Der Schwarze Spiegel unserer Zeit

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Die heutige Gesellschaft wird oft als “Mediengesellschaft” definiert. Die Wissenschaftler von ganz unterschiedlichen Bereichen führen zahlreiche Argumente oder Beispiele dafür an. Aber hat jemand die Menschen mal gefragt ob sie sich wirklich Mediengesellschaftsmitglieder fühlen?
Menschen haben die Medien geschaffen. Haben sie wirklich darüber Macht oder umgekehrt?

Die neue britische Fernsehserie “The Black Mirror” (Der Schwarze Spiegel) von Charlie Brooker (4) beschäftigt sich mit der modernen “Technikparanoia” und zeigt den Zuschauer das Leben der heutigen Tagen oder der nahen Zukunft (etwa 10-20 Jahre später als jetzt). Der Regisseur erklärt den Titel metaphorisch, dass der schwarze Spiegel jeder Bildschirm von einem Handy, Fernseher, Laptop oder Tablett sein kann. Was sieht man da? – bleibt noch die Frage. Wir sind oft sicher, dass wir unabhängig von den technischen Geräten, sozialen Netzwerken, TV-Programmen usw. sind. Herr Brooker äußert in seinem Interview der Zeitung “The Guardian” die folgende Stellungnahme: “If technology is a drug – and it does feel like a drug – then what, precisely, are the side-effects? This area – between delight and discomfort – is where Black Mirror, my new drama series, is set.” (3)
Jede der 2 veröffentlichten Staffeln besteht aus 3 Episoden, die erzählen unterschiedliche Geschichten. Die Helden und Schauplätze sind jeweils andere, so die “Bindfäden” zwischen Episoden sind die Medien in voller Schönheit. Macht des Fernsehens über prominente Politiker in Großbritannien oder eine Trickfigur, die selbst zum Politiker wird durch die allgemeine Beliebtheit; Unbegrenzte Möglichkeiten der neusten Geräten und PC-Programmen, die menschliche Erinnerungen erfrischen oder beseelen; TV-Show als Teil des Strafvollzugssystems; Medien als illusorisches Propagandamittel… und diese sind nur einige Aspekte, die in diesem Miniserie umfasst werden.
Manche Episoden sind provokativ und schockierend, die anderen sind mehr noch übertrieben.
Aber ist das Abbild im Zerrspiegel immer falsch? Was sieht ihr gerade auf dem schwarzen Spiegel eures Bildschirms?

Quellen und weitere Links:

1) http://www.channel4.com/programmes/black-mirror/ (abgerufen am 13. Mai 2013)
2) http://www.channel4.com/info/press/programme-information/black-mirror (abgerufen am 13. Mai 2013)
3) http://www.guardian.co.uk/technology/2011/dec/01/charlie-brooker-dark-side-gadget-addiction-black-mirror (abgerufen am 13. Mai 2013)
4) http://en.wikipedia.org/wiki/Charlie_Brooker (abgerufen am 13. Mai 2013)

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Youtube und das Fernsehen

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Legale Videostreamingdienste wie Netflix, der sich in den Staaten großer Beliebtheit erfreut, oder gestartete Ableger in Deutschland wie etwa Watchever und Lovefilm, geben dem Konsumenten einen Vorgeschmack, wie das Fernsehen der Zukunft aussehen könnte. Man zahlt einen monatlichen Beitrag, dafür hat man Zugang zu etlichen Serien und Filmen, ähnlich wie es Spotify für die Musik tut. So ist es beispielsweise möglich sein eigenes TV-Programm zu erstellen. Werbung bzw. Werbeblocks würden hinfällig werden, sofern die monatlichen Abogebühren des Konsumenten den Dienst rentabel halten.

Durch die Einführungen der Youtube-App auf jeder aktuellen Konsole und vielen TV-Geräten selbst, dringt auch Youtube immer mehr in dieses Territorium vor. Das Image der Spaß- & Katzenvideos haftet zwar Youtube noch an, aber ganz zutreffend ist es heutzutage nicht mehr. Die Produktionen wurden in den letzten Jahren immer professioneller, was nicht nur mit den immer bezahlbareren und besseren Videokameras, die heutzutage alle HD-Auflösungen unterstützen, zu erklären ist, sondern auch mit dem Partnerprogramm von Youtube selbst, bei dem die Produzierenden von den Youtube-Werbeeinnahmen beteiligt werden können. Neben dem wohlmöglichen Verlangen sich im Netz kreativ auszutoben, stieg dadurch auch der Reiz etwas vom Kuchen abzubekommen. Diese Entwicklung möchte das weltweit größte Videoportal nun weiter ausbauen.

Vor kurzem startete Youtube in Amerika eine neue Funktion, die in unseren Landen derzeit noch nicht verfügbar ist. So gibt es nun bezahlbare Abonnements für bestimmte Kanäle. In der Praxis können somit bestimmte Kanäle erst dann angesehen werden, wenn man für diese den jeweiligen monatlichen Betrag zahlt. Neben dem bereits gestarteten Youtube-Angebot „Movies“, bei dem man Spielfilme in voller Länge ansehen kann, sowie offizielle Kanäle von dem Dienst selbst, versucht diese neue Funktion das “Niveau” der Plattform weiter anzuheben. Zugleich dient es auch als neue Einnahmequelle. Ob eine weitere “Professionalisierung” mit der Einführung von kostenpflichtigen Kanälen gelingt und ob die Konsumenten bereit sind für bestimmte Kanäle Geld zu zahlen, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.

Quellen:

Handelsblatt (2013):  Youtube will Bezahlkanäle starten. URL: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/internetfernsehen-youtube-will-bezahlkanaele-starten/8186370.html (12.05.13)

 
heise online (2013): Netflix mit starken Zuwachs dank “House of Cards”. URL: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Netflix-mit-starkem-Zuwachs-dank-House-of-Cards-1848186.html (12.05.13)

Tatort: Internet

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Man stelle sich folgendes Szenario vor: Das langersehnte Lieblings-TV-Highlight wird erst in einigen Tagen ausgestrahlt und das Warten zieht sich ob der Vorfreude schier in die Länge.

Um genau diesem Phänomen Abhilfe zu schaffen, so scheint es, hat das Erste sich dafür entschieden, allen „Tatort“-Liebhabern ein kleines „Schmankerl“ zu bereiten:

Bereits im Frühjahr 2012 lief der erste interaktive „Tatort+“, an dem sich der gewillte Zuschauer im Internet selbst als Ermittler versuchen konnte. Während sich die letztjährige Ausgabe allerdings auf interaktive Partizipation im Nachhinein beschränkte, sollen die „Tatort“-Fans dieses Jahr die Möglichkeit dazu bekommen, bereits vorab eigene Ermittlungen zu tätigen.

In der Ludwigshafener Folge „Der Wald steht schwarz und schweiget“ (2012) konnte kein Mörder identifiziert werden, was durchaus als geeignete Ausgangsposition für derartige Zuschauerbeteiligungen angesehen werden kann und so beteiligten sich dann auch etwa 110.000 Nutzer am interaktiven Krimi-Rate-Spaß, von denen wiederum rund 20.500 auf den richtigen Täter setzten und somit den Status eines „Chefermittlers“ erreichten.[1]

Dieses Jahr habe man „[i]m Vergleich zum letzten Mal [...] nicht nur eine, sondern gleich zwei Schippen draufgelegt“[2], so Guido Bülow, Online-Redakteur des SWR, denn mittels „Google Hangout“, einer Anwendung des sozialen Netzwerkes „Google+“[3], besteht nun die Möglichkeit, Zeugen per Videochat ins Kreuzverhör zu nehmen und einen Blick in polizeiliche Akten zu werfen. Ferner kann der Zuschauer dieses Mal einige Vorabermittlungen anstellen, die sozusagen als Prolog und Hinführung zur Folge dienen und deren Auflösungen erst durch diese ans Tageslicht treten.[4]

Losgehen soll das Ganze noch vor der eigentlichen Ausstrahlung des Stuttgarter „Tatorts“ „Spiel auf Zeit“ am 26. Mai. Bereits acht Tage vorher, ab dem 18. Mai, hat ein jeder die Möglichkeit, sich durch Miträtseln zu beteiligen. Darüber hinaus ist bereits eine weitere „Tatort+“-Episode für 2014 in Planung.[5]


[1] Das Erste (2012): Schade, Tatort+ ist zu Ende!. Resümee der Online-Ermittlung zum SWR-Tatort “Der Wald steht schwarz und schweiget”. URL: http://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/specials/tatort-plus-100.html. (12.05.13).

[2] Bouhs, Daniel (2013): Zeugen-Befragung per Google Hangout:

SWR schickt interaktiven “Tatort+” in Serie. URL: http://kress.de/tv-radio/detail/beitrag/121198-zeugen-befragung-per-google-hangout-swr-schickt-interaktiven-tatort-in-serie.html. (12.05.13).

