„ARD raubt Kindern den Schlaf“ – Die Radionacht 2012

geschrieben von in Allgemeines1 Kommentar »

Ende November diesen Jahres startet die ARD die sechste Radionacht für Kinder. Dabei sind Schulklassen von der Klassenstufe 3 bis 5 dazu aufgerufen, gemeinsam dem fünfstündigen Programm, welches dieses Jahr unter dem Motto „Burgen, Ritter, Spukgewitter!“ steht, zuzuhören und auch aktiv daran teilzunehmen. Das Programm wird in ganz Deutschland im Radio und online zu hören sein. Ausgestrahlt wird die Radionacht gemeinsam von den ARD-Sendern Bayern 2, hr2, MDR Figaro, NDR Info, Bremen Vier, radioBERLIN 88,8, SR 1, SWR 2, WDR 5 und im Netz.

In den letzten Jahren haben sich laut Pressestelle der ARD weit über 1000 Schulen an dem Projekt beteiligt. Außer dem Zuhören der fortlaufenden Geschichte, müssen die Kinder während des Programms auch kniffelige Preisfragen lösen oder können über Internet mit anderen Schulen in Kontakt treten. Ein schönes Beispiel dafür, wie weit die Interaktivität von Medien inzwischen schon alle Altersklassen miteinschließt

Mit dem beliebten Projekt möchte die ARD ein Erlebnis schaffen, „das Kindern einen neuen Zugang zu erzählten Geschichten und zum intensiven Zuhören eröffnet“, so der Vorsitzender der ARD-Hörfunkkommission Wolfgang Schmitz.

Wirft man einen Blick auf kürzlich veröffentliche Eckdaten zur Radionutzung in Deutschland, lässt sich feststellen, dass der Erfolg eines solchen Formats auch mit der allgemeinen Beliebtheit des Mediums Radio zusammenhängen mag. Die Eckdaten zeigen nämlich: Die Zahl der Personen, die täglich Radio hören, steigt an – und zwar in allen Altersgruppen. Der aktuelle Anstieg der Radionutzung der 10- bis 29-Jährigen ist um 0,6 Prozentpunkte auf 72,1 Prozent gestiegen, welches den Aufwärtstrend, der dem Medium in dieser Zielgruppe seit 2010 einen Zuwachs von nahezu drei Prozent bescherte, bestätigt.

Quellen:
http://www.dwdl.de/nachrichten/36656/radioreichweiten_steigen_an__auch_bei_juengeren/
http://www.ard.de/intern/ard-kinder-radio-nacht-ritter-gespenster/-/id=1886/nid=1886/did=2543994/1j1e4xw/index.html

ALLES MUSS RAUS! – Aufrüsten, Absahnen!

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für ALLES MUSS RAUS! – Aufrüsten, Absahnen!

Als ich letzte Woche die neue „ZEIT“ aufschlage und hastig die Werbeblättchen zur Seite legen will, bleibt mein Blick plötzlich an einem Prospekt der ungewöhnlichen Art hängen. „Schützenpanzer VAB – Schluss mit LÄSTIGEN Demonstrationen“. „Schnellfeuergewehr G36 – Für Kindersoldaten leicht zu bedienen“. „Tränengas CS – Schlägt jeden Aufstand nieder“.

Zuerst nehme ich gar nicht richtig wahr, was da vor mir liegt, ist die Beilage doch gestaltet wie die eines typischen Discountsupermarktes. Plakativ, Signalfarben, große Buchstaben, wenig Text. Ungläubig blättere ich durch die nächsten 2 Seiten und realisiere so langsam, dass da doch irgendetwas nicht stimmen kann. Erst auf der letzten Seite des Prospektes erschließt sich mir das Ganze. Was da vor mir liegt, ist die neue Kampagne der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) „Hände hoch für Waffenkontrolle“, die um Unterstützer wirbt.

