Internetlügen – Die Wahrheit hinter so genannten Fakten

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Pro Jahr schluckt ein Mensch statistisch gesehen acht Spinnen – während er schläft. Das zumindest behauptete 1993 die Journalistin Lisa Holst. Hinterfragt hat das Ganze niemand – die Meldung verbreitete sich rasend schnell übers Internet.

 

Menschen schlucken Spinnen im Schlaf – die wohl größte Internetlüge. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir während unseres gesamten Lebens auch nur eine Spinne verschlucken, geht gegen null Prozent. Medienwissenschaftler sprechen in so einem Fall von einem Hoax –einer Falschmeldung, die von vielen für wahr gehalten und durch Zeitschriften, Emails oder soziale Netzwerke verbreitet wird.

Die Journalistin Lisa Holst brachte 1993 die Spinnen-Mär auf. Sie war Teil einer Liste mit angeblichen Fakten, die sie per E-Mail verschickte und die sich anschließend rasend schnell Netz verbreiteten. Unreflektiert, nie hinterfragt. Einen Scherz wollte sich Holst allerdings nicht erlauben. Hinter dem Spinnenmythos steckte ein soziales Experiment, um zu beweisen wie schnell sich falsche Informationen im Internet verbreiten. Holst behielt mit ihrer Annahme Recht, dass sich auch falsche Information ungehindert im weltweiten Netz verewigen.

Neben dem Spinnen Mythos existiert eine weitere große Internetlüge: der so genannte Bicholim-Konflikt zwischen der einstigen Kolonialmacht Portugal und dem indischen Reich der Marathen. Nie gehört? Kein Wunder, der Krieg hat nie stattgefunden. Stattdessen bemüßigte sich ein schreibgewandter Autor auf der Online-Enzyklopädie Wikipedia, 4.500 Wörter über einen „Bicholim-Konflikt“ zu veröffentlichen, den es so nie gab. Damit nicht genug – der Autor, dessen Intention bis heute im Verborgenen liegt, sorgte dafür, dass die Phantastereien fünf Jahre lang auf der Plattform zu lesen waren. „Fiktiver Krieg“ – so wird das Ereignis heute nur noch verschämt betitelt.

 

Spinnen im Mund und ein Krieg, den es nie gab – zwei Paradebeispiele für die wohl größte Gefahr, die das Zeitalter des Internets birgt. Behauptungen ersetzen allzu leicht Informationen und man muss lernen sich vor Fehlinformation zu schützen, indem man unterscheidet was man intuitiv für wahr und was für falsch halten soll, und man muss überprüfen ob die Informationsquelle vertrauenswürdig erscheint oder nicht. Einfach mal hinterfragen was im Internet steht und bloß nicht alles glauben.

 

ALLES sehen, ALLES teilen, ALLES wissen – das nun auch in Echtzeit

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“Facebook Live”, dass wird neuen Schwung und noch mehr Leben auf die blau-weißen, virtuellen Seiten bringen, verspricht sich Gründer Mark Zuckerberg von seiner neuen App. Mit dieser können Mitglieder der Onlinecommunity mit ihrem Smartphone einen Livestream teilen und auch für die Nachwelt festhalten.
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Facebook ist nicht nur ein Konzerngigant der Neuzeit, nein das Netzwerk hat sich mittlerweile auch stark in das soziale Gefüge unserer Gesellschaft eingewebt. Dies zeigt sich unter Anderem in sofern, dass 1.788 Millionen Menschen täglich die Seite weltweit aufsuchen und davon sind 21 Millionen Deutsche. Je mehr treue “User” existieren, desto stärker muss sich der Betreiber der Website Regularien überlegen, damit die Sicherheit für den Nutzer weiterhin gewährleistet werden kann (sofern man den momentanen Zustand auf den Seiten als sicher bezeichnen darf).

Stillstand darf sich jedoch niemand erlauben.Den kontinuierlich wachsenden Markt könnte man schon fast mit Darwins “Survival of the Fittest“ beschreiben, denn nur die Starken und die die sich stets neu erfinden, können im “Socialmediajungle” überleben.

Doch was es für Konsequenzen nach sich ziehen kann, wenn die 1,04Milliarden täglichen Nutzer 24/7 die Möglichkeit haben, ungefiltert aus ihrem Leben in Echtzeit in das World Wide Web zu streamen, zeigte sich nicht zuletzt durch den Vorfall am 13.06.2016. Dort wurden die, die zur rechten Zeit, den rechten Klick getätigt hatten, Teil eines absurden Szenarios, welches sich im Pariser Vorort Magnanville abspielte.

Der Täter namens Abballa filmte sich mit seinem Handy, nachdem er in die Wohnung eines Polizisten eingedrungen war und den Polizisten sowie seine Frau ermordet hatte. Die Frage, was er nur jetzt mit dem Sohn anstellen solle, fragte er sein Publikum, welches dank live Übertragung Teil des schrecklichen Geschehens wurde.

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Natürlich wurde das Video mittlerweile gelöscht und noch mehr Mitarbeiter darauf angesetzt die Lifestreams zu kontrollieren. Dennoch bleibt es weiterhin unmöglich jedes Foto, jeden Kommentar und nun auch noch jeden Stream so zu filtern, dass es nicht noch einmal zu so einem Vorfall kommen kann.

Facebook promotet die neue Applikation der Website stets weiter und investiert in Werbepartner, die die Erweiterung des Mediums der breiten Massen schmackhaft machen sollen.

Ob wir bald dem alten Klassenkameraden live bei seinem Dinner am Strand von Brisbane, der Cousine dritten Grades bei ihrem Bootsausflug in der Karibik oder dem alten Chef bei seinem Familien Picknick im Harz zugucken dürfen, wird sich wohl mit der Zeit zeigen.Ob man das wirklich braucht und möchte, ist eine andere Frage.

Zu hoffen ist nur, dass Attentäter wie Abballa durch “Facebook Live” keine neue Bühne für ihre kriminellen und brutalen Machenschaften gefunden haben.

 

Diona Bathily

 

Quellen

Die ersten offiziellen Facebook-Nutzerzahlen für das Jahr 2016

Offizielle Facebook Nutzerzahlen für Deutschland (Stand: Februar 2016)

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/facebook-livevideo-von-anschlag-in-frankreich-machtlos-gegen-gewalt-a-1097727.html

http://www.rp-online.de/digitales/smartphones/streaming-funktion-facebook-live-fuer-alle-user-freigeschaltet-aid-1.5883980

http://pixel.nymag.com/imgs/daily/following/2016/04/06/06-facebook-live-2.w600.h315.2x.jpg

http://behindthelenscap.nl/wp-content/uploads/2016/06/facebook-live-logo2-1920.jpg

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Legales oder illegales Streaming – Darf ich meinen Netflix Account teilen?

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Für Film- und Serienbegeisterte in Deutschland und in 190 weiteren Ländern ist der amerikanische Video-on-Demand Anbieter Netflix einer der ersten Anlaufstellen, wenn es um das legale Online-Streaming geht. Mit seiner monatlichen Kündigungsfrist und der Möglichkeit auf 4 verschiedenen Geräten gleichzeitig zu schauen, ist es Netflix gelungen über 80 Millionen Abonnenten weltweit zu gewinnen. Besonders die Möglichkeit des gleichzeitig Schauens nutzen viele junge Menschen, um Geld zu sparen und sich einen Account zu teilen. Ob das sogenannte Account-Sharing in Deutschland jedoch legal ist oder nicht, ist auch heute noch nicht eindeutig geklärt.

Netflix bietet seinen Kunden die Möglichkeit unterschiedliche Abonnements abzuschließen. Es wird zwischen Basis, Standard und Premium unterschieden. Bei einem Premium Abonnement hat der Kunde die Möglichkeit auf vier Geräten gleichzeitig Filme und Serien zu schauen. Auch Netflix selbst bewirbt das Premium Abonnement damit, dass Familien den Account innerhalb eines Haushalts teilen können. Somit gibt es kein Verbot für das Teilen eines Accounts. Im Gegenteil, durch die Möglichkeit vier unterschiedliche Benutzer einrichten zu können wird das Account-Sharing sogar noch benutzerfreundlicher gestaltet.

In den Allgemeinen Nutzungsbedingungen ist jedoch der Hinweis gegeben: „Um die Kontrolle über das Konto zu bewahren und den Zugriff durch Unbefugte zu vermeiden […], sollte der Kontoinhaber das Passwort oder die Angaben zur gewählten Zahlungsmethode […] nicht mit Dritten teilen.“, was jedoch ein unvermeidliches Muss beim Account-Sharing ist, da es nur einen Benutzernamen und ein Passwort gibt. Hier ist deutlich zu erkennen, dass das Teilen des Accounts nicht im Sinne des Erfinders ist.

Ein direktes Verbot ist jedoch in den Allgemeinen Nutzungsbedingungen nicht zu finden, da der Kunde lediglich darauf hingewiesen wird, dass er seine Zugangsdaten nicht weitergeben soll, um die exklusive Kontrolle zu behalten, erklärt Rechtsanwalt Christian Solmecke. So befinden sich die Netflix Nutzer, die sich einen Account teilen, in einer „Grauzone“, da weder ein eindeutiges Verbot noch eine direkte Erlaubnis des Account-Sharing ausgesprochen ist.

