Youtube und das Fernsehen

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Legale Videostreamingdienste wie Netflix, der sich in den Staaten großer Beliebtheit erfreut, oder gestartete Ableger in Deutschland wie etwa Watchever und Lovefilm, geben dem Konsumenten einen Vorgeschmack, wie das Fernsehen der Zukunft aussehen könnte. Man zahlt einen monatlichen Beitrag, dafür hat man Zugang zu etlichen Serien und Filmen, ähnlich wie es Spotify für die Musik tut. So ist es beispielsweise möglich sein eigenes TV-Programm zu erstellen. Werbung bzw. Werbeblocks würden hinfällig werden, sofern die monatlichen Abogebühren des Konsumenten den Dienst rentabel halten.

Durch die Einführungen der Youtube-App auf jeder aktuellen Konsole und vielen TV-Geräten selbst, dringt auch Youtube immer mehr in dieses Territorium vor. Das Image der Spaß- & Katzenvideos haftet zwar Youtube noch an, aber ganz zutreffend ist es heutzutage nicht mehr. Die Produktionen wurden in den letzten Jahren immer professioneller, was nicht nur mit den immer bezahlbareren und besseren Videokameras, die heutzutage alle HD-Auflösungen unterstützen, zu erklären ist, sondern auch mit dem Partnerprogramm von Youtube selbst, bei dem die Produzierenden von den Youtube-Werbeeinnahmen beteiligt werden können. Neben dem wohlmöglichen Verlangen sich im Netz kreativ auszutoben, stieg dadurch auch der Reiz etwas vom Kuchen abzubekommen. Diese Entwicklung möchte das weltweit größte Videoportal nun weiter ausbauen.

Vor kurzem startete Youtube in Amerika eine neue Funktion, die in unseren Landen derzeit noch nicht verfügbar ist. So gibt es nun bezahlbare Abonnements für bestimmte Kanäle. In der Praxis können somit bestimmte Kanäle erst dann angesehen werden, wenn man für diese den jeweiligen monatlichen Betrag zahlt. Neben dem bereits gestarteten Youtube-Angebot „Movies“, bei dem man Spielfilme in voller Länge ansehen kann, sowie offizielle Kanäle von dem Dienst selbst, versucht diese neue Funktion das “Niveau” der Plattform weiter anzuheben. Zugleich dient es auch als neue Einnahmequelle. Ob eine weitere “Professionalisierung” mit der Einführung von kostenpflichtigen Kanälen gelingt und ob die Konsumenten bereit sind für bestimmte Kanäle Geld zu zahlen, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.

Quellen:

Handelsblatt (2013):  Youtube will Bezahlkanäle starten. URL: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/internetfernsehen-youtube-will-bezahlkanaele-starten/8186370.html (12.05.13)

 
heise online (2013): Netflix mit starken Zuwachs dank “House of Cards”. URL: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Netflix-mit-starkem-Zuwachs-dank-House-of-Cards-1848186.html (12.05.13)

16vor bis Jahresende vor dem aus?

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Da ich wegen meines Cloud Working Jobs in Berlin lebe, gehört der Berliner Tagesspiegel für mich zur täglichen Lektüre. Auf dessen Medienseite fand ich letzt Woche einen Artikel zum Thema “Hyperlokale Medien”.  Neben der „Tegernseer Stimme” dem , „Heddesheim Blog“ oder den „Prenzlauer Berg Nachrichten“ ging der Artikel auch auf 16vor aus Trier ein.

16vor-Macher Marcus Stölb äußerte sich in dem Artikel recht pessimistisch zu den Zukunftschancen von 16vor. Sollte es bis Ende des Jahres nicht möglich sein, mehr Einnahmen mit 16vor zu generieren steht das Projekt vor dem aus.  Das 16vor nun seit sechs Jahren dem Nachrichtenmonopol des Volksfreund etwas auf lokaler Ebene entgegensetzt finde ich sehr wichtig für Trier. Aber es ist auch verständlich, dass ein Journalist nicht langfristig von 1000 Euro im Monat (so viel verdient man als 16vor Vollzeitredakteur) leben kann und möchte. Es ist schade, dass trotz 150.000 Besuchern im Monat noch keine funktionierende Monetarisierungsstrategie für ein solch ambitioniertes Projekt gefunden werden konnte. Aber hier gibt Stölb sich selbstkritisch. Das Marketing habe man zu lange vernachlässigt.

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Mit der Kanzlerin über Integration “plaudern”

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In der virtuellen Welt ist Angela Merkel keine Anfängerin: Ihr Sprecher Steffen Seibert twittert und Angela Merkel gibt schon regelmäßig mit Podcasts Statements ab. Nun ist die Kanzlerin noch viel digitaler unterwegs. Am Freitag, 19. April, hatten sechs Bürger die Möglichkeit mit Angela Merkel im Videochat über Integration zu sprechen.
Jetzt folgt sie anderen großen Persönlichkeiten, wie Barack Obama, der hatte als einer von vielen schon vorher zum Videochat mit der Bevölkerung eingeladen. Möglich macht das Gespräch ein sogenanntes „Hangout“ von Google. Mehrere Personen können eine Videokonferenz halten und diese kann dann live im Internet verfolgt werden.

Der Videochat mit der Kanzlerin ist nicht zu vergleichen mit einem Chat mit Freunden. Sechs Teilnehmer wurden vorher ausgewählt und auch die Gesprächsthemen und -fragen sind vorher abgesprochen. Spontanität ist das nicht und somit verläuft das Gespräch etwas gestellt und schleppend.
Sicherlich eine tolle Idee, aber ob man das ganze „Bürgergespräch“ nennen kann, wie Merkels Sprecher vorher ankündigte bleibt sichtlich fragwürdig. Viel eher ist der Live-Chat als Experiment zu sehen: Die Kanzlerin ist online, modern und innovativ. Die Videokonferenz schreit gerade zu nach einer Interpretation dieser Art.

Eine leichte Auflockerung gab es in dem faktenreichen einstündigen Chat zum Thema Integration allerdings. Wie immer, wenn alles durchgeplant ist und funktionieren soll, macht die Technik einen Strich durch die Rechnung. Ein Videochatteilnehmer ist für alle Teilnehmer plötzlich nicht hörbar. Da zeigt sich wieder einmal, dass selbst bei der Kanzlerin nicht alles reibungslos ohne Pannen funktioniert und Angela Merkel bleibt trotz dem technisch sprachlosen Gesprächspartner sichtlich locker und strukturiert
Ob man nun angetan sein kann von der Initiative im Netz, das kommt ganz auf den Geschmack an. Schließlich rückt eine große Internetplattform in den Vordergrund und bei solch einer Aktion könnte man behaupten, dass der Wahlkampf sich in Zukunft auf interaktive Netzwerke und die Online-Welt verlagern könnte. Das kann vielen, vor allem älteren oder sozial benachteiligten Bürger den Zugang zu wichtigen Informationen und Debatten verwehren. Fördert das nicht eher Bürgerferne als -nähe?

Trotzdem kann das Engagement und der Versuch gelobt werden. Nachdem der Papst auch online seine Botschaften verbreitet und die Kanzlerin die großen Möglichkeiten des Internets ausprobiert, da wird wieder einmal klar, wie wichtig das Internet, nicht nur für die deutsche Bevölkerung, geworden ist.

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Quellen:
Wittrock, Philipp (2013): Kanzlerin im Google-Hangout: “Die Technik soll sich mal bemühen”, in: Spiegel Online, URL: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/merkel-diskutiert-im-google-hangout-ueber-integration-a-895363.html (Erscheinungstag: 19.4.13), [20.4.13].

Twitter-Account Steffen Seibert: https://twitter.com/RegSprecher.

Die Bundesregierung (2013): Die Kanzlerin im Gespräch. Die Herzen erreichen. URL:  http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundeskanzlerin/Hangout/hangout_node.html. (Erscheinungtag: 19.4.13), [20.4.13].

Information von dpa (2013): Digitales Kamingespräch mit der Kanzlerin. URL: http://www.rundschau-online.de/politik/videochat-digitales-kamingespraech-mit-der-kanzlerin,15184890,22535386.html, (Erscheinungstag: 19.4.13), [20.4.13].

Welche Zukunft haben wir mit einem Leistungsschutzrecht?

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Der Bundestag beschäftigte sich Anfang des Monats mit dem bereits langwierigen Entwurf für das Leistungsschutzrecht. Dabei handelt es sich um einen Gesetzesentwurf der das Urheberrecht von Verlagen, vor allem aber von Journalisten, schützen soll. Internetanbieter dürfen Produkte von Journalisten bisher kostenlos nutzen und verbreiten. Was aus diesem ungeregelten Abkommen geworden ist, war vielleicht vorher nicht absehbar. Internetunternehmen entwickelten ein Geschäftsmodell aus den „Snippets“ (Anreißer Texten). Jetzt soll das Leistungsschutzrecht regeln, wie das Verhältnis von Verlagen und beispielsweise Internetanbietern wie „Google“ oder „Bing“ aussehen soll. Diese sollen in Zukunft Lizenzen von den Verlagen erwerben, um deren Artikel in ihre Suchmaschinen aufnehmen zu dürfen. Großer Initiator oder Schirmherr des Ganzen ist der Axel Springer Verlag. Auch andere namenhafte Verlage äußerten sich positiv gegenüber dem Leistungsschutzrecht.