Hintergrund der Kampagne sind die am 2. Juli beginnenden UN-Verhandlungen über einen Vertrag zur Kontrolle des weltweiten Waffenhandels (Arms Trade Treaty). AI fordert einen starken internationalen Waffenkontrollvertrag, der die Menschenrechte schützt. „Jetzt besteht die historische Chance, den weltweiten Waffenhandel endlich durch wirksame Standards zu kontrollieren – im Sinne der Menschenrechte“, sagt Anne-Catherine Paulisch, die Verantwortliche für Kampagnen und Kommunikation bei der deutschen Sektion von Amnesty International.

Die Idee zu der Kampagne stammt von der Berliner Agentur Kornberger und Partner. Hier heißt es: „Die vertraute Werbe-Ästhetik des ‚Waffensupermarkts‘ holt die mörderische Realität des internationalen Waffenhandels mitten in unsere Alltagswelt.“

Das Prinzip „Waffenkauf wie im Supermarkt“ erregt zunächst eine ungeheure Aufmerksamkeit, aufgrund seiner makaberen Ironie. Laut der Menschenrechtsorganisation sei die ironische Darstellung ein guter Weg „den Irrsinn des Waffenhandels“ zu beschreiben. Im ersten Moment weiß man nicht, ob man lachen oder schockiert sein soll. Und genau darum geht es. Die erzeugte Irritation nimmt einen so in den Bann, dass man nicht anders kann, als weiterzublättern und mehr darüber erfahren zu wollen. Genau hier liegt der Unterschied zu normalen Supermarktprospekten.

Natürlich bleibt die Kritik an dieser Kampagne nicht aus. Ist Sarkasmus bei einem so sensiblen Thema noch angebracht? Wie überspitzt ist die Lage dargestellt? Und vor allem: Ab wann überschreitet man die Grenze des guten Geschmacks?

Ich bin der Meinung, dass diese Kampagne zwar schockiert, aber damit genau den richtigen Effekt erzielt. Ohne diese Beilage in der „ZEIT“ wäre ich niemals so aufmerksam auf das Thema Waffenkontrolle geworden. Und die bisherige Resonanz zeigt, dass es da nicht nur mir so geht. Seit Veröffentlichung der Kampagne haben schon mehr als 2500 Menschen die Petition auf der Homepage von Amnesty International unterzeichnet, so der Pressesprecher von AI Deutschland.
In diesem Fall heiligt der Zweck die Mittel.

Quellen:
http://action.amnesty.de/l/ger/p/dia/action/public/?action_KEY=8485&d=1
http://www.wuv.de/nachrichten/unternehmen/amnesty_international_die_makabre_waffen_beilage_in_der_zeit
http://www.welt.de/politik/ausland/article106410586/Traenengas-schlaegt-jeden-Aufstand-nieder.html
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12333349/492531/Ungewoehnliche-Amnesty-Aktion-fuer-bessere-Kontrolle-internationalen-Waffenhandels.html
www.waffensupermarkt.de

London Calling

geschrieben von in Allgemeines1 Kommentar »

Dieser Sportsommer wird heiß! Nicht nur die Fussballeuropmeisterschaft wird uns in diesem Jahr die Sommerflaute versüßen, nein, am 27.Juli geht’s direkt weiter mit den Olympischen Spielen in London! Doch genau dieses Ereignis erregt in den letzten Tagen unerwartete Aufregung. Diesmal weder in der Politik noch in der Wirtschaft, sondern bei den deutschen Rundfunkanbietern.

Die ARD und ZDF verzichten in diesem Jahr auf eine Ausstrahlung in ihren Spartenkanälen ZDFneo, ZDFinfo, Einsfestival und Eins Plus und setzen stattdessen rein aufs Web. „In bis zu sechs Live-Streams werden die zahlreichen bei den Olympischen Spielen parallel stattfindenden Wettbewerbe parallel übertragen.“, so einem Bericht auf dwdl.de zu entnehmen.
Doch genau das gefällt dem Privatsenderverband VPRT ganz und gar nicht. Den öffentlich-rechtlichen Sendern wird vorgeworfen damit Rechtsvorschriften, wie z.B. die zulässige Maximaldauer von Internetangeboten zu überschreiten.

