Verlust der Selbstbestimmung in digitaler Gegenwart?

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Ein Status – Upgrade in Facebook ist schnell geschrieben, inklusive der Einstellung, für welche dieser Eintrag sichtbar sein darf: nur für Freunde in der Kontaktliste oder für jeden innerhalb bzw außerhalb von Facebook. So glaubt man, mit all den Privatsphären Vorkehrungen seine Daten sicher und geschützt der Außenwelt vorzuenthalten und eben wirklich nur die Personen in seiner Freundschaftsliste all die angegeben Information über einen selbst mitzuteilen.

Dieser Statuspost wird unmittelbar in das große Facebook – Datenzentrum im schwedischen Lulea gesendet. Dort gilt natürlich der europäische Datenschutz. Doch Facebook umgeht diesen Datenschutz und spielt zudem die Nutzerdaten an einen anderen Server außerhalb der EU zu. Somit sind keine Grenzen über die Nutzung unsere Daten gegeben. Bereits längst gelöschte Fotos oder Chatverläufe können weiterhin auf irgendwelchen Servern gespeichert sein und möglicherweise an Dritte weitergegeben werden.

Der Politiker Jan Philipp Albrecht der Grünen – Fraktion kämpft mit seinem Team in Brüssel als Abgeordneter im Europäischen Parlaments um das wichtigste Gesetz im 21. Jahrhundert – dem Schutz unserer Daten. Dazu erschien nun am 12. November die Dokumentation „Democracy – Im Rausch der Daten“ in den Kinos.

In der aktuellen Neon Ausgabe # 12  spricht er über seine Mission und erklärt seine Ziele im Datenschutz. Bereits seit vier Jahren arbeitet er mit einem Team an der Neuordnung des europäischen Datenschutzrechtes in Brüssel und verlangt darin beispielsweise höhere Bußgelder bzw. härtere Sanktionen bei Verstößen. Unter anderem setzt er sich für stärkere Verbraucherrechte und eine Datenschutzverbindlichkeit für ganz Europa ein.

Des Weiteren wünscht er sich die allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie Datenschutzerklärungen einfacher formuliert für den privat Nutzer. Beispielsweise mit Symbolen, was wirklich mit den Nutzerdaten passiert und in welches Land diese weitergeleitet werden. Denn niemand, selbst wenn er diesen kleinen Hacken betätigt, liest wirklich die langen, verwirrenden und komplizierten Datenschutzerklärungen.

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Es ist allgegenwärtig und wir sollten nicht blind darüber hinweg sehen, wie wenig Schutz unseren Daten im Internet geboten wird. Natürlich kann man sagen, dass wer Überwachung der Daten befürchtet, das Internet vermeiden solle,  so wie es einige Politiker nach der Snowden – Enthüllung geäußert haben. Doch die Präsenz des Internets ist in unserer heutigen Zeit zu stark. Folglich darf die Politik dieses Problem nicht einfach ignorieren.  Zumal unseren Daten einem ähnlichen Wert wie Öl zugesprochen werden und dieser Wert starke Gesetze zum Schutz benötigt.

Ist es nicht unser gutes Recht zu erfahren, was mit unseren Daten, mit unserem Eigentum, passiert? In wessen Hände es gerät und wer es wie weiterverwendet? Die Unternehmen entziehen sich der Pflicht zur Beantwortung dieser Fragen ganz klar und lassen uns im Ungewissen.

Dittmann-vpk-Datenschutz

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Würden wir einen bereits geöffneten Brief von der Post erhalten, wäre unser Ärger groß. Wieso also bleibt gerade dieser Ärger so klein und still gegenüber dem Internet, in welchem alles trotz eigener Datensparsamkeit einem offenem Tagebuch gleicht? Die Ignoranz darüber fällt uns leicht, schließlich spüren wir die Kontrolle und Beobachtung nicht direkt. Gleichzeitig reden wir uns eventuell ein, alles würde zu unserem Schutz vor Terror passieren. Doch es ist ein Eingriff in unsere Grundrechte, es werden immerhin nicht nur Verdächtige überwacht, sondern ebenso auch normale Menschen wie du und ich, ohne besonderen Sicherheitsgrund. Die Selbstbestimmung, was mit unserem Eigentum passiert, ist im Netz nicht vorhanden.

 

Welch Ironie, dass in einer Welt, in welcher Sicherheit einen enorm hohen Stellenwert hat und sich fast alles darum dreht, wir die Sicherheit unserer digitalen Privatsphäre selbst schützen müssen.
Hoffentlich gewinnt  Jan Philipp Albrecht den Kampf um den Schutz unserer digitalen Daten.

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Ein Kommentar zu “Verlust der Selbstbestimmung in digitaler Gegenwart?”

  1. [Trierer Medienblog] Verlust der Selbstbestimmung in digitaler Gegenwart? sagt:

    […] http://weblog.medienwissenschaft.de/archives/18806 […]

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