Ein Kommentar zum Datenschutz

Wie Zeit Online heute berichtete hat Stefan Niggemeier Ärger mit dem Datenschützern. Der Vorwurf: er verlangt von kommentarwilligen Lesern deren E-Mail Adresse und IP. ?Na und??, mag man jetzt denken, kann man doch eine falsche E-Mail angeben. Außerdem wird die IP-Adresse doch dynamisch zugewiesen und ist nicht ohne weiteres mit der jeweiligen Person zu verbinden.

Aber genau das ist auch die Argumentation des Datenschutzbeauftragten Dix, der sich diesem schwerwiegenden Fall von Datenmissbrauch angenommen hat. Ihm zufolge besteht aus den genannten Gründen überhaupt kein Sinn darin, diese Daten zu speichern, da sie ja ohnehin keinen wirksamen Schutz gegen böswillige Kommentatoren darstellen. Dies jedoch sieht Niggemeier durchaus anders:

?Allerdings können mir die IP-Adressen bei der Moderation der Kommentare helfen. Wenn ein Kommentator wiederholt unzulässige Beiträge veröffentlicht (für deren Inhalt ich bekanntlich je nach Gericht haftbar gemacht werden kann), kann ich einen IP-Bereich, der den oder die Computer umfasst, von denen aus er auf meine Seite kommt, so sperren lassen, dass seine Beiträge immer erst erscheinen, wenn ich sie manuell freigeschaltet habe.?

Auch für die Speicherung der E-Mail fügt er nachvollziehbare Beispiele an, die dieses Vorgehen rechtfertigen. Zwar kann dadurch keine hundertprozentige Sicherheit garantiert werden, so ist es dennoch in vielen Fällen einfach eine echte Hilfe. Eine andere Alternativen wäre eine Vorabmoderation, die Niggemeier jedoch ablehnt, was verständlich wird, wenn man sich vor Augen führt, dass seit der Veröffentlichung des aktuellen Beitrages zum Thema Datenschutz bereits jetzt, ca. sieben Stunden später 56 Kommentare online sind! Eine solche Masse an Kommentaren zu moderieren, kann einem einzelnen Blogbetreiber kaum zugemutet werden.

Um der angedrohten Geldbuße von bis zu 50.000 Euro zu entgehen, ohne dabei jedoch die Kommentarfunktion einzuschränken, wird fortan jeder Kommentator auf folgendes hingewiesen:

?Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name, Ihre E-Mail-Adresse und die IP-Adresse, die Ihrem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, von mir im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden natürlich nicht veröffentlicht oder sonst weitergegeben. Mehr hierzu in den Datenschutzhinweisen.?

Somit hat man wieder einmal dem so undurchschaubarem wie unnachgiebigem deutschen Rechtssystem genüge getan, fragt sich nur wie lange das so bleiben wird. Apropos: Wie sieht es eigentlich in puncto Datenschutz mit diesem Weblog aus?

Quelle:

http://www.zeit.de/online/2009/27/niggemeier-blog-kommentare?page=2

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/schoener-kommentieren-mit-datenschutz/

print