[3] Google+: Funktionen. Hangouts. URL: http://www.google.com/intl/de_ALL/+/learnmore/hangouts/. (12.05.13).

[4] Bredehöft, Timo (2013): Zweiter interaktiver SWR-TATORT kommt im Mai. URL: http://www.tatort-fundus.de/web/meldungen/zweiter-interaktiver-swr-tatort-kommt-im-mai.html. (12.05.13).

[5] Digitalfernsehen (2013): Tatort+: Ermittlungen im Internet sind jährlich geplant. URL: http://www.digitalfernsehen.de/Tatort-Ermittlungen-im-Internet-sind-jaehrlich-geplant.101848.0.html. (12.0513).

Medienkonflikt beim NSU-Prozess

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Am 06.05.13 startet der Prozess gegen Beate Zschäpe, das einzige noch lebende Mitglied der rechtsradikalen Terror-Organisation „Zwickauer Terrorzelle“.

Abseits vom eigentlichen Prozess kam es bei der Presseplatzvergabe zu einigen Problemen:  Zunächst vergab das Oberlandesgericht München die Plätze nach der zeitlichen Reihenfolge des Eingangs. So kam es einerseits dazu, dass freie Journalisten einen Platz hatten, renommierte Nachrichtenagenturen wie AP und AFP jedoch nur auf der Nachrückerliste standen, andererseits bekam keines der acht türkischen Medien einen Platz, obwohl der Zusammenhang zwischen ihnen und den Opfern des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ offensichtlich ist.

Folglich kam es zu Beschwerden und das Oberlandesgericht entschied sich die Plätze durch ein Losverfahren komplett neu zu verteilen und somit alles dem Zufall zu überlassen. Das Ergebnis: Zwar hatten zwei türkische Medien Glück, die Zeitung „Hürriyet“ und „Evrensel“ konnten einen Platz ergattern, andere deutsche Medien, wie zum Beispiel die „taz“ oder „FAZ“ aber auch internationale Medien gingen leer aus.

Ein Los sorgte bei der Veröffentlichung für Schmunzeln; die Frauenzeitschrift „Brigitte“ erhielt einen Platz. An dieser Stelle stellt sich natürlich die Frage ob die „Brigitte“, dessen thematischer Schwerpunkt aus Ernährung, Celebrity News und Mode besteht, nicht unnötigerweise den Presseplatz für andere, diesem Thema näher liegende Medien blockiert?

Trotz einiger Proteste gegen dieses durch das Oberlandesgericht bezeichnete „angemessen[e] und gerecht[e]“¹ Verfahren, hat die „taz“ eine Lösung gefunden: Sie kooperiert mit dem Radiosender „Radio Lora München“ und der türkischen Zeitung „Evrensel“. Die beiden Medien, die im Gegensatz zur „taz“ über einen festen Presseplatz im Gerichtssaal verfügen, werden diesen Platz in regelmäßigen Abständen der „taz“ überlassen. Im Gegenzug bietet die „taz“ journalistische Leistungen, wie zum Beispiel das zur Verfügung stellen von Texten an.

Es bleibt also abzuwarten ob die Platzvergabe für den durchschnittlichen Medienkonsumenten einen Unterschied macht, schließlich verbreitet sich Information schlagartig über das Internet, Zeitungen ohne festen Platz übernehmen Information von Nachrichtenagenturen oder anderen Medien. Interessant zu sehen wird es jedoch sein, wie die verschiedenen Medien den Prozess deuten und wo es bei den Interpretationen des Geschehens im Gerichtssaal Unterschiede und Gemeinsamkeiten geben wird.

 

Quellen

¹http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-prozess-in-muenchen-presseplaetze-sind-neu-verteilt-a-897137.html (letzter Aufruf 06.05.13)

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-prozess-vor-oberlandesgericht-muenchen-hat-begonnen-a-898272.html (letzter Aufruf 06.05.13)

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nsu-prozess-tuerkische-medien-ohne-feste-plaetze-a-890891.html (letzter Aufruf 06.05.13)

http://kress.de/tagesdienst/detail/beitrag/121159-presseplaetze-im-nsu-prozess-die-taz-verbuendet-sich-mit-zwei-medien.html (letzter Aufruf 06.05.13)

Durch die Nacht mit…

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Zwei Protagonisten, zwei Kamerateams, eine Stadt. Das ist das Konzept der Dokumentationsserie „Durch die Nacht mit…“. Seit 2002 gibt es diese Dokumentationsreihe jetzt schon und erhält meiner Meinung nach viel zu wenig Aufmerksamkeit und ist leider nur sehr wenigen Konsumenten der „Flimmerkiste“ bekannt.

Entwickelt wurde das Format von „avant media“, die unabhängig für deutsche Fernsehsender experimentelle und innovative Fernsehformate produzieren. Themenschwerpunkte sind dabei Dokumentarfilme und Künstlerportraits im Bereich Kultur, Pop und Rock. Dazu zählt unter anderem eben auch das für den deutsch-französischen Sender ARTE produzierte Format „Durch die Nacht mit…“ („Au coeur de la nuit“).

Doch was hat man als Zuschauer von diesem Format überhaupt zu erwarten? Die Sendung folgt einem ganz simplen Prinzip. Zwei „Kulturschaffende“ treffen sich an einem Abend in einer Stadt ihrer Wahl und lernen sich dabei kennen. Dabei kann es sich um eher unbekannte bis relativ bekannte Künstler Deutschlands oder auch aus dem internationalen Bereich handeln, die sich teilweise schon kennen oder sich im Laufe des Abends erst kennen lernen. Auch die Auswahl der Städte – von Görlitz über Berlin, London und New York – hat dabei internationale Klasse. Kein Moderator, kein Regisseur, keine Interviews, keine Fragen. Lediglich zwei Kamerateams folgen den Protagonisten durch die Nacht, in der vieles passieren kann. Die Sendung lebt von der Spontanität der Protagonisten die im Laufe des Abends die Kameras fast gänzlich zu vergessen und zu ignorieren scheinen. Intensive Diskussionen, künstlerische Experimente oder wilde Partys. Alles ist möglich in dieser einen Nacht. Der Reiz der Sendung liegt in der Interaktion der beiden Protagonisten. Im Laufe der Sendung entsteht eine fast intime Situation, deren Verlauf einzig von den Protagonisten bestimmt wird. Und so kommt es fast immer dazu, dass der Zuschauer Einblicke in das Werken und den Charakter eines Protagonisten bekommt, welche man so nie von diesem erwartet hätte. Eingenommen von dieser intimen Situation erzählen die Protagonisten Dinge und zeigen Seiten von sich, die man so wohl nie von diesen gesehen hätte, geschweige denn die Protagonisten so eingeschätzt hätte. Eine von den Fans genervte, zickige Lena Meyer-Landrut, die mit ihrem Musikerkollegen Casper so gar nicht warm wird oder Sänger Clueso und Schauspieler David Kross, die sich hervorragend ergänzen sind nur einige Beispiele für wirklich unterhaltsame, informative und Teils ungewöhnliche Sendungen.

Jeden ersten Samstag im Monat kann man das 60-Minütige Format auf ARTE sehen. Unverständlicherweise leider erst zu einer sehr späten Sendezeit. Wurde doch das Format 2006 sogar schon mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet.

Meiner Meinung nach ist „Durch die Nacht mit…“ ein wirklich interessantes und unterhaltsames, in dieser Art in Deutschland einzigartiges Format, welches mehr Aufmerksamkeit und einen früheren Sendeplatz verdient. Ich finde es gut zu wissen, dass es neben all den mittäglichen „Trash-Sendungen“ auch noch Sendungen gibt, die man sich getrost anschauen kann ohne das Gefühl zu haben beim Zuschauen zu verdummen, sondern im Gegenteil einfach gut gemachtes Fernsehen zu genießen!

 

 

Quellen:

 

http://www.avantimedia.de/website/#/de/home (28.04.2013)

http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=356 (28.04.2013)

http://www.arte.tv/de/Zur-Sendung/6633644,CmC=6633632.html (28.04.2013)

 

About:Kate – ein Blick in die Zukunft des Fernsehens?

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About:Kate, das ist ein  crossmediales Projekt des Senders Arte, ganz im Sinne der voranschreitenden Verschränkung von Online und Offline Medien. Im TV, als App und auf Facebook kann man die Protagonistin rund um die Uhr begleiten und so zum mit-Regisseur der Sendung werden. Alles ganz innovativ und integrativ. Smartphone oder Tablet PC können während der TV Rezeption als Second Screen fungieren. In Echtzeit erhalten die User der App Umfragen, Links und weiterführende Informationen zu dem grade auf den TV Bildschirm gesehenen. Auch thematisch steht der Einfluss von digitalen Medien auf unseren Alltag in About:Kate im Mittelpunkt. Durch Einsenden eigener Videos und Fotos kann man es sogar in die Sendung schaffen und diese aktiv mitgestalten. Ob sich dieser Trend zur Zukunft des Fernsehens entwickelt?

