt stellte, da auf Jodel mehrfach sexuell belästigende und anstößige Jodel über eine Dozentin gepostet wurden.

Trotz alledem sieht sich die Jodel-Community als friedliche Community. Solche Posts sieht man selten und wenn sie auftauchen, werden sie meist umgehend gelöscht, da sich die Community aktiv daran beteiligt. So dient die in Aachen entwickelte App vielen Studierenden als spaßiger Zeitvertreib in Vorlesungen und zur Kontaktaufnahme mit Studierenden in ihrer Nähe. Sollten sich allerdings Fälle wie in Göttingen oder Lund in Zukunft häufen, muss sich etwas ändern.

Bildquellen: Facebookseite Jodel

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Das Heilmittel bei akuter Langeweile!

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Wer kennt es nicht?
Man hat gerade fünf Minuten Zeit und weiß nicht was man tun soll?
Also checkt man mal eben Jodel.

So dürfte es zumindest den meisten Studenten gehen, denn die „Shit-Chat“ – App wird immer beliebter. Nicht nur in Trier hat man den Unterhaltungswert von Jodel kennen und lieben gelernt. An über 20 deutschen Universitäten ist man fleißig am jodeln; unter anderem in Frankfurt, Mannheim oder auch Darmstadt. Deutschlandweit wurde die App schon mehr als 600.000 mal heruntergeladen und auch in den Niederlande, in Schweden und in Spanien findet der orangene Fuchs anklang.

Ein beispielhalter Jodelpost, Quelle.Facebook

Ein beispielhafter Jodel – Post, Quelle: Facebook

Das Besondere an Jodel ist die Anonymität. Jeder kann alles schreiben.
Sehen können es allerdings nur die Leute, die sich im Umfeld von 10 Kilometern des Jodelnden befinden. Als Teil der Jodel-Community hat man dann die Möglichkeit diesen Post zu liken, zu kommentieren oder zu disliken. Diese Funktion geht soweit, dass nach einer Anzahl von fünf Dislikes der Post automatisch gelöscht wird. Außerdem können Nutzer anstößige Kommentare bei Jodel melden. Dieser wird daraufhin geprüft und im Ernstfall gelöscht.

Die Kombination aus Anonymität und der Umkreis von 10 Kilometer zeichnet die App aus. Diese Faktoren können jedoch Vorteile als auch Nachteile haben.
Der relativ kleine Umkreis schränkt zum Beispiel die Zielgruppe ein. Dies fällt aber nicht allzu schwer ins Gewicht, denn die Zielgruppe sind die Studenten.

So gut die Idee der Bewertung des reinen Inhaltes und nicht der Person selber ist, wie es zum Beispiel bei Facebook oder Instagram der Fall ist, so scharmlos wird die Anonymität auch ausgenutzt. Seien es sexistische Sprüche oder auch rassistische Kommentare, die man sicher nicht veröffentlichen würde, wüsste jeder wer es geschrieben hat.

Abschließend kann man sagen, dass Jodel durchaus ein ganz netter Zeitvertreib ist, dass aber wie bei jedem anderen sozialen Netzwerk auch, ganz schön viel Müll produziert wird.
Man sollte also keine hochkarätigen Kommentare erwarten, aber für die fünf Minuten im Bus und einen kleinen Schmunzler ist es durchaus zu gebrauchen.

 

Quellen:
– jodel-app.com: https://jodel-app.com/, Stand 25.11.2015, 14:04
– Pflichtlektüre.com: http://www.pflichtlektuere.com/09/06/2015/ein-jodeln-geht-durch-dortmund/, Stand: 25.11.2015, 14:06

Bildquelle: Facebook.com:
https://www.facebook.com/jodelapp/photos/a.1539547806260759.1073741828.1537621163120090/1623096147905924/?type=3&theater, Stand: 25.11.2015, 14:02

 

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Wenn Kommunikation nur noch an Hand von Bilder stattfindet – ein Trend, gegenwärtig geworden durch Snapchat

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In unserem Zeitalter, das durch Schnelllebigkeit und Zeitdruck definiert ist, sind wir immer auf der Suche nach neuen Informationen und diese möchten wir möglichst schnell und unkompliziert geliefert bekommen und verstehen können. Zu diesem Zweck werden immer häufiger „Instant- Messaging“ Dienste genutzt. Die 2011 auf den Markt gebrachte Applikation „Snapchat“ setzt dabei rein auf die Weitergabe von Informationen nur durch das Übersenden von Bildern. Aber sagt ein Bild wirklich mehr als tausend Worte? Zumindest suggeriert „Snapchat“ dieses Denken und baut daruf seine Dienste auf. Über fünf Millionen „Gefällt-mir“- Angaben auf Facebook belegen, dass dieses Konzept aufgeht. Die App selber beschreibt seine Dienste als „real – time picture chatting, denn die Bilder können nur im selben Moment verschickt werden, in dem sie auch entstanden sind. Zuvor gemachte und dann gespeicherte Bilder können nicht versendet werden. Es geht also gar nicht mehr um die Qualität der Bilder (wie beispielsweise bei Instagram), sondern dienen sie lediglich als Mitteilung über die aktuelle Situation.

