Jenna Abrams – Propaganda einer russischen „Trollfabrik“

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Über 70.000 Menschen folgten ihrem Account in den drei Jahren, in welchen sie aktiv auf Twitter unterwegs war.
Was ihre Follower nicht wussten – die Person Jenna Abrams existiert nicht.

 

 

 

 

 

Wer die junge Frau auf dem Foto, welches die Trolle auf den Accounts von Jenna Abrams verwendeten, wirklich ist, ist nicht bekannt.

„Trollfabriken“ beeinflussen Medien und Menschen

Die vor allem für ihre rechtspopulistischen Pro-Trump Tweets bekannte Bloggerin war das Produkt einer sogenannten „Trollfabrik“, welche Teil der russischen „Internet Research Agency“ („IRA“) in Sankt Petersburg ist. Ziel der „IRA“ ist die Beeinflussung der politischen Stimmung in westlichen Ländern durch Social Bots oder Fake Accounts auf Facebook, Twitter und Co. .
Ins Leben gerufen wurde die Person Jenna Abrams im Jahre 2014, als die ersten Tweets und Blogeinträge unter dem Namen gepostet wurden.
Bekannt wurde sie durch Kommentare zu Kim Kardashian oder Äußerungen zum Feminismus, welche ihr bereits vor dem verbreiten von Propaganda über 10.000 Follower einbrachten.
Mit dem Näherrücken der US-Wahlen im Jahre 2016 wurden ihre Posts zunehmend politisch und auch kontroverser. Aussagen wie “To those people, who hate the Confederate flag. Did you know that the flag and the war wasn’t about slavery, it was all about money,” sorgten für Diskussionen im Netz und erregten auch die Aufmerksamkeit großer US-Medien wie den New York Times, BBC oder CNN. Desweiteren bezeichneten die Trolle Hillary Clinton als eine Lügnerin und ihre Posts zeigten eindeutig, dass trotz Abstreitung Propaganda zugunsten von Trump verbreitet wurde. Aufgeflogen ist der Fake Account dank einer Untersuchung der US-Regierung, bei welcher neben etlichen Fake Accounts auch Facebook Werbung, welche Propaganda verbreitete, aufgedeckt wurde.

Enormes Budget
Einen interessanten Fund machte bereits ein Reporter der New York Times, Adrian Chen, im Jahre 2015. Er besuchte eine „Trollfabrik“ in Sankt Petersburg und fand heraus, dass deren monatliches Budget circa $400.000 umfasste und bereits 400 Personen angestellt waren. Betrachtet man die Aktivität der „Trollfabriken“ im Jahre 2016, müssen diese Zahlen im letzten Jahr noch deutlich gestiegen sein.

Fazit
Laut der Sueddeutschen handelt es sich bei dem Fall von Jenna Abrams um „ein perfektes Beispiel für professionelle Propaganda“. Und diese verlief für die „IRA“ scheinbar ganz nach Plan, denn ihr Ziel, die politische Stimmung in der USA zu beeinflussen, scheint mit Trump als Präsidenten auf ganzem Wege gelungen. Auch die britische Premierministerin Theresa May wirft den Russen vor, „westliche Gesellschaften destabilisieren zu wollen“ und fordert ein „Bollwerk gegen russische Agitationen in Europa“. All dies sind Indizien dafür, dass die russische Desinformationskampagne auf keinen Fall auf die leichte Schulter genommen werden darf und dass die Medien zukünftig mehr Vorsicht nehmen sollten, wenn über Inhalte vor allem in Sozialen Medien berichtet wird.

Binge Watching – die Schattenseiten der neuen Trend-Beschäftigung

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Ob Game of Thrones, House of Cards oder Gossip Girl – jeder von uns hat doch bestimmte Serien, von denen er einfach nicht genug bekommen kann?

Zugegeben: Das sogenannte Binge Watching, also Folge um Folge hintereinander ansehen, ohne Pausen einzulegen, stellt manchmal die optimale Beschäftigung dar, um einen stressigen Tag ausklingen zu lassen oder um an verregneten Sonntagen einen gemütlichen Nachmittag auf der Couch zu verbringen. Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime und Co. sind dafür auch bestens geeignet und bieten größtenteils zu günstigen Abo-Preisen die perfekte Voraussetzung, um seine Lieblingsserien jederzeit abrufen zu können. Andererseits hat dieses neue Hobby jedoch auch seine Schattenseiten, die meistens nicht erkannt bzw. ernst genommen werden.

Welche Ausmaße die Nutzung von Streaming-Diensten bzw das Binge Watching genommen haben, zeigt eine Studie, laut der zwei Drittel der US-Bürger generell schon einmal mehrere Folgen hintereinander angesehen haben und 30% wöchentlich „binge watchen“.

Auch wenn man es sich nicht eingestehen will, viele Menschen, die sich mehrere Folgen oder sogar Staffeln hintereinander ansehen, werden dadurch in ihrem Alltag teilweise massiv beeinträchtigt. Natürlich muss man beachten, dass dies nicht grundlegend für die Allgemeinheit der Streamingdienst-Nutzer gilt, jedoch sollten dies Faktoren nicht außer Acht gelassen werden.

Die Hauptprobleme, die durch Binge Watching verursacht werden, sind psychischer Art.

Eine Studie des Journal of Clinical Sleep Medicine beispielsweise hat gezeigt, dass eine 98-prozentige Wahrscheinlichkeit besteht schlecht einzuschlafen, wenn man zuvor mehrere Folgen einer Serie geschaut hat. Hierbei ist anzumerken, dass diese Schlafprobleme auf die Anzahl an Folgen zurückzuführen ist, die man sich angesehen hat und nicht auf der Häufigkeit des Serienkonsums basiert.

Man möchte es sich vielleicht nicht eingestehen, aber auch beim Binge Watching besteht in gewisser Weise ein Suchtpotenzial. Sogenannte „Cliffhanger“, die bewusst am Ende der Serien platziert werden, sorgen dafür, dass die Storyline uns nicht mehr loslässt und man automatisch dazu verleitet wird, eine weitere Folge anzusehen. Nicht selten führt das dazu, dass das Sozialleben vernachlässigt wird und Dinge wie Hausarbeiten, Einkäufe oder einfache Treffen mit Freunden aufgeschoben werden. So kommt es schnell mal soweit, dass man ein ganzes Wochenende über nicht die Wohnung verlässt und unter Menschen kommt. Eine Studie hat sogar bewiesen, dass ein Drittel der Befragten auch im Büro oder am Arbeitsplatz nicht auf ihre Serien verzichten.

Dadurch wird dann wiederum eine andere Problematik begünstigt, denn im Extremfall kann diese soziale Abgeschiedenheit sogar zu Depressionen führen. Die Einsamkeit, die in manchen Personen entsteht, während sie  stundenlang alleine vor dem Laptop bzw. Fernseher sitzen sorgt dafür, dass  die Produktion des Proteins Myelin gehemmt wird. Dadurch werden die Nerven stark beeinträchtigt und Depressionen begünstigt. Dem ist jedoch einfach Abhilfe zu schaffen, indem man häufiger versucht, sich die Serien gemeinsam mit Freunden anzusehen und zwischendurch Pausen einzulegen, um soziale Kontakte zu pflegen und wieder unter Menschen zu kommen.

Fazit

Insgesamt überwiegen für die meisten Menschen natürlich die Vorteile von Streamingdiensten, da man nicht auf feste Termine angewiesen ist und flexibel über sein eigenes Programm bestimmen kann. Man sollte jedoch persönlich darauf achten, dass die Nutzung nicht ausartet und man sein Sozialleben nicht vernachlässigt, dann sollte es auch größtenteils nicht zu Problemen kommen.

Quellen

  • https://www.slideshare.net/DeloitteUS/media-and-mobile-trends-2015-where-and-how-are-consumers-tuning-in
  • https://www.theguardian.com/commentisfree/2016/mar/04/binge-watching-mental-health-effects-research
  • https://www.forbes.com/sites/dorothypomerantz/2013/05/29/binge-watching-is-our-future/#54221b2d15ff
  • https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/medienkonsum-binge-watching-und-depression
  • http://jcsm.aasm.org/viewabstract.aspx?pid=31062
  • https://www.welt.de/kmpkt/article167776874/Das-passiert-wenn-man-pausenlos-Serien-schaut.html
  • http://meedia.de/2017/11/15/binge-watching-im-buero-jeder-dritte-schaut-waehrend-der-arbeit-netflix-serien/

Wem die Bild zu links ist: Deutschland-Kurier und Co. Neue Nachrichtenblätter oder pure Wahlwerbung?

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Die Bild von rechts

„Die ‚Bild von rechts‘, wie Chefredakteur David Goebbels Bendels die Zeitung bezeichnet, startet mit einer Auflage von zirka 1933-1945 Exemplaren und soll für 1000 Jahre erscheinen“, so die Satirezeitschrift Titanic am 13.07.2017. Wem also die Bild-Zeitung – welche dafür bekannt ist, über die Stränge zu schlagen – noch immer zu liberal, zu links oder zu „gutmenschlich“ ist, der hat im Deutschland-Kurier seine Alternative gefunden. Neben dem Online-Angebot, wird der D-K (hier verwendet für Deutschland-Kurier) erstmal als Gratiszeitung seit dem 12. Juli dieses Jahres in einigen deutschen Großstädten verteilt.

Das Design der Website des neuen Boulevard-Blattes ähnelt schon etwas Bild.de. Riesige Überschriften, riesige Bilder, weiße Schrift auf rotem Hintergrund. Die heutigen Topstories sind zum Beispiel: „Der ‚Feind‘ in unseren Reihen – Kriminelle Araber- und Türkenclans unterwandern unsere Polizei“. Ein anderer Beitrag beschäftigt sich mit der Bildungspolitik und welche negativen Auswirkungen muslimische Schüler augenscheinlich mit sich bringen würden, genannt „Die Zerstörung der Bildungsrepublik Deutschland!“.

Die Art wie dieses Blatt auf sehr niveaulose Weise versucht, den Themenkomplex Politik auf die Migrations-, Religions- und Flüchtlingsfrage zu reduzieren ist sicherlich sehr fragwürdig, jedoch von der Meinungsfreiheit gedeckt. Es fällt doch aber sehr deutlich auf, dass eine bestimmte Partei in der Berichterstattung des D-K immer sehr glimpflich davonkommt. So wird die AfD oftmals als Positivbeispiel dargestellt, ihre Kandidaten vorgestellt und beinahe täglich interviewt.

Politikfreundlicher Journalismus – ist das die Zukunft?

Der Herausgeber, der Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten, ist dafür bekannt, den Wahlkampf der AfD seit 2016 unterstützt zu haben – unter anderem mit dem Vorläufermodell ‚Extrablatt‘, welches ebenfalls kostenlos verteilt wurde. Laut Lobby Control ist die weitere Finanzierung von Wahlkampfhilfe sehr intransparent, darüber hinaus ist der letztendliche Drahtzieher des Vereins nicht bekannt. Es ist auch kein Geheimnis, dass AfD-Politiker wie Maximilian Krah oder Guido Reil eigene Kolumnen in dem D-K verfassen, was erneut für die AfD-Nähe des Blattes spricht.