In letzter Zeit fällt das Umdenken der Produzenten von Fernsehserien in diese Richtung verstärkt auf. Bereits qualitativ zweifelhafte scripted reality Formate wie “Berlin Tag und Nacht” und “Köln 50667″ von RTL II setzen verstärkt darauf ihre Zuschauer über die sozialen Netzwerke noch stärker an die Akteure zu binden. Dazu muss man sagen, dass diese Formate dafür auch genau dir richtige Zielgruppe haben und Userzahlen bestätigen den großen Erfolg der social Media Kampagne (Berlin Tag & Nacht zählt über 2,5 Mio. Fans auf Facebook). Das durchlesen der Posts und Kommentare bietet durchaus Unterhaltungspotenzial. Über dem Bild einer traurig aussehenden Hauptfigur steht geschrieben: “Das Kapitel Hausboot ist Geschichte für mich. Mal sehen, wo es mich jetzt hintreibt. LG Alina” nicht nur, dass man diesen Post nur als fleißiger BTUN Schauer versteht, User Kommentare wie: ”Nicht traurig sein, Alina, du schaffst das” lassen doch stark an der Fähigkeit der Nutzer zweifeln, hier noch zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Beschämt muss ich feststellen das 19 meiner Freunde die Seite ebenfalls gefällt.

Dagegen steht About:Kate auf einem Sender mit eher intellektuell angehauchter Zielgruppe, die Sendung läuft nachts um 23:45 Uhr, es bleibt also abzuwarten, wie das durchaus interessante Angebot dieses Mitmach-Tv’s angenommen wird. Die Quoten werde ich auf jeden Fall mal im Auge behalten, die Sendung zu dieser Zeit aber wohl eher nicht.

 

Quellen:

offizielle Seite zur Serie :http://kate.arte.tv/de/info (28.04.2013)

Facebook Seite Berlin Tag & Nacht: https://www.facebook.com/BerlinTN?fref=ts (28.04.2013)

Artikel der “Welt” online: http://www.welt.de/vermischtes/article115096185/Social-Media-Kollaps-im-TV-Experiment-About-Kate.html (28.04.2013)

 

Heute keine Nachrichten

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Keine Tagesschau im Fernsehen- eigentlich undenkbar. Doch so geschehen am heutigen Freitag, den 26.04.2013. Zum ersten Mal in der Geschichte der ARD Tagesschau wurde eine Sendung nicht wie geplant im Fernsehen ausgestrahlt.

Am 26.12.1952 ging die “Mutter aller Nachrichtensendungen” zum ersten Mal auf Sendung. Seitdem liefen alle Sendungen wie geplant ab, von kleineren Pannen abgesehen. In den jüngeren Jahren  wurde die Sendung einmal am Tag ausgestrahlt. Mittlerweile sind es bis zu sieben Sendungen, die sich über den Tag verteilen und die Zuschauer mit den Nachrichten aus aller Welt versorgen.

Bereits zwei Mal war es aufgrund von Komplikationen fraglich, ob die Tagesschau ausgestrahlt werden konnte. Im Jahre 1962 stand die Sendung wegen einer Sturmflut in Hamburg auf der Kippe, 1988 gefährdeten die Warnstreiks der NDR-Techniker die Ausstrahlung der Sendung, doch in beiden Fällen konnte ein kurzfristiger Ausfall vermieden werden.Die Nachrichtenzentrale der ARD Tagesschau befindet sich zur Zeit in Hamburg. Dort recherchieren und produzieren bis zu 240 Mitarbeiter täglich. Besonders die 20 Uhr Ausgabe ist mit bis zu 10 Millionen Zuschauern täglich ein Quotenbringer der ARD, sie bringt einen Marktanteil von bis zu 33 Prozent. Eine Rundumversorgung der Zuschauer mit Nachrichten ist allen Anschein nach Routine geworden, deshalb stellt sich die Frage, wieso gerade heute, an einem zugegeben ereignislosen Freitag, die Sendung um 7.30 nicht ausgestrahlt wurde. Die Pressestelle der Sendung bestätigte Probleme, wollte bisher jedoch keine genaueren Angaben zu dem Ausfall der Sendung machen.

Die ARD Tagesschau trotzte bislang Sturmfluten und Streiks, wie ein Uhrwerk lief die Sendung zuverlässig über die deutschen Fernsehbildschirme. Es bleibt abzuwarten, welche Hintergründe den Sender bzw. die Nachrichtenredaktion dazu zwangen, zum ersten Mal in der Geschichte die Tagesschau nicht auszustrahlen.

 

Quellen:

http://intern.tagesschau.de/flash/index.php

http://www.focus.de/kultur/medien/7-30-uhr-sendung-in-der-ard-tagesschau-faellt-aus-zum-ersten-mal-in-60-jahren_aid_972545.html

http://www.bild.de/unterhaltung/tv/ard-tagesschau/ausgefallen-30162046.bild.html

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Raab talkt sich ins Kanzlerduell

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Stefan Raab kann alles, weiß alles und ist sich für nichts zu schade. Seit Ende letzten Jahres und dem Start seiner Polittalkshow „Absolute Mehrheit“, dessen zweite Ausgabe gestern auf Pro7 ausgestrahlt wurde, darf sich der Entertainer nun also auch „Politiktalkmaster“ in seinen Lebenslauf schreiben. Direkt unter „Wok-Rennfahrer“, „Synchronspringer“ und „Autoball-Pilot“.

 

Vergangene Woche sorgte Raab im Politikbetrieb dann erst recht für erhöhte Aufregung und daran war nicht einmal seine umstrittene Talkshow Schuld. Raab hat nämlich bereits das nächste große Ding im Visier: Die Moderation des Kanzlerkandidatenduells im Vorfeld der Bundestagswahl im kommenden September. Ins Gespräch gebracht hatte ihn dazu kein geringerer als Edmund Stoiber, seines Zeichens Beiratsmitglied von Pro7Sat1 und selbst ehemaliger Kanzlerkandidat der CDU/CSU-Fraktion. Stoiber gab im Interview mit dem Spiegel (7/2013) zu Protokoll dass sich Pro7Sat1 überlege, Raab als Moderator ins Duell zu schicken um ein jüngeres Zielpublikum ansprechen zu können und somit der Politikverdrossenheit der jungen Bundesbürger entgegenzuwirken. Raab selbst griff den Vorschlag prompt auf und ließ gewohnt selbstbewusst verlauten, dass er sich dieser Aufgabe gewachsen sieht und seine Teilnahme plane.

Das Medienecho auf diese Nachricht war enorm und fand auch in der Politik seinen ebenso erwartbaren wie umstrittenen Nachhall. Insbesondere SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück machte dabei einmal mehr keine glückliche Figur, indem er sich erst vehement gegen eine Beteiligung Raabs aussprach („Politik ist ein ernstes Geschäft und keine Unterhaltungssendung“ (Süddeutsche, 13.02.)) nur um nicht einmal 48 Stunden später eine verbale Rolle rückwärts hinzulegen mit dem Statement „Raab zu akzeptieren, wenn auch Angela Merkel einverstanden sei“. Ist sie, und lässt ihren Widersacher damit einmal mehr wie ein Fähnchen im Wind dastehen, ohne selbst einen Finger krumm gemacht zu haben.

 

Raab dagegen konnte kaum etwas besseres passieren als die jetzige Aufregung und der Trubel um die Glaubwürdigkeit seiner politischen Ambitionen. Eine bessere Werbung für seine „Absolute Mehrheit“ hätte er sich kaum wünschen können.

Gestern Abend war dann Showtime, wenn man so will die Feuerprobe für den frischgekürten Talk-Prinzen. Und siehe da, auch ein Stefan Raab ist steigerungsfähig angesichts der zum Teil herben Kritik an seiner Premierensendung im vergangenen November. Der Entertainer wirkte ausgeruht und spritzig, hakte an den richtigen Stellen nach und hatte sich diesmal sogar erstaunlich gut auf seine Gäste – eine Damenrunde bestehend aus Nachwuchskräften von CSU, Linkspartei, FDP und Grünen plus Musiker Oli Schulz als „interessierter Wutbürger“- vorbereitet („Ich hab mal ein bisschen über sie alle rumgegoogelt.“). Seine Gäste dankten es ihm mit einer munteren und offensiv geführten Diskussion, die dem zeitgleich in der ARD laufenden „Günther Jauch“ spielend die Stirn bot. Feuerprobe bestanden, das Kanzlerduell kann kommen.

