Werden die Feuilletonisten weich?

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Ein Interview mit dem Hauptdarsteller des Films Friendship, Matthias Schweighöfer, druckte die B.Z. am 11. Januar 2010 ab, dem Tag der Premiere. Thema: Der Film. Was fehlte, war eine Rezension des Streifens. Dieses Ausweichen der Kulturjournalisten auf ?weiche Formen? kritisierte Ulrich Greiner, damals Feuilletonchef der Zeit, bereits 1993: ?Die Inszenierung des ?Hamlet? wird mit einem Portrait des Hauptdarstellers ?gecovert?, derneue Roman der jungen und hübschen Autorin mit einer ?Farbstrecke? im Magazin samt Interview. Derlei liest und schreibt sich leichter, und die Journalisten der weichen Formen haben zugleich das berechtigte Gefühl, im künstlerischen Milieu willkommen zu sein.? (Zitiert nach Gernot Stegert (1998): Feuilleton für alle).

Nun mag man einwenden: Die B.Z. ist eine Boulevardzeitung. Auf die war Greiners Kritik bestimmt nicht gezielt. Zugegeben, Rezensionen liest man in Boulevardblättern generell selten. Doch wie steht es mit Qualitätszeitungen, die Wert auf ihre Kulturberichterstattung legen?

Zehn Tage nach dem Schweighöfer-Interview in der B.Z. erschien in der Zeit (!) ein Interview mit dem Regisseur Detlev Buck, über seinen aktuellen Film Same same but different. Harte Form? Fehlanzeige.

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