Symbiose zwischen Sport und Medien?

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Wer erinnert sich nicht an den Sommer 2014? Deutschland wird in Rio Fußballweltmeister. Tage lang kursierte diese Nachricht in den Medien- gleichgültig ob TV, Radio, Internet oder Zeitung- und war das wohl meist besprochene Thema der Deutschen. Aber auch im Rest der Welt war diese Nachricht allgegenwärtig. Dabei lohnt es sich auch mal einen Blick hinter die Kulissen zu wagen.

Wie kommt es zu dieser Entwicklung, dass Sport in der Gesellschaft einen solchen Stellenwert einnimmt? Eine nicht unerhebliche Rolle spielen dabei die Medien. Aber auch hier lohnt es sich einmal zu hinterfragen, wie die Beziehung zwischen Medien und Sport aufgebaut ist.

 

Zuerst einmal ist ein Blick auf die Entwicklung der Gesellschaft zu werfen. In den letzten Jahren ist es vermehrt zu beobachten, dass die Menschen ein gesteigertes Interesse an Sport zeigen. Ebenso ist die fortlaufende Medialisierung der Gesellschaft nicht mehr zu übersehen.

Diese Entwicklung ist in den Medienunternehmen auch nicht unbemerkt geblieben. Ein sehr beachtlicher Teil der Redaktionsarbeit geht in die Sportberichterstattung – Und das zu Recht. Wie die Quoten der ARD aus dem Jahr Jahr 2014 zeigen, wird dies von den Zuschauern auch genutzt und gewünscht.

Wie beliebt ist Sport?

Durchschnittlich 12,59 Millionen Zuschauer/innen sahen die Spiele der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2014 im Ersten, der Marktanteil lag im Schnitt bei rund 60 Prozent (55,9 Prozent).

Die Olympischen Winterspiele in Sotschi verfolgten durchschnittlich 3,31 Millionen Zuschauer/innen im Ersten, der Marktanteil lag im Schnitt bei 24,4 Prozent.

2014 betrug der Anteil der Sportberichterstattung am Gesamtprogramm des Ersten acht Prozent. Das Zuschauerinteresse für Sport bzw. dessen Nutzung war jedoch mehr als doppelt so hoch: Knapp 21 Prozent der Zeit, die ein/e Zuschauer/innen Das Erste geschaut hat, entfiel auf den Sport.

Der Sport liefert den Zuschauern die gewünschten Unterhaltung und die Medien vermarkten und veröffentlichen die dazu nötigen Informationen, welche mit guten Quoten den Medienunternehmen den erwünschten wirtschaftlichen Erfolg liefern.

So schön die traditionelle Vorstellung des Sports auch sein mag, ist es mittlerweile nicht mehr abstreitbar, dass sowohl auf Seiten der Medien, als auch auf Seiten des Sports der wirtschaftliche Aspekt eine große Rolle spielt. Der Sport beziehungsweise die Vereine oder Verbände finazieren sich zu beachtlichen Anteilen durch die Mediengelder.

Quelle : http://fussball-geld.de/wp-content/uploads/2016/11/Einnahmekalkulation1617-10.jpg

Es ist hierbei auch zu beachten, dass durch die große Medienreichweite der Einfluss der Medien auf die Werbeeinnahmen vorhanden ist.

Allerdings bringt der Druck des wirtschaftlichen Denkens im Sport in der der Gesellschaft Ärger mit sich. Durch das gesteigerte wirtschaftliche Interesse sind zum Beispiel die öffentlich rechtlichen Sender nicht mehr in der Lage Olympia live zu übertragen, da die Rechte für die Live-Übertragungen schlicht zu teuer geworden sind.

Ein weiterer erwähnenswerter Aspekt ist, dass die Medien für den Sport, wie auch für die restliche Gesellschaft, die Funktion der 4. Gewalt, Die Kontrollfunktion, ein. Ein hierfür bekanntes Beispiel sollte die Enthüllung des Dopingskandals des russischen Leichtathletikverbandes kurz vor Olympia in diesem Jahr sein. Die Enthüllung wurde durch die ARD-Dokumentation „Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht“ zutage gebracht und führte zu Ermittlungen der Anti-Dopingargentur. Die Folge waren zahlreiche Dopingsperren und der Ausschluss des ganzen russischen Leichtathletikverbandes von Olympia 2016.

 

Allerdings haben die Medien nicht nur positive Auswirkungen auf den Sport. Es kommt immer wieder zu Skandalen in denen die Sportler oder Vereine nicht mit dem Umgang der Medien mit ihnen einverstanden sind, wie das folgende Video auch zeigt.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=7HUZnwDVZkY

So kam es zum Beispiel jüngst dazu, dass der Fußballverein 1860 München die Medien boykottierte und teilweise sogar aussperrte, da sie mit der Berichterstattung nicht einverstanden waren.Auch der ehemalige Handballspieler Stefan Kretzschmer sagte beim Medienforum Mittweida 2014:

„Die Medien sind ein notwendiges Übel im Sport“

„Wenn du mit der BILD redest gehst du einen Pakt mit dem Teufel ein“

„Alkohol war unser Psychologe“

Anhand dieser Aussagen kann man gut erkennen, dass der mediale Druck und die ständige Präsenz der Presse bei den Sportler nicht immer gut ankommt und der Verlust der der Privatsphäre die Sportler noch zusätzlich belastet. Allerdings ist die Beziehung zwischen Medien und Sportler nicht immer so negativ belastet. Es gibt auch vor allem bei den jüngeren Sportlern ein hohes Interesse daran, sich selbst als Marke zu vermarkten. Hierbei spielt vor allem das Social Media eine große Rolle. Sportler bei denen das zum Beispiel gut zu erkennen ist, sind Mario Götze und Lewis Hamilton.

 

Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass die Beziehung zwischen Sport und Medien nicht immer einfach, aber notwendig ist, um die jeweilige Rolle im gesellschaftlichen System erfüllen zu können.

 

 

Quellen:

SPORT MACHT MEDIEN

file:///C:/Users/Silas/Downloads/PuF_S_06_Sport%20und%20Medien.pdf,http://fussball-geld.de/einnahmetabelle-1-bundesliga-20162017-10-spieltag/einnahmekalkulation1617-10/

http://www.kicker.de/news/olympia/startseite/656599/artikel_chronologie-zum-russischen-dopingskandal.html

http://www.ard.de/home/intern/fakten/Sport_in_der_ARD/270870/index.html

 

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