“E-Paper” kurz vor Marktreife

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Als ich zu Beginn meines Studiums in einer Vorlesung erstmals von einem “elektronischen Papier” hörte, auf dem man in Zukunft Zeitung lesen würde, fand ich diese Idee ziemlich skurril. Zwischenzeitlich hörte ich an der Uni immer mal wieder davon, nie allerdings in der realen Welt. Das Thema landete daher in der Schublade “Science Fiction für Medienwissenschaftler” – Betonung auf Fiction. FAZ.net will mich heute eines Besseren belehren: offenbar arbeitet man in Dresden hart an der Marktreife solcher Bildschirm-Folien. Lassen wir uns überraschen, ob und wann diese Entwicklung sich tatsächlich durchsetzt.

Onliner-Anteil in Schweden stagniert

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Der Anteil der Internetnutzer an der schwedischen Bevölkerung wächst nicht mehr. 2007 nutzten etwa 80 Prozent der Schweden zwischen 16 und 74 Jahren das Internet, 2006 waren es noch 84 Prozent. Damit hat sich der Anteil der Onliner ungefähr beim Wert von 2004 und 2005 eingependelt. Schweden nimmt – wie die übrigen skandinavischen Länder – eine Vorreiterrolle bei der Internetnutzung ein. Die Entwicklung dort kann daher als Indikator gesehen werden, dass bei 80 Prozent eine Art Sättigungsmenge erreicht wird.

Zum Vergleich: In Deutschland nutzen laut ARD/ZDF-Online-Studie derzeit etwa 60 Prozent der Erwachsenen ab 14 Jahre das Internet.

Quelle: Statistics Sweden, Use of computers and the Internet by private persons in 2007.

Ingmar Bergman ist tot

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Der bekannte schwedische Regisseur Ingmar Bergman ist im Alter von 89 Jahren friedlich in seinem Haus auf der Ostseeinsel Fårö gestorben. Er gilt als Vorbild vieler bekannter Regisseure wie Woody Allen und Lars von Trier. Filme wie “Das siebente Siegel”, “Wilde Erdbeeren”, “Szenen einer Ehe”, “Fanny und Alexander” uvm. gehören unter Filmwissenschaftlern zur Allgemeinbildung.

Ich nehme an, dass auch deutsche Fernsehsender in den kommenden Tagen und Wochen Bergman-Specials bringen werden. Vielleicht bietet sich so für manche von uns eine gute Gelegenheit, das Filmrepertoire sinnvoll zu erweitern.

Quellen:
Upsala Nya Tidning
tagesschau.de

Tagesschau transparent

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Im Tagesschau-Weblog hat Christian Thiels über seine heutige Frühschicht als CvD geschrieben. Möglicherweise lohnt sich ein Blick in die dazugehörige 20-Uhr-Ausgabe einfach um zu sehen, was aus den Ideen vom Vormittag geworden ist. Grundsätzlich finde ich den Weblog sehr empfehlenswert und unterhaltsam, auch wenn ich ihn nicht täglich verfolge. Ob Schüler die Webnotizen von Kai Gniffke & Co. für den Medienkunde-Unterricht lesen müssen? Wäre doch mal ne Idee. Oder wissen die Lehrer von heute noch nicht, dass es so etwas gibt?

Mit Netz und doppeltem Boden – Kindersicherheit im Web

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Vor ein paar Tagen wurden hier Kinder als Werbezielgruppe im Internet thematisiert. Ich habe mich daher gefragt, wieviele Kinder eigentlich das Internet nutzen. Aktuelle Zahlen habe ich dazu nicht gefunden. Von den befragten Kinder der Studie Neue Digitale (pdf) aus dem Jahr 2004 waren immerhin fast 90 Prozent schon einmal im Internet. Wie kann man diese Kinder vor schädlichen Einflüssen aus dem Netz schützen?

Einerseits sollten Eltern und Schulen den Kindern eine gewisse Kompetenz im Umgang mit dem Internet und Medien im Allgemeinen mitgeben. Dazu gehören Verhaltensregeln wie nicht alles zu glauben was man liest, seine Identität nicht leichtsinnig preiszugeben u.ä. Andererseits können technische Hilfsmittel, also Filterprogramme, die Kontrolle gerade bei jüngeren Kindern erleichtern. Die sicherste Methode scheint noch immer die Positivliste zu sein, bei der nur ausdrücklich von den Eltern als “erlaubt” eingestellte Seiten angezeigt werden. Allerdings schränkt dies die Bewegungsfähigkeit der Kinder im Web massiv ein, so dass sie nur wenig von den Vorteilen des Internets profitieren können – ein hoher Preis für vermeintliche Sicherheit.

