Die bösen Festivals – Thüringer „Ver“ Allgemeinernde

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Seit 15 Jahren findet nun schon das Stoner Rock – Festival „Stoned from the Underground“ am Alperstedter See bei Stotternheim in der Nähe von Erfurt statt. Im Detail handelt es sich bei „Stoner Rock“ um eine langsame, aber kraftvolle Mischung aus Rock und Heavy Metal mit tiefen basslastigen Riffs und einer vergleichsweise kleinen aber sehr treuen Fangemeinde. Anfang Juli diesen Jahres spielten rund zwei Dutzend Bands aus Europa und den USA bei dem Festival. Ähnlich international wie die Bands ist auch das Publikum. Aus ganz Europa schwärmten Rock-Fans herbei, um die kultige Atmosphäre dieses Festivals zu erleben und brachten dabei viel Stimmung und Feierlaune mit.

Als begeisterter Festivalbesucher musste ich mich im Anschluss an den Besuch über folgenden Artikel der Thüringer Allgemeinen Zeitung doch sehr wundern:

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Genauer heißt es in dem Bericht:

„Mehrere Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz hat die Polizei am vergangenen Wochenende beim Rockfestival in Alperstedt registriert.“

„Die Beamten, die seit Freitag Kontrollen vornahmen, fertigten aus diesem Grund insgesamt 65 Anzeigen.“

„Außerdem erwischten sie 14 Frauen und Männer, die entweder unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol ein Fahrzeug führten. Außerdem wurden drei Spring- und Klappmesser gefunden.“

Unbenannt

Unter dem Festivalbild (unvorteilhaft!) des Artikels steht noch die Bemerkung:

„Das Rockfestival am Alperstedter See findet bereits seit mehreren Jahren statt – und wie jedes Jahr nehmen die Aufräumarbeiten einige Zeit in Anspruch.“

Aha. Auch hier eine negative Beurteilung. Das Festival verursacht also nur Dreck und Aufräumarbeiten. Ohne die Verstöße verharmlosen zu wollen, die Formulierungen sind doch sehr drastisch gewählt, es klingt ja fast nach einer Razzia in einem Drogenkartell.

Durch diesen Artikel wird das ruhige Stonerrock Festival meines Erachtens in ein völlig falsches Licht gestellt. Bei der sehr einseitigen und verurteilenden Berichterstattung wird scheinbar nur die Schattenseite des Festivals betrachtet. Bei knapp 3.000 Festivalbesuchern bleiben kleinere Verstöße (bei denen niemand zu Schaden gekommen ist) nicht aus. Immerhin findet das Festival nun schon seit 15 Jahren ohne erhebliche Vorkommnisse in dieser Richtung statt.

Aus meiner Erfahrung kann ich berichten, dass es nie irgendwelche Vorfälle der Gewalt oder Ähnliches gab. Das Festival wird in diesem Artikel dargestellt, als würde man ständig von bewaffneten, drogenkonsumierenden Irren bedroht werden. Auch wenn es nur ein kleiner Artikel ist, so hätte ich mir doch ein wenig mehr Objektivität bei der Berichterstattung gewünscht. Die Enttäuschung über die öffentliche Darstellung des Festivals machte anschließend auch in der Fangemeinde die Runde. Letztlich schadet dieser Bericht dem Ruf des Festivals und kommuniziert dabei nicht die Begeisterung der Fans und die tolle Leistung des Veranstalters. Bleibt nur zu hoffen, dass der günstige Standort des Festivals weiterhin besteht und die Anwohner der Veranstaltung vorurteilsfrei entgegenblicken.

Quelle:

http://erfurt.thueringer-allgemeine.de/web/erfurt/startseite/detail/-/specific/Drogen-Alkohol-Klappmesser-65-Anzeigen-beim-Rockfestival-Alperstedt-1304867592

 

 

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