#YouGeHa

geschrieben von in Internet, Medien und Politik, Weblogs1 Kommentar »

Seit gestern läuft die Aktion „Youtuber gegen Hass“ (kurz: YouGeHa). Eine Woche lang werden täglich um 15 Uhr Videos gegen rassistische Strömungen im Internet hochgeladen.
Bekannte Youtuber nehmen freiwillig an der unabhängigen Kampagne teil, alle entsprechenden Videos werden in einer speziellen Playlist gesammelt.
Durch das Mitwirken bekannter Blogger auf Youtube wie zum Beispiel LeFloid kommt die Kampagne auf eine Reichweite von mehreren Millionen Abonnenten. Außerdem ist Pegida ein aktueller Anlass dafür.
Die ursprüngliche Idee stammt Mirco Drotschmann, der Betreiber des Youtube-Kanals „Mr Wissen To Go“. Er selbst hat keine vergleichbar hohe Zahl an Abonnenten wie andere Blogger, deshalb war sein erster Schritt, sich im Dezember mit anderen Wissenskanal-Youtubern auf Facebook zu vernetzen. Laut Drotschmann überwiegen auf der Videoplattform deutlich Katzen- oder Schminkvideos, gefolgt von „Let’s plays“. Ihm ist es wichtig, die Abonnenten mit politisch aktuellen Themen zu versorgen und Wissenskanälen auf Youtube zu einer höheren Prominenz zu verhelfen, bisher reagieren die Fans interessiert und sind auf weitere Videos gespannt.
„“Wissen2go“ will seinen Zuschauern mit einem Faktencheck in wenigen Minuten erklären, wo „Pegida“ falsch liegt. Andere beschäftigen sich mit Alltagsrassismus, Homophobie, steuern eine Reportage aus einem Flüchtlingsheim bei oder befragen Nicht-Muslime, was sie von Muslimen halten – und wie die diese Meinung auffassen.“
Ziel der Kampagne ist es, die Zuschauer aufzuklären. Sie sollen über die Problematik in Kenntnis gesetzt, sowie  zum Nachdenken und Diskutieren angeregt werden. Die Aufklärungskampagne will vor allem um Toleranz werben, um so Vorurteile abzubauen. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sollen reduziert werden, denn Youtube will zeigen, dass es zu mehr als Unterhaltung dient.
Alle Zuschauer werden dazu aufgefordert, eventuelle Erfahrungen in diesem Themengebiet in sozialen Netzwerken zu teilen.
Dabei sind die Herangehensweisen ganz unterschiedlich: Manche Videokünstler behandeln das Thema satirisch, andere argumentieren oder berichten sachlich.
Die Videos einzelner Youtube-Blogger werden untereinander verlinkt und mit dem Hashtag #YouGeHa versehen, um sie leichter auffindbar zu machen und so der Aktion größere Sichtbarkeit zu verschaffen.

Bei der gesamten Kampagne geht es also nicht darum, sich gegen etwas zu stellen, sondern um Aufklärung. Es soll kein Hass geschürt, sondern vermindert werden.
Ob sich dabei mehr Menschen angesprochen fühlen als durch die klassischen Medien, wird sich im Verlauf der Aktion zeigen.

Quellen:

http://www.deutschlandradiokultur.de/yougeha-youtuber-machen-mobil-gegen-fremdenhass-und-pegida.2156.de.html?dram:article_id=309101

https://www.tagesschau.de/inland/youtuber-gegen-hass-pegida-101.html

http://yougeha.tumblr.com

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/yougeha-gruppe-von-youtube-bloggern-kritisieren-pegida-13378879.html

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/yougeha-youtuber-starten-aktion-gegen-fremdenhass-a-1013805.html

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Ist die E-Mail als Kommunikationsmedium auch heute noch aktuell?

geschrieben von in Allgemeines, Kommunikationsformen, Medienwandel, Zukunft des Internet1 Kommentar »

Seit rund 30 Jahren gibt es die E-Mail und im April 2007 heißt es in einer Studie „Kommunikation per Mail ist nicht mehr wegzudenken“.

Doch kann man das heute noch so sagen? „Wohl keiner neueren Kommunikationstechnik wurde schon häufiger das Aussterben vorausgesagt als der E-Mail.“ Viele Menschen denken, das Versenden von E-Mails sei veraltet, und es gäbe doch inzwischen genug andere Wege, um digital miteinander zu kommunizieren.
Rasch eine Nachricht bei Facebook abzuschicken funktioniert mindestens genauso schnell wie das Versenden einer E-Mail, und noch schneller kann man sich über einen Messenger mitteilen.Immer weniger Jugendliche nutzen die E-Mail. Sie wachsen mit den sozialen Medien auf und nutzen ganz selbstverständlich deren alternative Kommunikationskanäle. Kommunikation ist mobil geworden, auch das Mailen, aber ist die E-Mail immer noch Mittel der Wahl?Ja, sagen viele berufstätige Menschen in Deutschland und in Amerika. Im Geschäftsleben und im beruflichen Umfeld bleibt die Kommunikation per E-Mail erste Wahl.
Sowohl die Statistikbehörde Eurostat, das amerikanische Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center, als auch der Technikerbranchenverband Bitkom haben diesen Trend festgestellt. Es ist überraschend, wie deutlich die E-Mail im Vergleich vorne liegt und dass die Benutzung auch weiterhin noch zunimmt und nur das Wachstumstempo abgenommen hat.