Die von Evan Spiegel und Robert Murphy erfundene App hat bis heute über 200 Millionen Nutzer weltweit und es werden täglich über 700 Millionen „Snaps“ (dt.: Schnappschüsse) verschickt – Tendenz steigend.

Die meisten Nutzer von Snapchat sind 18-24 Jahre alt (45%). Diese Größe der Altersspanne erreicht sonst kein anderes soziales Medium: beispielsweise wird Facebook in dieser Altersgruppe nur von 16% genutzt.

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– www.statista.com Stand: 2015

 

Wo also liegt der Reiz der Jugendlichen, diese App anderen sozialen Netzwerken vorzuziehen?

Möchte ein Snapchat- Nutzer nun seinen Freunden mitteilen, wie langweilig der Unterricht oder wie toll die Feier am Wochenende ist, wie es ihm oder ihr geht, mit wem man unterwegs ist oder möchte man einfach nur „Hallo“ sagen, wird schnell ein Bild oder Video via der App auf dem Smartphone versendet.

Dabei kann man dem geschossenen Bild einige Filter – unter anderem auch so genannte „Geofilter“ – hinzufügen. Diese orten durch das GPS das Handy und zeigen auf dem Foto somit an, wo man sich genau befindet. Zudem gibt es die Möglichkeit, durch Freihandzeichnungen oder Emojis dem Bild weitere Aussagekraft zu schenken. Ebenso ist es möglich, einen einzeiligen kurzen Satz zu schreiben. Nach der Bearbeitung des Bildes, kann der Sender selektiv aussuchen, an wen von seinen Freunden er das Bild nun senden möchte. Zudem kann er einstellen, wie viele Sekunden der Empfänger das Bild sehen kann – möglich sind eins bis zehn Sekunden. Nachdem der Empfänger das Bild geöffnet hat und die Sekunden abgelaufen sind, wird das Bild automatisch gelöscht. Und darin liegt auch der Reiz vieler Nutzer diese App zu verwenden: da jedem Jugendlichen mittlerweile geläufig ist, das Internet vergesse nie, braucht man sich durch den Selbstzerstörungseffekt der Bilder keine Gedanken mehr zu machen, dass das ein oder andere unvorteilhafte Selfie oder die Bilder von der letzten Party einen ein ganzes Leben lang „verfolgen“. Ein weiterer Vorteil gegenüber zum Beispiel Facebook ist auch, dass nur Leute, die man vorher ausgewählt hat, das Bild sehen können. Poste ich etwas in Facebook und bin mir zudem über meine Privatsphäre Einstellungen nicht bewusst, kann es durchaus passieren, dass nicht nur all meine Freunde geteilte Inhalte sehen können, sondern auch ‚mutual friends‘ oder gar mein Chef.

Des Weiteren kann jeder Empfänger individuell auf das versendete Bild oder Video reagieren und ein Foto oder Video zurück schicken. Die Kommunikation bleibt dementsprechend privat und persönlich.

Auf der anderen Seite ist es aber auch möglich, mit Snapchat eine Art visuelles Tagebuch zu führen, indem man Bilder einfach in die eigene „Snapchat Story“ lädt. Nun können alle Freunde das Bild 24 Stunden lang sehen. Auch hier kann man verfolgen, wie viele und welche Freunde sich das Bild angesehen haben. Prominente oder Youtube – Stars nutzen diesen Service gerne, um ihr disperses Publikum schnell und enfach zu erreichen. Deren „Follower“ wiederum erfreuen sich an der Nahbarkeit ihrer Idole, die dieser Service bietet.

Da die Möglichkeit eines Screenshotes besteht, wird man direkt informiert, wer solch einen getätigt hat. So kann man als Nutzer weitergehend verfolgen, wer das übersendete Material gespeichert hat und nun besitzt. Dieses Tool bietet kein anderes soziales Netzwerk.

 

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Diese Art von Kommunikation mag auf den ersten Blick oberflächlich oder dilettantisch wirken, doch hat sie einige Vorteile: es handelt sich um eine spontane und direkte Kommunikation, für Inszenierungen oder Manipulation beim Erstellen der Bilder und Videos bleibt kaum Zeit. Sie sind echt, aus dem Affekt heraus geschossen und drücken natürliche Emotionen aus. So ist es möglich, innerhalb nur weniger Minuten am Tag mit vielen Menschen in Kontakt zu treten und sogar Freundschaften effektiv zu pflegen. Auch versteht das Gesendete jeder Empfänger, ungeachtet von kulturellen oder sprachlichen Unterschieden. Sie werden unmissverständlich gedeutet, auch wenn man gar nicht die selbe Sprache spricht oder im selben Land wohnt.

Die Kommunikationsform, die Snapchat als bisher einzige App in diesem Umfang bietet, ist daher eine nützliche, wenn man sie richtig verwendet. Kommunizieren allein durch Bilder kann dementsprechend möglich sein, bietet Abwechslung, erspart Zeit und ist manchmal unmissverständlicher als verbale Kommunikation allein. Ein persönliches Gespräch kann sie jedoch nicht ersetzen.

 

 

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