Die Herrschaft der Katze im Internet

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Das Internet ist ein Ort unbegrenzter Möglichkeiten. Es dient zur Distribution von Informationen zu jeglichen Themen, zur Unterhaltung und Selbstdarstellung. Im Laufe der Internetgeschichte sind immer wieder zahlreiche Trends entstanden, mehr oder weniger langlebig.
Einer dieser Trends, der aktuell das Internet bevölkert und bei seinen Nutzern stark polarisiert, ist der sogenannte „Cat Content“, das Katzen-Phänomen im Internet.
Katzen sind online mittlerweile überall zu finden: in zahlreichen YouTube Videos, auf sozialen Netzwerken mit eigenen Nutzungsprofilen und Fanpages und auf eigenen Websites. Einige Exemplare haben es mittlerweile zum weltweiten Ruhm geschafft und erwirtschaften hohe Summen durch Merchandising, ein Beispiel dafür ist „Grumpy Cat“. Allein auf Facebook sind es mittlerweile über 7 Millionen „Likes“. Dies ist nur ein bekanntes Beispiel aus der Katzenprominenz im Internet.

Die Frage, die sich jetzt stellt ist, WARUM sind Katzen so beliebt im Netz?

Um sich dieser Fragestellung zu nähern, muss man zunächst betrachten, wieso Katzen so anziehend auf Menschen wirken. Ein Aspekt ist dabei das Kindchenschema, das auf viele Tiere -besonders Katzen- zutrifft. Das Kindchenschema besagt, dass gewisse Charakteristika bei Tieren wie Katzen oder Hunden den Zügen eines Babys entsprechen und somit beim Menschen einen angeborenen Beschützer- oder Mutterinstinkt auslösen. Zu diesen Merkmalen gehören: ein in Relation zum Körper gesehen sehr großer Kopf, eine große Stirn sowie große Augen, eine kleine Nase, rundliche Wangen und ein kleines Kinn. Diese Merkmale sind entscheidend dafür, dass wir Katzen so niedlich finden und unser Fürsorgeverhalten sofort einsetzt. Katzen sind folglich große Sympathieträger und werden auch oft in Werbekampagnen verwendet, um potentielle Kunden zu gewinnen.
Aber allein an dem beschriebenen Kindchenschema kann die große Popularität von Katzen nicht liegen, da dieses auch auf manche andere Tiere zutrifft. Es müssen also noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Dazu gehört der starke Charakter der Katze: sie ist stur und eigensinnig, unabhängig, selbstbewusst, eitel und äußerst neugierig. Viele dieser Merkmale, vor allem der Eigensinn und die Unabhängigkeit der Katze, werden von Menschen angesehen, da sie sich damit identifizieren können oder es zumindest wollen. Anders als mit den Hunden, die folgsam sind und leicht beeinflusst werden können, sieht sich der Mensch selber lieber in der Rolle der Katze, die kaum kontrolliert oder trainiert werden kann. Ein weiteres Merkmal der Katze ist ihre ausdrucksstarke Körpersprache und Mimik, die menschlichen Emotionen ähneln und diese ausdrücken können. “A cat has absolute emotional honesty: human beings, for one reason or another, may hide their feelings, but a cat does not.” Mit diesen Worten zeigt Ernest Hemingway, wie viel Faszination in der Beobachtung einer Katze steckt. Man findet sie stets in neuen Situationen wieder und kann ihre durch Körpersprache und Mimik ausgedrückte Stimmung ideal in Bildern einfangen und darstellen.
Katzen verfügen über eine natürliche Eleganz und Grazie. Wird diese Eleganz durch unfreiwillig komische Situationen unterbrochen, erzeugt das bei vielen Schadenfreude und Belustigung (auch bei Menschen, die kein Katzenfreund sind oder gerade deswegen). Zudem ist es sehr viel interessanter, zu beobachten, wie Katzen etwas aus reiner Neugier und aus der Laune heraus tun, als einen Hund zu beobachten, der einen einstudierten Trick vorführt.

„Cat Content“ beherrscht das Internet. Für die Ursache dieses Phänomens können verschiedene Gründe genannt werden, doch gibt es keine allgeim gültige Erklärung dafür, da dabei viele Faktoren eine Rolle spielen. Die Tatsache, dass es eine so große Palette an Katzenvideos, -bildern und -darstellungen im Internet gibt, zeigt jedoch die hohe Nachfrage, die dieser Trend mit sich bringt. Letztendlich ist die Nutzung und Rezeption des „Cat Content“ aber eine Frage subjektiver Einstellung und des eigenen Geschmacks.