 

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Youtube und die Gema geben sich die Hand

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Es ist dieser eine Song aus dem Radio den man im Auto immer wieder laut  mitsingen muss. Zuhause angekommen soll es via den Videoprovider YouTube mit den Gesangseinlagen weiter gehen.

Gema-Sperrtafel

Die ehemalige Sperrtafel hält User davon ab, sich bestimmte Musiktitel anzuhören.

Doch dann: „Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar (…)“, erklärt ein roter Emoji und bremst das Hörvergnügen meist aus.

Jahrelang verursachte der Streit zwischen Gema und YouTube  Zähneknirschen bei Musikliebhabern und Musikschaffenden. Doch seit dem 1. November diesen Jahres ist damit Schluss, denn YouTube und die Gema gaben sich nach sieben Jahren des Rechtstreites die Hand.

Doch worüber stritten die jetzigen Vertragspartner so lange und was ändert sich für Nutzer nach der plötzlichen Einigung?

Als Vertretungsgesellschaft kümmert sich die Gema seit der Gründung 1903 um den „Schutz des Urhebers und die Wahrnehmung seiner Rechte“. Über die Gema erhalten Musiker für die Nutzung ihrer Songs Geld. Wer also durch die Gema geschützte Musiktitel öffentlich abspielen will (z.B.: Fernsehen, Radio oder Konzertveranstalter) muss die Gema bezahlen.
Als wahrscheinlich bekannteste Video-Plattform veröffentlicht YouTube auch Musik, wehrte sich aber gegen das vorgeschlagene Konzept der Mindestvergütung.

Begründung: YouTube sei kein „Content Provider“, also kein Streaming-Dienst.
In einem Interview für irights.info bekräftigte Mounira Latrache, Pressesprecherin von YouTube Deutschland 2012: „YouTube ist eine Hosting-Plattform“ und sei somit nicht verantwortlich für die hochgeladenen Inhalte. Auch die Klage der Gema gegen YouTube für eine Mindestvergütung der Künstler in Höhe von 0,375 Cent pro Klick scheiterte.

YouTube/ Gema

Symbolisch für die Freigagbe vieler Videos, lacht der ehemals missmutig wirkende Emoji nun.

Schluss endlich gab es Anfang des Monats doch eine Einigung.
Über genauere Details der Lizenzvereinbarung ist bisher noch nichts bekannt. Die Vertragsvereinbarung  sei ein Meilenstein, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung seitens des Pressesprechers der Gema, Harald Heker.

Ab sofort erscheinen auf YouTube fast keine Sperrtafeln mehr, wenn man sich als Nutzer ein Video mit von der Gema geschützter Musik ansehen will. Viele gesperrte Musikvideos sind nun freigeschaltet und Musiker werden am Erlös der Gewinne über YouTube beteiligt. Sie scheinen erleichtert, denn die Plattform dient vor allem als großes Verbreitungsmedium ihrer Musik. So twittert Sänger Andreas Bourani beispielsweise: „(…)Endlich!“ und wirkt wie viele YouTube Nutzer in diesen Tagen, erleichtert über das Ende des Streits und der vielen gesperrten Videos.      Fotos: blog.zeit.de / spiegel.de

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Trump und die Suche nach Musik

geschrieben von in Internet, Internet und Politik, Medien und Politik, Medienkritik1 Kommentar »

Für einen populistischen Wahlkamp, wie ihn Donald Trump in den USA führt, bräuchte es eigentlich auch die passende, fesselnde und „populäre“ Musik. Jedoch sträuben sich bekannte Musiker, dessen Songs ungefragt bei Wahlkampfveranstaltungen benutzt wurden, dies zuzulassen. Merkwürdig, dabei würden sie doch einen, so auf dem Boden gebliebenen, rechtspopulistischen Rassisten unterstützen, wer will das denn nicht? Viele.

Den Anfang machte Neil Young, welcher die große Ehre hatte mit seinem Song „Rockin’ in the free world“ Donald Trumps Kandidatur einzuleiten. Jedoch ohne Erlaubnis, teilte Youngs-Managment mit. Zu diesem Zeitpunkt konnte man noch denken/hoffen, dass die Kandidatur nur ein schlechter Scherz ist, aber es ging weiter auch musikalisch. Der bekennende Republikaner Steven Tyler von Aerosmith will nicht mit dem Wahlkampf in Verbindung gebracht werden und wehrt sich gegen die Nutzung seines Songs ,,Dream on“. So auch R.E.M., AdeleElton John und die Rolling Stones.

Das Gute für Trump ist wohl, dass es genug Hits gibt, die wenigstens einmal bei seinen Veranstaltungen gespielt werden können. Zudem mediales Aufsehen, durch unerlaubtes Benutzen von bekannten Lieder, ist trotzdem mediales Aufsehen! Aber vielleicht dürfen wir uns auch weiterhin auf Auftritt von den USA Freedom Kids freuen, welche Songs extra für Donald Trump singen und bei gleichbleibender Qualität wohl eine „Viral-Garantie“ haben.

In diesem Sinne: USA, USA, USA

 

Big Brother is watching you

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Zukunft des Internet1 Kommentar »

„Alles was wir [über die Welt] wissen, wissen wir durch die Massenmedien.“ – Luhmann

Ausgehend von diesem Zitat von Luhmann muss man sich die Frage stellen: wenn wir alles über die Welt durch die Medien wissen, wissen dann nicht automatisch die Medien auch alles über uns? Wie real ist Mediale Überwachung in unserer Gesellschaft? Wie viel weiß Google und Co über uns, unsere Interessen und Freunde?

 

Zunächst ist eine Ambivalenz zwischen den guten und negativen Eigenschaften von medialer Überwachung (beispielsweise durch das Internet oder GPS) festzustellen:

Auf der einen Seite bietet uns das Internet personalisierte Werbung aufgrund dessen, was wir in der Suchmaschine Google eingeben. Durch die Daten, die die Medienrezeptionsforschung uns liefern, kann aufgezeigt werden, wo Verbesserungsbedarf besteht und somit auch Sicherheitslücken gefüllt werden. Genauso ist die Polizei anhand von Datenerhebung dazu fähig, Organisationsstrukturen aufzudecken, um somit rechtsradikale Gruppen oder organisiertes Verbrechen aufzudecken und damit eine aktive Terrorbekämpfung zu betreiben. Das Orten von Handys ist auch vor Allem für die Polizeiarbeit bei Vermissten oder bei Verbrecherfahndungen von Vorteil.

Auf der anderen Seite ist der Datenschutz massiv in Gefahr bei solchen Datenspeicherungen. Und die Datenbanken vergessen nichts. So bleibt alles, was wir heute im Internet tun, gespeichert und kann jederzeit benutzt werden. Durch das Auslesen von Daten gibt es zudem ein erhöhtes Risiko an Identitätsklau oder -missbrauch.

 

Man kann das Phänomen von Medialer Überwachung entsprechend des ‚Panoptischen Prinzips‘ sehen: Demnach ist das gleichzeitige Überwachen vieler Menschen durch einen Überwacher möglich. Als einer der Überwachten weiß man aber nie, wann und ob man überwacht wird. Jedoch bringt dieser Druck des möglichen Überwachen einen dazu, sich automatisch regel-konform zu verhalten.

Wer ein Bewusstsein geschaffen hat, dass über jeden Daten gesammelt werden im Internet – vor allem durch Google und Facebook – der wird gleichwohl dem Panoptischen Prinzip sich jeden weiteren Schritt im Onlinebereich zwei mal überlegen.

 

Was kann man dagegen tun?

Jacob Appelbaum hat in einem Interview mit der Zeit online einige Ratschläge gegeben, die die persönliche Privatsphäre schützen können. Demnach schlägt er vor, keine Smartphones mehr mit sich zu führen, da diese nicht nur Auskunft über den Standort geben können, sondern auch wie lange man für den Weg zu Uni oder Arbeit braucht, wie oft man in der Woche zur Arbeit oder Uni geht und um wie viel Uhr jeweils. Auf Basis dessen können dann auch Rückschlüsse gezogen werden mit welchem Fortbewegungsmittel man dorthin gelangt ist und ähnliches.

Nur wenn man gänzlich der ‚Ausspionage‘ der eigenen Daten entgegen wirken möchte, müsste auf viele technische Dinge verzichtet werden. Applebaum selbst hole seine Post nur an einem Postfach ab, so dass seine wahre Adresse erst mal geheim bleibe.

 

Ob wir wirklich mal in einem Überwachungsstaat, wie ihn Orwell 1948 in seiner Antiutopie „1984“ zeigt, leben werden, ist ungewiss. Jedoch sei jedem anzuraten, sich kritisch mit Themen wie Vorratsdatenspeicherung oder ständiger Standortübermittlung via Mobiltelefon auseinander zu setzen.

Das beste Album aller Zeiten ist endlich da!

geschrieben von in Allgemeines, Internet1 Kommentar »

So betitelt zumindest der bekanntlich von einem „Gottkomplex“ geplagte US-Rapper Kanye West seinen neuesten Langspieler. „The Life of Pablo“ oder kurz „T.L.O.P.“ referiert dabei aber nicht auf Pablo Picasso, wie man es vielleicht annehmen könnte, da sich Mr. West ja schon des Öfteren in seinem Größenwahn auf einer Stufe mit Persönlichkeiten wie Picasso sah. Nein, er vergleicht sich vielmehr mit Paulus, dem Apostel (Pablo ist spanisch für Paul), der uns allen aus der Bibel bekannt sein sollte. Wer jetzt denkt, sich verlesen zu haben, dem kann ich nur beanstanden, die grandiose Person des Kanye Omari West alias „Yeezy“ nicht genug zu kennen. Vor allem sein Auftritt bei Twitter ist äußerst unterhaltsam. So lässt Ye sich immer wieder provozieren, was von üblen Beleidigungen, über Lobpreisungen von seiner Person, bis hin zu völlig abstrusen Tweets reicht. Denn niemand liebt Kanye so sehr wie er sich selbst liebt.

