Die Probleme der Internetentwicklung

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Etwa 560 000 der 14- bis 64-Jährigen sind internetsüchtig.  (1)

In den letzten Jahren hat die Internetnutzung stark zugenommen. Allein von 2005 bis 2010 ist sie von 28 % auf 43 % gestiegen, wie die ARD/ZDF-Langzeitstudie zur Massenkommunikation ergeben hat. (2) Das ist nicht verwunderlich, denn man kann heutzutage fast alles über Internet machen: mit seinen Freunden bei Skype reden, bei Amazon einkaufen, im Internet Radiohören und Zeitung lesen,  seine Rechnungen über Online-Banking bezahlen, Spiele im Internet spielen, und vieles mehr. Auch wenn man studiert, geht es nicht ohne das Internet, wenn man sich zum Beispiel für Kurse und Klausuren anmelden oder seine Noten und  die Lehrmaterialien bekommen möchte.
Man sieht also, dass das Internet ein fester Bestandteil des Lebens geworden ist, sowohl beruflich wie auch privat. Das zeigt sich auch, wenn man betrachtet, wie hoch die tägliche Nutzungsdauer inzwischen geworden ist. Durchschnittlich sind Internetnutzer bereits 140 Minuten täglich online; bei den Nutzern unter 30 Jahren beträgt die Nutzungsdauer bei jedem Zweiten drei Stunden, bei jedem Zehnten sogar zwischen fünf und zehn Stunden täglich. (3)
Kann man unter diesen Bedingungen schon von Internetsucht sprechen? Christoph Möller, Chefarzt der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Kinderkrankenhaus in Hannover, sieht das nicht so. Ihm zufolge spricht man von Internetsucht nur dann, wenn die betroffene Person eine so hohe Internetnutzung aufweist, dass sie sich sozial isoliert, die Schule oder den Beruf und auch sich selber vernachlässigt. (4) Viele Internetsüchtige nehmen sich nicht mal mehr Zeit zum Essen – oder essen während beim Computer – und verwechseln Internet und Realität. Angeblich zeigen Internetsüchtige ähnliche Symptome wie Alkohol- oder Drogenabhängige, sie werden also nervös oder gereizt, wenn sie das Internet nicht nutzen können, schaffen es trotz mehrerer Versuche nicht, die Nutzung zu reduzieren, und das Sozialleben wird beeinträchtigt. (5) Häufig ist es so, dass die Internetsucht Menschen mit Angststörungen, Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen trifft. Diese Menschen flüchten in eine virtuelle Welt, in der ihnen alles besser und einfacher erscheint. (6)
Internetsucht ist also ein ernstzunehmendes Problem, das durch Smartphones und die zunehmende Mobilität und Flexibilität des Internets noch verstärkt wird. Denn durch Smartphones ist man ständig erreichbar und kann nie richtig abschalten; auch unterwegs liest man schnell mal seine Mails oder schaut, ob es bei Facebook was Neues gibt.

Von diesem Standpunkt aus sollte man der Entwicklung des Internets kritisch gegenüberstehen. Natürlich hat das Internet sehr viele Vorteile, und besonders das mobile Internet kann das Leben zum Teil viel leichter und unkomplizierter machen. Aber egal, wie viele Vorteile das Internet auch hat: man sollte immer darauf achten, sich nicht zu sehr davon abhängig zu machen. Ein interessantes Video dazu, wie das Online-Leben sich im realen Leben manifestieren könnte, findet man hier.
Es ist wichtig, dass man trotz der zunehmenden Relevanz des Internets, nicht den Bezug zur Realität verliert.