Offensichtlich gibt es ein Forschungsdefizit zum Thema “Kinder und das Internet”, obwohl doch gerade diese Gruppe und ihr Verhalten für zukünftige Entwicklungen interessant ist. Vielleicht fühlt sich hier ja jemand berufen?

Mehr zur Kindersicherheit im Internet: www.internet-abc.de 

Als die Filme sprechen lernten

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Wie wir im Seminar gelernt haben, ist Medienwandel alles Andere als ein neues Phänomen. Seit es Medien gibt, waren diese Veränderungen unterworfen. Deswegen möchte ich hier auch einmal ein historisches Beispiel für den Medienwandel vorstellen. Die ersten Filme waren bekanntlich “stumm”, das heißt Bild und Ton waren technisch nicht miteinander verknüpft. Dies änderte sich in den 1920er Jahren mit der Einführung des Lichttonverfahrens, bei dem der Ton sich erstmals auf dem gleichen Trägermedium befand wie die Bilder. Die neuartige Technik veränderte die Produktionsbedingungen und auch das Produkt deutlich.
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Muss denn Tabloid Sünde sein?

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Zwei Wochen Probelesen der Frankfurter Rundschau haben mich zu zehn Thesen bewogen. Da ich die FR im Broadsheet-Format nicht kenne, kann ich zwischen den beiden Erscheinungsformen keine Vergleiche ziehen. Es geht vielmehr darum, ob das FR-Tabloid meine Hoffnung erfüllt: endlich ein handliches Format gefunden zu haben, das von der Qualität des Inhalts mit den überregionalen Broadsheet-Blättern mithalten kann.

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CompactDisc zwischen den Stühlen

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Ein düsteres Ende prophezeit die Frankfurter Rundschau der CD zum 25. Geburtstag. Wer Musik in sein Wohnzimmer integrieren will, entscheidet sich immer häufiger für eine Variante mit (oft mobiler) Festplatte oder – geradezu anachronistisch – für den guten alten Plattenspieler. MP3s stehen dabei für den schnellen, preisgünstigen und flexiblen Musikkonsum, während Vinyl-Liebhaber bereit sind, viel Geld für den zelebrierten Musikgenuss hinzulegen. Die CD als Mittelding bleibt dabei auf der Strecke.

Gleichzeitig beklagen sich gerade Musikjournalisten über die “Unart” der Plattenlabels, die Stücke für Rezensenten oft nur noch als Dateien zum Download oder auf einem CD-Rohling zur Verfügung zu stellen. Dabei fehle das Booklet, das zum Hörgenuss das visuelle Vergnügen liefert. Wie mag der gepflegte Musikkonsum der Zukunft aussehen? Hochwertiger Bildband zur digitalen Musiksammlung? Oder Vinyl mit Booklet für den Musikjournalisten?

Quelle:
Clemens Niedenthal: Wie das Hören das Wohnen ändert, FR 21.07.07, W6

ZEITlos? Wallraff wieder in Aktion

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Wie in diesem Blog schon berichtet wurde, ist Günter Wallraff auf der Jagd nach neuen sozialen Skandalen. Der erste Coup nach seiner großen Zeit in den 1970er und 1980er Jahren ist dem Verwandlungskünstler schon gelungen. In der Rolle des Callcenter-Agenten Michael G., der deutlich jünger aussieht als der 64-jährige Wallraff, entlarvt er den Zwang zum Betrug in deutschen Callcentern. Erstaunlicher als seine Erkenntnisse finde ich die Tatsache, dass er mal wieder unerkannt blieb. In den nächsten Monaten will Wallraff sich Themen wie dem “Billiglohn, Entrechtung und neuen Formen der Ausbeutung” (Interview-Video bei zeit.de) widmen.

Erscheinen sollen die neuen Geschichten im Zeit-Magazin Leben, das erst im Mai ausgegliedert wurde. Vermutlich erhofft man sich dort, mit Wallraffs Reportagen neue Leser zu gewinnen bzw. alte Leser zu binden und so von der Marke “Wallraff” zu profitieren. Vielleicht lesen wir dann demnächst von Wallraffs Abenteuern als seniler “Insasse” im Altenheim – dort soll ja auch der ein oder andere Skandal lauern.