Quellen:
https://www.facebook.com/TheOfficialGrumpyCat?fref=ts (23.01.2015 „Grumpy Cat“)
http://www.beautycheck.de/cmsms/index.php/kindchenschema (23.01.2015, Kindchenschema)
http://www.badische-zeitung.de/bildung-wissen-1/kulleraugen-und-co-der-oh-wie-suess-reflex–25598327.html (23.01.2015, Kindchenschema)
http://blogs.hmkw.de/netzgefluester/?p=1554 (23.01.2015, Gründe des „Cat Content“)
http://mashable.com/2010/10/21/why-does-the-web-love-cats/ (23.01.2015, Gründe des „Cat Content“)
http://www.goodreads.com/quotes/tag/cats (23.01.2015, Zitat Ernest Hemingway)

Die blonde Flut: Blondinen auf TV-Zeitschriften

geschrieben von in Fernsehen, Medienkritik, Zeitschriften1 Kommentar »

Fernsehen.
Eine der liebsten Beschäftigungen der Deutschen. Und einige von uns besitzen sie noch: die Fernsehzeitschrift. Auch wenn dieses Format im Zeitalter des Internets zunehmend untergeht. Doch aus Trotz gegen die steigende Verinternetisierung der Gesellschaft oder einfach nur aus Gewohnheit ist das Format der Fernsehzeitschrift noch nicht völlig untergegangen und immer noch in einigen Haushalten zu finden.

Was beim scannenden Blick über die breite Zeitschriftenauslage im Fachhandel auffällt, ist nicht nur die große Angebotspalette der Fernsehzeitschriften, sondern auch die sich stark ähnelnden Cover:
1. Ohne Ausnahme sind auf allen Frauen abgebildet.
2. Diese Frauen sind auffallend oft (nahezu immer) blond und langhaarig.
3. Die meisten dieser Frauen tragen aufreizende Kleider oder Tops, die ihre (durch Photoshop verstärkten?) Kurven betonen und einen schönen Blick auf ihr Dekolleté bieten.
Eine Fernsehzeitschrift, deren Namen hier nicht genannt wird, hat es sogar geschafft, in den letzten Monaten ausschließlich Blondinen in weißer Kleidung abzulichten.
Wieso das Ganze? Wieso schaffen es nur lächelnde, makellose Blondinen auf die Cover, die sich alle sehr ähneln und austauschbar und langweilig wirken? Zwar findet man ab und zu doch noch einen Hauch von brünett auf einer Auflage, was einer Sensation gleicht, aber dann auch nur, wenn diese gerade in einem neuen Kinohit mitspielt und für steigende Verkaufszahlen sorgen könnte.
Die Verkaufsstrategie Blond scheint überall Einlass gefunden zu haben und wird konsequent durchgezogen. Mal etwas Abwechslung wagen, um aus der blonden Flut herauszustechen? Dies wäre wohl ein zu hohes Risiko. Wer kann denn auch wissen, ob sich die Zeitschrift mit einer Brünetten oder gar einer Schwarzhaarigen auf dem Cover überhaupt verkaufen würde? Lieber auf Sicherheit gehen und Altbewährtes weiter führen. Auch wenn das bedeutet, dass sich jede Auflage mehr und mehr ähnelt, jede Fernsehzeitschrift der anderen gleicht, da sie alle die gleiche Schiene fahren.
Bekanntlich gilt das Prinzip „Sex sells“, nicht nur auf den Covern unserer Fernsehzeitschriften. Also müssen natürlich perfekt scheinende, junge Frauen darauf abgebildet sein, die das Ideal unserer Gesellschaft repräsentieren sollen. Und Blondinen scheinen dabei eine gute Wahl, gelten sie doch als freundlich, strahlend, unschuldig und anziehend. Außerdem besteht bekanntlich das Klischee, dass Männer diesen Typ Frau besonders bevorzugen würden.

Man könnte diesen Trend durchaus als sexistisch bezeichnen. Wo sind denn all die Verfechter der Gleichberechtigung der Frau? Die haben sich wahrscheinlich alle auf die Frauenquote gestürzt, damit Frauen ja nicht wegen ihrer Führungsqualitäten, sondern lediglich zur Erfüllung der Quote eingestellt werden, eine zweifellos sehr erfolgreiche Methode.
Ein anderer -sinnvollerer?- Schritt zur Gleichberechtigung wäre doch, auch mal mehr Männer auf Fernsehzeitschriften abzubilden, schließlich wollen die Frauen doch auch mal einen schönen Anblick genießen können, und nicht nur die Männer. Oder man könnte versuchen, die Flut aus Blondinen zu durchbrechen und zu anderen Haarfarben übergehen, um etwas Abwechslung zu bekommen, sei es nun Braun, Schwarz, Rot oder gar Bunt. Schließlich sind diese Typen von Frauen auch Teil unserer Gesellschaft, und genauso schön und anziehend wie etwa Blondinen. Auch wenn das die Medienindustrie noch nicht ganz begriffen zu haben scheint.