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Literatur:
(1) Lichtenberg, Arne (2012): Verschollen im Internet (02.06.2012), in: Deutsche Welle. URL: http://www.dw.de/dw/article/0,,15992111,00.html (Stand vom 03.06.2012).
(2) Ridder, Christa-Maria/Turecek, Irina (2011): Medienzeitbudgets und Tagesablaufverhalten; in: Media Perspektiven, 12/2011, S. 574.
(3) Völker, Oliver (2011): Internetnutzer im Schnitt 140 Minuten täglich online (20.06.2011), in: Big Screen. URL: http://www.big-screen.de/deutsch/pages/news/allgemeine-news/2011_06_20_6782_internetnutzer-im-schnitt-140-minuten-taeglich-online.php (Stand vom 03.06.2012).
(4) Möller, Christoph, zitiert in: Lichtenberg, Arne (2012): Verschollen im Internet (02.06.2012), in: Deutsche Welle. URL: http://www.dw.de/dw/article/0,,15992111,00.html (Stand vom 03.06.2012).
(5) Onmeda-Redaktion (2011): Internetsucht: Symptome. URL: http://www.onmeda.de/krankheiten/internetsucht-symptome-1529-4.html (Stand vom 03.06.2012).
(6) Goldmann, Ayala/AP (2007): Internetsucht. „Wie wandelnde Leichen“. (14.01.2007), in: Spiegel-Online. URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,459446,00.html (Stand vom 03.06.2012).

Digitalradio, Radio der Zukunft?

geschrieben von in Allgemeines, MedienwandelKommentare deaktiviert für Digitalradio, Radio der Zukunft?

In den letzten Jahren hat die Hörfunknutzung  abgenommen. Die ARD/ZDF Langzeitstudie zur Massenkommunikation von 2010 hat ergeben, dass die Radionutzung von 2005 bis 2010 von 84 % auf 79 % gesunken ist und das Radio eher als Begleitmedium während produktiven Tätigkeiten genutzt wird. (1)

Seit 2011 jedoch gibt es in Deutschland Digitalradio, das als „Radio der Zukunft“ bezeichnet wird. (2)  Welche Auswirkungen das digitale Radio auf die Radionutzung haben wird, wird sich vermutlich in den nächsten Jahren herausstellen, doch es wird bereits jetzt als ein sehr vorteilhaftes und interessantes Medium beschrieben.
„Digitalradio steht für die Verbindung des Hörfunks mit programmbegleitenden Texten, Bildern und Daten sowie der Möglichkeit (…), interaktiv auf das laufende Programm zuzugreifen.“  Somit wird das Radio vielfältiger, weil mehr – zum Teil nur digital angebotene Programme – zur Verfügung stehen, und praktischer, da es überall, sowohl zu Hause als auch unterwegs, genutzt werden kann. (3) Auch die Interaktivität erscheint interessant, da der Radiohörer vom passiven Konsumenten zum aktiven Nutzer wird und sich ein personalisiertes Radioprogramm zusammenstellen kann.

Doch kann man unter diesen Bedingungen eigentlich noch von „Radio“ sprechen? Radio wird oft als „blindes Medium“ bezeichnet, da sich das „klassische“ Radio nur auf das Hören beschränkt. Beim Digitalradio dagegen gibt es mehrere Visualisierungsmöglichkeiten, da es ein Display hat und, wie oben beschrieben, der Hörfunk mit Texten und Bildern verbunden wird. Auch die Interaktivität des Digitalradios entspricht nicht der klassischen Definition des Radios, wie man es vom Formatradio kennt: Beim Formatradio geht es darum, dass die Hörer den Radiosender sofort erkennen, da er in Bezug auf die Programmstruktur oder die Musikrichtung ein festgelegtes Format hat, das immer gleich ist. (4) Die Interaktivität des Digitalradios jedoch führt dazu, dass jeder über ein personalisiertes Radioprogramm verfügen kann.

Doch obwohl sich mit dem digitalen Radio die Charakteristika des Radios etwas verändern,  sollte nicht vergessen werden, dass es die bisherigen Funktionen des Radios immer noch erfüllt: auch das Digitalradio dient der Information und der Unterhaltung der Zuhörer. Ob sich das Digitalradio positiv auf die Radionutzung auswirkt oder ob seine Wirkung eher gering ist, ob es tatsächlich das „Radio der Zukunft“ ist, wird sich in nächster Zeit herausstellen.

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Literatur:
(1) Ridder, Christa-Maria/Turecek, Irina (2011): Medienzeitbudgets und Tagesablaufverhalten; in: Media Perspektiven, 12/2011, S. 574 u. 576.
(2) Digitalradio Deutschland GmbH, Baden-Baden. URL: http://digitalradio.de/index.php/de/ (Stand vom 06.05.2012).
(3) Digitalradio Deutschland GmbH, Baden-Baden. URL: http://digitalradio.de/index.php/de/ihr-radio-wird-digital#content (Stand vom 06.05.2012).
(4) Mediamanual vom Bildungsministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK), 2012, Wien. URL: http://www.mediamanual.at/mediamanual/leitfaden/radio/formatradio.php (Stand vom 06.05.2012).