Das rechtspopulistische und nationalistische Monatsmagazin Compact trägt mit ihrem Chefredakteur Jürgen Elsässer ihren Teil zu jener Entwicklung bei. Neben des der AfD sehr ähnlichen Slogans „Mut zum Abo“, kritisiert das Magazin immerzu die „Mainstream-Medien“ und bezeichnet seine Arbeit als „[ehrlichen] Journalismus in Zeiten der Lüge“. Jürgen Elsässer ist in der neurechten Szene ein bekanntes Gesicht. Selbst auch schon Redner bei PEGIDA gewesen, ist er häufig mit dem neurechten Vordenker Götz Kubitschek zu sehen.

 

Fazit

Der D-K und das Compact-Magazin – obwohl beide noch relativ unbekannt – sind Beispiele für eine neue Entwicklung innerhalb des Journalismus. Eine Entwicklung, die weg von der distanzierten, unabhängigen Berichterstattung geht, hin zu einer puren Wahlwerbung für bestimmte politische Kräfte. Dies schadet nicht nur dem Ansehen des Journalismus im Allgemeinen, sondern auch der öffentlichen Meinung. Die Medienwissenschaft hat somit sicherlich ein Interesse daran, diese Entwicklung zu erforschen und zu verstehen.

Quellen

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland-Kurier
  2. http://www.titanic-magazin.de/news/bild-von-rechts-der-deutschland-kurier-ist-da-8996/
  3. http://www.deutschland-kurier.org/die-haelfte-araber-und-tuerken-frech-wie-sau/
  4. http://www.deutschland-kurier.org/wp-content/uploads/2017/11/DeKurier_KW46_v04_45.pdf
  5. https://www.rechtundfreiheit.de/
  6. https://de.wikipedia.org/wiki/Extrablatt_(politische_Flugschrift)
  7. https://lobbypedia.de/wiki/Verein_zur_Erhaltung_der_Rechtsstaatlichkeit_und_der_b%C3%BCrgerlichen_Freiheiten#cite_ref-52
  8. http://www.deutschland-kurier.org/category/kolumnen/hier-kraeht-der-krah/
  9. http://www.deutschland-kurier.org/category/kolumnen/glueck-auf-der-steiger-spricht/
  10. https://www.compact-online.de/
  11. https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Els%C3%A4sser
  12. https://abo.compact-shop.de/compact-abo-standard/
  13. https://www.youtube.com/watch?v=CHqdaaF5oSM
  14. https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_Kubitschek

Youtuber als neue Medienvorbilder

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„[…] wenn du [als Youtuber] 1,3 Millionen Leute erreichst, jeden Tag, hast du eine Reichweite wie Karl Diekmann mit der Bild Zeitung, jeden Tag, und bist eine ähnlich publizistische Macht.“Jan Böhmermann

In den letzten Jahren haben deutsche Youtuber ihre Reichweite stark erhöhen können: Die bekanntesten 100 haben über eine Million, die größten 30 sogar über zwei Millionen Abonnenten. Mit dieser „publizistischen Macht“ kommt ihnen gleichzeitig eine große Verantwortung zu, denn zu ihrer Zuschauerschaft gehören auch viele Jugendliche, welche die Videoplattform zur Meinungsbildung nutzen. Neben den klassischen Medienvorbildern aus Film und Musik, gelten mittlerweile auch die Influencer für Viele als Vorbild.

Was macht sie so interessant?

Medienhelden werden normalerweise durch ihre besondere Leistung (zum Beispiel aufgrund einer guten Stimme oder besonders herausragenden Fußballkünsten) zu Vorbildern. Kinder wollen das können, was auch diese Figuren können. Natürlich kommt damit auch das Interesse an dem Privatleben der Personen auf, aber dennoch steht die Leistung im Vordergrund. Bei vielen Youtubern ist die Situation anders: Sie stechen eben nicht durch ihre Leistungen heraus – was sich allein daran erkennen lässt, wie sehr sich der Inhalt der Kanäle gleicht, sie sind sozusagen austauschbare Akteure – sondern werden als Person für ihr Handeln bewundert. „Die Botschaft ist nicht: Das musst du machen, sondern so musst du sein.“Fabian Siegismund. Es lässt sich auch schwer unterscheiden, ob der Youtuber, der zu sehen ist, eine Kunstfigur oder eben die Privatperson hinter dieser ist (lange lautete der Slogan von YouTube „Broadcast yourself“). Eine Trennung zwischen Leistung und Privatleben, wie es bei einem klassischen Medienvorbild möglich ist, kann hier in den meisten Fällen nicht erfolgen. Die Frage, die nun aufkommt, ist: Was machen diese Leute überhaupt? Wie ist ihr Verhalten? Im Folgenden werden ein paar extrem negative Beispiele angeführt.

Was machen Youtuber?

Homophobie

Homophobie ist auf einigen Kanälen ein großes Problem. Der Youtuber Mert Matan spielte seinem Vater einen „Gay Prank“, in dem er ihm gegenüber erwähnt, dass er schwul sei. Daraufhin wurde er von seinem Vater vor der Kamera geschlagen.

Ein anderer Videodarsteller äußerte vor laufender Kamera seine Schwulenfeindlichkeit: „Ich sage, ich bin gegen Schwule, akzeptiert das, das müsst ihr akzeptieren, meine Meinung müsst ihr akzeptieren, aber ich muss nicht akzeptieren, dass einer schwul ist, nein, ich bin dagegen, das ist unmenschlich sowas“Mert Eksi.

Hausfriedensbruch

Die Youtuber Leon Machère und ApoRed haben einige Videos (alle mit mehreren Millionen Aufrufen) mit dem Titel „24 Stunden in…“ hochgeladen, in denen sie sich tagsüber in ein Unternehmen schlichen und sich dort angeblich einige Stunden nach Ladenschluss aufhielten. In einem der folgenden Videos zeigten sie stolz einige Anzeigen, welche auf diese Aktionen folgten.

Fazit

Diese Vorbilder machen ihren jungen Zuschauern rechtswidriges Verhalten vor und stellen es als lustig dar. Allerdings gibt es neben den „Assi-Youtubern“ auch noch Creator, welche positiv durch ihre Inhalte auffallen. LeFloid präsentiert auf seinem Kanal die aktuellsten Nachrichten und JulienBam produziert mit seinem Team hochwertige Videos mit Unterhaltungsfaktor. Diese können positive Vorbilder für Jugendliche sein. Es bleibt zu hoffen, dass sich auch die anderen Youtuber ihrer Vorbildfunktion bewusst werden und versuchen sich dementsprechend zu verhalten.

 

Quellen:

Betz, Phillip: Maert Matan’s GAY PRANK hat FOLGEN! – WuzzUp Feedback. Online verfügbar unter: https://youtu.be/JkNaeubtn6w [aufgerufen am 18.11.2017].

Böhmermann, Jan: Unge& die YouTuber Szene: Jan Böhmermann im Interview. In: zqnce. Online verfügbar unter: https://youtu.be/fgevJ-mJZFs [aufgerufen am 18.11.2017]

Klengan: MERT – Homophobie wird Mainstream?. Online verfügbar unter: https://youtu.be/Uc-Ho4UTW7w [aufgerufen am: 18.11.2017].

Klengan: Leon Machère – 24 Stunden Hausfriedensbruch. Online verfügbar unter: https://youtu.be/3KN4Jl0HoO8 [aufgerufen am 18.11.2017].

Noack, David: Youtube 2017: Falsche Vorbilder. In: derFreitag. Online verfügbar unter: https://www.freitag.de/autoren/davidnoack/youtube-2017-falsche-vorbilder [aufgerufen am 18.11.2017].

Rathgeb, Thomas: JIM 2016. Jugend, Information, (Multi-) Media. Stuttgart: Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest 2016. (auch Online verfügbar unter: https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/JIM/2016/JIM_Studie_2016.pdf [aufgerufen am 17.11.2017]).

SchauHin: Medienhelden. Online verfügbar unter: https://www.schau-hin.info/informieren/extrathemen/medienhelden.html [aufgerufen am 16.11.2017].

Siegismund, Fabian: Medienvorbilder: The Walking Dead #8. Online verfügbar unter: https://youtu.be/uAyKeMeRbYM [aufgerufen am 18.11.2017].

Socialblade (Statistikwebsite): Top 250 Youtubers in germany sorted by subscribers. Online verfügbar unter:  https://socialblade.com/youtube/top/country/de/mostsubscribed [aufgerufen am 17.11.2017].

 

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Netzwerkdurchsetzungsgesetz – Gefahr für die Meinungsfreiheit oder Schutz vor Hass-Kommentaren?

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Wer kennt sie nicht, die ganzen Hass-Kommentare und die Fake-News auf sozialen Netzwerken. Und mal ehrlich, wer hat kein Mitleid mit den Opfern all jener Kommentare oder Beiträge? 

Schon lange ist es kein Geheimnis mehr, dass man andere Personen kaum leichter Mobben oder Verleumden kann und Lügen kaum einfacher verbreitet werden können als im Netz. Was ist da praktischer als die allseits geliebten sozialen Netzwerke Facebook, Twitter und YouTube zu nutzen? Offensichtlich ein sehr weit verbreitetes Problem unserer Zeit.

Bundesjustizminister Heiko Maas präsentierte dieses Jahr scheinbar die Lösung dieses Problems. Am 30. Juni 2017 verabschiedet der Bundestag das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“. Klugerweise verstecken sie die Verabschiedung dieses Gesetzes hinter dem lang ersehnten Gesetz zur gleichgeschlechtlichen Ehe, welches an diesem Tag alles andere überschattete. Denn Kritik war und ist zu erwarten. Doch warum? Was genau bedeutet dieses zunächst nicht sehr aussagekräftige Gesetz?

Soziale Netzwerke müssen ab sofort offensichtlich rechtswidrige Inhalte“ binnen 24 Stunden nachdem sie von einem Nutzer oder einer externen Stelle gemeldet wurden löschen. Klingt in der Theorie nicht schlecht. Doch wie genau soll das umgesetzt werden?

Zunächst zum Gesetz: Wie gesagt müssen „offensichtlich rechtswidrige Inhalte“ innerhalb von 24 Stunden von Facebook, Twitter und co. gelöscht werden. Bei problematischeren Fällen gilt eine Sieben-Tages-Frist und auch diese kann bei Ausnahmen verlängert werden, wenn eine ausführliche Prüfung der Begleitumstände unausweichlich scheint. Über Löschen oder nicht Löschen entscheidet dabei ein Mitarbeiter des Unternehmens ohne jegliche juristischen Kompetenzen. Und dieser kann wiederum bei Schwierigkeiten den Fall an eine auch vom Unternehmen eingerichtete regulierte Selbstregulierungsstelle (da sich das Unternehmen zwar selbst reguliert, die Prüfstelle jedoch vom Bundesamt für Justiz überwacht wird) leiten.

