Zwei gegen den Rest des Sommers

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Während potentielle Lieblingssendungen wie Zapp und Extra3 in Sommerpause gehen, moderieren die Fernseh-Spartiaten Joko und Klaas weiterhin alles, was nicht bei Drei auf dem Baum ist. Der Hype um die die zwei Ex-MTV-Sendungsbegleiter scheint nicht abzureißen. Mit der Oldschool-Gameshow 17 Meter auf Privatsender Prosieben und NeoParadise auf ZDFs digital-Ableger ZDFneo scheinen sie das Prinzip des Sommer-Winterschlafs der Medien nicht ganz verstanden zu haben. Oder die Produzenten halten nichts von Urlaub. Und neues vom Sendungsmogul Endemol befindet sich ebenfalls bereits in der TV-(Ofen)röhre: In „Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt“ globalisieren die beiden das alte „Wenn ich Sie wäre“-Konzept und stellen sich gegenseitig wahnwitzige Aufgaben während der eine gen West reist und der andere in den Orient. Ab 21. Juli auf ProSieben. Wie lange sich die Giro-Heros wohl noch in dieser Intensität noch am Moderationshimmel halten, ich wage da keine Prognose. Vielleicht tut das Heavy-Metal Band „Kreator“, die die Sondersendung von NeoParadise zum Freitag den 13. besuchen.

 

Quellen: Endemol, Endemol Exposé, ProSieben, NDR, Presseportal

Undercover im Golfstaat

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Bahrain. Kein sicherer Ort momentan, wenn man Wert auf seine Grundrechte legt und nicht gerade Kind des Königs ist. In dem Golfstaat protestieren seit Februar 2011 vornehmlich junge Leute gegen das Regime König Hameds, das sich vehement gegen Ernst zunehmende demokratische Reformen sträubt. Die Regierung reagiert auf Demonstranten aggressiv, lässt Polizisten mit Gas- und Schrotpatronen auf die Jugendlichen schießen. Rund 60 Menschen soll das schon das Leben gekostet haben.

Aber erstaunlich schnell ist in meinen Augen der Inselstaat, der außerordentlich enge diplomatische Beziehungen zu Saudi-Arabien unterhält, nach dem umstrittenen Formel 1 Rennen im April wieder aus den Schlagzeilen verschwunden. Gerade zu in Luft scheint der Diskurs sich aufgelöst zu haben, wann Bahrain seinen arabischen Frühling erlebt. Verwunderlich ist das aber nicht, immerhin vergibt Bahrain keine Visa an Journalisten. Man kommt nicht hinein in das Land Hamed Al Chalifas.

Stéphanie Lamorré kommt hinein. Für Arte fuhr sie in das Land, in dem laut Huffington Post Journalisten verprügelt werden. Nach Hause brachte sie heimlich aufgenommene Bilder aus der Perspektive der Protestanten auf der Straße, die sich jeden Tag während ihrer friedlichen Proteste der willkürlichen Gewalt der Polizisten ausgesetzt sehen. Lamorré zeigt die Gesichter der jungen Protestanten in Nahaufnahme und schreckt auch vor grausigen Szenen nicht zurück, etwa der verkohlten Leiche eines jungen Mannes, der tot am Strand aufgefunden wurde, von dem die staatlichen Autoritäten behaupten, er sei ertrunken. Was Lamorré da macht, ist kein Journalismus aus dem Lehrbuch, sie überschreitet Grenzen, die man vielleicht nur ein einziges Mal übertritt. Ich ziehe meinen Hut.

 

Quellen:

http://videos.arte.tv/de/videos/bahrain_verbotene_bilder_diese_sendung_ist_nicht_fuer_minderjaehrige_geeignet_-6725642.html

http://www.huffingtonpost.com/2011/02/16/miguel-martinez-beaten-bahrain-protests_n_824348.html

http://www.sueddeutsche.de/politik/formel-rennen-in-bahrain-proteste-fordern-erstes-todesopfer-1.1338308

WDR Rockpalast

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Facebook geht milliardenschwer an die Börse. Ob das gut geht, keine Ahnung. Ich bin kein Börsenprofi. Wenn der Erfolg jedoch von den Mitgliedern abhängt, dann kann es aber jetzt schon eher klappen: Seit kurzem ist der WDR Rockpalast auf Facebook vertreten.

