Bundesverband der Verbraucherzentralen mahnt StudiVZ ab

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Wie der Stern heute berichtet, erhielt das beliebte Web2.0-Portal StudiVZ Anfang dieser Woche vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) angesichts der sogenannten Charta digitaler Verbraucherrechte eine Abmahnung aufgrund der – wohl allen bekannten – AGB-Änderungen. Die vzbv hält den Umgang mit Nutzerdaten insofern für rechtswidrig, als dass die umfangreiche Erklärung zur Verwendung persönlicher Daten mit nur einem einzigen Klick -zwangsweise – zu bestätigen sei und eine umfassende Aufklärung und jeweilige bewusste Bestätigung möglicher Datenverwendung, wie zum Beispiel das Erstellen eines Nutzungsprofils zwecks personalisierter Werbung, ausbleibe. Weitergehend wird von Seiten der vzbz die Praxis kritisiert, dass man der Datenschutz-Erklärung zunächst generell zustimmen muss und die Verwendung von Daten für Werbezwecke in der Folge erst manuell ablehnen kann.

Neben der grundlegenden datenschutzrechtlichen Brisanz, Nutzungsprofile aus einer derartigen sozialen Netzwerk-Plattform zu erstellen, wobei niemand die weitere kommerzielle Verwertung nachvollziehen kann, halte ich vor allem die Praxis der manuellen Einschränkung der Datenverwendung zu Werbezwecken für bedenklich, da sie von Seiten StudiVZs aufgrund der kommerziellen Interessen bis dato nicht wirklich kommuniziert wurde und mir eher als verlegene rechtliche Absicherung „im Kleingedruckten“ hinter drei, vier Klicks unter dem Punkt AGB erscheint (welchen angesichts der wilden Namensänderungen und paradoxen Uni-Wechsel scheinbar viele Nutzer nicht realisiert haben).

5 Kommentare zu “Bundesverband der Verbraucherzentralen mahnt StudiVZ ab”

  1. Tobias Hewer sagt:

    wieviele Studies haben denn das Studivz nach der AGB-Änderung verlassen? Hat da jemand zufällig ne Zahl am Start? Man könnte ja kollektiv zum Studivz Boykott aufrufen.

  2. Mareike Lieb sagt:

    Ich finde, dass an die ganze Sache etwas hysterisch drangegangen wird. Wenn man sich bei solchen Portalen anmeldet, sollte man sich drüber im klaren sein, dass wohl irgendwann und irgendwer die Daten nutzen wird, wenigstens um seine eigenen Nutzerstatistiken zu führen. Wenn man darin nicht aufgeführt werden will, sollte man eben nicht sein ganzes Leben online stellen, oder sich nicht anmelden.
    Auch vor der Holtzbrinck-Übernahme war klar, dass diese nützlichen Informationen über eine recht klare Zielgruppe (Alter, Bildungsgrad) nicht weggeworfen werden. Zielgerecht beworben wird überall- siehe Amazon oder Ebay, oder auch dort wo man erschreckenderweise wohnt.Trotzdem ist das ganze kritisch zu bewerten, klar- aber man sollte auch selbst mitdenken bei Anmeldungen in Online-Portalen.

  3. kaub2c01 sagt:

    Wie ich gerade zum Beitrag „Öffentlichkeit – öffentlicher Raum“ geschrieben habe, sollen fast 90 Prozent dabei geblieben sein. Man wundert sich, oder? Als einen der möglichen Gründe dafür nannte die brandenburgische Datenschützerin Dagmar Hartge in der oben genannten Diskussion,jüngere Menschen wollten offen beworben werden, und das sei selbstverständlich zu akzeptieren. Vielen sei aber nicht klar, welche Risiken damit verbunden seien. Auch würden die wenigsten ihre Rechte aus datenschutzrechtlichen Vorschriften wirklich kennen. Hinzu käme das Problem teilweise schwer verständlicher AGBs oder man scheue den Aufwand die notwendigen Informationen einzuholen.

  4. mink3301 sagt:

    wer solchen AGB’s nur zustimmt und sie nicht liest ist selber schuld! In den AGB ist klar beschrieben, dass bspw. personalisierte Werbung möglich ist.

  5. s2japrob sagt:

    hmm…ich versteh die ganze Diskussion um die personalisierte Werbung nicht…
    In meinen Augen ist das garnicht mal so schlecht, wenn ich Werbung angezeigt bekomme, die mich auch wirklich interessiert bzw zu meiner Zielgruppe passt…

    Also ich denk mal, da wird was hochgepusht, was eigentlich überhaupt nicht dramatisch ist…

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