Heimat ist was man vermisst?
geschrieben von s2lahauu in Fernsehen, Online-MagazineKommentar schreibenWas ist eigentlich zu Hause? Und was hat Heimat mit unserer Identität zu tun, damit, wer wir sind?
Das ZDF Mittagsmagazin hatte zu diesem Thema Sebastian Schnoy zu Besuch.
Der Schriftsteller, Journalist und Historiker der als Kabarettist tätig ist, stellte den ZDF Zuschauern sein neuestes Werk vor.
„Heimat ist, was man vermisst“ mit diesem schmissigen Reim reisst Herr Schnoy ein Thema an, das vielschichtiger kaum sein könnte.
Der Untertitel des Buches: „Eine vergnügliche Suche nach dem deutschen Zuhause“ zeigt, dass sich Herr Schnoy speziell mit der Heimat und somit unweigerlich auch mit der Identität der Deutschen auseinander gesetzt hat. Das Buch soll, wie der Untertitel sagt „vergnüglich“ sein und mit Humor auf die kleinen Eigentheiten der Deutschen aufmerksam machen.
Ein weiterer Analyeversuch also des pessimistischen Völkchens der dauerjammernden Deutschen?
Im Interview mit dem Moderator Norbert Lehmann meint der Buchautor, dass für ihn Heimat dort sei (…) wo er sich auskenne, wo seine Familie sei (…). Auch, dass er erst durchs viele Reisen gemerkt habe, dass für ihn Deutschland seine wirkliche Heimat sei.
Heimat und Identität. Vielgesagte Begriffe und schon oft für Medienwirksame Werbespots oder interessante Forschungsansätze genutzt.
Was die Frage zur Identität angeht, zu dem, was die „Deutschen“ ausmacht und was die Ansichten anderer Nationen über uns, die in Deutschland lebenden sind, passte ein Artikel, gefunden bei Focus online, beispielsweise gut zum Thema. „Typisch deutsch“ oder auch Stereotype behandelt der dort gefundene Text.
In dem Artickel geht es hauptsächlich um die Frage wie uns denn die Nachbarländer sehen oder charakterisieren. In dem Focus Artikel wurde deutlich, dass nach Ansicht der Verfasser, wir Deutschen uns selbst als sehr negativ beschreiben, was wir eventuell gar nicht sind.
Alles in allem lässt sich wohl feststellen, dass sich nicht viele Nationen so eingehend und vor allem selbstkritisch mit der Frage nach der eigenen Identität auseinander setzen wie die Deutschen.
Heimat und die Identität der dort Lebenden ist und bleibt wohl ein spannendes Thema und das Buch von Herrn Schnoy wird mit großer Warscheinlichekeit nicht das letzte seiner Art sein.
http://www.focus.de/wissen/bildung/deutsch/stereotype_aid_21930.html
28. Dezember 2010 um 16:14
Scheinbar ist es noch immer die Geschichte, die es uns Deutschen nicht so recht erlaubt, stolz auf unsere Identität zu sein. Schade, denn wie ja auch im Artikel geschrieben, gibt es keinen atuellen Grund für unser negatives Selbstbild. Doch allein beim Begriff “Nationalstolz” ist auch unsere Generation irgendwie befangen. Nichtsdestotrotz sollte man das “Heimat-Gefühl” ab und an mal genießen.
28. Dezember 2010 um 23:01
“In dem Artickel geht es hauptsächlich um die Frage wie uns denn die Nachbarländer sehen oder charakterisieren. In dem Focus Artikel wurde deutlich, dass nach Ansicht der Verfasser, wir Deutschen uns selbst als sehr negativ beschreiben, was wir eventuell gar nicht sind.”(Z.22-24)
Mehrere Studien der vergangenen Jahre beweisen, dass wir Deutschen im Ausland gar nicht so unbeliebt sind, wie wir immer denken. Nach einer BBC Umfrage vom 19.04.2010 sind wir dieses Jahr sogar das beliebteste Land der Erde.
Gerade der Sieg des Eurovision Song Kontests mit neunmaliger Vergabe der „12 Points to Germany“ zeigt, dass heutzutage wieder mehr auf die positiven Aspekte Deutschlands geachtet wird.
29. Dezember 2010 um 21:31
Schlagworte wie “Heimat” und “Identität” assoziiert man fast automatisch mit Heinrich Heine (Jude und Emigrant), der sich selbst nicht als Feind Deutschlands, sondern als Kritiker aus Vaterlandsliebe gesehen hat:
“Pflanzt die schwarzrotgoldne Fahne auf die Höhe des deutschen Gedankens, macht sie zur Standarte des freien Menschtums, und ich will mein bestes Herzblut für sie hingeben. Beruhigt euch, ich liebe das Vaterland ebensosehr wie ihr.”
(Aus: Deutschland. Ein Wintermärchen (Vorwort) )
30. Dezember 2010 um 15:05
Umso besser also, dass Themen wie “Heimat” und “Identität” in den Medien einen Platz finden und durch Publikationen, wie das oben genannte Buch, die Menschen dazu angeregt werden sich darüber Gedanken zu machen.
Wie war das? “Medien legen fest, worüber in der Gesellschaft gesprochen wird”?
- dann sollten sie uns öfter vorleben wie man als Bürger stolz auf sein Land sein kann. …schließlich hat unsere Generationen tatsächlich keinen Bezug zu der Geschichte; zumindest nicht in dem Sinne, als dass sie aktiv zu den Geschehnissen beigetragen hätte.