Feb03
In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) sagte Gerhard Zeiler, er habe “80 Prozent” der letzten Staffel gesehen und hält das Format naturgemäß für gute Unterhaltung. Die Logik, die dahinter steht: Qualität ist, was Quote bringt. Zudem freute sich Zeiler, dass das Dschungelcamp Einzug in die Feuilletons gehalten habe.
Es spricht also nichts dagegen, dass es weitere Staffeln der Sendung geben wird. Dafür aber umso mehr: “Der Zuschauer ist ein Gewohnheitstier”, so Zeiler.
Jan16
Zwei neue Videomagazine stellte das Internetportal des Trierischen Volksfreund kürzlich vor. Darin dreht es sich einerseits um Videospiele andererseits um Open-Source-Software. Die etwa fünf Minuten langen Sendungen haben allein Service-Charakter und dürften interessierte Internet- und Spiele-Laien tatsächlich von Nutzen sein. So dreht es sich in der ersten Ausgabe von “Log-In” um legale Möglichkeiten, an Musik aus dem Internet zu gelangen.
Ich bin kein Freund des guten alten TV-Bashing und halte mich normalerweise zurück mit Kritik am Trierer Regionalzeitungsmonopolisten. Kritikwürdig sind meiner Meinung nach allerdings die Videos, die es üblicherweise auf volksfreund.de zu sehen sind. Grundlegende Anforderungen an ansehnliche Bewegtbildbeiträge werden in aller Regel mißachtet. Die armen TV-Redakteure werden meist mit besseren Urlaubskameras und ohne Stativ auf die Reise geschickt und müssen neben den Textbausteinen auch die passenden Bilder an Land ziehen.
Oft liegt der Mehrwert der Videos, die den Textbeiträgen angehängt werden darin, dass dem faulen Internet-Nutzer der Text nochmal vorgelesen wird mit verwackelten Bildern untermalt. Die neuen Magazine könnten immerhin durch ihren Service-Gedanken Nutzen entfalten. Revolutionieren wird volksfreund.de das Genre der Multimedia-Berichterstattung sicher nicht.
Dez26
James Macpherson ist “der vielleicht meist gehasste Mann im US-Journalismus” schreibt der SPIEGEL (Ausgabe 52/08). Diesen zweifelhaften Titel heimste er sich ein, weil er mit Pasadena Now eine lokale Nachrichtenwebseite betreibt, die u.a. auf Inhalte zurückgreift, die von Autoren in Indien produziert werden. So verfolgen die Mitarbeiter auf dem Subkontinent beispielsweise Ratssitzungen per Live-Stream oder Video-Podcast und berichten darüber für einen Lohn von 7 $ pro 1.000 Wörtern. Schriftliches Material leitet man den Indern einfach per eMail weiter, der fertige Bericht kommt dann im Anhang einer eMail zurück.
Das Unternehmen ist kein Einzelfall. Auch andere US-Medienunternehmen verlassen sich auf günstige Arbeitskräfte in Indien. Von dort lassen sich Anzeigengestaltung, aber auch das Layout für Zeitungsseiten oder Standardberichte über börsendotierte Unternehmen kostengüntiger herstellen. Der Qualitätsbegriff, der aus Sicht der Verleger dahintersteht bezieht sich auf die Rationalisierung von Arbeitsabläufen und die effiziente Produktion von Inhalten. Gut, könnte man meinen, wenn heimische Schreiber dadurch nicht mehr für Allerweltsberichte über Wetter und Verkehr berichten müssten und die Verwurstung der neuesten Pressemeldung der örtlichen Grundschule ebenfalls einer hintergründigen Lokalberichterstattung nicht mehr im Wege stünden.
In Zeiten von Zeitungs-, Finanz- und Wirtschaftskrise ist dem aber sicher nicht so. Stellen für amerikanische Journalisten fallen oft weg. Ein Kommentator der LA-Times stellt Pasadena Now denn auch ein mangelhaftes Zeugnis aus. Die Seite berichte vor allem über unwichtiges Zeug. Eine Vorankündigung zu einem Footballspiel klinge zudem verdächtig danach, dass der Schreiber mehr Zeit beim Cricket als auf dem Grün eines Footballfields verbracht habe.
Einen über den Effizienzbegriff herausgehenden Qualitätsbegriff scheint Pasadena Now nicht zu genügen. Michael Haller vom Institut für praktischen Journalismus (IPJ) Leipzig sieht die Hauptfunktion der Tageszeitung, und die will Macpherson mit seiner Webseite ja ersetzen, in Orientierungsleistungen für die Leser. Berichte müssen also nicht nur effizient produziert, sondern auch relevant, einordnend, wertend usw. sein. Diese Funktion scheint von Indern, die keinen direkten Kontakt zu den Ereignissen und vor allem den Menschen haben, über die sie tagtäglich berichten sollen, nicht zu erfüllen sein.
Andererseits haben es die einheimischen Lokalreporter offensichtlich nicht geschafft, sich durch ihre gezeigten Leistungen unentbehrlich zu machen.
