Der Schwarze Spiegel unserer Zeit

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Die heutige Gesellschaft wird oft als “Mediengesellschaft” definiert. Die Wissenschaftler von ganz unterschiedlichen Bereichen führen zahlreiche Argumente oder Beispiele dafür an. Aber hat jemand die Menschen mal gefragt ob sie sich wirklich Mediengesellschaftsmitglieder fühlen?
Menschen haben die Medien geschaffen. Haben sie wirklich darüber Macht oder umgekehrt?

Die neue britische Fernsehserie “The Black Mirror” (Der Schwarze Spiegel) von Charlie Brooker (4) beschäftigt sich mit der modernen “Technikparanoia” und zeigt den Zuschauer das Leben der heutigen Tagen oder der nahen Zukunft (etwa 10-20 Jahre später als jetzt). Der Regisseur erklärt den Titel metaphorisch, dass der schwarze Spiegel jeder Bildschirm von einem Handy, Fernseher, Laptop oder Tablett sein kann. Was sieht man da? – bleibt noch die Frage. Wir sind oft sicher, dass wir unabhängig von den technischen Geräten, sozialen Netzwerken, TV-Programmen usw. sind. Herr Brooker äußert in seinem Interview der Zeitung “The Guardian” die folgende Stellungnahme: “If technology is a drug – and it does feel like a drug – then what, precisely, are the side-effects? This area – between delight and discomfort – is where Black Mirror, my new drama series, is set.” (3)
Jede der 2 veröffentlichten Staffeln besteht aus 3 Episoden, die erzählen unterschiedliche Geschichten. Die Helden und Schauplätze sind jeweils andere, so die “Bindfäden” zwischen Episoden sind die Medien in voller Schönheit. Macht des Fernsehens über prominente Politiker in Großbritannien oder eine Trickfigur, die selbst zum Politiker wird durch die allgemeine Beliebtheit; Unbegrenzte Möglichkeiten der neusten Geräten und PC-Programmen, die menschliche Erinnerungen erfrischen oder beseelen; TV-Show als Teil des Strafvollzugssystems; Medien als illusorisches Propagandamittel… und diese sind nur einige Aspekte, die in diesem Miniserie umfasst werden.
Manche Episoden sind provokativ und schockierend, die anderen sind mehr noch übertrieben.
Aber ist das Abbild im Zerrspiegel immer falsch? Was sieht ihr gerade auf dem schwarzen Spiegel eures Bildschirms?

Quellen und weitere Links:

1) http://www.channel4.com/programmes/black-mirror/ (abgerufen am 13. Mai 2013)
2) http://www.channel4.com/info/press/programme-information/black-mirror (abgerufen am 13. Mai 2013)
3) http://www.guardian.co.uk/technology/2011/dec/01/charlie-brooker-dark-side-gadget-addiction-black-mirror (abgerufen am 13. Mai 2013)
4) http://en.wikipedia.org/wiki/Charlie_Brooker (abgerufen am 13. Mai 2013)

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Youtube und das Fernsehen

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Legale Videostreamingdienste wie Netflix, der sich in den Staaten großer Beliebtheit erfreut, oder gestartete Ableger in Deutschland wie etwa Watchever und Lovefilm, geben dem Konsumenten einen Vorgeschmack, wie das Fernsehen der Zukunft aussehen könnte. Man zahlt einen monatlichen Beitrag, dafür hat man Zugang zu etlichen Serien und Filmen, ähnlich wie es Spotify für die Musik tut. So ist es beispielsweise möglich sein eigenes TV-Programm zu erstellen. Werbung bzw. Werbeblocks würden hinfällig werden, sofern die monatlichen Abogebühren des Konsumenten den Dienst rentabel halten.

Durch die Einführungen der Youtube-App auf jeder aktuellen Konsole und vielen TV-Geräten selbst, dringt auch Youtube immer mehr in dieses Territorium vor. Das Image der Spaß- & Katzenvideos haftet zwar Youtube noch an, aber ganz zutreffend ist es heutzutage nicht mehr. Die Produktionen wurden in den letzten Jahren immer professioneller, was nicht nur mit den immer bezahlbareren und besseren Videokameras, die heutzutage alle HD-Auflösungen unterstützen, zu erklären ist, sondern auch mit dem Partnerprogramm von Youtube selbst, bei dem die Produzierenden von den Youtube-Werbeeinnahmen beteiligt werden können. Neben dem wohlmöglichen Verlangen sich im Netz kreativ auszutoben, stieg dadurch auch der Reiz etwas vom Kuchen abzubekommen. Diese Entwicklung möchte das weltweit größte Videoportal nun weiter ausbauen.

Vor kurzem startete Youtube in Amerika eine neue Funktion, die in unseren Landen derzeit noch nicht verfügbar ist. So gibt es nun bezahlbare Abonnements für bestimmte Kanäle. In der Praxis können somit bestimmte Kanäle erst dann angesehen werden, wenn man für diese den jeweiligen monatlichen Betrag zahlt. Neben dem bereits gestarteten Youtube-Angebot „Movies“, bei dem man Spielfilme in voller Länge ansehen kann, sowie offizielle Kanäle von dem Dienst selbst, versucht diese neue Funktion das “Niveau” der Plattform weiter anzuheben. Zugleich dient es auch als neue Einnahmequelle. Ob eine weitere “Professionalisierung” mit der Einführung von kostenpflichtigen Kanälen gelingt und ob die Konsumenten bereit sind für bestimmte Kanäle Geld zu zahlen, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.

Quellen:

Handelsblatt (2013):  Youtube will Bezahlkanäle starten. URL: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/internetfernsehen-youtube-will-bezahlkanaele-starten/8186370.html (12.05.13)

 
heise online (2013): Netflix mit starken Zuwachs dank “House of Cards”. URL: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Netflix-mit-starkem-Zuwachs-dank-House-of-Cards-1848186.html (12.05.13)

Der Fall Götze

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Das Thema Fußball ist momentan aus den Medien nicht wegzudenken. Zunächst machte die Selbstanzeige von Bayern München-Präsident Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung Schlagzeilen. Darauf folgte die Nachricht vom Wechsel Mario Götzes von Borussia Dortmund zu Bayern München. Und schließlich spielen genau diese beiden Vereine am 25. Mai im Finale der Champions League gegeneinander, was schon jetzt für große Aufregung unter allen Fußball-Fans sorgt.

Doch während sich schon jedes Medium und besonders jede Talkshow im deutschen Fernsehen eingehend mit Herrn Hoeneß beschäftigt hat und wir im Hinblick auf das Finalspiel in Wembley nichts tun können als abzuwarten, ist der Fall Götze mit Blick auf die Medien gleich aus zwei Gründen interessant.

Zum einen ist es die Art und Weise, in der die Öffentlichkeit von dem Transfer erfuhr. Die Nachricht von Mario Götzes Wechsel wurde am 23. April durch die Bild-Zeitung publik gemacht[1]. Brisant war dabei vor allem der Zeitpunkt der Veröffentlichung: An diesem und am folgenden Tag fanden nämlich die Hinspiele im Halbfinale der Champions League in München und in Dortmund statt.

Manch einem stellte sich da die Frage, wie die Bild-Zeitung an diese Information gekommen ist. Es ist davon auszugehen, dass weder Borussia Dortmund noch Götze selbst ein Interesse daran hatten, den Wechsel vor einem solch wichtigen Spiel zu verkünden. Für die Münchner hingegen kam die Nachricht genau zum rechten Zeitpunkt, denn sie lenkte von der Debatte um ihren Präsidenten Hoeneß ab und demonstrierte die Macht, die der Verein in der deutschen Bundesliga besitzt.

Hat die Bild-Zeitung also einen besonderen Draht zum FC Bayern München, der ihr so exklusive Informationen beschert, die noch nicht einmal zwischen den beiden Vereinen kommuniziert worden waren? Geschah die Veröffentlichung vielleicht sogar auf Druck der Münchner, die so die Aufmerksamkeit weg von Hoeneß und zurück auf den Sport lenken wollten?[2]

Wir werden wohl nie erfahren, wieso und wodurch diese Nachricht entstanden ist, doch macht dieses Beispiel erneut klar, welche Wirkung geschickt platzierte Meldungen haben können.

Zum anderen sind da die Reaktionen auf den Wechsel, der heftig diskutiert wurde und natürlich besonders unter den Dortmund- und Bayern-Fans hohe Wellen schlug. Diese taten ihre Meinung mit Vorliebe im Internet und besonders in sozialen Medien kund und zeigten dabei wieder einmal, dass von vielen das World Wide Web als ein nahezu rechts- und moralfreier Raum angesehen wird.

„Judas“ und „Verräter“ gehörten noch zu den freundlichsten Begriffen, mit denen Mario Götze auf seiner Facebook-Seite bedacht wurde. Im Laufe des Tages wurde schließlich die Kommentar-Funktion abgestellt, was jedoch die Facebook-Nutzer nicht davon abhielt, Beleidigungen und Beschimpfungen unter älteren Fotos und Beiträgen zu posten.[3]
Das scheint vielen im Internet besonders leicht zu fallen – man steht dem Anderen ja auch schließlich nicht direkt gegenüber. Und bekommt womöglich sogar noch ein „Gefällt mir“ für eine besonders ausgefallene Beleidigung.

Allein die Nachricht dieses Transfers hat also in den verschiedensten Medien schon für mächtigen Wirbel gesorgt. Hoffen wir, dass sich die Aufregung bis zum historischen Endspiel in Wembley wieder gelegt hat und Mario Götze dort in seinem letzten Spiel für Dortmund genauso viel Wirbel erzeugen kann.

 


[1] Seidel, Felix: Götze wechselt zu Bayern. Bild-Zeitung. 23.04.2013. Web. 10.05.2013. (http://www.bild.de/sport/fussball/mario-goetze/wechselt-zu-bayern-30111116.bild.html)

[2] Rentz, Ingo: „Handelsblatt“: Wie „Bild“ der Götze-Scoop gelungen sein soll. Horizont. 24.04.2013. Web. 10.05.2013. (http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Handelsblatt-Wie-Bild-der-Goetze-Scoop-gelungen-sein-soll_114236.html)

[3] Bardow, Dominik: Heftiger Sturm gegen Mario Götze. Tagesspiegel. 23.04.2013. Web. 10.05.2013. (http://www.tagesspiegel.de/sport/fan-wut-nach-wechsel-zu-bayern-heftiger-sturm-gegen-mario-goetze-/8108998.html)

About:Kate – ein Blick in die Zukunft des Fernsehens?

