Firefox 3, per Download zum Weltrekord: Heute!

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Wie schon an dieser Stelle erwähnt, plant Mozilla, einen Weltrekord mit den Downloadzahlen des neuen Firefox 3 herzustellen – das soll heute passieren. Nach Informationen von Spreeblick wird der Download ab 19 Uhr möglich sein, dann können wir also alle 24 Stunden lang fleißig die neue Version des Browsers herunterladen und Teil des Weltrekordversuchs sein – oder zumindest herausfinden, was Firefox 3 von dem einhält, was so versprochen wird. Und wer sich vorher langweilt, kann ja noch schnell versprechen, dass er Firefox heute herunterladen wird, bisher haben das über 1,5 Millionen Menschen getan.

Die Welt ist unordentlich – dank Internet

geschrieben von in Internet, Kommunikationsformen, MedienwandelKommentare deaktiviert für Die Welt ist unordentlich – dank Internet

Das Internet und insbesondere Web2.0 hat unsere Welt verändert. Feste Kommunikationsschemata wurden revolutioniert: Weblogs und Twitter – der Empfänger wird zum Sender, aus der one-to-many Kommunikation werden Kommunikationsnetzwerke, nie war der Weg zur ersten eigenen Veröffentlichung so leicht. YouTube, Flickr, Wikipedia – alles Plattformen, bei denen der Nutzer selbst den Inhalt erstellt. User generated content. Wisdom of the crowds, wie z.B. bei digg – hier spricht nicht der Einzelne und keine sogenannte Elite, hier spricht die Masse, hier sprechen alle.

Zu diesem Thema ist vor ein paar Monaten das neue Buch von David WeinbergerEverything is Miscellaneous“ als deutsche Übersetzung Das Ende der Schublade: Die Macht der neuen digitalen Unordnung“ erschienen. Wer möchte, kann sich auch ein paar Auszüge aus dem Buch durchlesen. David Weinberger lehrt am Harvard Berkman Center for the Internet and Society und beschäftigt sich damit, wie das Internet sich auf uns Menschen, auf unsere Kommunikation und unsere Gesellschaft auswirkt. Und so hören sich dann seine Gedanken in einem YouTube-Video an: David Weinberger and „WE“

Wem diese Überlegungen Lust auf mehr gemacht haben, für den gibt es am Sonntag zwischen 17 und 18 Uhr die Möglichkeit, per Livestream auf we-magazine.net bei einer Diskussion mit David Weinberger dabei zu sein – geleitet von Steffen Büffel und anderen. Es dürfte sich auf jeden Fall lohnen, den Livestream anzusehen.

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Medienblogcharts: Trierer Medienblog zurück in den Top40

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Das Trierer Medienblog hat es in den Medienblogcharts auf medienlese.com zurück in die Top40 geschafft. In den vergangenen Monaten hatte es nur für Platzierungen zwischen 41 und 45 gereicht. Jetzt landete das Medienblog auf Rang 40. In den letzten Monaten des Jahres 2007 waren allerdings noch Plätze zwischen 33 und 35 drin gewesen. Insgesamt sind seit Oktober 16 Verlinkungen in anderen Blogs verloren gegangen (wobei es ohnehin allgemein fast zyklusartige Phasen mit steigenden und Phasen mit fallenden Links gibt).

Höchster Neueinsteiger war im Monat Mai Coffee And TV, den Lesern von Stefan Niggemeiers Blog sicher spätestens bekannt seit den Beiträgen rund um den GrandPrix, inklusive unterhaltsamem Liveblog. Coffee And TV ist auf Anhieb auf Platz 14 gelandet.

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Ohne Polylux ins Jahr 2009

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Der Sender rbb hat heute bekannt gegeben, dass sowohl das Fernsehmagazin Polylux als auch das Programm Radiomultikulti zum Jahresende eingestellt werden. Als Grund gab der Sender finanzielle Schwierigkeiten an: 2009 werden rund 54 Millionen Euro weniger Gebühreneinnahmen erwartet. Begründet wird die Einschätzung mit der hohen Arbeitslosenzahl im Sendebiet von rbb.