 

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Nichtsdestotrotz ist er ein Phänomen. Seine Ehefrau Kim Kardashian West erfreut sich ebenfalls großer Popularität inmitten des sogenannten Kardashian-Jenner-Clans und ist immer für einen Skandal gut. Sei es ein Nackt-Covershooting oder die vermeintlich unfreiwillige Veröffentlichung eines Sex-Videos, die ihr 2003 erstmals Bekanntheit verschaffte. Diese nutzt sie bis heute clever, um beispielsweise die Karriere ihrer Halbschwester Kylie Jenner zu pushen, die somit bereits mit 14 Jahren als Model über den Catwalk lief und heutzutage ein gefragtes Model, It-Girl und Internet-Phänomen ist.

Kanye dagegen schafft es auf eine andere Art in aller Münder zu sein. So warteten seine Fans nun seit dem 18. Juni 2013 auf ein neues Album. In der Wartezeit konnte er ordentlich Erfolg mit seinem Modelabel und seinen selbstdesignten Schuhen, den „Yeezys“, verbuchen und somit mehr und mehr Hype generieren. In Zusammenarbeit mit ADIDAS brachte er verschiedene Ausführungen zu limitierten Stückzahlen auf den Markt, die zum Teil für über 1000$ weiterverkauft wurden. Könnte schlechter laufen für Mr. West!

Am Donnerstagabend um 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit war es dann soweit: Das Album wurde gemeinsam mit seiner neuen Modekollektion im Madison Square Garden in New York vor rund 20.000 Leuten präsentiert. Aber er wäre nicht Kanye West, wenn das Ganze nicht noch weitere Wellen schlagen würde. Überall auf der Welt waren die Kinosäle geöffnet, um das Event live zu übertragen. Auch hierzulande. Schlappe 14 Euro waren fällig für die knappen 1 1/2 Stunden, in denen Ye inmitten des Madison Square Garden sein Iphone per AUX-Kabel an eine Soundanlage anschloss und im Kreise seiner Posse sein neues Album zelebrierte. Naja, Teile davon. Zusätzlich wurde die neue Modekollektion von sichtlich gelangweilten Models, die während Kanyes vereinzelten Ansprachen und der Darbietung der (leider nur zum Teil) neuen Tracks auf einem Podest standen, „präsentiert“. Doch auch die nicht ganz so gut betuchten „Yeezy-Jünger“ kamen in den Genuss dieses Spektakels, da die Streamingplattform Tidal einen Livestream bereitstellte.

Alles in allem wirkte es ein wenig unprofessionell. Als Kanye dann auch noch ein Videospiel ankündigte, in dem man seine verstorbene Mutter durch den Himmel steuern kann, begannen die Ersten ernsthaft an seinem Verstand zu zweifeln. Doch so sind selbsternannte Genies nun mal. Bevor er sich unter teils enttäuschendem Applaus verabschiedete, gab er noch seinen größten Traum preis: Creative Director bei der Modemarke Hermès zu werden. Na, dann wünschen wir mal das Beste!

Seit Samstag, 13. Februar, ist das Album nun über Tidal erhältlich. Tidal hat sich ein exklusives einwöchiges Streamingrecht gesichert, danach wird das Album auf kanyewest.com erhältlich sein. Auf musikalischer Ebene enttäuscht das Werk aber keinesfalls. Dazu tragen unter anderem auch namhafte Featuregäste wie Rihanna oder The Weeknd bei.

Zum Schluss bleibt eigentlich nur noch eins zu sagen:

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Tierische Instagram Stars

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Heutzutage werden durch das Internet täglich neue Stars geboren. Doch jetzt werden nicht nur Menschen zum Star, auch unsere Haustiere erreichen eine nie erwartete Popularitätsrate durch soziale Netzwerke wie Instagram.

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Täglich laden Tierbesitzer Millionen Fotos von ihren Schätzen auf Instagram hoch: Beliebteste Haustiere sind hierbei unangefochten Katzen und Hunde. Mit dem Hashtag #instacat oder #petstagram werden die Fotos mit einer enormen Geschwindigkeit unter eine breite Masse von Menschen gebracht. Besitzer erstellen mittlerweile immer häufiger eigene Accounts für ihre Tiere auf sozialen Netzwerken wie Instagram, Twitter oder Facebook.

Heute haben sich wahre Internetstars entwickelt. Allen voran wurde der amerikanische Katzen-Instagram-Star Sam (Instagram: samhaseyebrows) zu einer Berühmtheit am tierischen Starhimmel. Gegründet wurde der Instagramaccount im November 2012, neun Monate nachdem die Besitzer Sam bei sich aufgenommen haben. Heute kann der Kater eine Abonnentenzahl von über 186.000 vorweisen. Sein unverkennbares Markenzeichen: Seine Augenbrauen. Diese an menschliche Augenbrauen erinnernde Fellmusterung macht Sam zu einem Star, einem Star mit dem sich Geld verdienen lässt. Mittlerweile wird er nicht mehr nur von seinen Besitzern über Instagram vermarktet, sondern  auch über einen eigenen Twitter,- und Facebookaccount.

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Über seine Webseite http://www.samhaseyebrows.nyc/ werden Fanartikel wie T-Shirts vertrieben. Seine Besitzer investieren diese Erlöse zu einem guten Zweck, sie spenden Teile des Geldes an ein Tierschutzorganisation in Brooklyn.

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Das man mit seinen Haustieren spielend leicht Geld verdienen kann, zeigt auch das wohl bekannteste Beispiel von Grumpy Cat. Die immer „grumpy“ schauende Katze wurde während der letzten paar Jahre zu einem wahren Internetstar. Heute hat Grumpycat über 1,2 Millionen Abonnenten auf Instagram und eine eigene Wachsfigur im Madame Tussauds. Die Besitzer sind mittlerweile Multimillionäre.

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Bildquellen:

http://meowquarterly.com/wp-content/uploads/2015/04/SamHasEyebrows-52.jpg

https://www.instagram.com/realgrumpycat/

https://www.instagram.com/samhaseyebrows/?hl=de

http://samhaseyebrows.spreadshirt.com/customize/noCache/1

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Das Leben der YouTuber – Mehr Schein als Sein?

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Bibi und Sami Slimani
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YouTube ist nicht mehr lediglich eine nebenberufliche Unterhaltungsplattform, sondern ist zum Vollzeitberuf vieler junger Menschen geworden. Viele YouTuber stellen sich in ihren Videos stets als glückliche, zufriedene und ausgeglichene Menschen dar. Sie zeigen ihren Alltag, geben Tipps für jede Lebenslage und versuchen ihr gezeigtes Lebensgefühl an ihre Zuschauer weiterzugeben. Aber ist es überhaupt möglich, ein Leben zu führen, wie es einige YouTube Persönlichkeiten vorgeben? Oder steckt dahinter mehr Schein als Realität, denn ein Video zeigt lediglich einige Minuten aus dem Leben dieser Menschen. Sie sagen schließlich selbst, dass sie ihre Videos aufwendig aufbereiten. Ist dies bereits eine Andeutung einer Inszenierung?

Einige Zuschauer versuchen diese gezeigte Lebenseinstellung zu übernehmen, was einige Selbstversuche zeigen. Hierbei ist fraglich, ob ein durchschnittlicher berufstätiger Mensch allerdings ausreichend Zeit und Durchhaltevermögen besitzt, sich in dem Ausmaß wie beispielsweise Sami Slimani oder Bianca Heinicke („Bibi“), beide deutschlandweit sehr erfolgreiche YouTuber, gleichzeitig um Aussehen, Kleidung und gesunde Ernährung zu kümmern. Ob bloße Worte tatsächlich ausreichen, um eine Lebenseinstellung zu ändern, ist vermutlich von der Person und ihren jeweiligen Prioritäten abhängig und eventuell auch von dem Faktor, inwiefern die YouTuber für diese Person als eine Art Vorbild fungieren.
http://www.vice.com/de/read/ich-habe-versucht-eine-woche-nach-dem-slimani-prinzip-zu-leben-212?utm_source=vicefbde&utm_medium=bild

Doch wirkt manches in einigen Videos etwas überspitzt dargestellt, weshalb viele dieser Videos auch parodiert werden. Kritisiert wird an den YouTubern zumeist, dass YouTube kein ernstzunehmender Beruf sei, sie lediglich Geld durch ihre Zuschauer machen wollen und Kooperationen mit Firmen abschließen, um einerseits daran zu verdienen und andererseits kostenlos Produkte gestellt zu bekommen und diese dann ihren Zuschauern in positiver Weise präsentieren, sodass die Zuschauer zu künftigen Käufern dieser Produkte werden.
https://www.vice.com/de/read/ich-habe-fuer-einen-tag-wie-deutschlands-erfolgreichste-youtuberin-bibis-beautypalace-gelebt-um-herauszufinden-welches-leben-beschissener-ist-ihres-oder-meins-629?utm_source=vicefbde&utm_medium=link

YouTuber selbst leugnen dies und betonen immer wieder den Spaß daran, Videos zu produzieren und geben sich dankbar für das, was YouTube ihnen an Möglichkeiten eröffnet hat, denn schließlich besitzt Bibi ihre eigene Marke „Bilou“ und Sami Slimani „Maison Slimani“. Wohlmöglich sollen die produzierten Videos der Motivation eines jeden Zuschauers dienen. Ob die Videos jedoch immer und in allen Fällen die realitätsgetreue Einstellung der YouTuber zeigt, ist dennoch fraglich. Spannend bleibt jedoch, wie sich die Entwicklung YouTubes weiter fortsetzen wird und ob diese noch jungen YouTuber auch in 20 Jahren weiterhin ihren Alltag präsentieren wollen und präsentieren werden.