Print-Werbeumsätze gestiegen

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Im Jahr 2006 hat sich der positive Trend bei den Werbeumsätzen der Printmedien fortgesetzt. Insgesamt wuchs der Umsatz der Branche um 6,8 Prozent. Den Löwenanteil am Print-Werbemarkt nehmen noch immer die Zeitungen ein (5,3 Mrd. Euro). Allerdings konnten die Tageszeitungen die Steigerungsrate von fast 10 Prozent (2005) trotz des WM-Sommermärchens nicht halten. Ihr Werbeumsatz stieg aber immerhin noch um 6,3 Prozent.

Interessant zu wissen wäre, woraus die Umsatzsteigerungen resultieren. Wird tatsächlich mehr Werbung geschaltet oder liegen einfach nur Preissteigerungen vor? Trotz des leicht positiven Trends im Werbemarkt haben die Tageszeitungen mit einem massiven Problem zu kämpfen: dem Leserschwund. Bleibt abzuwarten, ob Strategien wie der Umstieg auf das Tabloidformat diesen Trend aufhalten können. Die Frankfurter Rundschau muss ja erst einmal die Leserrückgänge aus dem vergangenen Jahr wieder wettmachen, bevor man von einem wirklich positiven Trend sprechen könnte.

Quelle: MediaPerspektiven 6/2007

Selbstversuch: Leben ohne Zeitungsabo

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Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mein Zeitungsabo abbestellt. Anlass war mein Umzug nach Schweden. Dort gab es Zeitungslektüre zum Nulltarif – zwar nicht im Briefkasten, aber in der U-Bahn. Ergänzend zum eher flachen Inhalt von Metro & Co. habe ich angefangen, regelmäßig Nachrichten im Web zu lesen und zu sehen. Zurück in Deutschland beschloss ich, vorerst keine Zeitung zu abonnieren. 18,50 Euro im Monat sind eine Menge Geld, die ich glaubte, sparen zu können. Da ich anfangs keinen Fernseher hatte, beschränkte sich meine Informationssuche aufs Internet. Resultat: pro Tag verbrachte ich bis zu drei Stunden auf diversen Zeitungs- und Nachrichtenportalen. Definitiv zu viel Zeit, die beim Durchklicken aber schnell verging. Schlechter informiert als mit Zeitung fühlte ich mich nicht. Letztendlich hat mich die gute alte Printausgabe nicht so ganz losgelassen: ein Probeabo lockte. Ergebnis des Selbstversuchs nach zwei Wochen: morgens eine halbe Stunde Zeitungslektüre am Frühstückstisch. Zusätzlich lese ich den einen oder anderen längeren Artikel in der Pause an der Uni und gucke gegen Nachmittag mal im Netz, was es so Neues gibt. Ergibt eine Zeitersparnis von ca. zwei Stunden am Tag. Vielleicht lohnen sich 18,50 Euro im Monat doch?

Urlaubsblog: Gelegenheit macht Diebe

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Die schwedische Polizei warnt: Schreiben Sie in Ihrem Weblog nicht über Ihre Urlaubspläne! Diebe durchkämmten das Netz nach Informationen über mögliche Einbruchsgelegenheiten. Seit Jahren wird ja schon davon abgeraten, seine Urlaubstermine auf den Anrufbeantworter zu sprechen. Die Weblog-Variante dagegen ist mir neu. Möglicherweise deutet das auf einen Wandel in der Mediennutzung von potenziellen Dieben hin, die nun die Möglichkeiten des Web 2.0 für ihre Zwecke nutzen. Also: hier keine Urlaubspläne posten! ;-) Danke!

Quelle: www.metro.se

Forum am Freitag online

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Mit einem gut fünfminütigen Videobeitrag ist heute das Forum am Freitag des ZDF eröffnet worden. Die Online-Sendung bildet eine Art muslimisches Pendant zum altbekannten Wort zum Sonntag der ARD, bringt aber durch die dauerhafte Online-Plattform einen Mehrwert mit. Neben dem wöchentlichen Interview, das diesmal übrigens keine religiöse Predigt sondern mehr Information über den Alltag von Lamya Kaddor als Islam-Lehrerin vermittelte, gibt es weitere Text- und Videobeiträge zum Thema Islam in Deutschland sowie die Möglichkeit zum Austausch per Chat.