Ich finde es schade, dass in der ARD-Gruppe kein Sender bereit zu sein scheint, rbb in dieser Krise zu unterstützen, um so zu verhindern, dass Sendungen mit höherem qualitativen Anspruch der „Gebührennot“ zum Opfer fallen. Stattdessen ist man ja beim Ersten eher darauf bedacht, Geld für schlechtes Vorabendprogramm auszugeben, nur um die entsprechenden Sendungen dann wieder zu verwerfen und am Ende doch eine alte Serie laufen zu lassen. Da bleibt wohl weder Zeit noch Geld, einem Regionalsender unter die Arme zu greifen. Und zu Recht stellt Thomas Gigold von Medienrauschen die Frage, ob diese Struktur mit einzelnen Regionalsendern unter den gegebenen Umständen überhaupt noch zukunftsfähig sein kann.

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„Mit allem?“ – Der Reclam Literatur Döner

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Wer kennt sie nicht? Die kleinen, handlichen, gelben Reclam-Heftchen, die wir alle in der Schule gelesen haben und je nach Studienfach oder aus anderen Gründen vielleicht noch heute benutzen. Jetzt hat Reclam beim Stichwort Handlichkeit noch „einen draufgesetzt“, denn nun gibt es nicht nur ganze literarische Werke, sondern auch kleine Literatur-Häppchen in Form von Zitaten.

Beim Reclam Literatur Döner, dem ersten Döner mit Gehalt, wenn man so will, kann sich jeder seinen eigenen Döner mit Zitaten aus literarischen Werken zusammenstellen und diesen dann auch als pdf-Datei an Freunde und andere Literaturinteressierte senden. Das Design des Literatur Döners ist einem großen Fleischspieß nachgebildet, aus dem man sich thematisch unterschiedliche Zitate heraussuchen kann. Ein solcher Döner hatte uns doch allen noch gefehlt, wenn wir ganz ehrlich sind. Da macht die Suche nach Zitaten gleich dreifach Spaß.

Wann ist Feuilleton Feuilleton?

geschrieben von in Allgemeines, Medienkritik, Printmedien3 Kommentare »

Einen interessanten Beitrag von Klaus Jarchow zum Thema Kulturjournalismus habe ich heute unter dem Titel „Viel Feuilleton, wenig Feuilletonisten“ bei medienlese.com gefunden, aus dem auch die folgenden Zitate stammen.  Darin wird kritisiert, dass vieles von dem, was wir heute in den Feuilletons der Tageszeitungen finden, nicht mehr tief genug in die Materie ‚Kultur‘, in den Sinn eines Feuilletons einsteigt. Die These: „Bloße Kritik macht noch lange kein Feuilleton.“ Verbirgt sich hinter dem Vorwurf, Theaterkritiken, Buchrezensionen, Berichte über die Musikszene etc. seien kein Feuilleton im eigentlichen Sinne, die Ansicht der Frankfurter Schule, die der Populärkultur keinen Kulturstatus einräumen wollte?

Als echter Feuilletonist wird Theodor Lessing (Philosoph und Publizist, 1872-1933) präsentiert. Dessen Auffassung nach war das, was Feuilleton als solches ausmacht: „Kürze, Stoffarmut, Verständlichkeit und das ?Übersetzen von Gedanken in Situationen?“. Weiter neben Lessing werden andere genannt, fast ausnahmslos aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert und dem beginnenden 20. Jahrhundert, zu Zeiten der Weimarer Republik. Also gibt es heute gar keine Feuilletonisten mehr? Oder haben sie sich eben nur gewandelt?

Für Klaus Jarchow scheint die Antwort klar: „Sagen wir?s also, wie?s ist: Unsere Feuilletons sind trotz ihres irreführenden Namens heute gar keine mehr. Vor allem aus Mangel an Feuilletonisten.“ So heißt es in seinem Beitrag für medienlese.com. Aber meine Frage wäre: Kann man die Blütezeit des Kulturjournalismus während der Weimarer Republik überhaupt als Ideal annehmen und alles daran messen? Muss man nicht vielmehr noch weiter zurückgehen, um die Entwicklung des Feuilletons in der Geschichte seit den Vorläufern des Kulturjournalismus zu verstehen? Und müsste man dann nicht auch die Begriffsgeschichte des Wortes selbst mit einbinden, wenn man fragt: Wann ist Feuilleton Feuilleton?