Das nötige Gesetz, welches das Anliegen der Presseverlage legitimieren soll, ist sogar im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Regierung festgelegt.
Vergleichbar ist es mit dem bereits vorhandenen Schutz von Musik. Label, Produzenten und Verfasser der Texte sind durch  Institutionen, wie die GEMA geschützt und werden für ihre Leistung, auf die jeder Internetnutzer theoretisch zugreifen kann, „belohnt“. Presseverlagen soll nun ein ähnliches Recht zustehen, allerdings wurde der Entwurf schon mehrmals im Kabinett überarbeitet. Der dritte, abgeänderte Entwurf wurde dafür nun genehmigt, enthält aber auch einige Änderungen.

Unklar bleibt weiterhin, wer eigentlich zahlen soll und wer insgesamt von einem  möglichen Gesetz betroffen ist. Im Vorhinein hat es Kritik gegeben, dass sich das Gesetz nur auf große Unternehmen wie „Google“ beziehen würde.
Die neue Fassung weist folgende Änderung auf:
“Zulässig ist die öffentliche Zugänglichmachung von Presseerzeugnissen oder Teilen hiervon, soweit sie nicht durch gewerbliche Anbieter von Suchmaschinen oder gewerbliche Anbieter von Diensten erfolgt, die Inhalte entsprechend aufbereiten.”

Betroffen vom eventuell bald kommenden Gesetz wären auch Newsaggregatoren (oder soziale Netzwerke wie Twitter), je nachdem wie das Konzept eines Blogs ist. Eins steht aber jetzt schon fest: Viele Fälle werden von Gerichten genau geklärt werden müssen.

Ist das Leistungsschutzrecht ein Schritt in die richtige Richtung zum Schutz der Printmedien oder einfach nur ein Clou der Verlage, um mit anderen Mitteln die zurückgegangenen Einnahmen zu kompensieren?

Seit Jahren zieht sich der Entwurf nun schon durch das Kabinett, „Google“ hatte zu Beginn des Gesetzesentwurfs selbst eine umstrittene Kampagne gestartet. „Verteidige dein Netz“ hieß es, User wurden zur Meinungsäußerung aufgefordert und auf der Google-Homepage konnten die Nutzer bei ihren Bundestagsabgeordneten direkt die eigene Meinung nachfassen.

Andere Länder, wie Frankreich und Belgien haben ähnliche Versuche unternommen, die Monopolbildung von „Google“ zu schwächen und das Recht der Journalisten zu stärken. Diese zeigen aber, dass ähnliche Beschlüsse auch nach hinten losgehen können und schädigend für die Verlage sind. Vielleicht aus Trotz entfernte “Google” nach einem durchgebrachten Gesetz zum Schutz von Pressetexten für Belgien alle Inhalte aus dem Google-Index, nicht nur aus der Google-News-Sparte. Ein herber Rückschlag für die Presseverlage, die auch von Klickzahlen abhängig sind oder zumindest davon leben, dass die Bevölkerung die Texte liest. Im Endeffekt baten die belgischen Verlage die große Suchmaschine wieder darum, die Artikel erneut bei den Suchergebnissen anzuzeigen.

Wie könnte eine weitere Zukunft aussehen, wenn das Gesetz zum Leistungsschutzrecht durchgebracht wird?
Wenn beispielsweise Google auf den Lizenzkauf verzichtet, werden alle deutschen Texte nicht mehr angezeigt. Entweder würden User direkt auf den Seiten der Zeitungen suchen, Google News also ignorieren, oder eben auf internationale Presse zurückgreifen, die bei Google News noch einsichtig ist.

Sicher ist, dass es noch etwas dauert bis das Gesetz endgültig legitimiert wird. Es wird Präzedenzfälle geben müssen und viele Gerichtsverfahren stehen bevor. Dennoch wird das Urheberrecht von Journalisten geschützt, aber ähnlich wie bei der Musikszene wird die starke Kritik nicht versiegen.

Quellen:
Reißmann, Ole (2012): Warum Google am längeren Hebel sitzt, in: Spiegel Online (23.10.12), URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/warum-google-am-laengeren-hebel-sitzt-a-862624.html, [9.12.12]

Müller-Neuhof, Jost (2012): Das Leistungsschutzrecht nutzt langfristig allen, in Der Tagesspiegel (3.12.12), URL: http://www.tagesspiegel.de/meinung/urheberrecht-das-leistungsschutzrecht-nutzt-langfristig-allen/7468206.html, [9.12.12]

Der Tagesspiegel (2012): Bundestag streitet über Schutzrecht für Verlagen, in: Der Tagesspiegel (30.11.12), URL: http://www.tagesspiegel.de/politik/netzpolitik-bundestag-streitet-ueber-schutzrecht-fuer-verlage/7461892.html, [10.12.12]

Sauerbrey, Anna (2012): Die Verlage sind neidisch, in: Der Tagesspiegel (30.8.2012), URL: http://www.tagesspiegel.de/meinung/leistungsschutzrecht-die-verlage-sind-neidisch/7071012.html, [8.12.12]

Niggemeier, Stefan: Ein Kartell nutzt seine Macht: Wie die Verlage für das Leistungsschutzrecht kämpfen (14.8.2012), URL: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ein-kartell-nutzt-seine-macht-wie-die-verlage-fuer-das-leistungsschutzrecht-kaempfen/, [7.12.12]

Wragge, Alexander: Dritter offizieller Entwurf zum Leistungsschutzrecht im Volltext, in: irights.info (28.8.2012), URL: http://irights.info/index.php?q=node/2266, [10.12.12]

Biermann, Kai: Leistungsschutzrecht zielt auf Google, ohne zu treffen, in: Zeit online (29.8.12), URL: http://www.zeit.de/digital/internet/2012-08/Leistungsschutzrecht-kabinett, [10.12.12]

Rieger, Frank: Eine unheilige Scheindebatte, in: Faz.net (3.12.12), URL: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/leistungsschutzrecht-eine-unheilige-scheindebatte-11980457.html, [10.12.12]

Horchert, Judith, Lischka, Konrad und Reißmann, Ole (2012): Was das Leistungsschutzrecht soll, in Spiegel Online (27.11.12),URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/fragen-und-antworten-was-das-leistungsschutzrecht-soll-a-869464.html , [9.12.12]

 

Gleiches Recht für Alle?

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Presseverlage im Online-Bereich sollen künftig den gleichen Schutz wie andere Werkvermittler genießen!

Dazu erstellte das Bundesminesterium für Justiz erstmals am 13.Juni 2012 einen Entwurf zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes, welcher den Schutz von Presseerzeugnissen im Internet verbessern soll. Ein ähnliches Recht existiert schließlich bereits für Musikproduzenten.

Was fair klingt ist allerdings sehr umstritten und birgt viele offene Fragen: Wer bezahlt wen für was?  Gelten Blogger und Nutzer von Social Media als potenzielle Verbrecher?  Und was ist mit den nötigen Rechten um Fahndungen der Urheberrechtsverstöße einzufordern? Diese Rechtsunsicherheit würde das Zitierrecht und die Informationsfreiheit in Deutschland neu definieren.

Klar ist bisher nur, dass gegen Nachrichtenaggregatoren, die wie Google News Überschriften und Textpassagen von Nachrichtenseiten aufbereiten, vorgegangen werden soll und bereits wird. So soll Google News also künftig kostenpflichtig werden?

Vordergründig beschäftigt mich dabei die Frage, ob sich Verlage und Autoren bei dieser Gewinnbeteiligung nicht ins eigene Fleisch schneiden werden. Denn was geschieht, wenn Google resultierend seinen Service einstellen wird? Immerhin klickt ein gewichtiger Anteil der Nutzer sich über Google bzw. Google News zu entsprechenden Artikeln. Schätzungen zufolge belaufe sich dieser sogenannte Traffic auf 40-50%. Nutzerzahlen wiederum sind für die Werbekunden von Onlinemedien ausschlaggebend und bedeuten so bares Geld für Onlineredaktionen. Dabei gibt sich ein gutes Viertel der Google-News-Nutzer lediglich mit dem Überblick zufrieden, so bleibt dann das Weiterlesen der Artikel auf deren Homepages aus. Der Macht von Google News und seinem Algorithmus kann sich also kaum eine Nachrichtenwebsite mehr entziehen und Suchmaschinenoptimierung von Artikeln ist unverzichtbar.

 

Ouellen:

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/leistungsschutzrecht-bmj-praesentiert-die-google-abgabe-a-838898.html (Abruf:19.06.12)

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/leistungsschutzrecht-was-das-gesetz-bedeutet-a-839094.html (Abruf:19.06.12)

http://www.irights.info/userfiles/RefE%20LSR.pdf (Abruf:19.06.12)

Schäfer, K. (6/2012). Weit weit oben. Das Medienmagazin journalist. Nummer 6. Seite 49-52.

Studie Hans Bredow Institut: Tagesschau, Google und BILD: Was den Deutschen für ihre politische Meinungsbildung wichtig ist

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Das Hans Bredow Institut hat eine spannende Studie zur Mediennutzung der Deutschen raus gebracht, die es komplett oder in Auszügen online gibt.