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About:Kate, das ist ein  crossmediales Projekt des Senders Arte, ganz im Sinne der voranschreitenden Verschränkung von Online und Offline Medien. Im TV, als App und auf Facebook kann man die Protagonistin rund um die Uhr begleiten und so zum mit-Regisseur der Sendung werden. Alles ganz innovativ und integrativ. Smartphone oder Tablet PC können während der TV Rezeption als Second Screen fungieren. In Echtzeit erhalten die User der App Umfragen, Links und weiterführende Informationen zu dem grade auf den TV Bildschirm gesehenen. Auch thematisch steht der Einfluss von digitalen Medien auf unseren Alltag in About:Kate im Mittelpunkt. Durch Einsenden eigener Videos und Fotos kann man es sogar in die Sendung schaffen und diese aktiv mitgestalten. Ob sich dieser Trend zur Zukunft des Fernsehens entwickelt?

In letzter Zeit fällt das Umdenken der Produzenten von Fernsehserien in diese Richtung verstärkt auf. Bereits qualitativ zweifelhafte scripted reality Formate wie “Berlin Tag und Nacht” und “Köln 50667″ von RTL II setzen verstärkt darauf ihre Zuschauer über die sozialen Netzwerke noch stärker an die Akteure zu binden. Dazu muss man sagen, dass diese Formate dafür auch genau dir richtige Zielgruppe haben und Userzahlen bestätigen den großen Erfolg der social Media Kampagne (Berlin Tag & Nacht zählt über 2,5 Mio. Fans auf Facebook). Das durchlesen der Posts und Kommentare bietet durchaus Unterhaltungspotenzial. Über dem Bild einer traurig aussehenden Hauptfigur steht geschrieben: “Das Kapitel Hausboot ist Geschichte für mich. Mal sehen, wo es mich jetzt hintreibt. LG Alina” nicht nur, dass man diesen Post nur als fleißiger BTUN Schauer versteht, User Kommentare wie: ”Nicht traurig sein, Alina, du schaffst das” lassen doch stark an der Fähigkeit der Nutzer zweifeln, hier noch zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Beschämt muss ich feststellen das 19 meiner Freunde die Seite ebenfalls gefällt.

Dagegen steht About:Kate auf einem Sender mit eher intellektuell angehauchter Zielgruppe, die Sendung läuft nachts um 23:45 Uhr, es bleibt also abzuwarten, wie das durchaus interessante Angebot dieses Mitmach-Tv’s angenommen wird. Die Quoten werde ich auf jeden Fall mal im Auge behalten, die Sendung zu dieser Zeit aber wohl eher nicht.

 

Quellen:

offizielle Seite zur Serie :http://kate.arte.tv/de/info (28.04.2013)

Facebook Seite Berlin Tag & Nacht: https://www.facebook.com/BerlinTN?fref=ts (28.04.2013)

Artikel der “Welt” online: http://www.welt.de/vermischtes/article115096185/Social-Media-Kollaps-im-TV-Experiment-About-Kate.html (28.04.2013)

 

10 Jahre Skype: Eine einzigartige Erfolgsgeschichte feiert Jubiläum

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Wir alle kennen es, lieben es und – da lehne ich mich wohl nicht allzu weit aus dem Fenster – wir alle nutzen es, beziehungsweise haben es schon einmal genutzt. SKYPE! Der wahrscheinlich berühmteste Dienst zur Internettelefonie wird 10 Jahre alt!

Vom schwedischen Unternehmer Niklas Zennström und dem dänischen Unternehmer Janus Friis in Luxemburg gegründet entwickelte sich Skype schnell zum führenden Anbieter für Internettelefonie. Und das nicht ohne Grund. Im Gegensatz zu seinem Vorreiter Net2Phone, 1996 gegründet, ist die Telefonie mit Skype kostenlos (abgesehen von wenigen kostenpflichtigen Zusatzdiensten). Eine einfache Einrichtung sowie die gute Gesprächsqualität und die Verschlüsselung der Daten machen die Software weltweit für Nutzer attraktiv. Große Entfernungen können mit Hilfe eines Mausklicks überbrückt werden und somit können Menschen weltweit miteinander in Kontakt treten. Als Alternative zum teureren Telefonieren mit dem Handy hat Skype die Kommunikation des Menschen maßgeblich geprägt und wurde rasant zum führenden Kommunikationsmittel der globalen Gesellschaft. Ob einfach nur chatten, mit seinen liebsten telefonieren oder sogar Konferenzen in Unternehmen abzuhalten, alles scheint mit dem Onlinedienst möglich zu sein. Der große Einfluss des Portals auf den Alltag des Menschen wird auch daran deutlich, dass 2006 das Wort „skypen“ Einzug in den Rechtschreibduden erhielt, und das erst 3 Jahre nach Veröffentlichung. Nach eineinhalb Jahren verzeichnete Skype bereits über eine Million Nutzer. Mittlerweile ist das Unternehmen bei mehr als 665 Millionen Usern weltweit angekommen und konnte im April sogar einen neuen Nutzungsrekord aufstellen. Mehr als 2 Milliarden Minuten täglich wird weltweit über den Onlinedienst gechattet und telefoniert.

Zwar konnten die Erfinder von Skype mit dem Gratis-Dienst zunächst nicht viel Gewinn machen, der erste Geldregen kam jedoch 2005 als eBay über 3 Millionen US-Dollar in das Unternehmen investierte. Hohe Erwartungen an das Unternehmen wurden jedoch nicht erfüllt und so probierte sich 2011 ein weiterer Internetriese daran von Skype zu profitieren. Microsoft übernahm für 8,5 Millionen US-Dollar den Dienst mit dem Ziel die mit Skype existierenden Produkte zu verbessern. Dafür stellten sie sogar ihr Instant-Messaging-Programm „Microsoft Messenger“ im April diesen Jahres ein.

Skype hat die Telekommunikationsbranche erheblich verändert und versetzte zu Beginn auch die Telefonanbieter in Angst und Schrecken. Getrieben von dieser Angst vor der aufkommenden Konkurrenz blockierten diese zunächst Skype-Daten auf mobilen Geräten und forderten sogar zusätzliche Gebühren an zur Nutzung des Dienstes. Heute muss sich Skype selbst gegen aufkommende Konkurrenz wehren. Vor allem Google scheint da gute Karten zu haben zumindest auf längere Sicht mit Skype zu konkurrieren. Mit dem Hangout-Service von Google+ ist es sogar möglich Gespräche mit mehreren Personen gleichzeitig kostenlos zu führen. Prominente Unterstützung in der Vermarktung des Dienstes gibt es auch schon. Angela Merkel führte vor einigen Tagen schon eine Videokonferenz über Integration mit ausgewählten Gesprächspartnern über den Dienst von Google.

Es wird spannend sein zu beobachten, ob sich Skype langfristig gegenüber der Konkurrenz durchsetzen kann. Gute Karten hat das Unternehmen auf jeden Fall. Da sich Skype auch über Smartphone verwenden lässt werden wohl auch mehr und mehr junge Leute angelockt. Und wer bezahlt schon gerne hohe Gebühren wenn er auch kostenlos Telefonieren kann.

In diesem so schnelllebigen medialen Zeitalter weiß man nie welche Neuerungen morgen auf den Markt kommen. Vielleicht können wir jedoch in 10 Jahren wieder sagen: Herzlichen Glückwunsch Skype! Diesmal zum 20- Jährigen Jubiläum.

Quellen:

Focus online (23.04.2013): Revolution der Telekommunikation, Zehn Jahre Skype, URL: http://www.focus.de/digital/internet/tid-30735/revolution-der-telekommunikation-zehn-jahre-skype_aid_967593.html (23.04.2013).

Pluskota, Alina: Zehn Jahre Skype: Wie ein Gratis-Dienst Milliarden machte; in: tagesschau.de (23.04.2013), URL: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/skype116.html (23.04.2013).

Sagatz, Kurt: Jubiläum, Skypen statt telefonieren; in: tagesspiegel.de (19.04.2013), URL: http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/jubilaeum-skypen-statt-telefonieren/8087922.html (23.04.2013).

Zellweger, Klaus: Skype: Alles, was wichtig ist; in: Pctipp.ch (22.04.2013), URL: http://www.pctipp.ch/praxishilfe/workshops/internet/67689/skype_alles_was_wichtig_ist.html (23.04.2013).

 

16vor bis Jahresende vor dem aus?

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Da ich wegen meines Cloud Working Jobs in Berlin lebe, gehört der Berliner Tagesspiegel für mich zur täglichen Lektüre. Auf dessen Medienseite fand ich letzt Woche einen Artikel zum Thema “Hyperlokale Medien”.  Neben der „Tegernseer Stimme” dem , „Heddesheim Blog“ oder den „Prenzlauer Berg Nachrichten“ ging der Artikel auch auf 16vor aus Trier ein.

16vor-Macher Marcus Stölb äußerte sich in dem Artikel recht pessimistisch zu den Zukunftschancen von 16vor. Sollte es bis Ende des Jahres nicht möglich sein, mehr Einnahmen mit 16vor zu generieren steht das Projekt vor dem aus.  Das 16vor nun seit sechs Jahren dem Nachrichtenmonopol des Volksfreund etwas auf lokaler Ebene entgegensetzt finde ich sehr wichtig für Trier. Aber es ist auch verständlich, dass ein Journalist nicht langfristig von 1000 Euro im Monat (so viel verdient man als 16vor Vollzeitredakteur) leben kann und möchte. Es ist schade, dass trotz 150.000 Besuchern im Monat noch keine funktionierende Monetarisierungsstrategie für ein solch ambitioniertes Projekt gefunden werden konnte. Aber hier gibt Stölb sich selbstkritisch. Das Marketing habe man zu lange vernachlässigt.

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Mit der Kanzlerin über Integration “plaudern”

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In der virtuellen Welt ist Angela Merkel keine Anfängerin: Ihr Sprecher Steffen Seibert twittert und Angela Merkel gibt schon regelmäßig mit Podcasts Statements ab. Nun ist die Kanzlerin noch viel digitaler unterwegs. Am Freitag, 19. April, hatten sechs Bürger die Möglichkeit mit Angela Merkel im Videochat über Integration zu sprechen.
Jetzt folgt sie anderen großen Persönlichkeiten, wie Barack Obama, der hatte als einer von vielen schon vorher zum Videochat mit der Bevölkerung eingeladen. Möglich macht das Gespräch ein sogenanntes „Hangout“ von Google. Mehrere Personen können eine Videokonferenz halten und diese kann dann live im Internet verfolgt werden.