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Alternativer Medienpreis 2008 – weg von der Populärkultur

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Heute Abend wird in Nürnberg der Alternative Medienpreis verliehen. Der Alternative Medienpreis bezeichnet sich deshalb selbst als ‚alternativ‘, weil er neue, auch crossmediale Projekte, beispielsweise im Bereich Web2.0, auszeichnen will, die sich fernab von Mainstream und populistischer Kultur in den Graswurzeln tummeln. Daher kann sich für den Preis auch jeder bewerben und Beiträge einsenden, der möchte. Verliehen werden Auszeichnungen in den Bereichen Print, Audio/Video und Internet. Jeweils zwei Preise gibt es pro Sparte.

Auch in diesem Jahr haben wieder einige interessante Beiträge abgeräumt: So zum Beispiel das Projekt pott2null, das mir persönlich besonders gut gefällt. Hier bereisen zwei Journalistinnen interessante Orte im Ruhrgebiet und halten die Erlebnisse auf ihrer Website fest – zusätzlich gibt es auf der Homepage eine entzückende Animation mit allerlei audiovisuellen Schmankerln aus dem Pott. Oder auch das Gewinnerteam im Bereich Video, das mit dem Beitrag „Pankahyttn“ (Video Nummer 3) Wiener Punks thematisiert, die leerstehende Häuser besetzen, um zu verdeutlichen, dass Spekulanten Gebäude verwahrlosen lassen und um zu erreichen, dass die Regierung ihnen ein eigenes Haus zur Verfügung stellt, in dem sie gemeinsam leben können.

Weitere Gewinner und mehr Infos gibt es auf der Seite des Alternativen Medienpreises oder in diesem Beitrag der Blogpiloten.

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Hörbuchverlage ? die besseren Plattenfirmen?

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Seit mehreren Jahren etabliert sich das Hörbuch neben gedruckten Büchern zusehends in den Regalen. Das liegt nach Ansicht von Gudrun Bolduan vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels an veränderten Bedürfnissen in der Gesellschaft. ?Frei nach dem Motto ?Double your Time – Speed up your Life?? kann man Hörbücher wunderbar neben anderen Beschäftigungen wie Sport oder Hausarbeit genießen. Inzwischen sind auch die Hörbuchanbieter im Internet auf dem Vormarsch. Mehrere Downloadportale wie audible.de oder libri.de spezifisch für Hörbücher sind entstanden. Etwa 10% macht der Verkauf von Hörbüchern über?s Netz mittlerweile aus.

Prognosen, die den Büchern in Papierform daraufhin den Tod weissagten, sind bisher allerdings nicht eingetroffen. Aber auch Bezeichnungen wie ?Jahr des Hörbuchs? auf der Buchmesse 2007 müssen relativiert werden, wenn man bedenkt, dass die Umsätze der Hörbuchverlage 2007 insgesamt zurückgegangen sind.

Doch in dieser Hinsicht verhalten sich die Verlage deutlich kundenorientierter als die Plattenindustrie, die nach wie vor hartnäckig ‚Kopiergeschütze‘ auffährt. Natürlich liegen die Gründe für die sinkenden Hörbuch-Umsätze zum Teil in illegalen Tauschbörsen. Im Gegensatz zur Musikindustrie soll es bei den Hörbüchern aber in eine andere Richtung gehen: Eine Kampagne für mehr Qualität von Hörbüchern, ein breiteres Angebot und Hörbücher ohne Kopierschutz, wie beispielsweise bei Random House oder beim Anbieter diadopo.com. Anreize schaffen, anstatt mit Auflagen und Einschränkungen vergraulen, so scheint das Motto zu lauten.

?Im Gegensatz zur Musikindustrie schauen die Hörbücher-Verlage also eher auf ihre Kundschaft, anstatt sie zu kriminalisieren.? Das scheint meiner Auffassung nach ein Konzept zu sein, das nicht nur sinnvoller, sympathischer, sondern insgesamt zukunftsfähiger als die Strategie der Plattenfirmen sein könnte, die sich trotz mehrerer kleiner Anstöße doch schwerer mit dem Fallen des Kopierschutzes tun.

