Widerstand auf allen Ebenen

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Die Sparpläne der ProSiebenSat1 Media AG sorgen auf verschiedensten Ebenen für Aufregung. Die Ankündigung Thomas Eberlings, dass beim Nachrichtensender N 24 ein Millionenbetrag eingespart werden müsse, hat einigen Unmut nach sich gezogen.

Zunächst einmal sind da die Unmutsbekundungen der Sendermitarbeiter zu nennen, die ihrem Ärger in einem offenen Brief Luft gemacht haben. In diesem, so Spiegel Online, warnen sie davor, dass das Nachrichtenangebot der Privatsender enorm unter den geplanten Einsparungsmaßnahmen zu leiden hätte, insbesondere dann, wenn andere Private dem (schlechten) Beispiel folgten und ebenfalls weniger Geld in die Nachrichtenproduktion stecken würden.

Und auch in der Politik regt sich Widerstand gegen die Pläne bei ProSiebenSat1. Kulturstaatsminister Bernd Neumann wies darauf hin, dass auch die Privatsender laut den Regelungen des dualen Rundfunksystems dazu verpflichtet sind, die Bürgerinnen und Bürger der BRD mit Informationen zu versorgen. Jürgen Rüttgers, der Ministerpräsident von NRW, brachte gar die Idee einer Änderung des Rundfunkstaatsvertrags ins Spiel, um Privatsender gegebenenfalls zu einem bestimmten Maß an Nachrichtenproduktion zu verpflichten.

Einen sehr interessanten Kommentar gab auch Bundestagspräsident Norbert Lammert von sich, der gegenüber der DPA meinte: ?Die Überlegung, in einem Nachrichtensender vielleicht keine Nachrichten mehr zu senden, finde ich ähnlich frappierend, als wenn Bayern München ein Geschäftsmodell ohne Fußball ankündigen würde.? Nachrichten, so Lammert weiter, seien in einer Demokratie unverzichtbar.

ProSiebenSat1 sieht sich mit einem Sturm der Empörung konfrontiert. Man darf gespannt sein, wie sich dies auf die Entscheidung der Verantwortlichen, die Nachrichtenproduktion bei N24 zu kürzen, auswirken wird.

2 Kommentare zu “Widerstand auf allen Ebenen”

  1. s2sahehl sagt:

    Dass die Privatsender weniger Fernsehnachrichten liefern werden ist meiner Ansicht nach eine Konsequenz aus dem System Privatsender selbst. Im Gegensatz zu den Öffentlich-rechtlichen haben sich diese ja nicht dazu verpflichtet, der Gesellschaft Nachrichten zu übermitteln. Dass im Zuge der Wirtschaftskrise und massiven Einsparungen bei Privatsendern zunächst die Nachrichtensendungen dran glauben müssen ist doch also abzusehen. Wieso also nicht bei etwas sparen, das sowieso nicht die meisten Einschaltquoten bringt?

  2. s2lebaum sagt:

    Die Privatsender sollten lieber an den Produktionskosten von Gerichtsendungen oder Reality Shows sparen als an Nachrichtensendungen.

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