Der Videochat mit der Kanzlerin ist nicht zu vergleichen mit einem Chat mit Freunden. Sechs Teilnehmer wurden vorher ausgewählt und auch die Gesprächsthemen und -fragen sind vorher abgesprochen. Spontanität ist das nicht und somit verläuft das Gespräch etwas gestellt und schleppend.
Sicherlich eine tolle Idee, aber ob man das ganze „Bürgergespräch“ nennen kann, wie Merkels Sprecher vorher ankündigte bleibt sichtlich fragwürdig. Viel eher ist der Live-Chat als Experiment zu sehen: Die Kanzlerin ist online, modern und innovativ. Die Videokonferenz schreit gerade zu nach einer Interpretation dieser Art.

Eine leichte Auflockerung gab es in dem faktenreichen einstündigen Chat zum Thema Integration allerdings. Wie immer, wenn alles durchgeplant ist und funktionieren soll, macht die Technik einen Strich durch die Rechnung. Ein Videochatteilnehmer ist für alle Teilnehmer plötzlich nicht hörbar. Da zeigt sich wieder einmal, dass selbst bei der Kanzlerin nicht alles reibungslos ohne Pannen funktioniert und Angela Merkel bleibt trotz dem technisch sprachlosen Gesprächspartner sichtlich locker und strukturiert
Ob man nun angetan sein kann von der Initiative im Netz, das kommt ganz auf den Geschmack an. Schließlich rückt eine große Internetplattform in den Vordergrund und bei solch einer Aktion könnte man behaupten, dass der Wahlkampf sich in Zukunft auf interaktive Netzwerke und die Online-Welt verlagern könnte. Das kann vielen, vor allem älteren oder sozial benachteiligten Bürger den Zugang zu wichtigen Informationen und Debatten verwehren. Fördert das nicht eher Bürgerferne als -nähe?

Trotzdem kann das Engagement und der Versuch gelobt werden. Nachdem der Papst auch online seine Botschaften verbreitet und die Kanzlerin die großen Möglichkeiten des Internets ausprobiert, da wird wieder einmal klar, wie wichtig das Internet, nicht nur für die deutsche Bevölkerung, geworden ist.

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Quellen:
Wittrock, Philipp (2013): Kanzlerin im Google-Hangout: “Die Technik soll sich mal bemühen”, in: Spiegel Online, URL: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/merkel-diskutiert-im-google-hangout-ueber-integration-a-895363.html (Erscheinungstag: 19.4.13), [20.4.13].

Twitter-Account Steffen Seibert: https://twitter.com/RegSprecher.

Die Bundesregierung (2013): Die Kanzlerin im Gespräch. Die Herzen erreichen. URL:  http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundeskanzlerin/Hangout/hangout_node.html. (Erscheinungtag: 19.4.13), [20.4.13].

Information von dpa (2013): Digitales Kamingespräch mit der Kanzlerin. URL: http://www.rundschau-online.de/politik/videochat-digitales-kamingespraech-mit-der-kanzlerin,15184890,22535386.html, (Erscheinungstag: 19.4.13), [20.4.13].

Web 2.0: SO nicht!

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Ein Beispiel, wie man neue Medien oder speziell das Web 2.0 nicht nutzen sollte, lieferte heute der israelische Soldat  Mor Ostrovski: Dieser postete auf seinem Instagram-Profil ein Bild, das einen palästinensischen Jungen im Fadenkreuz einer Waffe zeigt. Instagram ist eine Software für diverse Handy=Betriebssysteme zum schnellen (mehr oder weniger kunstvollen) Bearbeiten von Fotos und laut eigener Aussage des Unternehmens “ein schneller, schöner und lustiger Weg, Deine Freunde durch Bilder an Deinem Leben teilhaben zu lassen”. Weniger lustig fand das Foto die israelische Armee, die sich von dem Foto distanzierte und eine Untersuchung einleitete.

Nachdem sich bereits seit Jahren immer wieder Einbrecher und andere Kriminelle beispielsweise durch Facebook-Postings aus dem Haus ihres Opfers selbst überführen, müssen nun auch große Firmen und Organisationen die Web-Aktivitäten ihrer Mitarbeiter fürchten. Mor Ostrovski hat durch sein unbedachtes Posting die israelische Armee negativ in die Schlagzeilen gebracht und es geschafft, als eigentlich unbedeutendes Mitglied der Organisation diese in Verruf zu bringen. Während vor wenigen Jahren hauptsächlich die Presse für Enthüllungen sorgte, sei es beim Folter-Skandal in Abu Ghraib oder den geschmacklosen “Erinnerungsfotos” deutscher Soldaten in Afghanistan (auf denen diese Knochen posierten), hat jetzt jeder Einzelne die Macht, sich selbst und viele Andere in Verruf zu bringen. Personen wie  Mor Ostrovski ist häufig nicht bewusst, dass sie sich im Internet quasi der Weltöffentlichkeit zur Schau stellen und das jeder, der skandalöses oder belastendes Material, das er  für seine Interessen nutzen kann sucht, dieses bei Leuten wie ihnen finden kann. Sie stellen es ja gut sichtbar zur Schau.

 

http://www.blick.ch/news/ausland/untersuchung-wegen-instagram-bild-id2210879.html

http://www.t-online.de/computer/internet/id_19999600/dummer-dieb-ueberfuehrt-sich-via-facebook-selbst.html

http://www.zeit.de/online/2006/44/afghanistan-bundeswehr-totenschaedel

60 Sekunden im Internet oder: Der ganz normale Wahnsinn

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Dienstagabend, ca. 18 Uhr.  Ich sitze an meinem Schreibtisch und sinniere über ein potentielles Thema für einen Blogeintrag. Mir will partout nichts einfallen. Statt also weiter darüber nachzudenken, was man alles thematisieren könnte und meine kreativen Ergüsse niederzuschreiben, klicke ich auf das kleine blaue Icon mit dem weißen „f“ in meiner Lesezeichen-Symbolleiste und besuche Facebook. Wie beinahe jedes Mal ärgere ich mich auch an diesem kalten Dienstagabend wieder über diverse Einträge, neudeutsch Posts, die wenn überhaupt nur semi-interessant sind.

In meinen Gedanken lasse ich meinem Unmut freien Lauf, überlege kurz, ob ich das „weiße F“ nicht doch zur Gänze aus meinem Leben verbannen soll, verwerfe diesen Gedanken aber wieder und frage mich wutentbrannt, was denn bitte alles in so kurzer Zeit im Internet geschehen kann?! …

…wobei wir beim Thema wären: Was geschieht überhaupt in 60 Sekunden auf dem Superhighway, der Datenautobahn?

Bei meiner Recherche, die ich anfangs für recht aussichtslos hielt, da es meine kognitiven Fähigkeiten überstieg, mir vorzustellen, dass tatsächlich jemand zählt (oder eher ausrechnet), was so alles vor sich geht, stieß ich nach einiger Zeit auf eine Infografik, herausgegeben von der Statista GmbH aus Hamburg, laut eigenen Aussagen das „führende deutsche Statistikunternehmen im Internet“.1

Dieser Grafik ist u.a. zu entnehmen, dass pro Minute (!) etwa 1,9 Millionen „Likes“ und Kommentare von Facebook-Usern, sowie 411 gänzlich neue Mitglieder auf die Menschheit losgelassen werden.

In der Zeit, in der ich vielleicht 15 Atemzüge tätige, bearbeitet unser aller liebste Suchmaschine Google etwa 833.333 Suchanfragen, auf Youtube werden etwa 2,8 Millionen Videos angeschaut, 72 Stunden Videomaterial hochgeladen und via WhatsApp werden 4,2 Millionen Nachrichten verschickt.

In der Zeit, in der ich etwa zehn- bis 15-mal blinzle, werden etwa 86 Millionen Spam-Mails verschickt, 277.778 Tweets veröffentlicht und 1.005.579 Gigabyte an Daten übertragen.

In der Zeit, in der mein Herz etwa 50- bis 100-mal schlägt, entstehen aber auch rund 157.000€ an Schaden, verursacht durch sogenannten „Cyber-Crime“. Zeitgleich wiederum verbucht das marktführende E-Commerce-Versandhaus Amazon 77.036€ Umsatz (woran ich wohl durchaus nicht ganz unschuldig bin…).

Zwar sei die Grafik laut Statista eher „als nicht ganz ernsthafte Spielerei zu verstehen“2, dennoch sind die Zahlen, ob nun zu 100% richtig oder nicht, beeindruckend und regen zum Nachdenken darüber an, ob das „globale Dorf“ nicht viel eher eine Mega-Metropole der Quantität ist. Die Qualität lässt ja, wie meine eingangs geschilderte Wut beweist, bisweilen zu wünschen übrig. Aber das ist eine andere Geschichte…

Zur Veranschaulichung die Grafik2:

infografik_790_60_Sekunden_im_Internet_b

Quellen:

1 Statista GmbH: Über Statista. URL: http://de.statista.com/statistik/info/. (04.02.2013)

2 Brandt, Mathias (2013): 60 Sekunden im Internet. URL: http://de.statista.com/themen/42/internet/infografik/790/60-sekunden-im-internet/. (04.02.2013)

Mehr Waffen für mehr Freiheit?!

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Littleton, Columbine, Winnenden und zuletzt auch Newtown haben sich fest in das Gedächtnis von vielen Menschen gebrannt. Und jedes Mal kommen die laschen Waffengesetze in Amerika zur Sprache.  Schätzungsweise 30.000 Menschen sterben Jährlich durch Schusswaffen in den USA (n-TV).  Aber auch in Deutchland (siehe Winnenden) ist man nicht sicher vor Waffen. Die Frage, ob man Waffen in den USA komplett verbieten sollte ist weitläufig, allerdings hat selbst US Präsident Barrack Obama erkannt, dass es Handlungsbedarf gibt. Dennoch: Es sträuben sich zahlreiche Amerikaner (vorallem, aber nicht nur, Südstaatler) sogar gegen das Verbot von halbautomatischen Maschienengewehren, die unter Anderem von der US Army eingestzt werden. Häufig lautet das Argument: Wir müssen unsere Familien schützen. Doch wozu braucht man dann Kriegswaffen? Würde es (wenn schon) nicht auch eine normal Pistole tun um einen Einbrecher zu erschrecken bzw. hinzuhalten? Wohl nicht, aber eins steht fest: Die Wut der Amerikaner richtet sich gegen Obama, der schliesslich das Gesetz durchboxen muss. Die Vergleiche sind weitreichend und meiner Meinung nach ziemlich erschreckend.