 

 

 

Quellen:

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Der Spiegel (07/2013): „Raab ins Kanzlerduell“ (S. 32f)

Der Spiegel (08/2013): „Wadde hadde dudde da?“ (S.23)

Sueddeutsche.de (13.02.2013) „Steinbrück lehnt Raab als Ko-Moderator ab“ <http://www.sueddeutsche.de/medien/tv-duell-steinbrueck-lehnt-raab-als-ko-moderator-ab-1.1599103> (Abruf: 18.02.2013)

Sueddeutsche.de (15.02.2013) „Steinbrück will Raab doch als Ko-Moderator“

<http://www.sueddeutsche.de/medien/tv-duell-vor-bundestagswahl-steinbrueck-will-raab-doch-als-ko-moderator-1.1600929>

 

Deutschland beim ESC – Warum eigentlich?

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“Glorious” – Das ist der Titel der 2013 den Sieg beim Eurovision Song Contest aus Malmö entführen soll. Doch wird der Auftritt des Musiktrios Cascada beim europäischen Gesangswettbewerb tatsächlich so glorreich, wie es der Titel verheißt? Und lohnt sich die Teilnahme am ESC für Deutschland überhaupt noch? “Haben wir nichts Besseres?”, fragte die BILD nach der Wahl Cascadas zur deutschen Vertretung beim Eurovision Song Contest. Und tatsächlich kann man über den Beitrag des Trios um Sängerin und Ex-DSDS-Jurorin Natalie Horler geteilter Meinung sein. Für die einen ist der Song eine billige Kopie von “Euphoria”, dem Gewinnertitel aus dem Vorjahr, andere Kritiker bemängeln die Gesangsleistung der 31-Jährigen. Fest steht: Deutschland schafft es seit Jahren, zielsicher den Geschmack der Europäer zu verfehlen, sei es mit Gracias “Run and Hide”, bei dem der Name nach dem letzten Platz in Kiew als inoffizielle Parole für alle Beteiligten durchsetzte oder Roger Cicero, der in Helsinki dem weiblichen Geschlecht mit “Frauen regier’n die Welt” die Herrschaft über den Planeten zusprach, sich selbst aber für die musikalische Herrschaft über Europa disqualifizierte. Gute Platzierungen wie den Sieg von Lena Meyer-Landrut oder den achten Platz von Roman Lob aus dem Vorjahr kann man schon fast als Ausrutscher ansehen. Besonders bei diesen beiden Teilnehmern wird eine Praktik deutlich, die sich die Deutschen für den ehemals als Grand Prix bekannten Wettbewerb zu eigen gemacht haben: Das mehr oder weniger offensichtliche Kopieren von Titeln oder Musikern, die entweder im Vorjahr erfolgreich waren oder aktuell die Charts anführen. Bereits 2000 gab es Diskussionen, ob Stefan Raabs “Wadde hadde dudde da?” eine Kopie der Spice-Girls Songs “Say You’ll Be There” sei, Lenas “Satellite” hatte anscheinende einige Zeit lang Emiliana Torrinis Song “Jungle Drum” umkreist, inspiziert und abgewandelt und Roman Lob hätte sich problemlos bei einem Konzert der Band The Fray auf die Bühne stellen können, gemerkt hätte es niemand. Cascadas “Glorious” folgt dieser Tradition und bedient sich an Elementen aus “Euphoria”, dem Titel mit dem Sängerin Loreen 2012 den Sieg nach Schweden holte. Ob das Bonner Trio, das mit “Everytime We Touch” einen Hit verbuchen konnte, damit den Zuschauern beim ESC mehr als nur ein müdes Lächeln abringen kann, ist fraglich. Sorgen um ihre Finalteilnahme müssen sich Cascada jedoch nicht, ebenso wie die zahlreichen musikalischen Fehlgriffe aus den Vorjahren ist das Elektro-Trio automatisch qualifiziert. Bedanken können sie sich dafür bei ihrem Heimatland, das als eines der “Big Five”-Länder , die aufgrund ihres maßgeblichen Anteils am Etat der Veranstaltung automatisch qualifiziert sind. Eingeführt wurde diese Regelung übrigens 1996, als sich (wen wundert’s?) Deutschland nicht für das Finale qualifizierte und ein Einbruch der Quoten befürchtet wurde. Um deutlicher zu werden: Deutschland bringt eine große Summe Geld (über genaue Zahlen wird geschwiegen) auf, um selbst den schlechtesten Beitrag in’s Finale des ESC zu hieven, völlig unabhängig davon, ob dieser auf dem letzten Platz landet oder die deutsche Musikkultur in Europa der Lächerlichkeit preisgibt. Die Frage ist, wie viel Wert Deutschland auf die sichere Teilnahme an einem Wettbewerb legen sollte, bei dem es seit Jahren nicht mehr um Musik-Kultur, sondern um ein möglichst radiotaugliches Pop-Lied und cleveres Punkte-Schieben geht? Wie viel darf der Eurovision Song Contest uns wert sein, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen? Und wie viel ist der Wettbewerb allgemein noch wert, der augenscheinlich allein darauf abzielt, Chart-Erfolge möglichst geschickt zu kopieren? Eine Wende darf man wohl nicht erwarten, selbst wenn Cascadas Auftritt in Malmö alles andere als “Glorious” wird.

 

http://www.bild.de/unterhaltung/musik/cascada/haben-wir-wirklich-nichts-besseres-fuer-den-grand-prix-28550506.bild.html

http://blog.vorwaerts.de/blogs/was-kostet-ein-eurovision-song-contest-neues-ueber-oslo-2010

http://de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest

Al Jazeera und die journalistischen Werte

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“Being a globally oriented media service, Al Jazeera shall adopt the following code of ethics in pursuance of the vision and mission it has set for itself:
1.    Adhere to the journalistic values of honesty, courage, fairness, balance, independence, credibility and diversity, giving no priority to commercial or political over professional consideration.”
(Al Jazeera, 2010)
Der 1996 vom Emir von Katar gegründete Nachrichtensender Al Jazeera (Im Deutschen Al Dschasira geschrieben) sollte ein freies, unabhängiges Medium für die arabische Welt sein. Heute berichtet der Spiegel über einseitige Berichterstattung zu Gunsten der außenpolitischen Interessen Katars.
Mit dem Emir selbst als Gründer und Verwandten in Schlüsselpositionen scheint das nicht besonders überraschend, widerspricht aber trotzdem dem selbst auferlegten „Code of Ethics“ (siehe oben). Besonders in der Berichterstattung über Ägypten und Präsident Mursi zeige sich der Einfluss, er werde ohne Hinterfragen positiv dargestellt, die Demonstranten als „Krawallmacher“ bezeichnet (Kühn, Reuter, Schmitz, SPIEGEL 2013). Das ist schade wenn man bedenkt das der Sender noch 2012 mit dem „Freedom of Speech and Expression Award“ der Roosevelt Foundation ausgezeichnet wurde. Man kann nur hoffen, dass sich Al Jazeera auf den eigenen ethischen Kode zurückbesinnt und diese Entwicklung noch aufhält, bevor ihre Glaubwürdigkeit ernsthaft beschädigt wird.
2012 hat Al Jazeera den amerikanischen Sender Current TV von Al Gore aufgekauft, um auch in dem USA Fuß zu fassen, wo man einem arabischen Sender ohnehin kritisch gegenübersteht. Das neue Current TV soll eigens auf das amerikanische Publikum zugeschnittene Inhalte senden (Winkler, Süddeutsche 2013).

Kühn, Alexander et al (2013): „Bröckelnde Insel“. Der SPIEGEL Nr. 7/ 09.02.13. Hamburg: Spiegel Verlag Rudolf-Augstein GmBH. 09.02.13.

Al Jazeera (2010): „Code of Ethics“ aljazeera.com. Doha: Al Jazeera English. 07.11.2010.
URL: http://www.aljazeera.com/aboutus/2006/11/2008525185733692771.html

Winkler, Willi (2013): “Al Dschasira fordert CNN heraus” süddeutsche.de. München: Süddeutsche Zeitung GmBH. 03.01.2013.
URL: http://www.sueddeutsche.de/medien/kauf-von-current-tv-al-dschasira-fordert-cnn-heraus-1.1564501

Al Jazeera: “Awards won by Al Jazeera Einglish”. aljazeera.com. Doha: Al Jazeera English. 28.12.2012.
URL: http://www.aljazeera.com/pressoffice/2012/04/2012416161854868952.html

Who wants to fuck my girlfriend? – (K)eine Gameshow für die ganze Familie…

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“Who wants to fuck my girlfriend?”, so lautet der Name des neuen Flaggschiffs von Christian Ulmen bzw. dessen proletarischem Alter Ego Uwe Wöllner.

