Stellungnahme zur Kritik des Schwulen-Referates
geschrieben von s2daheis in Allgemeines6 Kommentare »Stellungnahme zur Kritik des Autonomen Schwulenreferates an einem Beitrag des medienwissenschaftlichen Blogs:
Das autonome Schwulenreferat hat auf ihrer Website eine Kritik zu einem Kommentar des Studierenden Daniel Heißenstein veröffentlicht. Der betroffene Student nimmt hierzu Stellung:
Hier der Link zu meinem Beitrag:
http://weblog.medienwissenschaft.de/archives/10309
Hier der Link zur Kritik:
http://www.uni-trier.de/fileadmin/studium/AStA/Referate/SWU/stellungnahme.pdf
Zuerst einmal möchte ich sagen, ich fühle mich geehrt, so viel Aufmerksamkeit vom autonomen Schwulen-Referat zu meinem Kommentar zu bekommen.
Die Herleitungen sind teilweise plakativ und falsch, was ich im folgenden darlegen werde.
1) “Diese Äußerung fiel als Reaktion auf den Aufruf des Verfassers des Blogeintrags,
dass auch nicht heterosexuelle Fußballer zu ihrer sexuellen Orientierung stehen sollten.”
Das stimmt so nicht. Der Verfasser bezeichnet es als “sehr schade, dass Homosexualität im
beliebtesten Volkssport der Deutschen ein solches Tabuthema darstellt.” Hier ist
keinerlei Aufruf des Verfassers zu finden. Der Verfasser bewertet den Anspruch der
Medien, mehr nicht.
2) Der Begriff „Männersport Nummer 1“ für Fußball ist meiner Meinung nach gerechtfertigt.
„Männersport Nummer 1“ bezieht sich hierbei auf die Tatsache, dass, numerisch gesehen,
keine andere Sportart von mehr Männern praktiziert wird. Diese Tatsache kann man nicht
bestreiten.
Ich wage auch die These aufzustellen, dass Ballett eine Frauensportart ist. Es üben zwar
auch Männer diese Sportart aus, jedoch wird diese Sportart von Frauen dominiert. Meine
Aussage zeugt daher nicht von einem falschen Geschlechterbildnis, diese Herleitung ist
nicht nachvollziehbar.
3) Ich bin tatsächlich der Meinung, dass Sexualität im Fußball nichts zu suchen hat.
Jeder kann privat tun und lassen was er will. Aber ob jemand heterosexuell oder
homosexuell ist interessiert mich, als Fußballfan, einfach nicht. Es verdient keine
mediale Aufmerksamkeit. Ich will die Spieler spielen sehen, was sie sonst machen,
interessiert mich nicht sonderlich. Mein Satz zeugt demnach nicht von einer homophoben
Einstellung, was ja bedeuten würde, dass ich eine Aversion gegen Schwule/Lesben pflege.
Sondern von meiner Meinung, dass die Thematisierung von Sexualität im Fußball gerne ein
Tabuthema bleiben darf.
4) In dieser “Parallelwelt” sei es korrekt,
“politisch nicht korrekt” zu sein
Der Satz entspricht nicht meinem Kommentar. Ich habe geschrieben, dass ich es okay finde,
wenn die Parallelwelt politisch nicht korrekt ist. Das heißt, ich toleriere politische
Unkorrektheit im Fußball. Es bedeutet hingegen nicht, dass es korrekt und somit allgemein
gültig wäre. Die Darstellung des Schwulenreferates ist an dieser Stelle falsch.
5) das dritte Problem des Schwulenreferates ist ja fast schon Satire. Dort wird aus meinem Kommentar bezüglich politischer Unkorrektheit auf Sexismus, Homophobie und fehlende Einsicht meinerseits geschlossen. Dieses „Problem“ ist in keinem der drei Punkte haltbar. Ich frage mich, wie man derartige Herleitungen finden kann. Ich bitte um eine weiterführende Erklärung des Schwulenreferates hierzu.
6) Das vierte Problem ist überspitzt formuliert. Ein “Gedankenschloss” wie das meine
nimmt einem Fußballer nicht das Recht, zu seiner Persönlichkeit zu stehen. Er kann das
gerne machen, allerdings rechtfertigt das keine mediale Aufmerksamkeit. Das vierte Problem ist somit nicht haltbar.
7) Die Schlussfolgerung des Autors ist eine Folge seiner verqueren Logik und den zahlreichen Fehlern in seiner Kritik. Eine Schlussfolgerung, die auf Fehler aufgebaut ist, kann als nichtig angesehen werden.
Ich nehme die Aufforderung, meine Ansichten zu überdenken, zur Kenntnis.
Die Kritik des Schwulenreferates ist voller Fehler, unlogisch und übertrieben. So kann auch ein autonomes Schwulenreferat nicht arbeiten.
Ich fühle mich durch den Beitrag beleidigt und verlange eine Entschuldigung oder zumindest eine Relativierung des Beitrages seitens des Schwulenreferates.
Ich werden meinen Kommentar nicht weiter relativeren, dazu besteht keinerlei Anlass.
Ich bedauere zutiefst, dass in einem Referat der Universität Trier so ungenau gearbeitet wird. Das kann das Referat doch sicher besser. Ich freue mich auf eine Antwort.
Und es tut mir außerordentlich Leid, dass ich eine eigene Meinung besitze.
MFG
Daniel Heißenstein