Hier nur einige Facebookbeispiele: https://fbcdn-sphotos-h-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash3/72290_459094147488716_1646128498_n.png , https://fbcdn-sphotos-a-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash3/544039_485788838131635_335181771_n.jpg , https://fbcdn-sphotos-c-a.akamaihd.net/hphotos-ak-prn1/67917_466451883410302_1520744070_n.jpg

Man kann sich selbstverständlich über Obama und seine Politik streiten, ihn allerdings aufgrund der Waffendiskussion mit Hitler oder Stalin zu vergleichen ist ziemlich lächerlich und naiv. Die oben angegebenen Beispiele sind alle von US Amerikanern, die ihr right to bare arms behalten wollen. Die Frage die sich mir stellt ist wozu brauchen wir solche Waffen? Wir leben in einer Welt in der keine natürlichen Fressfeinde haben und in der wir unser einzigster Feind sind. Morde werden passieren und Menschen, die töten wollen, werden das auch mit einem Verbot schaffen. Allerdings braucht man ihnen den Weg zu einer Waffe nicht auch noch erleichtern und sie geradezu anpreisen.

 

Quellen:

DTH. AFP. Jedes Jahrsterben in den USA 30.000M Menschen durch Schusswaffen.17.12.2012.http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Jedes-Jahr-sterben-in-den-USA-30-000-Menschen-durch-Schusswaffen;art4306,1771318

Facebook

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Nächster Halt – Hollywood

geschrieben von in Allgemeines, Internet1 Kommentar »

Ein 22-jähriger Mediadesign-Student hat innerhalb 7 Monaten einen 3D-animiernten Sciencefiction-Kurzfilm “R‘ha” gedreht und im Netz veröffentlicht, der jetzt Interesse Hollywoods weckt. Der Name Kaleb Lechowski erscheint in vielen europäischen und amerikanischen Medien sowie sein Film selbst.
Schon mehr als 1 Million Benutzer haben zur Zeit den bei Vimeo gesehen!
Abgesehen von einigen kleinen Experimenten mit der kostenlosen Software Blender hatte Lechowski kaum Erfahrung mit der Produktion eines computeranimierten Films. Deshalb ist er sehr überrascht mit der Einladung zu Los Angeles von Scott Glassgold. Aber trotzdem hat er schon einige Ideen für einen Feature-Film auf der Basis von “R‘ha”.

Lässt uns das phantastische Resultat des Online-Medien-Beitrags geniessen!

Quellen:

1) Holmes, Kevin. “One Kid Wrote, Animated, and Directed This Insane Sci-Fi Short” in: The Atlantic. London 18.01.2013
2) Kühl, Eike. “Netzfilm der Woche “R‘ha”" in: Zeit Online Netzfilmblog. 20.01.2013

URL:
1) Adme.ru: http://www.adme.ru/vdohnovenie-919705/studencheskij-kinodebyut-privlek-vnimanie-gollivuda-458555/ (aufgerufen 20.01.2013)
2) http://blog.zeit.de/netzfilmblog/2013/01/20/lechowski-rha-kurzfilm-hollywood/ (aufgerufen 21.01.2013)
3) http://www.theatlantic.com/video/archive/2013/01/one-kid-wrote-animated-and-directed-this-insane-sci-fi-short/267320/ (aufgerufen 21.01.2013)

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Und jährlich grüßt das Weihnachtslied

geschrieben von in Internetradio, Medienkritik2 Kommentare »

Es ist ein schöner Wintermorgen. Du fährst mit deinem Auto durch die weiße Landschaft Deutschlands auf dem Weg zur Arbeit. Du fühlst sich pudelwohl, doch dann trifft dich nichtsahnend der „Last Christmas“-Weihnachtshammer. Der Running-Gag der weihnachtlichen Hörfunkwelt zerstört den wohltuenden Morgen: „Last Christmas I gave you my heart…“

Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact AG wollen 28 % der Befragten Autofahrer diesen Song nicht mehr hören.

Dieses Lied verdeutlicht die Einfallslosigkeit der deutschen Radiolandschaft. Es spielt einfach keine Rolle welchen Sender man einschaltet, ob ich nun Radio Hamburg höre, Antenne Bayern, RPR 1 oder Radio Berlin: das Programm ist fast immer identisch und redundant. Zur Weihnachtszeit wird das ganz besonders deutlich durch eben diesen Klassiker von Wham.

Wie kann es sein, dass ich innerhalb einer Stunde gefühlte zehn mal ein Lied von Rihanna, One Republic oder sonstigen Göttern des Mainstreamhimmels höre?

Wieso ist dieses Musikprogramm so unfassbar klein, wenn doch die Musikwelt eine so gigantische Auswahl bereithält? Mir ist klar, dass das Programm durch Marktforschungen erstellt bzw. angepasst wird, um somit ein möglichst breites Publikum glücklich zu machen und die für die Werbekunden relevante Zielgruppe zu treffen. Aber wird ein Radiosender dadurch nicht unfassbar belanglos? Wird er nicht einer von vielen?

Laut einer aktuellen Langzeitstudie der Universität Leipzig „Klangraum Internet“ nutzen nur noch 18 % der Jugendlichen in Deutschland das klassische Radiogerät regelmäßig und setzen fast ausschließlich auf die Angebote im Netz. 93 % derjenigen, die Youtube aufrufen, nutzen diese Plattform um Musik zu hören. 36 % der Musikhörenden im Netz surfen bestimmte Webradios an.

Aus meiner Sicht völlig verständlich, denn das Internet bietet verschiedene Möglichkeiten Musik zu genießen. Es ist dynamisch, steuerbar und bietet im Gegensatz zum Radio auch unbekannten Bands eine erhöhte Chance gehört zu werden.

Das klassische Radio wäre für mich eigentlich schon erledigt, hätte ich nicht Ego.fm, mit einem für mich interessanten Konzept, entdeckt. Die Redaktion hört auf die Wünsche der Hörer und ist selbst daran interessiert Musik zu senden, die gut und noch nicht durchgehört ist. Fritz Radio beispielsweise in Berlin/Brandenburg bietet ebenfalls eine interessante Musikauswahl. Ich hoffe, dass sich noch mehr Sender wie diese etablieren können: für mehr Vielfalt, für bessere Musik, für bessere Chancen unabhängige Musiker zu entdecken & für eine bessere deutsche Radiolandschaft.

 

Quellen:

Musikmarkt (2012): Studie: Klassisches Radio ist out, Youtube in, URL: http://www.musikmarkt.de/Aktuell/News/Studie-Klassisches-Radio-ist-out-YouTube-in (abgerufen: 23.12.2012)

Focus Online (2012): Bloß nicht Wham und keine roten Nasen, URL: http://www.focus.de/auto/news/weihnachtslieder-im-auto-bloss-nicht-wham-und-keine-roten-nasen_aid_876394.html (abgerufen am: 23.12.2012)

egoFM (2012), URL: http://www.egofm.de/ (abgerufen am: 23.12.2012)

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Weltuntergang: PROFITzeiung

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If you’re reading this story, it means one thing:  The World Didn’t End Yesterday.
NASA

Glaubt ihr an Weltuntergang oder seid ihr skeptisch?
Je näher 21. Dezember kommt, desto provokativer die weltweite Medienberichte darüber werden. Kaum gibt es ein Land, in dem niemand vom Thema “Ende der Welt” zu profitieren versucht. Außer den zahlreichen Internetseiten mit dicken Schlagzeilen wie “Weltuntergang-2012″, “21-Dezember-2012″ oder “Apokalypse-2012″ erscheinen immer wieder verschiedene Artikel in internationalen Zeitungen und Zeitschriften als ob es einen Wettbewerb in diesem Bereich gäbe.

Russische Werbefachleute sind zu Scherzen aufgelegt und sie haben schon eine Reihe witziger Plakaten vorbereitet. Ein im Netz verbreiteter Poster von “Avon” mit Markenclaim “Weltuntergang: hast du dich noch nicht geschminkt?” hat sie zu weiterer Parodien motiviert. Sie haben versucht die Werbungen von unterschiedlichen Produkten, Fernsehkanälen, Firmen und Brands darzustellen wie z. B. “CNN: Weltuntergang. Livesendung um 22 Uhr”, “Apple: Weltuntergang. Hast du noch nicht den modischen Zubehör?” oder “Instagram: Weltuntergang. Lass dein Look nie verloren sein!”

In französischen Medien geht ein Gerücht um, dass Dorf Bugarach in Pyrenäen der einzige Ort in Europa ist, in dem man die Apokalypse überleben kann. Der Bürgermeister Jean-Pierre Delord amüsiert sich darüber in Interviews und sagt, dass alle Kameras am 21. Dezember auf das Dorf gerichtet werden, so könnte er apropos zu Spenden für die Rettung des Berges aufrufen. Die Esoteriker möchten Pic de Bugarach auch vermarkten: Steine “von dem Ort, wo es keinen Weltuntergang gibt” werden schon im Internet zum Verkauf angeboten. Laut Meinung des Bürgermeisters könnte man den Berg beim Wegnehmen von Steinen einfach kaputt machen. Aber auf jedem Fall wird der Ort jetzt sehr attraktiv für Touristen.

Aber ein Bericht aus der USA bricht alle Rekorde der Popularität. NASA-Mitarbeiter haben einen Erklärungsfilm veröffentlicht. Dieser präsentiert alle mögliche Nachweise populärwissenschaftlich dafür, dass die Apokalypse am 21. Dezember 2012 nicht stattfindet. Der Film mit dem Titel “Why the World Didn’t End Yesterday” (“Warum die Welt gestern nicht zu Ende war”) sollte eigentlich nur am 22. Dezember zum Vorschein kommen. Da die NASA in ihrer Position so sicher ist, hat sie Release im Voraus gemacht.
Hier kann man sich überzeugen, dass “Wirklichkeit viel interessanter als Fiction ist”. Einige amerikanische Forscher teilen den Zuschauern mit, dass nicht nur der Maya-Kalender falsch interpretiert wurde, sondern auch kein großer Planet unsere Erde bedroht. Darüber hinaus erläutern die Astronomen, dass kein Sonnenausbruch so stark sein könnte um die Welt kaputt zu machen. Falls ihr noch Fragen habt, könnt ihr diese auf NASA-2012 Seite stellen oder viele angegebene Antworte lesen. Den Film haben über 1,5 Millionen Internet-Benutzer schon gesehen. Der Nasa Science News Artikel darüber hat zur Zeit 3,2k Facebook “Likes”. Stellt ihr euch vor, wie weit sich diese Information verbreitet hat.