Die Krise der Printmedien und der Kindle eReader

geschrieben von in Allgemeines, Medienwandel, Printmedien, Zukunft des Internet5 Kommentare »

Schon seit einiger Zeit wird über die Krise der Printmedien diskutiert. Während die Nutzung von Tageszeitungen insgesamt abnimmt, wird das Internet immer häufiger benutzt. (1) Die meisten Tageszeitungen sind allerdings inzwischen auch im Internet vertreten. Daher besteht die Diskussion, ob es künftig zu einer Substitution oder Komplementarität alter durch neue Medien kommen wird: Ist das Internet eine Hilfe für die Printmedien und führt dazu, dass alte und neue Medien komplementär genutzt werden und die insgesamte Nutzung wieder zunimmt? Oder ist das Internet eher eine Konkurrenz der Printmedien und wird früher oder später zu deren Verdrängung führen? Zu beiden Perspektiven gibt es Theorien und Prognosestudien. (2)

Seit ein paar Jahren ist ein weiterer Teilbereich der Welt der Printmedien in digitaler Form verfügbar: Bücher. Die Rede ist vom Kindle eReader. Ein flaches, ziemlich kleines und leichtes Pad, auf dem man bis zu 1400 Bücher speichern kann!
Zunächst hört sich Kindle ziemlich praktisch an. Aufgrund des integrierten WLANS kann man ein Buch, eine Zeitung oder eine Zeitschrift innerhalb kürzester Zeit herunterladen und sofort anfangen zu lesen. Manche Bücher sind als Kindle-Version sogar umsonst erhältlich. Des Weiteren kann man seine ganze Bibliothek sozusagen immer in der Handtasche dabei haben.  (3)
Möglicherweise werden viele Leute aufgrund der Mobilität des eReaders und den teilweise kostenlosen Büchern, diese Version bevorzugen. Sicherlich gibt es aber auch viele, die an der ihnen bisher bekannten Form der gedruckten Bücher festhalten wollen. Viele finden vielleicht auch, dass es trotz der vielen Vorzüge des eReaders, einfach ein besseres Gefühl ist, ein richtiges Buch in den Händen zu halten als ein Pad.

Man kann sich also fragen, welche Auswirkungen der Kindle eReader hat.
Insgesamt wird heutzutage immer seltener gelesen – jeder vierte Deutsche liest nie (4). Wird nun aufgrund des eReaders insgesamt wieder mehr gelesen, weil sich die Leute zu der digitalen Form von Büchern mehr hingezogen fühlen als zu gedruckten Büchern? Wird Kindle komplementär zu Büchern genutzt oder fangen auch Leute, die sonst regelmässig gedruckte Bücher gelesen haben nun an, diese durch den Kindle eReader zu ersetzen? Es wird in näherer Zukunft sicherlich Studien geben, die sich mit diesen Fragen und den Entwicklungen im Bereich der Bücher auseinandersetzen.

Literatur:
(1) Ridder, Christa-Maria/Turecek, Irina (2011): Medienzeitbudgets und Tagesablaufverhalten; in: Media Perspektiven, 12/2011, S. 574.
(2) Mögerle, Ursina (2009): Substitution oder Komplementarität?: Die Nutzung von Online- und Print-Zeitungen im Wandel, Konstanz.
(3) Amazon.de (2012). URL:  http://www.amazon.de/Kindle-eReader-Wi-Fi-Display-deutsches/dp/B0051QVF7A/ref (Stand vom 18.04.2012).
(4) Taffertshoffer, B.(2008): Studie: Deutsche lesen weniger. So wird das nie was mit Pisa; in: Süddeutsche Zeitung, 04.12.2008. URL: http://www.sueddeutsche.de/kultur/studie-deutsche-lesen-weniger-so-wird-das-nie-was-mit-pisa-1.385516 (Stand vom 18.04.2012).

