Teures Nachspiel: Radiosender muss für Tod einer Hörerin tief in die Tasche greifen

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Weil ein Radio- Gewinnspiel in den USA einen tödlichen Ausgang hatte, muss die Station KDND- FM satte 16.5 Millionen Dollar (11 Millionen Euro) Schmerzensgeld an die Hinterbliebenen einer jungen Frau zahlen. Das entschied nun ein Gericht in Sacramento (Kalifornien).

Was war passiert? Vor knapp drei Jahren hatte KDND- FM seine Hörer zur Teilnahme an einem dubiosen Wettbewerb aufgerufen. Die Spielregeln: Trinke soviel Wasser wie möglich ohne auf Toilette zu gehen oder dich zu übergeben.

Auch Jennifer Strange war dem Aufruf des Senders gefolgt. Sie gewann nicht, hatte aber nach dem Trink- Contest über starke Kopfschmerzen geklagt und sich anschließend per Telefon bei ihrem Arbeitgeber krank gemeldet. Jennifer habe geweint, sagte ihr Chef. Wenig später wurde sie Tod aufgefunden- von der eigenen Mutter.

Strange wurde gerade einmal 28 Jahre alt und hinterlässt drei Kinder. Eine Obduktion ergab, dass die junge Frau an einer ?Wasservergiftung? starb. Sie hatte demnach zuviel Flüssigkeit zu sich genommen.

Die Angehörigen hatten daraufhin den Radiosender verklagt. Mit Erfolg: Nach Ansicht der Richter hatte KDND- FM Warnungen von Ärzten missachtet und hätte den Wettbewerb somit nicht durchführen dürfen.

Der Preis für den Sieg beim Wasser- Wetttrinkens, den Jennifer Strange mit ihrem Leben bezahlte, war übrigens eine Nintendo- Wii- Spielkonsole im Wert von 300 Dollar (rund 250 Euro).

Der Sender und seine Gesellschaft (Betreiber) haben das Urteil bereits hingenommen und werden nicht in Revision gehen. Bleibt zu hoffen, dass sich Radiosender in Zukunft besser überlegen, ob und welches Gewinnspiel sie durchführen.

Quellen:

http://radioszene.de/news/Schmerzensgeld_fuer_toedliches_Gewinnspiel_301009.htm

http://www.bild.de/BILD/Newsticker/news-ticker/2009/10/30/19-radio.html

Ein Kommentar zu “Teures Nachspiel: Radiosender muss für Tod einer Hörerin tief in die Tasche greifen”

  1. Marco sagt:

    Ziemlich unverantwortliche Aktion auf Seiten des Radiosenders, vor allem da dieser vorher noch mehrmals gewarnt wurde.
    Auf der andere Seite fragt man sich, wieso man sich auf ein solch unsinniges “Spiel” als Kandidat einlassen muss. Die Folgen dürften doch weitreichend bekannt sein…

    Generell ist der ganze Wettess- und Wetttrinkkult, der hauptsächlich in Amerika regelrecht zelebriert wird (und auch schon teilweise nach Europa herübergeschappt ist), meiner Meinung nach als sehr grenzwertig einzustufen.

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