Da dies mehr ein praktischer Hinweis an Studenten sein soll (falls sie das Blog hier überhaupt selber freiwillig lesen) poste ich jetzt die PM dazu. Ich muss ja keine Blogbeiträge mehr schreiben^^ 

Das Fernsehen ist nach wie vor die wichtigste Quelle für die politische Meinungsbildung, so das Ergebnis einer Studie des Hans-Bredow-Instituts, die heute in Berlin dem Bundestagsausschuss für Kultur und Medien vorgestellt wurde. Die Studie „Informationsrepertoires der Deutschen“ basiert auf einer bundesweiten repräsentativen Befragung von gut 1000 Personen ab 14 Jahren. Sie untersuchte, welche Angebote aus der Sicht der Bevölkerung für ihr eigenes Informationsverhalten am wichtigsten sind. „Auch in den heutigen digitalen Medienumgebungen spielen die etablierten Medien Fernsehen und Zeitung nach wie vor eine wichtige Rolle. Das Internet ist aber mittlerweile zu einem wesentlichen Faktor auch für die politische Meinungsbildung geworden. Auffällig ist vor allem, dass mit Google und Facebook auch solche Angebote dazu gehören, die selbst keine politischen Inhalte anbieten. Diskussionen um Medienvielfalt und den Einfluss von Medien auf die Meinungsbildung müssen daher einen medienübergreifenden Ansatz verfolgen“, so Uwe Hasebrink, Direktor des Hans-Bredow-Instituts.Für die politische Meinungsbildung sowie für Informationen über das Weltgeschehen und über Deutschland ist das Fernsehen mit jeweils mehr als 40 Prozent der Nennungen das wichtigste Medium. Die Zeitungen liegen jeweils mit rund 20 Prozent der Nennungen auf dem zweiten Platz, es folgen das Radio und das Internet. Für Informationen über die Region ist hingegen für 40 Prozent der Befragten die Zeitung die wichtigste Quelle.Bei den 14- bis 29-Jährigen ist die Bedeutung des Internets deutlich größer; aber auch bei ihnen ist das Fernsehen für die politische Meinungsbildung und die Zeitung für Informationen über die Region das meistgenannte Medium.In allen Altersgruppen wird die „Tagesschau“ am häufigsten als wichtigstes Einzelangebot für die politische Meinungsbildung genannt; in der Gesamtbevölkerung folgen dann Google und BILD. Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen neben der „Tagesschau“ Online-Angebote – an sechster Stelle wird Facebook genannt – sowie private Nachrichtenkanäle und BILD im Vordergrund.Die Studie wurde im Rahmen des Vorhabens „Erfassung und Darstellung der Medien- und Meinungsvielfalt in Deutschland“ des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) durchgeführt. Ein ausführlicher Projektbericht ist auf der Website des Hans-Bredow-Instituts abrufbar. Die Studie basiert auf einer telefonischen Befragung, die Enigma GfK zwischen dem 19. Mai und 3. Juli 2011 im Auftrag des Hans-Bredow-Instituts durchgeführt hat. Insgesamt wurden 1.007 Personen befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ für deutschsprechende Personen im Alter ab 14 Jahren aus Haushalten mit Telefonfestnetzanschluss in Deutschland.

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Die Probleme der Internetentwicklung

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Etwa 560 000 der 14- bis 64-Jährigen sind internetsüchtig.  (1)

In den letzten Jahren hat die Internetnutzung stark zugenommen. Allein von 2005 bis 2010 ist sie von 28 % auf 43 % gestiegen, wie die ARD/ZDF-Langzeitstudie zur Massenkommunikation ergeben hat. (2) Das ist nicht verwunderlich, denn man kann heutzutage fast alles über Internet machen: mit seinen Freunden bei Skype reden, bei Amazon einkaufen, im Internet Radiohören und Zeitung lesen,  seine Rechnungen über Online-Banking bezahlen, Spiele im Internet spielen, und vieles mehr. Auch wenn man studiert, geht es nicht ohne das Internet, wenn man sich zum Beispiel für Kurse und Klausuren anmelden oder seine Noten und  die Lehrmaterialien bekommen möchte.
Man sieht also, dass das Internet ein fester Bestandteil des Lebens geworden ist, sowohl beruflich wie auch privat. Das zeigt sich auch, wenn man betrachtet, wie hoch die tägliche Nutzungsdauer inzwischen geworden ist. Durchschnittlich sind Internetnutzer bereits 140 Minuten täglich online; bei den Nutzern unter 30 Jahren beträgt die Nutzungsdauer bei jedem Zweiten drei Stunden, bei jedem Zehnten sogar zwischen fünf und zehn Stunden täglich. (3)
Kann man unter diesen Bedingungen schon von Internetsucht sprechen? Christoph Möller, Chefarzt der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Kinderkrankenhaus in Hannover, sieht das nicht so. Ihm zufolge spricht man von Internetsucht nur dann, wenn die betroffene Person eine so hohe Internetnutzung aufweist, dass sie sich sozial isoliert, die Schule oder den Beruf und auch sich selber vernachlässigt. (4) Viele Internetsüchtige nehmen sich nicht mal mehr Zeit zum Essen – oder essen während beim Computer – und verwechseln Internet und Realität. Angeblich zeigen Internetsüchtige ähnliche Symptome wie Alkohol- oder Drogenabhängige, sie werden also nervös oder gereizt, wenn sie das Internet nicht nutzen können, schaffen es trotz mehrerer Versuche nicht, die Nutzung zu reduzieren, und das Sozialleben wird beeinträchtigt. (5) Häufig ist es so, dass die Internetsucht Menschen mit Angststörungen, Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen trifft. Diese Menschen flüchten in eine virtuelle Welt, in der ihnen alles besser und einfacher erscheint. (6)
Internetsucht ist also ein ernstzunehmendes Problem, das durch Smartphones und die zunehmende Mobilität und Flexibilität des Internets noch verstärkt wird. Denn durch Smartphones ist man ständig erreichbar und kann nie richtig abschalten; auch unterwegs liest man schnell mal seine Mails oder schaut, ob es bei Facebook was Neues gibt.

Von diesem Standpunkt aus sollte man der Entwicklung des Internets kritisch gegenüberstehen. Natürlich hat das Internet sehr viele Vorteile, und besonders das mobile Internet kann das Leben zum Teil viel leichter und unkomplizierter machen. Aber egal, wie viele Vorteile das Internet auch hat: man sollte immer darauf achten, sich nicht zu sehr davon abhängig zu machen. Ein interessantes Video dazu, wie das Online-Leben sich im realen Leben manifestieren könnte, findet man hier.
Es ist wichtig, dass man trotz der zunehmenden Relevanz des Internets, nicht den Bezug zur Realität verliert.

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Literatur:
(1) Lichtenberg, Arne (2012): Verschollen im Internet (02.06.2012), in: Deutsche Welle. URL: http://www.dw.de/dw/article/0,,15992111,00.html (Stand vom 03.06.2012).
(2) Ridder, Christa-Maria/Turecek, Irina (2011): Medienzeitbudgets und Tagesablaufverhalten; in: Media Perspektiven, 12/2011, S. 574.
(3) Völker, Oliver (2011): Internetnutzer im Schnitt 140 Minuten täglich online (20.06.2011), in: Big Screen. URL: http://www.big-screen.de/deutsch/pages/news/allgemeine-news/2011_06_20_6782_internetnutzer-im-schnitt-140-minuten-taeglich-online.php (Stand vom 03.06.2012).
(4) Möller, Christoph, zitiert in: Lichtenberg, Arne (2012): Verschollen im Internet (02.06.2012), in: Deutsche Welle. URL: http://www.dw.de/dw/article/0,,15992111,00.html (Stand vom 03.06.2012).
(5) Onmeda-Redaktion (2011): Internetsucht: Symptome. URL: http://www.onmeda.de/krankheiten/internetsucht-symptome-1529-4.html (Stand vom 03.06.2012).
(6) Goldmann, Ayala/AP (2007): Internetsucht. „Wie wandelnde Leichen“. (14.01.2007), in: Spiegel-Online. URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,459446,00.html (Stand vom 03.06.2012).

Ein Link auf Papier(?)

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Nun ist ein auf Papier abgedruckter Link in der heutigen Zeit nichts wirklich besonderes mehr, werden viele sagen. Dem ist auch so. Eine Variante allerdings, die mehr oder weniger neu ist, scheinen die so genannten Quick Response Codes (QR-Codes) zu sein.

Gesehen haben wir sie wahrscheinlich alle schon einmal: kleine schwarze Quadrate, auf deren Fläche noch kleinere, scheinbar willkürlich verteilte schwarze und weiße Kästchen zu sehen sind. Während sie für das menschliche Auge keinen Sinn ergeben, können Computer damit eine ganze Menge anfangen. Denn scannt man einen solchen QR-Code mit dem Handy ein, wird man unverzüglich auf die entsprechende Internetseite weitergeleitet, die inhaltlich mit dem Artikel verknüpft ist, in dessen Frame der Code auftaucht.