HerUni.com: Ein Blog von Studentinnen für Studentinnen

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Immer öfter kommt die Frage auf, ob man das Schreiben für Weblogs bereits als Journalismus bezeichnen kann. Unabhängig davon, ob es als Journalismus bezeichnet wird oder nicht: die Beliebtheit von Weblogs nimmt immer mehr zu. Im Internet gibt es zahlreiche Blogs, an denen sich jeder, zu vielen unterschiedlichen Themen, beteiligen kann. Einer davon ist HerUni.com.

Screenshot von HerUni.com

HerUni.com ist ein Weblog von Londoner Studentinnen für andere Studentinnen. Gegründet wurde der Blog von den Studierenden Geraldine Haneine (London College of Fashion), Lorelei Marfil (London College of Fashion) und Jeff Lau (London College of Communication). Die Idee hinter HerUni.com ist es, den Londoner Studentinnen den Uni-Alltag zu erleichtern. Es gibt Artikel zu allen möglichen Themen, sei es Styling, Schönheit, Gesundheit, Liebe, Kultur, Freundschaft, Lifestyle, Finanzen, Neuigkeiten, und viele mehr. Dadurch erhalten Studentinnen nicht nur Hilfe zu bestimmten Themen, die sie gerade interessieren, sondern haben auch die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen und Artikel zu veröffentlichen. Gerade für Studentinnen, die sich gerne journalistisch betätigen, ist HerUni.com eine gute Möglichkeit, praktische Erfahrungen im Schreiben zu sammeln und Leser für die eigenen Artikel zu finden.
HerUni.com ist sehr erfolgreich. So gewann der Blog zum Beispiel im September 2011 den Preis für den besten Studentenblog (Cosmopolitan Blog Awards 2011).

HerUni.com: Gründerteam

Ich selbst schreibe seit September 2011 für HerUni.com. Dadurch, dass meine Schwester in London studiert und auch manchmal für HerUni.com schreibt, habe ich von dem Blog erfahren. Da ich begeistert von der Idee war, eigene Artikel schreiben und veröffentlichen zu können, hat meine Schwester nachgefragt, ob das geht – auch, wenn ich keine Studentin aus London bin. Es hat geklappt und ich habe einige Artikel für HerUni.com geschrieben.
Inzwischen denkt das Team von HerUni.com darüber nach, die Zielgruppe zu erweitern, und deshalb hat Geraldine Haneine mich gefragt, ob ich an meiner Uni auf HerUni.com aufmerksam machen könnte, so dass das Interesse, Artikel für HerUni.com zu schreiben, auch bei Studentinnen ausserhalb von London gesteigert wird. Ich dachte mir, dass der Trierer Medienblog eine gute Möglichkeit ist, um über HerUni.com zu berichten, gerade weil sicherlich hier viele an Journalismus/Bloggen interessiert sind. Vielleicht gibt es ja einige Interessenten. Mir macht es jedenfalls sehr viel Spass, Artikel für HerUni.com zu schreiben.

 

 

 

Quellen Bilder:
Die Bilder hat mir Geraldine Haneine für den Artikel per E-Mail zugeschickt.

Quellen Infos:
http://www.heruni.com/about-us/press-releases/
http://www.heruni.com/about-us/awards-media-network/
http://blog.aperto.de/sind-blogs-der-journalismus-von-morgen/

Lie to me: „Die Wahrheit steht dir ins Gesicht geschrieben.“

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Dritte Staffel von „Lie to me“ ab Februar auf DVD erhältlich

Seit 2010 läuft bei VOX die US-amerikanische TV-Serie „Lie to me“. In der Serie geht es darum, wie Dr. Cal Lightman (Tim Roth) und sein Team anhand sogenannter „Mikroausdrücke“ Lügen von Verbrechern aufdecken und auf diese Art und Weise die Verbrechen lösen. Die Serie basiert zum grössten Teil auf den Forschungen des Psychologieprofessors Dr. Paul Ekman. Ihm zufolge sind Emotionen universal, das heisst jeder kann die gleichen Basisemotionen – Angst, Wut, Trauer, Ekel, Freude und Überraschung – empfinden. Ebenso universal sind die Gesichtsausdrücke, die bei diesen Emotionen entstehen.  Bei jeder Emotion werden spezifische Muskeln im Gesicht des Menschen aktiviert. Dies wird auch als „action unit“ bezeichnet. Das System, in dem alle „action units“ beschrieben und erklärt werden, ist das „Facial Action Coding System“ (FACS) von Dr. Paul Ekman.
Ein Mikroausdruck ist eine minimale Bewegung der Gesichtsmuskeln, die stattfindet wenn eine Person versucht, den emotionalen Gesichtsausdruck zu verbergen. Mikroausdrücke dauern nur ein Fünftel einer Sekunde und sind somit schwer zu identifizieren. Allerdings gibt es spezielle Training Tools, um seine Fähigkeit, die Mikroausdrücke zu erkennen, zu verbessern.