Diese Debatte regt dazu an, über das sich immer stärker verändernde Angebot in der Medienlandschaft, insbesondere des Rundfunks, zu diskutieren.
Längst hat jede Rundfunkanstalt einen ansehnlichen Online-Auftritt, natürlich inklusive Mediathek. Für Rezipienten ist es leichter denn je, sich ein Programm zuzuschneiden, wie es ihnen am besten gefällt. Doch wie ist diese „neue“ Freiheit zu bewerten?

Natürlich ist die Kritik, ARD und ZDF kämen mit einer ausschließlichen Online-Übertragung ihrem Bildungsauftrag nicht nach, da nicht vorausgesetzt werden kann, dass jeder, der gerne mehr über die Olympischen Spiele erfahren möchte, über einen Internetzugriff verfügt, gerechtfertigt.
Doch wie ich finde, wird mit der Entscheidung von ARD und ZDF die Spartenkanäle außer Acht zu lassen (dessen Einschaltquoten ohnehin nicht überragend sind) und stattdessen nur Livestreams zu übertragen, ein großes Zeichen in Richtung Zukunft gesetzt. Die Öffentlich-rechtlichen stellen sich damit dem Vorurteil, langweilig und eingefahren zu sein. Die Hoffnung bzw. auch die einfache Möglichkeit eine ganz neue Art von Rezipienten zu erreichen, ist dabei richtungsweisend. Vielleicht mag diese Art der Rezeption heute für den Großteil der Bevölkerung noch etwas ungewöhnlich sein, doch ich denke, dass Online-Angebote in den nächsten Jahren immer mehr an Zuwachs und vor allem Akzeptanz gewinnen werden.

 

Quellen:
http://www.dwdl.de/nachrichten/35982/masslos_privatsender_kritisieren_olympiaplaene/
http://www.dwdl.de/nachrichten/35990/ard_weist_olympiakritik_des_vprt_zurueck/
http://www.ard.de/intern/ard-olympische-sommerspiele-online-vprt/-/id=1886/nid=1886/did=2477592/agwfsn/index.html

Das Erste – hier ist der Name Programm

geschrieben von in Allgemeines4 Kommentare »

Das Erste macht seinem Namen wieder einmal alle Ehre. Einer Pressemeldung des ARD vom 7.2.2012 zufolge, hat eine Umfrage ergeben, dass Fernsehzuschauer den Fersehsendern als den, mit dem qualitativ hochwertigste Programm bewerten. Dies ist das Ergebnis einer vom Institut TNS Infratest im Auftrag von der ARD durchgeführten Trendbefragung, die im November vergangenen Jahres stattgefunden hat.

Dabei wurde das ARD-Gemeinschaftsprogramm von 21% der Befragten als bestes Programm bewertet, der Privatsender RTL dagegen nur von 16%, gefolgt von den Dritten Programmen (11%) und ProSieben (8%).
Der Grund für dieses positive Ergebnis sei vor allem die Informationsleistung der ARD, die durch sachkundige Korrespondenten und glaubwürdige Berichterstattung gewährleistet werde, so die Befragten. Durch sein „anspruchsvolles Programm“ schaffe es Das Erste, seinen Bildungsauftrag zu erfüllen und entscheidend am öffentlichen Meinungs- und Willensbildungsprozess teilzuhaben.
Als eine wirklich hervorstechende Ehrung für ein Fernsehprogramm empfinde ich die Tatsache, dass vor die fiktive Situation gestellt, nur noch einen Sender empfangen zu können, das ARD-Gemeinschaftsprogramm am häufigsten genannt wurde.