Was ist der Rockpalast? Wie fast alles bedeutsame in der Rockmusik selber entstand das Format des Westdeutschen Rundfunks in den 70er, genauer 1974 aus der Idee von Peter Rüchel und Regisseur Christian Wagner. Ein paar Jahre später waren dann die „Rocknächte“, die der WDR dann ausstrahlte, in der Essener Grugahalle ein fester Begriff in der deutschen Musiklandschaft geworden. In der Anfangszeit sendeten ARD und WDR sogar noch parallel zum Fernsehen den Konzertton, damit die Zuschauer über die heimische Stereoanlage auf ihre Hörkosten kamen. Heute zeigt der Rockpalast jede Sonntagnacht ein aktuelles Konzert, aus einer Halle oder von einem Festival wie Wacken oder Rock am Ring, und beschränkt sich dabei nicht mehr nur auf Rock, demnächst wird der Hype-Wellen-Surfer Cro zu hören sein.

Ein fast 40 Jahre altes Format findet also den Weg nach Facebook, und auch die Internetseite vom Rockpalast kann sich durchaus sehen lassen. Konzerte bis zurück ins Jahr 2004 können hier angesehen werden, alte Aufnahmen aus den 70ern und 80ern. Das freut den Liebhaber von Dinosauriermusik.

Quellen: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/das-soziale-netzwerk-facebook-definiert-preisspanne-fuer-boersengang-a-831249.htmlhttp://www.wdr.de/tv/rockpalast/index.jsphttp://www.rockpalastarchiv.de/welcome1.htmlhttp://www.facebook.com/pages/Rockpalast/371082536270295

Du musst auf den Kopf zielen: Teletext und Zombies

geschrieben von in Fernsehen, MedienwandelKommentare deaktiviert für Du musst auf den Kopf zielen: Teletext und Zombies

Ich weiß das klingt ersteinmal etwas abstrakt, aber es ist Zeit, den Medienblog Lazarus-mäßig wiederauferstehen zu lassen. Über den Zusammenhang von Zombies und Teletext habe ich mir Gedanken gemacht, als ich im ARD-Videotext folgendes las:

Sophie Rois gegen das Zombie-Zeitalter (Seite 822)

Wer ist Sophie Rois? Eine österreichische Schauspielerin in ihren 50ern, also wohl noch lange kein Untoter. Vor der Herrschaft genau dieser warnte sie aber in dem genannten Videotext-Artikel, moderne Medizin und Jugendwahn würden auf kurz oder lang die Herrschaft der Nicht-Sterblichen zur Folgen haben, ergo Vampire und eben auch Zombies.

Und hier dachte ich: Lustig, sowas im Teletext (In Deutschland aus rechtlichen Gründen Videotext) zu lesen. Gewissermaßen ist das Assistenz-Medium des Fernsehens, dem schon bei seiner Einführung 1980 die technische Rückständigkeit nachgesagt wurde, nicht lebendig, da er sich nicht weiterentwickelt, aber auch nicht wirklich tot. Immer noch benutzen ihn große Teile der deutschen Fernsehgemeinschaft, um sich über das Programm oder (zum Großteil boulevardeske) Themen des öffentlichen Lebens zu informieren. Dies ist möglich, da die Sendeanstalten den Videotext  immer noch ständig mit aktuellen Informationen speisen.