Vorreiter dieser zweidimensionalen Barcodes ist der Springer-Verlag, genauer dessen Tabloid Welt kompakt. Schon 2007 erschienen die QR-Codes regelmäßig als inhaltliche Ergänzung zu den veröffentlichten Artikeln. Ob sie von den Rezipienten oft oder überhaupt genutzt werden, legt der Springer-Verlag nicht offen. Doch da die QR-Codes weder viel Platz brauchen, noch sonderlich kostenintensiv sind, erscheinen sie weiterhin als kleine Wegweiser zu weiteren Informationen. [1]

Durch einen Artikel in einer Ausgabe der Journalistik (s. Quellen) darauf aufmerksam geworden, begegnen mir diese Barcodes nun immer häufiger. Noch am selben Tag fiel ein Supplement aus der aktuellsten Ausgabe des aud!max (s. Quellen): Campus Cooking. In diesem Heftchen werden schnelle, unkomplizierte Gerichte für Studenten von den Köchen Stefan Wiertz und Kevin von Holt präsentiert. Blättert man Campus Cooking einmal durch, findet man insgesamt sechs Rezepte, denen jeweils ein QR-Code hinzugefügt wurde. All diese Codes führen zu Videos, in denen die beiden Köche die Zubereitung der besagten Rezepte präsentieren. [2] – Des Weiteren sind mir die QR-Codes nun auch in Prospekten diverser Supermärkte und Fachläden aufgefallen. Bei manchen dachte ich, dass das eine durchaus sinnvolle Ergänzung sein kann, bei anderen habe ich mich wiederum gefragt, was dabei denn herauskommen soll. (In Ermangelung eines Smartphones konnte ich dem auch leider nicht auf die Spur gehen.)

Bleibt die Frage zu klären, ob diese Barcodes eine nützliche Erfindung sind, die unser alltägliches Leben mit zusätzlichen Informationen o.ä. bereichern können. Oder ob sie doch in die Richtung verschwendeter Druckerschwärze gehen und getrost fallengelassen werden können. Wie so oft wird das wohl wieder jeder für sich entscheiden (und ggf. verwenden) müssen.

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[1] Westermeier, Carola (2012): QR-Codes als “Links in der Zeitung” – Erfolg oder Fehlschlag? in: Fengler, Susanne (2012): Journalistik. 2012/01, s. 8.

[2] Telekom Deutschland GmbH (2012): Campus Cooking. Supplement in: aud!max Medien GmbH (2012): aud!max. 2012/06.

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Die Krise der Printmedien und der Kindle eReader

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Schon seit einiger Zeit wird über die Krise der Printmedien diskutiert. Während die Nutzung von Tageszeitungen insgesamt abnimmt, wird das Internet immer häufiger benutzt. (1) Die meisten Tageszeitungen sind allerdings inzwischen auch im Internet vertreten. Daher besteht die Diskussion, ob es künftig zu einer Substitution oder Komplementarität alter durch neue Medien kommen wird: Ist das Internet eine Hilfe für die Printmedien und führt dazu, dass alte und neue Medien komplementär genutzt werden und die insgesamte Nutzung wieder zunimmt? Oder ist das Internet eher eine Konkurrenz der Printmedien und wird früher oder später zu deren Verdrängung führen? Zu beiden Perspektiven gibt es Theorien und Prognosestudien. (2)

Seit ein paar Jahren ist ein weiterer Teilbereich der Welt der Printmedien in digitaler Form verfügbar: Bücher. Die Rede ist vom Kindle eReader. Ein flaches, ziemlich kleines und leichtes Pad, auf dem man bis zu 1400 Bücher speichern kann!
Zunächst hört sich Kindle ziemlich praktisch an. Aufgrund des integrierten WLANS kann man ein Buch, eine Zeitung oder eine Zeitschrift innerhalb kürzester Zeit herunterladen und sofort anfangen zu lesen. Manche Bücher sind als Kindle-Version sogar umsonst erhältlich. Des Weiteren kann man seine ganze Bibliothek sozusagen immer in der Handtasche dabei haben.  (3)
Möglicherweise werden viele Leute aufgrund der Mobilität des eReaders und den teilweise kostenlosen Büchern, diese Version bevorzugen. Sicherlich gibt es aber auch viele, die an der ihnen bisher bekannten Form der gedruckten Bücher festhalten wollen. Viele finden vielleicht auch, dass es trotz der vielen Vorzüge des eReaders, einfach ein besseres Gefühl ist, ein richtiges Buch in den Händen zu halten als ein Pad.

Man kann sich also fragen, welche Auswirkungen der Kindle eReader hat.
Insgesamt wird heutzutage immer seltener gelesen – jeder vierte Deutsche liest nie (4). Wird nun aufgrund des eReaders insgesamt wieder mehr gelesen, weil sich die Leute zu der digitalen Form von Büchern mehr hingezogen fühlen als zu gedruckten Büchern? Wird Kindle komplementär zu Büchern genutzt oder fangen auch Leute, die sonst regelmässig gedruckte Bücher gelesen haben nun an, diese durch den Kindle eReader zu ersetzen? Es wird in näherer Zukunft sicherlich Studien geben, die sich mit diesen Fragen und den Entwicklungen im Bereich der Bücher auseinandersetzen.

Literatur:
(1) Ridder, Christa-Maria/Turecek, Irina (2011): Medienzeitbudgets und Tagesablaufverhalten; in: Media Perspektiven, 12/2011, S. 574.
(2) Mögerle, Ursina (2009): Substitution oder Komplementarität?: Die Nutzung von Online- und Print-Zeitungen im Wandel, Konstanz.
(3) Amazon.de (2012). URL:  http://www.amazon.de/Kindle-eReader-Wi-Fi-Display-deutsches/dp/B0051QVF7A/ref (Stand vom 18.04.2012).
(4) Taffertshoffer, B.(2008): Studie: Deutsche lesen weniger. So wird das nie was mit Pisa; in: Süddeutsche Zeitung, 04.12.2008. URL: http://www.sueddeutsche.de/kultur/studie-deutsche-lesen-weniger-so-wird-das-nie-was-mit-pisa-1.385516 (Stand vom 18.04.2012).

Das Ende von Megaupload

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Mitte Januar wurde Kim Schmitz, Betreiber der Seiten Megaupload und Megavideo, in Neuseeland festgenommen. Der Vorwurf: Der gebürtige Kieler habe mit seinen Filehosting-Plattformen einen Online-Markt zur Datenpiraterie geschaffen und unterhalten.
Damit steht, nach dem Aus für das ähnliche Portal Kino.to im Juni vergangenen Jahres, ein weiterer Präzedenzfall zum Thema Datentausch und Streaming an.
Das Besondere hierbei, und im Gegensatz zu Kino.to, ist zudem die Prominenz, die Schmitz bereits im Vorhinein zukam. So wurde in der Boulevardpresse mehrfach über seinen ausschweifenden Lebensstil und seine undurchsichtigen Geschäfte am Rande der Legalität berichtet. Auch im Ausland war er bereits bekannt, wie etwa in Neuseeland, wo er in der Stadt Auckland ein riesiges Anwesen besitzt, und von der Polizei gefasst wurde.
Sämtliche seiner Konten wurden nun eingefroren und er wird sich vor Gericht für sein Handeln verantworten müssen.
Interessant hierbei, wie auch dem Prozess gegen die Betreiber von Kino.to, wird das Vorgehen der Richter in Sachen Streaming. Über die deutsche Rechtslage wird von Experten bereits seit Monaten gestritten, da Streaming bislang noch nicht juristisch einwandfrei untersagt ist. Die bisherige Gesetzeslage verbietet das Downloaden und Austauschen urheberrechtlich geschützter Inhalte, wofür Schmitz nun der Prozess gemacht wird. Streamen wird von manchen Medienrechtlern allerdings nicht als Downloadvorgang gesehen und könnte daher zum Streitfall werden.
Insofern dürften die nächsten Monate weitere interessante Entwicklungen im Bereich Politik und Internet bereithalten, wenn man bedenkt, dass sich die größtenteils am bisherigen Urheberrecht festhaltenden Medienbranche und eine wachsende Gruppe von Nutzern, die sich eine Erneuerungen eben dieser Urheberrechte im Internetzeitalter wünscht, gegenüberstehen.

Links:
- http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,810699,00.html
- http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,812144,00.html

The Big Blackout

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internet und Politik, Medien und Politik, Zukunft des Internet2 Kommentare »

Die Erde ist rund und außerdem ein Puzzel.

Ein unvollständiges zwar, welches mit teilweise kryptischen Zeichen beschriftet ist und dem aus irgendeinem Grund ein paar Teile fehlen, aber nichtsdestotrotz wurde dieses Puzzel binnen weniger Jahre zum bildlichen Symbol des gesammelten menschlichen Wissensvorrats – oder zumindest des gängigsten Teils davon – der Wikipedia.

Gab es ein Leben vor Wikipedia? Woher wusste man früher – vor etwa zehn Jahren – was eine Lumensekunde ist, wann und warum Fronleichnahm gefeiert wird oder warum die Automarke Mercedes eigentlich so heißt wie sie nunmal heißt? Zeitzeugen zufolge soll es möglich – wenn auch nach heutigem Verständnis unerhört mühsam  – gewesen sein, sich derartiges Wissensallerlei durch Fachliteratur, Zielgruppenzeitschriften oder fleißiges Quizshow-Schauen anzueignen, aber alleine die Tatsache dass zumindest ich darüber heute nurnoch Mutmaßungen anstellen kann wie diese Offline-Wissenschbeschaffung funktioniert haben könnte, zeigt auf erschreckend einfache Weise wie nachhaltig sich die kleine gepuzzelte Erdkugel in den Köpfen der Menschen (oder zumindest der Jugend) etabliert hat. Wikipedia macht die Welt erklärbar und darum ist Wikipedia wichtig.

Jimmy Wales weiß dass Wikipedia wichtig ist, wahrscheinlich besser als jeder andere. Dieser Mann, der den meisten Menschen hierzulande allenfalls als melancholisch dreinblickender Spendensammler mit Dackelblick ein Begriff sein dürfte, ist in der privilegierten Postition Gründer und somit oberster Chef von Wikipedia zu sein. Als solcher liegt es in seinem Ermessen (nach Absprache mit ca. 1800 Usern und Wiki-Autoren) eine Entscheidung zu treffen, deren volle Auswirkungen ab heute, dem 18.01., zumindest die englischsprachige Welt nachhaltig erschüttern könnten.