Ich wünsche Allen frohe Weihnachten! (auf Erden oder jenseits ;)

Quellen:

Adme.ru. Werbung zum Weltuntergang (??????? ? ????? ?????) (12.12.12) http://www.adme.ru/naruzhnaya-reklama/reklama-k-koncu-sveta-449955/

Campbell, Jon. Christianpost.com., NASA Mayan Apocalypse Video Released Early: ‘Why World Didn’t End Yesterday’ Proves Dec. 21, 2012 Hoax? (13.12.12) http://www.christianpost.com/news/nasa-mayan-apocalypse-video-released-early-why-world-didnt-end-yesterday-dec-21-2012-hoax-video-86598/

Finger, Sarah. Le JDD., Bugarach : fin du monde, J-12 (08.12.12) http://www.lejdd.fr/Societe/Actualite/Bugarach-fin-du-monde-J-12-579969

NASA Earth. Nasa.gov. Beyond 2012: Why the World Won’t End (13.12.12) http://www.nasa.gov/topics/earth/features/2012.html

NASA Science. Science.nasa.dov. Dr. Tony Philips, Why the World Didn’t End Yesterday http://science.nasa.gov/science-news/science-at-nasa/2012/14dec_yesterday/

Przybilla, Steve. Spiegel.de., Apokalypse-Dorf in Frankreich: Weltenretter aus dem Ufo (26.09.12) http://www.spiegel.de/reise/europa/apokalypse-dorf-in-frankreich-a-857749.html

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Welche Zukunft haben wir mit einem Leistungsschutzrecht?

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Der Bundestag beschäftigte sich Anfang des Monats mit dem bereits langwierigen Entwurf für das Leistungsschutzrecht. Dabei handelt es sich um einen Gesetzesentwurf der das Urheberrecht von Verlagen, vor allem aber von Journalisten, schützen soll. Internetanbieter dürfen Produkte von Journalisten bisher kostenlos nutzen und verbreiten. Was aus diesem ungeregelten Abkommen geworden ist, war vielleicht vorher nicht absehbar. Internetunternehmen entwickelten ein Geschäftsmodell aus den „Snippets“ (Anreißer Texten). Jetzt soll das Leistungsschutzrecht regeln, wie das Verhältnis von Verlagen und beispielsweise Internetanbietern wie „Google“ oder „Bing“ aussehen soll. Diese sollen in Zukunft Lizenzen von den Verlagen erwerben, um deren Artikel in ihre Suchmaschinen aufnehmen zu dürfen. Großer Initiator oder Schirmherr des Ganzen ist der Axel Springer Verlag. Auch andere namenhafte Verlage äußerten sich positiv gegenüber dem Leistungsschutzrecht.

Das nötige Gesetz, welches das Anliegen der Presseverlage legitimieren soll, ist sogar im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Regierung festgelegt.
Vergleichbar ist es mit dem bereits vorhandenen Schutz von Musik. Label, Produzenten und Verfasser der Texte sind durch  Institutionen, wie die GEMA geschützt und werden für ihre Leistung, auf die jeder Internetnutzer theoretisch zugreifen kann, „belohnt“. Presseverlagen soll nun ein ähnliches Recht zustehen, allerdings wurde der Entwurf schon mehrmals im Kabinett überarbeitet. Der dritte, abgeänderte Entwurf wurde dafür nun genehmigt, enthält aber auch einige Änderungen.

Unklar bleibt weiterhin, wer eigentlich zahlen soll und wer insgesamt von einem  möglichen Gesetz betroffen ist. Im Vorhinein hat es Kritik gegeben, dass sich das Gesetz nur auf große Unternehmen wie „Google“ beziehen würde.
Die neue Fassung weist folgende Änderung auf:
“Zulässig ist die öffentliche Zugänglichmachung von Presseerzeugnissen oder Teilen hiervon, soweit sie nicht durch gewerbliche Anbieter von Suchmaschinen oder gewerbliche Anbieter von Diensten erfolgt, die Inhalte entsprechend aufbereiten.”

Betroffen vom eventuell bald kommenden Gesetz wären auch Newsaggregatoren (oder soziale Netzwerke wie Twitter), je nachdem wie das Konzept eines Blogs ist. Eins steht aber jetzt schon fest: Viele Fälle werden von Gerichten genau geklärt werden müssen.

Ist das Leistungsschutzrecht ein Schritt in die richtige Richtung zum Schutz der Printmedien oder einfach nur ein Clou der Verlage, um mit anderen Mitteln die zurückgegangenen Einnahmen zu kompensieren?

Seit Jahren zieht sich der Entwurf nun schon durch das Kabinett, „Google“ hatte zu Beginn des Gesetzesentwurfs selbst eine umstrittene Kampagne gestartet. „Verteidige dein Netz“ hieß es, User wurden zur Meinungsäußerung aufgefordert und auf der Google-Homepage konnten die Nutzer bei ihren Bundestagsabgeordneten direkt die eigene Meinung nachfassen.

Andere Länder, wie Frankreich und Belgien haben ähnliche Versuche unternommen, die Monopolbildung von „Google“ zu schwächen und das Recht der Journalisten zu stärken. Diese zeigen aber, dass ähnliche Beschlüsse auch nach hinten losgehen können und schädigend für die Verlage sind. Vielleicht aus Trotz entfernte “Google” nach einem durchgebrachten Gesetz zum Schutz von Pressetexten für Belgien alle Inhalte aus dem Google-Index, nicht nur aus der Google-News-Sparte. Ein herber Rückschlag für die Presseverlage, die auch von Klickzahlen abhängig sind oder zumindest davon leben, dass die Bevölkerung die Texte liest. Im Endeffekt baten die belgischen Verlage die große Suchmaschine wieder darum, die Artikel erneut bei den Suchergebnissen anzuzeigen.

Wie könnte eine weitere Zukunft aussehen, wenn das Gesetz zum Leistungsschutzrecht durchgebracht wird?
Wenn beispielsweise Google auf den Lizenzkauf verzichtet, werden alle deutschen Texte nicht mehr angezeigt. Entweder würden User direkt auf den Seiten der Zeitungen suchen, Google News also ignorieren, oder eben auf internationale Presse zurückgreifen, die bei Google News noch einsichtig ist.

Sicher ist, dass es noch etwas dauert bis das Gesetz endgültig legitimiert wird. Es wird Präzedenzfälle geben müssen und viele Gerichtsverfahren stehen bevor. Dennoch wird das Urheberrecht von Journalisten geschützt, aber ähnlich wie bei der Musikszene wird die starke Kritik nicht versiegen.

Quellen:
Reißmann, Ole (2012): Warum Google am längeren Hebel sitzt, in: Spiegel Online (23.10.12), URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/warum-google-am-laengeren-hebel-sitzt-a-862624.html, [9.12.12]

Müller-Neuhof, Jost (2012): Das Leistungsschutzrecht nutzt langfristig allen, in Der Tagesspiegel (3.12.12), URL: http://www.tagesspiegel.de/meinung/urheberrecht-das-leistungsschutzrecht-nutzt-langfristig-allen/7468206.html, [9.12.12]

Der Tagesspiegel (2012): Bundestag streitet über Schutzrecht für Verlagen, in: Der Tagesspiegel (30.11.12), URL: http://www.tagesspiegel.de/politik/netzpolitik-bundestag-streitet-ueber-schutzrecht-fuer-verlage/7461892.html, [10.12.12]

Sauerbrey, Anna (2012): Die Verlage sind neidisch, in: Der Tagesspiegel (30.8.2012), URL: http://www.tagesspiegel.de/meinung/leistungsschutzrecht-die-verlage-sind-neidisch/7071012.html, [8.12.12]

Niggemeier, Stefan: Ein Kartell nutzt seine Macht: Wie die Verlage für das Leistungsschutzrecht kämpfen (14.8.2012), URL: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ein-kartell-nutzt-seine-macht-wie-die-verlage-fuer-das-leistungsschutzrecht-kaempfen/, [7.12.12]

Wragge, Alexander: Dritter offizieller Entwurf zum Leistungsschutzrecht im Volltext, in: irights.info (28.8.2012), URL: http://irights.info/index.php?q=node/2266, [10.12.12]

Biermann, Kai: Leistungsschutzrecht zielt auf Google, ohne zu treffen, in: Zeit online (29.8.12), URL: http://www.zeit.de/digital/internet/2012-08/Leistungsschutzrecht-kabinett, [10.12.12]

Rieger, Frank: Eine unheilige Scheindebatte, in: Faz.net (3.12.12), URL: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/leistungsschutzrecht-eine-unheilige-scheindebatte-11980457.html, [10.12.12]

Horchert, Judith, Lischka, Konrad und Reißmann, Ole (2012): Was das Leistungsschutzrecht soll, in Spiegel Online (27.11.12),URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/fragen-und-antworten-was-das-leistungsschutzrecht-soll-a-869464.html , [9.12.12]

 

Der Papst geht online

geschrieben von in Allgemeines, Internet3 Kommentare »

@Pontifex: Benedikt XVI. ist nun also auch unter das Twitter-Volk gegangen. In Zukunft will das Kirchenoberhaupt in acht Sprachen online den göttlichen Segen sprechen. Darüber hinaus sollen Menschen so die Möglichkeit bekommen, dem Oberhaupt der katholischen Kirche Fragen zu stellen, die ihnen schon immer unter den Nägeln brannten. Das Ganze läuft über #askponitifex. Ein virtueller Beichtstuhl mit integrierter Sündenvergebung?

Die päpstliche Netzeroberung scheint anzukommen: Das englischsprachige Konto hat bereits  innerhalb kürzester Zeit 120 000 Follower erreicht. Der vatikanische Videokanal auf Youtube hat etwa 36 000 Abonnenten.

Ein Schritt in die Moderne, der mich schmunzeln lässt. Papst Benedikt XVI. gilt als konservativ, Kondome und homosexuelle Ehen sind ihm ein Dorn im Auge, das Überdenken des Zölibats: ein no-go im Vatikan. Schlagzeilen über Misshandlungen werden totgeschwiegen, daran ändern auch facebook und Twitter nichts. Also wieso diese Schein-Modernität mit dem Weg ins Social Web? Sollte man im Vatikan nicht erst einmal über die aktuelle Situation der Kirche nachdenken und eventuelle Veränderung in Betracht ziehen, statt den Weg in die sozialen Netzwerke einzuschlagen und damit Modernität vorzugaukeln?