Cute with Chris – Vom Vodcast zur Live-Show

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Chris Leavins aus Los Angeles ist in etwa das, was man einen Internetstar nennt. Sein wöchentlicher Vodcast ?Cute with Chris? ist heißbegehrt und hochdiskutiert bei YouTube und in seinem Blog.

Das Konzept ist eigentlich einfach: Chris stellt in seiner Show Haustierbilder von Zuschauern (und manche aus dem örtlichen Tierheim) vor. Drei davon treten in einem Contest, dem Cutedown, gegeneinander an: ?Who is cuter?? Jeder Zuschauer kann nach der Sendung im Blog per Kommentar für eines der Tiere abstimmen ? rund eintausend Kommentare sind hier keine Seltenenheit mehr. Die Auflösung gibt?s in der nächsten Show und für die Verlierer gilt: ?All your dreams are dead.? Aufgefüllt wird ?Cute with Chris? mit Gesprächen zwischen Chris und zwei Plastikpferden, Colty und Pervy, Problemen mit dem eigenen Ich, mit Robot-Cat oder was immer Chris sich für seine Show hat einfallen lassen. Dazu kommt die Zuschauerpost. Oft von Teenagern verfasst und von Chris ironisch, sarkastisch, zynisch oder alles zusammen beantwortet und kommentiert. Ein Konzept, das aufgeht, vielen gefällt und schon nach kurzer Zeit abhängig macht.

Vor einigen Wochen schrieb eine Frau namens Rhonda aus Hollywood an Chris, sie halte seine Show für amateurhaft und er könne wohl kaum live auf einer Bühne performen. Sie selbst sei ?stage performer? und würde keine Internetshow beginnen, nachdem sie gesehen habe, was bei ihm dabei herauskommt.

Grund genug für Chris Leavins, der in seiner Heimat Kanada bereits als Schauspieler einige Erfolge hatte, ihr und allen Kritikern das Gegenteil zu beweisen. Er bucht ein Theater in Hollywood, die Live-Show ist 85 Minuten nach Freigabe der Kartenvorbestellung ausverkauft. Dazu tausende Kommentare, die ihn in alle möglichen Teile der Welt ?bestellen? wollen, um dort ebenfalls eine Live-Show vorzuführen.

Meiner Meinung nach ist die Entwicklung von ?Cute with Chris? vom Vodcast zum eigenen Bühnenauftritt ziemlich interessant, vor allem, weil dort kein Fernsehproduzent beschlossen hat, dem Mann eine Show zu geben, die nach der Pilotsendung dann wieder eingestellt wird, wie bspw. in Deutschland bei Lynne und Tessa passiert. Wie sagt man doch gleich so schön? Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Chris Leavins selbst bringt es während seiner Live-Show (hier ein Zusammenschnitt) auf den Punkt: ?Something very interesting happened here tonight. Real life actual humans gathered together because of little computer videos made by some guy. That?s new, that?s interesting.?

Denn wir sind alle werbewillig.

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Steffen Büffel hat bereits hier alle nötigen Links zur Überblicksinformation veröffentlicht. Kurz zusammengefasst: Da gibt es also jemanden, Sebastian Foss von der e-trinity Internetmarketing GmbH, der (auch schon seit etwas längerer Zeit) ein Programm namens Blog-Blaster entwickelt hat und verkauft, mit dem man wohl über 2 Millionen Blogs erreicht und dort „Werbung“ aller Art schalten kann. Und das Ganze völlig legal, denn laut Hersteller haben alle aufgeführten Blogs der Schaltung von Werbung in ihrem Weblog zugestimmt. In diesem Beitrag von Mario Sixtus kann man dann auch wunderschön ein paar Beispiele sehen, welche Weblogs sich in so in der Datenbank des Blog-Blasters befinden, denn er hat sich nun das Programm gekauft. Korrespondenz über den Anwalt läuft ebenfalls schon. Ob das Trierer Medienblog wohl auch zu den Weblogs gehört, die der Werbeschaltung zugestimmt haben? Mario Sixtus bietet auf jeden Fall im verlinkten Beitrag an, Weblogs in der Datenbank des Blog-Blasters zu suchen, e-mail mit Blognamen und URL in der Betreffzeile genügt.