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Erste deutsche Amazon Serie mit Matthias Schweighöfer

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Amazon startet 2017 mit „Wanted“ die erste eigenproduzierte deutsche Serie.  Matthias Schweighöfer spielt die Hauptrolle und führt gleichzeitig Regie/produziert.

In „Wanted“ geht es um Lukas Franke, der Opfer eines mysteriösen Hacker-Angriffs wird. Dadurch findet er sich im Zentrum von Ereignissen wieder, die sein privates Glück und seinen beruflichen Erfolg in Gefahr bringen

Das Projekt „würde mit einem Fernsehsender einfach nicht funktionieren“, sagt Schweighöfer. „Weil es auch ein sehr harter Stoff ist.'“ Das dürfe nicht von einem Redakteur redaktionell beschnitten werden. „Es wird definitiv mehr US-Thriller als Tatort“.

Damit kommt Amazon dem großen Konkurrenten Netflix zuvor, der seit dem Deutschlandstart 2014 von Plänen einer deutsche Serie spricht. „Wir sehen uns nach einer Sendung um, haben aber noch nicht das Richtige gefunden“, sagte Netflix-Chef Reed Hastings noch im Januar.

In den letzten Jahren kamen von den Streamingdiensten immer mehr Eigenproduktionen. Anfangs bedienten sie sich bei bereits vorhandenen Inhalten von TV-Sendern und wirkten entsprechend austauschbar. Inzwischen aber setzen Amazon und Netflix vermehrt auf exklusive Inhalte, die nur bei ihnen zu sehen sind. So wollen sie sich von einander abheben und die Abo-Gebühr rechtfertigen.

Mittlerweile sind die Eigenproduktion von Amazon und Netflix eine ernsthafte Konkurrenz zum Fernsehen geworden. Allein Netflix will dieses Jahr 31 Eigenproduktion filmen. Es wechseln sogar schon viele vom Kabelanbieter zur exklusiven Streamingnutzung, allein in Amerika haben letztes Jahr 1,3 Millionen Menschen ihren Kabelvertrag gekündigt um auf Streamingdienste umzusteigen. Auch qualitativ brauchen sich diese Produktionen nicht zu verstecken. Amazons „Transparent“ – die Geschichte eines Familienvaters, der sich als transsexuell outet – gewann als erste Produktion eines Streaming-Anbieters einen Golden Globe für die beste Serie.

Ein weiterer Vorteil der Streamingdienste ist die genaue Möglichkeit den Erfolg einer Serie zu messen. Wo sich TV-Sender auf Quoten, Zielgruppen-Forschung und Umfragen verlassen müssen, haben Amazon und Netflix den direkten Einblick ins Nutzerverhalten. „Wir wissen, wie oft welche Folge angesehen wurde, wann man wegschaltet, an welchem Punkt die Leute eine Serie aufgeben oder sich nicht mehr von ihr lösen können“, sagt Netflix-Produktchef Neil Hunt. Die Daten-Analyse werde neben dem unverzichtbaren Bauchgefühl auch bei Produktions-Entscheidungen berücksichtigt. „Wir sehen sofort, ob etwas erfolgreich ist“, sagt auch der Deutschland-Chef von Amazon Video, Christoph Schneider.

„Wanted“ soll ab 2017 bei Amazon zu sehen sein. Im Mai soll mit den Dreharbeiten begonnen werden, diese sollen vor allem in Berlin, München und New York stattfinden. Obwohl die Handlung der ersten Staffel abgeschlossen sein werde, sei auch eine Fortsetzung möglich. Amazon will die Serie zudem in anderen Ländern zeigen, sagte der Deutschland-Chef von Amazon Video, Christoph Schneider. „Ich glaube, dass Wanted durchaus auch international erfolgreich sein kann.“

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YouTuber wegen Volksverhetzung verurteilt

geschrieben von in Internet, Internet und Politik, Medien und Politik1 Kommentar »

Julien ist ein bekannter YouTuber aus Deutschland mit knapp 1,3 Millionen Abonnenten auf YouTube (JuliensBlog).
Auf seinem Kanal setzt sich der 27-Jährige unter anderem mit der Gesellschaft und den Massenmedien auseinander. Seine Äußerungen zu bestimmten Themen sind des Öfteren beleidigend und eher unprofessionell formuliert. Seine Art in den Videos aufzutreten wird von Kritikern als hetzend und desinformierend beschrieben.

Aufgrund eines im Mai des vergangenen Jahres veröffentlichten Videos musste der YouTuber nun wegen Volksverhetzung vor Gericht. In seinem Video „JuliensBlog #21 – GDL (Bahnstreik)“ äußert sich Julien sehr negativ und beleidigend zu diesem Thema. In dem knapp 5 minütigen Video beleidigt er die Lokführer und ärgert sich über dessen Forderungen an den Arbeitgeber. Eine bestimmte Aussage jedoch, führte am vergangenen Mittwoch nun zu einem Urteil des Gerichts, indem beschlossen wurde, dass der 27-Jährige für 8 Monate auf Bewährung und 15.000€ Geldstrafe verurteilt wird. Im oben genannten Video sagt der YouTuber folgendes:

„Vergasen sollte man diese Mistviecher. Wisst ihr noch, wie die Juden mit Zügen nach Auschwitz transportiert wurden? Man sollte die Zugführer alle dahin bringen. Ich fahre den Zug, und zwar umsonst.“

Scheinbar sollte diese Aussage mehr Klicks und damit verbunden auch mehr Einnahmen auf YouTube generieren. Doch sie führte dazu, dass das Video, nachdem es knapp 800.000 Klicks erhalten hatte, von YouTube gesperrt wurde. Vor Gericht versucht Julien mit Hilfe seines Anwalts zu erklären, dass es nur ein Witz war. Jedoch sah das Gericht dies ganz anders. Die Verharmlosung von NS-Verbrechen als Volksverhetzung steht nämlich im Paragraf 130, Absatz 3 des Strafgesetzbuchs unter Strafe.

§ 130 Absatz 3 StGB:

„Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.“

Ob diese Strafe nun gerecht ist oder nicht, darüber wird sich momentan auf Twitter und auf anderen sozialen Netzwerken gestritten. Der Hashtag #juliensblog ist bereits seit 17 Stunden in den Twitter-Trends. (Stand: 12.02.2016, 17:10 Uhr)

 

Quellen:
• http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Westerkappeln/2271016-Youtube-Star-Julien-verurteilt-Volksverhetzung-statt-Videokunst
• https://de.wikipedia.org/wiki/Julien_Sewering

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Die ‚Bling Ring Teenies‘ auf Tumblr

geschrieben von in Internet1 Kommentar »

Gruppen gelangweilter, amerikanischer Teenager streifen durch die schrill, funkelnden Geschäfte in ihren heimatlichen Shoppingmalls, um anschließend selbstbewusste Aussagen in ihre Tumblr Blogs zu tippen, wie es zum Beispiel luxsteals regelmäßig macht:

“Leute denken Ladendiebstahl wäre das ultimative Verbrechen und überhaupt das Schlimmste was man machen kann. Drogen nehmen ist auch illegal […] und trotzdem ist es überall auf Tumblr und niemand sagt da was. Ich will ja nur sagen, dass wenn ich mal eine Hose für 40$ mitgehen lasse, das keiner mit Drogen nehmen oder Leute vergewaltigen vergleichen kann.“

Unter ominösen Benutzernamen wie “liftingcuteshit“, “toocutetopay“ oder “mrsliftsalot“ scheint sich eine eigene Online-Community verbündet zu haben. Ihre Interessen sind breit gefächert, so werden, neben kleineren Diebstählen von Shampoo bis Nagellack bei Bath & Body Works bis hin zu, mit Strass verzierten, Victoria’s Secret Pyjamas und Unterwäsche, alle Geschäfte abgeklappert.

Auf ihren Blogs posten sie anschließend Beweismaterial in Form von Haul Fotos, auf denen sie ihre neu eingesteckte Ware gezielt präsentieren. “Ein zurückhaltendes Setting für die Fotos zu schaffen sei schwerer, als die Sachen letzendlich zu klauen“, so smokeyandthebandit.

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Diese Fotos sind für viele eine Art Wettbewerb um sich und seine Erfolge gezielt darzustellen.

Eine weitere Dokumentation erfolgt durch das Posten von Bilanzen. Viele scheinen ihr Verhalten gutheißen zu wollen, indem sie sich als Sparfüchse darstellen und stolz verkünden wie viel sie im Laufe ihrer ‚Shoplifterkarriere‘ sparen konnten.