In der Serie „Lie to me“ spielen diese Mikroausdrücke die ausschlaggebende Rolle. Dr. Cal Lightman merkt, wenn ein Verdächtiger lügt, weil er es in dessen Gesicht „lesen“ kann. Wenn ein Täter lügt und behauptet, die Tat nicht begangen zu haben, dann findet Lightman das dadurch heraus, dass der Täter einen bestimmten Mikroausdruck hat, weil er zum Beispiel versucht seinen Ärger oder seine Verachtung dem Opfer gegenüber, zu verbergen. Anhand dieses Wissens kann Lightman den Täter dann so lange verunsichern, bis dieser schlussendlich zugibt, die Tat begangen zu haben. Dr. Cal Lightman lässt sich nicht verunsichern, auch wenn viele vom FBI nicht an den Erfolg seiner Methode glauben und sich über ihn lustig machen. Am Ende ist es trotzdem immer er, der die Verbrechen auflöst.

Inzwischen läuft seit dem 26. Oktober bereits die dritte Staffel im Fernsehen. Hierbei handelt es sich allerdings leider um die letzte Staffel  –  FOX gab im Mai 2011 bekannt, dass die Serie nicht verlängert wird. Am  24. Februar 2012 soll die dritte Staffel schliesslich auch auf DVD erscheinen.

Quellen:
Ekman, Paul (2010): Gefühle lesen: Wie Sie Emotionen erkennen und richtig interpretieren. Spektrum Akademischer Verlag
http://www.paulekman.com/
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,682640,00.html
http://www.cinefacts.de/dvd-news/28307-dritte-staffel-von-lie-to-me-im-februar-2012.html
http://www.movieworlds.com/news/Lie_to_me_-_Season_3_-_Finale_der_faszinierenden_Crime-Serie-881540.php

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Persönlichkeitsbeschreibungen und Horoskope: Der Barnum-Effekt

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Horoskope sind sehr weit verbreitet. Man findet sie in Zeitungen und Zeitschriften, als Anwendungen bei Facebook, und auch bei manchen Fernsehsendern und Radiosendern werden Horoskope vorgelesen. Sehr viele Menschen glauben auch daran, was in ihrem Horoskop steht und lassen sich davon beeinflussen. Doch wie kommt es, dass so viele Menschen an einen Text glauben, und es ihnen vorkommt, als ob dieser genau auf ihre jeweilige Situation passt, obwohl er ja für jeweils alle Löwen, alle Schützen, alle Wassermänner, alle Steinböcke usw., verfasst worden ist? Dann müsste ja an Tag X z.B. jede Person mit Sternzeichen Löwe, Glück in der Liebe  oder einen stressigen Arbeitstag haben.

Die Tatsache, dass Menschen dennoch so stark an Horoskope glauben, kann man mit dem Barnum-Effekt, der in der Psychologie häufig diskutiert wird, erklären. Aussagen werden so vage formuliert, dass sie auf jeden Menschen oder jede Situation zutreffen können. Ein Horoskop wie das folgende passt auf die Situation und Lebensweise jedes Menschen.