Ich beurteile dieses Umfrageergebnis als sehr positiv, da es die Unentbehrlichkeit der öffentlich-rechtlichen Sender in der heutigen, äußerst vielfältigen Senderlandschaft beweist. Es ist schön zu sehen, dass es den Fernsehzuschauern nicht nur ums bloße (Fernseh-)Vergnügen geht, sondern auch wichtige Themen aus Politik und Wirtschaft im Fokus stehen. Bei der ARD muss man besonders hervor heben, dass sie inzwischen nicht nur eine etablierte Stellung bei Information, sondern auch bei Unterhaltung (z.B. Tatort-Reihe, Sport) hat.

Quelle:
http://www.ard.de/intern/ard-daserste-umfrage-ergebnis-qualitaet/-/id=1886/nid=1886/did=2344782/x2pie6/index.html

Willst du diese Rose?

geschrieben von in Allgemeines8 Kommentare »

NEIN! Ich möchte so langsam weder irgendwelche Rosen, noch Bauernhöfe oder Muttersöhnchen mehr sehen, die allwöchentlich über Deutschlands Mattscheiben flimmern!

Als ich gerade den Artikel über den „Casting-Sumpf“ gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass es da noch eine ganz andere, mindestens genauso nervtötende Spezies an Fernsehunterhaltung gibt: Kuppelshows! VOX hat sie, Sat.1 hat sie und RTL hat sie schon längst!

Auslöser dieser auflodernden Empörung ist der Start einer neuen Staffel „Der Bachelor“ auf RTL. Nach 8 Jahren Abstinenz taucht dieses Format wieder aus der Versenkung auf. Die Frage dabei ist: Warum?

Ein aalglatter Macho mit „romantischer Ader“, Paul, darf sich über 8 Folgen hinweg mit 20 wunderschönen Frauen in einem Haus in Südafrika vergnügen…huch, ich meinte natürlich sie ernsthaft kennenlernen! Bei Einzel- und Gruppendates haben die Kandidatinnen die Möglichkeit, dem Junggesellen näher zu kommen und sich als die einzig wahre Traumfrau zu qualifizieren. Woche für Woche muss sich Paul dann von einigen Damen trennen. Dies geschieht in der sogenannten „Nacht der Rosen“, das Finale einer jeden Episode.

Von allen Kuppelshows ist „Der Bachelor“ wohl die Schäbigste. Bei dem Format handelt es sich um puren Chauvinismus! So etwas in der heutigen Gesellschaft?! Wo sind die Menschen, denen sowas doch unangenehm aufstoßen muss? Gleichberechtigung ist in unserem Grundgesetz verankert, es ist ein Recht, das über Jahre erkämpft und heute noch ein großes Problem /Thema unserer Gesellschaft ist (z.B. Frage nach Frauenquote). Sollte sich da nicht in jedem Widerstand regen, wenn man zusehen kann, wie 20 Frauen um einen adonisgleichen Mann buhlen? 20 Frauen, denen man eigentlich zutraut, emanzipiert zu sein. Mir drängt sich dabei direkt das Bild eines Harems auf. Sie spielen mit ihren Reizen, um das Objekt der Begierde zu umgarnen und stellen dabei ihr Selbstwertgefühl hinten an. Das Interessante dabei ist, dass es sich bei den Kandidatinnen größtenteils um gebildete Frauen handelt. Es gibt eine Physikerin, eine BWL-Studentin, eine Architektin, eine Journalistin, eine Kunstgeschichte-Studentin…

„Der Bachelor“ ist allerdings kein neues Format im deutschen Fernsehen. Einige können sich vielleicht noch an die letzte Staffel 2003 erinnern, in der der damals 29-Jährige Marcel seine vermeintliche Traumfrau, die Schornsteinfegerin Juliane, fand. Ein wahres happy end also, mit echten Gefühlen und alles drum und dran. Nein, „überraschenderweise“ nicht. Nur eine Woche nach der Ausstrahlung des Finales, ließ das „Paar“ verkünden, es habe zwischen ihnen leider doch nicht funktioniert. Juliane hatte wohl mehr Lust darauf, an einer fragwürdigen Karriere als C-Promi und Partygast, anstatt an einer Beziehung zu arbeiten. Heute ist sie übrigens u.a. Außenreporterin bei Galileo und den Kabel 1-Magazinen Abenteuer Auto und Abenteuer Leben-täglich Wissen. Wie es scheint hatte die Teilnahme und auch der späteren „Sieg“ in der Sendung eine ganz andere Motivation, als die Hoffnung, endlich den Traummann zu finden…