Vielleicht interpretiere ich jedoch auch zu viel in den Twitter-Beitritt des Papstes und das Ganze gehört eigentlich zu einer fein ausgeklügelten Werbekampagne, sich bei Jugendlichen (wieder) populärer zu machen… Bei mir ist das Ganze jedenfalls nach Hinten losgegangen.

Quellen:

Focus online (2012): Gezwitscher aus dem Vatikan. Papast Benedikt XVI. legt als @pontifex auf Twitter los (03.12.2012). In: Focus online.  URL: http://www.focus.de/panorama/welt/gezwitscher-aus-dem-vatikan-papst-benedikt-xvi-legt-als-pontifex-auf-twitter-los_aid_873659.html (abgerufen am 04.12.2012).

Financial Times Deutschland (2012): Twitter-Botschaften aus Rom. Fragen Sie den Papst (04.12.2012). In: Financial Times Deutschland. URL: http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:twitter-botschaften-aus-rom-fragen-sie-den-papst/70124936.html (abgerufen am 04.12.2012)

Süddeutsche.de (2012): Pontifex im Social Web. Papst tritt der Twitter-Gemeinde bei (03.12.2012). In: Süddeutsche.de. URL: http://www.sueddeutsche.de/digital/ponitfex-im-social-web-papst-tritt-der-twitter-gemeinde-bei-1.1540534 (abgerufen am 04.12.2012).

Das Image Obamas – ein konstruiertes Weltbild?

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Die Präsidentschaftswahl in den USA hat in diesem Jahr ein beispielloses mediales Interesse ausgelöst. Die beiden Kandidaten Mitt Romney (Republikaner) und Barack Obama (Demokraten) lieferten sich einen ungemeinen Schlagabtausch, der in der ganzen Welt mit großem Interesse wahrgenommen wurde. In der Wahlnacht am 06.11.2012 lud Markus Lanz mehrere Experten (Botschafter Philip D. Murphy, die Journalisten Michael Spreng und Georgia Tornow, Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel und Autor Eric T. Hansen)1 zu einer Spezialausgabe seiner gleichnamigen Talkshow ein und diskutierte unter anderem mit Ihnen über die vermeintliche Annahme, dass der amtierende Präsident Obama in Deutschland zweifellos besser dastehe als sein Herausforderer Mitt Romney.

Seltsamerweise blieb der Kampf ums Weiße Haus bis zur Wahlnacht unglaublich spannend, hatte sich Mitt Romney doch eigentlich schon vor Monaten selbst demontiert und damit Barack Obama einen Stimmenanteil von 85% verschafft – allerdings in Deutschland.1 Wie kann es sein, dass wir in Deutschland derart von Präsident Obama überzeugt sind, wohingegen sich in Amerika das wohl spannendste Duell aller Zeiten abgespielt hat? Bekommen wir in Europa nicht alles mit, erreichen uns die Nachrichten in verzerrter Weise oder sehen wir Obamas Qualitäten durch eine “rosarote Brille”?

Das erste TV-Duell, das dem Amtsinhaber fast zum Verhängnis geworden wäre, das nahmen auch wir als Niederlage wahr. Doch unvorstellbar für uns, dass dies allein ausschlaggebend für den Ausgang des Wahlkampfes sein sollte. Doch es scheint noch mehr Gründe dafür gegeben zu haben, dass es derart eng werden würde. Haben wir ein anderes Bild von Obama als die Amerikaner? Wurden unsere Nachrichten zu Gunsten des jetzigen Präsidenten manipuliert und ein fast ausschließlich positives Weltbild von ihm konstruiert?

So sind uns sämtliche Patzer von Mitt Romney präsent, ob das seine verbale Entgleisung war, in der er Wähler Obamas als “Opfer” bezeichnetet oder als er den Irak mit dem Iran verwechselte.1 Romney´s Fehltritte fanden größeren Anklang in unserer Berichterstattung und wurden hierzulande als eine Art des in den USA sehr verbreiteten “negative campaigning”1 gegen ihn gebraucht. So lautete beispielsweise eine Schlagzeile der Financial Times Deutschland vom 17.10.2012 “Obamas Kampfgeist und Romneys Patzer”.2 Herr Eric T. Hansen erklärte passend dazu, dass in Deutschland Obamas Fehltritte oder verbale Entgleisungen meist beschönigt und weitreichend erklärt werden, wohingegen gegenüber Romney keinerlei Gnade gezeigt wird.

Herr Hansen nahm den Herausforderer in Schutz, und wies auf die übertriebene Negativität in der Berichterstattung über den Republikaner hin.1 Lanz stellte gar die These in den Raum, dass in Deutschland “tendenziell Demokraten eher gut und Republikaner eher böse sind”.1 Wir bekommen, so scheint es und bejahen es die Experten in der Talkrunde, ein verzerrtes Bild der Parteien und ihrer Kandidaten vermittelt und nach Herrn Hansen sind es “die Mehrzahl der deutschen Zeitschriften, die das kolportieren”.1

Wir bekommen also, natürlich oberflächlich betrachtet und auf den Otto Normalverbraucher zugeschnitten, ein Bild übermittelt, das verzerrt und manipuliert ist. Dies erklärt auch die Diskrepanz zwischen dem engen Wahlkampfendspurt in den USA und dem eindeutigen, jedoch fiktiven Ergebnis in Deutschland. In diesem Fall stehen sich ein überzogen, kritisches Bild des Republikaners Romney und die euphemistische Darstellung des Demokraten Obamas gegenüber. Wir hier in Deutschland, wir sehen es so, weil die Medien es uns durch ihre Brille vermitteln. Und es kam so, wie es kommen musste: das Gute konnte das Böse, in diesem Fall Mitt Romney, der es auf der Zielgeraden noch einmal spannend machte, besiegen. Happy End.

1 Lanz, Markus (2012): Markus Lanz, Video vom 6. November 2012, http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/1539970#/beitrag/video/1769028/Markus-Lanz-vom-6-November-2012 (abgerufen am 10.11.2012)

2 Zöttl, Ines (2012): Obamas Kampfgeist und Romneys Patzer, 17.10.2012, http://www.ftd.de/politik/international/:us-wahl-2012-obamas-kampfgeist-und-romneys-patzer/70105319.html (abgerufen am 10.11.2012).

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Abenteuer in Uniform – Die „Bravo“ hilft der Bundeswehr beim Rekrutieren

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Bild: Screenshot www.bravo.de

Bist du ein Berg- oder Beachtyp fragt das bekannte deutsche Jugendmagazin „Bravo“ und man ahnt, dass es sich schon wieder um so einen blöden Psychotest handelt. Falsch gedacht. Dieses Mal hat die „Bravo“ etwas viel besseres auf Lager: Sie schickt Jugendliche nach Sardinien oder in die Berge, damit sie herausfinden können, wer sie sind – in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr. Will die Bundeswehr auf diese Weise neue Soldaten rekrutieren? Was wird da vor sich gehen am Beach oder in den Bergen.

Action, Adrenalin, Abenteuer!

Die Herausforderung deines Lebens wartet auf dich! Bundeswehr-Adventure Camps 2012“ – mit diesem Slogan wirbt die deutsche Armee seit Neustem auf dem Youtube-Kanal der „Bravo“. Und auch auf der Internetseite findet man unter der Rubrik „Specials“ Informationen über die „Adventure Camps“. Bundeswehr-Ferienlager bei der Luftwaffe auf Sardinien oder den Gebirgsjägern in den Berchtesgadener Alpen – für jeden ist was dabei. Das Werbevideo ist auf jeden Fall super gemacht. Schaut man es sich an wird man sofort angesprochen und ist motiviert dabei zu sein und mit zu machen. „Liebst du das Abenteuer? Suchst du die Herausforderung? Bist du topfit?“ Natürlich bin ich das! Außerdem verspricht die Bundeswehr „krasse Wasserwettkämpfe“, „crazy Strandspiele“ und dazu noch „Lagerfeuerparties“ – wer will sich das denn schon entgehen lassen? „Und das Beste daran: für den Spaß musst du absolut nichts bezahlen!“ Ich bin dabei! Aber so was von! Das brauch man sich doch nicht zweimal zu überlegen.

Wie es aussieht ist es in der Bundeswehr wohl doch nicht so gefährlich. Es macht sogar richtig Spaß. Informationen über Risiken einer etwaigen Beschäftigung bei der Bundeswehr oder mögliche harte Einsätze: Nicht die Bohne!

Protestaktionen gegen den Werbespot

Diverse Protestaktionen sind schon gegründet und auch Kinderrechtler finden den Werbespot der Armee auf der Internetseite und dem Youtube Kanal der „Bravo“ inakzeptabel. Ralf Willinger, Referent für Kinderrechte bei terre des hommes Deutschland sagt: „Die Bundeswehr sollte sich bei ihrer Nachwuchswerbung auf Erwachsene beschränken und nicht Kinder und Jugendliche locken, die leicht beeinflussbar sind und kaum einschätzen können, was eine Verpflichtung und die damit verbundenen Auslandseinsätze für sie bedeuten können – schon gar nicht, wenn sie darüber nicht informiert werden“. Zudem ist es für ihn nicht verständlich, warum die „Bravo“, die ja eine der meistgelesenen Jugendzeitschriften ist, bei solchen Aktionen mitmacht und der Bundeswehr sogar eine Plattform anbietet, junge naïve Menschen zu manipulieren.

Mitarbeiter der Bauer Media Group, die unter anderem auch die „Bravo“ herausgeben, sehen das Ganze nicht so eng. „Weshalb sollte die Bundeswehr als Teil unserer demokratischen Gesellschaft nicht in „Bravo“ werben?“ Jedoch lassen sich nicht alle Jugendlichen von dem Werbespot der Bundeswehr auf dem Bravo-Youtube-Kanal ein. „Verpisst euch mit dieser abgefuckten Propaganda, und dann noch irgendwelchen Jugendlichen sowas versuchen schmackhaft zu machen, einfach widerlich!“ Mittlerweile sind die Kommentare für dieses Video deaktiviert. Warum wohl?