Mit dem Forum am Freitag will das ZDF Muslimen die Möglichkeit geben, “ihre Erfahrungen in das gesellschaftliche Gespräch einzubringen”. Die islamischen Gemeinden in Deutschland haben etwa 3,2 Millionen Mitglieder, was knapp vier Prozent der Einwohnerzahl entspricht (laut de.wikipedia.org).

Meinungen zum “Forum am Freitag”:

faz.net

blog.zeit.de (Jörg Lau)

Bundesliga wieder bei Premiere!?

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Ganz in trockenen Tüchern ist der Deal wohl noch nicht: Arena will seine Bundesliga-Lizenz an den Konkurrenten Premiere weiterverkaufen. Dies berichtet heute u.a. die Süddeutsche Zeitung. Endgültig darüber entscheiden wolle das Bundeskartellamt Mitte Juli. Mit der Bundesliga-Lizenz würde der Pay-TV-Kanal Arena sein wichtigstes Geschäftsfeld abgeben, das die größte Anziehungskraft auf potenzielle Kunden ausübt. Arena zeigt die Bundesliga erst seit knapp einem Jahr und besitzt die Übertragungslizenz bis Juli 2009.

Das Beispiel zeigt, wie wenig Spielraum der deutsche Pay-TV-Markt bietet. Für Konkurrenz ist kaum Platz, die Produktpalette – hauptsächlich Sport- und Spielfilmangebote – begrenzt. Selbst das Geschäft mit dem Fußball scheint nur durch Kooperation dauerhaft rentabel zu sein. Vielleicht liegt das an den unglaublichen Preisen für die Übertragungsrechte (220 Mio. ? pro Spielzeit), die Arena als Nachfrager mitverursacht hat. Was meint Ihr?
Quelle: sueddeutsche.de

Hot Button – Bei Anruf Abzocke

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Viele Call-In-Sendungen bei den einschlägigen Fernsehsendern suggerieren ihren Zuschauern, dass Anrufer nach dem Zufallsprinzip über den Hot Button in die Sendung geschaltet werden und gewinnen können. Wie bereits seit längerer Zeit bekannt ist, wird aber zumindest der Zeitpunkt des Gewinnanrufs nicht zufällig bestimmt. Stattdessen animieren die Moderatoren die Zuschauer bewusst, dann anzurufen keiner durchkommt, weil die Leitungen gesperrt sind. Laut faz.net verstoßen einige Programme gegen die Gewinnspielregeln der Landesmedienanstalten, diese schreiten aber nicht ein. Ähnliches gilt für die Anrufgewinnspiele vieler privater Radiosender. Reagieren die Medienanstalten zu langsam auf dieses seit Jahren existierende Phänomen der Zuschauerabzocke? Oder liegt ein Medienwandel gerade darin, dass die Medienanstalten das Vorgehen der Sender stillschweigend tolerieren?

Den ganzen Artikel “Per Zufall abgezockt” von Stefan Niggemeier findet Ihr hier.

ARD zeigt Bild-Osgar-Verleihung

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Die Höhepunkte der Bild-Osgar-Verleihung, die am Samstag (12.05.) in Leipzig stattfand, sind heute abend im Vorabendprogramm der ARD zu sehen. Bild ehrt mit der Auszeichnung Persönlichkeiten, die sich um Frieden, Freiheit und das Zusammenwachsen Deutschlands verdient gemacht haben. In diesem Jahr erhalten der Dalai Lama, Armin Müller-Stahl, Silbermond, Dieter Zetsche, Katarina Witt und Hape Kerkeling den Preis. Die Idee hinter dem Preis klingt zwar gut, aber aus meiner Sicht handelt es sich auch um politische Meinungsmache der “größten deutschen Tageszeitung”. Umso erstaunter war ich, dass ausgerechnet die ARD die Preisverleihung im Programm zeigt.

Das Video zur Osgar-Verleihung findet Ihr auch auf der offiziellen Website.

Osgar-Verleihung bei www.ard.de

Monopolmarkt Internet?