In 12 mal 25 Minuten lässt Ulmen – bzw. Wöllner – dabei immer zwei erfolgreiche, sich in festen Händen befindende Männer, von denen jeder behauptet „Meine Freundin ist die Geilste – und: Alle Männer dieser Welt möchten mit ihr schlafen.“ gegeneinander antreten.

Jede Folge soll dabei in vier Spieldisziplinen unterteilt sein, die allesamt an verschiedenen Orten „ausgetragen“ werden: So könne es durchaus vorkommen, dass die Frauen von ihren Männern in einschlägige Etablissements oder auf den Straßenstrich geschickt werden.

Das Konzept dahinter scheint simpel, gar barbarisch: Je mehr eindeutig zweideutige Angebote eine der Herzdamen dabei bekommt, desto mehr Punkte kann sie – für ihren Freund – sammeln und somit gen Ende der Sendung wohlmöglich gewinnen. Prämiert wird der glorreiche Sieg laut Wöllner/Ulmen dann mit einem „Kranz, auf dem ‚Everybody wants to fuck my girlfriend‘ steht“.

Wem das schon zu anstößig anmutet, der sollte besser nicht weiterlesen, denn es kommt noch dicker:

Diverse Show-Specials, so zum Beispiel „Who wants to fuck my teacher?“, “Who wants to fuck my lesbian girlfriend?”, “Who wants to fuck my wife?” oder “Who wants to fuck my mother?”, sollen ebenfalls in die Sendung integriert werden, damit auch ja niemand zu kurz kommt. – Hier stellt sich mir allerdings gerade die Frage, wer zum Teufel mit seiner Mutter an solch einer Sendung teilnehmen möchte, aber in Ordnung. Es scheint mir auch relativ fragwürdig, dies mit seiner Freundin zu tun, aber nach einiger Überlegung doch durchaus nachvollziehbarer. Naja, suum cuique – jedem das Seine. – Dem Senderchef des Tele 5, Kai Blasberg, scheint es jedenfalls zu gefallen, denn er habe sich zwar zu Tode geschämt, aber „unablässig [dabei] gelacht“.

Gero Schorsch, Produzent der Show, äußert sich nach unzähligen (wohl negativen) Kommentaren zur Sendung zu deren Hintergründen und Entstehung. In seiner Stellungnahme entschuldigt er sich wiederholt für das Verletzen von Gefühlen und das Propagieren eines falschen Frauenbildes, denn dies sei keineswegs seine Intention. Ferner sei es „[…] halt nur so: Wir brauchen die Quote. Wir brauchen einfach Zuschauer. Wir haben hier einen Laden, den wir zum Laufen bringen müssen, ich selber brauch‘ ein bisschen Geld. […]“. Da weder Kai Pflaume, noch Hugo Egon Balder die Sendung moderieren wollten und Liliana Matthäus dem Sender nicht passte, bliebe dies also nun an Ulmens Alter Ego hängen, was laut Schorsch auch zu ihm passe, denn „Spasti-Hirn – Spasti-Idee“.

Dem Zuschauer wird wohl aufgrund der regen Kritik außerdem versprochen, dass nach der „sexistischen Kackscheiße, die [sie] da machen“, also „Who wants to fuck my girlfriend?“, wieder „was richtig Gutes“ produziert würde, „‘ne schöne Doku oder irgendwas in der Richtung. […] Das versprech‘ ich Euch.“

Zuletzt nimmt Schorsch erneut Abstand von den Sexismus-Vorwürfen, denn er habe seine Frau noch nie geschlagen, lediglich angeschrien ja, aber da könne er sich nach 17 Jahren Ehe auch nicht mehr genau erinnern. Auf jeden Fall liebe sie ihn. Schorsch beendet das Statement-Video mit den Worten: „War das glaubwürdig?“ an eine im Hintergrund sitzende Mitarbeiterin.

„Uraufgeführt“ wird das gute Stück – ausgerechnet – am Valentinstag, dem 14. Februar; danach immer donnerstags um 23.10 Uhr auf Tele 5 zu sehen. Allerdings sollen schon ab Montag, 11.02.2013, immer jeweils drei Tage vor der eigentlichen TV-Ausstrahlung bereits einige der Spiele-Clips online zu sehen sein. Des Weiteren sollen auch alle Folgen als Video-on-Demand bei Tele 5 verfügbar sein.

Ich für meinen Teil  bin gespannt auf das Endresultat dieser von Tele 5 als „Untergang des Abendlands“ angekündigten Satire-Show. Vielleicht darf man ja auf „Fremdschäm-Fernsehen“ mit einer gehörigen Prise Ironie und Sarkasmus hoffen, das auch die Macher nicht allzu ernst nehmen und das in Kontrast du den Formaten der „großen Sender“ steht. Dies lässt zumindest das Video des Produzenten erahnen.

Der 14. Februar ist schon mal in meinem Kalender markiert – und das nicht aufgrund des Valentinstags.

 

 

Quellen:

Tele 5 Pressemitteilungen (2013): Who wants to fuck my girlfriend?. URL: http://www.tele5.de/who_wants_to_fuck_my_girlfriend?npos=0. (06.02.2013)

Tele 5 (2013): Stellungnahme des Produzenten zu “Who wants to fuck my girlfriend?”. URL: http://www.tele5.de/stellungnahme. (06.12.2013)

Die Presse.com (2013): Tele 5 startet Show „Who wants to fuck my girlfriend?“. URL: http://diepresse.com/home/kultur/medien/1333446/Tele-5-startet-Show-Who-wants-to-fuck-my-girlfriend. (06.02.2013)

Kampfansage gegen die Zensur

geschrieben von in Nachrichten1 Kommentar »

Am 03.01.2013, der Anfang des neuen Jahres, gab es ein „Erdbeben“ in dem Pressewesen in der Volksrepublik China. Die Wochenzeitung „Southern Weekly“ spielt die Hauptrolle in diesem Ereignis. Die Wochenzeitung „Southern Weekly“ ist sehr bekannt in China wegen der speziellen Ansicht ihrer Nachrichten und ihres relativ liberalen Inhalt. Ihre Auflageziffer liegt bei über 1,7 Millionen Exemplaren und hat weitreichenden Einfluss, sie wird als eine der größten Wochenzeitungen im Festlandchina bezeichnet.
Die original Neujahrsansprache „Chinesischer Traum, Konstitutioneller Traum“ der Wochenzeitung, die von dem Redaktor Zhiyong Dai in der Kommentarabteilung der Wochenzeitung geschrieben wurde, wurde von dem Propagandachef der Guangdong Provins geändert, bevor sie veröffentlichen wurde, weil der Inhalt „sensitiv“ ist. Der Inhalt der Neujahrsansprache hat sehr viel mit dem Konstitutionalismus zu tun, welcher nicht mit dem Interesse der Regierung übereinstimmt, deswegen wird der Bericht größtenteils gelöscht und geändert. Viele Arbeiter der Wochenzeitung „Southern Weekly“ haben dafür gestreikt, um die Pressefreiheit zu verteidigen.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Wochenzeitung „South Weekly“ von dem Problem betroffen ist. Früher wurden einige Journalisten und Hauptkommentatoren abgesetzt. Die Propagabda-Abteilung der Kommunistischen Partei Chinas führt strengere Aufsicht über die ganzen Medien durch. Die Medien existieren als Propagandamittel der Kommunistischen Partei und haben sich von dem freien Markt getrennt, sie können nicht frei funktionieren. Die Zensur der Medien verletzt den redefreien und pressfreien Trend, bei dem alle unterschiedlichen Stimmen existieren dürfen. Die Freiheit der Presse ist die beste Selbstreinigungsmethode für einen Staat, sie macht die Gesellschaft transparent. Die Medien stehen in der Verantwortung, die Regierung zu überwachen, die dunkle Seite der Gesellschaft aufzeigen. Die Medien sollten das Interesse der Menschen schützen, statt einer beliebigen Partei, Gruppe oder Organisation.
Ohne Freiheit sind die Zeitungen wie Abfallpapier. Das heißt, dass wir immer die Lügen akzeptieren müssen, mit der Zeit werden die Menschen die Fähigkeit verlieren, zwischen Recht und Unrecht zu entscheiden, und können nicht mehr eigenständig denken. Die Freiheit der Medien ist der einzige Weg des Fortschrittes.