„In finanzieller Hinsicht haben Sie in der letzten Zeit einige kleine Rückschläge verkraften müssen, keine Angst, es geht bald wieder bergauf. Harmonische Stunden zu zweit sind genau das Richtige für Ihre Beziehung, die Liebessterne stehen gut dafür. Spielen Sie im Beruf etwas mehr Ihre wahren Stärken aus, und lassen Sie sich nicht zu leicht von Ihren Zielen abbringen, das könnte Probleme verursachen. Ihre Gesundheit sollten Sie in der nächsten Zeit etwas mehr schonen, Sie brauchen Ihre Power. Gesunde Ernährung, viel Ruhe und möglichst viel Schlaf sind jetzt wichtig, um weiterhin fit zu bleiben.“

Es gibt sicherlich viele Menschen, die sagen würden, dass dieses Horoskop genau auf ihre aktuelle Lebenssituation zutrifft. Doch das ist nur der Fall, weil die Aussagen so allgemein formuliert sind. Für jede Beziehung sind harmonische Stunden zu zweit wichtig, und sich von Zielen abbringen zu lassen hat natürlich für jeden Probleme. Genauso braucht jeder eine „gesunde Ernährung, viel Ruhe und möglichst viel Schlaf“ um fit zu sein.

Ein bekanntes Beispiel, wie stark sich Menschen von diesem Barnum-Effekt beeinflussen lassen, zeigt sich an einem Experiment des britischen Zauberers und Mentalisten Derren Brown.

Ein paar Gäste bei ihm im Studio wurden zunächst gebeten, drei Aufgaben zu erfüllen. Sie sollten erstens auf einem Blatt Papier die Kontur ihrer Hand nachzeichnen, zweitens, ihr Geburtsdatum und die Geburtszeit notieren, und drittens dem Blatt ein persönliches Objekt, das sie bei sich trugen, beilegen. Anschliessend teilte Derren Brown den Teilnehmern mit, dass er anhand dieser Daten eine exakte Persönlichkeitsbeschreibung der Teilnehmer verfassen würde. Er erzählte ihnen, dass er versuchen würde, die Persönlichkeitsbeschreibungen so wenig allgemein wie möglich und so akkurat wie nur möglich zu schreiben.

Als die Teilnehmer später ihre jeweilige Persönlichkeitsbeschreibung lasen, war jeder einzelne von ihnen überrascht, wie akkurat diese war. Viele dachten schon beim ersten Satz „Ja, genau so bin ich.“ Andere behaupteten, Derren Brown hätte sogar Dinge in ihnen gesehen, die sie selber noch nicht über sich wussten. Die Persönlichkeitsbeschreibungen wurden teilweise eingeschätzt, zu 99 % zutreffend zu sein.

Anschliessend wurden die Teilnehmer darüber informiert, dass jeder einzelne von ihnen genau die gleiche Persönlichkeitsbeschreibung erhalten hatte. Derren Brown hatte diese bereits mehrere Monate vor dem Experiment verfasst.

Das Video zum Experiment von Derren Brown können Sie sich hier ansehen:

Experiment von Derren Brown

Ich finde es erschreckend, dass Horoskope, Persönlichkeitsbeschreibungen und ähnliches so vage und allgemein formuliert werden, dass es auf jeden Menschen zutreffen kann und auch viele daran glauben. Und trotzdem sind die Texte ja auch nicht so vage formuliert, dass sie den Leuten nicht akkurat vorkommen. Die Leute haben das Gefühl, ihre tiefsten Persönlichkeitseigenschaften würden genau aufgedeckt werden. Dass dieser Barnum-Effekt immer wieder so gut funktioniert, überrascht mich immer wieder aufs Neue.

 

 

Quelle:

http://www.alltagsforschung.de/der-barnum-effekt-warum-glauben-wir-horoskopen/

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Falsche Schönheitsideale in den Medien

geschrieben von in Allgemeines, Fernsehen, Medienkritik, Zeitschriften2 Kommentare »

Heutzutage werden sehr viele Erwartungen an die Menschen gestellt. Jeder Mensch hat verschiedene Rollen und „muss“ sich deshalb auch rollenkonform verhalten.
In Bezug auf das Aussehen der Frauen lauten die Erwartungen, dass diese schlank, schön und immer perfekt gestylt sein müssen. Schaltet man den Fernseher ein, dann sieht man in Werbespots Models oder andere berühmte Persönlichkeiten, die scheinbar keinen einzigen Makel haben: Sie haben eine perfekte Haut, eine perfekte Figur, perfekte Haare,…

Schon seit langer Zeit gilt schlank als schön. Wer mollig oder dick ist, entspricht nicht wirklich dem heutzutage verbreiteten Schönheitsideal.  Zwar gibt es vereinzelte Spots, wie zum Beispiel den von Dove, in denen gezeigt wird, dass auch Frauen mit Kurven schön sind, doch es ist immer noch so, dass Schlankheit besser ankommt. In Frauenzeitschriften gibt es so gut wie jedes Mal Diättipps, so dass man das Gefühl vermittelt bekommt, unbedingt eine Diät machen zu müssen, sogar wenn man nur ein paar Kilo zu viel hat.