Soweit scheint das Gesetz also auf alle Problemfälle eine Lösung zu bieten. Doch besagt das Gesetz auch, dass die Medienunternehmen mit einer Strafe von bis zu 50 Mio. Euro rechnen müssen, wenn sie den Auflagen des Gesetzes nicht nachkommen und mehrfach versäumen gemeldete rechtswidrige Beiträge zu löschen.

Ja genau, richtig gelesen: 50 Mio. Euro!

Da drängt sich der Verdacht des „Overblocking“ auf, also dass ein Unternehmen wie Facebook lieber zu viele Beiträge ohne zusätzliche Prüfung löscht als das Risiko einer Strafe einzugehen.

Und da entsteht auch schon die Problematik.

Nicht nur, dass irgendein Mitarbeiter die Beiträge löschen soll, es kommt auch noch die Höhe der Strafe hinzu, die wohl kaum zu unterschätzen ist. Also ein Gesetz, welches zur unkontrollierten Löschung kritischer Beiträge führen kann? Bereits Jan Böhmermann hat uns bewiesen, dass Satire und Beleidigung oft näher beieinander liegen als man denkt und solche Fälle wie auch viele weitere Fälle sollten nicht von Facebook-Mitarbeitern sondern eher von einem Richter beurteilt werden.

Ein paar Fragen bleiben wohl offen und Kritik trägt ja auch zu einer Optimierung unserer Demokratie bei. Das Gesetz ist da und man sollte das Beste daraus machen.

Denn es geht ja nicht darum, den Kampf gegen rechtswidrige Inhalte zu verhindern, sondern es soll verhindert werden, dass private Unternehmen wie Facebook und co. zu Hütern über die Meinungsfreiheit werden, ohne dass diese einer Kontrolle unterliegen.

 

Quellen:

https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/bab/bab-4113.html

https://www.computerwoche.de/a/das-anti-hass-gesetz-im-internet,3331864

https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/Dokumente/BGBl_NetzDG.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Aufmerksamkeit im Internet #metoo

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Aufmerksamkeit. Das ist es, wofür die sozialen Plattformen Facebook, Instagram und Twitter ausgelegt sind. Es dreht sich hierbei alles um das Sehen und Gesehen werden. Die Personen mit den meisten Likes und Followern gelten als berühmt und cool. Je mehr Aufmerksamkeit man erlangt, desto besser.

Die Plattformen beschäftigen sich hauptsächlich mit Oberflächlichkeiten, dem Aussehen und dem augenscheinlich perfektem Leben, das die Personen führen. Der wahre Charakter sowie die Ängste und Sorgen können problemlos in den Hintergrund rücken, denn warum sollte man sich von seiner nicht „perfekte“ Seite präsentieren?

Der Hashtag #metoo (ich auch), rückt alles in ein anderes Licht. Die Schauspielerin Alyssa Milano hat den Hashtag am 15. Oktober 2017 auf Twitter veröffentlicht. Nach dem Skandal über die sexuellen Missbrauchsvorwürfe gegenüber dem Filmproduzenten Harvey Weinstein, ruft sie alle Opfer sexueller Belästigung und Missbrauchs auf, sich mit dem Hashtag zu melden. Ihr Ziel: Aufmerksamkeit.

Quelle:https://twitter.com/alyssa_milano/status/919659438700670976?lang=de

Hierbei handelt es sich aber um eine andere Aufmerksamkeit, als die sonst immer erwünschte. Sie selbst möchte nicht die Aufmerksamkeit erlangen, sondern die Menschen für das Thema des sexuellen Missbrauchs sensibilisieren. Und es gelang ihr. Innerhalb der ersten Stunden wurde der Hashtag mehr als 30.000 mal geteilt. Mithilfe dieser starken Verbreitung im Internet, wünschen sich die Opfer Gehör und Mitgefühl.

Es klingt nach einer guten Idee: Mithilfe von nur zwei Wörter ist es möglich auszudrücken, was einen vielleicht schon sein ganzes Leben lang bedrückt. Hunderttausende von Tweets wurden und werden noch immer verfasst, aber sie unterscheiden sich:

Es gibt Nutzer, die nur den Hashtag setzen und keine weiteren Details zu ihren Erlebnissen veröffentlichen.

Andere wiederum wollen ihre genaue Geschichte beschreiben. Sie reichen von einem anzüglichen Blick bis hin zu jahrelanger Vergewaltigung.

Dadurch geschieht es, dass  Menschen, die sich „nur“ sexuell belästigt gefühlt haben, plötzlich als keine „richtigen“ Opfer da stehen. Ist es nur die Aufmerksamkeit, die die anderen Nutzer wollen? Worin liegt der Grund sich im Internet dermaßen zu öffnen?

Es scheint, dass der Fokus mancher nur bei der Aufmerksamkeit liegt, die sie erlangen wollen, denn sie fangen an sich zu „übertrumpfen“. Mit präzisen Details erlangt man mehr Aufmerksamkeit, als wenn man bloß den Hashtag alleine nutzt.

Dass dies nicht die Absicht aller Nutzer ist, steht außer Frage. Dennoch sollte man sich im Hinterkopf fragen, wofür das alles ist. Löst es alle Probleme, wenn sich zahlreiche Opfer melde, nur damit man sieht, wie viele es sind?

Es hat uns alle stutzig gemacht und uns zum Nachdenken angeregt, dass sich so viele Leute sexuell belästigt oder missbraucht fühlen. Eine Lösung für das eigentliche Problem ist dennoch nicht in Sicht…

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Influencer Marketing – erfolgsversprechende Strategie oder rechtliche Grauzone?

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„Xenia Overdose“ hat 970.000 Follower auf Instagram, „André Hamann“ 1,1 Millionen und „Stefanie Giesinger“ sogar 2,9 Millionen Abonnenten (stand November 2017). Die drei gehören zu den erfolgreichsten Influencern Deutschlands. Doch was macht sie so besonders? Was bringt uns Abonnenten dazu ihrer Meinung zu folgen und uns nach ihr zu richten ?

Ein erfolgreicher Influencer verkörpert bestimmte Eigenschaften. Diese sind nötig, um die Posts und Produkte möglichst effektiv anzupreisen und die Follower bei Laune zu halten. Dazu zählen Sympathie, Autorität, Wertekonsistenz, Reziprozität, Knappheit, und „Social Proof“. Die Eigenschaften scheinen auf den ersten Blick trivial und selbstverständlich, jedoch sind sie gerade in der heutigen Zeit nötig, da die Plattformen Instagram und Facebook gerade zu von ‚Möchtegern-Influencern‘ überschwemmt werden.

Diese Form des Marketings ist aber keinesfalls eine neue Erfindung. Keine Frage, dass sich der Stellenwert im Zeitalter von Instagram, Twitter und Co. massiv verändert hat, aber schon in den frühen 90er Jahren kam der Konzern Coca Cola auf die Idee, sich die Bekanntheit und Beliebtheit einer öffentlichen Person zu Nutze zu machen https://www.youtube.com/watch?v=qNL6xoFwR-8 . Coca Cola nutzte den weltbekannten Basketballer Micheal Jordan dazu, ihr Produkt an den Mann zu bringen. Die Werbung wurde weltweit bekannt.

Influencer-Posts sind aus unserem Alltag kaum noch weg zu denken, doch ist den meisten die Reichweite eines einzigen Selfies gar nicht bekannt. Auch die Influencerin „DagiBee“ zählt zu den berühmtesten Persönlichkeiten Deutschlands. Sie wirbt unter anderem für das Unternehmen „Duschdas“. Für die Firma postete DagiBee ein Selfie und setzte die entsprechenden Hashtags darunter. Damit erreicht sie mit ihren Fotos 5 Millionen Instagram Follower. „Duschdas“ müsste 21.000 Euro für Werbemaßnahmen investieren, um eine ähnliche Reichweite zu erzielen.

So klingt Influencer-Marketing nach der Strategie schlecht hin, um schnell viele Menschen anzusprechen. Doch steht auch diese Strategie vor Problemen. Oft ist der werbende Charakter solcher Posts nicht offensichtlich genug gekennzeichnet. Dann fällt er unter Schleichwerbung und die ist in Deutschland laut §5 des UWG verboten. In dieser rechtlichen Grauzone fand sich der Konzern „Rossmann“ dieses Jahr  wieder.

Auch Rossmann bediente sich an einem jungen Influencer, um neue Produkte schneller vermarkten zu können. Jedoch fand der „Verbund für sozialen Wettbewerb“, dass der Hashtag #ad, nicht ausreicht, um den werbenden Charakter der Anzeige deutlich zu machen und verklagte Rossmann. Das Oberlandesgericht Celle gab dem im September diesen Jahres recht und veurteilte Rossmann bei Wiederholungstat zu 250 000 Euro Strafe. Bei diesem Urteil geht es zwar überwiegend um Schleichwerbung, jedoch gerät die junge Branche des Influencer-Marketings dadurch unter Zugzwang. Es wurden nun neue Leitregeln entworfen für die Kennzeichnung von Influencer-posts, beispielsweise müssen jetzt in der ersten Reihe Hashtags wie #werbung, #anzeige zu finden sein, damit es sich um eine offenstichtliche Kennzeichnung handelt. Die Branche warnt davor nur #sponsoredby, #poweredby o.Ä. zu schreiben, da diese leicht falsch zu verstehen sind.

Das Urteil des OLG Celle wird grundlegende Veränderungen auf Instagram und Co. verursachen; bleibt abzuwarten, ob diese nun den Grad zwischen erfolgsversprechender Marketing Strategie und rechtlicher Grauzone vergrößern.

 

 

 

„Digitale Fürsorgepflicht“ für Kinder und Jugendliche – Notwendig oder nicht?

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Wer kennt es nicht: Man sitzt im Bus oder einfach in der Stadt und schaut um sich. Vermehrt sieht man Menschen, die ihren Blick kaum vom Handybildschirm wenden können. Diesen Trend, das „Phubbing“, sieht man inzwischen auch immer häufiger bei Kindern und Jugendlichen.

 

Aufgrund dieses nachahmenden Verhaltens der Erwachsenen stellt sich die Frage, ob die Mediennutzung sich auf die Entwicklung der Heranwachsenden auswirkt.

 

 

Diese Frage stellten sich auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, und das Bundesministerium für Gesundheit, welche darauf die sogenannte BLIKK-Studie (Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz, Kompetenz und Kommunikation) ins Leben riefen.

Bei dieser Studie wurden von Juni 2016 bis Januar 2017 5.573 Eltern und dessen Kinder bezüglich ihres Umgangs mit den Medien befragt. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse der medizinischen Früherkennungsuntersuchung, also die körperliche, entwicklungsneurologische und psychologische Verfassung der Kinder, herangezogen.

Bei diesem Vergleich kam zu es zum einen zu dem Ergebnis, dass Kinder ab 7 Jahre und auch Jugendliche zur Hyperaktivität und Unkonzentriertheit tendieren, wenn diese mehr als eine Stunde am Tag an ihrem Handy oder Tablet verbringen. Zudem neigt die genannte Gruppe zu Übergewicht. Zum weiteren zeigen schon die Zwei- bis Fünfjährigen Entwicklungsstörungen bei regelmäßiger Nutzung von Bildschirmmedien, so haben sie Probleme bei der Konzentration und Sprachentwicklung.