 

 

 

 

Quellen:
1) BBC 04.01.2013: http://www.bbc.co.uk/zhongwen/simp/chinese_news/2013/01/130104_china_yanhuangchunqiu.shtml (10.01.2013)

2) He, Qinglian 05.01.2013: http://www.bbc.co.uk/zhongwen/simp/comments_on_china/2013/01/130106_comment_nanfang_incident_he.shtml (10.01.2013)

3) BBC 04.01.2013: http://www.bbc.co.uk/zhongwen/simp/chinese_news/2013/01/130104_nanfangzhoumo_newyear.shtml (10.01.2013)

4) Sina News 07.01.2013: http://news.sina.com.cn/pl/2013-01-07/072125971853.shtml (10.01.2013)

5) Wikipedia: http://zh.wikipedia.org/zh-cn/2013%E5%B9%B4%E3%80%8A%E5%8D%97%E6%96%B9%E5%91%A8%E6%9C%AB%E3%80%8B%E6%96%B0%E5%B9%B4%E7%8C%AE%E8%AF%8D%E8%A2%AB%E5%88%A0%E6%94%B9%E4%BA%8B%E4%BB%B6 (10.01.2013)

6) Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Southern_Weekly (10.01.2013)

7) Wikipedia: http://zh.wikipedia.org/wiki/%E5%8D%97%E6%96%B9%E5%91%A8%E6%9C%AB (10.01.2013)

Zweite Amtseinführung von Obama

geschrieben von in Allgemeines, Nachrichten1 Kommentar »

Ortszeit am 21. Januar hat US-Präsident Barack Obama am Capitol Hill seine Inaugurationsrede für die zweite Amtszeit stattgefunden. Er ist einer von nur 16 Präsidenten in Amerika, der eine zweite Amtszeit bekommt. Seine Präsentation griff auf die amerikanische demokratische Tradition und den Geist der Verfassung zurück, und wurde mit den folgenden sozialen Gegenständen in Verbindung gebracht: Erwerbstätigkeit, Krankenversicherung, Immigration, Finanz, Gleichstellung der Homosexuellen, Waffenrechte. Er hat betont, dass die Gestaltung Amerikas von jedem Amerikaner sowie der Bedeutung der nationalen Einheit abhängt.
Die Finanzdefizite, die Kontrolle der Waffen, die Erholung der Ökonomie, solche innenpolitische Probleme bedeuten für den Präsident Obama einen angespannten politischen Kampf. Aus Sicht der Außenpolitik wird die Krise andauern. Das Nuklearprogramm vom Iran, Nordkorea, die Wirtschaftkrise Europas und der Besuch des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai haben den Plan des Präsident Obamas, den Krieg in Afghanistan bis 2014 zu beenden, gefährdet.
Obwohl der Präsident Obama viele Lektionen von der ehemaligen zweiten Amtszeit lernen kann, gibt es in einigen Fällen immer unberechenbare Angelegenheiten.

 

Quellen:
1) Christoph von Marschall, 21.01.2013: Obama, zum Zweiten Sein Platz in der Geschichte. http://www.tagesspiegel.de/meinung/obama-zum-zweiten-sein-platz-in-der-geschichte/7671600.html (22.01.2013)

2) M. Klingst, Washington, 21.01.2013: Obama verspricht ein gerechtes Amerika. http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-01/obama-amtseinfuehrung-usa-antrittsrede (22.01.2013)

3) Clemens Wergin, 22.01.2013: Obama könnte die Geschichte falsch interpretieren.http://www.welt.de/debatte/kommentare/article113061335/Obama-koennte-die-Geschichte-falsch-interpretieren.html (22.01.2013)

4) Sina News 22.01.2013: http://news.sina.com.cn/z/obama2012/ (22.01.2013)

Sexismus im Alltag

geschrieben von in Fernsehen, Medien und Politik1 Kommentar »

Die Sexismus-Debatte rund um Brüderle reist nicht ab. Am Mittwoch waren wieder einmal Anne Witzorek (Auslöserin der Twitter #Aufschrei Aktion) und Nicole von Horst (Bloggerin)  zu Gast bei einer Fernsehsendung. Diesesmal war es bei SternTV. Dort erläuterten die beiden Frauen noch einmal ihre Meinung zum Thema Sexismus. Da ich bereits zahlreiche Talkrunden mit Anne Witzorek (unter Anderem Günther Jauch ) gesehen hatte, war ich besonders gespannt auf den zweiten Gast Nicole Horst. Nach dem zweiten Satz war ich allerdings stark dazu geneigt einfach umzuschalten. Während die meisten Disskusionen über Sexismus am Arbeitsplatz gingen, brachte Steffen Hallaschka  eine interessante Wendung. Was ist mit einfachen Komplimenten? Ist das Sexismus? Oder ein Flirt in der Disco? Nicole von Horst’s Antwort war klar, ”Ja, weil die Frau in dem Moment zum Objekt degradiert wird”. Auf die Frage, ob es beim Mann dann auch Sexismus wäre meinte sie lächelnd, dass das nicht zu vergleichen sei, da die Frau immer in einem Machtgefälle gefangen wäre, der Mann aber nicht. Frauenrechtlerin hin oder her, aber wo ist dort der Unterschied? Können Frauen sich nicht genauso sexistisch über Männer äussern? Es besteht kein Zweifel darin, dass Frauen sexistischen Äußerung im allgemeinen häufiger ausgesetzt sind als Männer , allerdings ist es nicht ganz so drastisch wie es zur Zeit in den Medien vermittelt wird. Wenn eine Frau in eine Bar geht und sich aufreizend anizeht, dann spielt sie doch mit ihren Reizen und weiss, dass sie so ihre Getränke finanzieren kann. Wenn die Männerwelt dann darauf reagiert, ist das doch kein Sexismus. Im Allgemeinen ist die Sexismus Debatte vielleicht wirklich hilfreich, dann aber zu argumentieren, dass die Frau ein Opfer der Gesellschaft ist halte ich für sehr weit hergeholt. Ich für meinen Teil kann mich gegen lässtige Anmachsprüche sehr gut wehren. In einem Arbeitsverhältnis mag das was Anderes sein, im Alltag jedoch halte ich diese Debatte für übertrieben. Anstelle von Frau von Horst würde ich den Frauen lieber raten, sich ihrem Auftreten bewusster zu werden, anstatt sich auf die Empathie der  Männer zu verlassen. Vorallem, wenn es sich um einen Discobesuch handelt.

 

 

Quellen:

SternTV.Die Wut über die ganz alltägliche Belästigung. 30.01.2012.http://www.stern.de/tv/sterntv/diskussion-um-sexismus-die-wut-ueber-die-ganz-alltaeglichen-belaestigungen-1962190.html

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Mister “Lens Flare” wagt sich an Star Wars VII

geschrieben von in Fernsehen, Medienkritik2 Kommentare »

Ach, wie schön es war als ich als Kind zum ersten, zweiten, dritten oder zum vierten Mal Star Wars Episode IV-VI sah. Dann wurde angekündigt, dass die Episoden I bis III erscheinen sollen und ich wurde ganz hibbelig. Doch was bekam man serviert?
Eine Trilogie mit vielen Konferenzsälen, politische Debatten, Jar Jar Binks, einer peinlich erzählten Liebesgeschichte, viel zu viel Pathos und noch vielen andere Dingen, die man sich hätte sparen können.
Nach all den Jahren und nach all den zusätzlichen Schandtaten, die dem Franchise noch angetan wurden, kann ich nun endlich sagen: „Star Wars“ ist nicht mehr meins.
Die ersten drei Episoden waren mies und wenn man mal ganz ehrlich ist, ist nur Episode 5 überdurchschnittlich gut. Auch als die Nachricht durch das Internet wanderte, dass Disney sich Lucasfilm samt „Star Wars“-Lizenz geschnappt hat, war ich nur latent begeistert.

Nun wurde jedoch bekanntgegeben, dass J.J. Abrams die Regie in der kommenden Episode VII übernehmen wird. Jener Mann, der unter anderem die Regie für „Lost“ übernommen hatte, die Serie, die mehr Fragen aufgeworfen hat, als sie beantworten konnte. Damals habe ich sie geliebt, auch wenn man zum Ende hin gemerkt, hat, dass die Autoren auch keine Idee mehr hatten, das irgendwie schlüssig zum Ende zu führen.
Außerdem saß er beispielsweise in dem Regiestuhl von „Super 8“ – ein Film, der sich angefühlt hat wie „E.T.“ und wie eine Liebesbotschaft an die Kunstform Film per se. Mit dem Reboot von Star Trek hat Abrams zudem deutlich gemacht, dass er auch eingestaubten Marken einen neuen Wind geben kann und im Science-Fiction Genre nicht unerfahren ist.

Mit der zusätzlichen Meldung, dass Michael Arndt, der Drehbuchautor von „Toy Story 3“, für die Handlung von Episode VII verantwortlich sein soll, sollte eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Immerhin wurde dieser schon für einen Oscar nominiert und der Abschluss der „Lebendigen Spielzeug“-Trilogie war einfach ein schöner Moment der Filmgeschichte.

Mit den beiden im Schlepptau, bin ich mir sicher, dass etwas Gutes dabei herumkommen kann.
Ich erwarte kein Meisterwerk, aber doch zumindest einen Film, bei dem man sich nicht nach dem Kinobesuch ärgert, Geld dafür hinausgeschmissen zu haben.

