Denn sie wissen nicht, was sie wollen

geschrieben von in Fernsehen, MedienkritikKommentar schreiben

So oder so ähnlich lassen sich die aktuellen Entwicklungen umschreiben, die bei den Privatsendern RTL und SAT.1 zu beobachten sind. Im Hause RTL scheint man Gefallen am Experimentieren und Ausprobieren gefunden zu haben. Da werden neue Serien mit der gewohnt großen Ankündigung ins Programm aufgenommen, verschwinden dann aber – wegen nicht zufriedenstellender Quoten – nach gerade einmal drei Folgen wieder. Jede Fernsehzeitschrift, die mehr als zwei Wochen Programm enthält, wird so kurzer Hand überflüssig ? zumindest was den RTL anbelangt.
Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei SAT1. Gut, hier mögen einzelne Serien zwar eine deutlich längere Halbwertszeit als bei der Konkurrenz haben, jedoch tat sich der Sender in der Vergangenheit mit Nachrichten relativ schwer. Vor gut einem halben Jahr wurden daher die „Sat.1 News“ samt Redaktion aufgelöst. Und nun? Wieder Nachrichten. Aber nicht zu irgendeiner Zeit, sondern um 20 Uhr. Möchte da etwa jemand in Konkurrenz zum Flagschiff „Tagesschau“ treten? Es scheint zumindest so. Die Betonung liegt auf „scheint“, denn angesichts des geschilderten Hin und Hers weiß man ja nie, was so mancher Sender eigentlich will.

6 Kommentare zu “Denn sie wissen nicht, was sie wollen”

  1. Pro-kopf sagt:

    Im Grunde sagt der Artikel ja nur, dass es eine Nachrichtensendung um 20 Uhr geben wird. Ich vermute, dass SAT 1 dafür keine Nachrichtenredaktion wiederaufbauen wird, sondern die Inhalte wie den Anchorman von N24 „importiert“.
    Eine These, die man an den Quoten überprüfen müsste, wäre: SAT 1 kann vom Zuschaueranteil her im Vergleich mit der Konkurrenz zwischen 20 Uhr und 20.15 Uhr nicht mithalten. Da dies die „typische“ Nachrichtenzeit ist, versucht man es eben jetzt nochmal mit Nachrichten.

  2. gmei2c01 sagt:

    privatsender-konkurrenz zur tagesschau?! ich kann nur hoffen, sie scheitern kläglich – das wäre vielleicht mal ein signal, dass das fernsehpublikum nicht schon komplett verdummt ist…obwohl: wenn die einschaltquoten bei irgendeiner sitcom zur selben zeit höher wären, wäre das ja auch nicht gerade ein gutes zeichen.

  3. Frauke Scholl sagt:

    Die Frage ist ja auch, ob diese Formate um 20 Uhr in Sat.1 (oder auf Pro Sieben um 18 Uhr) überhaupt den Namen „Nachrichten“ verdienen. Da wird vielleicht ein Thema präsentiert, das auch in den öffentlich-rechtlichen Nachrichten kommuniziert wird, und der Rest fällt auf das, was in den Öffentlich-Rechtlichen entweder bei „Brisant“ oder gar nicht läuft. Da heißt es dann Society, Katastrophen oder einfach nur Trash und das fällt dann unter „Nachrichten“..
    Okay, Nachrichten im Programm zu haben ist natütlich besser für Sender und Zuschauer als keine, aber diese Art von Nachrichten? Ich weiß nicht..

  4. Daniel Reichard sagt:

    @Pro-kopf: Ja, der Artikel sagt nur, dass es wieder eine Nachrichtensendung auf SAT.1 geben wird. Aber auf mehr wollte ich in meinem Posting auch nicht hinaus. Es geht mir einfach nur um diese Mentalität des „heute so, morgen so“. Erst werden Nachrichten mit aller Konsequenz aus dem Programm gestrichen, um sechs Monate später festzustellen, dass man mit einem Nachrichtenformat um 20 Uhr “ einen verbesserten Audience Flow [und] auch wieder steigende Marktanteile“ generieren könne.
    Wie hieß es früher in der SWR3-Comedy ‚Taxi Sharia‚ so schön: Wo du wolle?

  5. puet2203 sagt:

    Da brauchen sich Tagesschau und Co. aber keine Gedanken zu machen.
    Die „Nachrichten“ der privaten Sender, sei es auf RTL II, Sat.1 oder Pro Sieben können und werden auch in Zukunft nie der ARD und dem ZDF in Sachen seriösem Journalismus da Wasser reichen können, wenn sie ihre Formate nicht verändern.

  6. Rhapsody sagt:

    @puet2203: Diesbezüglich wäre ich mir nicht so sicher, denn laut der Welt online verstehen immer mehr Zuschauer die Tagesschau nicht mehr…

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