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Entstehen auf dem Onlinemarkt lauter Monopolisten? Google scheint den Markt zu verschlingen und verleibt sich alles ein, was (Werbe-)Umsatz verspricht. Sogar Microsoft zittert schon. Bereits Ende der 1990er Jahre hieß es: The winner takes it all! – Wer zuerst der Allergrößte ist im Netz, bekommt auf Dauer eine Monopolstellung oder wenigstens die absolute Marktführerschaft. Der Erfolg von Amazon als Buchhandel, Ebay als Auktionsmarkt und Anderen scheint die These zu bestätigen. In letzter Zeit beobachten Ökonomen aber auch eine andere Entwicklung. Onlinekunden entdecken Spezialisten, die sich in Marktnischen eingenistet haben und spezielle Wünsche viel besser befriedigen können als die auf breite Masse ausgerichteten Branchenriesen. Ein Beispiel ist der Musikmarkt: Jazzliebhaber werden von kleineren, spezialisierten Anbietern einfach besser bedient als beim großen Massenanbieter. Es lebe die Individualisierung!
Quelle: Thomas Fischermann: Keine Angst vor den Gewinnern; In: Die Zeit Nr. 20, 10. Mai 2007, Wirtschaft, S. 29

Youtube unter Beschuss

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Youtube steht mal wieder wegen Urheberrechtsverletzungen in der Kritik. Diesmal hat sich der US-Medienkonzern NBC Universal dem Chor der Kritiker angeschlossen. NBC klagt zwar selber nicht gegen die Video-Plattform. Allerdings sprach der Konzern sich bei Gericht gegen eine Abweisung der Klage der Agentur Los Angeles News Service aus. Dies berichten Spiegel online und Heise.

Natürlich ist es für Fernsehsender und vor allem für die Autoren und Filmemacher ein Problem, wenn ihre urheberrechtlich geschützen Sendungen bei youtube auftauchen. Das Portal lässt sich – so ist das im Internet nun mal – kaum kontrollieren. Wenn allerdings mehr Fernsehsender ihr Programm ganz offiziell online zugänglich machen, wird die Attraktivität von Youtube in diesem Bereich wohl schnell abnehmen. Ich zumindest ziehe einen rechtlich abgesicherten und qualitativ hochwertigen Stream einem mehr oder weniger illegalen, qualitativ schlechten Youtube-Stream vor.

Gratis-Tageszeitung frei Haus

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Die schwedische Gratis-Tageszeitung Punkt SE soll gerüchteweise seit Anfang Mai auch an Haushalte verteilt werden. Dies berichtet das Branchenblatt Dagens Media in seinem Online-Auftritt. Der Geschäftsführer von Punkt SE, Pontus Gustafsson, dementierte die Gerüchte nicht und erklärte, dass das Blatt, das erst seit Oktober 2006 existiert, noch “viele verschiedene Dinge” ausprobiere, um Wirkung und Auflage zu erzielen. Auf Dauer dürfte die Verteilung an Haushalte für die tägliche Gratis-Zeitung sehr teuer werden. Wenn die Verteilung aber gezielt an Leute erfolgt, die sonst nicht mit den Gratiszeitungen in Kontakt kommen (weil sie z.B. keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen), könnte so die Auflage und die Attraktivität für Werbekunden steigen.
Punkt SE ist eng mit der schwedischen Boulevardzeitung Aftonbladet verwandt. Beide Blätter gehören zum norwegischen Schibsted-Konzern, der 2001 im so genannten Kölner Zeitungskrieg gegen DuMont Schauberg antrat.

Fernsehen online – ZDF geht neue Wege

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Am vergangenen Freitag lief die letzte Folge der ZDF-Serie “KDD – Kriminaldauerdienst”. Damit beendet der Mainzer Sender vorerst ein offenbar erfolgreiches Experiment. Die Folgen der Krimiserie waren immer schon einige Stunden vor der Fernseh-Ausstrahlung im Internet abrufbar und stehen dort auch weiterhin zur Verfügung. Neue Folgen der Serie sollen ab Sommer 2007 gedreht werden. Die dreiteilige Doku-Reihe “2057 – Unser Leben in der Zukunft” vom März 2007 ist ebenfalls noch online abrufbar.

Soweit ich weiß, ist das ZDF der erste Sender, der einen solchen Schritt in die Zukunft wagt. Als Zuschauer finde ich das Angebot gut, da ich mir selbst aussuchen kann, wann ich die Serie anschaue. Als Fan kann ich verpasste Folgen einfacher “nachholen”. Welchen Nutzen aber erhofft sich der Sender von der Bereitstellung im Netz?

“KDD – Kriminaldauerdienst” online

“2057 – Unser Leben in der Zukunft” online

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