Auf einer Facebookseite wird trotzdem heftig weiter diskutiert: „Demokratische Armee? Wo? Diese Armee wird zurzeit eher vorbereitet um mögliche Volksaufstände nieder zu knüppeln. Und sogar schießen/töten dürfen diese feinen Leute. Wenn dies noch jemand wirklich als Demokratie ansieht, was hier grad zur Zeit abgeht, dann gute Nacht! Augen mal besser auf machen! Wir haben schon lange keine Demokratie mehr bzw. hatten noch nie eine! Aber schlaft ruhig weiter, ihr Scheinstaatmichel! :D

Auch Spiegel Online hat erkannt: “Das ist kein Abenteuer”

“Wegen der Aussetzung der Wehrpflicht muss die Bundeswehr stärker um Nachwuchs buhlen als früher. Wehrdienstberater und Jugendoffziere besuchen zwar schon seit Jahrzehnten Schulen und informieren über eine Karriere bei der deutschen Armee. Inzwischen wurden aber auch erste Karriereberatungsbüros eröffnet, und die Truppe wirbt zunehmend mit Anzeigen in verschiedenen Medien.” schreibt Spiegel Online. Und auch taz.de schreibt auf ihrer Startseite über die Adventure Camps der Bundeswehr und die “Bravo”. “Die Kinderrechtler von terre des hommes haben mittlerweile eine Onlinepetition eingerichtet, mit der die Unterzeichner gegen die „Bundeswehr-Adventure Camps“ protestieren können. Adressaten sind die Bauer Media Group und das Bundesverteidigungsministerium. Der Appell: Man möge doch künftig bitte darauf verzichten, in Kinder- und Jugendmedien „irreführende Werbeaktionen für die Bundeswehr durchzuführen, die die Gefahren des Soldatenberufs verharmlosen,“ so taz.de.

Es scheint als sei die “Bravo” ohne ihren Dr. Sommer nicht mehr das Gleiche..

Immanuel Kant gratuliert dem Smartphone zu seinem 5. Geburtstag

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DAS SMARTPHONE WIRD 5 JAHRE ALT – HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

Die Spiegel-Titelstory nennt das Smartphone zu seinem 5-jährigen Jubiläum sogar eine Weltrevolution und erzählt den Revolutionsweg aus einer Perspektive, aus der sich vor allem Veränderungen erahnen lassen, die uns individuell in unterschiedlichem Ausmaße treffen könnten:

 „Das Smartphone hat die Politik verändert, die Wirtschaft, die Gesellschaft und ihre kompletten Kommunikationsstrukturen. Es wäre also überraschend, wenn es den Benutzer selbst nicht verändern würde.“

Die Vorstellung, dass sich Forschungseinrichtungen damit beschäftigen, die Sinne des Menschen durch implantierbare Technik zu erweitern oder dadurch sogar neue Sinne zu schaffen und dabei noch Begriffe wie Cyborg verwenden, könnte nicht nur Auszug aus einem Science-Fiction-Drehbuch sein: so ungefähr lautet das Selbstverständnis der selbsternannten Cyborgs und deren wissenschaftliche ZielsetzungInteressanterweise lässt sich dieser neue Mensch in seiner Forschung von Natur und Tierwelt inspirieren. Diskutiert werden technische Ansätze, die ermöglichen sollen, dass neue Fähigkeiten angeeignet werden können, die über die normal menschlichen Sinne hinausgehen.

Der amerikanische Cyborg Tim Cannon, der sich einen eleganten Magneten unter die Fingerkuppe hat implantieren lassen, beschreibt den Aufstieg der Cyborgs als unabdingbar. Nachvollziehbarer wird derartiges Zukunftsdenken vor allem dann, wenn uns der Weg, den wir bereits eingeschlagen haben, in ein – vorsichtig ausgedrückt -  technikfreundliches Kommunikationszeitalter zu führen scheint. Tim Cannons Formulierung klingt da schon etwas dramatischer und liest sich vielleicht etwas stirnrunzelnd:

“Du wirst es tun, oder du wirst zurückbleiben. Du hast keine Wahl. Es wird seltsam und ungemütlich und angsteinflößend werden. Aber entweder machst du mit, oder du könntest bald als veraltet gelten.”

Dem längeren Beitrag Cyborg America auf www.theverge.com, der sich mit der ungewohnten Welt der Biohacker oder Cyborgs beschäftigt, lässt sich noch ein Satz entnehmen, der den Wandel hin zu einer neuen Technik versucht deutlich zu machen:

„Gone are Microsoft’s windows into the digital world, replaced by a union of man and machine: the iPhone or Android.“

Auch wenn wir als „union of man and machine“ für manche nur schwer vorstellbar sind: schon längst geben wir ein ähnliches Bild ab. Längst haben wir uns für diesen Weg entschieden. Vor allem dann, wenn 2007 122,3 Mio. Smartphones weltweit verkauft wurden. Wenn sich 2012, nur 5 Jahre nach dem Geburtstag einer vermeintlichen Weltrevolution, sich die Zahl solcher Revolutionsgeräte auf 686 Mio. erhöht hat. Wenn täglich doppelt so viele Smartphones verkauft wie Babies geboren werden. Wenn schon heute insgesamt jeder dritte Bundesbürger und sogar jeder zweite der unter 30-Jährigen, ein Smartphone benutzen. Wenn auch schon anhaltende Diskussionen von Soziologen, Kommunikationswissenschaftlern, Technikexperten oder Psychologen längst damit begonnen haben, ähnliche Zukunftsbilder zu zeichnen: zu sehen sind  Zwitterwesen aus Mensch und Maschine, Cyborgs, die durch eine im wahrsten Wortsinn unter die Haut gehende implantierbare Technik, sog. subkutane LED-Displays, neue Kommunikationsmöglichkeiten erahnen lassen. Und wenn technische Geräte bereits ein nur schwer durchschaubares Potential entwickelt haben, das nicht nur unsere Kommunikations- und Interaktionsfähigkeiten und -Gewohnheiten  zu verändern droht.

In Interviews mit Psychologen wie George Pennington wird der technische Siegeszug aus einer deutlich kritischeren Sichtweise betrachtet: das 5-jährige Geburtstagskind sei etwas wie das Sklavenhalsband des 21. Jahrhunderts schreibt er. Es drohe geistige Bequemlichkeit und ließe uns nicht mehr in Ruhe. Eine neuartige Form technischer Abhängigkeit entstünde. Die Dimension der Kontrolle wird aber gleichzeitig kontrastiert mit einer anderen Dimension: Freiheit. Der Artikel verweist auf den Arabischen Frühling. Sowohl bei dessen Organisation als auch bei der Kommunikation innerhalb der Widerstandsbewegungen spielten die Revolutionsgeräte eine entscheidende Rolle. Im weiteren Verlauf des Spiegelbeitrags wird dessen Spannungsverhältnis beider Dimensionen auf den Punkt gebracht:

„Somit ist das Smartphone eine Art Symbol von Reform-, Revolutionsbewegungen und moderner Sklaverei gleichermaßen. Einerseits Freiheit und anderseits totale Kontrolle.“

Vor dem gesamten Hintergrund könnte der neuen mobilen Technologie eine zentrale Schlüsselrolle zugeschrieben werden, wenn wir uns nachhaltig mit derartig kollektiven Kommunikationsprozessen beschäftigen wollen. Neben globalen und kollektiven Welten werden beim Lesen auch immer wieder Auswirkungen auf den Einzelnen beschrieben und wie dieser in Beziehung zu seiner persönlichen kleinen Maschine steht, „die in der Lage ist ein gesamtes Weltwissen zu kanalisieren.“ Zu jeder Zeit und an vielen Orten kann dieses sog. Weltwissen auch abgerufen werden. Egal, ob Freunde, die abendfüllende Überlegungen anstellen, um Filmtitel, Songtexte oder auch vergangene historische Ereignisse zu rekonstruieren oder ob Studierende sich in einer Klausur den Kopf über Begriffe oder Fakten zerbrechen. Nicht nur das mobile Internet hält da viele Antworten bereit sondern auch die eigene Musikbibliothek oder Bildersammlung. Verständlicherweise wird vor allem hier betont, dass die Macht der Sklaverei nicht vom Gerät selbst ausgehe sondern im Ermessen des jeweiligen Nutzers zu finden sei. Nicht das Gerät würde uns versklaven sondern man versklave sich höchst selbst durch die Bereitschaft zu bedingungsloser Erreichbarkeit.

 

WAS IST AUFKLÄRUNG?

Wir würden uns also höchstselbst versklaven: Selbstverschuldung sozusagen.Vielleicht bis hin zur selbstverschuldeten Unmündigkeit. Ganz neu klingt das nicht. Auch wenn es Ende des 18. Jahrhunderts zwar noch keine Smartphones gab, könnte sich Immanuel Kants Einleitung zu seinem Aufsatz Was ist Aufklärung? als eine alt überlieferte Smartphone-Kritik lesen, wenn er schreibt:

 „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“

Die fremde Leitung wird bei Kant vielleicht weniger von technischen Geräten als mehr von Bevormundung oder menschlichen Lastern wie Faulheit oder Feigheit verkörpert: „es ist bequem, unmündig zu sein“ – dennoch: anhaltende sozial- und medienwissenschaftliche Diskussionen und Kritiker beschreiben, inwiefern genau solche oder zumindest ähnliche Begriffe oder die eingangs erwähnte Gefahr der geistigen Bequemlichkeit einen immer größer werdenden Stellenwert erlangen werden. Einer ähnlichen, an Intensität zunehmenden Diskussion zufolge, hat sich das Internet und dessen mobile Nutzung zu einem fast schon elementaren Dreh- und Angelpunkt unseres Kommunikations-, und Interaktionsverhaltens entwickelt. Ein Medium also, das es geschafft hat, innerhalb nur einer Generation, nicht nur unsere gewohnten Kommunikations- und Interaktionsstrukturen stark zu verändern sondern sich ebenso auf unsere Sprachgewohnheiten auszubreiten droht.