Warum RTL nach für Fernsehmaßstäbe langen 8 Jahren nun wieder auf den Rosenkavalier setzt, obwohl die Einschaltquoten, die letzten drei Folgen ausgenommen, eher mäßig waren? Liebe sei nach wie vor ein Thema, das die Menschen bewege, sagt RTL auf Anfrage von stern.de. Betrachtet man die Dichte von Kuppelshows im deutschen Fernsehen, scheint der Privatsender damit sogar Recht zu haben: Schwiegertochter gesucht, Bauer sucht Frau und Schwer verliebt sind nur ein Bruchteil davon.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich „Der Bachelor“ quotenmäßig entwickelt. Mein Tipp an die Macher bzw. die Kandidatinnen: Tränen und nackte Haut funktionieren immer! Aber wie es mir scheint, wisst ihr das schon längst. 😉

Quellen:

http://www.bild.de/unterhaltung/tv/der-bachelor/kuppel-show-wieder-im-tv-21908428.bild.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Juliane_Ziegler

http://www.stern.de/kultur/tv/der-bachelor-bei-rtl-spaete-auferstehung-eines-rosenkavaliers-1754820.html

http://www.dwdl.de/nachrichten/3286/rtl_im_november_kommt_bachelorette__die_traumfrau/

http://www.fernsehserien.de/index.php?serie=9496

Öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender harmonisieren Lautstärke

geschrieben von in AllgemeinesKommentare deaktiviert für Öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender harmonisieren Lautstärke

Einer Pressemeldung des ARD vom 16.12.2011 zufolge, werden die öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender voraussichtlich ab Mitte 2012 ihre Lautstärke aufeinander abstimmen. Das bedeutet, dass man in Zukunft durchs Programm „zappen“ kann, ohne von den Lautstärkeunterschieden zwischen den Sendern an sich, aber auch zwischen Programm und Werbeblöcken gestört zu werden.
Der Vorsitzende der Produktions- und Technik-Kommission ARD/ZDF (PTKO), Heinz-Joachim Weber (WDR) bezeichnet diese Harmonisierung als die „Lösung eines seit Jahren bestehenden Problems“, die nun endlich im Sinne der Zuschauer umgesetzt wird.
Klar gestellt wird jedoch auch ausdrücklich, dass dies nicht bedeutet, dass es innerhalb von Beiträgen oder Werbungen gar keine unterschiedliche Lautstärke mehr geben wird. Die „bewusst dramaturgisch eingesetzte Klangdynamik“ bleibe weiterhin erhalten.

Meiner Meinung nach, ist es höchste Zeit für solch eine senderübergreifende Optimierung. Damit wird eines der letzten großen „Probleme“ des Fernsehschauens endlich beseitigt. Kein Aufschrecken mehr, wenn man entspannt zurückgelehnt einen Film schaut und plötzlich die Werbespots, in viel zu hoher Lautstärke auf uns „eindonnern“. Endlich nicht mehr feststellen müssen, dass die Lautstärke 15 auf dem einen Programm genau richtig und angenehm erscheint und auf dem nächsten Programm schon wieder viel zu leise ist.

Eine wirklich sinnvolle Kooperation der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehanstalten, die eigentlich, in Hinblick auf unsere hochtechnologisierte Welt, schon hätte viel eher kommen müssen.