Quellen:

media-ocean.de

sixtus.net

lawblog.de

Mordstatistik 2.0

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Die Los Angeles Times stellt auf ihrer Website eine Statistik über Morde in Los Angeles zur Verfügung. Dabei hat der User neuerdings nicht mehr nur die Möglichkeit, im Homicide Report eine Chronik mit Bildern und Namen der Opfer und Beschreibung von Tathergängen und -hintergründen zu lesen und Kommentare abzugeben. Nein, er kann sich jetzt auch eine Homicide Map ansehen: Einen Stadtplan von Los Angeles, in dem alle Morde verzeichnet sind, inklusive Quick-Infos per Klick. Wem das nicht reicht, der kann die Ergebnisse auf der Karte noch filtern lassen. Beispielsweise ethnisch, nach Alter, Geschlecht usw…

In Deutschland lebend kann man sich vermutlich nur schwer vorstellen, dass sich so etwas „überhaupt lohnt.“ Aber in Los Angeles gab es im Jahr 2007 bereits 496 Morde. Irgendwie wirkt diese Karte (zumindest bei mir) auf eine ganz zwiespältige Art und Weise. Einerseits entbehrt ein solches Feature nicht eines faden Beigeschmacks: Es widerstrebt mir, Mordopfer durch Filter laufen zu lassen, mir meine „ganz persönliche“ Oper-Karte erstellen zu lassen. Andererseits wird durch die Visualisierung der Morde erst die Zahl 496 deutlich, erscheint plötzlich viel größer und wirklicher.

Aber ganz abgesehen von persönlichen Empfindungen gegenüber dieser „Mordstatistik 2.0“, gibt es natürlich auch rein faktisches Für und Wider: Denn die Karte zeigt deutlich Unterschiede auf. Neben etwas makabren Fakten, wie bspw. dass Sonntage statistisch gesehen „gefährlicher“ sind als andere Wochentage, gibt es auch Informationen, die politische Relevanz beinhalten. Manche Viertel sind nur so von Fähnchen gepflastert, andere gar nicht. Die meisten Opfer sind zwischen 10 und 30 Jahre alt, männlich, Lateinamerikaner oder Afroamerikaner und werden erschossen. Im Artikel von Spiegel Online wird das mögliche Wirkungsvermögen einer solchen Karte auf den Punkt gebracht: „So etwas dermaßen öffentlich sichtbar zu machen, mag den Druck auf die Politik erhöhen, hier etwas zu unternehmen. Das Stigma, mit denen Menschen aus solchen Vierteln leben müssen, wird dadurch aber sicher nicht kleiner.“

Quellen:

spiegel.de

latimes.com

Goodbye Newcomer – Ein Musikmagazin weniger.

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Still und leise, sang- und klanglos. Eigentlich unpassend für ein Musikmagazin. Aber so ist der Abgang von „Newcomer“ verlaufen, einem Magazin, das jede Woche auf dem HR, WDR und EinsFestival lief.

Ein erholsamer Gegenpol zu Popstars und Konsorten. Nämlich ein Musikmagazin, das talentierten Musikern/Bands fernab des Mainstreams eine Chance gab. „Unsere Zielgruppe ist die alternative Jugend-Szene, also „tausende“ von „Nachwuchs“ Bands/Talente und ihre Fans (15-30Jahre). “ So heißt es auf der Webseite von Newcomer. Aber das Programm lief nicht sonderlich gut.

Deshalb wurde die Sendung zum 1. Juli aus dem Programm genommen – „ohne Vorwarnung an die Produzenten. Die erfuhren eher zufällig, dass ihr Vertrag mit dem HR nicht verlängert und die Sendung nach der 206. Folge eingestellt wird.“ berichtet die Frankfurter Rundschau. Die Einschaltquoten waren dem HR einfach zu niedrig. Grund dafür? Das Format ungeeignet für’s Fernsehen – sagt der HR. Die Sendezeit zwischen 1 und 3 Uhr – sagen die Produzenten von Newcomer.

Dabei sagt der HR ja selbst auf seiner Webseite noch: “ ‚Newcomer‘ ist die alternative Plattform für Musiker und Musikinteressierte jenseits von etablierten Fernsehformaten und liefert authentische Einblicke in die Szene.“ Alternativ, jenseits von etablierten Fernsehformaten. Aber es soll trotzdem tolle Einschaltquoten bringen? Ist es nicht nötig, mit ein wenig mehr Idealismus an die Sache heranzugehen, wenn man ein Musikmagazin fernab des Mainstreams ausstrahlt?