Diese zwei aufgeführten Ergebnisse zeigen exemplarisch die von der BLIKK-Studie ausgewerteten, meist negativen Auswirkungen der Mediennutzung auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Jedoch widerlegt die Kinder-Medien-Studie 2017 diese negative Darstellung. Bei dieser Studie wurden über 2.000 Kinder im Alter zwischen sieben und 13 Jahren mit ihren Eltern interviewt. Hierbei fielen die Ergebnisse jedoch positiver aus.

72% der Kinder in der genannten Altersklasse lesen in der Woche mehrmals, aber nicht wie angenommen von Tablets oder Computer, sondern noch von Papier. Zudem wird das Vorurteil, dass Kinder und Jugendliche ihre Freizeit bloß mit digitalen Medien verbringen würden, ebenfalls widerlegt, da diese weiterhin Freunde treffen und das Spielen im freien bevorzugen.

Diese verschiedenen Studien zeigen grundsätzlich, dass das Interesse an der Medienpädagogik groß ist und man Studien und Umfragen nutzen möchte, um die Entwicklung der Kinder und deren Umgang mit den Medien bestmöglich zu fördern.

Es ist offensichtlich, dass besonders die Eltern an diesem Prozess mitwirken und daher als Vorbild vorangehen sollten. Daher stellt sich für diese auch die Frage wie sie die sogenannte „digitale Fürsorgepflicht“ am besten konkret umsetzen können. Beispielsweise in welchem Alter die Kinder ein Handy oder andere digitale Medien bekommen sollten oder ob es strikte Verbote zur digitalen Mediennutzung geben sollte, um den Kindern die Kontrolle der Nutzungszeit anfangs abzunehmen. Man dürfe aber auch nicht die grundsätzliche Mediennutzung verbieten, sondern stattdessen zusammen mit den Kindern die Medien kennenlernen und auch dessen Grenzen und Gefahren beibringen.

 

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Flammende Leidenschaft? Snapstreaks und ihre gesellschaftlichen Folgen

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Zu einem der beliebtesten sozialen Netzwerke gehört inmitten von Facebook, Whatsapp und Instagram seit 2011 auch die App Snapchat. Sie bietet verschiedene verlockende Features, wie etwa das automatische Verschwinden von zugesendeten Bildern nach einer gewissen Zeit. Dabei fangen Jugendliche immer früher an, das Medium täglich zu nutzen und geraten dabei in die Falle der sogenannten Snapstreaks. Doch worum handelt es sich hier überhaupt?

Flammen-Emoticons tauchen neben einzelnen Chats auf, wenn man der betroffenen Person täglich einen Snap geschickt hat und das für mindestens drei Tage. Zahlen zeigen weiterhin, wie viele Tage man schon auf diese Weise kommuniziert. Bloßes Chatten reicht dabei nicht, die Nutzer werden zum Verschicken von Bildern animiert.

Dieses Feature, welches auch Tagesreihe genannt wird, sorgt dafür, dass Flammen regelrecht gesammelt werden. Und das natürlich mit so vielen Leuten wie möglich. So gelingt es Snapchat, Menschen unterschwellig dazu zu „zwingen“, die App zu benutzen. Dies fällt allerdings bei täglichem Gebrauch nicht direkt auf. Sobald eine Flamme droht, zu verschwinden, erscheint neben ihr eine Zeituhr. So werden die Nutzer unter Druck gesetzt und zu „Sklaven“ der App, weil sie fürchten, alle Flammen zu verlieren.

Besonders Kinder und junge Erwachsene verspüren den Drang, beliebt zu sein und viele Freunde zu haben. Aber sind Snapchat-Buddies wirkliche Freunde? Und können virtuelle Kontakte die echten ersetzen? Wohl eher nicht.

Zwar besteht die Möglichkeit, Snaps mit Nachrichten zu versehen, meistens handelt es sich aber um ein Foto der Bettdecke oder einer Tischkante, dem Boden oder den eigenen Füßen. Zudem wird oft dasselbe Bild an alle Personen geschickt, mit denen man Flammen teilt. Schließlich wäre es zu viel Arbeit, für jeden Kontakt ein individuelles Bild zu machen. Es handelt sich also längst nicht mehr um die altmodische, one-to-one Kommunikation.

Jene ältere Generation hingegen, die als Kinder noch zum Spielen im Wald war und nicht am PC, sieht Snapchat-Flammen eher als Zeitverschwendung an, als einen unnötigen Nebeneffekt des Netzwerkes. Immerhin sieht ja außer uns selber niemand, wie viele Flammen wir haben. Höchstens, wenn es bei Instagram gepostet wird.

Doch was kann man dagegen tun, dass immer jüngere Menschen Angst davor haben, kein Wlan zu haben und ihre Snapstreaks zu ruinieren? Ein Verbot von Snapchat ist doch keine wirkliche Lösung. Jedoch sollten Eltern ihren Kindern früh bewusst machen, dass Glück und Erfolg im Leben nicht davon abhängig sind, wie viele Flammen man hat.

 

 

 

 

 

 

eSports – Ein Spiel, das kein Spiel mehr ist

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Rund 50 Millionen Menschen haben das vergangene Wochenende gespannt vor dem Computerbildschirm verbracht. Dabei ging es jedoch nicht um eine neue heiß erwartete Serie, oder gar ein weltpolitisches Ereignis. Sie alle haben zugeschaut, wie andere Computer spielen. Über die letzten Wochen wurde an den vier Standorten Wuhan, Guangzhou, Shanghai und Beijing die Weltmeisterschaft in dem Videospiel League of Legends ausgespielt.

Bereits 2016 standen insgesamt 28 Übertragungen in 18 unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung. Streamingdienste wie Twitch.tv, oder YouTube Gaming zeigen die Spiele live im Internet. Inzwischen steigt aber auch der Fernsehmarkt zunehmend ein. Der deutsche Privatsender SPORT1 sowie die amerikanischen Kollegen von ESPN erweitern stetig ihr Portfolio im Bereich eSports.

Dabei ist dies nur ein Beispiel von vielen.
Counter Strike: Global Offensive, Overwatch, Rocket League, DOTA, FIFA. All diese Spiele werden bereits hauptberuflich professionell gespielt.  Die zu gewinnenden Preisgelder sind längst in die Millionenbeträge geschossen. So wurde beispielsweise ein Preisgeld von insgesamt 24,7 Millionen USD bei der diesjährigen Meisterschaft im Spiel DOTA ausgeschüttet. Das ein großer Teil des Preisgeldes durch die Spielercommunity selbst gezahlt wurde, lässt die Zahl noch surrealer wirken.

Aber wie können diese Nerds überhaupt eine solche Masse anlocken? Es ist die Qualität der Spieler, die sie von der Masse abhebt. Die Teams leben gemeinsam in so genannten Gaming Houses zusammen, die überhaupt nicht mit Wohnungen Gleichaltriger vergleichbar sind. Eigene Bäder für jeden Spieler, Sportplatz hinter dem Haus und natürlich Räume vollgepackt mit leistungsstarken Rechnern, um möglichst unter den besten Voraussetzungen trainieren zu können.

Und trainiert wird reichlich. Täglich verbringen die Profis etwa 8-12 Stunden im Spiel. Dabei werden Strategien mit den Teammitgliedern eingespielt, sowie Techniken verfeinert. Wird mal nicht trainiert, so wird über den eigenen Twitch Kanal das Spiel übertragen. So besteht der Tag wortwörtlich nur noch aus dem Zocken.

Steht ein großes Turnier an, werden die Spieler in die jeweiligen Länder eingeflogen und übernachten in teuren Hotels. Pressetermine sowie stetig aktualisierte Social Media Kanäle sind hier Pflicht.  Dabei ist es auch unabdingbar, die mit Sponsoren vollgepackten Shirts und Hoodies zu tragen.
Computerteile-Hersteller kooperieren bereits mit vielen Teams, um ihre Produkte gekonnt zu platzieren.
Begonnen mit PC Zubehör und extra angefertigten Gaming-Stühlen, steigen inzwischen auch große Unternehmen, wie etwa Red Bull, oder Coca Cola in den Werbemarkt mit ein.

Aber auch echte Sportclubs sind bereits im eSports-Bereich tätig. So haben Vereine wie Schalke 04, Paris Saint Germain, oder Manchester City längst Profisparten für die oben genannten Spiele. Wenn ein Markt gewinn verspricht, scheinen also auch die altehrwürdigen Fußsballclubs einen neuen Weg einzuschlagen.

Ob diese irgendwann die Namensprägenden Fußballvereine in ihrer Popularität und Werbefähigkeit ablösen können, scheint jedoch unwahrscheinlich. eSports gewinnt immer weiter an Bedeutung, hat aber seinen Zenit noch lange nicht erreicht.

Quellenangabe:

https://esc.watch/tournaments/lol/2017-world-championship

https://www.summoners-inn.de/de/news/47481-by-the-numbers-zahlen-der-worlds-2016

http://www.zeit.de/2017/04/computerspiele-geld-umsatz-gewinn-leistungssport

https://www.esportsearnings.com/tournaments

 

 

Aufstieg der AfD – Welche Rolle spielen die Medien?

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Die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag, welche am 24. September 2017 stattfand, sorgte in einer Hinsicht ganz besonders für Aufruhr: mit 12,6 % der Stimmen wurde die AfD zur drittstärksten  Partei.

Wie konnte es dazu kommen?

Am 25. September 2017 lieferte zum Beispiel die Sendung der politischen Talkshow im Ersten, „Hart aber fair“, eine mögliche Antwort auf diese Frage. Die Show wurde zu einer Anklage gegen die Medien, welche den Aufstieg der AfD nach Ansicht der Diskutanten angeblich massiv begünstigt haben sollen.

Katharina Barley, SPD Familienministerin, äußerte den Vorwurf, die Medien, vor allem ARD und ZDF, hätten generell zu oft und zu ausführlich über die AfD berichtet, wobei es keine Rolle spielte, ob diese Berichte positiv oder negativ ausfielen. Außerdem sei in der Berichterstattung die „Flüchtlingskrise“ permanent thematisiert worden, die bekanntlich das wichtigste Wahlkampfthema der AfD darstellt. Andere relevante Themen wie Bildung, Rente oder Gesundheit seien den Wählern kaum näher gebracht worden. Sogar im „TV-Duell“ zwischen Merkel und Schulz am 03. September 2017 war in erster Linie über die Flüchtlingsproblematik diskutiert worden, wodurch die AfD ungewollt unterstützt worden sei.

Dorothee Bär, CSU Bundestagsabgeordnete und ebenfalls zu Gast bei „Hart aber fair“, legte sogar dar, ein Mitarbeiter des öffentlichen Rundfunks hätte ihr gegenüber zugegeben, AfD-Abgeordnete würden gerne zu Talkshows eingeladen, weil sie für Skandale sorgen und sich somit positiv auf die Quoten auswirken.

