Storz raus, Vorkötter rein: Chefredakteur-Wechsel bei der Frankfurter Rundschau
geschrieben von Marcel Piest in AllgemeinesKommentar schreibenDr. Wolfgang Storz ist seit dem 16.05.2006 nicht mehr Chefredakteur der Frankfurter Rundschau (FR). Das meldet heute die FR “in eigener Sache”. Auf der ersten Seite des Blattes kommt die Geschäftsführung der Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH (DuV) mit einer Pressemitteilung zu Wort. Dieser ist weiterhin zu entnehmen, dass Dr. Uwe Vorkötter, bisher Chefredakteur der Berliner Zeitung, zum 1. Juli 2006 Nachfolger von Storz werde. Laut Berliner Zeitung erfolgt das Aussscheiden Vorkötters in “bestem Einvernehmen”.
Weitere Erklärungen zur Entlassung Storz’ wollten die Beteiligten der Gesellschafterversammlung nicht geben. Die Frankfurter Rundschau befindet sich zu 90 Prozent im Besitz der SPD-Holding DDVG.
Auf Unverständnis trifft die Entscheidung, Storz zu entlassen, bei der Redaktion der FR. In einer Stellungnahme der Redaktion heißt es: “Die Redaktion nimmt die Entscheidung des Mehrheitsgesellschafters zur Kenntnis, legt aber Wert auf die Feststellung, dass sie die Entlassung des Chefredakteurs nicht billigt.” Die Redaktion hebt zudem Sorz’ besonderes Engagement zum Erhalt der “FR als linksliberale, überregionale Qualitätszeitung” hervor.
[Zur Zukunft in der Chefredaktion der Berliner Zeitung: ein Artikel von SPIEGELonline und ein Beitrag bei Publizistik in Berlin.]
3 Kommentare zu “Storz raus, Vorkötter rein: Chefredakteur-Wechsel bei der Frankfurter Rundschau”
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17. May 2006 um 15:53
Die in der Frankfurter Rundschau fehlenden “weiteren Erklärungen zur Entlassung Storz’” beziehungsweise einige Hintergründe zur Entlassung sind in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung (SZ) zu lesen.
So komme der Rausschmiss von Storz nicht überraschend. Sei das Verhältnis zwischen Storz und der DDVG doch seit Monaten zerüttelt, so die SZ. Gründe für das angeschlagene Verhältnis fänden sich in der Etatkürzung und der Personalpolitik der DDVG.
17. May 2006 um 16:37
Interessant an der Entlassung bwz. dem Rauswurf – jeder kann hier selbst entscheiden, welchen Ausdruck er bevorzugt – sind auch die weiteren Hintergründe, die die “SZ”, ebenfalls in der heutigen Ausgabe, nennt: Demnach suche die “DDGV” derzeit einen neuen Teilhaber, der 50 % Anteile an der “FR” übernehmen solle.
Angesichts dieser Tatsache ist es durchaus verwunderlich, dass die “FR” bereits vor dem Einstieg dieses neuen Teilhabers einen neuen Chefredakteur präsentiert, dessen Bestimmung normalerweise dem künftigen Mehrheitsgesellschafter obliegen würde. Diesbezüglich stellt die “SZ” die Hypothese auf, dass vielleicht schon längst ein Investor gefunden sei – nur eben noch nicht der Öffentlichkeit präsentiert wurde.
Angenommen, an dieser Hypothese wäre etwas dran, wäre es nicht auszuschließen, dass der ausgemusterte Chefredakteur Dr. Wolfgang Storz den Interessen des neuen Gesellschafters im Wege stand…
31. May 2006 um 15:54
[...] Vorkötter ist bereits http://weblog.medienwissenschaft.de/archives/650 [...]