Die Wikipedia wird abgeschaltet.

Wenn auch nur für einen Tag. 24 Stunden lang bleibt zumindest der englischsprachige Wissensquell versiegt. Dieser kontrollierte Blackout, der auch von anderen vielbesuchten User-basierten Seiten wie mozilla.com oder den Komiker-Katzen von icanhascheezburger.com mitgetragen wird, ist ein Ausdruck des Protests gegen zwei Gesetzesentwürfe, die gerade im US-amerikanischen Kongress bzw. dem Senat vorgetragen wurden: Der Stop Online Piracy Act (SOPA) und der PROTECT IP Act (PIPA), sehen -  kurz gefasst – vor, dem amerikanischen Justizministerium Befugnisse einzuräumen Websiten zu zensieren bzw. zu beschlagnahmen die im Verdacht stehen urheberrechtlich geschützte Inhalte wiederrechtlich zu verwenden oder zu verbreiten. Desweiteren könnten andere Webseiten, z.B. Suchmaschinenanbieter wie Google, gezwungen werden, bestimmte Seiten nicht mehr zu verlinken oder zu bewerben.

Das Anliegen, gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen mag legitim erscheinen, denn wie wir alle wissen ist Raubkopiererei eine schlimme Sache, weshalb die dicken Fische der davon betroffenen Branchen – Plattenfirmen, Pharmaunternehmen, etc. – natürlich mit aller verfügbaren Lobbymacht auf die baldige Verabschiedung von SOPA und PIPA pochen. Die Problematik ergibt sich allerdings daraus, dass diese Gesetze wirklich herrliche Hintertüren bieten, die es dem Gesetzgeber ermöglichen würden über kurz oder lang jeder aus irgendeinem Grund unerwünschten Website, das Leben erheblich schwerer zu machen. Um das Kind und gleichzeitige Schreckgespenst von Jimmy Wales und eines jeden Piraten-Wählers beim Namen zu nennen: ZENSUR.

Besonders betroffen wären dadurch die eben bereits erwähnten User-basierten Webangebote, wie Google, Facebook, ebay oder eben Wikipedia, die zur permanenten Selbstzensur gezwungen werden könnten. Nun sind eben diese vier auch nicht gerade Leichtgewichte der Branche und formatieren sich in einem gemeinsam organisierten Protest – mit Wikipedia als Vorreiter und dem 24-Stunden-Blackout als Warnschuss vor den Bug der Copyright-Kreutzritter.

Die wirtschaftliche und mediale Macht dieser Protestbewegung könnte eine neue Form des Web-Lobbyismus erschaffen, die es in dieser Dimension vorher noch nicht gab und deren politisches Einflusspotential noch kaum abzusehen ist. Unerwartete Schützenhilfe bekommt die Protestbewegung dabei ausgerechnet aus dem Weißen Haus selbst – ein Sprecher verkündete vergangenen Samstag: “Versuche, die Online-Piraterie zu bekämpfen, dürfen nicht in einer Online-Zensur legaler Aktivitäten ausarten oder die Möglichkeiten zur Innovation [...] begrenzen.” Entsprechende Gesetzesentwürfe würden von der Regierung Obama nicht gebilligt werden.

Unter derartigem politischen und lobbyistischen Druck lassen erste Ergebnisse für gewöhnlich nicht lange auf sich warten: sowohl der republikanische Abgeordnete Lamar Smith, der den SOPA-Entwurf vorbrachte, als auch Patrick Lehay, seines Zeichens demokratischer Senator von Vermont und Schöpfer von PIPA gaben an, ihre jeweiligen Kreationen erneut zu prüfen und ggf. zu überarbeiten. Ob dabei ein Konsens gefunden werden kann oder ob die Copyright-Lobby sich der Online-Allianz beugen muss, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch kaum absehbar.

Denn zuvor gehen auf unserem kleinen Puzzle-Globus erst einmal die Lichter aus.

Startseite der englischen Wikipedia von Mittwoch, dem 18.01.2012

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Quellen:

http://wikimediafoundation.org/wiki/Press_releases/English_Wikipedia_to_go_dark (Abruf am 17.01.12)

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,809499,00.html (Abruf am 17.01.12)

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,809442,00.html (Abruf am 17.01.12)

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,809603,00.html (Abruf am 17.01.12)

http://www.stern.de/digital/online/protest-gegen-us-internetgesetz-sopa-wikipedia-sieht-schwarz-1774721.html (Abruf am 17.01.12)

http://www.whitehouse.gov/blog/2012/01/14/obama-administration-responds-we-people-petitions-sopa-and-online-piracy (Abruf am 17.01.12)

 

Bildquelle:

http://en.wikipedia.org/wiki/Main_Page (Abruf am 18.01.12)

HerUni.com: Ein Blog von Studentinnen für Studentinnen

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Weblogs, Zukunft des InternetKommentare deaktiviert

Immer öfter kommt die Frage auf, ob man das Schreiben für Weblogs bereits als Journalismus bezeichnen kann. Unabhängig davon, ob es als Journalismus bezeichnet wird oder nicht: die Beliebtheit von Weblogs nimmt immer mehr zu. Im Internet gibt es zahlreiche Blogs, an denen sich jeder, zu vielen unterschiedlichen Themen, beteiligen kann. Einer davon ist HerUni.com.

Screenshot von HerUni.com

HerUni.com ist ein Weblog von Londoner Studentinnen für andere Studentinnen. Gegründet wurde der Blog von den Studierenden Geraldine Haneine (London College of Fashion), Lorelei Marfil (London College of Fashion) und Jeff Lau (London College of Communication). Die Idee hinter HerUni.com ist es, den Londoner Studentinnen den Uni-Alltag zu erleichtern. Es gibt Artikel zu allen möglichen Themen, sei es Styling, Schönheit, Gesundheit, Liebe, Kultur, Freundschaft, Lifestyle, Finanzen, Neuigkeiten, und viele mehr. Dadurch erhalten Studentinnen nicht nur Hilfe zu bestimmten Themen, die sie gerade interessieren, sondern haben auch die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen und Artikel zu veröffentlichen. Gerade für Studentinnen, die sich gerne journalistisch betätigen, ist HerUni.com eine gute Möglichkeit, praktische Erfahrungen im Schreiben zu sammeln und Leser für die eigenen Artikel zu finden.
HerUni.com ist sehr erfolgreich. So gewann der Blog zum Beispiel im September 2011 den Preis für den besten Studentenblog (Cosmopolitan Blog Awards 2011).

HerUni.com: Gründerteam

Ich selbst schreibe seit September 2011 für HerUni.com. Dadurch, dass meine Schwester in London studiert und auch manchmal für HerUni.com schreibt, habe ich von dem Blog erfahren. Da ich begeistert von der Idee war, eigene Artikel schreiben und veröffentlichen zu können, hat meine Schwester nachgefragt, ob das geht – auch, wenn ich keine Studentin aus London bin. Es hat geklappt und ich habe einige Artikel für HerUni.com geschrieben.
Inzwischen denkt das Team von HerUni.com darüber nach, die Zielgruppe zu erweitern, und deshalb hat Geraldine Haneine mich gefragt, ob ich an meiner Uni auf HerUni.com aufmerksam machen könnte, so dass das Interesse, Artikel für HerUni.com zu schreiben, auch bei Studentinnen ausserhalb von London gesteigert wird. Ich dachte mir, dass der Trierer Medienblog eine gute Möglichkeit ist, um über HerUni.com zu berichten, gerade weil sicherlich hier viele an Journalismus/Bloggen interessiert sind. Vielleicht gibt es ja einige Interessenten. Mir macht es jedenfalls sehr viel Spass, Artikel für HerUni.com zu schreiben.

 

 

 

Quellen Bilder:
Die Bilder hat mir Geraldine Haneine für den Artikel per E-Mail zugeschickt.

Quellen Infos:

http://www.heruni.com/about-us/press-releases/

http://www.heruni.com/about-us/awards-media-network/

http://blog.aperto.de/sind-blogs-der-journalismus-von-morgen/

„Ein einziger sicherer Ort für all deine Sachen“

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Immer mehr Menschen – vor allem Studenten – greifen auf den 2007 gegründeten Webdienst „Dropbox“ zurück. „Dropbox“ ist ein Netwerk-Dateisystem, das für die Synchronisation von Dateien zwischen mehreren Nutzern verwendet wird. Zur gleichen Zeit kann man „Dropbox“ auch als Online-Datensicherung benutzen. Das Programm ist auf allen Betriebssystemen (Mac, Windows, Linux etc.) so wie auch per Webbrowser möglich.

Wie funktioniert Dropbox?

Zuerst muss man sich ein Online Account einrichten. Dazu besucht man die Internetseite www.dropbox.com. Durch die Installation wird auf dem Computer ein neuer Ordner erstellt. Dropbox kann man wie gesagt auf allen Medien installieren, ob jetzt auf dem PC, Mac, Laptop oder sogar Smatphones (Android, iOS). Hat man sich Dropbox einmal z.B. auf einem MacBook heruntergeladen erscheint oben in der Leiste das Dropbox-Symbol – eine Kiste.