Die Vorwürfe Barleys und Bärs kann man nachvollziehen, wenn man zum Beispiel der Einschätzung des Professors für Kommunikationswissenschaften, Carsten Reinemann an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, Forscher über Medien und Populismus, folgt: “ Je häufiger eine Partei in den Medien vorkommt, je positiver über sie berichtet wird oder je stärker ihre Themen im Mittelpunkt stehen, umso eher kann eine populistische Partei profitieren.“

Der ehemalige ZDF Chefredakteur ,Nikolaus Brender, hält all die Schuldzuweisungen den Medien gegenüber für unsinnig. Er ist der Meinung, dass die Medien nun von den Parteien instrumentalisiert werden, weil diese vom eigenen Versagen bei der Bundestagswahl ablenken wollen.

Wer in dieser Debatte nun recht behält, lässt sich nur schwer sagen. Allerdings muss man bedenken, dass wir in einer Zeit leben, in der eine Partei unzählige Möglichkeiten hat, ihre Wähler anzusprechen. Längst erfolgt eine Beeinflussung der Meinungen und eine Polarisierung über Online-Plattformen wie Facebook oder Twitter. Insofern kann man nicht sicher sein, dass aufgrund der Beiträge des öffentlich-rechtlichen Rundfunks das Wahlergebnis sich so günstig für die AfD entwickelt hat.

Drohnen: Wie verändern sie unseren Alltag?

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Drohnen begeistern momentan viele Menschen: Unternehmer, Forscher und sogar Privatleute wie Hobbyfotografen. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Ausführungen, von Quadracoptern bis hin zu Hexacoptern, von wenigen Zentimetern bis zu einer Spannweite von rund 40 Metern. Doch es gibt noch einige Hürden zu überwinden, bis die unbemannten Luftfahrzeuge, alltäglich werden.

Wann werden Pakete per Drohne gebracht? 

In 30 Minuten von der Bestellung bis zur Landung im Vorgarten – so sieht sie aus, die neue Drohnen-Paketwelt. So stellt sich das zumindest der US-Onlinehändler Amazon vor, bislang klappt das aber nur in ihrem Werbe-Video. Auch DHL und Google arbeiten daran, die Flugobjekte zum Paketzustellen einzusetzen. So fliegt zum Beispiel seit September 2014 regelmäßig eine DHL-Drohne – der Paketkopter – vom Festland auf die Nordseeinsel Juist um Medikamente auszuliefern. Etwa zwölf Kilometer bei 50 Meter Flughöhe und einer Geschwindigkeit von 18 Metern pro Sekunde überbrückt das Fluggerät – und das im Automatikbetrieb.

Helfer in der Landwirtschaft und bei der Bundeswehr

Drohnen haben einen vielseitigen Einsatzbereich, zum Beispiel in der Landwirtschaft. Sie können große Flächen mit Pflanzenschutzmitteln aus der Luft besprühen, den Düngezustand oder auch die Bewässerung mit Hilfe von speziellen Kameras bestimmen.

Bei der Bundeswehr werden sie vor allem zur Aufklärung eingesetzt. Vorteil hierbei ist, dass winzige Drohnen im Gegensatz zu Kleinflugzeugen und Helikoptern vom Radar nicht erkannt werden. Auf diese Weise können gezielte Aktionen beispielsweise zur Ausschaltung von Terroristen geplant und durchgeführt werden, ohne dass dafür das Leben von Soldaten gefährdet werden muss.

Wieder Kind sein – die private Nutzung von Drohnen

Drohnen sind die moderne Version des ferngesteuerten Flugzeugs – nach Schätzungen der Deutschen Flugsicherung gibt es derzeit allein in Deutschland rund 400.000 Drohnen. Die meisten privaten Nutzer nutzen sie, um mit ihnen Fotos von oben aufzunehmen oder fliegen mit ihnen Rennen.

„Warum das Spaß macht? Weil man wieder Kind sein kann. Und ein bisschen rumfliegen kann. Adrenalin pur.“ – Nutzer von privaten Drohnen

Doch ganz so ohne ist das Fliegen mit Drohnen nicht. Im Internet kursieren jede Menge Videos von abgestürzten Drohnen und solchen, die Menschen oder anderen Fluggeräten gefährlich nah kommen. Auch der ADAC warnt vor Zusammenstößen von Rettungshubschraubern und Multikoptern.

„Dabei muss noch nicht einmal eine Cockpitscheibe durchschlagen werden, da reicht eine Kollision mit dem Rotorblatt, je nach Gewicht der Drohne. Das Heckrotorsystem ist besonders empfindlich, das würde bei einer 5-Kilo-Drohne mit Sicherheit zum Absturz des Hubschraubers führen.“ – Cesare Piro, professioneller Drohnen-Pilot

Alltäglich wird die Drohne also noch nicht. Es gelten weiterhin zu viele Gesetze, die bei der Benutzung beachtet werden müssen. Auch wenn sie schon in vielseitigen Einsatzbereichen genutzt werden, in denen sie uns das Leben vereinfachen, wird es noch viel Zeit und Forschungsarbeit in Anspruch nehmen, bis ein Jedermann von den Multikoptern profitieren wird.

Reisen per Mausklick

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London City, Australiens Ostküste, ein Hotel in Berlin. Unsere Facebook Freunde lieben es ihre Urlaubsbilder zu teilen. Zwischen den Posts dann ein Videobeitrag, Werbung für ein Reiseunternehmen. Sind wir online, werden wir geradezu überschwemmt mit verlockenden Reiseangeboten. Ist das die Zukunft von Marketing im Tourismus? Wer geht heutzutage überhaupt noch in ein Reisebüro, wenn die Buchung von zu Hause aus mit ein paar Klicks erledigt werden kann?

Eine Studie des „ Verband Internet Reisevertrieb“  veranschaulicht mit Hilfe der beigefügten Statistik, dass das Internet für den Tourismus schon heute eine wichtige und auch zunehmende Bedeutung hat. 2016 nutzten 61% der Deutschen das Internet, um sich über Urlaubsreisen zu informieren, das sind 6% mehr als noch vier Jahre zuvor. Zur tatsächlichen Buchung von Reisen haben 2016 43% schon einmal das Internet benutzt, 10% mehr als 2012.

Eine repräsentative Befragung von bitkom.org mit 103 Geschäftsführern und Vorständen aus der Tourismusbranche bestätigt, dass die Angebote hauptsächlich online vermarktet werden. Wichtigster Kanal für Online Marketing beim Tourismus ist die unternehmenseigene Website, gefolgt von Buchungsplattformen wie booking.com. An dritter Stelle steht Social Media wie Facebook. Durch die steigende Bedeutung digitaler Technologien im Tourismus denkt fast die Hälfte der Befragten, dass Digitalisierung Reiseveranstalter überflüssig macht, da viele ihre Reise bequem selbst über das Internet buchen.

Um sich in der Tourismusbrache durchzusetzen oder um den Bekanntheitsgrad zu steigern, lassen sich ein paar Agenturen wirklich außergewöhnliche und kreative Social Media Kampagnen einfallen. Ein Beispiel ist die sehr aufwendige Kampagne „Send Your Facebook Profile to Cape Town“ von Cape Town Tourism, die all ihren Facebook Fans eine Reise durch Cape Town ermöglichte, ohne dass die Facebook Nutzer wirklich vor Ort waren. Ziel war es, unbekannte Ecken von Kapstadt an potenzielle Touristen zu verraten und somit das Interesse an Kapstadt als Touristenmagnet weiter zu steigern.

Und wie funktionierte die Kampagne? Ganz einfach, die Teilnehmer sendeten ihr Facebook Profil an Cape Town Tourism und diese posteten dann im Namen der Teilnehmer Urlaubsbilder und Videos aus Kapstadt. Die Kampagne erreichte durchaus ihr Ziel. Mehr als 350.000 Menschen nahmen teil, der Tafelberg hatte die höchste Rate an Besuchern seit 83 Jahren und die Anzahl der Touristen in Kapstadt stieg in Folge um 4%.

Insgesamt stellt das Internet bereits eine zentrale Bedeutung für die Tourismusbranche dar. Von der Inspiration durch einen Facebook-Post, über Buchungswebsiten bis hin zu aufmerksamkeitserregenden Kampagnen. Die Zukunft liegt im Internet. Laut bitkom.org bietet Virtual Reality ein großes Potenzial. Mit der VR-Brille zukünftig ein 360° Panoramablick auf das Reiseziel oder ein virtueller Rundgang durchs Hotel? Welchen Urlauber würde das nicht ansprechen?

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Urlaub machen in Nordkorea – „Darf er das?“

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Sonnen auf Mallorca, Tauchen in Thailand, Surfurlaub in…Nordkorea?

Was sich für viele von uns wahrscheinlich nach einem Anflug von Größenwahnsinn anhört, ist genau das was YouTuber und Creator Louis Cole aka „Fun for Louis“ im August vergangenen Jahres getan hat.

Louis Cole ist ein 33 jähriger britischer Filmemacher und Videoblogger aus Surrey, England, der mit seinen Videos rund um und während seiner Reisen sein Motto und Marke „Live the Adventure“ („Lebe das Abenteuer“) geprägt hat. Mit seinen 1,8 Millionen Abonnenten auf YouTube spricht Cole eine erwähnenswerte Menge an Jugendlicher und junger Erwachsener an und kann somit durchaus von seinem Hobby leben.

                                                                                           

Was macht man nun mit seinem hart erarbeiteten Geld? Richtig. Ausgeben. Und wo? Wie wäre es mit einem entspannten Kurztrip nach Nordkorea um beim Surfen einfach mal die Seele baumeln zu lassen? Kim Jong-Und ab in den Urlaub!

Im August 2016 begann Louis seine 10-tägige Vlogserie in Nordkorea mit einigen Freunden die mit einer Surf-Organisation in Verbindung getreten sind und diese Reise möglich gemacht haben. Der Veranstalter der Reise bot nun schon zum dritten mal diese Surfschule an, reist aber privat schon seit 17 Jahren nach Nordkorea um ehrenamtlich dort zu arbeiten. Obwohl er nicht von der Regierung engagiert ist, arbeitet er wohl mit ihr zusammen beziehungsweise findet eine positive Kommunikation statt.

Louis unternimmt in seinen Vlogs wie immer zahlreiche Ausflüge unter anderem ein Besuch in einem Wasserpark, Surfen mit „Local surfer chicks“ sowie diverse Tours für Touristen.

Was nun folgt war wohl eher weniger Fun für Louis:

YouTube Stars Are Now Being Used for North Korean Propaganda“ – Vanity Fair

(„YouTube Stars werden jetzt für nordkoreanische Propaganda benutzt“)

„Louis Cole’s Merry North Korea Adventure“ – Human Rights Watch

(„Louis Cole’s fröhliches Nordkorea Abenteuer“)

„You can’t vlog in North Korea and call it apolitical“ – The Verge

(„Man kann nicht in Nordkorea vloggen und behaupten es sei unpolitisch.“)

 

Der einzige Begriff der hier angebracht zu sein scheint ist „shit storm“, netter ausgedrückt eine gewaltige Empörungswelle. Nachrichten und Medien rissen Cole in Stücke, warfen im dubiose Machenschaften mit der nordkoreanischen Regierung vor, behaupteten sogar er wäre für die angeblichen Propagandavideos bezahlt worden.