Sep10
Zum 250. Geburtstag von Karl Phillip Moritz (Zeitungspionier) gibt es einige neue Ausgaben seiner Werke und eine neue Biographie.
Wen’s interessiert – Reinschauen!
Aug27
Wie der Spiegel letzte Woche berichtete wird demnaechst in Oesterreich eine neue Tageszeitung auf den Markt gebracht werden. Die Redaktion soll ueber einen modernen Newsroom verfuegen und die Themenpalette mehr als breit sein. Vorbild sei der Stern, der Politik und Lifestyle Wirtschaft und Klatsch miteinander vermischt.
Vom Erfolg des Projekts haengt sicherlich ab, ob auch auf dem deutschen Markt etwas in Bewegung kommt.
Jul17
Heute vor 3 Jahren wurde die Firefox-Foundation gegründet um den beliebten Browser zu vertreiben. Zur Feier des Tages kann man sich auf einer virtuellen Ehrentafel verewigen, indem man einen Freund/Feind/Bekannten dazu zu überredet neuer Firefox-User zu werden.
Gefunden bei Spiegel-Online
Link zur Aktion:

Jul16
Mathias Döpfner, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender des Springer-Konzerns, erläuterte im Fokus-Interview die neue Strategie für die kriselnden Blätter ‘Welt’ und ‘Morgenpost’: Deren Redaktionen werden weitestgehend zusammengelegt. Zudem sitzen fortan Print- und Onlineredakteure an einem Tisch.
Das kommt dem nahe, was Joachim Blum im Rahmen der Vorlesung mit dem stimmigen Namen Medien-Kultur-Gesellschaft’, als neues Konzept der Organisation von crossmedialen Nachrichtenredaktionen vorstellte. Herzstück ist dabei der sogenannte ‘Newsdesk’.
Dort sollen Vertreter von Print-, Online- und gegebenenfalls der Mobileredaktion zusammenkommen und die Inhalte koordinieren. Der Abwärtstrend der Tageszeitungen soll gestoppt werden, indem mittels der anderen Medien der Appetit auf die Hintergründe, die es nur auf Papier zu lesen gibt, geweckt wird.
Für mich sind das weitere Rückzugsgefechte der Tagespresse, die gegenüber dem ‘Supermedium’ Internet immer weiter an Boden verliert. Der bisher unbestreitbare Vorteil der Zeitung liegt in der Möglichkeit die Inhalte besser recherchiert und kommentiert aufzubereiten.
Aber warum soll das im Internet nicht möglich sein? Die Ausbreitung der ePapers zeigt, dass Nutzer durchaus bereit sind für Online-Angebote zu zahlen. Hintergründe und Papier sind keine unzertrennlichen Partner. Die Zeitung wird trotz, dem in Trier so hochgelobten, Textdesign weiter auf dem sinkenden Ast zu finden sein.
Mai30
Heute outete sich Christof Barth als Leser der Illustrierten Brigitte. Er wollte damit verdeutlichen, dass es schwerfällt einzelnen Printangeboten eindeutig eine Zielgruppe zuzuordnen.
In der Tat. Schaut man sich auf der Homepage der Zeitschrift um, findet der fast emanzipierte Mann alles was das Herz begehrt: ob Fußball-WM oder modernes Wohnen – wieso sollte das den Frauen allein vorbehalten sein?
Als Medienwissenschaftler liest man Zeitschriften ja ohnehin mit anderen Augen. Da fällt der Blick eher auf Text-Bild-Verhältnis oder die Darstellung der Rollenverteilung in der postmodernen Dienstleistungsgesellschaft. Den männlichen Studenten könnte jedoch auch die Kochecke, bei näherer Betrachtung des Angebots an Fertiggerichten treue Dienste erweisen.
Frauenzeitschriften für alle! Das lässt doch an der These von der gescheiterten Emanzipation zweifeln.
Mai23
Im aktuellen Spiegel ist von wachsenden Gefahren bei der Nutzung von Chaträumen insbesondere für Jugendliche zu lesen. Es wird die fehlende Kontrolle der Betreiber sowie die Unwissenheit der Eltern beschrieben. Dies führt dazu, dass Jugendliche ungehindert von Pädophilen und potentiellen Kinderschändern angesprochen werden können.
Dieser Umstand ist für mich nur ein kleiner Teil der ‘dunklen’ Seite des neuen, schönen Internets. Die Freiheit des Mediums lockt sehr viele Kriminelle an, die auf vielfältige Weise Kapital aus der Naivität der Nutzer schlagen wollen und können. Für meine Begriffe spielt das in unserem Fach eine viel zu geringe Rolle. Allzu oft wird von den schönen Visionen der Weltgemeinschaft und dem Wunsch nach allumfassender und kostenloser Information und Unterhaltung philosophiert und dabei die (Teil-)Realität vom rechtsfreien Raum, dem viele Menschen nicht geachsen sind aus den Augen verloren.
Die Wissenschaft sollte sich mehr darum kümmern wie solche Probleme angegangen werden können statt Hacker, Pädophile, Rechtsradikale und Co. zu ignorieren.