Nachrichten für umme im Netz bald passé
geschrieben von Sarah in Internet, Medienwandel, Zeitungskrise, Zukunft des InternetKommentar schreibenRupert Murdoch, weltweit mächtigster Zeitungsverleger, will bei den Webangeboten seiner über 100 Zeitungen neue Wege einschlagen. In einem seiner jüngsten Statements heißt es unmissverständlich ?The current days of free Internet are over?. Eher früher als später ist auf den Websites seiner größtenteils Boulevardzeitungen wie ?The Sun?, ?The New York Post? oder ?Times? mit neuen Bezahlmodellen zu rechnen. Sein eigens für dieses Vorhaben gebildetes ?Global Team? ist dabei, entsprechende Modelle einzuführen.
Mit dieser Einstellung steht Murdoch nicht allein. Auf einer kürzlich zu Ende gegangenen Tagung in Kalifornien, die unter dem Motto ?Global crisis, global opportunity? stand und deren Mitglieder namhafte US-Internetgrößen sind, war der allgemeine Konsens ähnlich. Barry Miller, Mitbegründer der ?The Daily Beast? Website, nannte kostenlose journalistische Inhalte im Internet gar einen Mythos. Auch die Leser der ?New York Times? sollen ab Herbst 5 Dollar pro Monat bezahlen, wenn sie sich im auf der Website informieren möchten.
Murdoch hat mit Bezahl-Modellen im Internet bereits positive Erfahrungen sammeln können. Der Internetauftritt des ?Wal Street Journal? mit über 1 Mio. Abonnenten bringt ihm jährlich ca. 60 Mio. Dollar ein. Während derzeit die Leser einen Jahresbeitrag entrichten müssen können demnächst auch einzelne Artikel gekauft werden. Stimmen aus dem Verlag ließen verlauten, es werde jeder Möglichkeit wahrgenommen, um Nutzer zum zahlen zu bewegen.
Der australische Medienmogul, der ab den 60er Jahren weltweit eine Zeitung nach der anderen aufkaufte, gilt seit dem Durchbruch des Internets als der Verlierer der Digitalen Revolution. In den letzten Jahren ist der Aktienkurs seines Medienimperiums immer weiter im Sinkflug. Doch durch die Einführung seiner ?pay-then-read?-Strategie soll damit endgültig Schluss sein.
Ich finde 5 Dollar oder auch Euro pro Monat bei qualitativ wertvollen journalistischen Inhalten im Netz einen fairer Preis. Es ist doch einleuchtend, dass Qualität nunmal seinen Preis hat. Irgendwo muss sich eine gute Nachrichten-Website bezahlt machen. Deshalb finde ich es nicht mehr wie richtig und wäre auch bereit, dafür zu zahlen. Doch gerade bei Boulevard-Inhalten scheint ein Bezahl-Modell schwer vorstellbar.
http://meedia.de/nc/background/meedia-blogs/dirk-manthey.html#c22086
Ein Kommentar zu “Nachrichten für umme im Netz bald passé”
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30. August 2009 um 19:29
5 Dollar ist endlich mal ne Zahl,
die ich für Online-Zeitungen angemessen finde, sogar fast schon zu niedrig.
Meiner Meinung nach könnten sich die Zeitungen über die massen an Umsatz eine goldene Nase verdienen, wenn sie mal die Preise für das Online-Abonnement / E-Paper deutlich herabsetzen würden.