Überlebenschancen der jugendlichen Lesekultur während dem Aufstieg medialer Technikgeräte

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Sätze wie „die Jugend von heute liest keine Bücher mehr“ oder „die Kinder sitzen entweder vor dem Fernseher oder den Smartphones“ hört man nicht allzu selten, meistens von den eigenen Großeltern, die dann noch betonen, dass früher alles besser war, bevor die ganzen elektrischen Medien anfingen, unseren Alltag so stark zu prägen.

Doch kann man wirklich davon reden, dass sich die Lesegewohnheiten der heutigen Jugend (14-20 Jahren) im Laufe der Zeit so drastisch verschlechtert haben?

Eine Studie, welche letztes Jahr durchgeführt wurde, hat jetzt bewiesen, dass das alltägliche Lesen unserer jungen Generation keinesfalls so negativ abschneidet, wie oft behauptet wird.  Laut der „Jugend-, Information- und Multimedia-Studie“ in Stuttgart lesen in ganz Deutschland 40 % der Jugendlichen regelmäßig ein Buch, d.h. zwei von fünf Heranwachsenden greifen mehrmals in der Woche nach einer Lektüre in ihrer Freizeit.  Auffällig ist hier, dass Bücher eine höhere Anziehungskraft für Mädchen als für Jungen haben. Anders gesagt, in Deutschland liest jedes zweite Mädchen, während „nur“ jeder vierte Junge regelmäßig ein Buch liest. Um einen Kontrastpunkt zu finden, beschäftigte die Studie sich auch mit den Jugendlichen, die nie lesen. Dabei kam raus, dass die Anzahl der nicht lesenden Teenager 19 % der Gesamtanzahl an Jugendlichen in Deutschland beträgt. Davon sind doppelt so viele Jungen als Mädchen betroffen.                                                                                                                                                           Richtet man seine Aufmerksamkeit nun auf die Titel der von Jugendlichen häufig gelesenen Bücher, so fällt hier ein Muster auf. Nicht überraschend ist, dass die „Harry Potter“-Reihe, die 1997 von Jennifer K. Rowling geschrieben wurde, ganz oben im Trend liegt. Gefolgt wird die berühmte Fantasy Reihe von Büchern wie „Tribute von Panem“ von Suzanne Collins, „Die Bestimmung“ von Veronica Roth, „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green, aber auch von historisch geprägten Büchern wie „Er ist wieder da“ von Timur Vermes. Bemerkenswert ist, dass alle diese Bücher verfilmt wurden bzw. zum Zeitpunkt der Studie in der Planung zu einer Verfilmung waren. Man könnte also hier sagen, dass bei vielen Lesern die grafische Darstellung als Film Einfluss auf die Bücherauswahl hat. Zu den Filmen gibt es noch ein anderes effektives mediales Mittel, welche die Lesegewohnheit der Heranwachsenden positiv beeinträchtigt: Das Internet, bzw. die gesamte Buchcommunity im Internet. Seiten/Apps wie Goodreads oder lovelybooks.de motivieren Menschen zum Lesen und helfen zusätzlich dabei, eine Verbindung zwischen Lesern herzustellen, durch die sie sich austauschen und beraten können.                                                                                       Auch spielt „Booktube“ eine große Rolle bei den Lesern. Youtuber und Blogger im Internet reden via Videos auf Youtube oder eigene Blogeinträge über Bücher und stellen so einen weiteren Support für die Lesekultur dar. Eine sehr einflussreiche Plattform für das Lesen ist das „E-Book“. Das E-Book ermöglicht den Lesern, Geschichten auf ihren Smartphones oder Tablets zu lesen und ist zudem reizvoll, weil der Preis dieser elektronischen Bücher meistens niedriger ist als die der Bücher aus dem Laden.

Es ist nicht ganz klar, ob Jugendliche in der Zukunft zu sehr von ihren Smartphones oder anderen technischen Medien abgelenkt werden, um Bücher zu lesen. Doch ist auch zu sagen, dass die oben beschriebenen technischen medialen Geräte die Überlebenschance der Lesekultur steigern könnten.

 

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