Bezahlen für YouTube?

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Wir alle kennen – und viele von uns nutzen – das Angebot einer kostenpflichtigen Mitgliedschaft von Dienstleistungsunternehmen, die uns den Konsum von Medien erleichtern soll. Zum Beispiel bietet das Musikportal Spotify ein Abonnement für Spotify Premium an, das es uns ermöglicht werbefrei Lieder zu hören und diese auf unseren mobilen Geräten zu speichern und dank Amazon Prime Instant Video können wir Filme und Serien ausleihen und streamen.

Nun kündigte auch das Videoportal YouTube, das bisher vor allem durch die Möglichkeit des kostenlosen Streaming bekannt war, in einem Werbeclip eine Premiumvariante an, die seinen Nutzern viele neue Vorteile bringen soll.

YouTube Red heißt das Bezahlangebot von YouTube, das ab sofort in der USA verfügbar ist und für ein optimales Video- und Musikerlebnis sorgen soll. Ein Abonnement kostet dort zunächst $9,99 im Monat.

Doch was unterscheidet die kostenpflichtige von der kostenlosen Variante?

YouTube Red-Nutzer können Videos nun werbefrei und ohne Unterbrechungen, wie Banner- und Suchanzeigen, abspielen. Außerdem wird die Möglichkeit geboten Videos offline zu speichern, das heißt Videos können auf unseren Mobilgeräten gespeichert werden und ohne Internetzugang immer wieder wiedergegeben werden. Damit dabei so wenig Speicherplatz wie möglich belegt wird, kann die Qualität der gespeicherten Videos frei gewählt werden.

Bislang konnten Videos auf YouTube nicht im Hintergrund, also während der Verwendung anderer Apps, abgespielt werden. Auch dies ändert sich in der kostenpflichtige Variante, bei der Videos sogar wiedergegeben werden können, obwohl der Gerätebildschirm ausgeschaltet ist. Außerdem beinhaltet das Abo eine kostenfreie Mitgliedschaft bei Google Play Musik.

Was dies für die Einnahmen von Partnern des Videoportals bedeuten wird, ist momentan noch unklar. Laut einem Bericht von TechCrunch soll YouTube den Videomachern nicht die Wahl gegeben haben, sich an dem Programm zu beteiligen oder nicht. Die Videos derer, die ihr Angebot nicht für YouTube Red freigegeben haben, seien deshalb auf keiner der beiden YouTube-Varianten mehr verfügbar.

Schon jetzt gibt es erste Kritiken und Besorgnisse derer, die Videos auf YouTube hochladen. Die amerikanische Youtuberin „PressHeartToContinue“, die seit ca. 5 Jahren aktiv auf YouTube ist und fast 700.000 Abonnenten (Stand: 11/2015) hat, macht ihre Zuschauer in ihrem Video „MY CONCERNS WITH YOUTUBE RED“ auf ihre Besorgnisse, die auch finanzielle Aspekte beinhalten, aufmerksam. Sie spricht zum Beispiel die ihrer Meinung nach ungerechte Verteilung der Einnahmen der Premiumvariante an, da die Erlöse nicht mehr nach Anzahl der Klicks, sondern danach, wie lange ein Video angesehen wird, an die Partner ausgeschüttet werden sollen.

Ob sich Youtube Red bei sowohl seinen Nutzern, als auch seinen Partnern, beweisen kann, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Ein Kommentar zu “Bezahlen für YouTube?”

  1. [Trierer Medienblog] Bezahlen für YouTube? sagt:

    […] http://weblog.medienwissenschaft.de/archives/18478 […]

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