Dies ist ein ernstzunehmendes Problem. Denn durch Sendungen wie „Germany’s next topmodel“, Werbespots und Anzeigen mit schlanken Frauen, sind die Frauen in der heutigen Gesellschaft einem enormen Druck ausgesetzt, ebenfalls schlank zu sein. Das heutige Schlankheitsideal ist so teilweise dafür verantwortlich, dass Mädchen und Frauen mit ihrem eigenen Körper unzufrieden sind und sich zu dick finden, sogar wenn ihr Gewicht völlig normal ist. Dadurch kann es passieren, dass es den Frauen irgendwann so wichtig ist abzunehmen und diese „Idealma?e“ zu erreichen, dass sie anfangen zu hungern oder nach dem Essen zu erbrechen. Das Resultat ist Anorexie oder Bulimie.

Natürlich sind die Medien und das darin vermittelte Schönheitsideal nicht der einzige Grund für Essstörungen, sie tragen jedoch erheblich dazu bei.

Genauso ist es mit Facelifting und dergleichen. Stars wie Sharon Stone oder Madonna sehen im Fernsehen oder in Zeitschriften für ihr Alter sehr jung aus, was manche Frauen dazu bringt, sich liften zu lassen, weil sie das Gefühl haben, dass sie auch jung aussehen müssen, um schön zu sein. Aber das Make-Up ändert schon sehr viel am Aussehen der Stars. Schaut man sich Fotos von ungeschminkten Prominenten an, sind diese teilweise nicht wiederzuerkennen.

Umso schlimmer ist es, dass die Fotos oder Werbespots oft bearbeitet sind, zum Beispiel mit Photoshop. Die Frauen werden schlanker gemacht, ihre Makel wie Cellulite, Pickel und so weiter werden retuschiert. „Mit unnatürlich geschönten Fotos werden wir dazu verführt, Leute als Vorbild zu nehmen, die es so überhaupt nicht gibt“, bemerkt korrekterweise die französische Politikerin Valérie Boyer. Die Schönheitsideale entsprechen nicht der Realität. Dies wird auch in einem Spot von der Firma Dove deutlich gemacht. Diesen Spot können Sie sich hier ansehen.

Ich finde es erschreckend, dass die Medien Schönheitsideale verbreiten, die zu Essstörungen und so sogar zum Tod führen können oder die Frauen dazu bringen, teilweise nicht ungefährliche Schönheitsoperationen über sich ergehen zu lassen. Noch schlimmer sind diese Folgen, wenn man bedenkt, dass es sich bei den Schönheitsidealen um solche handelt, die von den Medien nur konstruiert sind und es in der Wirklichkeit gar nicht gibt. Wir wollen so aussehen wie Menschen, die es eigentlich nicht gibt – jedenfalls nicht so, wie sie in den Medien dargestellt werden. Wie soll man diese hohen Erwartungen an das Aussehen dann jemals erfüllen können? Es scheint eine Sache der Unmöglichkeit zu sein.

 

Quellen:

http://web4health.info/de/answers/ed-cause-society.htm

http://www.suchtmittel.de/info/essstoerungen/001607.php

http://www.magersucht.de/krankheit/medien.php

http://www.gesundheit.de/ernaehrung/essstoerungen/erscheinungsformen/magersucht

http://www.magersucht-online.de/index.php/informationen-zu-magersucht/41-dr-christa-wuehrer-anorexia-nervosa-oder-qpubertaetsmagersuchtq

http://www.focus.de/kultur/medien/presse-vor-diesen-fotos-wird-gewarnt_aid_447874.html

http://data5.blog.de/media/206/3160206_1f90322268_m.jpeg

http://www.wunderweib.de/media/redaktionell/wunderweib/intouch_2/beauty_1/beautyspecial/2011_15/januar_16/vonungeschminktaufglamourlook/von-ungeschminkt-auf-glamour-b.jpg

http://www.trendsderzukunft.de/wp-content/uploads/2009/04/madonna-photoshop-440×298.jpg