Warum nun also all das auf sich nehmen? Louis sagt, er möchte die „wunderschönen und positiven Dinge suchen, mit Einwohnern Kontakt knüpfen und über die Kultur und das Land lernen“. Er betont außerdem, dass er davon ausging, dass seine Zuschauer über ein Basiswissen über Nordkorea verfügen und somit nicht vollständig vom positiven Schein seiner Videos geprägt werden.Jedoch gab es leise Stimmen im Hintergrund die das Ereignis mit etwas mehr Offenheit betrachtet haben. Was ist, wenn Louis nur zeigen wollte, dass die Menschen die in Nordkorea leben nette freundliche und herzensgute Menschen sind? Dass nicht alle Nordkoreaner die Mentalität ihres Regimes haben? Dass das Land mit seinen Traditionen und wunderschöner Landschaft es nicht verdient hat nur von dem Größenwahnsinn seines Anführers beschattet zu werden?

Diese Stimmen wurden immer lauter und endeten in einem BONCA („British Online Creator Award“) für „Travel Video of the year“, den Louis nur zu gerne entgegennahm.

Die Frage, die sich auch schon deutscher Comedy-Nachwuchs Chris Tall gestellt hat, lautet : Darf er das? Als jemand der tagtäglich die Medien als Plattform nutzt um Ideen und Erlebnisse zu teilen, sogar davon leben kann und mindestens 1,8 Millionen Menschen damit erreicht, darf man in eins der meist unterdrückten Länder mit einer der höchsten Raten an Menschenrechtsverletzungen reisen, dort Urlaub machen ohne die Missstände und offensichtlichen Probleme anzusprechen? Oder sollte man das Land, was viel älter ist als seine aktuellen Probleme, nicht dafür bestrafen, dass ein psychisch labiler Mensch es wahrscheinlich zu der meist gefürchtetsten Nation weltweit gemacht hat? Sollte man nicht versuchen, die Schönheit, Traditionen und Menschen in den Vordergrund zu stellen und die Angst und Scheu zu nehmen?

Meiner Meinung nach, darf man nicht ignorieren, dass Louis Cole in seinen Vlogs nur das gezeigt hat und zeigen konnte, was die Regierung preis geben wollte. Aber das weiß er auch. In seinem Statement-Video „MY RESPONSE…“ erklärt der Brite, dass er ganz und gar nicht mit den nordkoreanischen Ideologien übereinstimmt und dass er weiß, dass es diskutabel ist was von dem was er gesehen hat eine wahre realistische Wiedergabe des Landes ist.

Als Person mit so viel Einfluss online, ein Ort, und das ist für mich indiskutabel, in unserer heutigen Welt und in dieser Generation der größte Informationsaustausch und dadurch auch die größte Meinungsbildung stattfindet, hat man vorsichtig zu sein mit dem was man zeigt. Das Internet vergisst nicht und vergeben tut es schon mal gar nicht! Auch wenn Louis sagt, er verfolge keine politische Aufklärung in seiner Arbeit und wer das suche, für den gäbe es bessere Portale im Internet um dies zu finden, darf man dies doch belächeln und wie The Verge sagen: man kann keine Videos in einem Land wie Nordkorea drehen und dann behaupten es hätte nichts mit Politik zu tun.

Schlussendlich soll der liebe Louis machen was er will. Was wirklich zählt? Nordkorea zu dem Land zu machen was es sein kann, und die Leute zu dem zu machen was sie verdient haben: frei!

libertyinnorthkorea.org/ ist eine von vielen Organisationen die sich den Flüchtlingen und der generellen Befreiung dieses kontroversen Landes widmen. Also an alle Menschen die sich die Zeit genommen haben anonym Louis Cole verbal in den Hintern zu treten: wenigstens hat er etwas gemacht, wenigstens hat er etwas bewegt, wenigstens hat er eine Unterhaltung gestartet. Also weg von der Kommentarfunktion auf YouTube und nutzt das Internet für das was es kann: etwas bewegen!

 

 

 

Textquellen:

https://www.youtube.com/channel/UCVrvnobbNGGMsS5n2mJwfOg

www.youtube.com/watch?v=VmCpTzA6SKc&list=PLKdBO8TXUFBgaqcNCd8xyokjUFEdUu9LU

https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Cole

https://www.youtube.com/watch?v=8U1ZGMDlASA

http://www.vanityfair.com/culture/2016/08/louis-cole-vlogger-north-korea

http://www.theverge.com/2016/8/19/12543958/louis-cole-north-korea-vlogger-youtube

www.funforlouismap.com/2017/01/02/i-won-award-for-north-korea-videos/

https://www.hrw.org/news/2016/09/20/louis-coles-merry-north-korea-adventure

http://www.libertyinnorthkorea.org/

http://www.boncasawards.com/

https://www.youtube.com/watch?v=nwAL06N3XX4

https://de.wikipedia.org/wiki/Nordkorea

Bildquellen:

https://pbs.twimg.com/media/CzVnzoqWQAAnsMW.jpg

http://img.koreatimes.co.kr/upload/newsV2/images/450water.jpg

http://www.funforlouismap.com/wp-content/uploads/2016/08/breaking-barriers-north-korea-da-1260×600.jpg

https://i.ytimg.com/vi/efqRUmazxBU/maxresdefault.jpg

 

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Instagram – Alles nur Schein?

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Instagram – Alles nur Schein?

Wer hat sie nicht schon gesehen?

Die Bilder von perfekt eingerichteten Zimmern, exotischen Gerichten platziert vor traumhaften Kulissen und von durchtrainierten Körpern in angesagten Bikinis. Jeder, der sich ein bisschen mit Social Networks befasst, hat nach kurzer Zeit verstanden, was im Internet gut ankommt. „Gesehen und gesehen werden“ scheint das Motto von Instagram zu sein. Erhält das gepostete Bild dann doch nicht die gewünschte oder erhoffte Reaktion, wird es kurzerhand wieder gelöscht.

Fakt ist, jeder freut sich über positive Rückmeldung, doch für welchen Preis?

Alles muss angesagter, stylischer und besser sein. Man will natürlich nur die bestmögliche Version von sich selbst präsentieren .Attraktivität und Perfektion scheint das Passwort zum Erfolg zu sein. Doch der anfängliche Spaß am Bilder posten kann sich schnell in eine andere Richtung entwickeln.
Ein perfektes Beispiel ist daher Essana O`Neill . Neunzehn Jahre, blonde Australierin, wunderschön und längst eine Bekanntheit auf Instagram. Eine halbe Millionen Follower verfolgten täglich ihr extravagantes und beneidenswertes Leben. Die schönen Kleider, aufregenden Reisen oder neusten Produkte wurden präsentiert und tausendfach kommentiert.

Die Reaktionen auf solche Bilder sind meistens dieselben. Diese Posts schüren Bewunderung und Neid zugleich. Was jedoch viele nicht wissen, die meisten Bilder von Essana O`Neill waren keine Schnappschüsse, sondern komponierte Werke.

Die Sucht nach den roten Herzen.

O`Neill bricht mit als Erste die perfekte Fassade von Instagram. Unter fast jedes gepostete Bild fügt sie einen Text hinzu, wie es wirklich zu dieser “ Momentaufnahme“ gekommen ist.

„I was lost, with serious problems so beautifully hidden“ . (Essana O’Neill)

Doch wozu das alles ?

Instagram lebt von der Eitelkeit und Selbstdarstellung der Nutzer. Das Selbstwertgefühl wird gesteigert, je mehr Menschen das eigene Bild liken oder kommentieren. Der eigene Körper dient nur noch als Objekt zur Vermarktung. Ethische und moralische Grenzen werden meist außer Acht gelassen. Es wird geboten, was die Follower sehen wollen. Ganz egal, ob das Foto der Realität entspricht oder nicht.

“ Dabei geb ich mir doch Mühe, jede Luxus-Modemesse gibt mir Komplimente. Schöne Benutzeroberfläche! Und sie machen mir ein Angebot, das Freude weckt. 99% reduziert auf mein Äußeres.“ ( Du bist schön – Alligatoah )

Das Reduzieren auf die Objekte und nicht den Menschen macht Instagram so gefährlich.

Die Sucht nach Anerkennung und Aufmerksamkeit wird von der eigenen Unsicherheit und Angst geschürt. Das eigene Glück wird durch die permanente Verbindlichkeit zerstört. Ob man Instagram jetzt als Bühne zur Selbstdarstellung, Parallelwelt des eigenen Lebens oder als harmloser Zeitvertreib betrachtet, darf jeder für sich selbst entscheiden.

Quellenangaben:
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/facebook-instagram-jugendliche-ueber-selbstinszenierung-im-social-web-a-963258.html
http://www.stern.de/lifestyle/leute/instagram-model-essena-o-neill–die-traurige-wahrheit-hinter-den-bildern-6535156.html

Instagram Star Essena O’Neill Breaks Her Silence on Quitting Social Media

Wie war das nochmal mit dem Papst und Trump?

geschrieben von in Allgemeines, Internet, Medien und Politik, MedienkritikKommentare deaktiviert für Wie war das nochmal mit dem Papst und Trump?

Jeder kennt sie, jeder ist ihnen schon einmal im Netz begegnet, den Fake-news. Sie lungern auf Facebook und Co. und einmal geteilt verbreiten sie sich wie ein Lauffeuer. Am Beispiel der vergangenen US Wahlen wurde deutlich welchen Einfluss sie auf die gesellschaftliche Meinung haben können und wie gefährlich sie tatsächlich sind.

„Papst befürwortet Trump als Presidenten der Vereinigten Staaten“

Dies war eine der der meist geteilten Fake-Schlagzeilen auf Facebook während der US Wahlen diesen Jahres und hat für großes Aufsehen, Empörung aber auch Zustimmung unter Trumpwählern geführt. Einige Tage befand sich diese Meldung auf Facebook bis sie letztendlich von der Plattform gelöscht wurde. Zu spät, wie viele behaupten und Mark Zuckerberg für die Wahlergebnisse mit verwantwortlich machen. Dieser bestritt, dass Facebook unter Problemen der Fake-news-Verbreitung leide, teilte aber kurz daraufhin mit, dass bestimmte Maßnahmen gegen Fake-news auf der Social Media Plattform eingeführt werden sollen um diese von echten Schlagzeilen unterscheiden zu können. Dieses Pilotprojekt soll in den USA starten und bei Erfolg auch weltweit durchgeführt werden. Aber ob es sich letztendlich Bewährt ist abzuwarten.

Wie kann man sich gegen Falschmeldungen schützen?

