Jun 21
Angela Merkel als “heimliche Medienkanzlerin”
geschrieben von s2stdreh in AllgemeinesKommentar schreibenSo betitelte der Spiegel in seiner 25. Ausgabe die Bundeskanzlerin. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger Gerhard Schröder inszeniere sich Merkel mit subtileren Mitteln. Sie taktiere verdeckt, um ihr Bild in der Öffentlichkeit weitgehend zu kontrollieren. Der Spiegel nennt zwar eine Methode, mit der das Bundespresseamt versucht, den Nachrichtenschwerpunkt zu lenken, aber die medialen Prozesse, die eine solche Selbstinszenierung erst möglich machen, werden ungerechtfertigterweise ausgeklammert.
24. Juni 2008 um 22:09
Damit sich jeder ein Bild davon machen kann:
http://www.spiegel.de/politik/debatte/0,1518,396690,00.html
Mit der Darstellung der medialen Ursachen für eine derartige Inszenierung hätte der SPIEGEL wohl seine Seitenzahl locker sprengen können. Außerdem ist es fraglich, ob der durchschnittliche Leser dieser Zeitschrift nicht schon längst von den Auswirkungen der Medien und der Medialisierung der Politik weiß und auch ihre Ursachen schon zugenüge gehört hat.
Hier wird nur ein neuer Aspekt aufgetan: Wie verhält sich Angela Merkel in den Medien? Was unterscheidet sie dabei vom “Medienkanzler” Schröder? Und: Hat sie Erfolg mit ihrer Methode?
1. Juli 2008 um 07:11
Ich finde, dass sie beispielsweise als “Fußballkanzlerin” eine verdammt gute Figur macht. Sie nutzt hier eine Männerdomäne und fällt unglaublich positiv auf; auch oder gerade weil ihre etwas schüchternen Jubelanwandlungen zuweilen etwas tollpatschig anmuten. Ich war noch nie ein Merkel-Fan; aber im Stadion fehlt sie mir schon fast, wenn sie nicht dabei ist.