„Weihnachten im Schuhkarton“ – Charity-Aktion oder Missionierungsgedanke?

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       Weihnachten im Schuhkarton                                                                                                                        Weihnachten steht vor der Tür-  das Fest der Liebe und Geborgenheit! Zahlreiche Hilfsaktionen machen wieder auf sich aufmerksam, um Kindern in armen Regionen dieser Welt an Weihnachten ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Jede öffentliche Plattform wird genutzt, um strahlende Kinderaugen mit Weihnachtsgeschenken zu zeigen. Darunter auch das Hilfswerk „Geschenke der Hoffnung“ mit der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“, die Teil der weltweit größten Geschenkaktion „Operation Christmas Child“ für Kinder in Not ist.

Die Idee ist denkbar einfach: Jeder kann einen Schuhkarton mit kleinen Überraschungen füllen, ihn hübsch dekorieren, die ungefähre Zielgruppe (Mädchen oder Junge im Alter von 2-14) angeben und mit einer Päckchenspende von 8€ für Abwicklung und Transport bei Sammelstellen, für die in vielen lokalen Zeitungen geworben werden, abgeben.

Die rund 100 Zielländer der vollgepackten LKWs sind vor allem in Osteuropa lokalisiert: Bulgarien, Polen, Rumänien, Slowakei, Ukraine, Weißrussland, Mongolei und die Republik Moldau. Ländern, in denen Kinder unter der Armutsgrenze leben und Korruption und Kriminalität ausgesetzt sind. Im vergangenen Jahr, reagierte die Stiftung „Weihnachten im Schuhkarton“ auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik und belieferte auch Flüchtlingshilfen mit rund 60.000 bunten Schuhkartons.

"Mit kleinen Dingen Großes bewirken!"Meist sind es größere Gruppen, wie Kindergärten, Schulklassen, Vereine oder Unternehmen, die sich gemeinsam an der Aktion beteiligen. Aber auch prominente Unterstützer setzen ein Zeichen der Nächstenliebe. So auch Bundestagsabgeordnete Renate Künast:

«Diese Geschenke drücken echte Wertschätzung aus und lösen bei den Kindern Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein aus.»

In den Empfangsländern angekommen, werden die Pakete dann auf Weihnachtsfeiern in meist freikirchlichen Gemeinden verteilt.

Bibelheft "Das größte Geschenk"

Bibelheft „Das größte Geschenk“

Was kritische Stimmen hervorruft ist allerdings die Tatsache, dass mit jedem Karton auch ein Bibelheft mitgereicht wird, in dem Jesus Rolle in der Kirche kindgerecht dargestellt wird. An diesem Punkt sind sich nicht mehr alle einig darüber, ob die Aktion wirklich nur den Gedanken des guten Zwecks, oder vielmehr einen Missionierungsgedanken verfolgt.

Viele deutsche Bistümer erhoben ihre Stimmen gegen die vermeintliche Charity-Aktion, darunter auch das Bistum Trier:

«Weihnachten im Schuhkarton“ leistet keine nachhaltige Entwicklungshilfe für Kinder in Not. Die Aktion bewirkt keine langfristige Verbesserung der Lebensbedingungen notleidender Kinder.»

Kritisiert wird vor allem, dass zu viel Geld in einen einzigen Glücksmoment gesteckt werde, als mit einer Geldspende im durchschnittlichen Kartonwert von 35€ eigentlich erreicht werden könne. Laut dem Bischöflichen Hilfswerk Misereor könne einer jungen Frau in Äthiopien mit diesem Geld auch ein Startkredit zum Aufbau einer eigenen Existenz finanziert werden. Und auch die Nähe der Organisation zur „Billy Graham Evangelistic Association“ und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit „Samaritan`s Purse“ (USA), die schon des Öfteren durch fragwürdige und aggressive evangelikale Missionsaktionen auf sich aufmerksam gemacht haben, lassen viele Kritiker aufhorchen.

Charity-Aktion oder Missionierungsgedanke? Dieses Beispiel einer erfolgreichen Hilfsaktion zeigt einmal mehr, wie durch mediales Geschick an die Nächstenliebe der Menschen appelliert werden kann. Fakt ist, dass sich Engagierte jeden Alters wohl eher von Projekten überzeugen lassen, in denen sie aktiv die Spende mitgestalten können, als von bloßen Geldsummen. Kinderaugen lassen diese Schuhkartons aber mit Sicherheit strahlen, wenn auch vielleicht nur für einen kurzen Moment.

 

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