Diese Frage stellen sich nun viele Facebook-Nutzer nachdem dieses Thema stark in die Kontroverse geraten ist. Vorallem die jüngere Generation verwendet Facebook als Informationsquelle zu aktuellen Themen. Da sollte man doch meinen, dass gerade diese jüngeren Menschen nun besonders vorsichtig mit Schock-news umgehen.  Allerdings ist dies nicht der Fall, sondern ganz im Gegenteil, „sie zeigen eine unglaublich hohe Naivität auf, Medlungen aus dem Netz einfach zu glauben“ wie Professor Bucher der Universität Trier dem Trierischen Volksfreund mitteilte. Dabei ist es umso wichtiger sich nicht auf alles zu verlassen, was sich im Netz befindet. Dieser Meinung sind vorallem Websites die sich mit Fake-News beschäftigen und diese aufzudecken versuchen. Hoaxsearch ist eine Internetseite auf der Mediennutzer überprüfen können ob ein gelesener Artikel bereits als Falschmeldung identifiziert wurde. Sie wird von Mimikama betrieben und steh unter dem Slogan „zuerst Denken-dann Klicken“ (ZDDK). Dieser Verein ist eine Anlaufstelle für Internet-User die sich über aktuelle Fake-news informieren möchten oder auffällige Meldungen überprüfen lassen möchten. Natürlich gibt es weitere Websites die sich mit diesem Thema auseinandersetzten und Mimikama ist nur eine von vielen Vereinen die sich für dem Kampf gegen Falschmeldungen einsetzten.

Fakt ist, dass sich jeder Internetnutzer Bewusst machen muss welche Mengen an Falschmeldungen tagtäglich im Netz kursieren. Man sollte sich genauer über die Hintergründe vieler Posts informieren ehe man diese glaubt oder mit der Öffentlichkeit teilt. Fake-news sind einflussreicher als viele Internetnutzer glauben und sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen!

Der Einfluss des Fernsehens auf die kindliche Entwicklung

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Der Einfluss des Fernsehens auf die kindliche Entwicklung

Jeder erinnert sich noch an Sesamstraße, Sandmännchen und Co. .Mit Nostalgie wird der Figuren aus der Kindheit bedacht und jeder kann noch heute die Titelmelodie seiner Lieblingskinderserie singen.

http://www.kinder-tipps.com/erziehung/wie-lange-duerfen-kinder-fernsehen/

Laut dem Medienpädagogischen Forschungsverband Südwest gilt das Fernsehen bei Kindern zwischen 6 und 13 Jahren, neben dem Computer als beliebtestes Medium. Ebenso liegt die Nutzungsrate des TVs bei Kindern im Alter von 2 bis 3 Jahren schon bei 74 Prozent und bei den 4 bis 5 jährigen sogar bei 96 Prozent, wie das Internationale Zentralinstitut für das Jugend und Bildungsfernsehen bekannt gab.

Das Kinderprogramm soll dabei eine wichtige Rolle für die frühkindliche Wertevermittlung einnehmen. Doch wie definiert sich eigentlich Kinderfernsehen?

Das Medium selbst umfasst alle als Kinderprogramm konzipierten und ausgestrahlten Serien, Eltern und Pädagogen hingegen sprechen dabei von dem für Kinder geeigneten Programm.

Patricia Edgar, ehemalige Leiterin der australischen Stiftung für Kinderfernsehen beschreibt die Rolle des Kinderprogramms so:

„Ein Bildungswirksames Programm [] vermittelt Werte, konstruktive Botschaften

und vor allem lokale Elemente, die den Kindern bei Ihrer sozialen und emotionalen

Entwicklung helfen.“

Doch ob das Fernsehen diese Anforderungen tatsächlich erfüllt ist umstritten. Kritiker betonen häufig den negativen Einfluss des Medienkonsums auf spätere Lernerfolge und nennen weitere Folgen, wie körperliche Inaktivität und ein gesteigertes Aggressionspotential. Der passiv geistige Zustand wirkt laut einer amerikanischen Studie der kognitiven Entwicklung entgegen, auch wird das Interesse am Lesen geschwächt. Eindeutig belegt werden kann allerdings nur der Zeitverlust, den der Fernsehkonsum für Beschäftigungen wie Hausaufgaben oder Lernen mit sich bringt. Auch nutzen Eltern das Fernsehen oft als Alternativbeschäftigung zum gemeinsamen Spielen.

Gegensätzliche Meinungen begründen sich auf dem Argument, dass „Bildungsprogramme“ wie beispielsweise die Sesamstraße sogar einen positiven Einfluss auf die Lernfähigkeit und die Einstellung junger Kinder zum Lernen hat. Dies führt zu frühen Erfolgen in der Schule, was eine noch weiter gesteigerte Lernbegeisterung zur Folge haben kann. Auch hilft das Fernsehen den Kindern sich schon früh mit Problemen des Alltags, wie Streit oder Ausgrenzung, auseinander zu setzen.

Zusammengefasst lässt sich nach McLuhan sagen: „Die Botschaft ist wichtiger als das Medium“.

Sicherlich hat ein starker Fernsehkonsum (nicht nur) in der frühen Entwicklungsphase negative Auswirkungen auf das Konzentrationsverhalten. Allerdings ist es auch wichtiger Vermittler von Werten und kann die Kinder an bildungsrelevante Themen heranführen.

Wie schon Paracelsus schrieb: „Die Dosis macht das Gift“

“You press the button, we do the rest.”

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für “You press the button, we do the rest.”

(Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:You_press_the_button,_we_do_the_rest_(Kodak).jpg)

Mit diesem Slogan warb die Eastman Dry Plate and Film Company, heute besser bekannt als “Kodak”, 1889 für Ihre Kodak 1 Kamera. In Anbetracht der Jahreszahl dieser Annonce ist es kaum verwunderlich, dass diese Kamera mit Film und nicht digital arbeitete. Die Besonderheit hier ist jedoch die Abwicklung des Entwicklungsprozesses. Man konnte, nach Gebrauch, die ganze Kamera, inklusive des belichteten Films, zum Hersteller schicken, der wiederum die Bilder entwickelte und die Kamera mit einem neuen Film bestückte. Als Ergebnis bekam man wieder seine Kamera zurück mit den Fotos und konnte direkt weiter fotografieren.

Heutzutage ist ganz ähnlich. Wir müssen uns nicht mehr mit der Materie auseinandersetzen, sofern wir dies nicht möchten. Anstelle dessen können wir ganz bequem unser Smartphone zücken, die Kamera-App starten und Bilder machen, die wir ohne Wartezeit betrachten können. So sammeln sich mit der Zeit tausende von Bildern auf dem Smartphone an. Nicht zu unrecht ist die auf Flickr meistbenutzte Kamera des Jahres 2016 das iPhone 6 (Quelle: http://petapixel.com/2016/12/06/top-10-photos-cameras-tags-flickr-2016/) Das neue iPhone 7 taucht in der Statistik leider nicht auf, denn es hatte von Veröffentlichung bist jetzt schlichtweg zu wenig Zeit genutzt zu werden.

Das was sich also erübrigte ist der Mittelsmann. Wir haben alles direkt bei uns, ohne dass jemand für uns Hand anlegen muss.

Computational Photography

So schön wie das jetzt scheint ist es aber dann doch nicht. Wozu wir vor 127 Jahren noch die Kamera wegschicken mussten macht unser Smartphone ganz von alleine.

Das Stichwort dazu ist “Computational Photography”, zu deutsch in etwa “berechnungsgestütze Fotografie”. Dies klingt jetzt etwas ungelenk beschreibt aber ziemlich zutreffend was geschieht.

Um ein paar Beispiele zu nennen möchte ich mit dem iPhone 7, exemplarisch für alle Digitalkameras, beginnen.

Bildoptimierung

Das iPhone 7 bietet sich gut als Anschauungsobjekt an, weil es einerseits zu der Klasse der Smartphonekameras gehört und andererseits hat Appel seit diesem Model einen RAW-Support eingebaut. (Anmerkung: RAW ist ein Sammelbegriff für die “unbearbeiteten” Daten vom Kamerasensor) Diese beiden Aspekte in Kombination erlauben es sehr anschauliche und faire Vergleiche zwischen Bildern, mit und ohne dem Einfluss der internen Entwicklungsautomatisierung, zu ziehen.

Bei unserem ersten Beispiel sieht man schon sehr gut, dass sich zwischen dem “Original” und dem JPEG ein unterschied besteht. Die wichtigsten Unterschiede sind in diesem Fall die erhöhte Schärfe im linken Bild (JPEG), die satteren Farben, der erhöhte Kontrast und die glatteren einfarbigen Bereiche. Das rechte Bild (RAW) bietet mehr Details aber insgesamt wirkt es flauer, farbloser und weniger Glatt.

Die kommenden zwei Beispiele verdeutlichen die genannten Aspekte.

Bei dem letzten Bild ist sieht man zudem noch ein Bildfehler, den sogenannten Moiré-Effekt (zu erkennen an den Gelb Blauen Schimmer im unteren Teil, des rechten Bildes). Dieser Fehler wurde vom Algorithmus erkannt und für das JPEG bereits entfernt.

Um die Beispiele zu verdeutlichen wurden die Vergleichsbilder, abgesehen vom letzten Beispiel, unter Kunstlichtbedingungen aufgenommen. In der Bildquelle lassen sich die Bedingungen umstellen und die Kunstlichtsituation ist nach einem Druck auf das Glühlampen Pictogram zu finden.

(Quelle: https://www.dpreview.com/news/3196300304/iphone-7-added-to-studio-scene-comparison)

Künstliche Effekte

Das nächste Beispiel steht auch wieder im Zusammenhang mit dem iPhone 7. Um genau zu sein handelt es sich um das iPhone 7 Plus. Seit dem letzten Update hat dieses Smartphone einen sogenannten Portrait-Modus oder auch Bokeh-Modus genannt (Anmerkung: Bokeh ist der Fachbegriff, der die Unschärfe im Hinter- und Vordergrund von Fotos beschreibt).

 

Foto ohne Portraitmodus

Foto mit Portraitmodus

(Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=_Gzw1C7etZU)

Normalerweise muss, um einen solchen Effekt zu erreichen, die Optik der Kamera entfernte Objekte stark vergrößern können. Smartphones sind für gewöhnlich nicht mit einer solchen Apparatur ausgestattet, daher bedient sich das iPhone 7 Plus  einen Trick. Dieses Telefon besitzt zwei Kameras die nebeneinander angebracht sind. Durch den kleinen Versatz, auch Parallaxe genannt, der beiden Kameras ist es möglich zu errechnen wie weit ein Objekt entfernt ist. Somit ist es auch möglich zu berechnen was zum Objekt und was zum Hintergrund gehört. Letzteres wird dann vom Handy unscharf gerechnet und man hat den Bokeh-Effekt.

Ein Video, welches diesen Modus in Aktion zeigt, kann nach einem Klick auf den Link unter dem letzten Bildbeispiel angeschaut werden.

Verzerrungskorrektur

Eine Verzerrungskorrektur ist das letzte Beispiel, welches hier im Artikel Erwähnung finden soll.