Jetzt braucht man nur noch drauf zu klicken und den Ordner zu öffnen. Lege ich also eine Datei in einen Ordner auf meinem MacBook, kann ich auf diese Datei auch auf meinem Smartphone zugreifen (sofern ich Dropbox auf dem Smartphone installiert habe). Die Dateien die ich hinzufüge werden automatisch synchronisiert. Auch auf der Dropbox Website werden die Dateien, die ich auf meinem Mac in den Ordner speichere, aktualisiert. Alles was man also in seiner Dropbox ablegt, steht auch automatisch auf der Dropbox Website zur Verfügung. Das lästige Dateien-über-Mail-schicken hat also endlich ein Ende.

Falls also mal mein Handy, Laptop oder Pc kaputt geht, sind meine Daten nicht verloren. Sie werden im Web immer gesichert.

Natürlich kann nicht jeder auf meine Ordner zugreifen. Ich melde mich mit Passwort an und bin die einzige, die auf alles Zugriff hat. Möchte ich aber einen Ordner mit einem Freund oder Kommilitonen teilen, kann ich das auch tun. Ich besuche die Dropbox Website und schicke demjenigen eine Einladung. Der Kommilitone kann die Einladung akzeptieren und schon ist der Ordner freigegeben. Das ist sehr praktisch, wenn man zum Beispiel ein Referat vorbereiten muss. Die anderen haben immer den Überblick wie weit man ist und haben auf alles Zugriff. Auch Fotos und Videos kann man über einen solchen Dropbox Folder teilen. Dropbox ist übrigens bis zu einer bestimmten Speichergröße kostenlos.

Sonnenallee auf youtube – erster Spielfilm in voller Länge

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienwandel, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Der Kinoverleih Delphi stellt die DDR-Nostalgie-Komödie “Sonnenallee” vollständig auf youtube.com zur Verfügung. Auf der offiziellen Filmseite “http://www.sonnenallee.de/” gibt’s dann noch mal eine Verlinkung zu youtube, sodass der Film auch dort in voller Länge zur Verfügung steht – eine Ironie im Internet-Zeitalter.

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Uni Trier jetzt bei google+

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik, Medienwandel, Weblogs, Zukunft des Internet3 Kommentare »

Dass das Internet in der heutigen Zeit bereits eine elementare Rolle im Alltagsleben eines großen Teils der Gesellschaft eingenommen hat und sich weiterhin auf dem Vormarsch befindet, wurde hier im Medienblog unlängst diskutiert. Die Vielfalt an Internetangeboten ist faszinierend und erschreckend zugleich, denn scheinbar am laufenden Band werden neue Ideen bzgl. der Internetpräsenz entwickelt und ausgearbeitet. Verständlich, dass verschiedene Organisationen – so möchte ich es an dieser Stelle nennen – die grundlegenden Muster anderer Anbieter übernehmen – das Paradebeispiel ist und bleibt facebook. Das Prinzip ist einfach und (welt-)weit verbreitet: Eine Plattform wird erstellt und mit den unterschiedlichsten Funktionen zur Kommunikation und (Selbst-)Präsentation ausgestattet.

Wer erinnert sich nicht an die Zeiten, in denen das Internet in erster Linie ein Königreich für die Information war? Suchen und finden – erstellen und abrufen – hinnehmen und hinterfragen. Alles schien möglich. Sehr populär wurde in dieser Zeit die allseits bekannte Suchmaschine Google, deren Einfluss auf das alltägliche Leben bald so groß wurde, dass für sie eigene Redewendungen erfunden wurden (“Die Welt ist eine Google.”) und sie sogar einen Eintrag mindestens in der 25. Auflage (2011) des Duden bekam. In der Zwischenzeit hat sich bei Google einiges getan.

Von der reinen Suchmaschine für Informationen in reiner Textform wurde sie zu einer regelrechten Institution, was die Sammlung von Informationen angeht. Dies klingt zunächst danach, als habe sich nicht viel verändert. Doch es ist die Art und Weise wie Google mittlerweile vorgeht. Für GoogleMaps und GoogleStreetview fahren regelmäßig mit Kameras und Messgeräten ausge-stattete Fahrzeuge durch die Städte der Welt und archivieren eine globale Momentaufnahme, die stetig aktualisiert werden soll. Die großen Debatten über den fehlenden Datenschutz und den Eingriff in die Privatsphäre des Menschen sind noch nicht in Vergessenheit geraten. Bezüglich des mangelnden Datenschutzes sei die Übernahme von z.B. der Videoplattform youtube kurz erwähnt. Seit geraumer Zeit wurden youtube- und Google-Konten ohne Vorwarnung verknüpft und sind fortan nicht mehr einzeln zugänglich. So bleibt youtube-Nutzern mit eigenem Konto der Zugriff auf selbiges verwehrt, wenn kein Google-Konto vorhanden ist. Zwar soll es eine Art Hintertür geben, über die man das youtube-Konto auflösen kann, wenn man sich ggf. kein Google-Konto zulegen möchte, doch um die betreffende Seite zu erreichen, muss man sich erst einmal per Google-Zugangsdaten einloggen. Das macht stutzig, ist diese Vorgehensweise doch mehr als suspekt. Der Nutzen dieses Zusammenschlusses: mehr Daten, die gespeichert werden können, u.a. über das Konsumverhalten im Bereich des umfangreichen Videoangebots.

Lange Rede, kurzer Sinn: es hat sich viel verändert bei Google. Gerade heute wurde ich mit einer weiteren Funktion der Suchmaschine bekannt gemacht: Google+. Obwohl ich selbst aktiv und relativ begeistert das Internet nutze und mich durchaus regelmäßig über Neuerungen informiere, ist mir diese Einrichtung bisher fremd gewesen. Google+ wid als Social Media Plattform bezeichnet und funktioniert letzten Endes wie facebook und Konsorten. Klickt man sich auf der Startseite von Google umständlich zu den näheren Informationen zu Google+ durch und macht sich die Mühe, die sibene kurzen Infotexte zu den Funktionen von Google+ durchzulesen, stößt man auf Aussagen wie folgende:

“Interaktion mit Personen im Web ähnlich wie im richtigen Leben” und “genau wie im richtigen Leben” (man bemerke die implizit angesetzte Steigerung) (Rubrik auf einen Blick & Circles),

“erschaffen Sie neue Zivilisationen” (Rubrik Spiele),

“Ab heute laden sich Ihre Fotos ganz von selbst hoch.” (Rubrik Fotos, Sofort-Upload).

Google goes facebook! Schon wieder wird eine virtuelle Welt erschaffen, in der jeder mit jedem kommunizieren kann. Schön und gut, doch was sollen wir von den besagten “neuen Zivilisationen” halten und davon, dass sich Fotos fortan scheinbar selbstständig ins Internet hochladen? Wie dies genau funktioniert, erfährt man nämlich auf dieser kurzen Infoseite nicht. Dafür müsste man sich durch die unzähligen weiteren Übersichten kämpfen, die Google über andere Links zur Verfügung stellt. Ich hatte leider recht schnell den Überblick darüber verloren, wo auf dieser Website ich mich eigentlich gerade befand.

Trotz allem bietet diese neue Plattform eine weitere Form der Informationspräsentation. Zwar lässt sich so ohne Weiteres kein Überblick über die Mitgliederzahlen finden, doch dieses Format existiert schließlich nur, wenn es ausreichend genutzt wird. Dass diese Nutzung nicht auf Privatpersonen beschränkt ist, erfuhr ich heute durch eine Mitteilung der Universität Trier: “Seit letzter Woche ist Google+, die Social Media Plattform von Google, auch für Firmen und Organisationen verfügbar.” – und weiter heißt es: “Auch die Universität Trier ist dort mit einer Seite vertreten.”

Ich muss sagen, diese Nachricht hat mich doch sehr überrascht. Wusste ich doch bis heute gar nicht, dass es so etwas wie Google+ gibt, erfahre ich in unmittelbarem Zusammenhang, dass sich sogar zahlreiche Universitäten bereits in dieses Programm intergriert haben. Sucht man über Google+ mit den Stichworten “Universität” bzw. “University”, erfolgt eine Auflistung aller teilnehmenden Hochschulen. Wenn man nun bedenkt, dass Google+ wohl überhaupt erst seit vergangener Woche die Eintragung für Firmen und Organisationen anbietet, ist die rege Teilnahme erstaunlich.

Im 21. Jahrhundert scheint sich ein nicht zu verkennender Teil der Gesellschaft auf soziale Plattformen und Netzwerke, sowie das Internet im Allgemeinen zu übertragen. Dass auf diese Weise neue Kontakte geknüpft, alte Kontakte erhalten und überhaupt die globale Vernetzung (zumindest in Bezug auf die Industrienationen) vorangetrieben wird, möchte ich nicht in Frage stellen. Kritisch hervorzuheben ist hingegen erneut die Frage nach Privatsphäre, Selbstbestimmung und Datenschutz:

“Google speichert Informationen über Ihre Aktivitäten, z. B. welche Beiträge Sie posten und mit welchen Nutzern Sie kommunizieren, um die Google-Dienste für Sie und andere zu verbessern.

Wir erfassen möglicherweise auch Informationen von anderen Nutzern über Sie, z. B. wenn jemand Sie zu einem Kreis hinzufügt oder Sie in einem Foto taggt. Manche Nutzer veröffentlichen möglicherweise Informationen über Sie, z. B. Ihren Profilnamen und Ihr Profilfoto in ihrem Google-Profil in einer Liste von Personen, die sie zu ihren Kreisen hinzugefügt haben.” (Google+ -Datenschutzbestimmungen zur Erfassung und Verwendung von Informationen).