Im Arbeitsleben wird die E-Mail viel wichtiger als das Telefon, egal ob Festnetz oder Mobiltelefon, eingestuft und die Bedeutung der sozialen Netzwerke ist in diesem Umfeld nur sehr gering.
Laut des Geschäftsführers Dr. Bernhard Rohleder von Bitkom liegt die Zukunft der E-Mail also eher in der beruflichen, als in der privaten Nutzung.
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Auch Universitäten nutzen die E-Mail als Haupt-Kommunikationsmittel. Der unschlagbare Vorteil ist das unkomplizierte Versenden von E-Mails an mehrere Personen gleichzeitig (auch unsichtbar, also in der Blindkopie) und das einfache Hinzufügen von Dokumenten als Anhang.

 

Quellen:

Frankfurter Allgemeine Zeitung, „Die E-Mail ist am Arbeitsplatz nicht wegzudenken“, 5. Januar 2015

https://wice.de/e-mails-vom-aussterben-bedroht/5581/

http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Internet-E-Mail-ist-fuer-junge-Leute-beinahe-schon-veraltet-4578864.html

http://www.computerwoche.de/a/studie-kommunikation-per-mail-ist-nicht-mehr-wegzudenken,592046

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Mehr als Fernsehen

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Heutzutage stehen uns immer mehr zusätzliche Services begleitend zum Fernsehen zur Verfügung. Die Bandbreite reicht von ausführlichen Hintergrundinformationen über soziale Netzwerke bis hin zu Live-Chats parallel zur Sendung. Es gibt inzwischen sogar Apps von eigenen Social-TV-Netzwerken wie zum Beispiel Couchfunk. Diese bieten unter anderem die Möglichkeit, sich live mit Gleichgesinnten über die laufenden Sendungen auszutauschen.

Grob gesagt – Fernsehen ist nicht nur noch Fernsehen, sondern hat sich innerhalb der letzten fünf Jahre um die Komponente des sozialen Austauschs seiner Zuschauer erweitert, folglich kann man von Social-TV, also von geselligem Fernsehen sprechen. Möglich ist dieser Service, dieses Zusatzangebot, durch die ständige Verfügbarkeit des Internets und den Besitz (mobiler) Endgeräte. In diesem Zusammenhang kommt der sogenannte Second Screen zum Einsatz, ein zweiter Bildschirm, meistens das Display des Smartphones, Tablets oder Laptops.

Doch was bietet Social-TV im Detail? Noch während der Ausstrahlung bestimmter Sendungen können die Zuschauer ihre Meinung in sozialen Netzwerken äußern. Somit kommt es zu einer Interaktion der Zuschauer untereinander und zwischen Zuschauern und Fernsehmachern, wenn diese sich die Kommentare bzw. die Kritik durchlesen und darauf reagieren. Social-TV ist also eine Vereinigung des Fernsehens und der sozialen Medien. Das Ergebnis sind Kritiken und Rezensionen in Echtzeit.

In den USA ist Twitter als soziales Medium für die Social-TV-Nutzung am weitesten verbreitet, in Deutschland wird Facebook dafür am häufigsten genutzt. Alternativ gibt es ganze Social-TV-Sender wie zum Beispiel joiz oder TV-spezifische soziale Netze, die unter anderem auch entsprechende Apps bereitstellen. Auch die Sender selbst bieten Angebote zur Nutzung des Social-TV.

Ein konkretes Beispiel dazu lieferte der Polizeiruf 110, ausgestrahlt um 20:15 Uhr im ARD am Sonntag, den 09.11.14. Auf dessen Website gab es einen Live-Chat, sodass die Zuschauer die laufende Sendung kommentieren konnten. Im Anschluss an die Sendung beantwortete der Regisseur in diesem Fragen und gab inhaltliche Hintergrundinformationen preis.

Auch ohne spezifische Angebote wie dieses kommt es zum Austausch der Zuschauer auf Twitter, beispielsweise während der Ausstrahlung des Tatorts. Dabei sind die Posts nicht unbedingt immer zeitlich synchron zur laufenden Sendung, montags wird auch schon mal „nachgetwittert“.

Es lässt sich jedoch feststellen, dass es nicht zu richtigen Diskussionen kommt, sondern eher zu kurzen einzelnen Kommentaren und Meinungsäußerungen. Die Motivation zur Nutzung von Social-TV-Angeboten liegt vor allem in der eigenen Orientierung und dem Interesse daran Kurioses zu lesen. Man kann neue Perspektiven gewinnen und andere Blickwinkel erkennen, während andere einem Aufmerksamkeit schenken. Weiterhin entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, indem dem man online mit Gleichgesinnten die gleiche Spannung oder ähnliche Eindrücke eines Films erlebt. Dazu sagt Tom Klein: „Es stimmt zwar: Wer nebenbei twittert, bekommt nicht mehr alles vom Filmgeschehen mit. Dafür aber ganz andere Sachen.“

Abschließend betrachtet hat das Social-TV also seine Nachteile, kann aber insgesamt als bereichernd für die Nutzer angesehen werden.

 

Quellen:

http://www.itwissen.info/definition/lexikon/Social-TV-social-TV.html

http://www.couchfunk.de/social-tv/was-ist-social-tv/

http://www.lfm-nrw.de/fileadmin/lfm-nrw/Medienkompetenz/Veranstaltungen/KbiM14/GOLDMEDIA_Social_TV_LfM_Tagung.pdf

http://en.wikipedia.org/wiki/Social_television

http://www.social-tv-monitor.de

http://we.makesocial.tv/author/tom/

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