Quellen:

http://www.ard.de/intern/presseservice/ard-zdf-vprt-lautstaerke/-/id=8058/nid=8058/did=2271782/169g959/index.html

http://www.computerbild.de/artikel/avf-Aktuell-TV-TV-Sender-harmonisieren-Programm-Lautstaerke-6956346.html

http://www.tv-werbung-zu-laut.de/

Schlagwörter: ,

MAYBE…

geschrieben von in Allgemeines7 Kommentare »

Sie verfolgen mich! Aus jeder Ecke, egal wo ich bin, drängen sie sich mir auf! Ich bin mir sicher ihr kennt sie auch…!
Okay, ich gebe zu, das ist wohl ein wenig melodramatisch ausgedrückt, aber so ungefähr erging es mir die letzten Wochen auf dem Weg zur Uni, in der Stadt, an der Bushaltestelle… Was ich meine? Ich spreche von DIESEN Plakaten! Fünf große, schwarze Lettern, davon die ersten drei wie mit einem Rotstift wieder durchgestrichen: MAYBE. – Wie? Was?
Die ersten Male als ich diese Plakate gesehen habe, habe ich nicht weiter darauf geachtet. Es stand dort nur dieses eine Wort und die Tatsache, dass man nicht auf Anhieb erkennen konnte, welches Produkt hier beworben wird, schob ich darauf, dass ich einfach nicht aufmerksam genug darauf geachtet hatte. Ich nahm mir vor, beim nächsten Mal etwas genauer hinzuschauen. Die besagten nächsten Male kamen, doch schlauer wurde ich nicht daraus. Ihr kennt das wahrscheinlich; einmal fährt man mal eben schnell mit dem Bus vorbei, das andere Mal ist man so in Eile, dass man nicht die Zeit hat, sich mit solch etwas Nebensächlichem zu beschäftigen und das nächste Mal steht man gerade so weit vom Plakat entfernt, dass man nicht entziffern kann, was da denn Kleingedrucktes drunter steht.
So ging es mir also ungefähr 2 Wochen, bis mir die Plakate, auf die ich inzwischen echt neugierig geworden war, so langsam ein wenig penetrant erschienen.

Doch heute morgen dann die Offenbarung! Endlich, da war sie: die Auflösung! Es war dasselbe Plakat wie zuvor, nur mit einem kleinen, alles auflösenden Zusatz. Als Ergänzung stand da nun: Be Marlboro! Meiner Meinung nach ein ebenso simpler, wie genialer Slog

Aber hinter dieser Kampagne von Marlboro steckt mehr als dieser Werbeslogan. Wie ich persönlich finde, handelt es sich hier um eine der besten Werbekampagnen des nun fast vergangenen Jahres. Versucht man diese einmal anhand der Aktivierungstechniken, die Werbung gebraucht, zu analysieren, stellt man fest, dass hier zunächst einmal ein physisch intensiver Reiz vorangegangen ist. Die großen, schwarzen Buchstaben und die Korrektur mit dem Rotstift erwecken die nötige Aufmerksamkeit und Neugier, um letztendlich das Produkt in den Mittelpunkt zu rücken. Hierbei wird sich ein kognitiv überraschender Reiz zunutze gemacht. Bei dem Rezipienten wird eine Erwartungshaltung aufgebaut, die erst mit erheblicher zeitlicher Verzögerung erfüllt (oder nicht, das ist in diesem Fall unerheblich) wird.
Die Macher der Kampagne haben es meiner Meinung nach geschafft, dem hohen Streuverlust von Werbung entgegenzuwirken.

Ich kann natürlich nur von meiner eigenen Erfahrung sprechen. Mich würde es aber wirklich sehr interessieren, wie ihr diese Werbung wahrgenommen habt und ob ihr mir eher zustimmen oder widersprechen würdet.

Design übersetzt und angepasst von Christian Moeris, Christian Lehberger & Linda Manuel. Basierend auf dem Theme GlossyBlue von N.Design Studio.
Bild Radioskala: © Jürgen Acker / PIXELIO