Montag bis Sonntag

geschrieben von s2sahehl in AllgemeinesKommentar schreiben

Der Springer-Verlag hats getan. Die FAZ-GmbH auch. 1,7 Millionen Exemplare der BamS liegen sonntags in Deutschlands Kiosken und Tankstellen aus. 344 000 Exemplare der FAS stehen zum Verkauf bereit. Neben den überregionalen Verlagen (mit Welt am Sonntag, Bild am Sonntag und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung), hat auch die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) gewagt, eine Sonntagszeitung aufzulegen (Sonntag Aktuell). 16 Bundesländer, 46 Millionen, die laut Statistik (http://www.bdzv.de/wirtschaftliche_lage+M5073f767ed6.html) regelmäßig Tageszeitung lesen, aber nur vier Zeitungen, die sonntags erscheinen. Gerade der Tag, der den meisten berufstätigen Deutschen Zeit lässt, sich intensiver mit Zeitungen auseinander zu setzen. Sonntags bleibt nicht nur kurze Zeit, um morgens am Frühstückstisch oder im Bus die Zeitung zu überfliegen, sonntags kann man auch mal gemütlich und ausführlich, ohne Zeitdruck die Lektüre genießen. Aber was bleibt, ist nur die mickrige Auswahlmöglichkeit aus 3 überregionalen Sonntagsausgaben oder eben die Aufarbeitung der Ausgaben der vergangenen Woche.

Aber wie sollte überhaupt die ideale Sonntagszeitung aussehen? Journalisten sprechen über eine Zeitung mit Magazincharakter: längere Themen, Hintergrundwissen und Zusammenhänge sollen geliefert werden, damit die Leser nicht sonntags Kopien und Imitationen der Tageszeitungen in den Händen halten. Tobias Trevisan von der FAZ spricht von einem “leichten und lebendigen Ton”. Die ideale Sonntagszeitung ist ein eigenständiges Produkt, das mit seinem unterhaltenden Charakter womöglich attraktiver erscheint. Diese Vorstellung klingt vielversprechend.

Weshalb wagt kein Verlag den Versuch? Antwort gibt taz-Redakteur Steffen Grimberg: “Weil der Sonntagsmarkt aus Vertriebsgründen so teuer ist”. Denn neben der Tatsache, dass nur wenige Geschäfte geöffnet haben (allenfalls Bäckereien, Tankstellen), existiert das generelle Problem der Zustellung. Die Post arbeitet sonntags nicht. Die Verlage benötigen also einen eigenen Austrägerdienst. Die FAS hat ihren Vertrieb kurzerhand selbst ausgebaut. Das kostete Zeit und Geld. Viele Zeitungen können diesen finanziellen und zeitlichen Mehraufwand nicht aufbringen.

Wenigstens die taz geh taktuell einen Schritt in Richtung Sonntagszeitung. Sie bringt in der Samstagsausgabe ein Buch “Sonntaz”.

Quelle: journalist 11/2009

Kommentar schreiben

Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können.

Design übersetzt und angepasst von Christian Moeris, Christian Lehberger & Linda Manuel. Basierend auf dem Theme GlossyBlue von N.Design Studio.
Bild Radioskala: © Jürgen Acker / PIXELIO