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Werther-Effekt und soziale Bewährtheit

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Vor etwa einem Jahr wurde der deutsche Film „Goethe!“ veröffentlicht. Er war unter den Top 10 der erfolgreichsten deutschen Filme im Jahr 2010 und erzählt die Geschichte von Johann Wolfgang von Goethe, der sich in Charlotte Buff verliebt. Charlotte erwidert seine Liebe zwar, muss jedoch einen anderen, Johann Christian Kestner, heiraten. Den Schmerz darüber verarbeitet Goethe in seinem Werk „Die Leiden des jungen Werthers“, welches er dann an Charlotte schickt. Diese veröffentlicht das Werk ohne sein Wissen. Kurz darauf ist sein Roman bereits zum Bestseller geworden.
Den Roman „Die Leiden des jungen Werthers“ hat Goethe nicht nur im Film, sondern auch im realen Leben geschrieben. Inhalt ist die Lebensgeschichte Werthers, der sich in die damals bereits verlobte Charlotte Buff verliebt. Charlotte empfindet das Gleiche, heiratet jedoch ihren Verlobten und möchte Werther schliesslich nicht mehr wiedersehen. Aus Verzweiflung und Trauer erschiesst sich Werther kurz darauf.

Kurz nachdem „Die Leiden des jungen Werthers“ 1774 veröffentlicht wurde, kam es plötzlich zu zahlreichen Nachahmungen: viele unglücklich verliebte Männer entschieden sich für den Freitod, genauso wie Werther in Goethes Roman. Heute wird dieses Phänomen deshalb als Werther-Effekt bezeichnet.
Doch Goethes Roman ist nicht das einzige Beispiel für Suizide, die mehrere weitere Suizide nach sich zogen. Als sich Robert Enke im November 2009 vor einen Zug warf, stieg die Zahl der Suizide in den darauf folgenden Monaten stark an. Auch nach dem Selbstmord von Marylin Monroe kam es zu zahlreichen Nachahmungen.
Prominente haben eine wichtige Vorbildfunktion und viele, vor allem Jugendliche, orientieren sich an deren Verhalten. Begehen die Prominenten Suizid, glauben die Jugendlichen, dass dieses Verhalten auf irgendeine Weise „richtig“ sein muss und imitieren es. Robert Cialdini zufolge wird dieses Prinzip der sozialen Bewährtheit umso stärker aktiviert, wenn die Personen sich mit dem Suizidenten sehr gut identifizieren können, ihm also ähnlich sind.

Über den Werther-Effekt wird in der Medienwirkungsforschung stark diskutiert. In den Medien wird immer sehr viel über Suizide, besonders von Prominenten, berichtet. Das lenkt die Aufmerksamkeit der Rezipienten auf die „Möglichkeit“ einen Suizid zu begehen.  Tatsächlich nimmt die Medienwirkungsforschung an, dass es zwischen der Medienberichterstattung über einen Selbstmord und der Erhöhung der Suizidrate einen Zusammenhang gibt.
Dies verdeutlicht, dass die Medien darauf achten sollten, wie sie über einen Suizid berichten. Oft neigen die Medien dazu, die Suizide als besonders tragisch und/oder spektakulär zu beschreiben. Das ist einerseits verständlich, denn die Rezipienten bevorzugen „Sensations-Nachrichten“ und so verkaufen sich die Medien besser. Doch andererseits verstärken diese Arten von Berichterstattungen den Nachahmungseffekt, weil die Suizidenten so zum Teil als „Helden“ dargestellt werden und Anerkennung für ihre Tat bekommen. Die Berichterstattung sollte also eher neutral bleiben, auch wenn das für die Medien bedeutet, dass ihre Nachrichten nicht ganz so „spannend“ sind und sie deshalb vielleicht nicht ganz soviele Rezipienten erreichen. Zumindest könnte so aber verhindert werden, dass es wieder zu einer Suizidwelle wie den oben beschriebenen kommt.

Quellen:
Robert Cialdini: „Die Psychologie des Überzeugens“
http://www.klassiker-der-weltliteratur.de/die_leiden_des_jungen_werther.htm
http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/werther.html
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/32718
http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2008/0923/003_pubertaet.jsp

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