Oscar-Boykott

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Die 88. Oscar-Verleihung findet am 28.02.2016 im Dolby Theatre in Los Angeles statt https://de.wikipedia.org/wiki/Oscarverleihung_2016. Geehrt werden einige Filme des Jahres 2015. Doch unter den Nominierten sind zum zweiten Mal in Folge lediglich hellhäutige Schauspieler vertreten, was zu einer Empörung bei vielen dunkelhäutigen Schauspieler/innen und Filmemachern, wie zum Beispiel Jada Pinkett Smith und Spike Lee führte. Im letzten Jahr zeigten diese durchaus beachtliche Leistungen in verschiedenen Filmen. Mit dem Hashtag #Oscarssowhite zeigten unteranderem die Schauspieler ihre Empörung. Einige der Schauspieler wollen die Oscar-Verleihung boykottieren. Jada Pinkett Smith verkündet: „Um Anerkennung zu betteln, auch nur darum zu bitten, verringert Würde und Macht. Wir sind würdig und wir sind mächtig.“ http://www.tagesschau.de/ausland/oscar-boykott-101.html.

OSCARS-2014 Bild
Quelle: http://cdn-s3.thewrap.com/images/2014/03/OSCARS-2014.jpg

Auf die Kritik reagierte die zuständige „Academy of Motion Picture Arts“ wie folgt: Sie möchte die Anzahl der weiblichen, sowie der Angehörigen von Minderheiten in ihrem Mitarbeiterkreis bis zum Jahre 2020 verdoppeln. Unter den rund 7000 Mitarbeitern, die die Nominierungen sowie die Gewinner festlegen, waren im Jahre 2012 laut der „Los Angeles Times“ 94 Prozent hellhäutig, 77 Prozent männlich und das Durchschnittsalter liege bei 62 Jahren. Einige Überlegungen der Akademie wurden bereits in die Tat umgesetzt. Die bislang geltende lebenslange Mitgliedschaft der Akademie wurde auf zehn Jahre beschränkt, sodass eine breitere Masse von Menschen, die im Filmgeschäft tätig sind, die Chance bekommen, Mitglied der Akademie zu werden. http://www.zeit.de/kultur/film/2016-01/oscars-so-white-academy-reaktion-boykott-mitglieder-struktur-vorstandsposten.

Diskussionen um die Benachteiligung von dunkelhäutigen Menschen gibt es immer wieder. Vielleicht lenkt der Oscar-Boykott erneut die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf dieses Thema und regt zum Nachdenken an.

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„Lieber Weihnachtsmann“ – Ein Video, das zum Nachdenken anregt

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Julien Bam ist mit rund 1,5 Millionen Abonnenten (Stand: Dezember 2015) einer der erfolgreichsten deutschen YouTuber. Am 3.12.2015 gewann er eine 1-Live Krone in der Kategorie „Video Krone“. http://www.einslive.de/krone/nominierte/video-krone/index.html.

Er macht Tanz-, Comedy- und Unterhaltungsvideos, die er stets aufwendig und hochwertig gestaltet. Am 5.12.2015 lud er das Video „Lieber Weihnachtsmann“ hoch. https://www.youtube.com/watch?v=mdvYwAQPe8c.

Zu Beginn sieht man ihn, als Weihnachtsmann verkleidet, an einem Tisch sitzen. Zu hören ist eine Kinderstimme, die einen selbstgeschriebenen Brief vorliest: „[…] Auch wenn es dich nicht gibt, hinterlässt du bei den Menschen Gutes. Auch wenn es dich nicht gibt, wünsche ich mir, dass mehr Menschen wären wie du.“

Im Laufe des Videos ist Julien Bam, verkleidet als Weihnachtsmann, zu sehen, wie er nachts durch die Straßen läuft. Er beschreibt, wie sich viele Menschen den Weihnachtsmann vorstellen: „Ein großer, breit gebauter Herr, der auf seinem fliegenden Schlitten durch den[…] Himmel […] fliegt.“ Man möchte meinen, er sei immer gut gelaunt und werde von allen geliebt.

Er stellt die Frage, die zum Nachdenken anregt: „Doch macht mich das zu dem, den du dir als Weihnachtsmann erhoffst?“ Es ist egal, wie wir aussehen, das Entscheidende ist, was wir aus uns machen. Diese Botschaft vermittelt Julien Bam in seinem Video.

Der Weihnachtsmann ist deshalb so beliebt, vor allem bei den Kindern, weil sie glauben, dass er ihnen Geschenke bringt. Er macht sie glücklich.

Wir leben in einer Welt, die von Hass, Krieg und Trauer geprägt ist. Warum handeln wir nicht einfach wie der Weihnachtsmann? Warum tun wir anderen Menschen nicht einfach mal etwas Gutes – ganz ohne Grund? Es ist zur Normalität geworden, dass wir Menschen einfach wegschauen. Es kümmert uns oft nicht, wenn wir Gräueltaten beobachten. Häufig ist es so, dass man schräg angeschaut wird, wenn man einer fremden Person ohne Grund ein Kompliment macht. Solche freundlich gemeinten Gesten werden oft falsch aufgenommen. Aber warum ist das so? Haben wir Menschen uns wirklich dahin entwickelt, dass wir nicht ohne Grund freundlich sein dürfen?
Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Manchmal erlebt man, dass man auf der Straße angelächelt wird und man lächelt zurück. Doch solche Fälle sind selten.

