Typografie im Netz

Einen meiner Einschätzung nach sehr guten Einstieg zum Thema Typografie und deren Lesbarkeit liefert Prof. Dr. Martin Liebig von der FH Gelsenkirchen in einem Gastbeitrag bei designtagebuch.de. Im Mittelpunkt des Essays stehen die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Studie mit über 3000 Probanden, bei der unter anderem die Lesezeiten von zwölf verschiedenen Schriftarten erhoben wurden. Liebig geht aber auch auf übergreifende Problemstellungen im Bereich der Typografie ein, wie beispielsweise den „Konflikt“ Serif vs. Grotesk oder die Darstellung von Schriftarten am Computerbildschirm.
Besonderen Fokus legt der Autor dabei auf die Bedeutung der verschiedenen Untersuchungsergebnisse für die Onlinemedien.

Martin Liebig plädiert dafür, sich insbesondere im Bereich des Webdesigns von dem vorherrschenden obersten Gebot der guten Lesbarkeit abzuwenden und stärker auf das „Look and Feel“, also sozusagen die Konnotationen von Schriftarten, zu achten.

Der vollständige Artikel ist im Weblog designtagebuch oder als pdf-Datei abrufbar.

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2 Gedanken zu „Typografie im Netz

  1. Ein wirklich interessantes und auch im Hinblick auf Usability-Studies relevantes Thema.
    Mir persönlich ist die Phase aufgefallen, in der sich auf immer mehr Reichweitensites Verdana-(ähnliche)-Schriften etabliert haben. Sie haben ja auch in den Tests Topwerte in Sachen Rezeption.
    Allerdings gibt wie bei zeit.de Ausreißer, die meist Markenzeichen-Motive haben. Ich sehe den Vorteil von Verdana zu Arial darin, dass erstere weniger gedrängt wirkt bzw. als etwas gestreckt angenehmer zu lesen ist. Da in Zukunft immer mehr am Bildschirmen gelesen wird, sehe ich auch eine Herausforderung an Anbieter von Sites und Monitoren, nutzerindividuelle Einstellungen zu offerieren.

  2. Genau das wird auch aus meiner Sicht die wichtigste Anforderung sein: Dem User möglichst viele Feintuning-Optionen an die Hand zu geben und gleichzeitig ein einheitliches Erscheinungsbild der Website zu wahren.

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