Etwas Morbides hat der Videotext dennoch an sich: Bis 1997 gab es auf den Programmen der öffentlich-rechtlichen Sendern noch Sendezeiten in der Nacht, in denen nur verschiedene Videotextseiten hintereinander angezeigt wurden, ein Relikt aus der Zeit, als noch nicht jeder ein Videotext-fähiges Fernsehgerät besaß. Heutzutage füllen die Sender ihre zuschauerschwachen Zeiten mit Wiederholungen, der „Videotext für alle“ ist begraben.

Noch was: Heute Abend zeigt Prosieben die hervorragende Kömodie „Zombieland“, Prädikat wertvoll fürs Gehirrrrn!

Quellen: Videotext der ARD (ähnlicher Inhalt hier: http://www.bz-berlin.de/leute/sophie-rois-gegen-das-zombie-zeitalter-article1410913.html), http://www.quotenmeter.de/cms/?p1=n&p2=55439&p3=http://www.imdb.com/title/tt0365748/http://www.imdb.com/name/nm0294984/

„Nein!!!“ Doch: Die Simpsons halten sich ewig

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Sie sind aus dem TV nicht mehr wegzudenken: „Die Simpsons“. Gestern Abend feierten amerikanische Fersehzuschauer das Jubiläum von  500 Folgen der Fox’schen Erfolgsserie. über amerikanische Mattscheiben, mittlerweile läuft die Serie dort in der 23. Staffel.  Ich will zwar nicht spoilern, aber soviel sei gesagt: Die Simpsons werden aus Springfield geworfen, Krusty zeigt sein wahres Gesicht und Wikileaks-Gründer Julien Assange tritt auf.

Die Serie „Die Simpsons“ hält sich schon seit über 20 Jahren im Fernsehen, der Sender Fox brüstet sich auf der Simpsons-Seite mit dem Guiness-Buch Rekord der „Longest-running Primetime Animated Television Series“. Und dabei geht die Serie nicht gerade zimperlich mit den Medien, Politikern und Stars um, sogar Fox  selbst kriegt in humorvollen Karikaturen regelmäßig in „Die Simpsons“ ihr Fett weg.

Übrigens kostet die Produktion einer Folge laut ProSieben über eine Million Dollar, überraschend kritisch klingt auf der ProSieben Seite zudem, dass Fox Teile der Produktion nach Südkorea ausgelagert hat, um die Kosten zu senken.

Meine Quellen:

http://www.prosieben.de/tv/simpsons/facts/, http://www.focus.de/kultur/kultur-news/500-simpsons-folge-die-familie-simpson-wird-verstossen_aid_716056.html, http://www.thesimpsons.com/#/about

Die Datenkrake tanzt! Deezer ist zurück

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Barry White, John Williams, Led Zeppelin, und der Wu-Tang Clan: Als Nutzer der französischen Musikstreamingseite deezer.com habe Ich einst alles in Listen auf der Seite gesammelt, was sich mein Ohr entzückt. Leider kam dann vor ein paar Jahren die Ernüchterung: Die ca. 64000 Künstler unter der Verwertungsgesellschaft GEMA empfanden das kostenloses Musikstreaming wohl als geschäftsschädigend und so leerte sich mein Potpourri der Wohlklänge zusehends. Mir wurde klar: Den Top-Gun Soundtrack muss Ich an einem anderen Ort hören. Ich gab auf, wechselte die Seite und hörte ab jetzt bei Grooveshark Musik.

Und das, nur um nun wieder vor die Musikhör-Tür gesetzt zu werden, Grooveshark machte vor kurzem wegen horrender Geschäftskosten dank der GEMA in Deutschland fürs erste dicht. Betrübt surfte ich auf heise online herum, bis eine Nachricht meine Aufmerksamkeit erhaschte:

Streamingdienst Deezer einigt sich mit Gema

Und tatsächlich! Offenbar haben die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte und Deezer sich darauf verständigt, dass Deezer ab jetzt rund 10% der Einnahmen (Abos und Werbung) an die GEMA abdrückt und wir Deutschen können wieder hier Musik hören.