Die Welt ist also eine Google – auf dass sie uns nicht irgendwann überrollen mag.

 

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http://www.uni-trier.de/index.php?id=20500&tx_urtmaildigest_pi1%5Bcmd%5D=showMail&tx_urtmaildigest_pi1%5Bmail%5D=6082

http://www.google.com/intl/de/+/policy/

http://www.google.com/intl/de/+/learnmore/

https://accounts.google.com/ServiceLogin?uilel=3&service=youtube&passive=true&continue=http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fsignin%3Faction_handle_signin%3Dtrue%26nomobiletemp%3D1%26hl%3Dde_DE%26next%3D%252F&hl=de_DE&ltmpl=sso

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Internetabhängig

geschrieben von in Internet, Zukunft des Internet8 Kommentare »

Die Universität Trier ist auf eine sehr aktuellen Stand der Technik. Es ist eigentlich alles gemacht, damit die “Facebook-generation” sich darin gut recht findet, und es läuft fast alles über den Wilden, Wilden Web.

Vielleicht zu vieles. Trier ist für mich ein Zweitstudium: ich hatte in Belgien bereits ein Diplom abgeschlossen (diesen habe ich immer noch nicht zugesendet bekommen, aber es ist eine andere, schmerzhafte Geschichte die sich Belgische Bürokratie nennt.)

Es lief eigentlich kaum was über Computer. Mein Hochmodernen, stylischen macBook war eine Woche lang in Reparatur nachdem es in einer Weise herabstürzte, die in einen Film als lustig empfinden gewesen wäre- Bildschirm Schwarz, einen Rauchfaden vom Kühler und Geruch nach verbrannten (soviel zu hochmodern und stylisch).

Es hatte auf meinen Universitätsleben überhaupt keinen Einfluss.

Seit ich in Trier bin, bin ich anscheinend nicht mehr GENUG auf den Web hingegen- ich wartete mal vergebens auf einen Unterrichtsanfang, weil ich nicht gesehen hatte, das es eine Rundmail gab um uns Bescheid zu sagen das der Unterricht nicht Stattfand.

Ich hatte auch nicht kapiert, das die Mail mit den Medienblogdaten nicht auf den Stud-ip-mail, sondern auf den Universitätsmail durchlief. Hier war ich auch nicht genug im Web.

Wir hatten Recherchen auf, nach Bücher und einen Zeitungsartikel. ich suchte erst nach den Büchern, und am Wochenende nach den Artikel- dieser findet man nur auf der Unibibliothek… In ihren Web. Wär ich länger am Computer, hätte ich es eher herausgefunden und hätte mich besser organisieren können.

In dem einen Propädeutikum wird empfohlen, zu twittern- etwas das ich nicht kenne, und dem mein nicht-Smartphone (Dumbphone also?) nicht fähig ist- etwas das ich eh nie gebraucht hätte.

Ausserhalb der Uni hörte ich heute morgen auf den Stoffmarkt, man könne die Sachen die nicht da sind im Internet bestellen. Erst am Anfang der Woche bestellten wir schon ein Stuhl im Internet.

 

Ich höre immer wieder, die junge Generation stünde viel zu lange vor den Bildschirm, und Statistiken (die ich jetzt nicht im Internet suchen will) beweisen auch das es das meistgenutzte Medium ist.

Aber ganz ehrlich, ich glaube, es wird insgeheim unterstützt.

 

 

Ich habe meine Internetzugangskode mit der Feder kalligraphiert und and der Wand gehängt. Ich fürchte, ich werde die noch viel zu oft verwenden müssen.

Drei Viertel der Deutschen sind online

geschrieben von in Internet, Medienwandel, Zukunft des Internet2 Kommentare »

Ein Leben ohne Internet kann ich mir kaum noch vorstellen, vielen in meiner Generation dürfte es ähnlich gehen. Doch für rund 18 Millionen Deutsche ist der Umgang mit dem Internet noch keine Selbstverständlichkeit…

74,7 Prozent der Deutschen nutzen das Internet. Das ist das Ergebnis dem neuen (N)Onliner Atlas, der von der Initiative D21 hervor, der am 7. Juli 2011 vorgelegt wurde. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Wachstum von 2,7 Prozent. Aber für rund 18 Millionen Deutsche ist der Umgang mit dem Internet noch keine Selbstverständlichkeit.

Laut der Studie, ist der typische “Nonliner” eher weiblich, 66,8 Jahre alt, nicht mehr berufstätig, in einem Haushalt mit 1 bis 2 Personen zu Hause und hat ein Haushaltsnettoeinkommen von rund 1.560 Euro.
Der deutsche Durschnittsuser hingegen ist  eher männlich, 41,5 Jahre alt, berufstätig, lebt in einem Haushalt mit 2-3 Personen und hat ein Haushaltsnettoeinkommen von etwa 2.380 Euro.
Besonders bemerkenswert bei der Untersuchung ist, dass sich die Schere zwischen den Bildungsgruppen bei der Internetnutzung weiter schließt. Zwar ist immer noch der Trend zu erkennen, dass die Internetnutzung bei höher gebildeten ausgeprägter ist, aber die Zahl der User mit Volksschulabschluss ohne Lehre steigt an. Ebenso ist es bei den Geschlechtern, die Diskrepanz zwischen männlichen und weiblichen Nutzern nimmt ab. Auch Ältere menschen holen bei der Internetnutzung auf.
Die Diskrepanz zwischen Gut- und Geringverdienern ist aber weiterhin gravierend. Aktuell leisten sich nur 53,0 Prozent der Haushalte mit einem Nettoeinkommen von unter 1.000 Euro einen Internetanschluss. Im Vergleich dazu ist die Einkommensschicht zwischen 2.000 und 3.000 Euro zu 83,1 Prozent online und der Teil der Bevölkerung mit über 3.000 Euro Einkommen sogar zu 92,3 Prozent. Internetzugang scheint also weiterhin eine Kostenfrage zu sein. Ich finde Internet ist kein Luxusgut mehr. Medienzugang ist doch sogar ein Grundrecht, und wenn sich das Internet zum Hauptmedium entwickelt (wenn es das nicht schon ist), muss Internetzugang gleichbrerchtigt für alle möglich sein und nicht eine Frage des Geldbeutels.

 

Quellen:

http://meedia.de/internet/studie-18-mio-deutsche-sind-noch-offline/2011/07/07.html (07.07.2011)

http://www.nonliner-atlas.de/ (07.07.2011)

 

 

Wenn Hacker twittern… ist der Präsident schnell für tot erklärt

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medienwandel, Zukunft des Internet3 Kommentare »

Für viele Twitterer begann der heutige Tag mit einem Schock. Ausgerechnet den wichtigsten Feiertag der Amerikaner haben sich Hacker für einen makaberen Scherz ausgesucht. In der Nacht zum 04. Juli, dem Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten, wurde auf dem Twitter-Account des US-Senders Fox News der Tod von Präsident Barack Obama verkündet.  Insgesamt sechs Tweets über die angebliche Ermordung wurden veröffentlicht. Erst fünf Stunden nach der Veröffentlichung waren die Meldungen verschwunden.
„Der Präsident ist tot. Ein wirklich trauriger 4. Juli“, heißt es im ersten Tweet, der gegen 8 Uhr deutscher Zeit erschienen ist. Danach erscheint auf der Twitter-Seite von Fox-News, dass Barack Obama bei einem eines Wahlkampf-Auftritt in einem Restaurant in Iowa mit zwei Schüssen getötet worden sei. Der Familie wird Beileid ausgesprochen und dem Vize-Präsident Joe Biden viel Glück als neuer US-Präsident gewünscht.

Mittlerweile ist bekannt, dass sich Hacker Zugang zum Twitter-Account von Fox-News verschafft haben. Laut Informationen des
britischen Senders BBC steckt hinter dem Angriff eine Person oder eine Gruppe namens „The Script Kiddies“. Ein Nutzer mit dem Namen bekannte sich via Twitter dazu. Sein Account wurde von Twitter entfernt.

Der zum Medienimperium von Rupert Murdoch gehörende Sender gilt als seriös und sehr konservativ. Eine Meldung, die über einen glaubwürdigen und etablierten Nachrichtensender verbreitet wird, wird von einem Großteil der Nutzer erstmal nicht hinterfragt. Dem Twitter-Account von Fox News folgen mehr als 34.000 Nutzer. Natürlich verbreitet sich eine solche Meldung dann wie ein Lauffeuer. Was passieren kann, wenn Mediennutzer falsche Informationen für wahr halten, haben wir erst kürzlich in der Vorlesung zur Geschichte des Hörfunks diskutiert. Nachdem Radiohörer aus New York und New Jersey ein Hörspiel von Orson Welles über die Landung von Außerirdischen auf der Erde für eine echte Radioreportage hielten, brach in Teilen des Landes Hysterie und Panik aus.
In der EHEC-Krise hat sich gezeigt wie schnell sich Medienmeldungen über eventuell belastetes Gemüse auf das Verhalten der Konsumenten und somit auf die gesamte Wirtschaft auswirken kann. Im Journalismus ist die Verpflichtung zur Wahrheit und die besondere Sorgfalt zur Vermeidung falscher oder irreführender Meldungen ein Ehrenkodex. Dazu gehört auch die Pflicht, Falschmeldungen zu  berichtigen, zum Beispiel durch Veröffentlichung  einer Gegendarstellung in der nächsten Ausgabe der Publikation. Doch dann ist es oft schon zu spät. Dass es immer wieder zu Falschmeldungen in den Medien kommt ist schlimm genug, lässt sich aber sicherlich nicht vollkommen vermeiden. Wenn die Glaubwürdigkeit von Nachrichtenmeldungen aber jetzt durch Hacker-Angriffe gefährdet ist, bekommt der Begriff “kritische Medienrezension” nicht nur eine ganz neue Bedeutung sondern ein noch größeres Gewicht!