Wie das Zitat am Anfang bereits zeigt, viele der Teenager sind sich dem Ausmaß der Illegalität ihres Hobbies nicht im Klaren. Die meisten von ihnen sind mit unter 21 Jahren womöglich auch noch viel zu jung um sich über die eigentliche Wahrheit, hinter ihren perfekt konstruierten Profilen, Gedanken zu machen.

Als im Jahre 2014 ein Tumblr, der mittlerwile deaktiviert ist, das Phänomen der klauenden Teenager, durch das Veröffentlichen einer Liste mit sämtlichen Blogtiteln, veröffentlicht, trifft dies die Community stark. Schnell wurde befürchtet, dass sie durch Tumblr gesperrt und zur Rechenschaft gezwungen würden. Somit gaben viele eine Art Disclaimer vor, in denen sie lauthals verkündeten, alle dargestellten Diebstähle seien rein fiktiv und bloß Teil eines Rollenspiels.

Dennoch verbot Tumblr einige Blogs und viele der User tauchten unter.

Ein regelrechter Hype brach innerhalb ihrer Community aus, sie wurden zum Bling Ring Tumblrs. Angelehnt war dieser Begriff an Sofia Copollas Film, der sich mit der klauenden Teenagergruppe die in Promi-Villen einbrachen, beschäftigte.

Viele der User fühlten sich geehrt und feierten die Anlehnung an diesen Filmklassiker. Von Einsicht war und ist nach wie vor keine Spur.

Die Jugendlichen finden Akzeptanz und Rat innerhalb ihrer Community und können offen und ehrlich über ihre Probleme, auch abseits von Shoppingmalls, schreiben.

Wie in allen Online-Communities ist der Wunsch nach Zugehörigkeit und Anerkennung ein treibender Beweggrund für viele der Kleinkriminellen.

Durch das Internet werden vielen Jugendlichen gewisse Standards vorgelebt und teilweise ein klarer Fokus auf Materialität gesetzt. So haben viele falsche Vorstellungen und gehen davon aus, um mit anderen mithalten zu können, müssten sie stets die neueste Kleidung zum passenden Lippenstift tragen.

Die Bling Ring Tumblr Community wird dank vieler Schlupflöcher trotz vereinzelter Verbote wachsen und weiter munter von ihren neu ergrabschten Duschgels, Seifen oder Handtaschen berichten.

 

Bildquellen:

http://liftingthelittlethings.tumblr.com/

http://shoplifterbabe.tumblr.com/post/125537407014/my-friend-beeped

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„Facebookseite“ Arschlochpferd-Alleine unter Reiter

geschrieben von in Allgemeines, Internet1 Kommentar »

Stöbert man durch Facebook, findet man so ziemlich zu jedem gewöhnlichen und ungewöhnlichen Thema eine Seite. Sei es nun die Fanseite eines Fußballclubs, einer bekannten Kosmetikmarke oder die eines Hobbykoches, die dazu einlädt die gezeigten Rezepte nachzukochen.
Jede Seite versucht durch verschiedene Methoden, sei es nun Gewinnspiele, Videos oder Beiträge ihre „Fans“ zu unterhalten und vor allem neue potentielle „Liker“ für sich zu gewinnen.
Die Seiten bekannter Namen, müssen sich darum nicht sorgen, denn sie sind schon bekannt, durch Werbung in Fernseh, Print oder Internet.
Es sind die Unbekannten, die arbeiten müssen damit ihre Seiten Anerkennung bekommen.

Nun sticht der Name der Seite „Arschlochpferd-Allein unter Reiter“ auf jeden Fall heraus und man wirft ein Blick auf diese ungewöhnliche Seite.
Titelbild wie Profilbild zeigen dasselbe Pferd auf verschiedenen Fotos, sowie 286 „Chronikfotos“, jedes enthält einen Beitrag zur Reiterwelt, mal lang mal kurz, mal kritisch mal ironisch, thematisch verschieden und breitgefächert.
Man wird von dem angenehmen Schreibstil der Inhaberin gepackt und liest sich durch die Seite.

Folgende Fragen zu ihrer Seite und ihrem Erfolg hat die Inhaberin mir beantwortet.

Wie lange haben sie die Seite schon? Wie sind sie auf die Idee gekommen so über die Reiterwelt zu schreiben?
Die Seite existiert sein Juni 2015, also noch gar nicht so lang. Ich schreibe gerne, da ich ja eigentlich Autorin bin und hab mir gedacht, ich könnte auch mal über Pferde schreiben. Allerdings so, dass es auch Spaß macht, ich finde Romane über Pferde fast immer langweilig, weil sie so unrealistisch sind.

Wieso Arschlochpferd?
Weil mich diese Schmusenamen so nerven. Herzi, das liebste Pony der Welt. Schmusi, mein Seelenpferd. Die heißen alle gleich und sind alle langweilig. Da habe ich aus Spaß in einer Gruppe gesagt: Dann mache ich halt eine Seite, die heißt Arschlochpferd.

Ihre Beiträge sind oft sehr kritisch und sarkastisch. Wie sind die Reaktionen ihrer Leser?
Überwiegend auf jeden Fall positiv. Aber natürlich gibt es auch negative Stimmen, die kann man in der Regel auch auf der Seite lesen, weil ich sie nicht lösche (es sei denn, die negativen Stimmen greifen irgendwelche User an, das mag ich nicht). Aber da mache ich mir nichts draus, man kann nicht jedem gefallen.

Haben sie schon Anfeindungen wegen ihrer Beiträge gekommen?
Und ob, ja. Man drohte mir, mich anzuzeigen, mir das Pferd zu entziehen, denn es weiß ja jeder, dass das wie beim Jugendamt funktioniert … habe aber immer noch das Sorgerecht. Ach, da war schon fast alles dabei. Ich bin neidisch, blöd, blind, was auch immer. Aber ich lache darüber und mache daraus noch einen schönen Post, damit die anderen auch was zu lachen haben
Hierzu ein Beispiel der Artikel mit dem Namen: Der Troll-Ein Arschlochpferdmädchen.
https://www.facebook.com/1455963961386747/photos/pb.1455963961386747.-2207520000.1454693853./1516866961963113/?type=3&theater

Woher nehmen sie die Inspiration für ihre Beiträge? Geschichten aus dem wahren Leben?
Ja, leider. Das ist eigentlich traurig, da ich Themen anspreche, die so eigentlich nicht sein sollten.

Fast 15.000 „Likes“, ist ja schon etwas Besonderes. Schreiben sie für diese Leser oder schreiben sie für sich und es gefällt einfach ihren Lesern?
Beides. Ich habe auch mal keine Lust was zu schreiben, aber da stehen dann so viele Leser morgens ohne ihre Lektüre da, da bekommen sie auch eine. Aber generell habe ich immer schon für mich geschrieben und werde das auch nie anders halten.

Haben sie mit der Popularität ihrer Seite gerechnet? Haben sie spezifisch darauf gearbeitet um ihre Seite zu vergrößern?
Nein, überhaupt nicht. Am ersten Tag hatte die Seite 100 „Likes“. Und dann plötzlich 3000. Und dann wurde das immer mehr. Ich hab bis heute keine Ahnung, wie das passiert ist. Ich mache auch nichts groß, um sie zu bewerben, das könnte ich auch gar nicht, weil Facebook das Wort Arschloch in seiner Werbung nicht toleriert.

Wissen sie zufälligerweise das Alter ihrer Leser? Eher jüngere Leser oder auch ältere? Nur Reiter oder auch Nicht-Reiter?
Facebook behauptet, dass es die 18-24 jährigen sind, die den Löwenanteil machen, allerdings sind auch Leute über 65 dabei. Ich habe einige Nichtreiter als Leser, zum Beispiel einen älteren Herrn, der eigentlich Motorrad fährt, aber der hat irgendwie hergefunden und amüsiert sich da immer königlich drüber. Das freut mich besonders

Ich habe gesehen sie schreiben auch Bücher und stellen sie auf ihrer Seite vor. Handeln diese auch von Pferden oder anderen Themen?
Nur „Turfteufel“ handelt von Pferden, ansonsten weiß ich aber, dass dieses Thema in Büchern echt in einer Klischeeschublade steckt und da wohl auch nicht so schnell wieder raus. Und ich möchte schon eines Tages von meinen Büchern leben können. Es rentiert sich nicht so wirklich Pferdebücher zu schreiben. Und da bin ich auch echt fehl am Platz, denn ich finde die immer so albern. Wenns um Rennsport geht, liest es wieder kaum einer (oder nur die Bücher von Dick Francis) und damit ist meine Wahl definitiv auf den Fantasy Bereich gefallen. Ich habe immer noch eine Idee zu einem weiteren, realistischen Pferdebuch, aber bis das mal zu Papier kommt, fließt noch viel Wasser den Rhein runter.

Haben sie mit ihrer Seite ein gewisses Ziel das sie verfolgen, oder ist es eher aus Spaß?
Ziele habe ich keine. Ab und zu packt es mich aber und dann möchte ich meine Leser darüber aufklären, dass Rennsport nicht schlimm ist. Da kann ich einfach nicht anders, wenn „PeTA“ mal wieder das zwanzigste Video gegen Pferderennen postet.

Neben den Fragen zu ihrer Seite, war es noch interessant darüber zu erfahren wie der Pferderennsport hier in Europa aussieht und das eher ein Thema ist, über das man nicht besonders viel erfährt und auch liest.

