#WhyISaidNothing – Die Stimme der Dunkelziffer

geschrieben von in KommunikationsformenKommentar schreiben

Unter dem Hashtag #WhyISaidNothing berichten Männer und Frauen von erlebten sexuellen Übergriffen und erklären, warum sie nicht den Mut hatten, die Straftaten anzuzeigen.
An einer US-amerikanischen Universität gaben 40 Prozent der Befragten an, schon mindestens einen sexuellen Übergriff erlebt zu haben. 16 Prozent von ihnen wurden demnach vergewaltigt. Zur Anzeige kam es jedoch bei kaum einem Fall. Für zu viele Menschen ist das ein Grund, am Ergebnis der universitätsinternen Umfrage zu zweifeln. Wurden wirklich so viele Frauen und Männer vergewaltigt? Wenn bei der Polizei doch bloß so wenige Fälle registriert sind?
Vor allem ein Artikel in der „Welt“ fand ziemlich harte Worte für Vergewaltigungsopfer und stieß auf Kritik.

Tatsache ist aber, dass kaum eine der jungen Frauen, die auf Fragebögen ankreuzt, sie sei Opfer sexueller Gewalt geworden, sich je unter einer der Telefonnummern gemeldet hat, die extra für vergewaltigte Frauen eingerichtet wurden; geschweige denn, dass sie bei der Polizei Anzeige erstattet hätte.

Vielleicht geht es an amerikanischen Universitäten also doch nicht schlimmer zu als im Kongo? Vielleicht geht es in vielen Fällen gar nicht um Vergewaltigungen, sondern um Sex im Zustande des Vollrausches und nachträgliche Reue?“, heißt es in dem Artikel.

Doch ist die Zahl der Vergewaltigungsopfer tatsächlich nur anhand der eingegangenen Anzeigen zu messen? Die 31-jährige Marlies Hübner, welche bereits selbst zum Opfer sexueller Gewalt wurde, zeigt, dass es eine Dunkelziffer gibt und möchte Betroffenen eine Stimme geben.
Unter dem Hashtag #WhyISaidNothing können Männer und Frauen in 140 Zeichen erklären, warum sie von einer Anzeige abgesehen haben und zeigen, dass die registrierten sexuellen Übergriffe keinen Maßstab bieten.

Die Hashtag Aktion hat bewiesen, wie wichtig es ist, Opfern sexueller Gewalt die Möglichkeit zu geben, sich in einem von ihnen selbst gewählten Rahmen dazu zu äußern. Nicht, um als Opfer gesehen zu werden oder Mitleid zu erhaschen, sondern einfach um auf das Problem der sexuellen Gewalt aufmerksam zu machen. Auch in Hinblick auf aktuelle mediale Ereignisse, wie die Silvesternacht in Köln, sollten sexuelle Übergriffe auf keinen Fall verharmlost oder Betroffene nicht ernst genommen werden, denn dies führt nur dazu, dass die Dunkelziffer weiter wächst.

 

Schlagwörter:

Ein Kommentar zu “#WhyISaidNothing – Die Stimme der Dunkelziffer”

  1. [Trierer Medienblog] #WhyISaidNothing – Die Stimme der Dunkelziffer sagt:

    […] #WhyISaidNothing – Die Stimme der Dunkelziffer […]

Design übersetzt und angepasst von Christian Moeris, Christian Lehberger & Linda Manuel. Basierend auf dem Theme GlossyBlue von N.Design Studio.
Bild Radioskala: © Jürgen Acker / PIXELIO