Gedruckte Opfer der Wirtschaftskrise

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Am morgigen Mittwoch, dem 17. Dezember 2008, wird zum letzten Mal das bis dato monatlich herausgekommene deutsche Personality-Magazin PARK AVENUE erscheinen.

Am 19. November 2008 war nach langen Spekulationen publik geworden, dass das Verlagshaus Gruner und Jahr seinen Titel aus dem Segment der Premium-Zeitschriften Anfang des kommenden Jahres einstellen würde. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage hatten sich die Anzeigenkunden so zurückhaltend gezeigt, dass G+J sich zu einer Überprüfung seines Portfolios gezwungen gesehen hatte. Kurz nachdem bekannt geworden war, dass zum März 2009 die Wirtschaftsredaktionen des Verlags zusammengelegt werden sollen, erklärte G+J, dass PARK AVENUE in Deutschland, LIFE & STYLE in Russland und GALA Niederlande eingestellt werden würden.

PARK AVENUE gab es seit 2005 und informierte den geneigten Leser regelmäßig über Unbekanntes und Unerwartetes nationale und internationale Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Nach einem zunächst holprigen Start unter Chefredakteur Alexander von Schönburg entwickelte es sich unter STERN-Chef Andreas Petzold und – seit Sommer 2007 – Andreas Möller zu einem redaktionell hochwertigen Heft. Die zu Anfang hoch gesteckten Ziele im Anzeiggengeschäft konnte PARK AVENUE aber nie erreichen.
Die Stellen von dreiundzwanzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Redaktion und Verlag fallen damit weg. Weitere fünfunddreißig verlieren im Zuge der Magazineinstellungen in Russalnd und den Niederlanden ihre Arbeit. Weitere Kürzungen sind in der nächsten Zeit jedoch nicht zu erwarten.
Dr. Bernd Buchholz, G+J Deutschland-Leiter, meinte dazu: “Alle anderen Titel von G+J konnten zeigen, dass sie auch in schwierigem Umfeld eine gute Perspektive haben.” Buchholz schließt auch nicht aus, dass der Verlag bei geeigneten Rahmenbedingungen wieder auf dem Gebiet der Premium-Zeitschriften aktiv werden wird.

Wer sich also noch ein letzes Erinnerungsexemplar an einen bald vom deutschen Zeitschriftenmarkt verschwundenen Titel sichern möchte, hat ab morgen Gelegenheit dazu.

www.parkavenue.de/
www.gujmedia.de/news/archiv/?id=209530

2 Kommentare zu “Gedruckte Opfer der Wirtschaftskrise”

  1. adam2c01 sagt:

    Und wieder beißt einer ins Gras… Ruhe in Frieden, PARK AVENUE, kann man da nur sagen – und G + J wünschen, dass ihren anderen Titeln mehr Glück beschieden ist

  2. veit2c01 sagt:

    Leider bin ich mir auch gar nicht so sicher, ob die Aussage “weitere Kürzungen sind in der nächsten Zeit jedoch nicht zu erwarten” so hingenommen werden kann. Blickt man sich die unterschiedlichen Medienbeiträge auch hier im Blog an, wird immer deutlicher, wie stark auch der Zeitschriftenmarkt unter der Wirtschaftskrise zu leiden hat.

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