Vereinfacht gesagt ist es in diesem Fall lediglich eine Bildkorrektur die dafür sorgt das gerade Linien gerade bleiben. Es klingt zwar sehr banal aber man sollte sich bewusst machen das bei jedem Bild die Kamera technische Limitierungen hat die dazu führen, dass die abzubildende Welt verzerrt abgebildet wird. Unsere Augen machen im Grunde auch nur kann unser Sehapparat dies eigenständig ausgleichen. Kameras können dies jedoch nicht ohne weiteres, daher werden die meisten Bilder elektronisch entzerrt.

Diesmal dient uns eine Canon Powershot S90 als Beispiel. Sie repräsentiert eine Standard Kompaktkamera die man in dieser Art in jedem Elektromarkt finden kann.

Wir sehen hier einen weißen Lieferwagen der in einer Straße parkt. Achten wir nun auf das Linke Gebäude so scheint dies leicht gebogen.

Nun sehen wir das gleiche Bild aber diesmal mit einer automatischen Entzerrung. Wenn wir uns nun wieder das Gebäude auf der linken Seite anschauen fällt auf das es nun gerade scheint. In beiden Fällen wurde die selbe Kamera genutzt nur die Elektronik hat es einmal entzerrt, was uns den Eindruck eines technisch besseren Ergebnisses vermittelt.

(Quelle: https://www.dpreview.com/articles/5653763779/a-distorted-view-in-camera-distortion-correction)

Fazit

“You press the button, we do the rest” mit diesem Werbeslogan von 1889 haben wir diesen Artikel begonnen und auch wenn wir vermeintlich nicht mehr auf dritte angewiesen sind um unsere Bilder zu sehen stellen wir fest, dass dies auch heute nicht der Wahrheit entspricht.

Zwar müssen wir nicht mehr warten und uns direkte Hilfe bei dritten suchen aber es scheint so, dass diese Hilfe in bestimmter Art und Weise von vornherein in unseren Geräten verbaut ist.

An unseren drei Beispielen sehen wir das sogenannte Bildoptimierung sich dem computational photography bedient und den Bild Eindruck teilweise stark verändert, nur damit die Bilder uns besser gefallen sollen.

In den meisten Fällen ist nichts dagegen einzuwenden und viele Nutzer, wenn nicht sogar nahezu alle, sind sehr froh das die Bilder so gehandhabt werden wie sie es tuen. Lediglich aus Sicht der Authentizität und Wirklichkeitstreue stellt sich die Frage ob diese Bilder unsere Wirklichkeit wiedergeben können. Selbst der Journalist, welcher den Anspruch an Objektivität hat, nutzt Kameras und auch wenn er sie nicht dediziert in einem Bildmanipulationsprogramm bearbeitet wird  unfreiwillig durch die computational photography beeinflusst. Die Möglichkeiten dessen sind in diesem Artikel auch nur angerissen und somit stellt sich die Frage ob wir Bilder, im Umfeld einer Berichterstattung, überhaupt als Vertrauenswürdiges Medium behandeln könne, selbst wenn diese Bilder “unbearbeitet”, direkt aus der Kamera, sein sollten?

Profanität in der Presse

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Michael Adams , der für sein Buch den Titel “ Praise of Profanity“ wählte, beschreibt Fluchen als „sozial“ ja sogar als „ästhetisch“. In vergangenen Jahren waren Schimpfwörter, die in Diskursen der Politik fielen, die Neuigkeit in den Medien schlecht hin. Mit dem Wandel unserer Gesellschaft und in Anbetracht des aktuellen Trends gehören Krauftausdrücke heutzutage zum allgemeinen Sprachgebrauch. Der Gebrauch von Obszönität in den öffentlichen Medien ist am zeitgemäßen Standard gemessen in unserer Zeit weniger skandalös denn je. (http://ajr.org/2014/04/04/swear-words-news-stories/)Psychologen ordnen Schimpfwörter als kreative Sprache ein, welches die Sprache würzt und den eigenen Aussagen an Nachdruck verleiht. So behaupten sie, gebe die Sprache Einsicht in den Charakter eines Menschen. Werden also Schimpfwörter von der Mehrheit der Bevölkerung als Vokabular der Ungebildeten und von Menschen sozial niedriger Klasse angesehen, beweisen die großen Vorbilder unserer Gesellschaft uns das Gegenteil: Am häufigsten zitieren Medien Politiker und Prominente, die sich gewiss gewählt ausdrücken, sich artikulieren können und doch hin und wieder auf ihren Wortschatz an Schimpfwörtern zurück greifen.(http://www.sueddeutsche.de/kultur/schimpfwoerter-im-tv-amtlich-verordnete-pruederie-1.975135)

In der deutschen Demokratie, die Meinungsfreiheit groß schreibt und Zensuren aufhebt, ist es der Eigenständigkeit und dem Geschmack der Journalisten überlassen individuell zu entscheiden, was sie veröffentlichen. Und doch hat zum Beispiel die Leserschaft einer Zeitung, gewisse Standards, die sie erhebt und Erwartungen, die sie hegt.So soll der Ton einer eher konservativen Zeitung in ihrer Berichterstattung höflich, rücksichtsvoll und ernst zu nehmend sein. Dies führt zu stilistischen Unterschieden innerhalb der Medien, die es keinesfalls riskieren möchten, ihre Leserschaft der Obszönität auszusetzen und eventuell einen Teil ihrer Rezipientengruppe zu verlieren.(https://www.nytimes.com/2014/03/31/opinion/the-case-for-profanity-in-print.html?_r=0) Darum wird von vielen Medien auf Nummer Sicher gegangen und im Zweifelsfall auf die Öffentlichkeit verzichtet. Im Umkehrschluss kommt es nicht selten zum Vorwurf der „Zensur“, versuchen Journalisten höflicherweise Verbalinjurien in der Berichterstattung unter den Tisch fallen zu lassen, bzw. diese mit Hilfe von Abkürzungen, Symbolen oder ähnlich klingenden Wörtern mehr oder weniger verdeckt wiedergeben. Leser fühlen sich der Wahrheit beraubt, ist der Gebrauch von Profanität in den Medien zum Verständnis eines Sachverhalts notwendig und dennoch umgangen. Journalisten schreiben schließlich für ein mündiges Publikum und wie Ingeborg Bachmann erklärt, ist „die Wahrheit dem Menschen zumutbar.“ Häufig setzen Journalisten, die umfassend, fair und unerschrocken berichten wollen, Kraftausdrücke provokativ ein, da gerade durch den Zensurvorwurf ihre Berichte ins Rampenlicht rücken.

Insgesamt spricht man jedoch von einer Art Selbstzensur, die Journalisten unter dem Einfluss des Pressekodex vollziehen. Dazu hat der Presserat in einem Plenum nach rechtlich und ethischen Überlegungen , Richtlinien hinsichtlich der journalistischen Berichterstattung festgelegt.  Sie sollen die Berufsethik, sprich: die Wertsetzung innerhalb des Berufs des Journalismus wahren. So empfiehlt zum Beispiel der Absatz „Sorgfalt“ des Pressekodexes, reißende Formulierungen zu unterlassen und eine objektiv angemessene Wortwahl zu wählen, was im Englischen unter “ Political Correctness“ verstanden wird. (http://www.presserat.de/pressekodex/pressekodex/).  Kraftausdrücke sind nicht fahrlässig zu benutzen. Aussagen, die die sachliche Ebene verlassen und das Ansehen einer Person herabsetzen, gelten als Diffamierung, die eine Straftat darstellen. Eine Frage, die Journalisten bei der Veröffentlichung einer Obszönität grundsätzlich klären sollten, ist, ob die Diskriminierungsgefahr gering und die Bedeutung für das Verständnis eine Sachverhalts hoch und der Gebrauch von Profanität im Druck rechtmäßig ist.

Wie Werbung prägen kann

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Draußen wird es kälter, der Duft von Glühwein und Plätzchen liegt in der Luft, Wham ertönt aus allen Kaufhäusern und auch die Werbung macht nicht Halt uns in besinnliche Stimmung zu hüllen. Spätestens wenn man die ersten Coca-Cola Weihnachtstrucks durch die Werbung fahren sieht, weiß man Weihnachten steht vor der Tür. Denn die Trucks fahren seit nun mehr 20 Jahren durchs Land und prägen unser Bild von Weihnachten mit, wenn man in den 90ern geboren ist. Dabei ist den meisten wohl kaum mehr bewusst wie groß der Einfluss von Coca-Cola auf unser Bild von Weihnachten ist.

Das Bild von Santa Clause

Der Weihnachtsmann ist zwar nicht die Erfindung von Coca-Cola, doch trugen sie zum Aussehen bei. Genauer gesagt zeichnete Haddon Sundblom, ein schwedischer Cartoonist und Grafiker, 1931 für eine Werbe-kampagne das Bild des bis dahin eher streng aussehenden, meist bräunlich und selten rot gekleideten Mannes neu und schenkte uns den bärtigen alten, Mann mit dickem Bauch und leuchtend rotem Anzug wie wir ihn kennen und lieben. Durch die schon vorher erfolgreiche Werbung verbreitet sich das Bild des freundlichen Mannes um die ganze Welt und setzt sich fest.

Das besondere an der Weihnachtwerbung

Auch 85 Jahre später kommt man an Coca Cola nicht vorbei. Sie ziehen Jahr für Jahr in den großen beleuchteten Weihnachtstrucks umher, erinnern uns so an die Werbespots die wir früher gesehen haben und verkaufen uns nochmal ein Weihnachtsmärchen. Immer hinterlegt mit einem festlichen Weihnachtssong, welcher im Kopf bleibt und nicht selten in den Charts landet. So läuft dann auch im nächsten Jahr noch Melanie Thorntons „Wonderful Dream“ im Radio oder „Shake up Christmas“. Es ist der Gesamteindruck, das Zusammenspiel von all den wunderschön aufgemachten Bausteinen, die jedes Jahr etwas Nostalgie hervorbringen.

Coca-Cola heute

Diese Jahr hat Coca-Cola allerdings mit ein paar Traditionen gebrochen: Keine roten Weihnachtstrucks im Spot und zum ersten Mal ein speziell auf das Motto „Taste the Feeling“ abgestimmte Lied. Auch erkennt man immer mehr eine etwas realere Sicht auf die Weihnachtsvortage. Zumindest wird ansatzweise der Stress dargestellt der mit dem ganzen Dekorieren, Backen und Gedränge in den Kaufhäusern hervorgeht. Denn in allen Werbespots geht es zunächst mal darum etwas zu verkaufen und möglichst viele Menschen anzusprechen. Diese lassen sich aber besser erreichen wenn man keine unrealistische Szene abbildet sonder welche, in denen man sich wiederfindet. Coca-Cola ist eben immer noch ein Unternehmen, das auf Profit abzielt.

Trotzdem hat es die Weihnachtszeit, wie wir sie heute kennen, mitgeprägt und uns seit Jahrzehnten erfolgreich jedes Jahr wieder ein kleines Weihnachtsmärchen geschenkt. Dieser Erfolg sollte doch gewürdigt werden.

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