2015 soll es soweit sein, denn dann wird nicht nur die „Merchandise-Kuh“ namens Star Wars gemolken bis der Arzt kommt, sondern auch die neue Episode ins Kino kommen.

 

Quellen:

Filmstarts (2012): „Toy Story 3“-Verfasser Michael Arndt nun als Drehbuchautor für „Star Wars 7“ bestätigt. URL: http://www.filmstarts.de/nachrichten/18475881.html (abgerufen: 28.01.2013)

 

taz.de (2013): „J.J. Abrams übernimmt „Star Wars 7“. URL: http://www.taz.de/!109830/ (abgerufen: 28.01.2013)

Unterschichtenfernsehen: Wieso schauen wir es?

geschrieben von in Fernsehen, Medienkritik, Qualität5 Kommentare »

Alle Jahre wieder schafft es RTL mit dem Dschungelcamp etliche Millionen Deutsche vor den Fernseher zu versammeln. Sie ergötzen sich an den Spannungen in der Gruppe, die Gespräche über Gott und die Welt und natürlich über die Prüfungen, die ohne Ekel in der Regel nicht auskommen können.

Im Prinzip handelt sich bei „Ich bin ein Star holt mich hier raus!“ nur um ein weiteres Format der umgangsprachlich genannten Kategorie „Unterschichtenfernsehen“, nur aufwendiger, professioneller, größer und mit mehr oder weniger bekannterer Besetzung und reiht sich perfekt in das restliche Programm von RTL ein, das diese Art der Unterhaltung schon fast inflationär ausstrahlt. So sollte man zumindest denken, aber in der Realität sieht es ganz anders aus. Deutschland liebt seine Promis im Dschungel. RTL lacht sich ins Fäustchen, denn satte 4,32 Mio. der 14- 19-Jährigen schauten sich die Show am 15.1.2013 an, was einen Marktanteil von 46,7 % entspricht.

Aber was ist es, was die Deutschen an Shows wie besonders „IBES“ so toll finden? Wieso erstreckt sich dieser Virus des „Unterschichtenfernsehen“ durch fast die vollständige Deutsche Fernsehlandschaft und nimmt dabei den Platz für eventuell interessantere Formate weg? Und wann werden wir davon endlich überdrüssig?

Ab und zu denke ich mir, was ein Tourist, der in Deutschland Urlaub macht, wohl über uns denkt, wenn er ein wenig Fernsehen schaut. Das bereitet mir fast ein wenig Sorge.

Gerne würde ich wieder einen vernünftigen Grund haben, um auf meiner Fernbedienung die Tasten für die privaten Sender zu drücken, um dort „gute“ & selbstproduzierte Serien zu sehen, aber davon sind wir gerade weit entfernt. Stattdessen gibt es etliche schnell und günstig produzierte Formate. Schade.

 

Quellen:

Meedia.de (2013): „Ich bin ein Star“ ist auf Rekordkurs URL: http://meedia.de/fernsehen/ich-bin-ein-star-auf-rekordkurs/2013/01/16.html (abgerufen: 20.01.2013)

Von Sportlern in Strumpfhosen und anderen Strapazen

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, NachrichtenKommentare deaktiviert

Schon Natalie Portman hatte es nicht leicht, als sie im Ballettthriller Black Swan besagte Hauptrolle übernahm und darüber prompt ihren Verstand verlieren durfte.1
Der Vorwurf seitens der Tanzwelt über die fehlende Authentizität des oscarprämierten Films2 verlief noch relativ unbemerkt. Schlimmer war jedoch, dass Sarah Lane, Tanzdouble von Natalie Portman und Solistin des American Ballet Theatre, völlig übergangen worden ist. Wo in Filminterviews nämlich der Eindruck entstand, dass es sich bei den Tanzszenen um Portmans Eigenleistung handelte, war in fast allen Fällen der Körper ihrer Doppelgängerin zu sehen (Stichwort: Face Exchange Technologie).3

Wem die Darbietung von Natalie Portman zu übertrieben oder gar unglaubwürdig erschien, darf sich nun wieder daran erinnert fühlen, dass sich die wahren Tragödien außerhalb der Filmwelt ereignen. So geschehen z.B. 1994, als Eiskunstläuferin Nancy Kerrigan einem Angriff mit einer Eisenstange zum Opfer fiel und sich ihre damalige Kontrahentin, Tonya Harding, als Drahtzieherin des Attentats entpuppen sollte.4
Und so geschehen auch letzte Woche, in der Sergej Filin, Ballettchef des Bolschoi-Theaters in Moskau, nach einem Säureangriff schwere Verletzungen davongetragen hat.Die Motive aus Neid und Intrige, Ansehen und Macht in der Welt des Tanzes könnten klassischer nicht sein.
Wir befinden uns in einer Welt, wo Erfolg stark vom persönlichen Wohlwollen einiger einflussreicher Gönner abhängig ist und wo man für das öffentliche Renomee über Leichen zu gehen bereit ist. Einer Welt, wo die Eintrittskarten selbst auf dem Schwarzmarkt Beträge im Hunderterbereich erzielen.6
Bei Konflikten im Tanz, so lernen wir aus alledem, geht es immer gleich an die Substanz.

An die Substanz, oder eher um die Substanz, ging es vergangene Woche auch im Radsport, wo Lance Armstrong ganz nach amerikanischem Geschmack (Stichwort: Tränendrüse) seine Schuld bezüglich der Dopingvorwürfe einräumte. Die wirklich interessanten Fragen, etwa dass ein ganzes Netzwerk zur Vertuschung einbezogen werden musste und an welcher Stelle Korruption betrieben worden ist, blieben dabei jedoch unbeantwortet.7

Vielleicht kann man aus all diesen Geschichten auch nur eine Lehre ziehen. Nämlich welche offenkundigen Vorzüge es hat, Oprah Winfrey zu sein.
Die sah im Interview mit Armstrong wieder einmal umwerfend aus.

 Quellen (letzter Abruf: 20.1.2013)

1. http://www.zeit.de/kultur/film/2011-01/black-swan-film/seite-1
2. http://www.zeit.de/kultur/2011-01/john-neumeier-black-swan
3. http://faz-community.faz.net/blogs/tanz/archive/2011/05/09/der-skandal-um-den-falschen-schwarzen-schwan.aspx
4. http://www.spiegel.de/sport/sonst/eiskunstlauf-die-eishexe-kehrt-zurueck-a-44084.html
5. http://www.heute.de/Bolschoi-Ballettchef-mit-Säure-attackiert-26219850.html
6. ebd.
7. http://www.zdfsport.de/Armstrongs-Geständnis-wirft-neue-Fragen-auf-26216148.html

Schafft sie ab, bitte!

geschrieben von in Nachrichten1 Kommentar »

Erneut eine Schreckensmeldung aus den USA. Schon wieder geht es um eine Waffe in einer Schule, wie kann es anders sein. Nun war der Täter jedoch erst sieben und hatte vielleicht gar keine Ahnung, was er da mit in den Klassenraum geschleppt hatte. In New York kam der kleine Junge jetzt mit Schusswaffe, gefülltem Magazin und weiterer Munition zur Schule. Versteckt war alles in seinem Rucksack. Die Mutter des Jungen erfuhr, durch welche Umstände auch immer, von der gefährlichen Fracht ihres Jungen und wollte ihn direkt von der Schule abholen. Trotzdem kam heraus, was der Junge da tatsächlich mit sich trug. Zusätzlich zu der Waffe, die der Junge selbst transportierte, fand die Polizei bei einem Klassenkameraden eine weitere, auch wenn dies nur eine Leuchtpistole war, die vermutlich auch von dem 7-Jährigen stammte.

Vermutet wird, dass die Brüder des Jungen ihm den Rucksack gefüllt hatten, oder er sie selbst einsteckte, weil er es nicht besser wusste. Mit sieben weiß man noch nicht, was gut ist und was böse. Deswegen sind es Kinder – es liegt in der Verantwortung der Eltern, sie großzuziehen. Und das sicherlich nicht in unmittelbarer Nähe und in Kontakt mit Schusswaffen aller Art.

Wie kann es so weit kommen, dass jetzt schon Kinder, die personifizierte Unschuld, mit Waffen in Berührung kommen? In den USA fehlen eindeutig strikte Gesetze im Umgang mit Waffen – Selbstverteidigung hin oder her. Es kann nicht sein, dass andere Menschen, in diesem Fall Mitschüler und Lehrer, aufgrund der Nachlässigkeit der Eltern, durch einen kleinen Jungen in Gefahr gebracht werden.