Der Haken: Für Deezer.com muss man bei Facebook angemeldet sein. Die Datenkrake sammelt nun also auch Musikseiten.

Quellen: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Streamingdienst-Deezer-einigt-sich-mit-Gema-1424638.html , http://grooveshark.com/ , http://www.deezer.com/de/

„Marty, wir müssen in die 70er reisen um Led Zeppelin live zu sehen!“

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… So sagte es einst Doc Brown in „Zurück in die Zukunft“ zu Marty McFly, seinem hemdsärmligen Mitstreiter. „Zeitreisen, um Vergangenes zu sehen, eine gute Idee!“, dachten sich auch die Franzosen Michel Hazanavicius (Regisseur) und Thomas Langmann (Produzent) und produzierten den ersten Stummfilm seit langem.

„The Artist“ heißt das Werk, wurde bei den diesjährigen Golden Globes kräftig gefeiert und kommt laut Filmstarts.de am 26. Januar bei uns in die Kinos. Es geht um George Valentin, bezeichnenderweise Stummfilm-Hollywoodstar. Im Jahre 1927 kommt für Valentin ihn die Katastrophe: Der Tonfilm. Der einstige Star gerät in Vergessenheit, bis er mit der jungen Peppy Miller sein Comeback als Tänzer versucht. George Valentin wird verkörpert von Jean Dujardin, bekannt ist dieser in Frankreich vor allem für seine James-Bond-Persiflagen „OSS 117“.

Definitiv sehenswert ist meine Prognose für diesen Film eines totgeglaubten Genres, zumindest wird diesmal die Synchronisation auf jeden Fall ordentlich sein. Hier der Trailer.

Ich beziehe mich auf:

http://www.imdb.com/title/tt1655442/,

http://www.filmstarts.de/kritiken/183070.html,

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1654101/

http://www.imdb.com/video/imdb/vi2003082265/

 

Autostereoskopisches Dingsbums – 3D ohne Brille?

geschrieben von in Allgemeines, MedienwandelKommentare deaktiviert für Autostereoskopisches Dingsbums – 3D ohne Brille?

Und darauf wusste nicht einmal Professor Loiperdinger aus meiner Vorlesung eine Antwort:

Wie funktioniert eigentlich dieser Nintendo 3DS, der ein 3D-Bild auf seinem Bildschirm erzeugt, ohne Brille? Meine Recherchen ergaben, dass es mittlerweile sogar schon Handys gibt, die das können, etwa ein Telefon von LG.

Heise online sagt darauf: Alter Hut, das gabs schon auf der CeBIT 1999, entwickelt von der TU Dresden. Um das plastische Bild zu erzeugen, lieferten die Dresdner damals einem normalen TFT-Bildschirm gleich zwei Bildsignale, die sich jeweils abwechseln: Eins für das linke und eins für das rechte Auge. Dann spaltete ein Linsensystem die Bilder auf und warf sie dem entsprechenden Auge zu. Das ist also wie zwei Daumenkinos gleichzeitig anschauen, eins für jedes Auge. Und schon damals galt: Der Betrachter kann den Effekt nur sehen, wenn er in einem bestimmten Winkel zum Bildschirm steht, ansonsten werfen die Prismen das Bild an ihm vorbei. So funktioniert dann auch wohl der Nintendo 3DS, echt cool. 3D ist ja ohnehin nicht mehr aus den Medien wegzudenken, man betrachte nur das Kino: Hier kommt so gut wie jeder neue Blockbuster in 3D in die Multiplexe, bald auch die Neuauflage der ersten Teils von George Lucas‘ Saga STAR WARS.

Die Links:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Autostereoskopische-3D-Monitore-18608.html

http://www.lg.com/de/mobiltelefone/alle-lg-mobiltelefone/LG-P920-OPTIMUS-3D.jsp

http://www.nintendo.de/NOE/de_DE/nintendo_3ds_23802.html

http://trailers.apple.com/trailers/fox/swepisodeone3d/

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