Diesen Idealismus möchte der Hessische Rundfunk nun wohl nicht mehr aufbringen. Schade drum. Wirklich schade. Denn in Zeiten von Popsternchen-Gedudel untermalt von Dieter Bohlen-Gefasel oder Detlef D! Soost-Gedöns wäre es schön gewesen, bei Bedarf auch weiterhin auf einen Gegenpol in Form eines solchen Musikmagazins zurückgreifen zu können. Vielleicht hätte es der HR doch erstmal mit einem besseren Sendeplatz versuchen sollen, bevor er das Magazin gleich ganz absetzt.

Quellen:
Frankfurter Rundschau

Webseite des hr

Webseite von „Newcomer“

FAZ vs. Perlentaucher – oder: Vom Streit zwischen Print- und Onlinemedium

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Der Perlentaucher ist eine Internetplattform, die alles Mögliche macht. Unter Anderem Zeitung lesen. Und das auch nicht immer unkritisch. Buchkritiken aus verschiedenen Printmedien werden rezensiert, die Rezensionen veröffentlicht. Die Feuilleton-Ressorts aus verschiedenen Printmedien werden ausge- und bewertet. Die Ergebnisse werden im Internet veröffentlicht – zur Freude von etwa 600.000 Besuchern, die Perlentaucher monatlich schätzungsweise hat.

Aber der FAZ, der scheint der Perlentaucher doch ein Dorn im Auge zu sein. Fünf Artikel und zwei Prozesse gegen den Perlentaucher hat die Zeitung in den letzten zwei Jahren gegen das Internet-Unternehmen angestrengt. Einen Prozess hat sie verloren, den anderen gewonnen. Und der Streit nimmt kein Ende. Der letzte kritische Bericht der FAZ über Perlentaucher gab nun wohl ausreichend Anlass für eine Antwort von Thierry Chervel, Mitbegründer von Perlentaucher – und das Ganze nicht online auf Perlentaucher.de, sondern gedruckt im Feuilleton der Frankfurter Rundschau. Die stellt dem Perlentaucher in Person Thierry Chervel das Printmedium zu seiner Verteidigung zur Verfügung, begründet dies mit dem Gerechtigkeitsgefühl der FR-Redaktion und damit, dass der Ressortchef des FR-Feuilletons Arno Widmann selbst Mitarbeiter bei Perlentaucher ist.

In dem Artikel von Thierry Chervel geht es hoch her. Von einer „FAZ-Kampagne“ ist die Rede und von einem Zusammenschluss der FAZ mit der SZ, „um den Perlentaucher wegen seiner Zusammenarbeit mit Internetbuchhändlern zu verklagen, an die er seine Kurzartikel über die Buchrezensionen der Zeitungen weitervertreibt.“ In erster Instanz hatten die Zeitungen verloren, die zweite Instanz folgt in nächster Zeit.

„Journalismus ist das nicht.“ So beendet Chervel seinen Artikel in der FR. Ein starker Abgang. Gerade im Hinblick auf die aktuell immer wieder aufgeworfene Diskussion um Qualitätsjournalismus – wenn auch mit anderen Hintergründen.

Wovor hat die FAZ Angst? Vor Kritik an ihrer Kritik? Vor der Konkurrenz aus dem www? Und wird es in den nächsten Tagen wieder eine Antwort in der FAZ zu lesen geben? Oder sogar in der SZ? Fragen über Fragen… In diesem Sinne: Auf in die nächste Runde.

Quellen:
www.fr-online.de
www.perlentaucher.de
www.faz.net
www.netzeitung.de

Zeitungsauflagen im Aufwärtstrend

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Der Welt-Zeitungsverband (World Association of Newspapers/WAN) hat eine interessante Studie zum Thema Auflagenzahlen der Zeitungen herausgebracht. Am Montag wurden die Ergebnisse der Studie auf dem 60. Weltzeitungskongress in Kapstadt vorgestellt.
Danach stieg die Auflage aller Zeitungen weltweit im Jahr 2006 um 2,3 Prozent und zeigt vor allem regional eine steigende Tendenz.
Unerfreulicher: Auf dem deutschen Zeitungsmarkt sieht das Bild etwas anders aus. Zwar gehört er mit 21,1 Millionen verkauften Exemplaren zu den größten Zeitungsmärkten weltweit, verlor allerdings um 2,1 Prozent an Auflage.
Auch bei der durchschnittlichen täglichen Lektüre der Zeitung liegen die Deutschen nicht vorne. Hier bilden die Belgier mit 54 Minuten Leseaufwand täglich die Spitze.