Wie viele solcher Vorfälle es noch geben muss, damit klar wird, dass Waffen einen nicht immer beschützen, sondern in den meisten Fällen erheblich bedrohen, ist unklar. Obama weiß, wie eng die Amerikaner es mit dem Second Amendment der Bill of Rights sehen. Aber der mächtigste Mann der Welt muss jetzt seine Konsequenzen ziehen. Und das tut er auch, indem er versuchen wird, das Sturmgewehr zu verbieten. Ein kleiner Trost, wenn man bedenkt, was erst mitte Dezember in Connecticut passiert ist. Ich hoffe, dass der Anfang bald gemacht ist und kein 7-Jähriger mehr zum potenziellen Massenmörder wird, weil er es einfach nicht besser wusste.

 

www.focus.de, Vorfall an New Yorker Grundschule: 7-Jähriger kommt mit Pistole zum Unterricht, http://www.focus.de/panorama/welt/vorfall-an-new-yorker-grundschule-7-jaehriger-kommt-mit-pistole-zum-unterricht_aid_900596.html (abgerufen am 18.01.13)

The same procedure as every year….

geschrieben von in Fernsehen1 Kommentar »

Beim Blick in die Fernsehzeitung am Sylvesterabend interessiert Viele nur eines: Wann läuft dieses Jahr wieder ”Dinner for One” ?
Dann kann man sich zwischen den verschiedensten Sendezeiten- und Plätzen entscheiden: 17:40 uhr oder 19:40 uhr auf NDR? 18:00 uhr auf WDR oder doch lieber um 19:00 uhr auf BR oder MDR?
Ja, der kurze Sektch über den 90. Geburtstag der Miss Sophie hat einen festen Platz im Jahresprogramm der Fernsehsender.Es ist die am häufigsten wiederholte Sendung im deutschen Fernsehprogramm und sicherte sich damit sogar einen Platz im Guinnes Buch der Rekorde.
Warum sich der Sendeplatz so etabliert hat weiß anscheinend Niemand so recht. In Norwegen wird der Klassiker zum Beispiel immer am 23. Dezember ausgestrahlt.

Nimmt man das Fernsehprogramm genauer unter die Lupe fällt auf, dass nicht nur “Dinner for One” seinen festen Platz  hat. So laufen die RTL Quoten Hits “Deutschland sucht den Superstar” und “Ich bin ein Star-holt mich hier raus!” immer zu Jahresbeginn an. Im Sommer gehen Serien in Pause, man ärgert sich über ein Programmloch. Im Spätsommer folgen dann die Castingshows der anderen Sender, zum Beispiel “X-Factor” und “The Voice of Germany”. Zwischengestreut werden natürlich noch neue Unterhaltungformate, in der Hoffnung sie würden sich in der Fernsehlandschaft etablieren können. Der kleine Kevin ist auch meistens zur Weihnachtszeit auf sich allein gestellt, egal ob zu Hause oder in New York…

So könnt ihr auch im kommenden Jahr  eure Montag- und Freitagabende mit “Wer wird Millionär” verbringen und euch einmal im Monat auf “Wetten, dass…” freuen.
Denn im Jahresverlauf des Fernsehprogramms bleibt wohl wieder fast alles gleich-The same procedure as every year….

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Dinner_for_One (29.12.2012)

Tv 14, Nr. 1/2013

Zu dumm, um einen Vertrag zu lesen?

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Am Freitag fand das große Finale von „The Voice of Germany“ statt: Die Zuschauer bekamen noch einmal einiges geboten: Live-Auftritte von Robbie Williams, Nelly Furtado, Leona Lewis, Birdy und Emeli Sandé zusammen mit den vier Finalisten sorgten für gute Stimmung. Es gab, im Gegensatz zu manchen der vorhergegangenen Shows, noch einmal richtig viel Musik und am Ende gab es natürlich auch einen Sieger.

The Voice of Germany 2012 ist – ein Engländer. Über die Sinnhaftigkeit dessen, dass von vier Finalisten nur einer mit deutscher Staatsangehörigkeit dabei war, kann man natürlich diskutieren. Fest steht aber, dass Nick Howard den Sieg auf jeden Fall verdient hat. Die erste Single, „Unbreakable“, ist bereits veröffentlicht und auch ein Video gibt’s schon dazu.

Für Diskussionen sorgt momentan aber viel weniger das Finale der Staffel, als ein bereits im Viertelfinale ausgeschiedener Kandidat: Jesper Jürgens beschwert sich in einem Video[1], das er zunächst auf Facebook, später auch auf Youtube veröffentlichte, über den „Knebelvertrag“, den er unterschrieben hat, und die Bindung, die er dadurch mit der Plattenfirma Universal eingegangen ist.

Merkwürdig, dass genau am Finaltag für Jesper der Zeitpunkt gekommen war, dies öffentlich bekanntzugeben.
Merkwürdig auch, dass man sich einen Vertrag, auch wenn er 58 Seiten umfasst, nicht genauer durchliest, bevor man ihn unterschreibt.
Am merkwürdigsten aber die Art und Weise, in der Jesper nun versucht, mit aller Macht Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Der logischste Weg wäre doch wohl, um Änderung oder Auflösung des Vetrags zu bitten. Und zwar im Dialog mit den Produzenten der Show oder den Verantwortlichen bei Universal. Laut des Senders wäre Jesper Jürgens schon lange aus diesem Vertrag raus, hätte er den Kontakt zur Plattenfirma gesucht. [2]
Stattdessen aber dreht Jesper ein Video, in dem er erzählt, er sei in der Show „glattgespült“1 worden, habe sich nach einem Auftritt vor Scham übergeben müssen und sich von 5-Minuten-Terrinen ernähren müssen, weil er für mehr kein Geld gehabt habe. Er könne auch jetzt, nach dem Ausscheiden aus der Show, nicht seine eigene Musik machen, sondern sei an Universal gebunden.

Nun, all das hätte er vermutlich auch vorher schon dem Vertrag entnehmen können. Jesper selbst gibt zu, dass es dumm war, den Vertrag nicht gründlich genug gelesen zu haben. Dennoch verbucht er die Sache nicht unter „eigener Dummheit“.
Das Video wurde immer wieder gepostet, versehen mit den entsprechenden Kommentaren. Die Facebook-Seite, die von „The Voice of Germany“ für ihn eingerichtet wurde, will Jesper dichtmachen und bittet alle seine Fans, ihm auf die neue „Authorized Likepage“ zu folgen und das Video zu teilen, um ihn zu unterstützen.

Alles in allem klingen Jespers Postings mehr und mehr einfach nur noch nach einem schlechten Verlierer. Ich persönlich fand ihn zunächst sehr sympathisch und ich will ihm auch eingestehen, dass sein Ausscheiden aus der Show äußerst unglücklich verlaufen ist.
Was er jetzt jedoch abzieht, geht meiner Meinung nach gar nicht. Denn wer, auf gut Deutsch, zu dumm ist, um einen Vertrag gründlich zu lesen, ist selbst Schuld an seiner Situation. Und die Art und Weise, wie er diese jetzt in die Öffentlichkeit trägt, um offenbar Mitleid zu erwecken, finde ich höchst unangebracht.

Natürlich sind mittlerweile auch Zeitungen und Zeitschriften auf ihn aufmerksam geworden: Der Berliner Kurier, der Express, das Hamburger Abendblatt und einige weitere haben Artikel über ihn, der Spiegel sogar ein Interview mit ihm veröffentlicht, in dem Jesper aber ausdrücklich betont, er möchte weder seinem Coach Xavier Naidoo einen Vorwurf machen, noch das Image der Sendung (im Gegensatz zu anderen Casting-Shows) herabsetzen[3].

Jespers neue Facebook-Seite hat bereits 8289 „Likes“. Meins bekommt er nicht, meine Sympathien hat er sich mit Sätzen wie „Universal, für euch mache ich nicht den Mund auf. Nicht zum Singen, vielleicht zum Kotzen“1 leider verspielt.
Ich hör mir da doch lieber nochmal „Unbreakable“ an.


[1] „Jesper Jürgens: LASST MICH FREI!“ YouTube. 14.12.2012. Web. 18.12.2012 (https://www.youtube.com/watch?v=pG_nGqz62Zo)

[2] „Schwere Vorwürfe von Jesper Jürgens. ‚The Voice of Germany’ verpasste mir einen Knebelvertrag.“ Berliner Kurier. 15.12.2012. Web. 18.12.2012 (http://www.berliner-kurier.de/kultur-leute/knebelvertraege—hungerloehne-ex-kandidat-jesper-juergens–heftige-vorwuerfe–gegen–the-voice-,7169134,21123590.html)

[3] Pilarczyk, Hannah. „Ex-‚The Voice’-Kandidat Jesper. ‚Ich musste mich übergeben vor Scham.’“ Spiegel Online. 15.12.2012. Web. 18.12.2012 (http://www.spiegel.de/kultur/tv/voice-of-germany-kandidat-jesper-juergens-kritik-per-youtube-video-a-873061.html)

 

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