Spielen mit Kultur

geschrieben von Metty in Allgemeines, MedienwandelKommentar schreiben

Gesellschaftskritik mal anders. Spätestens nach den Debatten um Gewaltverherrlichende Computerspiele wissen viele, dass Computerspiele nicht nur dem sinnlosen Zeitvertreib dienen, sondern auch durchaus positive Auswirkungen auf Spieler haben. Einer dieser positiven Aspekte ist das Auseinandersetzen mit kritischen Themen, die die Gesellschaft betreffen.
Rockstar Games wagt sich im 4. Teil der Grand Theft Auto Reihe wieder an dieses heikle Thema der Gesellschaftskritik heran.
Der Spieler schlüpft dabei in die Haut von Niko Bellic, einem serbischen Immigranten, der sich in der fiktiven Stadt Liberty City durchkämpfen muss. Liberty City ist nach dem Vorbild New Yorks entstanden und spielt auf wahre Schauplätze oder Ereignisse an.
Die Gesellschaft im Spiel ist bewusst eine Spur überzogen dargestellt, aber immer mit einem feinen Hinweis auf real bestehende Probleme der amerikanischen Gesellschaft und ihre Sicht der Dinge.
Verschiedene Gangs beherrschen die Bezirke und Schießereien gehören zur Tagesordnung. Auch Themen wie Drogenmissbrauch oder Prostitution werden in das Spiel integriert. Dem Spieler ist es dabei selbst überlassen in wie weit er sich mit einem Thema beschäftigt oder was er als nächstes tut. Das Spiel versteht es geschickt das reale Leben in die virtuelle Realität umzuwandeln, da alles im Spiel durchaus glaubwürdig erscheint. Was im wirklichen Leben möglich ist, lässt sich im Spiel auch (fast) immer realisieren. Der Unterschied zur Realität besteht jedoch darin, dass sich der Spieler neue Moralgrenzen setzt, denen er im Spiel nachgeht. D.h. Konflikte können schon mal mit der Waffe gelöst werden oder bei Geldmangel geht man einfach eine Bank überfallen. Sollte die Polizei etwas dagegen haben, liefert man sich heiße Schießereien mit den Beamten bis eine Seite aufgibt. Verhaltensweisen, die man sich in der Realität nicht wagen würde, können hier ausgelebt werden.
In erster Line möchte das Spiel natürlich durch eine Vielzahl von Möglichkeiten, die man zum Beenden des Spiels hat, unterhalten. Auf der anderen Seite zeigt Rockstar Games auf seine eigene, charmante Weise wie ein Immigrant versucht seinen amerikanischen Traum in einer Gesellschaft zu leben, die ihm immer wieder Steine in den weg wirft.
Das Ergebnis lässt sich sehen, wenn man die Reaktionen der Spieler und Kritiker anschaut, die das Spiel jetzt schon als Meilenstein in der Computerspielegeschichte feiern.
Ich denke, dass solche Spiele heutzutage immer mehr zu unserer Kultur gehören, da sie für eine ganze Generation prägend sind.

Ein Kommentar zu “Spielen mit Kultur”

  1. s2noleer sagt:

    GTA – tolles Design, gesellschaftskritisch, unterhaltsam – einfach ein tolles Computerspiel. Eine Welt in der Welt. Also sogar ich als Mädel spiel’s regelmässig bei meinem Freund, und hab mich dann auch schon paarmal gut ausgetobt und alle umgelegt;-)
    Abgesehen vom Unterhaltungswert denke ich dass dieses Spiel in gewisser Weise ein Spiegel der aktuellen Gesellschaft ist und man es somit gewissermassen auch als Zeitdokument betrachten kann.

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