Wie ist der Pferderennsport in Deutschland/Europa? Ist es wirklich so wie man es in den Hollywood Filmen gezeigt bekommt? ZB Verfilmungen von „Seabiscuit’s“ und „Secretariat’s“ Leben, oder ist das eher typisch Film?
Man muss in jedem Fall erst Mal unterscheiden, dass Amerika und Deutschland da so weit auseinander liegen, wie das auch geografisch der Fall ist. „Hollywood“ erzählt uns leider sehr viel Quatsch über Rennpferde, vor allem „Seabiscuit“. „Secretariat“ geht schon in Ordnung, ist aber noch ganz weit vom deutschen Rennsport weg, denn wir haben keine „Führpferde“ oder „Outrider“, wir laufen fast ausschließlich auf „Turf“, nicht auf „Dirt“ und Zeiten sind bei uns total Schnuppe. Kein Mensch trainiert nach der Uhr hier. Solche Wunderpferde gibt es trotzdem, das kann nicht mal „Hollywood“ verbessern.
Generell führt der Rennsport leider in Deutschland mittlerweile ein Nischendasein, wenn man da Amerika anschaut, kann man nur neidisch werden, wie die ihren „Run for the roses“ zelebrieren. Andersherum möchte ich keine amerikanischen Verhältnisse, denn die Pferde dürfen dort mit „Lasix“ laufen. Damit dürfen sie in Deutschland nicht mal in die Zucht.

Was ist in ihren Augen zurzeit das beste Rennpferd und welches war das Beste?
Das ist ganz schwer zu beantworten, denn das variiert von den Distanzen und den persönlichen Sympathien und natürlich auch in den Jahrhunderten oder Jahrzehnten. Das beste deutsche Pferd wird wohl auf ewig Schwarzgold bleiben und das würde ich auch sagen, trotz einer Danedream.
Das beste Rennpferd, das ich je live gesehen habe, war Overdose. Der war bombastisch in seiner guten Zeit. Leider runtergewirtschaftet, kaputt, mittlerweile an Kolik verstorben, sehr schade.
Aktuell … puh … Das ist sehr schwer. Nightflower vielleicht. Also wenn wir uns jetzt auf Deutschland beschränken. Da bin ich aber nicht sehr objektiv, weil ich sowohl Nutans Mutter (amtierender Derbysieger), als auch Nightflowers Mutter geritten bin.

Die Antworten geben einem einen kleinen Einblick wie es ist die Inhaberin einer Seite zu sein die nicht unbedingt populäre Themen aufgreift sondern ihren Lesern einen Einblick in die, doch so bunte, Reiterwelt gibt und aus den „populären“ und „gewöhnlichen“ Seiten „Facebooks“ heraussticht.
Die Seite „Arschlochpferd-Allein unter Reiter“, weckt durch ihren ungewöhnlichen Namen das Interesse und begeistert mit den ironischen, kritischen und oft sehr lustigen Beiträgen und ist auf jeden Fall nicht nur für Reiter und Pferdebegeisterte geeignet, sondern für jeden Leser, den das Thema interessiert.

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Most Wanted-Die Medien über Verbrecher

geschrieben von in Internet, Medienkritik1 Kommentar »

Immer häufiger stolpern wir in den letzten Monaten über Schlagzeilen von Terror, Verbrechen und Gewalt, auch bei uns in Deutschland.

Natürlich ist es die Aufgabe der Medien über brisante, aktuelle Ereignisse zu berichten, aber wie viel mediale Aufmerksamkeit sollte dabei den Verbrechern selbst geschenkt werden?

Ein aktuelles Beispiel ist die Veröffentlichung einer Liste der 45 meistgesuchten Verbrecher Europas.
Europol gab vergangenen Freitag nicht nur Namen der Gesuchten heraus, sondern sogar auch Fotos und Steckbriefe dazu.
Diese Veröffentlichung stellt schönes Anschauungsmaterial dar, dem t-online.de beispielsweise eine ganze Foto-Serie mit Steckbriefen widmet:
„Alle 45 Gesuchten zum Durchklicken“

Ausschnitt der Titelseite von t-online.de (30.01.16)

Ausschnitt der Titelseite von t-online.de (30.01.16)

Aber auch Online-Angebote wie Spiegel-online.de, der tagesspiegel, etc. zeigen diese Fotos oder stellen noch zusätzlich Links zur Homepage von Europol bereit.

Was sind die Folgen einer solchen medialen Aufmerksamkeit?
Man sollte sich Gedanken darüber machen, ob ein solcher Medienrummel Verbrechern nicht möglicherweise einen Ansporn geben könnte, es auch in die Liste schaffen zu wollen.

Wieso also bereitet man Schwerverbrechern eine solche Bühne?
Dass der Bürger sich nun selbst auf Schwerverbrecherjagd begeben wird, oder man einen dieser Gesuchten beim Einkaufen wiedererkennen könnte um ihn der Polizei zu übergeben, ist recht unwahrscheinlich.
Ein zentrales Motiv der Medienschaffenden mag vermutlich das Maß an Sensation sein, das der Beitrag dadurch zugewinnt.

Ob solche Veröffentlichungen persönlicher Informationen über Schwerverbrecher nun eine tatsächliche Relevanz für den Normalverbraucher hat, darüber mag es verschiedene Meinung geben. Fakt ist, dass die Frage nach der Wirkung solcher Medienbeiträge nicht unberücksichtigt bleiben sollte.

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Eine Tücke sozialer Medien

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internet und Politik, Medienkritik1 Kommentar »

Der Fall schlug in den letzten Tagen hohe Wellen: ein junger Flüchtling soll angeblich einen Herzstillstand erlitten haben, nachdem er sich durch die Kälte und das lange Warten vor dem Landesamt für Soziales und Gesundheit (LaGeSo) in Berlin eine Mandelentzündung zugezogen habe. Ein ehrenamtlicher Helfer verbreitete diese Nachricht auf seinem Facebook-Profil.

Laut SWR3 soll er auch einer befreundeten Kollegin von diesem Vorfall geschrieben haben, die daraufhin unwissend die Nachricht auf verschiedenen Plattformen weiterverbreitete und eine Kettenreaktion in Gang setzte. Die Lage spitzte sich so weit zu, dass Menschen am LaGeSo Kerzen anzündeten und Trauernachrichten hinterließen.

Selbst auf kritisches Nachfragen des rbb antwortet die Sprecherin der Organisation „Moabit hilft“, Diana Henniges, überzeugt: „Es handelt sich um einen jungen Mann, einen 24-jährigen Syrer.“ „Sie sind sich sicher, dass diese Informationen ihres Helfers auch stimmen?“ „Ich vertraue Dirk Voltz (…). Das sind Leute, die mit uns lange Monate zusammenarbeiten und er wird sich das nicht ausgedacht haben.“

Auch "Moabit-Hilft"-Sprecherin Diana Hennings war von der Richtigkeit des Facebook-Beitrags überzeugt (Quelle: rbb-online.de)

Auch „Moabit-Hilft“-Sprecherin Diana Henniges war von der Richtigkeit des Facebook-Beitrags überzeugt (Quelle: rbb-online.de)

Doch wie sich später herausstellt, ist genau das der Fall. In alkoholisiertem Zustand hatte sich der Helfer die Geschichte ausgedacht und veröffentlicht. Es gibt keinen toten Flüchtling. Womöglich waren ihm die Auswirkungen seines Handelns dabei nicht bewusst, denn der Facebook-Beitrag wurde gelöscht und der Helfer tauchte unter. Nachdem er von der Polizei befragt worden war und sich die Meldung als Fehlinformation herausstellte, schloss sich der Kreis: er entschuldigte sich für sein Handeln via Facebook.

Der Fall zeigt, wie vorsichtig nach wie vor mit ungefilterten Meldungen umgegangen werden muss, die auf sozialen Netzwerken kursieren und für die es keine offiziellen Bestätigungen gibt. Viele Nutzer gehen leichtgläubig mit den dort gebotenen Informationen um. So können sich Fehlinformationen in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit verbreiten. Besonders schwerwiegend sind solche Fälle dann, wenn die Fehlinformationen auch noch von offizieller Seite (z.B. von der Sprecherin Diana Henniges) ohne ausreichende Prüfung bestätigt werden.

Quellen:

SWR3-Hörfunk-Nachrichten (28. Januar 2016)

https://twitter.com/rbbonline?lang=de

http://www.rbb-online.de/politik/thema/fluechtlinge/berlin/2016/01/Reaktionen-erfundener-toter-Fluechtling.html

http://www.bild.de/regional/berlin/fluechtling/mit-diesem-post-redet-sich-der-helfer-raus-44338760.bild.html

http://www.focus.de/politik/deutschland/lageso-bericht-ueber-toten-fluechtling-in-berlin-nicht-bestaetigt_id_5243907.html

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Facebook- Gründer Mark Zuckerberg kommt nach Berlin

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Internet und Politik, Kommunikationsformen1 Kommentar »

Mark Zuckerberg der Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender von Facebook Inc. will nach Berlin kommen.

 

In einem Post auf seiner eigenen Facebook- Seite verkündete er am 24. Januar 2016:

Zuckerbergs Facebook- Post

 

„I’m traveling to Europe again next month!
I’ll start my trip in Barcelona for Mobile World Congress, where I’ll be talking with Jessi Hempel about Internet.org and our plans to use solar-powered planes, satellites and lasers to connect the world.