Quellen:

www.wan-press.org

www.fr-online.de

Morddrohungen gegen TV-Moderatorinnen

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Eine radikalislamische Gruppierung hat TV-Moderatorinnen der Palästinensischen Rundfunkanstalt (PBC) in Gaza mit dem Tod gedroht, wenn sie sich nicht an die islamistische Kleiderordnung halten.
Der öffentlich-rechtliche Sender beschäftigt 15 Moderatorinnen, von denen zwar die meisten ein Kopftuch tragen, die aber im Übrigen geschminkt und westlich gekleidet sind. Jetzt wurden zwar die Sicherheitsvorkehrungen im Betrieb verschärft, die Kapazitäten für einen Begleitschutz der Moderatorinnen auf dem Weg zur und von der Arbeit seien aber nicht ausreichend, sagte der Intendant des PBC.
Die Morddrohung wurde bereits Freitag per E-mail an die Medien verteilt. „Wir werden ihnen von Ader zu Ader die Kehle durchschneiden, wenn dies notwendig sein sollte, um die Religiosität und die Moral dieses Volkes zu schützen,“ heißt es in dem Schreiben der Gruppierung Schwerter der Wahrheit.

Quellen:
www.fr-online.de
www.spiegel.de

Software bei Google

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„Internetsuche, Anzeigen, Anwendungen“ – so stellt Google-Chef Eric Schmidt die drei Säulen vor, auf die sich das Unternehmen künftig stützen will. Nachdem Google in der Vergangenheit bereits einzelne Software-Pakete entwickelt und angeboten hat, soll der Bereich Software nun also eines der drei Standbeine werden.

Kampfansage an Microsoft? Microsoft dagegen liebäugelt mit der Internet-Suchmaschine Yahoo. Ob verstärkte Zusammenarbeit, Fusion, Übernahme, oder vielleicht doch gar nichts. Spekuliert wird in jede Richtung. Fragt sich nur, mit welchem Ergebnis die „Konkurrenten Google und Microsoft aus dem Ring steigen“. Immerhin hat es Microsoft in den letzten Jahren nicht geschafft, trotz wiederholter Investitionen das Unternehmen Google im Bereich Internet-Suchmaschinen und Online-Werbung einzuholen.

Quellen:

www.fr-online.de

www.manager-magazin.de

news.yahoo.com

Politische Bedeutung von Weblogs: Blogger gegen „Stasi 2.0“

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Die von der Bundesregierung beschlossene Vorratsdatenspeicherung (wie in diesem Beitrag bereits thematisiert) ist auch in der Blogosphäre auf breiten Widerstand gestoßen.

Ralf Bendrath hatte vor dem Beschluss durch das Kabinett Weblogger in ganz Deutschland dazu aufgerufen, das geplante Gesetz zum Thema in ihren Blogs zu machen. Die Aktion fand breiten Anklang, besonders durch den Entwurf einer Schablone mit einer Abbildung von Schäuble und der Unterschrift „Stasi 2.0“. Bald soll es auch T-Shirts mit der Abbildung zu kaufen geben.

Zwar konnte die Aktion die Regierung nicht davon abhalten, den Gesetzesentwurf zu verabschieden, Ralf Bendrath äußerte sich aber dennoch gegenüber der Frankfurter Rundschau positiv zum Thema politische Bedeutung von Weblogs. Seiner Meinung nach liegt in der Blogosphäre eine bislang unterschätzte Möglichkeit zu kurzfristigen deutschlandweiten Protestaktionen. Und solche Aktionen können in der Bundesrepublik für Aufmerksamkeit sorgen und Aufsehen erregen – auch in Zukunft.

Quellen:

http://www.fr-online.de/blogosphaere/

http://bendrath.blogspot.com/

 

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