Eastwood als Rassist?

geschrieben von s2kekays in AllgemeinesKommentar schreiben

Clint Eastwood soll ein Rassist sein, meint sein Regisseurkollege Spike Lee. Diese Behauptung stellt Lee auf, da in Eastwoods Weltkriegsfilmen “Flags of our Fathers” und “Letters from Iwo Jima”, in welchen es um die Story eines der berühmtesten Kriegsfotographien der Weltgeschichte geht, keine schwarzen Schauspieler zu sehen sind.

Er habe sich an die Fakten gehalten und diese besagten, dass zu diesem Zeitpunkt keine schwarzen US-Soldaten dabei gewesen seien, so Clint Eastwood. Er wollte also nur den Film so Faktengetreu wie möglich drehen und damit spielten keine schwarzen Soldaten in diesen Filmen eine tragende Rolle.

Demnächst wird Eastwood einen Film über Nelson Mandela drehen, welcher natürlich ein Schwarzer war und welchen “er auch nicht zu einem Weißen machen wird” so Clint Eastwood spöttisch.

Spike Lee, welcher Clint Eastwood aber noch immer als großen Regisseur sieht, ist trotzdem darüber verärgert, dass so wenige der einen millionen Afro-Amerikaner, die im zweiten Weltkrieg mitgewirkt haben, in den heutigen Hollywood-Filmen geehrt werden.

So bleibt dann jetzt nur noch die Frage, ob man sich als Regisseur nun an die Fakten halten soll, oder sämtlich ethnischen Gruppen zufrieden stellen müsste.

Quelle: Spiegel online http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,558627,00.html (Stand 09.06.08 23:30)

3 Kommentare zu “Eastwood als Rassist?”

  1. Cletus sagt:

    Oh mein Gott! Das ist ja mal eine äußerst schwachsinnige Argumentation. Also wenn man sich als Regisseur mittlerweile schon für sowas rechtfertigen muss kann ich mir nicht weiterhelfen. Klingt eher nach ner Neiderei, seines Kollegen. Hab beide Filme gesehen. Und allein die Ausführung von “Letters from Iwo Jima” widerspricht der Rassismustheorie, da sie den Krieg auch mal von der anderen Seite beleuchtet und nicht wertet.

  2. Thomas Wahrlich sagt:

    Wenn ich realitätsgetreu etwas darstellen will, müssen die Inhalte so echt wie möglich sein – so enthält ein Film, der am Anfang des 20. Jahrhunderts spielt, durchaus die Vokabel “Nigger”, und das nicht bloß von einem Gangster aus der Hood zum anderen, sondern von einem weißen Mann zu einem schwarzen Mann auf der Straße. So wurde damals durchaus gesprochen, und so hat es in einem Film, der für sich mit Realitätstreue wirbt, auch dargestellt zu sein. Vor allem regt sich über sowas niemand auf (wenn man mal vom Jugendschutz absieht).

    Wenn nun nachweislich in den Geschichten, die Clint Eastwood erzählt, keine schwarzen Soldaten dabei waren, ist für mich die Antwort ganz klar – dann gehören auch keine in den Film.

  3. Benedikt sagt:

    Ich würde ja mal so weit gehen und dem Herrn Lee einfach mal unterstellen, dass er ein bisschen Promo für seinen Film “Miracle at St. Anna” machen wollte mit dieser Aussage.

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