Man sollte sich öfter vorstellen, wie es wäre, in einer Welt ohne Hass, Krieg und Angst zu leben. Wie schön wäre es, wenn alle Menschen auf der Welt ohne Angst das Haus verlassen könnten? Natürlich können wir nicht den ganzen Hass auf der Erde verschwinden lassen. Aber jeder einzelne von uns kann bei sich anfangen. Jeder einzelne kann kleine freundliche Gesten zeigen oder einfach jemanden glücklich machen, so wie der Weihnachtsmann. Es gibt so viele Möglichkeiten. Wir müssen uns einfach nur trauen.

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Wenn das Verlangen nach Anerkennung in sozialen Medien zur Sucht wird

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Facebook, Twitter, YouTube, Instagram. Für viele Jugendliche sind diese Plattformen aus ihrer Freizeit nicht mehr wegzudenken. Eigentlich sind diese Plattformen eine gute Möglichkeit sich auszutauschen, um soziale Kontakte zu knüpfen oder zu stärken. Doch soziale Netzwerke sind mehr als das. Inzwischen gibt es zahlreiche „YouTuber“, Menschen, oft junge Erwachsene, die Videos produzieren, um eine bestimmte Zielgruppe zu unterhalten. Dazu posten sie Fotos auf Instagram, Statusmeldungen auf Facebook und Twitter, um Ihre Zuschauer auf dem Laufenden zu halten. Doch dort beginnt das Problem. Diejenigen, die Videos produzieren und hochladen, wollen möglichst viele Aufrufe, nette Kommentare und viele „Gefällt mir“ – Angaben. Wenn sie Fotos auf Instagram posten, wollen sie Aufmerksamkeit, sie wollen „Likes“. Aber was passiert, wenn dies zur Sucht wird und krank macht? Was ist, wenn diese Personen nicht sie selbst sind, weil sie sich verstellen, um möglichst perfekt zu wirken?

Anfang November sorgte das Video der 19-jährigen Essena O´Neill aus Australien für Furore. Sie ist eine von vielen „YouTubern“, die ihre Zuschauer auf Plattformen wie Instagram auf dem Laufenden hält. Sie ist schlank, hübsch und hat zahlreiche Follower auf YouTube und Instagram. Glücklich ist sie damit nicht. Auf ihren Fotos auf Instagram lächelt sie stets in die Kamera, post wie ein Model und hat den Traumkörper vieler junger Mädchen. Doch das, was die Welt auf Instagram zu Gesicht bekommt, ist nicht real. Es ist eine inszenierte Welt. Einige Klamotten, die sie trägt, würde sie nicht in der Öffentlichkeit tragen. Sie verdient Geld, indem sie die Kleidung präsentiert. Durch ihre große Reichweite ist dies für Firmen ein optimaler Weg, um Werbung zu machen. Und wer meint, dass Essena sich ein Outfit anzieht und mal eben ein Foto macht und hochlädt, irrt sich. Das Foto, was letztendlich auf Instagram zu sehen ist, ist womöglich der 50. Versuch. Alles nur, um Anerkennung, Aufmerksamkeit und Bestätigung zu bekommen. Das wurde ihr jetzt alles zu viel. Sie möchte sich in Zukunft aus den sozialen Netzwerken zurückziehen und löschte rund 2000 Fotos von ihrem Instagram-Account. http://www.n-tv.de/leute/Ihr-Leben-war-ein-einziger-Fake-article16279486.html

Sie gab zu, süchtig nach Anerkennung für ihren Körper gewesen zu sein. Viele „Likes“ befriedigten sie. Dieses Beispiel zeigt, dass die sozialen Netzwerke für viele junge Erwachsene eine große Bedeutung haben. Auch deren Alltag wird durch die Netzwerke beeinflusst. Vieles, was im realen Leben der Jugendlichen passiert, wird auf Instagram und ähnlichen Plattformen dokumentiert. So können Momente, in denen man eigentlich in Ruhe gelassen werden möchte, gar nicht genossen werden, wenn erst ein perfektes Foto her muss.

Aus ihren Erfahrungen hat Essena gelernt und sie appelliert an Gleichaltrige, eine Woche auf alle sozialen Netzwerke zu verzichten. http://www.welt.de/icon/article148386653/Die-Wahrheiten-ueber-das-falsche-Instagram-Leben.html

Ob sich letztendlich aufgrund dieses Beispiels etwas an dem Verhalten vieler Jugendlicher ändert, ist fraglich. Dennoch regt es den ein oder anderen vielleicht zum Nachdenken an. Und selbst das ist doch ein guter Ansatz.

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Bild Radioskala: © Jürgen Acker / PIXELIO