Aber zum Verteufeln reicht das Ganze eigentlich noch nicht. Dazu muss man erst wissen, wen es zu verteufeln gilt, denn ein gewisser Grad an Technik ist schon längst zu einem zentralen Baustein unserer Kommunikation geworden. Sowohl der Spiegelbeitrag, die Cyborgs, Psychologen und Soziologen als auch viele andere Wissenschaftler sind sich darüber bewusst. Gefährlich wird es dann, wenn soziologische Auffassungen bereits so weit gehen und beschreiben, inwiefern das Smartphone bereits wichtige psychologische und soziologische Veränderungen herbeigebracht hat. Solchen Meinungen zufolge schreiben wir lieber, als zu sprechen. Es gäbe weniger echte Unterhaltungen. Statt direkt miteinander zu sprechen, wird mehr schriftlich kommuniziert. Ein Wandel, der es ermögliche menschlichen Kontakt zu reduzieren und sich zum Teil vor sozialen Situationen zu verstecken. Könnte das auch Faulheit und Feigheit geschuldet sein? Eine Art Luxus der Unmündigkeit, den wir uns mit wachsender Begeisterung aneignen wollen? Die US-Soziologin  und Technologieexpertin Sherry Turkle vertritt die Ansicht, dass diese neue Technik eine Vision einer Welt fördert, in der jeder nur noch Einzelkämpfer sei:

 Ich allein entscheide, wem oder was ich wann Aufmerksamkeit schenke. Mobile Internetwelt untergräbt Gemeinsinn. Wir verlieren die Fähigkeit allein mit uns selbst zu sein.“

Wenn man sich derartige Auffassungen mal auf der Zunge zergehen lässt, dann werden Auswirkungen auf unsere Sprachgewohnheiten nicht ausbleiben. Der Spiegelartikel lässt auch einen kleinen Einblick in eine neue Welt der Sprache zu: „Man kommuniziere sich in Sprachlosigkeit. SMS, kurze Nachrichten zerlegen Dialoge in kleineste Bestandteile, die oft kein Ganzes mehr ergeben.“ Wir würden uns durch unsere ständige Benutzung selbst daran hindern mit unserem Umfeld persönlich zu kommunizieren. Unterstützende Kommunikationsmerkmale wie Gestik, Mimik und Körpersprache blieben auf der Strecke. Nicht nur Missverständnisse und kommunikative Veränderungen finden in einer solch partikularen Kommunikation genug Raum sondern für soziale Bindungsstörungen ist auch noch genug Platz.

Wenn Sprache als ein konstitutives Merkmal der Medien betrachtet wird, wenn verschiedene medienwissenschaftliche Fragestellungen oft auf sprachwissenschaftlichen Theorien gründen und wenn dann das Internet in Hosentaschenformat innerhalb  weniger Jahre zum Teil tiefgreifende Veränderungen in unseren Sprachgewohnheiten verursacht, sollten die Wechselwirkungen zwischen unserer Sprache und den Medien gründlicher beleuchtet werden als je zuvor. Vielleicht auch dahingehend, inwiefern sich unsere wachsende Kommunikationsgeschwindigkeit auf mediale Kommunikationsmerkmale ausübt. Dass wenn sich unsere Kommunikation zunehmend beschleunigt, Auswirkungen auf deren Inhalte, Qualitäten, Gewohnheiten, Formen und Regeln nicht ausbleiben werden solange wir es verlernen zu entschleunigen oder unsere Probleme von einer Technik lösen zu lassen, die es schafft, uns vor Probleme zu stellen, die wir vorher nicht hatten.

Der Spiegelbeitrag schließt mit einem eher ethisch-moralischem Denkanstoß, der eine ganz andere Dimension einer vermeintlichen Weltrevolution erblicken lässt.

“Der Kampf der vier ist nicht einfach nur ein Ringen von Konzernen um die Spitze, wie es in jeder Branche vom Softdrink bis zum Maschinenbau üblich ist. Es geht vielmehr darum, was das Internet mit unserer Kultur und unseren Köpfen macht, welche Ideale in Zukunft gelten – und welche Ideologien.”

http://www.theverge.com/2012/8/8/3177438/cyborg-america-biohackers-grinders-body-hackers

http://www.zeit.de/digital/internet/2012-08/cyborg-neil-harbisson-biohacking-campus-party/komplettansicht

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/interview–manche-denken–dann-geht-die-welt-unter-,10809148,11043270.html

http://meedia.de/internet/mobiles-netz-und-web-tv-boomen/2012/08/20.html

DER SPIEGEL Heft 27/2012. Titelstory: Sei doch mal still! – Anleitung zu einer digitalen Diät

Sprachliche Unvollkommenheit in den Medien: “I look not back, I look in front!”

geschrieben von in Fernsehen, Internet, MedienkritikKommentare deaktiviert

Eigentlich lässt sich bereits an der Wortwahl erahnen, von wem dieser „bedeutende“ Satz stammt.

Und eigentlich könnte man annehmen, dass Personen mit derartigen Englisch Kenntnissen keine herausragende Stellung in der Gesellschaft genießen. Doch sein Können hat ihn zu einem der angesehensten Größen im Profifußball gemacht. Er ist ein Rekordnationalspieler, war Europas Nationalspieler des Jahres und sogar Weltfußballer des Jahres. Seit seiner Entlassung 2011 möchte ihn jedoch kein Verein mehr als Trainer haben. Und so versucht er anderweitig die mediale Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Seien es Frauengeschichten, oder seine zahlreichen Englisch-Fauxpas in der Öffentlichkeit, Lothar Mattäus scheint zu wissen, wie er vorgehen muss, um von den Medien beachtet zu werden. Allerdings ist fraglich, ob er weiß, wie er auf die Allgemeinheit wirkt.

Der bayrische Comedian Christian Böttcher hat Lothars sprachliche Fähigkeiten längst für sich entdeckt und imitiert den Fußballprofi regelmäßig in seinem Programm. Auch der Radiosender Bayern3 weiß den hohen Unterhaltungswert der Imitation zu schätzen und stellt Böttchers „Fränglisch mit Loddar“ seit Jahren einen Sendeplatz zur Verfügung. 2010 wurde das zugehörige Buch veröffentlicht, in dem der Fußballstar mit gewohnt lustigen Englisch-Kenntnissen, Lebensweisheiten und Tipps für die Zukunft verrät.

Der Erfolg des Fränglischen ist aus Böttchers Sicht leicht zu erklären:

„Die Faszination des Fränglischen kommt natürlich daher, dass wir alle Englisch gequält sind [...] und man muss dieser Qual auch etwas Positives abgewinnen. Zum Glück gibt es leuchtende Vorbilder, wie unseren Ex-Bundespräsidenten Lübke, dem ja angedichtet wird, dass er „equal goes it loose“ gesagt haben soll. Und [...] Günther Oettinger ist natürlich ein gefundenes Fressen, wenn solche Menschen tatsächlich beweisen, dass sie auch in höheren Positionen das Englische nie kapiert haben. Das ist tröstlich für den Großteil der Bevölkerung.“

 

FOCUS Online (04.05.2011): Wutanfall als Klickhit. Lothar Mattäus giftet vor laufenden Kameras. URL: http://www.focus.de/digital/videos/wutanfall-als-klickhit-lothar-matthaeus-giftet-vor-laufenden-kameras_vid_24695.html (Stand: 17.07.2012)

 

Man könnte meinen, die Programmleitung des Fernsehsenders VOX dachte anfangs ähnlich und wolle von Lothars sozialen sowie sprachlichen Unkenntnissen profitieren, um möglichst viele Zuschauer bei Laune zu halten. Da die produzierte Doku-Soap „Lothar-Immer am Ball“ wohl nicht die gewünschte Reichweite erzielte, wurde die Sendung in das Nachtprogramm verlegt.

Auch wenn Lothar Mattäus’ sprachliche Unwissenheit einen hohen Spaßfaktor hat, ist es schwierig, über dessen allgemein fehlende Kompetenz hinweg zu schauen. Schließlich sieht man nicht gerne dauerhaft dabei zu, wenn mit jeder Folge das Niveau abnimmt. Eine gute Sache muss der Doku-Soap jedoch zugesprochen werden. Dem Comedian Christian Böttcher wird außerordentlich viel Nährboden für sein Programm geboten. Und darüber lässt sich wiederum gut lachen.

 

Quellen:

Spiegel Online:  http://www.spiegel.de/kultur/tv/lothar-matthaeus-doku-soap-klug-wie-ein-kuehlschrank-a-840206.html

FOKUS Online: http://www.focus.de/digital/videos/wutanfall-als-klickhit-lothar-matthaeus-giftet-vor-laufenden-kameras_vid_24695.html

Podcast.de. Fränglisch mit Loddar:  http://www.podcast.de/podcast/16362/

Youtube.de. Loddar and his perfect english – incl. subtitle: http://www.youtube.com/watch?v=uKHPcwMHGVw&feature=fvwrel&NR=1

 

 

 

Kony 2012 – Kritik an der Kritik

geschrieben von in Internet, Internet und PolitikKommentare deaktiviert

Die Kony2012-Debatte ist dominiert von den Kritikern. Dabei nutzen diese häufig ebenso zweifelhafte Argumente

1. “So ein Scheiß!” Klar, Kritik ist immer gut. Nur: Grundsätzlich löst die Debatte Apathie und Resignation aus: Im Bezug zur eigentlichen Kampagne, aber auch zur Entwicklungszusammenarbeit insgesamt. Dabei sollte beispielsweise dem anhaltenden Bürgerkrieg in der DR Congo etwas entgegengesetzt werden. Taten wären angebracht

2. “Die Kampagne unterstützt den ugandischen Diktator Museveni.” Die Kritiker beziehen sich auf folgende Tatsachen: Der zentrale Erfolg der NGO Invisible Children ist die Entsendung von US-Militärberatern an die ugandische Armee. Diese untersteht Museveni. Museveni ist ein Diktator. Häufig jedoch betonen dieselben Kritiker, wie gut das Leben in Uganda mittlerweile sei. Im Vergleich zum früheren Herrscher Idi Amin – und zu Jopseph Kony! – ist Museveni ein Lamm. Es ist berechtigt, das kleinere Übel dem größeren vorzuziehen

3. “Kony ist gar nicht in Uganda.” Das stimmt, das behauptet das Video aber auch nicht. Das Video ersucht erstens um die Unterstützung der Militärberater-Mission und will zweitens diffus Öffentlichkeit schaffen, um Kony gefangen nehmen zu können.

4. “Invisible Children verdient viel Geld mit der Aktion.” Wir sind alle Teil eines Wirtschaftssystems, in dem es darum geht, Geld zu verdienen. Kritiker sollten dieses Wirtschaftssystem kritisieren.

5. “Das Video könnte zu einem Militäreinsatz führen.” Bei Militäreinsätzen sterben viele Menschen. In Zentralafrika sterben ständig Menschen. Der Congo ist ein Hexenkessel. Das Video fordert, gesellschaftliche und politische Akeure aufmerksam zu machen. Einem Militäreinsatz müsste ausführliche Recherchen vorausgehen, um ihn möglichst effizient zu gestalten. Die Situation ist aktuell kaum einzuschätzen. Geheimdienste werden mehr wissen. Es fällt mir nicht leicht, aber ein Attentat auf Joseph Kony wäre ein Anfang.

 

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www.youtube.com/watch?v=Y4MnpzG5Sqc

http://www.kony2012.com/

de.wikipedia.org/wiki/Kony_2012

http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-04/Kony2012-Tag

http://www.sueddeutsche.de/digital/umstrittenes-video-kony-eine-kampagne-die-froesteln-laesst-1.1305052

http://www.freitag.de/autoren/makobert/kony-2012-kritik-an-der-kritik

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