 

Quellen:

http://www.focus.de/digital/internet/twitter-nachrichten-hacker-erklaeren-ueber-fox-news-obama-fuer-tot_aid_642753.html

(abgerufen am 04.Juli, 23.00 Uhr)

 

http://www.mmnews.de/index.php/etc/8138-hacker-obama-tot

(abgerufen am 04.Juli, 23.10 Uhr)

 

http://twitter.com/#!/foxnews

(abgerufen am 04.Juli, 23.30 Uhr)

Thessas Facebook-Party

geschrieben von in Medienwandel, Zukunft des Internet3 Kommentare »

Es sollte ein “normaler 16.Geburtstag”, in einem überschaubaren Freundeskreis, für Thessa aus Hamburg sein. “Sweet Sixteen” hatte Thessa ihre Geburtstagsfeier, in Anlehnung an die auf MTV ausgestrahlten Sendung, bei Facebook angekündigt. Leider ist das mit Facebook ja bekanntlich immer so eine Sache. In diesem Fall hatte die betroffene Jugendliche vergessen ein Häckchen bei der Option “Privat” zu hinterlassen und machte die Veranstaltung somit für alle Benutzer bei Facebook zugänglich. Das sich darauufhin allerdings 15.000 Jugendliche für den Geburtstag ankündigen würden, damit hätte wohl keiner gerechnet.

Als Thessa und ihre Eltern das Missgeschick bemerkten, wurde die bevorstehende Party natürlich sofort abgesagt. Jedoch hinderte dies viele Facebook-User trotzdem nicht daran zu kommen und so pilgerten über 1.500 Jugendliche nach Hamburg-Bramfeld, Thessas Elternhaus. Thessas Eltern hatten bereits im Vorhinein, aus Angst vor eben jenem Massenauflauf, eine private Security-Firma mit der Sicherheit von Thessa beauftragt. Darüberhinaus war die Polizei samt Reiterstaffel vor Ort, um das Geschehen zu kontrollieren. Insgesamt waren ca. 100 Einsatzkräfte beteiligt. Thessas Elternhaus wurde abgesperrt.

Die Jugendlichen feierten zunächst sehr friedlich auf der Straße vor dem Haus. Viele kamen sogar mit Geschenken, beschrifteten T-Shirts oder angefertigten Plakaten mit Glückwünschen für Thessa. Es wurde getrunken, gefeiert und sogar gesungen. Der “Thessa-Song” wurde immer wieder angestimmt: “Thessa, oh, Thessa, wir kennen uns zwar nicht. Doch uns egal, wir feiern dich und saufen uns jetzt dicht.” Leider stiegen jedoch mit anhaltendem Alkoholkonsum die Agressionen der Jugendlichen. Einige kletterten auf Garagendächer von Thessas Nachbarn, Autos und Zäune wurden beschädigt, zahlreiche Objekte brannten und der Bramfelder See war wiederholt Ziel von urinierenden Jugendlichen. In Folge von Körperverletzung, Sachbeschädigung und Widerstand gegen die Polizei wurden schließlich 11 Feiernde festgenommen.

Thessa lies sich übrigens erwartungsgemäß nicht blicken. Thessa war laut Aussage eines Freundes die ganze Zeit bei ihrer Oma und ihrem Opa gewesen.

Dass das Internet einen immer größeren Platz in unserem Alltag einnimmt und andere Medien langsam in seinen Schatten stellt, sehen wir nicht erst anhand dieses Beispiels. Deshalb ist es auch sehr wichtig auf diesem Bereich Forschung zu betreiben, um Aufschluss über die
Eigenarten des Internets zu erhalten. Im Zusammenhang mit dem gezeigten Beispiels könnten mögliche Forschungsfragen folgendermaßen aussehen: Welche Folgen hat das Medium Internet für ihre Nutzer? Wie wird das Leben von Nutzern von “Social Communities” beeinflusst? Welche Gefahren sind mit dem Medium Internet verbunden? Was macht Facebook so besonders?

Die Antworten auf diese Fragen könnten helfen sich im Internet besser zurecht zu finden. Um derlei Fragen beantworten zu können, bedarf es Forschung auf der Produktion-, Produkt- und Rezeptionsebene. Quantitative und qualitative Daten sind gleichsam von Interesse. Mögliche Vorgehensweisen wären Rezipienteninterviews, Fragebögen, teilnehmende Beobachtungen, Dialog-, Inhalts-, Diskurs-, Text-, Sprach-, Form- u. Layoutanalysen. Aufgrund des erst jungen Alters des Internets, speziell der ”Social Communities”, sind viele Fragen noch offen und deswegen gibt es zahlreiche Möglichkeiten neue Erkenntnisse zu diesem Thema beizusteuern.

Quellen:

http://www.welt.de/vermischtes/article13412347/Thessa-Facebook-Nutzer-rocken-und-randalieren.html
(07.06.2011)

http://www.bild.de/news/inland/facebook/anzeige-nach-randale-18234500.bild.html
(07.06.2011)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Guttenplag-Wiki für den Grimme Online Preis nominiert

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Es ist eines der meist diskutierten Internetangebote in den letzten Monaten und man ist sich sicher, dass es einen wesentlichen Einfluss auf den Rücktritt des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg hatte.

Auf der Mitmach-Plattform “Wikia” wurde kurz nach der Bekanntgabe des Plagiatsvorwurfs gegen zu Guttenberg das Guttenplag-Wiki ins Leben gerufen, um in einem Gemeinschaftsprojekt von Internetnutzern die abgeschriebenen, jedoch ungekennzeichneten Passagen herauszusuchen. Mehr als 1000 Freiwillige beteiligten sich an der Dokumentation und erregten mit ihrer Arbeit großes Aufsehen. Aufgrund des erheblichen Engagements wurden schon innerhalb von zwei Tagen 238 von 407 Seiten gemeldet, welche auf Plagiate überprüft wurden.

Für dessen Aufklärungsarbeit wurde das Guttenplag-Wiki in der Kategorie „Spezial“ nun für den begehrten Grimme Online Preis nominiert, welcher qualitativ herausragende Internetangebote ehrt.

„Ihre Leistung führte letztendlich nicht nur zum Rücktritt des Ministers, sondern fachte eine gesellschaftliche Diskussion über Ethik, Moral und Verantwortung an.“

Mit dieser Begründung erklärte die Nominierungskommission ihre Entscheidung.

Das Guttenplag-Wiki ist eines der 26 nominierten Angebote aus denen in der Endrunde acht Preisträger hervor gehen. Diese werden am 22. Juni 2011 bei der Verleihung in Köln offiziell gewürdigt.

Aus medienwissenschaftlicher Sichtweise wäre nun interessant, inwiefern die nach und nach zusammen getragenen Erkenntnisse des Guttenplag-Wikis die journalistische Berichterstattung über zu Guttenberg beeinflusst haben könnten. Hierfür wäre eine Inhaltsanalyse der Berichte und Informationen durchzuführen, welche sich mit den Plagiatsvorwürfen beschäftigten und sich auf die Inhalte des Guttenplag-Wikis bezogen. Diese würden Aufschluss darüber geben, in welche Richtung die neuen Erkenntnisse die Berichterstattung lenkten und ob durch die Zunahme von Plagiaten sowie deren Beweis eventuell eine bestimmte Aussage über zu Guttenberg gemacht wurde und die Berichte dadurch konkret meinungsbildend wirkten. Des Weiteren sollte man berücksichtigen, ob und wie sich die Berichterstattung verändert hat, als die Arbeit und die Informationen des Guttenplag-Wikis bekannt wurden. Dies wäre anhand von Vergleichen der Nachrichten, vor der Gründung des Guttenplag-Wikis sowie danach festzumachen.

Zusätzlich sollte anhand einer Befragung der Rezipienten festgestellt werden, wie die Berichterstattung aufgenommen wurde; ob gegebenenfalls Veränderungen aufgefallen sind und ob sich dadurch auch die eigene Meinung bzgl. der Thematik verändert hat.

Da dieses Angebot ganz neue Möglichkeiten zur Aufklärung und Herstellung von Ordnung und Transparenz geschaffen hat, kann man sich fragen, welche Entwicklungen in Zukunft zu beobachten sind. Letztendlich verdeutlicht es einmal mehr wie vielfältig und dynamisch das Internet und wie “gläsern“ die Gesellschaft heutzutage ist.

Quellen:

http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki

http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=7

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,746582,00.html

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,761932,00.html

http://www.focus.de/digital/internet/grimme-online-award-2011-nominierung-fuer-das-guttenplag-wiki_aid_625745.html

Design übersetzt und angepasst von Christian Moeris, Christian Lehberger & Linda Manuel. Basierend auf dem Theme GlossyBlue von N.Design Studio.
Bild Radioskala: © Jürgen Acker / PIXELIO