Kommerzialisierung des Amateurfußballs?

geschrieben von kaub2c01 in Allgemeines, InternetKommentar schreiben

Außer seinen vielen Risiken bietet das Internet glücklicherweise auch Chancen, und zwar gerade für diejenigen, die durch die traditionellen Medien wie Presse und Rundfunk aus irgendeinem Grund nicht mehr erreicht werden. So z.B. die Fußball-Amateurligen. Die Berichterstattung über Lokalfußball, über Kreisklassenspiele findet selbst in den Lokalzeitungen kaum noch statt. Sehr zum Bedauern vieler Fans. Doch enthusiastische Freizeitkicker haben diese Lücke erkannt und bieten auf ihren Sportseiten im Netz die Möglichkeit, Videos mit Spielszenen hochzuladen, so z.B. die Hartplatzhelden. Oder Fanreporter berichten per Telefon aus den Fußballstadien der Regionalligen und sind dann samstags live zu hören wie bei FanGeist. Diese Fanberichterstattung missfällt allerdings immer mehr Sportverbänden. Ihre Strategie: Verbot oder Lizenzgebühren. Was das für solche Initiativen bedeuten kann, versteht sich von selbst.
Vor dem Hintergrund der Demokratisierung publizistischer Mittel im Internet stellen sich Fragen von grundsätzlicher Bedeutung, wie z.B. die nach dem öffentlichen Interesse solcher Veranstaltungen. Und: Wie sind diese Angebote zu qualifizieren? Handelt es sich um journalistische Angebote, vielleicht sogar um Rundfunk? Hier besteht Klärungsbedarf.
Das öffentliche Interesse würde ich auf jeden Fall bejahen, auch wenn es sich jeweils um eine regional begrenzte Gruppe handelt. Und laut Bundesverfassungsgericht müssen Medien über Veranstaltungen von öffentlichem Interesse unentgeltlich in Bild und Ton berichten dürfen. Da wo Gruppen der Gesellschaft, und seien sie auch nur regional vertreten, sich Öffentlichkeit verschaffen wollen, um ihr Anliegen an andere weiterzugeben, muss ihnen dieses Recht zugestanden werden, solange sie sich im Rahmen geltender Gesetze bewegen, und davon ist bei diesem Freizeitvergnügen sicher auszugehen.

Quelle: Deutschlandfunk: Markt und Medien 08.12.2007

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