Bye bye Programmhefte?

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Bei Oma lag sie immer griffbereit neben dem Fernseher, bei uns findet man sie da aber eher nicht mehr- die Fernsehzeitschrift.
Warum eine kaufen, wenn ein kostenloser Klick ins Netz genügt, um zu wissen was läuft- oder?
Nicht ganz; denn obwohl die Programmzeitschriften schon länger gegen sinkende Auflagenzahlen zu kämpfen haben, werden die sich bietenden Möglichkeiten des Webs kaum genutzt.
Schade, dass die meisten Verlage lieber so lange es geht am guten alten Heftchen festhalten, anstatt den Bedarf zu bedienen und ein gut strukturiertes, und übersichtliches Programm im Netz zu bieten.

Einfache Übersichtslisten finden sich zwar bei den meisten Anbietern, trotzdem könnte man das Ganze durchaus ansprechender und nutzfreundlicher gestalten.
Die Technik wäre da, die Ideen auch- genutzt aber wird beides nicht.
Einzig Burda mit ?TV Today? bemüht sich einigermaßen darum, die neuen Möglichkeiten auszuschöpfen: Der Programmplaner ?My TV Today? lässt sich per IPhone empfangen und ist auch bei Facebook vertreten.
Bei Twitter ist weit und breit garnichts von den Verlagen zu sehen, obwohl sich gerade dieses Format super für Tipps oder kurzfristige Änderungen eignet. Hier finden sich aber ? quasi ersatzweise – Empfehlungen und Tipps von Privatleuten, wie zum Beispiel @imdb250_de.

Schade eigentlich, dass soviele sich bietende Möglichkeiten nicht genutzt werden- die Medienhäuser sollten sich endlich trauen, über ihren Heftrand hinweg etwas Neues zu wagen.
Denn die neue Generation Internet wird wohl auch in Zukunft keine TV-Zeitschriften kaufen- aber das zur Zeit eher unstrukturierte Kuddelmuddel an Programmangeboten im Netz- das will auch keiner.

Quelle: medienlese.com

6 Kommentare zu “Bye bye Programmhefte?”

  1. Yvonne Koch sagt:

    Ich gehöre da wohl zu den konservativen Nutzern, denn die gute alte Fernsehzeitschrift hat bei mir noch nicht ausgedient.
    Wenn ich mich darüber informieren möchte, was das abendliche Fernsehprogramm zu bieten hat, greife ich eher zu einem Programmheft als im Internet nachzuschauen. Die Seiten sind – wie auch schon angesprochen- nicht gerade ansprechend gestaltet und das Blättern durch die Zeitschrift geht meiner Meinung nach einfach schneller.

  2. hell2c02 sagt:

    http://www.rtv.de/ find ich eigentlich ganz ok. Besonders die Möglichkeit nach Stichworten zu suchen (falls man z.B. grad eine Doku zu einem bestimmten Thema sehen möchte), die angebotenen Informationen zu Sendungen sowie die Möglichkeit Bewertungen zu Sendungen zu schreiben, finde ich doch in Ordnung. Besonders flott gehts mit einem Klick auf “Auf einen Klick” oder “Was läuft jetzt?”, wenn man sich nur schnell über das Fernsehngebot informieren möchte. Diese Funktion ist das was für mich persönlich wichtig ist – und da reicht mir das Online-Angebot völlig.

  3. adam2c01 sagt:

    Ein Problem für die Programmzeitschriften sehe ich mit der zunehmenden Verlagerung des TV-Konsums ins Netz. Feste Sendezeiten gelten hier nicht mehr, und das Programmangebot ist viel zu groß und zu global, als dass eine Programmzeitschrift alles beinhalten könnte. Je mehr also TV im Netz geschaut wird, umso seltener dürften gedruckte Programmzeitschriften Anklang finden.

  4. haas3303 sagt:

    Stimmt, auch das wird in Zukunft ein Problem für die Programmhefte werden.
    Ich denke auch, dass mit der ‘älteren’ Generation der traditionelle Markt für Programmzeitschriften immer weiter wegbrechen wird.

  5. M. Spengler sagt:

    Um aus dem ganzen, mit Verlaub, Schrott die wenigen guten Sendungen herauszufiltern, finde ich es nach wie vor sehr angenehm, direkt am Fernseher ein Programmheft in den Händen zu halten. Wobei es natürlich auch hier eine Kosten-Nutzen-Frage ist: Je mehr ich im Internet zeitunabhängig fernsehe, desto weniger ist die Bereitschaft vorhanden, für ein Papierprogramm Geld auszugeben.

  6. Julia Prange sagt:

    Die teilweise ziemlich usability-feindlichen Angebote im Internet würde ich aber nicht grundsätzlich auf mangeldne Durchdachtheit seitens der Verlage zurückführen. Wenn das ganze Rumgesuche angenehmer wäre, als ein Heft durchzublättern, können sie ja nicht erwarten, dass die Leser den schwierigeren Weg wählen und trotzdem das Heft kaufen.
    Eine TV-Zeitschrift steht für mich auch für mehr oder minder stressfreie Freizeitpgestaltung mit der mitguckenden Familie. Es wird ja hoffentlich noch nicht überall verbreitet sein, dass sich jeder vor sein eigenes Gerät zurückzieht und sich im Wohnzimmer niemand mehr um den TV versammelt (und drum streitet, was man guckt :D ).
    Mit mehreren Infos im Netz was zu recherchieren fühlt sich wie Arbeit an, deswegen sehe ich ein TV-Magazin in Printform geeigneter für eine Gemeinschaft.
    …obs nun bald keine Werbung für Single-Produkte in diesen Heften gibt, weil die ja dann alle das Netz nutzen könnten? Ähem.

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