Quellen:
http://www.dwdl.de/hoffzumsonntag/47491/blond_angenehm_abwaschbar_das_groesstmoegliche_nichts/ (03.01.15 18:10h)
http://konsumpf.de/?p=9798 (03.01.15 18:10h)
http://www.cafe-eloquent.de/blond-gut-tv-magazine-und-ihre-cover/ (03.01.15 18:20h)

Das neue „Nichtstun“

geschrieben von in Kommunikationsformen, MedienkritikKommentare deaktiviert für Das neue „Nichtstun“

Jeder kennt und tut es.
Dieses Nichtstun, das eigentlich gar keins ist. Es äußert sich durch gedankenverlorenes in die Leere starren und vor sich hin träumen. Aber auch Beschäftigungen, denen nur die halbe Aufmerksamkeit gewidmet wird, zum Beispiel mittagliches Fernsehen von Programmen fraglichen Niveaus, werden oft als „Nichtstun“ bezeichnet. Wie oft fragen wir Freunde und Bekannte per Handynachricht, was sie gerade machen und erhalten die Antwort: „Nichts, und du?“.

Im Alltag geraten wir immer wieder in Situationen, in denen wir nichts zu tun haben, zum Beispiel beim Warten auf dem Bus oder beim Zugfahren. Vielen Menschen fällt es schwer, sich mal einen Moment lang nicht zu beschäftigen und sich zu langweilen. Es ist auch ein komisches Gefühl, neben fremden Leuten an der Haltestelle zu stehen und gemeinsam zu warten, ohne dass jemand die Stille, die in unseren Kreisen auch als peinliche Stille bezeichnet wird, bricht. Dies hat zur Folge, dass man überall Menschen sieht, die ihr Handy zücken und scheinbar planlos darauf herumtippen, sich alte Fotos angucken, durch Verläufe scrollen oder Spiele spielen. Das neue Kunstwort „Phubbing“ (zusammengesetzt aus „phone“ und „snubbing“ = vor den Kopf stoßen) beschreibt das Phänomen des ständigen Aufs-Handy-Guckens. Dies geschieht auch in Gesprächssituationen, was vom Gegenüber teilweise als störend und unhöflich empfunden wird.
Es ist fast schon zwanghaft, dieses Bedürfnis sein Smartphone in die Hand zu nehmen. Und das alles nur, um nicht in die Verlegenheit geraten zu müssen, sich der Stille und dem wirklichen Nichtstun hinzugeben. Dies hat auch zur Folge, dass immer weniger fremde Leute im Alltag ins Gespräch kommen, da das Smartphone eine Art Barriere darstellt und Beschäftigung ausstrahlt.
Heutzutage fällt es immer mehr Leuten schwer, wirklich Nichts zu tun. Das Smartphone ist jederzeit parat, und wenn es nur der Routineblick ist, ob eine neue Nachricht eingegangen ist. Besonders Jugendliche sind sehr auf Kommunikation mittels Smartphone fokusiert. Sie können Langeweile nur schwer ertragen und das Smartphone bietet mit seinen unzähligen Funktionen eine Alternative dazu. Allerdings ist es auch wichtig, abzuschalten (buchstäblich) und sich mal einen Moment Zeit für sich zu gönnen, um nachzudenken und sich mit Problemen auseinanderzusetzen. Doch durch die ständige Beschäftigungsmöglichkeit, die mit dem Smartphone einhergeht, wird sich mehr mit anderen Personen auf sozialen Netzwerken oder in Chats beschäftigt, als mit sich selber. Dadurch kommen die Menschen heutzutage auch zu weniger Entspannung und mehr Stress wird produziert.
Wirkliches Nichtstun ist also gar nicht so einfach. Der Begriff wird heutzutage oft im Zusammenhang mit anderen Beschäftigungen gebraucht, wie der Benutzung des Smartphones. Dies ist zum neuen „Nichtstun“ geworden. Viele haben verlernt, sich mal NICHT zu beschäftigen und sich statt auf das Handy auf ihre Umgebung, Mitmenschen oder sich selber zu fokusieren.

Quellen:
http://www.wiwo.de/erfolg/trends/langeweile-ertragen-nichtstun-will-gelernt-sein/10660024.html (letzter Zugriff: 19.11.14, 16:08h)
http://www.bbc.com/news/business-28686235 (letzter Zugriff: 19.11.14, 16:23h)
http://www.sueddeutsche.de/leben/kampagne-gegen-phubbing-leute-die-auf-handys-starren-1.1742662 (letzter Zugriff: 19.11.14, 16:32h)

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