After that I’ll travel to Berlin for a Townhall Q&A in one of my favorite cities in the world. More than 27 million people use Facebook in Germany, and it’s inspiring to serve a country that in my lifetime showed the power of community to tear down walls.“

 

Mit Zuckerbergs angekündigten Besuch in Berlin können wir Ende Februar bis Anfang März rechnen. Das genaue Datum und weitere Details sind bislang noch unklar, sollen aber mit dem Näherrücken des Termins bekannt gegeben werden. Zuckerbergs letzter öffentlicher Besuch in Berlin war 2013.

Es wird ein sogenanntes „Townhall- Meeting“ stattfinden. Interessenten können sich hier registrieren und werden dann ausgewählt, um dem Gründer persönlich ihre Fragen zu stellen. Laut Bild war es bei vorherigen Fragerunden außerdem möglich, Fragen auf Facebook zu posten und die Veranstaltung live im Netz mitzuverfolgen.  Das letzte sogenannte „Townhall- Meeting“ fand im Oktober 2015 in Indien, Neu- Delhi statt.

Kritische Fragen und Beiträge werden in dieser öffentlichen Fragerunde nicht ausbleiben, denn nicht zuletzt hatte das Unternehmen in Deutschland mit viel Kritik zu kämpfen. Laut dem Spiegel- Online Artikel  vom 07. September 2015 gab es mehrere Debatten in denen von Facebook Inc verlangt wurde, dass gegen Hasskommentare sowie eindeutig rassistische Beiträge strenger vorgegangen werden muss. Die sich verschärfende Flüchtlingssituation hat diese Forderungen weiter verstärkt. Justizminister Heiko Maas, sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel sprachen sich bereits für ein konsequenteres Vorgehen gegen solche Hassbotschaften aus.

Am 15. Januar diesen Jahres berichtete Spiegel- Online in einem weiteren Beitrag, dass Facebook endlich auf die Forderungen der Kritiker eingegangen ist. Zukünftig sollen Facebook– Inhalte von Mitarbeitern der Bertelsmann-Tochter Arvato direkt in Berlin überprüft werden.

Ob dieses Mitarbeiterteam in Höhe einer dreistelligen Zahl allerdings den Inhalten von über 27 Millionen Nutzern in Deutschland gerecht werden kann, bleibt offen.

Das Onlinemagazin gründerszene vermutet, dass hinter der geplanten Reise eine weitere Strategie der Imagepflege in Europa steckt. Erst vorherige Woche schrieb meedia.de von Cheryl Sandbergs (COO von Facebook) Besuch in Berlin, bei dem sie das neue Projekt Initiative für Online-Zivilcourage vorstellte. Eine Initiative gegen den vermehrten Online- Hass. 

Imagepflege hin oder her, der anstehende Besuch von Mark Zuckerberg wird sicherlich für viel mediale Aufmerksamkeit sorgen. Ob diese ein positives oder negatives Licht auf Facebook wirft, wird sich beim „Townhall- Meeting“ zeigen.

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Netflix worldwide – Globales Internet-Fernsehen

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Internet, Medienwandel, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Der Online-Streaming Dienst Netflix ist seit dem 6. Januar nun in 130 weiteren Ländern verfügbar. Bisher waren es 60 Länder. Somit agiert der ehemalige DVD-Verleiher frei nach dem Motto: „Netflix gibt es jetzt überall – fast.“ Denn mit China fehlt der größte Absatzmarkt mit 1,4 Milliarden Einwohnern. Auch auf der Krim, in Syrien und Nordkorea wird Netflix vorerst aufgrund von US-Sanktionen, denen amerikanische Unternehmen unterliegen, nicht verfügbar sein. In Indien dagegen schon. Bereits ein Fünftel der 1,3 Milliarden Einwohner ist online und der Breitbandausbau zieht massiv an, wodurch sich dieser Absatzmarkt als äußert lukrativ und zukunftsträchtig erweist.

Netflix wurde zunächst als Verleih bekannt, der DVDs in roten Briefumschlägen lieferte. Seit dem Börsengang 2002 boomt das Geschäft aber. Das zeigt auch die aktuelle Expansion, nach deren Bekanntgabe die Netflix-Aktie um ganze neun Prozent stieg. Ungefähr 70 Millionen Mitglieder nutzen den populären Streaming Dienst. Neben einer Vielzahl von bekannten Serien und Filmen, werden seit einiger Zeit auch kostenintensiv eigene Serien produziert, die mittlerweile zum Steckenpferd von Netflix geworden sind, wie zum Beispiel die Polit-Drama-Serie „House of Cards“.

Doch damit nicht genug: Reed Hastings, Gründer von Netflix, kündigte auf der Tech-Messe „CES“ in Las Vegas für 2016 31 neue Eigenproduktionen an, mit denen über 600 Stunden neues Material zur Verfügung gestellt werden. So können sich Fans von „Netflix & Chill“ bald über weitere Serien á la „Daredevil“ oder „Orange is the new black“ freuen.

Doch solche Erweiterungen und Fortschritte sind nötig. Netflix will in punkto Streaming das Fernsehen revolutionieren und hierzulande sitzen dem Unternehmen aus dem Silicon Valley zahlreiche Konkurrenten wie Amazon Instant Video oder Maxdome im Nacken, die ihr Angebot auch stetig erweitern..

Quellen: Spiegel Online, Meedia.de, Handelsblatt.com

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Offline von Staats wegen: Nordkorea und sein Intranet

geschrieben von in Allgemeines, Internet1 Kommentar »

Nordkorea ist das letzte streng stalinistisch geführte Land der Welt. Die Macht liegt dort allein in den Händen des Staatsführers und – mit Einschränkungen – beim Militär. Während im Rest der Welt der Ost-West Konflikt von neuen Bedrohungslagen abgelöst wurde, geht der Kalte Krieg in diesem hermetisch abgeriegelten Land weiter. Auch die große Innovation im Bereich der Kommunikation, das Internet, steht dabei unter staatlicher Kontrolle: Kein Nordkoreaner soll wissen, was jenseites der Staatsgrenze vor sich geht, nur ein geringer Bevölkerungsanteil kann überhaupt das Internet auf legale Weise nutzen.

Dass es in Nordkorea nicht weit her ist mit der Meinungs- und Informationsfreiheit, ist keine Neuigkeit. Seit der Staatsgründung 1953 weiß der Staat alles und der Bürger nur das, was für ihn  am Besten ist. Das reicht mitunter von der Geburtslegende des einstigen Führers Kim Jong Il bis hin zu den großen Werken des Staatsgründers Kim Il Sung. Facebook, Twitter, Youtube, Whatsapp oder Instagram? Begriffe wie aus einer anderen Welt.

Das Internet ist offlinetwitter_Ausfall

Das einzige UMTS-Netz Nordkoreas wird zusammen mit einem ägyptischen Telekommunikationsunternehmen in Pjöngjang betrieben, allerdings haben die angeblich mittlerweile 2,4 Millionen
Teilnehmer darin weder telefonischen Zugang zu ausländischen Gesprächspartnern noch zum mobilen Internet. Noch desolater steht es um das klassische, desktopgebundene Datennetz. So wurden nach offiziellen Angaben in Nordkorea nur etwas mehr als 1.000 IP-Adressen registriert; Universitäten verfügen oftmals nur über eine einzelne Netzwerkverbindung, über die der Traffic geregelt wird. Wie schwach belastbar dieses Netz ist, zeigte sich, als das komplette nordkoreanische Internet im Jahr 2014 vermutlich aufgrund eines „Denial of Service“-Angriffs (Was ist das?) für knapp neun Stunden einfach offline ging. Bei lediglich vier Netzverbindungen, die ganz Nordkorea über China an den Rest der Welt anschließen, sei es aus Expertensicht kein Problem, eine entsprechende Überlastung von außen herbeizuführen.

Internet oder Intranet?

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Quelle: http://www.northkoreatech.org/2015/07/06/a-peek-inside-north-koreas-intranet/

Ein weiteres Schlaglicht auf die nordkoreanische Internet-Infrastruktur wirft ein Foto des singaporeanischen Fotografen Aram Pan, der anlässlich seines Fotoprojekts „DPRK360“ das Land bereist und die optischen Eindrücke in 360°-Panoramen festhält. Das Bild – aufgenommen in Rason, einer Stadt im Nordosten des Landes – zeigt unter anderem eine tabellarische Auflistung verschiedener IP-Adressen. Bemerkenswert daran ist, dass es sich dabei um interne Adressen handelt, ähnlich wie in einem Firmennetzwerk. Offensichtlich verfügt das nordkoreanische Netz, genannt „Kwangmyong“ – nicht über einen klassischen Suchdienst wie Google, sodass die vorhandenen Webseiten mitunter von Hand via numerischer Adressen angesteuert werden müssen. Martyn Williams vom North Korea Tech Blog vermutet, dass DSN-Server (Was ist das?) – wenn überhaupt – nur in Teilen des landesweiten Netzwerkes zum Einsatz kommen oder es für die im römischen Alphabet ungeübten Nordkoreaner wohlmöglich einfacher ist, anstelle der für sie nicht geläufigen Adressen eine kurze Abfolge von Ziffern einzugeben.

