Es ist wohl eine alte Leier, aber meine Frage heute ist mal wieder: “Machen Computerspiele wirklich aggressiv?”
Gerade habe ich bei Spiegelonline gelesen, dass ein 19-jähriger Junge seine Mutter und seinen Bruder mit einem Messer angegriffen hat nur weil ihm seine Mutter verbot Computerspiele zu spielen.
Eigentlich bin ich persönlich nicht der Meinung das Computerspiele das Aggressionspotenzial steigern, jedoch lassen mich die vielen Fälle in denen gerade so genannte “Ballerspiele”, wie Counterstrike in Verbindung mit Gewalttaten gebracht werden langsam zweifeln.
Sind es also nur Versuche von den Medien den Eltern Angst zu machen?
Sind es einfach nur Einzelfälle und diese Taten wären auch ohne solche Spiele passiert, was meint ihr?
Glaubt ihr das Computerspiele Einfluss auf unsere Persönlichkeit und unseren Gemütszustand nehmen?
In den USA wurde öfter auch eine Band (Marilyn Manson) beschuldigt an den Aggressionen der Jugendlichen Schuld zu sein, obwohl es auch dafür kritische Meinungen gibt.
Meint ihr das dies dasselbe wie mit den Computerspielen ist, dass die Erwachsenen einfach falsche Schlüsse ziehen, oder glaubt ihr das wirklich Musik und Spiele die Jugendlichen so aggressiv machen das sie durchdrehen?
Ich kann es eigentlich nicht glauben, meiner Meinung nach besteht diese Aggressivität schon vorher in diesen Jugendlichen, vielleicht sind sogar für viele eben diese Spiele und Musik ein Ventil um diese Aggressionen rauszulassen.
Vielleicht ist eben deshalb auch der Junge in der Schweiz durchgedreht, da ihm sein Ventil für seine Aggressionen genommen wurde.
Quellen:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,557038,00.html
und falls sich jemand für eine Chronologie der Massaker in Schulen intressiert habe ich auch noch etwas gefunden:
http://www.20min.ch/interaktiv/amok/index.html
4 Kommentare zu “Musik, Aggressionen und Computerspiele”
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2. June 2008 um 17:58
Ich glaube, dass eine potenzielle Gefahr nur besteht, wenn der Jugendliche jeglichen Bezug zur realen Welt verloren hat.Sollte dies der Fall sein, müssten Eltern oder andere Nahestehende erste Anzeichen wahrnehmen und einschreiten.
5. June 2008 um 16:25
Meiner Meinung nach kann man die Schuld für solche Aggressivität nicht nur in den Spielen suchen. Ich denke eine größere oder sogar die größte Rolle spielt das soziale Umfeld von Jugendlichen. Wenn sich zum Beispiel die Eltern ständig streiten, sich gegenseitig mit Ausdrücken beschimpfen oder sogar handgreiflich werden, ist es für das Kind irgendwann ganz normal.
Es verhält sich dann nicht anders als die Eltern auch. Wenn ihm etwas nicht gefällt, wird es aggressiv, beschimpft sein Gegenüber mit dem gleichen Vokabular wie es seine Eltern tun oder wird gewalttätig. Dass ein Junge jetzt seine Mutter bedroht hat, weil sie ihm verboten hat, dieses Spiel zu spielen, muss gar nicht unbedingt im engeren Zusammenhang stehen.
Er hätte vielleicht ebenso reagiert, wenn die Mutter ihm das Fußball spielen auf der Straße verboten hätte.
Ich denke das kommt vorallem auf die individuelle Art eines Menschen an. Was die Jugendlichen vielleicht von solchen Spielen lernen, ist wie man mit Waffen umgeht.
Natürlich gibt es ganz krasse Ausnahmen, wo die Jugendliche schon in ihrer eigenen Welt, in der des Computerspiels leben. Aber damit es erst einmal soweit kommt, spielen auch noch einige andere Faktoren mit.
6. June 2008 um 05:07
Vorallem im Bereich der Musik bezweifle ich sehr stark, dass sich ein erhötes Aggresionspotential durch das Hören von Aggresiever Musik nachweisen lässt.
Ich vertrete da die gleiche Meinung das durch das Umfeld in dem die Jugendlichen sich bewegen ihre Gewaltbereitschaft erhöht wird. Und das die Eltern immer den Dialog mit ihren Kindern suchen müssen, um ihnen den richtigen Umgang mit den gewaltverherrlichenden Texten oder Spielen aufzuzeigen.
8. June 2008 um 20:14
Ich würde Medien, speziel Computerspielen, eine tragende Rolle keineswegs abstreiten. Vielleicht helfen diese einfach nur Grenzen der Gewalt zu überwinden. Auch sollte man nicht vergessen, das ein Kind ohne Computer wahrscheinlich mit seinen Freunden spielt, anstatt den ganzen Tag allein im Zimmer zu sitzen. Allerdings ist die Rolle der Eltern natürlich genauso enttscheidend.