Heute outete sich Christof Barth als Leser der Illustrierten Brigitte. Er wollte damit verdeutlichen, dass es schwerfällt einzelnen Printangeboten eindeutig eine Zielgruppe zuzuordnen.
In der Tat. Schaut man sich auf der Homepage der Zeitschrift um, findet der fast emanzipierte Mann alles was das Herz begehrt: ob Fußball-WM oder modernes Wohnen – wieso sollte das den Frauen allein vorbehalten sein?
Als Medienwissenschaftler liest man Zeitschriften ja ohnehin mit anderen Augen. Da fällt der Blick eher auf Text-Bild-Verhältnis oder die Darstellung der Rollenverteilung in der postmodernen Dienstleistungsgesellschaft. Den männlichen Studenten könnte jedoch auch die Kochecke, bei näherer Betrachtung des Angebots an Fertiggerichten treue Dienste erweisen.
Frauenzeitschriften für alle! Das lässt doch an der These von der gescheiterten Emanzipation zweifeln.
4 Kommentare zu “Christof Barth liest ‘Brigitte’”
Kommentar schreiben
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können.
30. May 2006 um 18:53
Ich wage es nicht, von Metrosexualität zu reden, trotzdem glaube ich, dass der heutige Mann Interessen und Bedürfnisse hat, die vornehmlich als Frauenthemen gelten bzw. galten. Es ist daher keine Schande, in Frauenzeitschriften gelegentlich zu gucken, aber am besten wäre es natürlich, wenn die Printmedien sich selbst inhaltlich nach diesem Kriterium(wandel) richten und daran anpassen.
Aus medienwissenschaftlicher Sicht ist ansonsten absolut normal, wenn nicht unabdingbar, sich mit allerlei Zeitschriften auseinanderzusetzen. Erotik inklusive.
30. May 2006 um 19:25
Das ist ja gelegentlich der schöne Nebeneffekt in der Medienwissenschaft, daß wir uns mit allem beschäftigen können und auseinandersetzen müssen, was in den Medien relevant ist.
Nur sollte man sich hierbei als Medienwissenschaftler, Journalist oder Publizist nicht anmaßen, selbst die Relevanz bestimmen zu wollen.
Vielmehr ist es meiner Meinung nach die Aufgabe des Medienwissenschaftlers, dem Rezipienten eine wissenschaftlich fundierte Bewertung zur Verfügung zu stellen. Die Relevanz bestimmt immer noch der Rezipient – per Einschaltquote, Klick, Auflagenzahl etc. – und das ist auch gut so!
30. May 2006 um 22:01
Haha… Bei der Medienbeobachtung im Einführungskurs von Herr Büffel hatte ich das Vergnügen mich mit dem Bereich “Frauenzeitschriften” beschäftigen zu dürfen. Mein Untersuchungsgegenstand war die Zeitschrift “Bild der Frau”. Und tatsächlich. Einige der Themen waren garnicht sooo uninteressant. Naja… das Abo konnte ich mir dann doch noch verkneifen.
Interessant aus medienwissenschaftlicher Sicht sind diese Zeitschriften aber allemal. Vielleicht sollte man mal über ein eigenes Seminar zu dem “Phänomen Frauenzeitschrift” nachdenken.
7. June 2006 um 13:02
Na und?
Emanzipation aller Spartenzeitschriften!
Im Zuge der Einführungsveranstaltung beim Herrn Büffel letztes Semester musste ich die “Maxim” analysieren.
Ob diese Zeitschrift wirklich ernst zu nehmen ist, bleibt offen.
Allerdings muss ich gestehen, fand ich die Zeitschrift recht amüsant und habe einen kleinen Eindruck von der “Männerwelt” mitnehmen können.
Und wenn ich jetzt in einer Arztpraxis vor der Wahl zwischen Frauen- und Männerzeitschrift stünde, würde ich die zweite wählen.
Ist mal was anderes!