Surfen mit dem „Red Star“

Wer in Nordkorea im Intranet surfen oder mit Landsleuten chatten möchte, tut dies mit dem „Red Star“ getauften Betriebssystem. Optisch leicht mit Windows 95 zu verwechseln ist es extrem restriktiv und lässt dem Benutzer kaum Freiheiten. Zugang hat man damit ausschließlich zum abgeriegelten Intranet, das, landesweit gesehen, eine Verbindung zwischen Industrie, Universität und Regierung herstellen soll. Im Mittelpunkt steht dabei vielmehr die Verbreitung von Informationen und weniger die Unterhaltung oder kommerzielle Absichten. Die vergleichsweise geringe Verbreitung von „Internet“-Anschlüssen schlägt sich auch in der Quantität an entsprechender Webseiten nieder: Auf 24 Millionen Nordkoreaner kommen geschätzt lediglich 1.100 bis 5.500 ansurfbare Netzseiten.

 

Quellen:

http://www.thestar.com/news/world/2014/02/23/north_korea_where_the_internet_has_just_5500_sites.html
http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article135688550/Nordkoreas-Internet-kann-jeder-Amateur-ausknipsen.html
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/internetausfall-so-rueckstaendig-ist-das-netz-in-nordkorea-a-1010138.html
https://www.northkoreatech.org/2015/07/06/a-peek-inside-north-koreas-intranet/
https://www.facebook.com/dprk360
http://www.gulli.com/news/26303-das-nordkoreanische-internet-passt-auf-einen-zettel-2015-07-21

Das Phänomen Cro – Erfolg durch Maske?

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Internet1 Kommentar »

Cro
http://static.bz-berlin.de/data/uploads/2014/11/cro_1415479084-1024×576.jpg

Cro ist immer wieder in den Medien präsent, sei es aufgrund seiner Musik, seiner Maske oder seinen Werbedeals. Durch die Präsenz Cros in verschiedensten Medien wird die Aufmerksamkeit auf ihn und seine Identität mit Maske gelenkt. Durch das Tragen seiner Pandamaske hebt er sich von anderen Künstlern ab und scheint für die Medien interessanter zu sein. Seine Musikkarriere begann vor etwa fünf Jahren, wobei er einen rasanten Erfolg verzeichnete, der bis heute anhält. Die Maske ermöglicht ihm jedoch jenseits des Medienrummels seine Privatsphäre zu wahren.
Immer wiederkehrende Vermutungen, ob im Internet veröffentlichte Fotos, die ihn angeblich ohne Maske zeigen, tatsächlich ihn darstellen oder nicht, steigern seine Medienpräsenz und erwecken Neugierde. Seinen Erfolg macht allerdings nicht nur die Maske, sondern auch seine Musik aus. Er macht Musik, die jeden anspricht, was sich an der Breite seines Publikums bestätigt. Seine Texte drücken ein positives Lebensgefühl aus, wodurch er auf Zustimmung vieler unterschiedlicher Menschen trifft.
http://www.welt.de/vermischtes/article144010174/Bei-einer-Sache-rastet-Rapper-Cro-richtig-aus.html
Mittlerweile ist Cro als Werbegesicht für zahlreiche Unternehmen zu sehen, was auch eine Steigerung seiner Medienpräsenz zur Folge hat und die Zuschauer ihn hierdurch noch häufiger zu Gesicht bekommen. Adidas hat Cro beispielswiese zum Präsentieren der neuen Fußballtrikots genommen, obwohl er eigentlich nicht einem typischen Vertreter eines Sportartikelhauses gleicht. Dennoch sind zahlreiche Unternehmen gewillt Cro als ihren Werbeträger zu haben, um durch die Aufmerksamkeit, die er ohnehin besitzt, auch ihr Unternehmen präsenter zu machen.
http://noisey.vice.com/de/blog/werbe-ikone-cro-konzerne-392?utm_source=vicefbde&utm_medium=link
Durch die Maske als Markenzeichen erinnert man sich eher an ihn als es bei einem Musiker ohne Maske der Fall ist. Die Maske scheint Cro diese große mediale Aufmerksamkeit erst ermöglicht zu haben, doch durch den Erfolg, den er bereits verzeichnet, könnte er diesen Erfolg nun vermutlich auch ohne Maske aufrechterhalten. Am Beispiel Cro erkennt man, dass Medien Persönlichkeiten, die sich von der Masse abheben und etwas Besonderes darstellen, mehr und vor allem kontinuierlich Aufmerksamkeit schenken.

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LinkNYC – Die Telefonzelle der Zukunft

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Können Sie sich kostenloses und überall zugängliches WLAN vorstellen?
Nie wieder zu MCDonald´s, Starbucks oder DM während dem Shoppingtrip, um das kostenlose WLAN auszunutzen, denn jetzt kommt das freie und kostenlose WLAN für alle!

Es ist das bislang größte und schnellste städtische WLAN-Projekt der Welt. Am Dienstag, dem 05.01.2016 wurden die ersten zwei LinkNYC-Stationen in New York enthüllt, die freien WLAN-Zugang zu mehr als 8 Millionen Menschen ermöglichen sollen. Bis 2024 sollen 7500 WLAN-Stationen verteilt in allen fünf Stadtteilen New Yorks stehen und somit die veraltete Telefonzellen-Infrastruktur ersetzen.

Neben dem frei zugänglichen WLAN haben die Stationen jedoch noch weitere Funktionen:
Man kann, wie bei den bisherigen Telefonzellen, kostenlose Telefongespräche innerhalb der USA führen, genauso Videogespräche über das Tablet. Das Tablet ist außerdem für das Surfen im Internet und als Routenplaner zugänglich. Eine 911-Taste für Notrufe ist ebenfalls vorhanden.

So sieht die WLAN-Station aus, die 8 Millionen Menschen in New York frei zugängliches WLAN ermöglichen soll.

So sieht die WLAN-Station aus, die 8 Millionen Menschen in New York frei zugängliches WLAN ermöglichen soll.

Und so funktioniert´s:
Die WLAN-Station ist eine knapp drei Meter hohe Säule und liefert eine Internetverbindung von einem Gigabyte pro Sekunde im Umkreis von 122 Metern. Die Firma CityBridge möchte die Stationen in einem Abstand von ungefähr 50 Metern voneinander in ganz New York platzieren. Laut CityBridge ist die Internetverbindung somit 100-mal schneller als der Durchschnitt des öffentlichen WLANs in den USA.

Fußgänger können sich um die WLAN-Station herum stellen und sich mit dem Netzwerk verbinden. Ist man mal mehrere Wochen nicht in Reichweite der Station und kommt zurück, verbindet sich das Gerät wieder automatisch mit dem Netzwerk. Um zu verhindern, dass sich Menschenmassen um eine Station herum bilden, gibt es weder flache Oberflächen an den Säulen, um etwas abzustellen noch Sitzmöglichkeiten.

Die zwei nun enthüllten WLAN-Stationen befinden sich an der jeweiligen Ecke der Third Avenue zur 15th Street und der 17th Street und sollen laut CityBridge Mitte Januar für die Fußgänger eröffnet werden. Sie sind jedoch noch im Beta-Status und somit sind noch nicht alle Funktionen verfügbar. Die Nutzer sollen die Stationen zunächst testen und Feedback geben. Mitte Februar soll dann die Tablet-Funktion eingeführt werden, die das Surfen an der Station selbst und die Funktion des Routenplaners ermöglicht.

In den kommenden vier Jahren sind 4550 Links geplant und bis 2024 sollen dann alle 7500 Links in ganz New York stehen. Das Projekt LinkNYC umfasst eine Auskleidung der Stadt mit mehreren hundert Metern Glasfaserkabel. Bis Mitte Juli diesen Jahres sollen 500 Stationen online sein, mit dem Ziel, 10 WLAN-Stationen pro Tag entlang der 3rd Avenue in Manhattan bis zum südlichen Teil der Bronx, in der Flatbush Avenue in Brooklyn, sowie in Jamaica, Queens und St. George, Staten Island zu installieren.

Im Jahr 2014 begann die Verwaltung des Bürgermeisters von New York, de Blasio, mit der Suche nach einer Firma zur Verwirklichung ihrer Pläne. Mit der in New York ansässigen Arbeitsgemeinschaft CityBridge, bestehend aus führenden Experten in Technologie und Medien begann dann schließlich die konkrete Planung und Durchführung.

Doch wer finanziert das alles?
Die Finanzierung wird hauptsächlich durch Investoren durchgeführt, unter anderem Qualcomm, CIVIQ und Intersection. Des Weiteren besitzt eine solche Hotspot-Station jeweils einen hellen, digitalen 55-Zoll-Display auf beiden Seiten, auf denen Werbung ausgestrahlt wird. Durch die Werbeeinnahmen werden zunächst die Errichtungskosten von $200 Millionen bezahlt und anschließend sehen die Investoren vor, nach dem 12-jährigen Vertrag $500 Millionen an die Stadt New York auszubezahlen.

Mit LinkNYC geht die Stadt New York einen großen Schritt in Richtung Kommerzialisierung des Internets und einen großen Schritt Richtung Zukunft. Man sei gespant, wie lange es dauert, bis solche WLAN-Stationen auch in Deutschland stehen.

Design übersetzt und angepasst von Christian Moeris, Christian Lehberger & Linda Manuel. Basierend auf dem Theme GlossyBlue von N.Design Studio.
Bild Radioskala: © Jürgen Acker / PIXELIO