Trump und die Suche nach Musik

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Für einen populistischen Wahlkamp, wie ihn Donald Trump in den USA führt, bräuchte es eigentlich auch die passende, fesselnde und „populäre“ Musik. Jedoch sträuben sich bekannte Musiker, dessen Songs ungefragt bei Wahlkampfveranstaltungen benutzt wurden, dies zuzulassen. Merkwürdig, dabei würden sie doch einen, so auf dem Boden gebliebenen, rechtspopulistischen Rassisten unterstützen, wer will das denn nicht? Viele.

Den Anfang machte Neil Young, welcher die große Ehre hatte mit seinem Song „Rockin’ in the free world“ Donald Trumps Kandidatur einzuleiten. Jedoch ohne Erlaubnis, teilte Youngs-Managment mit. Zu diesem Zeitpunkt konnte man noch denken/hoffen, dass die Kandidatur nur ein schlechter Scherz ist, aber es ging weiter auch musikalisch. Der bekennende Republikaner Steven Tyler von Aerosmith will nicht mit dem Wahlkampf in Verbindung gebracht werden und wehrt sich gegen die Nutzung seines Songs ,,Dream on“. So auch R.E.M., AdeleElton John und die Rolling Stones.

Das Gute für Trump ist wohl, dass es genug Hits gibt, die wenigstens einmal bei seinen Veranstaltungen gespielt werden können. Zudem mediales Aufsehen, durch unerlaubtes Benutzen von bekannten Lieder, ist trotzdem mediales Aufsehen! Aber vielleicht dürfen wir uns auch weiterhin auf Auftritt von den USA Freedom Kids freuen, welche Songs extra für Donald Trump singen und bei gleichbleibender Qualität wohl eine „Viral-Garantie“ haben.

In diesem Sinne: USA, USA, USA

 

Kampagne als Sprachrohr des Betriebes

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Am 12.01.2015 jährt sich die Kampagne der BVG ,,Weil wir dich lieben“, aber was ist aus ihr geworden?    Anfänglich startete sie direkt mit einer Großoffensive. In Berlin war der Slogan mit dem verbundenen Hashtag(#weilwirdichlieben) in der ganzen Stadt zu sehen.

Doch die offline-Variante machte nur einen kleineren Teil aus, das Augenmerk lag auf den eigens für die Kampagne angelegten Twitter-, Facebook-, Instagram- und Youtube-Kanal. Dort tobten die Nutzer sich auch direkt aus und das eher negativ. Doch ist davon auszugehen, dass diese negative Strömung erwartbar war und auch von den Verantwortlichen erwartete wurde. Die Kanäle wurden genutzt und es wurde mediales Aufsehen erreicht.

Durch die eher ironisch und humoristische Herangehensweise der Kampagne, konnte man den Nutzern, unter dem Deckmantel #weilwirdichlieben auch Paroli bieten. Dies gipfelte mit der Video-Antwort der BVG an seine kritische Community, welche tatsächlich Viral wurde und auch Anerkennung von    ,,Könnern“ bekam. Selbst die offensichtliche Spitze am Ende des Videos (2:07 min.), welche besagt ,,NUR WIR LIEBEN DICH SO WIE DU BIST.“, hat man sich erlaubt.

Trotz des starken Gegenwindes blieb die Kampagne bestehen und leitet Kritik kanalisiert an sich selbst, in einen Rahmen bei dem auch mal zurück gewitzelt werden kann, wobei der Inhalt konstruktiver Kommentare nicht verloren geht. Es ist Ruhe eingekehrt und die Akzeptanz schreitet scheinbar voran, jedenfalls bis zum nächsten großen Aufreger.

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Wut statt Vertrauen

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Deutsche Medien sehen sich immer mehr der Kritik ausgesetzt, dass sie nicht unabhängig und unglaubwürdig seien. Diese Begebenheit scheint keine kurzfristig Verdrossenheit von Einzelnen darzustellen, sondern macht einen großen Teil der Bevölkerung aus.

Der Begriff der ,,Lügenpresse“, welcher in der deutschen Geschichte des öfteren aufgetreten ist und wohl am stärksten bei Joseph Goebbels Nazi-Propaganda zum Vorschein trat, begibt sich wieder in den Sprachgebrauch vieler. Diesbezüglich ist zu erwähnen, dass der Begriff nicht nur auf Pegida-Demonstrationen skandiert wird, sondern ein Fünftel der wahlberechtigten Bevölkerung in Deutschland ihn verwenden würde, wenn es um deutsche Medien geht.  Somit ist das Unwort des Jahres 2014, welches sonst vermehrt in rechten Kreisen verwendet wurde, wieder im Munde eines nicht zu vernachlässigenden Teils der Deutschen.

Das Vertrauen gegenüber den Medien ist in weiten Teilen der Bevölkerung tief erschüttert. Nur etwa die Hälfte der Bürger hält die deutschen Medien für glaubwürdig. Dies resultierte gerade aus Ereignissen, bei denen die Berichterstattung selbst starker Kritik ausgesetzt wurde. Im Falle des Ukraine-Konfliktes wurde die Glaubwürdigkeit und damit auch das Vertrauen in die Medien nachhaltig geschädigtFür 37% der Deutschen ist das Vertrauen in die Medien in den letzten Jahren gesunken.

Für ein konkretes, wenn auch extremes, Beispiel für Misstrauen sorgt der Bericht des ZDF morgenmagazins, welcher den Kontakt der Teilnehmer, der mittwöchlichen AfD-Kundgebung in Erfurt, mit der Moderatorin Dunja Hayali zeigt. Der gekürzte Bericht wurde aufgrund zahlreicher Zensur- und Manipulations-Vorwürfe nochmals in voller Länge auf Facebook und in der ZDF-Mediathek hochgeladen.

Sicherlich wird bei einer solchen Kundgebung kein objektiver Schnitt durch die deutsche Gesellschaft gezogen, jedoch ist bedenklich, dass Teile des Publikums einen verzweifelten Eindruck machen. Sie fühlen sich nicht verstanden und betonen, nicht etwa Nazis oder AfD-Anhänger zu sein, sondern dass ihnen ein Medium fehlt, das ihre Gedanken und Ängste vertritt.

Höchstwahrscheinlich ist das Gros der Teilnehmer einer solchen Veranstaltung nicht mehr belehrbar, jedoch sollte jeder aufschrecken, wenn das voranschreitende Misstrauen in Medien zum präferieren extremer Ansichten führt.

 

 

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